FAQ: Warum braucht die Tagesschau ein neues Studio?

19. April 2014 - 09:50 Uhr

23,8 Millionen Euro hat die ARD dafür ausgegeben - wofür eigentlich genau? Und warum braucht die Tagesschau ein neues Studio? tagesschau.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Artikel auf tagesschau.de
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

die Frage ist eine andere

Wieso seht ihr euch genötigt, den Umzug in ein neues Studio dermaßen intensiv zu rechtfertigen? Es ist doch weder so, daß ihr das zweimal im Jahr macht, noch daß es besonders protzig wäre.
Zu rechtfertigen wäre eher, warum ihr den Grundversorgungsauftrag nicht ernst nehmt, keine objektiven Nachrichten macht, sondern wie alle anderen auch auf den Zug von Propaganda und quotenschielendem Populärschund aufspring und Kritisches - wenn überhaupt - dann zu unmöglichen Sendezeiten bringt.

Viel Geld für keinen Nutzen

Wie aus dem FAQ hervorgeht, geht es bei dem finaziellen Aufwand nicht darum die Qualität des Journalismus zu verbessern. Aber gerade in diesem Bereich haben die ARD-Nachrichtensendungen massiv nachgelassen und es besteht dringender Handlungsbedarf. Es wäre auch gut gewesen den Online-Teil der Nachrichten zu verbessern. Nachts muss man oft stundenlang warten bis die Moderation Kommentare freigibt. Man hätte ein oder zwei zusätzliche Stellen für diese Aufgabe schaffen sollen, um dieses extreme Defizit zu beheben, das wäre bei 23,8 Millionen Euro drin gewesen.

Traurige Begründungen

Bin ich der Einzige, für den Emotionalität und seriöser Journalismus ein Widerspruch in sich ist? Letzterer hat es nicht nötig mit bunten Bildchen und drastischen Formulierungen an den Leser heranzutreten. Das ist etwas für die Yellow Press wie Bild oder Sun. Es it allerdings bezeichnend dass die Tagesschau diesen Weg geht. Es ist nur die logische Fortsetzung der beständig sinkenden Standards im Hause ARD.

Und die Begründung gegen ein virtuelles Studio... das klingt eher als hätte da mal wieder ein überaltertes Management Angst vor allem was digital ist. Die Begründungen sind jedenfalls Unfug.

"bessere optische Umsetzung von Nachrichten"

Sicher, dass das Publikum das auch möchte? Für mich persönlich ist die teilweise heute schon übertriebene optische Präsentation/Untermalung der Nachrichten einer der Gründe, warum ich mir so gut wie keine TV-Nachrichten mehr ansehe. Ich komme mir da immer irgendwie ein bisschen für blöd verkauft vor, so als würde man mir nicht zutrauen, gesprochene Texte ohne weitere bildliche Untermalung inhaltlich zu begreifen. Der nächste Satz....
.
"Schwierige Sachverhalte können in Form von animierten Grafiken anschaulicher dargestellt werden"
.
... lässt mich also nichts Gutes vermuten. Wenn Sachverhalte objektiv "schwierig" sind, ist die grafische Umsetzung zwangsläufig mindestens ebenso schwierig. Es sei denn, man vereinfacht den grafisch dargestellten Inhalt entsprechend, um ihn für den Zuschauer zu "entwirren"... Dann entspräche das Gesehene aber nicht mehr dem Gehörten. Also passt man wohl den Text irgendwann den begrenzten Möglichkeiten der grafischen Darstellung an. Und das Niveau sinkt...

Was nützen Nachrichten, wenn diese keiner mehr ansieht?

Hier steht die tagesschau in Konkurrenz mit BILD-Zeitungsähnlichen, allein auf optische Wirkung und Sensation getrimmten Pseudo-Nachrichten wie den "Action-News".

Um die Menschen zu erreichen nützt es nichts im 80er-jahre-design noch so gute journalistische Nachrichten zu machen- es würde einfach keiner mehr zuschauen.

Schönes Beispiel ist der Kommentar von Bukkake - journalistische Qualität einfordern, und sich dann über die Online-Kommentare auslassen. Diese haben genau gar nichts mit der eigentlichen Qualität zu tun, sondern nur mit der Zeitgeist-ich -muss-alles kommentieren-und zwar sofort-Einstellung. Ich kommentiere auch, wie gerade jetzt; das ist aber ein Bonus und kein Grundrecht. (Und ja, die Art und Dauer der Moderation könnte besser sein).

Insofern: Viel Spaß und Erfolg mit dem neuen Studio!

Wenn der Deutsche nichts hat ....

... zu meckern hat er.
Hier schon die ersten Anschaulichen Beispiele.

Wie schön das ihr immer noch in Höhlen wohnt, was neues kostet ja Geld.

Unglaublich aber wahr. Wenn ihr schon Kommentare los lassen müsst, dann doch mal was konstruktives und nicht nur genörgel.

Neues Studio-Outfit

Also : Wenn die Nachrichten denn wahrhaftiger und vor allen Dingen neutraler werden ..... (damit meine ich Mutti-Gläubigkeit .... :-( )
herzlich gerne - wünsch Euch viel Erfolg mit dem "neuen Studio !

Wenig überzeugend!

Der Abschnitt "Vorteile" ist doch mehr als mager! "exzellenter Fotojournalismus"? Wie gesagt: dazu braucht man keine 18 Meter Leinwand! Wie schon gesagt, erinnert das eher an die Bildzeitung.

"emotionaler bebildert" - OK. Diesen Punkt glaube ich sogar. Aber das ist bei Nachrichten nichts positives!!!

Die Begründung, warum auf ein virtuelles Studio verzichtet wurde, ist auch dürftig. Dass so eine 18-Meter-Wand "Vertrauen" ausstrahlt, darauf muss man erstmal kommen! Und dass die Vorproduktionen virtuell zu lange dauerten, kann doch gar nicht sein! Alles was per Beamer auf die Leinwand produziert wird, ist bereits im Computer drin! Ob vom PC über die Beamer an die 18-Meter-Leinwand oder vom PC direkt auf den Bildschirm - ist doch kein zusätzlicher Arbeitsaufwand!!! Eher im Gegenteil! So sind Patzer und Aussetzer viel wahrscheinlicher!

Insgesamt haben mich diese Begründungen nicht überzeugt! Nur der Punkt, dass das Studio "mindestens 10 Jahre" bleiben soll, ist gut!

Darstellung: