Kommentare - Deutsche Arbeitslosenzahl im Februar nahezu unverändert

27. Februar 2014 - 10:07 Uhr

Die Zahl der im Februar registrierten Arbeitslosen ist um 2000 gestiegen. Bei der BA waren im Januar 3,138 Millionen Erwerbslose gemeldet - das sind 18.000 Menschen weniger als vor einem Jahr. BA-Chef Weise sprach von einer günstigen Entwicklung.

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Kommentare

Die Arbeitslosenzahlen sind nur leicht gestiegen...

... da haben wir aber Glück gehabt, dass der Winter kein Winter war.

Was hier als gute Nachricht verkauft wird, haben wir nur dem außergewöhnlich mildem Wetter zu verdanken. Auf dem Bau konnte in diesem Winter durchgearbeitet werden.

Der Arbeitsmarktbericht

Der Arbeitsmarktbericht erinnert monatlich an eine Wasserstandsmeldung eines Systems, das nicht funktioniert. Millionen Arbeitslose und viele Langfristarbeitslose und ein Heidenaufwand, die Zahl zu drücken.
Und wir gewöhnen uns entweder mit jeder Meldung mehr dran, oder es erinnert uns jedes Mal mehr an den Unfug dieses Systems, ob man es Leistungsgesellschaft, Arbeitsgesellschaft oder Unfug nennt... (Alternativen wären zu diskutieren wenn die Währungen zusammenkrachen, zuvor erscheint es utopistisch, weil die Herrscher uns ja sagen: Alternativlos)-

Beschäftigungsabbau seit Dezember -903.000

(Erwerbfähige minus alle AL-Anträge lt. Monatsberichten BA). Im Vergleich zum Vorjahr (-895.000) kann diesmal der strenge Winter nicht dafür herhalten.

So gab es -warum auch immer jedesmal im Winter-

-610.000 weniger Erwerbsfähige (Vjzr. -540.000),
+348.000 (+427.000) mehr offizielle Arbeitslose,
+295.000 (+329.000) mehr inoffizielle in sgn. Unterbeschäftigung o. Kurzarbeit =
+643.000 (756.000), von denen im Februar +0 in auftstockende Arbeit gingen.

Im Zeitraum ab Dezember wurden
-2.000 (Vjzr. -20.000) Stellenangebote bei der BA registiert, während
die Gesamtzahl der AL-Anträge um +293.000 (Feb +49.000) auf
5.520.000 anstieg (Vjzr. +355.000 auf 5.554.000; Feb +58.000).

Ab Dez gingen -220.000 (Vjzr. -300.000) SV-Jobs verloren und die prekären Einkommen (o. SV + AL-Anträge) betrugen
17.590.000 (-141.000) zu Vjzr. 17.814.000 (+28.000 Feb), was im Februar
42% aller Erwerbsfähigen ausmacht (Vj. 43%).

Eine Trendwende am Arbeitmarkt ohne Investitionen ist also nicht in Sicht.

Was stimmt jetzt ?

T-Online, und Spiegel online berichten über
gesunkene Arbeitslosenzahlen !

Tolle Auflistung

Tolle Auflistung vanPaten!

Ich würde mir als Leser GENAU so etwas, als Tabelle o.ä. von der Tagesschau wünschen. Am besten mit Quellen Angabe und ohne großartige Interpretation.

Stellenangebote

Hat man früher in die Zeitung gesehen haben dort Firmen selbst annonciert, man verhandelte, wenn nicht gar mit dem Chef selbst doch zumindest mit dem Personalchef und bekam im Großen und Ganzen einen sicheren Arbeitsplatz und anständigen Lohn für anständige Arbeit. Heute jedoch sind fast 99% der Stellenangebote von Zeit oder Leiharbeitsfirmen die gerade mal einen Hungerlohn zahlen. So ganz nach dem Motto, es gibt ja ALG II zum Aufstocken. Also bitte wo sind die wirklichen, echten Stellenangebote? Stellenangebote auch für jene die nicht gerade eben von der Uni kommen oder schon älter als 30 sind.

Seit vielen Jahrzehnten . . .

nennt uns die heute BA genannte Institution
Fabelrekorde die man nur schwer nachvollziehen
aber mit allen möglichen Effekten entschuldigen
oder interpretieren kann. Die grösste Behörde des
Bundes verwaltet die Arbeitslosigkeit so, dass man
eigentlich von einem Bundesamt für "friendly Statistics"
sprechen müsste. Denn das ist deren vordringlichste
Aufgabenstellung. Schön, wenn die Wirklichkeit real
so wäre, wie die Statistiken.
.
Wer mit offenen Augen durch unsere Städte geht,
weiss es anders und besser. Mittlerweile ist
diese Statistik in der Tat zum Pegelmelder
unserer jeweiligen Regierung verkommen.
.
Und die muss doch einfach gut sein,
haben wir diese doch gewählt. - Oder ???

re ericherpel

"Wer mit offenen Augen durch unsere Städte geht,
weiss es anders und besser."

Wer die Arbeitslosenstatistik kritisiert sollte dem nicht die verwegene Idee entgegensetzen wollen, der eigene Mikrokosmos würde eine bessere repräsentive Wahrheit offenbaren.

Emil Romeo: Was stimmt jetzt?

Beides stimmt. Saisonbereinigt oder verglichen zum Vorjahr sind es weniger Arbeitslose, verglichen mit dem Vormonat sind es mehr.
Interessant ist auch der Vergleich mit der Basis der Erwerbsfähigen (danke an vanPaten). Wenn es weniger Erwerbsfähige gibt, sind ja prozentual mehr Menschen arbeitslos.
Aber die aktuellen Änderungen sind wohl eher noch homöopathisch. Der Abschwung im Schuldenzyklus, der mit Wirtschaftseinbrüchen verbunden ist, hat noch nicht begonnen.

Da komm ich nicht mit

Die Zahl der Stellenangebote sei weiterhin groß, betonte Weise.Im Februar waren den Arbeitsagenturen 429.000 offene Stellen gemeldet.
Also 3.18 0000 offiziel gemeldete Arbeitslose ,von den manipulierten zahlen mal abgesehen ,balgen such um 4290000 offene Stellen .Was es da zu bejubeln gibt versteh ich nicht mehr.

re karwandler

Der eigene Mikrokosmos gibt einem eine genauso
repräsentative Wahrheit wie eine Statistik die man
selbst beauftragt. Nichts anderes.
.
Verwegen ist es allerdings, die Wahrheit fortgesetzt
zu verkennen, sich seine kleine eigene Welt passend
zurechtzulügen und die Wahrheit fortgesetzt zu ignorieren.
Notfalls eben auch statistisch über "passende" Zahlen.
.
Selbst die offiziellen Zahlen sind eine Kapitulationserklärung
der Politik gegenüber der Wirtschaft. Wer sich politisch ständig
derart einseitig vereinnahmen lässt, hat gegenüber seinen Wählern
irgendwann auch eine gewisse Bringeschuld die man aber seit
Jahrzehnten, Zahlen sei dank, unterschlägt.

re II karwandler

Etwas unbestechlicher geht es auch noch.
.
Niemals seit der Wende haben mehr Teilzeitbeschäftigte
gearbeitet als heute. Die meisten davon nicht freiwillig.
.
Die sind nicht arbeitslos, aber ein guter Teil davon
kann von seiner Beschäftigung allein nicht leben.
.
Möchte das jemand mit belegbaren Fakten anfechten ?
Danke.

re erich erpel

"eine Statistik die man
selbst beauftragt."

Die Arbeitslosenstatistik wird nicht "beauftragt", sie ist nichts anderes als die Zusammenfassung der jeweils vorliegenden Bestandszahlen. Und die Kriterien, was als "arbeitslos" gezählt wird, sind weder geheim noch willkürlich wechselnd. Solange diese Kriterien gleich bleiben geben die Zahlen durchaus Entwicklungstrends wieder, das abzustreiten und in Bausch und Bogen als unwahr zu bezeichnen ist einfach albern.

Was Sie an der Trinkhalle Ihres Vertrauens beobachten ist ebensowenig repräsentativ wie an der Bar des Golfclubs ...

@tagesschau

Ich finde es sehr bedenklich, dass Sie die "offiziellen Arbeitslosenzahlen" so ungeprüft darstellen. Es kostet gerade mal 5 Minuten Zeit, samt Suchmaschine nach Wahl dafür zu betätigen und darin bemerkenswertes zu finden, was hier mit keinem Wort erwähnt wird, z.B. ca. 1 Million Menschen in "Beschäftigungsmaßnahmen" - die gelten dann gleich nicht mehr als arbeitslos. Wenn man alles zusammen nimmt, wäre man wieder bei den 5 Millionen. Wenigstens diese paar Minuten für Recherche und Kritik könnten Sie ja erübrigen oder?

re erich erpel

"Niemals seit der Wende haben mehr Teilzeitbeschäftigte
gearbeitet als heute. Die meisten davon nicht freiwillig.
.
Die sind nicht arbeitslos, aber ein guter Teil davon
kann von seiner Beschäftigung allein nicht leben."

Erstens sind wir da bei einem ganz anderen Thema, und zweitens steht nirgends geschrieben, dass man mit halber Arbeitsleistung den ganzen Lebensunterhalt finanzieren können muss.

Da die Gesamtzahl der Beschäftigungsverhältnisse seit der Wende gestiegen ist muss übrigens auch die Zahl der Teilzeitarbeitsverhätnisse gestiegen sein - ob proportional, über- oder unterproportional und aus welchen Gründen ist dann erstmal genauer zu untersuchen.

Zahlen stimmen so eh nicht !

Denn immer wieder rechnet man Menschen die sich in Maßnahmen befinden raus.Das dürften dann locker 1 Mio mehr sein.

re karwandler

Natürlich sind die Zahlen der BA weder "geheim" noch "willkürlich". Auch will ich Trends nicht verleugnen.
.
Aber sie spiegeln eben auch nicht den realen Arbeitsmarkt wieder. Genauso geben sie keine absoluten Zahlen, wer wirklich Arbeit sucht und warum. Dazu kommen dann noch die sinnfreien Anmerkungen, warum dieses Jahr im Frühjahr die Zahlen schlecht, aber nicht so schlecht wie gedacht sind oder auch besser als gedacht; ob der Schnee im Winter für zusätzliche Arbeitslose gesorgt hat oder das milde Wetter für mehr Arbeit. Zahlen sind absolut, wenn die Basis der Erhebung gleich ist; Statistik ist relativ. Darum geht es letztlich; die meisten differenzieren da aber schon lange nicht mehr.
.
Weder an der Trinkhalle beim Studium der "Bild" noch im Golfclub beim Sichten der Börsennotizen in der "FAZ".

re erich erpel

"Genauso geben sie keine absoluten Zahlen, wer wirklich Arbeit sucht und warum."

Wie denn auch? Ich habe auch mal ALG I bezogen und suchte keine Arbeit, weil ich ganz andere Zukunftspläne hatte. Andere mögen Arbeit suchen und sind nicht statistisch erfasst.

Sie können doch bei keinem die Motivlage erfassen, es wird nur ein Rechtsanspruch erfüllt. Arbeiten wollen ist nicht mal Bedingung, da nicht nachprüfbar.

re karwandler

Aus der Spektive eine Vor- oder Ruheständlers
kann man das auch ganz entspannt betrachten.
.
Trotzdem ist die Arbeit und die Leistung der
BA ein Skandal. Die grösste und teuerste
Behörde Deutschlands verbringt mehr Arbeit mit
der Erstellung regierungsgefälliger Statistiken
als mit der Vermittlungsarbeit.
.
Das ist ein Fakt, der sich nicht wegdiskutieren
lässt. Egal ob man diese Behörde braucht oder nicht.
Wer noch arbeitet, respektive aus Ruhestandsbezügen
reichlich Steuern bezahlt, sollte auch bedenken dass
er die (minder-)leistung dieser Behörde mit reichlich
Abgaben auf seine Einkünfte mitfinanziert. ;-)))

Interessant ist ...

eine neue Studie die besagt das der Umgang mit Langzeitarbeitslosen im Grunde ineffizient/falsch ist.
Das betrifft ca 900.000 Arbeitslose, also gut 1/3tel der Gesamtarbeitslosen.

Würde man also die Strategie ändern könnten man eventuell auch zügig die noch offenen Stellen besetzen.

Quellen: xxx.zeit.de//wirtschaft/2014-02/langzeitarbeitslose-jobcenter-interview

Bzw die Dissertation dazu für die die gerne viel lesen: athene.bibl.unibw-muenchen.de:8081/node?id=90731

@karwandler 17:12

Ich finde doch, dass gerade Sie keine Schelte austeilen sollten, was die Tonlage anderer angeht.
Auch wer wie Sie selbst schon mal ALG1 bezogen hat (das haben andere eben auch), besitzt deshalb noch längst nicht die Deutungshoheit über die Arbeitsmarktstatistiken. Natürlich können Sie nach ihrem Gutdünken den Argumenten der anderen glauben oder eben nicht. Aber alles, was von Ihnen kommt, als Fakten, das der anderen hingegen als Dampfplauderei zu deklarieren, ist, sagen wir mal, nur bedingt angemessen.
Ich kenne den Arbeitsmarkt aus allen Perspektiven: als Arbeitender, als Arbeitssuchender, als Berater. Und ich bestätige die Aussage von @ErichErpel und @Timofee, dass mit den regelmäßigen Statistiken nicht die Wirklichkeit abgebildet wird. Glauben Sie's oder lassen Sie's bleiben.

re erich erpel

"Die grösste und teuerste
Behörde Deutschlands verbringt mehr Arbeit mit
der Erstellung regierungsgefälliger Statistiken
als mit der Vermittlungsarbeit."

Das ist ebenso lächerlich wie polemisch.

Die Statistikabteilung der BA dürfte mikroskopisch sein gegenüber den Mitarbeitern in den Jobcentern. Und regierungsgefällig arbeiten die auch nicht, weil sie die Zahlen und Kriterien, die Arbeitslosigkeit definieren, nicht selbst machen.

"Das ist ein Fakt, der sich nicht wegdiskutieren lässt."

Das ist eine Behauptung, die Sie mal eben aus dem Ärmel schütteln, und im realen Leben würde ich Sie, wäre ich persönlich betroffen, wegen Beleidigung anzeigen.

re frosthorn

"Natürlich können Sie nach ihrem Gutdünken den Argumenten der anderen glauben oder eben nicht."

Wenn Sie sich mal die Mühe machen wollten aufzuzeigen, was daran ein Argument gewesen ist, können wir anschließend gern darüber diskutieren.

"... besitzt deshalb noch längst nicht die Deutungshoheit über die Arbeitsmarktstatistiken."

Wo die Deutungshoheit mit der Behauptung von Manipulation, Unwahrheit, Regierungsgefälligkeit geschmückt daherkommt, da ist Deutungshoheit allerdings fraglich. Das betrifft aber nicht meine Kommentare.

Die Statistik ist die Konsequenz des Versagens

Es geht auch weniger um die Definition von Arbeitslosen nach US-Maßstab oder deren dauernde Änderungen und zeitverzögerten Erfassungsorder, Schätzungen und Hochrechnungen mangels exakter aktueller Daten für Wahlkämpfe und XXL-Minister, sondern u.a. um den Fakt, dass >100.000 BA-Mitarbeiter nicht mal die ständig +/- 400.000 gemeldeten Stellen besetzen können.

Sie verwalten die persönl. "Vermittlungshemmnisse" in einen "ersten Arbeitsmarkt", also die somit eigene Schuld an der Arbeitslosigkeit, die devot machen muss, weil man ja auf fremder Kosten lebt, sich für jede unsinnige Förderung bedanken muss oder mit Kürzung des -plötzlich nicht mehr geltenden - Existenzminimums und Wegfall ärtztlicher Versorgung bedanken muss.
Die eigene Familie ist plötzlich als arbeitslos stigmatisiert (sozialer Ausschluss), da Bedarfsgemeinschaft.
Sie verwalten Ausgrenzung, Krankheitsanstieg, Chancenverlust, Suizide und Altersarmut ohne Konzept. Der Arbeitsmarkt aber gehört Unternehmen, nicht Vermittlern.

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