Kommentare

wo soll was wachsen?

Also die Politik ruft "Wachstum" und es wachset, oder wie soll man sich das setzen von "Rahmenbedingungen" vorstellen? Die Rahmenbedingungen sind derzeit unschlagbar günstig und es wächst genau gar nichts, weil eben die Perspektive für einen Erfolg fehlt. Nur wenige sind so unverschämt, einen Kredit aufzunehmen, von dem sie genau wissen, ihn nicht zurückzahlen zu können (und auch nur wenige bekommen einen solchen überhaupt).
Und wenn man in vollem Eifer die Reformen weitertreibt, die man begonnen hat, wird die Arbeitslosenzahl eher steigen, zusammen mit der Zunahme von Arbeitsarmut.
Aber nett, daß Herr Schäuble inzwischen den Konsumenten erwähnt. Bisher war man der Meinung, auf genau den verzichten zu können. Die Idee, daß Konsum von Lohn abhängt, scheitert dann ja aber doch wieder als Investitionshürde.
Und ein Wachstum von 2 Prozent kann mal gerade so die Inflation ausgleichen, also praktisch Stagnation!

Rahmenbedinungen

"Welche Wachstumszahlen sich ergeben, ist das Ergebnis eines komplizieren wirtschaftlichen Prozesses, für den die Politik den Rahmen setzt. Für die Umsetzung verantwortlich sind aber Unternehmer, Investoren und Konsumenten. Die Ergebnisse kann die Politik nicht garantieren."
Anders formuliert: Das Wachstum wird hauptsächlich von der Wirtschaft generiert, die Politik kann nur Rahmenbedingungen schaffen.
Und welchen Möglichkeiten innerhalb des Rahmen hat die Politik? Gesetze abbauen, die den Arbeitnehmer schützen, den Verbraucherschutz abbauen und am besten alle Steuern senken zu Gunsten der Unternehmer. Mehr kann Politik nicht, aber für 2% Wachstum werden die Parlamente die Rahmenbedingungen ändern, allerdings nicht zu Gunsten des Durchschnittsarbeitnehmers bzw. -konsumenten.

Wachstum ohne Geld für Konsumenten?

Die Wirtschaft kann doch nur wachsen, wenn mehr konsumiert wird. So lange die Giga-Reichen ihr Mega-Wachstum zu 100 % aus dem Wirtschaftswachstum absaugen, kann es keine weiteres Wachstum geben. Ein Milliardär kann nicht mehr Geld ausgeben als er ausgibt, und wenn er nicht mehr 500 Millionen Euro im Jahr Dividende bekommt, sondern 550 Millionen (VW z.B. erhöht die Dividende), gibt er nicht mehr aus. Wenn aber die 50 Millionen, die er mehr bekommt, in zusätzliche Arbeitsplätze investiert wird, wandern die 50 Millionen zurück in den Konsum. Bis jetzt haben die Giga-Reichen 5,7 Billionen oder 5.700 Milliarden Euro bei den Banken liegen. Einzahlungen ab 1 Millionen Euro (die weder konsumiert noch investiert wurden), sollten separat besteuert werden. Auch ungenutzte Vermögen ab 10 Mio Euro sollten einer separaten Vermögenssteuer unterliegen. Und der Staat muss gesetzlich verpflichtet werden, dieses Geld ausschließlich in Arbeitsplätze zu investieren.

und was bedeutet das?

Ein Wachstum der Weltwirtschaft ist praktisch gleichbedeutend mit einem Anstieg des Energieverbrauchs, und damit mit einem Anstieg der CO2-Emissionen. Mit der Umsetzung menschanverachtender Wirtschafts- und Freihandelsabkommen wie TTIP (über die man auf Tagesschau.de ruhig auch mal berichten darf). Mit einer Forcierung von Rohstoffförderung, und damit ein Anstieg der Ausbeutung der dritten Welt, schnellere Rodung der Regenwälder, etc. Aber gleichzeitig mit der Herstellung von mehr zweifelhaten Produkten die keiner Braucht, wie Elektrogeräten die nach 13 Monaten kapputt gehen, Kapselkaffeeautomaten, vierfach-HD-3D-Glotzen (weil die alten Glotzen ja schon 2 Jahre alt sind) u.s.w.

Dem gegenüber stehen die Nutznießer eines weltweiten Wirtschaftswachstums: Die Börsen und ein paar Konzerne, sowie die Superreichen.

Das war's.

@jokeSchuette

Also das ist doch ganz einfach mit dem Wachstum. Hier mein Rezept: Man nehme eine weichgeklopfte Ukraine, stark entdemokratisiert, und weiche sie etwas in frisch gedruckte Euro und $ Kredite ein(nicht zu lange). Dann laesst man sie etwas ziehen unter leichtem Erhoehen der Preise. Sodann ueberschwemme man diese mit uberfluessigen Waren aus der ganzen(nur westlichen) Welt und rede sie dazu schoen weich(nun vorsichtig die Kredite versuchen zu entfernen). Und fertig ist das Wachstum. Das die Ukraine dabei schrumpft und holzig wird, laesst sich leider nicht vermeiden. Ist das Wachstum dann vorbei , werfe man sie einfach weg. Ist doch echt nicht schwierig;-)))

@Roman Schuster

Hier spricht ein Realist. Schliesse mich an.

Ja was sonst?

"Dafür müssten viele Länder den Arbeitsmarkt reformieren, Handelshürden abbauen und bessere Investitionsbedingungen schaffen."
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Natürlich geht das nur so, was wir ja in Europa bewiesen haben. Erstmal alles flexibilisieren und privatisieren um "Investitionsanreize" zu schaffen. Hat irgendwie nur nicht geklappt oder? Lediglich die Finanzmärkte eilen von Rekord zu Rekord. Aber wen schert schon die Realität?
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Was hier berichtet wird ist ein Treff von überwiegend alten Männern die in einer Ideologie gefangen sind. Und sie fordern Milliarden Menschen auf gefälligst auch in dieser Welt zu leben, weil nur dann den Himmel auf Erden haben werden. Wieso nennen wir das also nicht G-20 Finanzkonklave?

Das Zentralkomittee beschließt den 5-Jahres-Plan

So, so, in einer Marktwirtschaft kann man die Konjunktur also planen. Ich erinnere mich noch gut an die EU-Wachstumsziele von 2000 oder 2002, die nur in den später zum Krisenherd gewordenen Ländern und sehr vorübergehend eingetroffen sind. Vom Allheilmittel Deregulierung war damals auch schon viel die Rede. Glauben die Politiker eigentlich diesen Sprechblasen ihrer Berater noch? Schäuble beginnt offenbar allmählich zu zweifeln, traut sich aber nicht recht.

Wozu Wachstum?

Warum braucht die Weltwirtschaft Wachstum? Wir haben jetzt schon von allem zu viel. Und trotzdem "brauchen" wir immer mehr. Warum?

Die Wirtschaft soll, bzw. sollte, das produzieren, was die Menschen benötigen. Wenn die Menschen alles haben, muss man nicht noch mehr und noch mehr produzieren, sondern nur das Vorhandene besser verteilen.
Wenn alles produziert ist, und es immer weniger Arbeit gibt, dann ist das ETWAS GUTES!
Aber der Innovations-Horizont der Politik beschränkt sich auf eine einzige Maßnahme: Wachstum. Das löst dann angeblich alle Probleme.
Seit 20 Jahren hat sich aber die Lebensqualität der Menschen in den Industriestaaten nicht verbessert (eher verschlechtert) Trotz 30% Wirtschaftswachstum im selben Zeitraum. Warum also Wachstum? Es nützt niemandem.

ich frage mich

wo sollen denn die mehr als zwei Billionen US-Dollar herkommen ?

Ich glaube das erst wenn auch die Arbeiter/innen ( auch in Indien, Bangladesch, etc ) mehr als das für die Existenz zwingend notwendige verdienen können und ebenfalls Konsumieren können wird das Ziel der G20 evtl. erreicht werden können.

Ich persönlich glaube aber eher daran das die weltweiten Konzerne/Unternehmen in Zukunft NOCH Intensiver an den Löhnen/sparen werden damit die Rendite der Investoren höher ausfällt. ( Warum soll sich ein Multimilliardär mit 50 Milliarden zufrieden geben wenn er die Möglichkeit hat in wenigen Jahren auch 100 Mrd. und mehr besitzen zu könnte. )

Wachstum

Das was hier wächst ist das Elend und die Armut % zu den Konten der 85 Reichsten dieses Planeten.

Die Loge des Neoliberalismus

Die Loge des Neoliberalismus (G20) beschliesst das einfach mal so.

Die Verhältnisse der weltweiten Existenzbedingungen intressieren den Superreichen nicht (Politiker=Superreiche mit ihrem Einkommen) . Deshalb , weil sie ja nicht zu den Arbeitenden gehören, macht es ihnen nichts, dass REFORM der Arbeitsmärkte zwangsläufig mehr Niedriglohn usw. bedeutet. Oder Abschaffung von Kündigungsschutz, alles, was für die Menschen wichtig ist, aber für das Wachstum hinderlich.

@ Nana

Sie haben Recht. So ist es.
Geht es uns denn noch nicht gut genug, dass wir immer noch mehr Wachstum brauchen? Na ja, Gier kennt halt keine Obergrenze.
Die Märkte sind sowieso schon übersättigt bis zum geht nicht mehr. Wer soll denn die ganzen Waren kaufen?
Von den ganzen Müllhaufen ganz zu schweigen.
Solange sich mit Spekulation mehr Geld verdienen lässt als mit ehrlicher Arbeit, bleiben die Investitionen sowieso aus.
Wenn sich ehrliche Arbeit wieder lohnt, entstehen auch wieder mehr Arbeitsplätze.
Eine große Umverteilung von oben nach unten lässt sich trotzdem nicht vermeiden.

@jokeschuette

Mit ihrem Hinweis auf die wachstumsfeindliche Einkommensverteilung sprechen Sie eine Wahrheit aus, die im Rahmen des in den Wirtschaftswissenschaften üblichen Grades von Gewissheit überdurchschnittlich gut belegt und plausibel ist. Man muss sich fragen, warum nicht danach gehandelt wird und man diese Fehlentwicklung seit den Reaganomics nicht endlich rückgängig macht.

Wobei ich ja der Meinung bin, dass hochentwickelte Länder sehr viel Wachstum (jedenfalls im Güterbereich) nicht mehr benötigen und haben sollten. Bei der Ressourcenknappheit sind erst mal andere Länder dran, gegen Arbeitslosigkeit bei hohem BIP und bei gesamtgesellschaftlich ausreichender Güterversorgung hilft Arbeitszeitverkürzung und mehr sinnvolle soziale Dienstleistungen wie Demenzbetreuung, Sterbebegleitung.
Aber gerade aus der Perspektive der orthodoxen WiWi und des derzeitigen Geldsystems brauch man ja Wachstum, und da wäre Umverteilung von oben nach Mitte-Unten ein wahrscheinlich hochwirksames Mittel.

Ein grosser Irrtum...

...unserer Zeit ist anscheinend immer noch, dass Wachstum ein "wirtschaftliches Allerheilmittel" darstellt. Hält man daran weiter fest, braucht man sich aber nicht zu wundern, wenn es dann doch "nicht funktioniert hat".

Keiner hat's gemerkt ...

... unter der Platitüde von '2 Billionen Wachstum' versteckt sich ... 2 Billionen Neuverschuldung. Keiner hat's bemerkt.
Nunja ... die ersten paar Milliarden werden wohl in Kürze schon bei der Ukraine verbucht werden. Dann fehlen nur noch 1,995 Billionen ... und die kriegen die USA und der IWF sicher auch noch zusammen.

14:36 von Xabbu

"...Keiner hat's gemerkt ... unter der Platitüde von '2 Billionen Wachstum' versteckt sich ... 2 Billionen Neuverschuldung. Keiner hat's bemerkt."...
Ich denke, die Plattitüde ist noch platter: Es ist nämlich nur Gerede von 2 Billionen Wachstum. Heiße Luft! Nichts! Nada! Denn 400 Millionen pro Jahr an Neuschulden sind auch für die USA nicht zu tragen, weil sie ja ohnehin schon jede Menge Schulden machen! Und wir selbst? Die BRD? Hat eine Schuldenbremse eingebaut!
Nein - das Ganze ist eine absolute Luftnummer, Verdummung für Menschen, die es glauben. Man muss ja nur Schäubles Unterton hören - selbst der glaubt an nichts davon!

Wenn unsere Regierung intelligent handeln

würde, dann nähme sie jetzt Kredite auf, um

- Schulen und Universitäten zu rennovieren und mit modernster Technik auszurüsten

- Brücken, Strassen und das Schienenwegnetz zu sanieren

- Wohnraum in Hochpreislagen zu schaffen und sozial ausgewogen zu vermieten

- Beteiligungen an Unternehmen der Grundversorgung zu erwerben

- Forschung zu fördern

- die Energiewende zu forcieren

Dadurch würden Werte, die in staatlichen Händen lägen, erworben und geschaffen, die selbst bei einem weltweiten Crash nicht so einfach zu vernichten sind. Außer durch einen Krieg natürlich.

Mir schweben da mal so mindestens 500 Mrd. Investitionen vor. Also 0,5 Billionen Wirtschaftswachstum allein durch Deutschland.

Wir können von den Pflanzen lernen!

Eine Pflanze wächst nach oben, unten tut sich dagegen verhältnismäßig wenig. Und so ist es in der Gesellschaft auch. Wer sein Kapital durch Spekulation verdoppelt hat, erwartet das natürlich weiterhin (exponentielles Wachstum), während bei den arbeitenden Menschen Lohnsteigerung und Inflation sich gegenseitig aufheben. Nicht umsonst hat die Politik das Wort NULLWACHSTUM erfunden. So können sie den kleinen Leuten suggerieren, dass sie am Wachstum teilhaben. Insofern sind die 0,27% RentenSTEIGERUNG noch toller, als Nullwachstum.
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Im SCHNITT (rechnerisch) ergibt nun viel mehr für wenige und nix für viele ein ordentliches Plus. Wenn einer ein Glas Beluga-Kaviar kauft und ich eine Tüte Kartoffeln, dann haben wir im Schnitt BEIDE 451 Euro ausgegeben. So wird das gemacht, vastehste?
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10%-Diäten+ geht, 3,5%+ öffenentlicher Dienst geht nicht, da zu teuer!

Wachstum wurde "befohlen" ?

"Voraussetzung ... seien aber Reformen in vielen Staaten, etwa am Arbeitsmarkt, beim Abbau von Handelshürden oder bei den Investitionsbedingungen"
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Man sollte nicht vergessen, daß "Reformen" auf dem Arbeitsmarkt vor allem deshalb nötig sind, weil gerade "Handelshürden" abgebaut wurden.
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Pharmazeutische Grundstoffe etwa müssen in D. aufwändig unter hohen Sicherheits- und Umweltstandards hergestellt werden, von den Löhnen ganz zu schweigen, während sie in anderen Ländern in irgendwelchen Hinterhöfen aus alten Schweinefüssen zusammengekocht werden (mit entsprechenden Risiken).
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Ich hätte auch nichts gegen ein paar "Handelshürden", wenn in Kambodscha die Tarifverhandlungen der Textilbranche durchs Militär "beendet" werden.
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Nach langen Jahren der Globalisierung hat sich in vielen Ländern entgegen aller "Vorhersagen" kaum etwas prinzipiell verbessert.
Es wird Zeit, diesen Weg zu überdenken, denn bisher macht die Wirtschaft tendenziell die Menschen nur in einer Weise gleich: gleich arm.

@HamburgerHumanist: Das Wachstum der Anderen

"Warum braucht die Weltwirtschaft Wachstum? Wir haben jetzt schon von allem zu viel. Und trotzdem "brauchen" wir immer mehr. Warum?"
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Vieles erklärt sich wohl aus dem vorherrschenden Finanzsystem und dem Kreditwesen, das ohne wirtschaftliches Wachstum zusammenbrechen würde.
Letztlich malocht der Arbeiter zu einem immer größer werdenen Teil auch für die Renditeträume in den Finanzpalästen.
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Die Wirtschaft hat ebenfalls schon reagiert durch Begrenzung der Lebensdauer von Produkten, quasi ein perpetuum mobile des Wachstums.
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Nicht mehr lange, und die Benutzung eines zB 20 Jahre alten Gebrauchsgegenstandes wird zum Wirtschaftsverbrechen deklariert :)
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Die Politik "hilft", wo sie kann, um eine Neuanschaffung zu erzwingen: Verbot von Glühlampen, Staubsauger > 1000W sind in der Diskussion, oder durch allerlei künstliches Binnenwachstum durch neue Verordnungen (Feuermelderpflicht, Umweltplakette)
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Wir sind längst schon zum "Wachstum" gezwungen, denn die Investoren wollen ihre Rendite.

@DeHahn: nicht eher eine Angstblüte ?

"Eine Pflanze wächst nach oben, unten tut sich dagegen verhältnismäßig wenig"
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Ich vermute zwar, ich habe Ihre Botschaft verstanden, doch scheint mir Ihr Beispiel nicht ganz treffend.
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Denn ist es nicht so, daß auch die maximale Wuchshöhe von Pflanzen begrenzt ist, letztlich durch die Gesetze der Physik und der Chemie?
Je nach Standort (hier vor allem auf den Lichteinfall bezogen) stellen wir gelegentlich untypisches Wachstum fest, zB nach Errichtung eines lichtundurchlässigen Zauns, der die Pflanze zwingt noch höher zu wachsen, um weiter Photosythese betreiben zu können (Analogien zur Deregulierung des Finanzmarkts sind hier denkbar).
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Die Wachstumziele der G20 erinnern mich deshalb eher an eine Form der "Angstblüte", die im Regelfall auf widrige Gesamtumstände und womöglich auf ein baldiges Absterben der Pflanze hindeutet.
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Denn in der Natur finden wir kein unendliches Wachstum, jede übermäßige "Gier" stößt auf Gegenwehr.
Auch die wäre dann wieder "natürlich".

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