Ihre Meinung zu: EU-Minister wollen Transaktionssteuer neuen Schub verleihen

18. Februar 2014 - 8:32 Uhr

Mit viel Getöse war die Finanztransaktionssteuer von Kommissionschef Barroso angekündigt worden - mittlerweile beraten nur noch elf EU-Staaten über deren Einführung. Ob und in welcher Form die Steuer kommt, ist immer noch offen.

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Kommentare

Kein Verbot durchsetzbar, dann wenigstens 2x daran verdienen?

Jede Börse u. Bank erhebt für ihre Aktionäre Transaktionsgebühren, für jede Kontobewegung und Dienstleistung bis zum Geldautomaten (abzüglich ein paar freie) .
Die Kunden zahlen also schon.
Nun will man für Derivate den geregelten Handel statt außerbörslichen, aber die Börsen stehen ungerecht nicht in jedem kassierenden Land, die Broker arbeiten für -zig anonyme Auftraggeber und beim Speedhandel der EDV gibt es Unmengen an Transaktionen in kürzester Zeit ganz ohne direkten Auftraggeber. Allein in FFM sind es Milliarden Transaktionen mit Derivaten von ein paar Hundert Banken, im Schnitt je 30.000-50.000 €.
Zudem gehört zu jedem Kauf ein Verkauf, was dasselbe Geschäft zweimal belastet.

Sollte die Steuer zu einer festen Planungsgröße werden, besteht kein Interesse mehr an einschränkenden Regulierungen für "Massenvernichtensmittel" (W. Buffet), man (klammer Staat) kriegt gar nicht genug davon.

Ein angebrachtes globales Verbot d. Derivatehandel, setzt aber >650.000 Mrd. $ Schulden frei.

Schweden

Bevor wieder alle die Bankenlobby dafür verantwortlich machen sollte man nach Schweden schauen. Die Schweden hatten bereits eine Finanztransaktionssteuer und damit sind sie böße auf die Nase gefallen und haben sie wieder gleich abgeschafft. Das wollen sie eben kein zweites mal. Man sollte deshalb die Kritiker nicht gleich mit Bankenlobby oder Zocker gleich setzten.

Schäuble hat vollkommen Recht.

Ich bin dafür, dass die FTS eingeführt wird. Sollte sie sich nicht bewähren und die Nachteile größer sein als die Vorteile, kann man sie ja wieder abschaffen. Vielleicht hatten die Schweden diese Steuer ja nicht genau so in der Ausführung, wie sie jetzt eingeführt werden soll.
Die Zocker müssen zur Kasse gebeten werden, egal mit welcher Steuer.

Transaktionen und Verkehr

Dass die Börsen oder die Schweden solche restriktiven Maßnahmen fürchten, liegt am mobilen Kapital dem ach so scheuen Reh, dass ausweicht, andere Orte sucht und nicht durch Peitsche, sondern nur mit Zucker gelenkt werden kann.
Dass das aber die Welt nicht nur in Abhängigkeiten und Handlungsunfähigkeit treibt, sondern auch zu Instabilitäten führt, hat die Vergangenheit gezeigt.
Erste Gegenbewegungen gibt es schon: In Italien wurde beschlossen, dass aus dem Ausland kommendes Geld pauschal mit 20 Prozent besteuert wird. Der Bürger muss es sich mit der Steuererklärung zurück holen. Das sind erste Schritte von Kapitalverkehrskontrollen, der einzige Weg, das scheue Reh am ständigen Reisen zu hindern.
Wer das nicht will, muss Krisen in Kauf nehmen.

Recht auf Risiko ...

...das haben die Briten allemal. Warum auch nicht, Sie haben ihr Land deindustrialisiert, das Handwerk zerstört, den Mittelstand kaputt gemacht.

Die einzige Chance in GB wirklich Geld zu verdienen, liegt in den Finanz(trans)amtionen der Bekloppten und Zocker.

Die Briten müssen selbst wissen, ob sie ihre Finanzwelt (mehr haben sie ja faktisch nicht mehr) riskieren oder nicht.

Allerdings muß uns das in Zukunft ziemlich gleichgültig sein.

Wenn die intelligenteren Festlandeuropäer bei diesem Irrsinn nicht mehr mitmachen, kann ihnen nichts passieren. Und wer braucht schon die Briten ... [Amis ausgenommen, wegen der Beweise ...]

Grüß Gott
und Glückauf
Friederich Prinz

Zahlen tut immer der Verbraucher

Da es so schwer in das Leutehirn passt noch einmal: Zahlen tut immer der Verbraucher. Kommt die TrSt wird sie von den Banken/Brokern an die Kunden weitergegeben, u.a. an die einfachen Leute, die ihre Standard-Aktien kaufen wollen, um statt Zinsen Dividende zu bekommen, an die Häuslebauer etc. Steigt die Mineralölsteuer wird der Zusatzbetrag an den Gemüsekäufer weitergegeben etc. pp. So viel zu den bestenfalls naiven Ansichten vom Typus "die Zocker bestrafen" und so nem Schmarr´n.

Aktion bitte!

Selbstverständlich gehört die Transaktionssteuer eingeführt, aber kräftig höher als von der Halbherzigen Politik gefordert. Klotzen, nicht kleckern.

Ineffizient und teuer für uns alle

Eine FTA würden wir alle zahlen -- weil die Kosten natürlich an die Kunden weitergereicht werden. Dann kostet die Häuslefinanzierung mehr und Geldanlagen und Rentenversicherungen werfen weniger ab.

Und selbst die Hoffnung, das Finanzsystem zu stabilisieren, bleibt äußerst fraglich, weil die FTA dem Markt Liquidität entzieht, was Wertpapierpreise weniger transparent macht und die Gefahr von noch größeren Marktausschlägen birgt.

Seid Ihr sicher, dass Ihr das wollt?

Ja, bin sicher

Die Erhöhungen für den berühmten Häuslebauer, so sie denn überhaupt kommen, schrecken mich gar nicht. Die Zinsen sind derweil so niedrig, dass sie auch mit ein wenig Erhöhung ganz leicht zu tragen wären.
Auch den Einmalkauf und das anschließende Halten von Wertpapieren wird es nicht so stark belasten, da dafür ja nur wenige Transaktionen vonnöten sind.
Richtig treffen wird es aber die Abzocker und Spekulanten mit dem beständigen Hin- und Herschieben, die bisher nichts oder fast nichts von ihren Gewinnen an die Allgemeinheit abführen.
Und weitere Regelungen sind ja nicht ausgeschlossen, z.B. Erleichterungen für die Altervorsorge.
Klar, wenn nur ein Staat solche Regelungen einführt (s. Schweden) wird es problematisch, doch je mehr mitmachen, um so besser.
Das die Steuergewinne nicht so hoch werden, wie uns Schäuble gerne vorgaukeln will, ist mir unwichtig. Die Dämpfung eines zu hektischen Marktes und Schließung eines Steuerschlupfloches aus Gerechtigkeitsgründen ist mir dagegen wichtig.

@Marga: "zahlen tut immer der Verbraucher"

Haben wir doch schon, tun wir immer noch und werden wir weiter, Milliarden, und haften dabei für Billionen!

Es geht nicht um "bestrafen" sondern um "regeln". Um einen Finanzmarkt in dem Investitionen tatsächlich dahin fließen, wo sie am besten verwendet werden - das sollte laut Theorie eigentlich doch wohl der Sinn der Börse sein.

Die "kleinen Leute mit ihren Standard-Aktien" machen erstens nur einen winzigen Bruchteil des Handelsvolumens aus, und sie kaufen und verkaufen auch nicht bei jeder 0.1%-Schwankung. Eine Steuer in dieser Höhe wird sie also kaum treffen.

War zu erwarten

Der damalige Aktivismus passierte nur, um die Bevölkerung zu beruhigen. Besonders entäuschend ist jedoch Holland, der übigens kein Sozialist ist, wie hier immer gebetsmühlenartig geschrieben wird, bloß weil er mal links unserer neoliberalen sPD gestartet ist.

Wie auch immer, es wird fröhlich weiter gezockt werden. Auf unsere Kosten. Für die Intelligenz der Bevölkerung spricht das wirklich nicht.

Dumm gelaufen

Im Beitrag heißt es:
"Und weil in Steuerangelegenheiten schon ein Nein reicht, musste das Projekt einer EU-weiten Börsensteuer begraben werden."

Tja, und wenn also nur ein Staat aufgrund seines alle anderen Staaten benachteiligenden "Geschäftsmodells" (Bsp.: "Londoner City") "Nein" sagt oder es den Brüsseler Lobbyisten gelingt, auch nur die "Vertreter" eines Staates zu einem "Nein" zu "bewegen", dann kann der Rest der EU halt nichts machen ...

Oder wie es z.B. Gysi allgemeinverständlicher formuliert (1): "Wir wenden Millionen für die Bankenrettung auf, aber der Bürger bekommt kaum etwas. Das geht nicht."

Ob das jetzige Europa DAS Europa ist, welches die Bürger wirklich gewollt haben? Ich glaube eher, da ist einiges ziemlich falsch gelaufen.

Und daher sollten solche Fehlentwicklungen dringend korrigiert werden - falls und so lange das noch möglich ist ...

(1) www.zeit.de/politik/deutschland/2014-02/linke-europa-einschaetzung

Wir schreiben das Jahr 2096

Alternative 1):
Eine unendliche Geschichte

Mit viel Getöse war die Finanztransaktionssteuer von Kommissionschef Mustafa Mungabe (United Kongo) angekündigt worden - mittlerweile beraten nur noch 66 EU-Staaten über deren Einführung. Ob und in welcher Form die Steuer kommt, ist immer noch offen.

Alternative 2): - censored-

@ Hugomauser

Sehe ich nicht so. Man muss das natürlich so regeln, dass die Altersvorsorge und die Kleinanleger vor dieser Steuer geschützt bleiben. Es geht doch hauptsächlich darum, die großen Fische und Heuschrecken an den Kosten zu beteiligen. Die Vorteile werden die Nachteile aufwiegen. Und natürlich darf gerade der Derivatehandel nicht ausgenommen werden.
@ Marga
Also muss man den Bankstern Narrenfreiheit lassen. Sie können tun und lassen was sie wollen, denn bei einer Regulierung zahlt wieder der kleine Mann.
Falls Sie es noch nicht wissen sollten, der kleine Mann zahlt auch jetzt schon durch die Niedrigzinsen und Entwertung seiner Ersparnisse.

@Hugomauser: "Finanzwirtschaft in FFM austrocknet ... leider"

Es werden aber nie alle an einem Strick ziehen. Leider. Solange am Ende sowieso der "Verbraucher" (welche Drivate verbrauche ich eigentlich?) für die Risiken haftet - "alternativlos" natürlich! - sehe ich nur einen begrenzten Schaden.

Irgendwann werden auch die Briten das so sehen. Bei Zigtausend entlassenen Bankern allein in London sollte die Erkenntnis eigentlich dämmern. Den Millionen, die wegen wackelnder Börsen kurz- oder gar nicht mehr arbeiten, hat sie schon lange gedämmert.

Die T.Steuer ohne Derviate- und Devisenmärkte: Schlicht Betrug

Wo finden die Zockereien denn statt? Bei den Derivaten, bei den Devisen und im Hochfrequenzhandel. All das wird ausgenommen.
Der Kleinanleger an der Börse soll aber schön blechen.
Ein Wahnwitz!
Und eine Frechheit es als Bankensteuer zu verkaufen!

Bankenlobby Was den Profit

Bankenlobby
Was den Profit stört, wird beseitigt oder verschleppt.

ATTAC - schon vergessen?

Eine Organisation, deren Namen die Abkürzung des französischen "Bürger für eine Finanztransaktions-Steuer" ist, scheint schon vergessen.
Deren Ziel ist es, auf internationale finanzielle Transaktionen, die keine Zahlung für Güter oder Leistungen darstellt, eine Steuer zu erheben. Dies würde mehr als 80 % aller Transferzahlungen betreffen.
Wenn ein Land, wie beispielsweise Schweden, so etwas im Alleingang versucht, dann weichen die "Heuschrecken" natürlich aus.
Deshalb ist gemeinsames Handeln einer Gruppe von Ländern erforderlich und der Transfer aus diesen Ländern heraus sollte bereits mit Steuern belegt werden.

der Fluch der bösen Tat

Leute, was habt ihr erwartet, von einer EU in der unser amtierender Finanzminister als hardcore-Regulierer gilt.

Die Entwicklungslogik der EU ist folgende: seit der Zollunion hat kein wichtiger Integrationsschritt (Schengen, Binnenmarkt, WWU, GASP) direkt durch einheitlichen Beschluß aller Mitgliedstaten stattgefunden, ohne dass es vorher eine Teillösung oder eine Probephase gegeben hätte. Für die FTS heißt dies: warten wir auf die Briten, warten wir ewig. Und wenn der Derivatehandel in die City abwandert - auch gut. Dann können die britischen Steuerzahler die nächste Finanzkrise bezahlen.

Für Deutschland gilt: wer ernsthaft eine Regulierung des Finanzsektors und eine Beteiligung der Verursacher an den Kosten der Krise will, darf beim nächsten Mal nicht SPD wählen. Denn dass eine Große Koalition unter Merkel (oder Gabriel für die Träumer) ernsthaft die Profite - und damit die Macht - der Banken und Vermögensbesitzer beschränken will kann nur jemand glauben, der seit 2008 im Koma lag

Delay

Was den Hochfrequenzhandel angeht könnte man den sofort ausheblen, wenn zwischen jeder Transaktion ein Delay von sagen wir mal 10 sec zwangsmäßig eingeführt werden würde.

Zockerei hätte danneinsofortiges Ende

Kleinanleger kaufen Fonds...

... und diese Fonds schichten ihre Anlagen mehrmals pro Jahr um. Wenn dann jedes Mal eine FTS anfällt, verringert sich entsprechend der Ertrag für die Kleinanleger. Das gleiche gilt für praktisch jede Art von Geldanlage: Rentenversicherung, Lebensversicherung usw.

Derivate sind zunächst mal Versicherungen gegen unerwünschte Kursbewegungen. Sie sichern im internationalen Handel das Wechselkursrisiko ab, bei Fluglinien Steigerungen des Kerosinpreises, für Landwirte Schwankungen der Lebensmittelpreise etc. Damit absorbieren sie Risiken und stabilisieren die Volkswirtschaft. Sie sind also nichts grundsätzlich böses.

Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es wäre, an den Schulen zumindest die Grundlagen unseres Wirtschaftssystems zu vermitteln. Wähler, die diese Zusammenhänge nicht verstehen, wählen regelmäßig gegen ihre eigenen Interessen. Das kann eigentlich niemand wollen.

@ Theodor Tugendreich

Aber zum Retten der Zocker ist der Staat dann schon gut genug oder?
Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren muss ein Ende haben.
Dass Firmen bei Missmanagement vom Staat gerettet werden halte ich auch für falsch.
Den größten Fehler hat der Staat gemacht, als mit Reagan und Thatcher die Heuschrecken losgelassen wurden. Dieser Fehler muss unbedingt behoben werden.

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