Ihre Meinung zu: Interview: "Mindestlohn löst Aufstocker-Probleme nicht"

2. April 2014 - 18:18 Uhr

Nach langer Debatte liegt der Entwurf zum gesetzlichen Mindestlohn nun vor. "Die Probleme der Hartz-IV-Aufstocker werden mit einem höheren Stundenlohn nicht gelöst", kritisiert der Arbeitsmarktexperte Karl Brenke im tagesschau.de-Interview.

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Kommentare

Die belogene Generation, von Roland ...

Baader - klärt unmissverständlich die Mißstände auf. - sollte nicht nur jeder Schulabgänger gelesen haben.
Weder Mindestlohn noch EU sorgen für Jobs - Sozialismus funktioniert nicht - hat nie und wird auch nie. Ausser in den Behörden - durch Schulden finanziert.

Herr Brenke, ich vermisse einen Lösungsvorschlag

Herr Brenke hält den Mindestlohn für falsch, wenn ich das Interview richtig verstanden habe.

Einen Alternativvorschlag hat er nicht anzubieten.

Man muss seine Gedanken einfach mal zum Ende führen, dann kommt man zu dem Schluß, dass man die Niedrigstlöhne, die es heute schon gibt, noch weiter absenken muß, damit die Arbeitsplätze gesichert bleiben.

Mein Vorschlag dazu: Lasst uns die Löhne derjenigen, die heute unter 8,50€/h bekommen auf 0€/h senken.

Begründung:
Herr Brenke sagt:Diese Berechnungen gehen davon aus, dass mit steigenden Löhnen die Nachfrage nach diesen Arbeitskräften um x Prozent nachlässt.

Folglich müßten alle heutigen ALGII Empfänger bei 0€/h umgehen einen Job bekommen.

Bezahlen müßte diese Jobs dann der Steuerzahler (100% Aufstocker), aber die genannten "kleinen Betriebe" würden wieder Gewinne machen.

Wäre das dann noch menschenwürdig? Wohl kaum.
Wie sangen sie damals: "25 Pfennig ist der Reinverdienst..."

Sätze der Ideologie

"Frauen haben sehr viel häufiger gering bezahlte Jobs. Mindestlöhne wirken nur bei 10 Prozent der Männer, aber bei 20 Prozent der Frauen."

Wie ein Soziologe unterscheidet zwischen Frauen und Männer ist erstaunlich.
Als Unternehmer sehe ich nur "Arbeitnehmer" in Zusammenhang mit ihrer Arbeitsleistung.

Zumal "Jobs" alias "jobben", nicht "Beruf" alias "arbeiten" sind.

Ein Job ist gleich "Aushilftätigkeiten".
Ein Beruf ist gleich "vollwertige Arbeitstätigkeit".

Hat man an der Berliner Uni schon mal darüber nachgedacht.
Der schlechte Ruf eilt ihr zumindest voraus. Ich verstehe jetzt warum.

Bildungspflicht für Erwachsene

Es gibt eine Schulpflicht für Kinder. Warum macht man keine Bildungspflicht für Erwachsene, die für alle gilt, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Wenn die Leute eine vernünftige Ausbildung haben, ist die Chance auch höher, daß sie mit ihrem Geld auskommen.

Ich kann ohnehin nicht verstehen, daß immer nur auf die Menschen geschimpft wird, die sich anstrengen produktiv zu sein und die, die sich hängen lassen, bekommen einfach so Unterstützung.

Bildungspflicht für Erwachsene und viele Probleme lösen sich von selbst.

Wer nur als Unternehmen arbeiten kann...

...wenn er seine Mitarbeiter mit Hunderlöhnen ausbeutet ,der sollte sein nicht Wirtschaftliches Unternehmen schliessen.

Diejenigen die jetzt schreien ,das der Mindeslohn zu hoch ist,haben Jahrelang auf Kosten ihrer Mitarbeiter gelebt.Das die Diskrepanz insbesondere im Osten zum Teil gewaltig ist,zeigt wie Armutslöhne sich verbreitet haben.
Sicher sind die Kosten örtlich verschieden,im Osten sind 8,50 € viel in Ballungsgebieten wie z.b München nicht mal genug um die horrenden Miete zu bezahlen.

Man sollte sich mal vor Augen führen das 8,50 €pro Stunde bei einer 40 Std. (Steuerklasse 1) In der Wochen sind 1433,33 € im Monat aber BRUTTO ! Netto sind das 1055,55 €. .

Bei Steuerklasse 3 sind es : Netto 1140,57 €.

Bei diesen Zahlen sollte mal sich jeder überlegen ,wenn man Miete ,Essen ect abzieht das wirklich ist.

Das ganze System stimmt nicht

Wenn es angeblich "nur" 250.000 Menschen sind die Aufstocken müssen und es Deutschland ach wie gut geht. (Da gibt es doch so ein Brutto Durchnittslohn). Die Arbeitslosenzahl sehr gering ist. (Ca 3 mio).....Warum um alles in der welt macht man sich da gedanken um den Mindestlohn? Ich kanns euch sagen...weil alles nur gelogen und vorgegaukelt ist.

Endlich ein konstruktiver Beitrag!

Zwischen der vielen Polemik finde ich solche konstruktiven Beiträge sehr gut. Bei all der Diskussion, ob nun ein Mindestlohn notwendig sei oder ob die Höhe stimmt, fehlt mir immer wieder die Diskussion über die Nebenwirkungen. So schön soziale Errungenschaften auch sein mögen, wenn nur wenige davon profitieren, weil als Folge viele arbeitslos von Sozialhilfe leben müssen oder ihre Heimat verlassen müssen, um im Ausland zu arbeiten, wird die Errungenschaft aberwitzig. Momentan können wir uns den Mindestlohn leisten, aber die nächste Krise kommt bestimmt. Dann wird es wieder Massenarbeitslosigkeit geben. Außerdem fördert das jetzige Konstrukt Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit. Wir bauen uns gerade die Probleme, unter denen Spanien momentan leidet. Wir haben heute unseren Kindern die Zukunft genommen!

Hartz IV Aufstocker sind m.E.

fleißige Menschen, die vom System Merkel-Gabriel im Stich gelassen und zu Bettlern ("Kunden") erklärt wurden.
Anfang der 60er Jahre hatte D keine Arbeitslosen. Also auch keine Arbeitsämter. Inzwischen frisst der Unterhalt dieser Monsteragentur jährlich über 4 Milliarden Steuergelder auf.
Hinzu kommt, das die Aufstocker und ihre Arbeitgeber jeden Monat genauso wie alle anderen Arbeitnehmer 4% in die Arbeitslosenversicherung einzahlen und damit ein Recht auf Hilfe erwerben. In den Argen sehen die Mitarbeiter das aber anders. Es sind nämlich ihre potentiellen Gehälter, die sie behüten müssen...und Verdi hat gerade für sie wieder mehr erkämpft. Für den prekär Beschäftigten kämpft in dieser Gewerkschaft niemand.

Wir müssten halt mal umdenken

Wir haben nun mal immer mehr Effizienz. Immer weniger Leute werden wirklich noch benötigt. Wir können es uns inzwischen sogar leisten, Leute dafür zu zahlen um dem Gemeinwohl zu schaden. (z.Bsp. Steuerberater)

Was wir jetzt machen müssten wäre die Umverteilung umzudrehen. Anstelle Geld von der Mittel- und Unterschicht in die Oberschicht zu transferieren, sollten wir den Geldfluss umstellen. Wir könnten zum Beispiel aufhören private Rentenversicherungen zu subventionieren, und stattdessen stärker publik machen, dass man auch in die staatliche mehr einzahlen kann, und da sogar wahrscheinlicher was im Alter bekommt.

Ich verstehe nicht, warum ich den zweiten Ferrari eines Anlageberaters finanzieren soll, wenn wir Leute haben, die von ihrem Einkommen nicht leben können.

@ 02. April 2014 um 20:57 von Christian Berger

Sie haben recht - aber die Umverteilung wurde schon so lange betrieben, dass diejenigen, die haben, alles durchsetzen können.

Minijobbern ist der Stundenlohn egal?

"Man kann nicht erwarten, dass Menschen mit einem Minijob so viel verdienen, dass es zum Leben ausreicht. Diese Leute haben nicht das Problem, dass die Löhne zu gering sind."

Das ist eine gewagte Behauptung. Der erste Teil stimmt. Natürlich bekommt ein Minijobber nicht mehr Geld, wenn er einen höheren Stundenlohn bekommt und ein Minijob reicht nicht zum Leben. Aber auch für einen Minijobber besteht ein Unterschied darin, ob er für 450 € 53 Stunden oder - z.B. bei 6 € - 75 Stunden arbeiten muss.

Wenn sich die Arbeitnehmer zu

Wenn sich die Arbeitnehmer zu Sklaven machen lassen, haben sie es, hart ausgedrückt, auch nicht besser verdient. Arbeit verweigern und es wird sich zeigen was in Wirklichkeit möglich ist. Die Märchen, dass nicht mehr gezahlt werden könnte kenne ich persönlich auch von einem solchen Chef(-ausbeuter), aber Hauptsache die Millionen stapeln sich wie im Lande der Phantasie!

eigentlich keine Diskussion wert

Ein Nachrichtenkommentator brachte den Vergleich mit einem schweizer Käse - betreffend Mindestlohn....

Frau Nahles noch im Dezember 2013:

"Ausnahmen wird es nicht geben - trotz aller Fluchtphantasien in Teilen der Union", so Nahles. "Ohne gesetzlichen Mindestlohn gäbe es keine Große Koalition. Deshalb kann ich garantieren: Ab 1. Januar 2017 wird niemand in Deutschland weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdienen." Der allgemein verbindliche Mindestlohn war eine der Kernforderungen der SPD während des Wahlkampfs und eine ihrer zentralen Bedingungen für die Große Koalition." (Spiegel Online 22.12.2013)

Das Nahles-"Mindestlohn-Ge(s)eiere" ist eigentlich keine Diskussion wert, da diese (nenn ich mal höflich so) "Gesetzesvorlage" eh vom Bundesverfassungsgericht einkassiert wird und bestenfalls ab 2017 wirksam sein soll .... Ich bezweifle, dass die GROKO überhaupt solange regieren wird ....

liebe Leute, nicht so kurz

Denkt doch nicht so kurz!
Deutschland ist so reich, weil die Menschen mehr verdient haben als sie zum überleben brauchten. Mit dem "mehr" konnten sie sich Dinge leisten. Der Bedarf wurde befriedigt usw. USW.
Der Unternehmer ist zunächst mal Kapitalist, sonst ist er nicht lange Unternehmer. Er kauft die Ware Arbeit so billig wie möglich ein.
Da muss der Staat eingreifen, zum Wohle aller.
Das meine ich im ernst !

@Frau Krause

"Welche Auswirkungen (auf Arbeitsplätze) kann die Einführung von 8,50 Euro haben?"
.
"Sind von solchen möglichen Beschäftigungsverlusten alle gleichermaßen betroffen?"
.
"In welchen Branchen könnten Jobs wegfallen?"
.
"Gibt es einen Ansatz, in welcher Größenordnung Arbeitsplätze wegfallen könnten?"
.
Eine ausgesprochen unausgewogene Interviewführung finden Sie nicht? - Nachfrageeffekte z.B. thematisieren wäre eine Idee wert gewesen, Grundeinkommen thematisieren wäre eine Idee wert gewesen. Unterbeschäftigungsproblem - und nu? Wäre eine Nachfrage wert gewesen.
.
War das die Vorbereitung? DIW Wochenbericht 39/2013 - kann man schon alles nachlesen.
.
Schade drum

@b_m

"Wenn die Leute eine vernünftige Ausbildung haben, ist die Chance auch höher, daß sie mit ihrem Geld auskommen."

1. Es gibt Jobs dafür braucht man keine Facharbeiterausbildung, Studium etc etc.

2. Jobs mit hohen Anforderungen sorgen dafür das mehr Jobs wegrationalisiert werden.
D.h. je höher der Bildungsgrad umso mehr versucht man das Leben der Menschen zu vereinfachen umso schneller gehen aber andere Jobs zugrunde, bestes Beispiel Landwirtschaft.
Daraus folgt ein immenses Problem:
- es gibt nicht genug Arbeit
daraus folgt marktwirtschaftlich gesehen:
- niedrigere Löhne (Angebot-Nachfrage halt)

Schlussfolgerung: höhere Bildung sorgt für schlechtere Bezahlung, klingt doof ist aber leider so. Wird aber nur funktionieren, wenn man eine Bildungspflicht einführt.

Btw bevor wir die Erwachsenen weiterbilden würde ich erstmal bei unseren Schülern anfangen ... ja diese Vorurteile bestehen schon seit Jahrtausenden ...

löst das Problem der Niedriglöhne nicht.

Was soll denn bitte eine Putzfrau oder ein Packer bei Amazon mit einer Bildungspflicht anfangen?

Bringt es der Putzfrau oder dem Packer etwas wenn sie mit Abitur putzen oder packen?

Nein, es bringt Ihnen nichts. Jetzt kommen Sie wieder damit, dass die beiden mit Abitur einen besseren Job bekommen könnten.

Dazu sage ich Ihnen, dass das aber das Problem des Niedriglohnes bei Putzfrau und Packer nicht löst, denn diese Aufgaben müssen ja von irgendwem erledigt werden und diese Personen haben ein Recht darauf von ihrem Lohn leben zu können.

Also nun nochmal, was bringt eine Bildungspflicht für einfache Tätigkeiten?

Ich spreche nicht von den Arbeitern, sondern von den Tätigkeiten.

Auch eine Friseurin oder eine Straßenbauer kann mit einem Abitur oder einem Studium wenig anfangen, außer dass sie/er vielleicht schneller zu der Erkenntnis kommt, dass sie/er besch... bezahlt wird.

Das ganze System war von

Das ganze System war von Anfang an lückenhaft, seitdem es mehr als sagen wir 1000 Arbeitslose gibt. Es ist die kapitalistische Arbeitsgesellschaft ein verschrobenes Steinzeitmodell.

Das Kernproblem ist die Angst, die uns befällt, wenn sich was ändert. Dass die Regale leer stehen. Dann also lieber die Minderheiten büßen lassen, für unseren unsinnigen Konsum von Billigprodukten, die ohne Not keiner kaufen würde. Dass die Regale leer stehen, ist gar nicht erwiesen. Statt dreissig Telekomunikationsfirmen genügt auch eine usw..

Korrektur des Marktversagens

"konsumnahe Dienstleistungen, wie zum Beispiel Gaststätten- oder Hotelgewerbe, oder der kleinere Einzelhandel" sind alles keine Firmen mit internationalem Wettbewerb. Wenn die Übernachtung teurer wird, dann kann der Gast entweder diese Kosten übernehmen oder in ein anderes Hotel gehen, das aber dieselben Kosten schultern muss. Schlimmstenfalls versucht der Chef die Produktivität zu steigern und mit einem Angestellten weniger auszukommen. Das wird aber dadurch ausgeglichen, dass die verbleibenden Billiglohnkräfte nun mehr Kaufkraft haben und das Geld bestimmt (mangels Alternative) auch wieder ausgeben werden.
Der Mindestlohn wird also nicht den Untergang des Abendlandes einleiten sondern nur das Versagen der sozialen Marktwirtschaft korrigieren.

Mindestlohn als Einfallstor für Gewerkschaftszwang

In den Ausführungsbestimmungen zum Mindestlohn hat die Frau Nahles viele Bestimmungen zur Stärkung der Rolle des DGB und seiner Gruppierungen untergebracht. Hier geht fast nichts mehr ohne diese, obwohl sie mit ihren Mitgliedern nur eine kleine Gruppe im Arbeitnehmerlager vertreten. Ein solcher Machtausbau, der nicht auf demokratischer Willensbildung beruht, muss kritisch beobachtet werden und Frau Nahles muß sich fragen lassen, ob die Rolle Cheflobbyistin für diese Vereinigung nicht untragbar ist für die Funktion einer Ministerin, die Gesamtinteressen berücksichtigen soll.

@enigma2001

Sicher, sicher.

Die Diskussion lenkt aber vom Wesentlichem ab: Das Freihhandelsabkommen mit der USA.

Australien ist übrigens aus solchen Verträgen grundsätzlich ausgestiegen, wegen den "privaten Schiedsgerichtsklausel".

gutes Interview

Stimme zu. Man hätte noch auf das drohende Freihandelsabkommen mit den USA verweisen können, wo der Mindestlohn bei 5,70€ oder so liegt. Und selbst das gilt dort als so katastrophal zu hoch, dass Gastronomie und Landwirtschaft ausgenommen sind. Wir stehen im internationalen Wettbewerb, das darf man nicht vergessen. Wenn das Gemüse hier zu teuer wird, wird man es halt billiger aus Süd- und Osteuropa holen. Oder man isst kein frisches mehr, wenn man von kleiner Rente oder Hartz4 leben muss.
Dem Mindestlohn liegt der gleiche Irrglaube zugrunde wie den Lohnforderungen der Gewerkschaften: dass nur höhere Löhne einen angemessenen Lebensstandard bringen. Der ließe sich aber auch erreichen, wenn die Lebenshaltungskosten sinken würden. ZB billigere Mieten, wenn es wieder mehr Sozialen Wohnungsbau gäbe. Strom und Heizung billiger. Dann bliebe mehr vom Lohn für andere Ausgaben. Der Mindestlohn macht nicht Luxusautos teurer, sondern Obst, Gemüse, Kneipe, Tageszeitung. Gerade die Armen leiden.

Eine sehr merkwürdige Zahl, die Sie da nennen

@Gandhismus

"...seitdem es mehr als sagen wir 1000 Arbeitslose gibt. Es ist die kapitalistische Arbeitsgesellschaft ein verschrobenes Steinzeitmodell."

Ihre 1000 Arbeitslosen ist wohl eher eine verschrobene Steinzeitzahl.

Rechnen Sie doch mal nach, oder ist das zu anstrengend?

ok, dann rechne ich mal :

Wir haben über 40 Millionen Beschäftigte.
Angenommen die würden im Durchschnitt nur alle zehn Jahre mal ihren Job wechseln, dann würden im Schnitt jährlich mehr als 4 Mio. den Arbeitsplatz wechseln.

Wenn von denen jeder zweite nicht sofort einen neuen Job hat, sondern im durchschnitt nach einen Monat, dann wären das 2 Mio. Menschen die jedes Jahr für einen Monat Arbeitslos wären. Auf's Jahr gerechnet hätten wir alleine dadurch rund 17.000 arbeitslose.

Die meisten haben ihren Job aber nicht für 10 Jahre und manch einer nutzt den Wechsel auch gerne mal um sich auf Kosten der Allgemeinheit einen "Sonderurlaub" von ein paar Monaten zu genehmigen, sodass die Zahl noch zu klein ist

Wir sind alle an dem Debakel

Wir sind alle an dem Debakel selbst Schuld. Einfach nur Konsumgüter die nachweislich komplett "Made in Germany" sind kaufen, Lebensmittel aus der Region oder dem Bauern von nebenan kaufen (klar, in Großstädten schwierig aber auch machbar) und schon hätten wir einige Probleme weniger. Aber dafür andere......

Lösungsvorschlag

@GeME:
Ich bin zwar nicht Herr Brenke, aber einen Vorschlag hätte ich, was man stattdessen machen sollte:
Lebenshaltungskosten senken:
Mehrwertsteuer reformieren; runter auf Null bei Grundnahrungsmitteln, Medikamenten, Schulbedarf, einigen Hygieneartikeln. So weit es geht senken in Branchen/Industrien, wo sehr viel menschliche Arbeit anfällt und derzeit hoch besteuert wird.
Wieder Sozialer Wohnungsbau in Ballungsgebieten, damit die Mieten sinken und Geringverdiener nicht mehr so viel vom Einkommen für Miete verbrauchen. (Auch neue Studentenwohnheime.)
Wärmedämmungsauflagen zurücknehmen; beugt Schimmel vor und verhindert Luxussanierungen.
Ein steuerbefreiter oder ermäßigter Öl-/Gas- und Strom-Grundbedarf pro Haushalt.

Kein Mindestlohn. Oder Mindestlohn auf der Höhe einführen, wie er in den USA ist, und falls das gutgeht, langsam und vorsichtig schrittweise anheben.

Fehleinschätzung im Artikel

Der Mindestlohn ist nötig, um aus den prekären Beschäftigungen heraus zu finden. Wenn ich Mindestlohn zahlen muss und meine Konkurrenz auch, dann trifft mich das nicht, sondern der Wettbewerb verlagert sich in gebotene Qualität und Leistung. Bei ordentlicher Bezahlung werden dann auch genau die Richtigen den Auftrag an Land ziehen und am Markt bestehen. Heute siegt glasklar der Lohn drückendste Halunke, der beim ersten Schnupfen Leute feuert, pauschale 300-€-Verträge austeilt (obwohl er genau weiß, dass 45-Stunden-Woche und mindestens 6 Monate Projektdauer Fakt sind) - oder der gar Ausländer illegal auf seine Baustelle lockt, sich kurz vor Fertigstellung selbst beim Finanzamt anzeigt, 5000 € Strafe zahlt und lachend hinterherwinkt, wenn die Polizei die nicht entlohnten Opfer auch noch gratis mit Einreisesperre außer Landes schafft. Wer gegen Mindestlohn meckert, steht auf wessen Seite? Ich bin für Mindestlohn.

Wir schaffen die Globalisierung einfach ab, komplett

@nemesis77

"Einfach nur Konsumgüter die nachweislich komplett "Made in Germany" sind kaufen, Lebensmittel aus der Region oder dem Bauern von nebenan..."

Schöne Vorstellung, willkommen im 18. Jahrhundert. Vor allem könnte man damit die Umwelt schonen, da wir ja alle wieder mit Kutschen und Eselskarren unterwegs währen.

Es würde auch kein Land mehr Atomkraftwerke bauen, wenn es kein Uran hat, auch gut.

Und die Landschaft verschandelnden Windräder hätten wir ohne seltene Erden und andere Grundstoffe auch nicht.

Und das ganze Computerzeugs und diese unsäglichen Handys erst mal - nein es würden sich alle mit einem ganz normalen Telefon verständigen, allerdings verkabelt durch Eisendrähte, da wir weder genug Kupfer, noch Bauxit für Aluminium haben.

Und überhaupt dieses ganze Globalisierungstheater an dem alle so schrecklich leiden wäre endlich vorbei.

Es gab zwar auch in der Steinzeit schon eine Globalisierung, aber eben nicht über Kontinente hinweg, keine böse Globalisierung.

@meckerpott interessant...

@meckerpott

interessant... Sie wollen also etliche steuern verringern (Mehrwertsteuer, Stromsteuer...) und gleichzeitig sozialen Wohnungsbau etc. fördern. Eine Frage dazu : wo soll das Geld dafür her kommen? Rechnen Sie mal aus was das an Mindereinnahmen bedeutet und was für die Wohnungen extra bezahlt werden muss... Wer soll das ihrer Meinung nach schultern?

Fakten statt Ideologie, Herr Brenke

Herr Brenke bewegt sich in seinen Argumenten im rein spekulativen Bereich und entlarvt sich dadurch schon selbst: Es gibt in fast allen europäischen und in einer Reihe anderer Länder Mindestlöhne. Und natürlich haben Ökonomen die Auswirkungen von Mindestlöhnen in den vielen schon existerenden Mindestlohn-Arbeitsmärkten untersucht. Diese Untersuchungen gibt es natürlich - warum zitiert Herr Brenke KEINE EINZIGE dieser Studien? Weil diese Untersuchungen ganz einfach ergeben, dass z.B. "Befürchtungen, wonach ein Mindestlohn negative Beschäftigungseffekte haben würde, haben sich im Königreich nicht bestätigt" (aus einer Untersuchung über den Mindestlohn in Holland). Herr Brenke "vergisst" auch den volkswirtschaftlichen Effekt, dass Mindestlöhne praktisch in den Konsum in Deutschland fließen, Gewinne von Großkonzernen oft in internationale Geldspekulation wandern - Mindestlohn stärkt den deutschen Binnenmarkt und schadet der Beschäftigung insgesamt nicht, so einfach ist das!

20:19 von b_m

Bildungspflicht für Erwachsene Langzeitarbeitslose
gibt es schon lange, unter dem Motto:
"Fördern durch Fordern".

Gehen Sie mal auf die Seiten der der Agentur für Arbeit,
dort finden Sie:
Qualifikations-u.-Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen,
teils mit äußerst fragwürdigen Nutzen,in denen
sich viele der Arbeitslosen befinden.
Wer diese Maßnahmen ablehnt, dem wird sofort das Geld
gesperrt.

Zunächst mal, ...

... ein guter Beitrag zur aktuellen Situation. Zu mindestens wischt er einem den Sand aus den Augen, wenn es von höchst offiziellen Stellen heißt: Wir wissen Bescheid. Garnichts wissen die, sie beten nur, dass es passt. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber zu berichten, dass wenn immer wir unseren Kunden eine Preiserhöhung mitteilen mussten, sie diese (oft zähneknirschend) akzeptiert haben. Das aber nur, weil der Betrieb sehr gute Arbeit geliefert hat. Es sind auch Kunden abgesprungen und haben sich an billigere Unternehmen gewandt, davon sind viele aber auch wieder postwendend zu unserem Angebot zurück gekehrt, da sie nicht das bekommen haben, was sie sich wünschten. Fazit: Meistens zählt, hierzulande und Gott-sei-Dank, die Qualität oft doch noch mehr. Unsere Leute werden auch MINDESTENS nach Tariflohn oder besser bezahlt. Dafür tun sie auch ihr Bestes und das ist es was den Kunden letztendlich auch überzeugt.

guter Ansatz ...

ZITAT:02. April 2014 um 23:36 von Meckerpott
Lösungsvorschlag

@GeME:
Ich bin zwar nicht Herr Brenke, aber einen Vorschlag hätte ich, was man stattdessen machen sollte:
....................

Kein Mindestlohn. Oder Mindestlohn auf der Höhe einführen, wie er in den USA ist, und falls das gutgeht, langsam und vorsichtig schrittweise anheben.

------->> Sie haben die amerikanischen Food-stamps vergessen und auch das "qui bono" ... denn wer verdient z.B. am Wohnungsmangel oder unnützer Wärmedämm-Massnahmen, die nie so sauber ausgeführt werden, dass die Bausubstanz nicht beschleunigt durch Schimmel zerstört wird, dito Energieversorgung ... haben Sie es schon erlebt dass die "echten" Börsenpreise (zzgl. eines festen Gewinnprozentsatzes für den Energielieferanten) direkt und unmittelbar an den Endkunden weitergegeben werden ? ... wissen Sie wie hoch die Gewinnspannen auf Medikamente sind ? .... etc ... nichts gegen Gewinnstreben, aber man sollte die Melkkuh nicht schlachten sondern gut füttern

@ReiBol
"Fakten statt Ideologie"

Richtig, vor allem sollte man sich alle Fakten ansehen.

"Es gibt in fast allen europäischen und in einer Reihe anderer Länder Mindestlöhne....Mindestlohn stärkt den deutschen Binnenmarkt und schadet der Beschäftigung insgesamt nicht, so einfach ist das!"

Nein so einfach ist das nicht.

In allen europäischen Ländern in denen es einen Mindestlohn gibt der nicht sehr niedrig angesetzt ist, sondern so hoch liegt, dass ein nennenswerter Teil der Beschäftigten nach Mindestlohn bezahlt wird gibt es eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, in einigen ist sie sogar extrem hoch und war das auch schon vor der Krise. Das ist auch einfach zu erklären wenn man sich mal die Frage stellt warum denn ein Arbeitgeber einen Berufsanfänger einstellen soll wenn er für den gleichen Preis einen erfahrenen Mitarbeiter bekommt, der bereits sein können unter Beweis gestellt hat.

Auch bei uns wird in der nächsten Krise die Jugendarbeitslosigkeit dadurch extrem ansteigen.

@ rex3 23:57 Ich glaube Sie

@ rex3 23:57
Ich glaube Sie haben mich da missverstanden, denn mit dem Import der entsprechenden Rohstoffe ist m.E. unsere Wirtschaft in der Lage u.a. Computer, Handys und auch Automobile herzustellen. Sollte ich mich irren, lasse ich mich da gern eines Besseren belehren. Und ich glaube auch zu wissen, daß wir keine Eselskarren(ich habe dafür leider keine Export zahlen gefunden) sondern ganz erfolgreich Autos nach China und die USA exportieren. Globalisierung ist doch eine prima Sache, aber eben in Hinblick auf das nationale Lohngefüge auch gefährlich.

Mindestlohn - wieder nur ein gereichter Strohhalm

Mindestlohn - wieder nur ein gereichter Strohhalm in die Hand des Niedriglöhners. Das wirkliche Leben um einen herum ist zu hochpreisig geworden. An einem Strang ziehen da Regierung, Gewerkschaften, Investoren, Unternehmen, denen Rendite alles ist, Miteinander von Mensch, Flora und Fauna wenig bis gar nichts. Niedriglöhner sind den vorgenannten nur Mittel zum Zweck - selbst gut und bestens durchs Leben zu gehen. Vergleichbar mit einem Fußballspieler, hier nur schlecht bezahlt, und alle anderen verdienen sich auf seine Kosten eine goldene Nase. Man muss ja nur mal durch die Innenstädte gehen.

Und diejenigen, welche bestens durch die politischen und wirtschaftlichen, seit Jahrzehnten sich zunehmend verschlechternden Gesamtumstände für Land und immer breiter werdenden Bevölkerungskreisen gehen, fallen selbst immer wieder hinten runter. Dann ist das Erwachen in der deutschen Wirklichkeit grausig.

Olaf Walter (53), Tuttlingen

23:36 von Meckerpott : Lösungsvorschlag :)

Danke Meckerpott!

Mein Lösungsvorschlag
Je zahlreicher ein Unternehmen Beschäftigte benötigt,
um,sagen wir mal, 1 million Euro Netto zu erwirtschaften
um so geringer der Steuersatz.

Unternehmen, vollautomatisiert,wenige Mitarbeiter,
würde mit diesem Umsatz
mehr Steuern und eine Sozialabgaben-Pauschale zahlen.

Die Arbeitsleistung-Kraft der Menschen zu versteuern ist
absurd.
Bezahlen Maschinen Steuern,Sozialabgaben, NEIN!

Je nach Konjunkturlage könnte der Steuersatz,
aus Nettoumsatz minus Steuerverringerung durch Arbeitnehmeranzahl,
nach oben bzw unten korrigiert werden.

Vielleicht nur die Rosinen heraus picken?

@nemesis77
".. denn mit dem Import der entsprechenden Rohstoffe..
.. erfolgreich Autos nach China und die USA exportieren."

Sie meinen also wir picken uns die Rosinen aus der Globalisierung heraus.
Wir Importieren alles was wir brauchen, wir exportieren alles mit dem wir Geld verdienen können und sperren alles ausländische aus unserem Markt aus was bei uns Arbeitsplätze kosten oder Löhne drücken könnte?

Glauben Sie denn im Ernst, die anderen Länder machen das mit? Oder vielleicht sogar, dass die das gar nicht merken würden?

Jedes Land könnte natürlich genauso egoistisch verfahren und bei jedem grenzüberschreitenden Handel nur das zulassen was zum eigenen Vorteil ist.
Wenn wir damit anfangen dann sieht die Welt aber sehr bald ganz anders aus, gerade auch für uns hier in Deutschland.

Es hat schon seine Berechtigung, dass es eine Welthandelsorganisation gibt, deren primäre Aufgabe es ist Wirtschaftkriege zu verhindern, die dadurch entstehen, dass alle nur den eigenen Vorteil sehn

um 00:45 von rex3

Zitiere:
....wenn man sich mal die Frage stellt warum denn ein Arbeitgeber einen Berufsanfänger einstellen soll wenn er für den gleichen Preis einen erfahrenen Mitarbeiter bekommt, der bereits sein können unter Beweis gestellt hat.
Auch bei uns wird in der nächsten Krise die Jugendarbeitslosigkeit dadurch extrem ansteigen.
*
Für Berufanfänger nach der Ausbildung gibt es einen tariflichen Anfangslohn, der zwar niedriger ist als die Entlohnung für Facharbeiter mit Berufserfahrung,
er ist jedoch höher als der Mindestlohn.
Einfach in die Tarifverträge sehen.

Kein seriöses Unternehmen das wertige Produkte herstellt, verkaufen will, kann auf Dauer mit Billiglöhnern (vorwiegend Helfern) arbeiten.
Der Mindestlohn ist die unterste gesetzliche Lohngrenze für Helfer, nicht für Fachkräfte.

Wer als Fachkraft im Beruf arbeitet,
dem steht Fachkraft-Entlohnung nach Tarif zu.
Der Mindestlohn ist die Untergrenze für
Hilfskräfte, die einfache Arbeiten ausführen.

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