Kommentare

Wie immer fehlt der

Wie immer fehlt der Preis.
Immer kommen so Meldungen die als gute Nachrichten verpackt sind, aber den Preis (zB für diese Sparpolitik) hört man an anderer Stelle, wo man dann keinen Zusammenhang mehr hat.
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Sparpolitik und weniger Schulden? Das kam nur über Maßnahmen zustande, wo man bei der Infrastruktur gespart hat, bei Bildung, bei Löhnen, bei all dem, was uns nächstens in Europa auf den Tisch gelegt wird, wo man dann wieder gegensteuern muss.
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Aber wir Bürger bleiben dumm, weil die Zusammenhänge mit den Meldungen selten geliefert bekommen.

Na also. Geht doch. Und wem verdankt das Europa? Genau.

Kanzlerin Merkel hat mit unheimlicher Überzeugungskraft den Fiskalpakt durchgesetzt und damit die Eurorettungsschirme zum Laufen gebracht, und langsam, ganz langsam, stellen sich erste Erfolge ein. Das Problem bei so einem Rettungsprojekt besteht für eine/n Regierungschef/in ja darin, dass solche Rettungsmaßnahmen, wie sie jetzt in Europa laufen, viel Zeit brauchen - länger als eine, manchmal zwei Legislaturperioden. Und da sich das Sparen dabei nicht umgehen lässt, mit allen politischen Zerwürfnissen, die dadurch entstehen, überleben Regierungen meist nicht die gesamte Rettungsphase. Viele schließen daraus, der Weg sei grundsätzlich falsch, aber diese Haltung wird sich ändern, wenn sich in 3 oder 4 Jahren Europa zu bisher unbekannten Höhen wieder erholt hat. Und die Kanzlerin Merkel wird eine/r der wenigen Politiker/innen sein, die so eine Wiederbelebungsphase nicht nur überlebt, sondern an vorderster Front gestaltet hat, allerdings eher als Europas Mentor, denn als Staatschef.

Und vergebe unseren Schuldigern...

Die Schulden werden dadurch gedrückt, das man den ärmsten das letzte Hemd wegnimmt, und den Bankern und Schwarzgeldbesitzern schenkt, die sich dann die Lackschuhe damit abputzen.

Wo ist Kroatien?

Gehört laut ARD Kroatien nicht zur EU?
Wo ist Kroatien in der liste?

Beim Spielgeldbezahlspiel wird der Goldesel immer überstimmt wer

Es war Wahnsinn mit einer überwältigenden Mehrzahl von Weichwährungsländern eine Gemeinschaftswährung zu begründen, denn Länder wie Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich oder Portugal waren es seit Jahrzehnten gewönnt ihren Staatshaushalt durch Gelddrucken zu bestreiten; nicht grundlos lag der Kurs zwischen deutscher Mark und italienischer Lire 1 zu 1000, obwohl Italiens Wirtschaftskraft keinesfalls tausendmal niedriger ist wie diejenige Deutschlands.
Außer Österreich, Finnland oder die Niederlande legt nur Deutschland wert auf eine stabile Währung, weshalb es nun immerzu bei der Spielgeldeurozentralbank EZB überstimmt werden wird und folglich mit seiner Wirtschaftskraft für die Schuldenwirtschaft des Auslandes geradestehen muß; wodurch Deutschland um seine Ersparbisse gebracht werden wird und sich von den Weichwährungsdelinquenten auch noch beschimpfen lassen muß, wenn es für deren Schulden nicht unbegrenzt haften möchte. Der Eurounfug muß daher sofort ein Ende haben!

@rotkäppchen

Warum der Fiskalpakt die "Rettungsschirme zum Laufen" gebracht hat, verstehe ich nicht. Soweit betroffene Länder hoffen dürfen, bald wieder am Markt zu leihen, liegt das an Draghis Versprechen, unbeschränkt Staatsanleihen zu kaufen wenn nötig. Also Euro-Bonds durch die Hintertür.

Übrigens sinkt das Defizit nach einer Krise/Rezession für gewöhnlich auch dann wieder, wenn man gar nichts macht. Ist immer so gewesen, war diesmal auch in Deutschland so, wo während der Finanzkrise kein Cent gespart, sondern kräftig Geld rausgehauen wurde und das Defizit auch fixer wieder runterging als in anderen Staaten, wo gespart wurde, damit Merkel ihre Widerwahl und die Bänker Ihre Kröten bekommen.

Heute in Portugal: Großdemos, weil Renten weiter gekürzt und zugleich die Unternehmenssteuern gesenkt werden, auf Troika-Befehl. Es gibt ja noch nicht genügend Steueroasen in Europa. Und warum sollte von einer Großdemo in Portugal berichtet werden.

Abgrundtiefe Höhen

Es gab mal ein Defizitkriterium von 3%, für dessen Überschreiten D gerügt wurde. Heute wird es als Fortschritt und großartigen Erfolg gefeiert, wenn der Durchschnitt unter 4% fällt.

Ich fürchte, ich habe in der Schule zu viel Mathe gelernt, als dass ich das verstehen könnte. Dafür kenne ich ein Wort dafür: Euphemismus.

Falsche Überschrift

Richtig wäre: "Euroländer machen weiterhin viel zu viele Schulden"

Es kann doch wohl nicht sein, daß alle Welt meint, ständig mehr ausgeben zu müssen als reinkommt. Wenn das Geld nicht da ist, dann darf es auch nicht ausgegeben werden.

Der Lebensstandard, an den wir uns alle gewöhnt haben, ist viel zu hoch und übersteigt unsere Wirtschaftsleistung.

Wenn der Lebensstandard sinkt, dann braucht man auch weniger Geld.

So einfach könnte es sein.

So am Rande hätte man gern gewusst

wie viel des kaum je dagewesenen guten Wertes für Deutschland wir der Tatsache verdanken, dass wir derzeit ausnahmsweise praktisch keine Zinsen auf Neuschulden/umgeschuldete Altschulden zahlen. Falls die ARD Fachredakteure zum Thema Wirtschaft beschäftigt, wäre das doch eine schöne Aufgabe.

@Thomas Wohlzufrieden

Wann genau könnten wir denn bei Ihnen das letzte Hemd abholen?
Die Banken haben übrigens keine Lackschuhe sondern Siebenmeilenstiefeln, um ihren Verlusten schnell zu entrinnen. Den Zurückgebliebenen hilft kein Jammern oder Klagen. Sie müssen die Spekulationsnomaden fleissig jagen. Schwarzgeldbesitzer haben meist nur ein Feigenblatt zwischen sich und dem Tarnanzug.

um 17:25 von Gandhismus

Sehr guter Kommentar! Ja, in Merkels Welt bekommen Bankrotteure Rettung-schirme und fette Sahnetorte, und die Bürger, wenn überhaupt, das Papierschirmchen von eben dieser...

@ rotkäppchen

Die "Überzeugungskraft" von Merkel war wohl eher ein Diktat zum Schutz der Gewinne der einheimischen Banken. Sparen um des Sparen Willen ist in einer Rezession kontraproduktiv. Selber in der Krise ein Konjunkturprogramm für die Autoindustrie auflegen, anderen Länder einen strikten Sparkurs aufzwingen ist moralisch unredlich und ökonomisch falsch. Das schlimmste sind aber die sozialen Folgen für die normale Bevölkerung, denn nur hier wird gekürzt. Nebenbei wird auch noch die Demokratie leiden. Ich sage nur marktkonforme Demokratie unserer Kanzlerin. Das Volk ist schon lange nicht mehr der Souverän. Merkel wird in die Geschichtsbücher eingehen als Totengräber der europäischen Einheit. Es war einmal...

Geldemengenwachstum ...

Mit anderen Worten, man versucht zwanghaft das galoppierende Geldmengenwachstum einzugrenzen. Ob das der Realwirtschaft ermöglicht mit dem Geldmengenzuwachs schritt zu halten darf wohl mehr als bezweifelt werden, zumal die Zinszuwächse dadurch in keinster Weise gestoppt und dennoch bedient werden müssen.
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Ob das jetzt bedeutet das diese abgezogenen Zinsgelder der Realwirtschaft nun fehlen kann ich nicht beantworten, überraschen würde es mich allerdings nicht.
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4000 Milliarden $ wollen täglich gefüttert werden, um mehr zu werden. Selbst bei einem Zinssatz von lediglich 10%, und auf Finanzmärkten ist weit mehr möglich, macht das 400 Milliarden $ im Jahr, die irgend woher kommen müssen.

Klingt doll, passt bloss nicht

"nicht grundlos lag der Kurs zwischen deutscher Mark und italienischer Lire 1 zu 1000, obwohl Italiens Wirtschaftskraft keinesfalls tausendmal niedriger ist wie diejenige Deutschlands."

Das hat überhaupt keine Aussagekraft. Dann müsste Lettland ja DIE Währung überhaupt haben - es ist eine der ganz wenigen Währungen, deren Nominal über dem Euro steht. Im Währungsvergleich zeigt nur die Veränderung Stärke oder Schwache. Anders ausgedrückt, wenn sich das Verhältnis von DM zu britischem Pfund von 1 zu 0,5 auf 1 zu 0,75 ändert und die italienische Lira sich von 1 zu 875 auf 1 zu 1000 im gleichen Zeitraum ändert, dann ist das Pfund schwächer gewesen als die Lira.

Natürlich kann man als Politiker mit einer Lokalwährung wie DM oder Lira besser tricksen "Oops, da ist die Inflation doch wieder auf 10% angestiegen, blöde Rohstoffpreise" als wenn der Euro einen dazu zwingt, zu sagen "Sorry, wir müssen die Steuern um 5% erhöhen". Der Effekt ist der gleiche, der Wähler merkts allerdings schneller.

@ Rotkäppchen et al.

'Na also. Geht doch. Und wem verdankt das Europa? Genau (...)
Kanzlerin Merkel...'

Genau! Wir alle verdanken ihr ja so viel!
Marktkonforme Demokratie statt demokratiekonformer Marktwirtschaft (so etwas hatten wir ja mal - lang, lang ists her)!
Brutalstmögliche Aufklärung (sorry, das ist ein Zitat von Roland Koch, den sie weggebissen hat) im NSA etc. Skandal.
Vertiefung des Grabens zwischen Arm und Reich.
Keine Gleichstellung Homosexueller mit Heterosexuellen, weil sie 'dabei sich nicht wohl fühlt'.

Um nur einige Beispiele zu nennen.

Alle notwendigen Anpassungen an die Zeit, die weltpolitische Lage und die sich verändernde Gesellschaft sind (incl. des vergeigten Hartz IV Experiments) nicht von CDU-Kanzlern gemacht worden.
Bestimmt nicht von Merkel, die bekanntlich nicht so gerne etwas macht. Außer abzuwarten

Die CDU hat nur immer die Lorbeeren dafür eingeheimst, wenn sie nach ein paar mageren Jahren 'endlich' wieder ans regieren kam... und alles wieder 'in Ordnung' war!

... oder riesige Defizite und Rekord-Schuldenstand

@ Rotkäppchen (17:36)
Wenn das den tatsächlich ein Erfolg wäre. Allerdings ist die Schuldenlast heuer wesentlich höher als 2013. Aber ja - dass die Krise richtig teuer wird ist zum großen Teil Merkels Erfolg.

@ Walter Meingott (18:14)
Sie sollten sich evtl. noch mal damit auseinandersetzen, was Wechselkurse sind.

@ tanaka (18:14)
Sehr treffend beschrieben.

@ MyNung (18:18)
Selbst Euphemismus ist noch eine euphemistische Bezeichnung. Realitätsverlust scheint mir treffender. Den gibt es ja häufiger kurz bevor ein System vollends kollabiert.

@ b_m (18:21)
Die Überschrift würde ich genauso wählen wie Sie. Allerdings denke ich, dass man nicht die Ausgaben kürzen sollte, sondern die Einnahmen steigern. Die niedrigen Steuern auf Kapitalerträge oder Unternehmensgewinne sind aus meiner Sicht ein Problem.

Euro-Länder - weniger Schulden, was für ein Motto

Die Euro-Länder sind hoch verschuldet.Auch wir haben Billionen von Schulden.Was soll dieser Beitrag.Passender wäre eine Aussage,warum,machen sie immer noch Schulden.Sicherlich an die Banken für die Zahlung.Bei uns nun u.a. für den finanziellen Ausgleich der scheidenden Minister und Abgeordneten.Alle Parteien haben sich immer noch nicht zu einem Gesetz gefunden,welches Minister und Abgeordente wie normal Sterbliche behandelt.Schuldenabbau und die Durchleuchtung der Medien in welcher Form.Transparenz bei den Politikern der EU,dem EU-Parlament,Aussagen wo sparen diese,ein Beitrag im Spiegel,Herr Westerwelle von der UN-Konferenz,Regierungsmaschine wartete Tage bis er wieder nach Hause flog.Ein Politiker allein in der Regierungsmaschine,ein Flug mit einer normalen Fluglinie erster Klasse doch wohl möglich,der Außenminister ist doch wohl nicht die Kanzlerin.Heute hatte der Kopierer Geburtstag.Das Sparen von Papier,Toner und Strom allein im Bundestag bringt Tausende von Euro.

@tanaka (18:24)

Der Bund hat 2008 noch 40,2 Mrd. Euro an Zinsen zu zahlen gehabt, 2012 noch 30,5 Mrd. Euro, obwohl die Schulden des Kernhaushaltes des Bundes von 0,96 Billionen auf 1,06 Billionen Euro gestiegen sind.

Die niedrigen Zinsen gelten aber auch für weitere Bundesschulden, wie z.B. die ca. 200 Mrd. Euro der FMS-Wertmanagement (Abwicklungsanstalt für Banken). Außerdem profitieren auch Länder und Gemeinden mit ihren rund 700 Mrd. Euro an Schulden.

Insgesamt dürfte der direkte Zinsvorteil für Deutschland bei ca. 25 - 30 Mrd. Euro jährlich liegen. Überdies profitieren aber in Deutschland auch die Unternehmen von den günstigen Zinssätzen. Die Bahn, die vollständig dem Staat gehört genauso wie andere Unternehmen, die höhere Gewinne erwirtschaften oder leichter investieren können.

Solange die Banken ein Spielkasino sind, bleibt die Krise

Es gibt einen Filmbeitrag vom rbb, bei dem Minister (u.a. Schäuble), Abgeordnete, EU Kommisare und Wirtschaftsfachleute aus mehreren EU-Ländern gefragt werden, wo das Geld bleibt, das zur Unterstützung der Finanz-Krisenstaaten Irland, Spanien, Zypern vom Rettungsschirm vergeben wird. Keiner wollte eine Antwort geben, weil das ist geheim (Bankgeheimnis). Das Geld fließt in die vorgenannten Staaten, diese geben es ihren Banken zur Rettung und die Banken geben es ihren Gläubigern (diese sind geheim) wie deutschen und französischen Banken, Hedgefonds und anderen großen Geldanlegern, damit die Krisenbanken ihren Schuldendienst tragen können. Die Banken spielen erst mit dem Geld der Anleger, dann mit dem Geld der EU-Steuerzahler Roulette, in dem sie Derivate verkaufen und kaufen und so auf Kurse von Aktien, Anleihen, Währungen oder Rohstoffen wetten. Gewinnen sie dabei, stecken Aktionäre und Manager das Geld ein, verlieren sie dabei, zahlen die Steuerzahler.

@ positron61

"... Gewinnen sie dabei, stecken Aktionäre und Manager das Geld ein, verlieren sie dabei, zahlen die Steuerzahler." ...

... und Aktionäre und Manager stecken sich trotzdem das Geld ein ...

Selbstbetrug mit einseitiger Sicht nur auf Nettoneuverschuldung

Auch wenn man die Zentralregierungsschulden (haushaltsdefizite) durch Austerität zu Volkes Lasten drückt - die angesammelten Gesamtstaatschulden sind gewaltig gewachsen.

Schulden werden mit Schulden bekämpft. Es hat sich dabei nur der Gläubiger von privat in Staat gewandelt. Und der haftet gleichzeitig auf Gegenseitigkeit, was privat nie in den Kopf gekommen wäre. Also neben eigenen Altschulden noch Haftungsschulden für andere und eine Transferzukunft, da ja die Schulden immer größer, die Wirtschaftsleistung dafür immer unzulänglicher wird.

Ein Irrsinn, der uns um die Ohren fliegen wird.

Nettoneuverschuldung

@vanPaten:
Selbstbetrug mit einseitiger Sicht nur auf Nettoneuverschuldung

Die Nettoneuverschuldung ist das aussagekräftigste Maß in dieser Diskussion. Welche alten Schulden durch neue ersetzt werden, ist nicht so sehr von Bedeutung. Manche Staatsanleihen laufen mehr als 20 Jahre, andere nur einige Monate. Ich verstehe nicht, was Sie dran stört.

@grottenolm:

... und Aktionäre und Manager stecken sich trotzdem das Geld ein ...

Soweit die gängigen Vorurteile. Aber das hören wir hier nicht zum ersten Mal.

@Walter Meingott:

... denn Länder wie Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich oder Portugal waren es seit Jahrzehnten gewönnt ihren Staatshaushalt durch Gelddrucken zu bestreiten ...

Das ist eine Unterstellung, und eine verhältnismäßig nichtssagende dazu.

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