Ihre Meinung zu: Kinderbetreuung in Europa: Deutschland nur Mittelmaß

1. August 2013 - 6:41 Uhr

Die Bundesrepublik hat kräftig in die Betreuung von Kleinkindern investiert. Doch im europäischen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld; in anderen Staaten werden schon deutlich mehr Kinder betreut.

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Kommentare

In anderen Staaten

werden schon deutlich mehr Kinder betreut???? liegt warscheinlich daran das die mehr Kinder machen??!

Ich verstehe es nicht

Wenn man diesen Artikel liest und die Politiker dazu hört, bekommt man den Anschein, dass "Familie light" aufgebaut wird. Die sieht so aus:
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- Setz so viele Kinder in die Welt wie Du willst
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- Gib sie dann in Betreuungseinrichtungen (U3, Kindertagesstätte, Ganztagesschule bis nach dem Abi)
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- In der Zeit können Mama und Papa sich verwirklichen (aka arbeiten, teilweise in prekären Jobs)
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Jetzt sollten wir nur noch die Nacht- und Wochenendbetreuung ausbauen und Kindergeld oder ähnliches direkt in die staatlichen Einrichtungen überweisen und es gibt - außer den biologischen Problemen des "Austragens" der Kinder (aber daran arbeiten wir) - kein Problem, dass eine Frau 4 Kinder haben kann. Schließlich muss man sich mit den Kindern dann nicht mehr "abgeben".
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Kommt nur mir das ganze System langsam irrsinnig vor? Kinder sind mehr als Wagons auf einem Verschiebebahnhof.

Was ist Mittelmaß? Was wollen wir wirklich?

Nun ist es also soweit, dass wir Zahlen von Kitakindern verfolgen wie die monatliche Arbeitslosenquote. Mit dem Unterschied, dass wir bei der letzteren darauf fiebern, dass sie sinkt, während erstere unbedingt steigen muss.

Die EU legt hohe Ziele vor, Elternarbeitslosigkeit (ein Oxymoron!) senken und Kleinkinderfremdbetreuung (ein Ideal?) stärken. Damit werden Renten gestärkt und Lebensqualität ........... gesenkt!

Wollen wir unsere Lebensqualität nun wirklich so nach Karriere und Einnahmen definieren lassen? Ist das die Geselschaft, die wir wirklich wollen? Ist das wirklich das beste für unsere Kinder? Ist das eigentlich wirklich das beste für die ganze Familie?

Sind Kitaplätze wirklich so

Sind Kitaplätze wirklich so erstrebenswert? Wenn man mal darüber nachdenkt was dies bedeutet kommt man bei "Mami und Papi sind zu fein um sich um die kleinen Stinker zu kümmern". Entweder dies oder "Mami und Papi können es sich nicht leisten NICHT arbeiten zu gehen". Beides sind keine guten Gründe ...
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Ersteres ist ein Zeichen von Egoismus und Bequemlichkeit, wo die eigene Karriere mehr zählt als das Wohl des Kindes.
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Letzteres ist ein Signal fafür, dass unsere Niedriglöhne zu einem echten Problem geworden sind
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Beides sorgt dafür, dass sich "Familien" nur noch morgens und abends treffen und damit schafft man einfach keinen ausreichenden familiären Zusammenhang.
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Kitaplätze sind nur die zweitbeste Lösung, aber anscheinend haben wir uns damit abgefunden und streben nicht mehr nach der Besten. Eine Familie ist ja leider schon als "uncool" deklariert worden, denn jede Frau die nicht arbeiten geht wird ja schief angesehen ... dabei ist das der wichtigste Teil einer Familie ...

Hausfrauenlobby

So langsam geht mir diese immer vehementer werdende Klage der Kita-Ablehner richtig auf die Nerven. Macht doch mit euren Kindern was ihr wollt, mir und auch meinem Kind hat der frühe Kontakt mit anderen Kindern sehr gut getan. Da lernt man zum Beispiel, andere Menschen und deren Vorstellungen und Wünsche zu akzeptieren und sich selbst nicht permanent zum Mittelpunkt des Universums zu erklären.

Ich halte

den gesetzlich verankerten Anspruch auf einen Kita-Platz immer noch für Unsinn. Auf welchem Ideal soll der beruhen? Das Recht, sich nicht um seine Kinder kümmern zu müssen?
Ich finde es auch falsch, ein Familienmodell zu fördern, das darauf beruht, dass sich der Staat zunehmend um die Kinder kümmert, anstatt der Eltern. Schon Kleinkinder sollen in Kitas, Ganztagsschulen wahrscheinlich ab der ersten Klasse - da bleibt nicht mehr viel Familie übrig. Klar ist es besser, dass manche Verzieher nicht so viel Einfluss auf ihren Nachwuchs haben, aber grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass die Politik sich nicht so sehr auf die Familie einschießt. Gerade von der Union sollte man doch etwas anderes erwarten.

Moma Bericht

Ich habe heute morgen einen Bericht im Morgenmagazin über den Rechtsanspruch gesehen, der komplett meiner persönlichen Erfahrung widerspricht. Es wurde ein Großstadtbeispiel genannt und eine Familie gezeigt, die keinen Platz für Ihren kleinen Sohn finden konnte.

Wir haben für unsere Tochter bei den Vorstellgesprächen zwar auch geringe Chancen und hintere Wartelistenplätze genannt bekommen, aber dann (noch mind. 3 Monate vor dem Bedarf) nach und nach 3 Zusagen erhalten (50% Quote). Bei einer Zusage hätte ich noch von Zufall und Glückstreffer gesprochen, aber bei 3?!?

OK, dachte ich mir- das kann ja von Stadt zu Stadt stark variieren, aber dann wurde die Stadt genannt: Exakt unsere! Tja, seitdem kann ich den Medien nicht mehr so wirklich glauben. Genau hier habe ich völlig gegenteilige Erfahrungen gemacht. Mir drängt sich auf, dass hier ein negatives Beispiel verallgemeinert wird, denn auch im Umfeld gibt es keine Probleme und wir kennen viele junge Eltern über diverse Kinderkurse...

Deutschland muss auch Vorbild in der Kinderbetreuung werden

Deutschland kann nicht nur in der Industrieproduktion und im Export Vorbild für Europa sein, sondern muss auch mehr in die Bildung und Betreuung unserer Kinder investieren. Die Zeit der Hausmütterchen, wie sie noch von der CSU gewünscht wird, ist längst vorbei. Gut ausgebildete Frauen wollen auch nach einer kurzen Babypause gleichberechtigt ihren Beruf ausüben. Das ist aber auch dringend erforderlich, weil der Anteil der Menschen, die sich im arbeitsfähigen Alter befinden, immer geringer wird. Außerdem muss durch mehr Unabhängigkeit vom Verdienst des Mannes der Altersarmut der Frauen vorgebeugt werden.

@CE

"...
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Ersteres ist ein Zeichen von Egoismus und Bequemlichkeit, wo die eigene Karriere mehr zählt als das Wohl des Kindes.
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Letzteres ist ein Signal fafür, dass unsere Niedriglöhne zu einem echten Problem geworden sind"

EINSPRUCH: Nicht die Löhne sind ein Problem, allenfalls die Steuern. WIR zahlen beide Spitzensteuersatz, können brutto nicht klagen, aber beim Wegfallen eines Gehaltes sind die 2500 EUR Monatsraten für den Hauskredit nicht zu stemmen. Wir haben uns 1 Jahr 24h um die Kleine gekümmert, sie hat sich danach immer auf die Tagesmutter mit den anderen Kindern gefreut und freut sich jetzt schon auf die Kita. Glauben Sie mir: wenn man will kann man sich auch am WE und nach 14 Uhr prima mit den Kindern beschäftigen- UNSERE ist zumindest (nach Meinung der Betreuerinnen) in ihrer Entwicklung erheblich weiter als der Durchschnitt. Und unser 2. Gehalt hilft weniger der eigenen Karriere als viel mehr unseren Möglichkeiten dem Kind neben Wärme auch sonst noch was bieten zu können...

Das Wohl des Kindes muss gewährleistet sein

Das Wohl des Kindes ist in einer guten, fachgerechten Betreuung wesentlich besser gewährleistet, als in Familien, deren Einkommen gering ist, die wenig Zeit für die Betreuung des Kindes aufbringt, deren Bildungsgrad gering ist und deren Kenntnisse der deutschen Sprache gering sind. Alleinstehende Frauen, deren Zahl immer größer wird, sind ohnehin auf eine gute Betreuung ihres Kindes angewiesen.

Familienpolitik mit der Gießkanne....

Heute versucht der Staat mit vielerlei Prämien, angefangen vom Kindergeld, über das Erziehungsgeld bis hin zum Betreuungsgeld, dem Kostenfaktor Kind in unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit den Schrecken zu nehmen.

Haben Generationen vor uns Kinder als ein natürliches Muss mit allen finanziellen Risiken empfunden, so werden diese heute überwiegend als Kostenfaktor im alltäglichen Leben vom Staat u. Gesellschaft eingepreist. Das kann nicht gut gehen und funktionieren- weil wir den Fokus auf die Kinder selbst lenken müssen, und nicht auf das Geld, was damit zu verdienen ist, respektive an Kosten entsteht.

Der Staat erfüllt seine subsidiäre Pflicht, wenn er von kostenfreien Kitas über Ganztagsschulen und Betreuungsprogrammen den Eltern eine wahlfreie Unterstützungsmöglichkeit anbietet, die der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung trägt.

Trotz aller Prämien sind wir das Land mit dem geringsten Kinderquotienten in Europa- m. E. ein deutliches Zeichen verfehlter Familienpolitik..!

@Dark Chaos

"Ich halte den gesetzlich verankerten Anspruch auf einen Kita-Platz immer noch für Unsinn. Auf welchem Ideal soll der beruhen? Das Recht, sich nicht um seine Kinder kümmern zu müssen?
"

Bin ich mir nicht so sicher: Wer es sich leisten kann könnte ohnehin eine Betreuungsperson/ Tagesmutter oder private Einrichtung in Anspruch nehmen. Der Rechtsanspruch dürfte diejenigen, die es nicht betrifft nicht stören, ist aber eine enorme Hilfe für diejenigen, die auf das zweite Gehalt angewiesen sind.

Und das liegt streng genommen an der kalten Progression!
1958: Durchschnittseinkommen ca. 5300 DM (pro Jahr)- Spitzensteuersatz: 53% ab 110000DM (Faktor 21!!!)

Heute: Durchschnitt 32000, Spitzensteuer 45% ab 52000 (Faktor 1,6)

Vor 30 Jahren konnte eine Familie von einem Gehalt gut leben, von einem sehr guten Gehalt auch sehr gut.

Heute kann eine Familie von EINEM normalen Gehalt nur noch gut überleben und auch von EINEM sehr guten Gehalt (brutto) nur noch einigermaßen gut über die Runden kommen

@Tommy2000 und CE

Damit werden Renten gestärkt und Lebensqualität ........... gesenkt!
Es gibt viele Punkte für eine Hohe Lebensqualität, eins davon ist sicherlich auch die Wahlfreiheit der Kinderbetreuung. Wenn die Mutter zuhause bleiben MUSS, weil es keine Kinderbetreuung gibt, senkt genau das die Lebensqualität. Wenn die Mutter ihr halbes Leben für die Kinder aufopfert und schließlich womöglich auch noch vom Partner verlassen wird, steht sie im Alter vor dem Nichts. Ist das für Sie Lebensqualität?
Letzteres ist ein Signal fafür, dass unsere Niedriglöhne zu einem echten Problem geworden sind
Niedriglöhne sind ein Problem. Allerdings ist es selbst mit einem mittleren Einkommen vor allem in den Städten nicht auszukommen. Dagegen kann der Staat aber nichts machen, ohne die Marktwirtschaft in Frage zu stellen.

Hausfrauenlobby @rainydays

Das Problem ist weniger die Lobby. Nur finde ich es seltsam, dass man grundsätzlich "Finanzen" ins Spiel bringt (Herdprämie / Kitaprämie).
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Ich habe es z. B. satt, als Vater in Krabbelgruppen nur Frauen zu sehen und pauschal als "geschieden mit Sorgerecht oder was?" abgetan zu werden.
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Es gäbe "billigere" Modelle, wenn man auch im Arbeitsplatzbereich flexibel wäre (nicht nur auf dem Papier). Angefangen von Heimarbeit, Sabbatjahr (und nicht, vom AG offen mit Kündigung bedroht zu werden, wenn man danach fragt), flexible, projektbezogene Arbeitszeiten.
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Ich fahre z. B. täglich 100 km um Excelsheets zu bearbeiten, die ich auch zu Hause erledigen könnte - zu Zeiten, die mir passen.
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Betriebskindergärten - auch im Zusammenschluß mehrerer kleiner Firmen wären Klasse.
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Statt dessen hat es den Anschein, man tut nur das Allernötigste bei gleichzeitigem Rückgriff auf Altlösungen aus dem 19 Jh.
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Ich möchte meine Kinder sehen UND ihnen soziale Kontakte ermöglichen.

Bei manch so einem frage ich mich schon, was die schreiben.

@Skywalker und @CE gebe ich recht. Das ist leider die Wahrheit und die ist noch schlimmer eigentlich, wenn man mal richtig hin schaut.

Aber lieber @Skywalker: Nicht alle sind Großverdiener wie Sie. Ich glaube Sie gehören zu den kleineren Teil in Deutschland.
Fakt ist, die Reallöhne reichen nicht mehr zu den Wohlstand wie es früher wahr. Und ein Hausbau, den kann sich Heute nicht mehr jeder leisten. Und da hat @CE recht, die Niedriglöhne sind mit Schuld dran, an dem Kindermangel. Dazu gehört auch noch der "befristete" Arbeitsvertrag. Weil, ohne Arbeit kein Geld. Kein Geld, keine Kinder zum Wohle zu erziehen.

@pkeszler: Sie sind vielleicht eine Person :-D. Will nur kurz auf eines eingehen. Die Ehe, bis der Tot Euch scheidet. Bekannt dieser Spruch? Da ist auch so ein kleiner Haken drin in unserer heutigen Gesellschaft.

Wer mal ein bisschen weiter über seinen Tellerrand rausschaut und etwas logisch dabei denkt, der wird die reale Wahrheit dennoch erkennen.

Wohl des Kindes

Immer wieder werden von Kitaanhängern die Vorteile der Fremdbetreuung von Kindern in den idyllischsten Farben ausgemalt. Die Kita trage entscheidend zur Bildung der Kleinkinder bei. Sozialverhalten werde nur hier erlernt. Ist die Kita nun zur Grundschule geworden? Stehen Kinder nun in der Gefahr bereits beim 3ten Geburtstag bildungstechnisch uneinholbar abgeschlagen zu sein? Ehrlich? Und sind Nicht-Kitakinder wirklich asozial?

Meine 2jährige Nicht-Kita-Tochter scheint quicklebendig, sie ist motorisch und sprachlich sehr gut dabei (manche Bekannte führen das darauf zurück, das wir keinen Fernseher haben, anders als so manche Kita) und freut sich immer wenn andere Mädchen auf dem Spielplatz dabei sind und mit im Sand spielen. Gerade die frühkindliche Bindung zu Mutter un Vater sind ja auch für die Psyche der Kleinen entscheidend. Sollte unsere Geselschafft Eltern, die ihren Kindern Liebe/Zeit schenken wollen nicht darin ermutigen statt sie als überholt etc. zu verunglimpfen?

@NikolaiNikolaewitsch

"Niedriglöhne sind ein Problem. Allerdings ist es selbst mit einem mittleren Einkommen vor allem in den Städten nicht auszukommen. Dagegen kann der Staat aber nichts machen, ohne die Marktwirtschaft in Frage zu stellen.
"

Nun ja, das "mehr netto vom brutto" einer angeblichen Klientelpartei ist beim Bürger ja scheinbar nicht angekommen, das würde das Problem zumindest abmildern.

Dass von einer Lohnerhöhung des Arbeitgebers auch bei Niedrigverdienern weit unter 50% ankommen ist für den Staat schön. Dagegen KANN der Staat sehr einfach was machen, dagegen WILL der Staat aber offensichtlich nichts machen...

um 10:20 von Tommy2000

Hi Tommy2000,

es freut einen zu lesen, wie positiv Ihre Tochter sich entwickelt.

Was sehr viele nicht wissen und erst lernen müssen beim erziehen von Kinder, auch ich musste das lernen, ist wie Kinder Ihre Umwelt kennen lernen und dabei Ihre eigenen Eigenschaften entwickeln. Wie lernt ein Kind? Ist das durch die Sprache, die wir zu unseren Kindern äußern oder ist das unser (Bezugsperson) Verhalten, was Sie abschauen und sich so entwickeln wie die Person die Sie beobachten? Erst kommt das sehen und verstehen und dann kommt die Sprache. Wenn die Bezugsperson ein bestimmtes Verhalten hat, wird das Kind dieses Verhalten übernehmen. Man kann sich auch den Mund fusselig reden, ausser Fusseln wird da nicht viel bleiben.

Wie die Mutter, so die Tochter. Wie der Vater, so der Sohn.
Dieser Spruch trifft nicht immer zu. Auch die Tochter nimmt die Eigenschaften vom Vater wahr und der Sohn von der Mutter. Es sind ja unsere gemeinsamen Kinder. Die Erfahrung hat es gezeigt. :-)

@Melten

"Aber lieber @Skywalker: Nicht alle sind Großverdiener wie Sie. Ich glaube Sie gehören zu den kleineren Teil in Deutschland.
Fakt ist, die Reallöhne reichen nicht mehr zu den Wohlstand wie es früher wahr. "

Stimmt, ich verdiene vernünftig, sicherlich bin ich in der oberen Hälfte, somit stimmt die Aussage "zum kleineren Teil" schon. Aber wenn es um netto geht, stimmt es nicht mehr. Zweitwohnsitz am Arbeitsort (trotz steuerlicher Berücksichtigung sind da schnell mal 500-1000 EUR netto vom Gehalt weg). Und wenn ich meine 24h Erreichbarkeit berücksichtige, in Verbindung mit einer mind. 55h Woche, aber fast immer auch deutlich mehr...

Ein Beispiel: mit 3000 brutto hat man knapp 1850 netto. Mit 6000 brutto hat man
"nur" ca. 3350 netto. Bei 3000 ist das in der Regel ein Vertrag mit geregelter Arbeitszeit 37h Woche und Überstundenausgleich. 6000 ist dann schon eine Führungsposition mit "Vertrauensarbeitszeit", was aber immer "gratis" erhebliche Mehrarbeit bedeutet...

@Melten

"Und ein Hausbau, den kann sich Heute nicht mehr jeder leisten."

Hmm, das würde ich nicht so stehen lassen. Gerade heute KANN sich jeder ein Haus leisten, WENN er/sie einen festen Job hat und nicht gerade in städtischen Ballungsräumen wohnen muss. Aber dann könnte man sich zumindest eine Eigentumswohnung leisten...

Bei den momentanen Zinsen sind für ALLE die reinen Zinsbelastungen deutlich niedriger als die Miete für ein gleichwertiges Objekt- auch bei langer Laufzeit. Mit der Differenz kann man schon signifikant tilgen. Das wollen vielleicht nicht so viele, aber es KÖNNTEN sich sehr viele leisten wenn sie anders priorisieren würden.
Nicht umsonst ist in den vermeintlich armen EU Ländern Spanien/Italien/ Griechenland... der Anteil der Eigenheimbesitzer erheblich höher als in Deutschland.

@Dark Chaos

Auf welchem Ideal soll der beruhen?
Das kann man auch umgekehrt fragen: Mit welchem Recht möchten Sie die Frauen zwingen zuhause zu bleiben und die Kinder zu erziehen? Welche Ideale sind das?
Zu Ihrer Frage: Man könnte problemlos den Art. 2 unseres Grundgesetzes heranziehen: "(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt." Im Gegensatz zur Hinderung der Mutter während der Erziehungszeit, hindert der Besuch einer Kita die Kinder nicht an ihrer Entfaltung.

@Didi

"Trotz aller Prämien sind wir das Land mit dem geringsten Kinderquotienten in Europa- m. E. ein deutliches Zeichen verfehlter Familienpolitik..!
"

Die Politik/ der Staat ist nichts als ein Spiegel der Gesellschaft. Die Deutschen sind nunmal erheblich egoistischer und kinderfeindlicher eingestellt, als es in allen Ländern war in denen ich bisher gelebt habe.

Mietwohnungen mit drei kleinen Kindern zu bekommen kann sehr schwierig sein, nur als Beispiel...

Wofür plädieren Sie denn, wenn Sie die "Familienpolitik mit der Gießkanne" kritisieren? (Sie benennen Kindergeld, Erziehungsgeld, Betreuungsgeld...)

Das Betreungsgeld wird kaum genutzt, hat also keine finanzielle Auswirkung. Soll ein Streichen von Kindergeld und Elterngeld zu mehr Kindern führen?

Reallöhne sind kontinuierlich gestiegen, aber nur brutto, nicht netto. Wenn ein Paar plötzlich mit einem Kind in finanzielle Schwierigkeiten kommt, ist es doch logisch, dass spätestens ein zweites Kind auch als Kostenfaktor gesehen wird...

@Skywalker

Keine Ahnung, was das eine mit dem anderen zu tun hat.
Ich bin ja auch nicht grundsätzlich gegen Kindergärten oder so, ich stelle nur den Rechtsanspruch in Frage. Auch, weil es praktisch unmöglich ist, wirklich zu garantieren, dass jederzeit vor Ort ein Betreungsplatz zur Verfügung steht.
Und wie gesagt: Was ist der dahinterstehende Gedanke? Ich bin nicht der Meinung, dass es ein Grundrecht ist, dass man trotz der bewussten Entscheidung, ein Kind zu bekommen, seine Berufslaufbahn (fast) ununterbrochen fortsetzen können muss. Im GG steht jedenfalls nichts davon. Aber es ist politischer Wille, das Kinder frühstmöglich und möglichst umfassend in die Obhut Fremder gegeben werden. Die Wahlfreiheit, die immer angeführt wird, ist nur ein Vorwand, hier versucht man ganz klar die Gesellschaft in einer sehr privaten Frage zu beeinflussen.
Die Idiotie des Betreuungsgeld passt da zwar nicht rein, aber für Wahlgeschenke kann man schonmal ne Ausnahme machen, gell?

Harmonie-Rezepte und Realitäten

Es wird über die Kinderbetreuung im europäischen Vergleich berichtet.
Und auch hier bricht in gewohnter Regelmäßigkeit der Diskurs über die vermeintlich beste Betreuungsphilosophie aus. Nervig, weil unpassend, werden dann Wohlfühlerlebnisse aus dem Nabel der persönlichen Kinderbetreuungswelt der Allgemeinheit als leuchtendes Beispiel präsentiert.

1. Fachliche Kinderbetreuung in KiTas ist als Angebot heutzutage ein Erfordernis, um die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf organisieren zu können. Diese Maßnahmen haben sich bewährt, wie der Vergleich zu anderen Ländern deutlich macht.

2. Den Verfechtern der Zwangsharmonie (außer Mami und Papi hat sich niemand um das Kind zu kümmern) sei gesagt, dass die Familien-Idyllen in Deutschland stellenweise deutliche Risse aufweisen. Der kürzlich veröffentlichte Bericht über die Zunahme von häuslicher Gewalt an Kindern zeigt, wie grotesk solche Empfehlungen sind, wenn sich die Geborgenheit des Elternhauses als Hölle offenbart.

@NikolaiNikolaewitsch

Erstmal: Niemand hat behauptet, Frauen müssten sich um die Kindererziehung kümmern, ich zumindest nicht. Das ist keine Frage des Geschlechts, Väter sind dazu genauso in der Lage.
Zweitens: Man kann nicht von Zwang sprechen, schließlich ist die Entscheidung für ein Kind eine freiwillige. Es ist also vollkommen legitim und absolut mit der freien Entfaltung vereinbar, wenn man sich zwischen Kind und Karriere entscheiden müsste (muss man ja nicht mal, nur weil man sich in den ersten Jahren etwas intensiver mit dem eigenen Nachwuchs beschäftigt). Ihre Argumentation beruht auf Verantwortungslosigkeit, Recht auf freie Entfaltung ist was ganz anderes. Solange niemand gezwungen wird, Kinder zu bekommen/zeugen, haben sie hier kein Argument.

@DarkChaos

" Aber es ist politischer Wille, das Kinder frühstmöglich und möglichst umfassend in die Obhut Fremder gegeben werden. Die Wahlfreiheit, die immer angeführt wird, ist nur ein Vorwand, hier versucht man ganz klar die Gesellschaft in einer sehr privaten Frage zu beeinflussen.
Die Idiotie des Betreuungsgeld passt da zwar nicht rein, aber für Wahlgeschenke kann man schonmal ne Ausnahme machen, gell?"

Irgendwie schmeißen Sie da was durcheinander beim politischen Willen der verschiedenen Parteien, so gesehen gibt es DEN politischen Willen ja gar nicht.... Ein Betreuungsgeld (in signifikanter Höhe, nicht dieses Alibi-Sümmchen) wäre eine Unterstützung der Wahlfreiheit für diejenigen, die sich keine Betreuung zu Hause leisten könnten.

Ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz musste man ja nur einführen, weil es ja nicht genügend Plätze gab. Also gab es auch hier keine Wahlfreiheit.

"Meine 2jährige

"Meine 2jährige Nicht-Kita-Tochter scheint quicklebendig, sie ist motorisch und sprachlich sehr gut dabei...." ...Gerade die frühkindliche Bindung zu Mutter un Vater sind ja auch für die Psyche der Kleinen entscheidend. "

Was macht Sie glauben, dass KITA-Kindern nicht fröhlich auf Spielplätzen spielen? Die frühkindliche Bindung an die Eltern ist doch nicht weg, nur weil das Kind in die Kita geht. Was glauben Sie denn? Alle fremdbetreuten Kinder sind seelische Krüppel ? Manchmal habe ich den Eindruck bei Kita-Gegnern geht es nur darum das eigene Modell mit an den Haaren herbeigezogenen pseudowissenschaftlichen Argumenten zu verteidigen. Lasst doch auch bitte zu, dass andere Eltern anders entscheiden! Problem gelöst.

@Skywalker

Bin mir ziemlich sicher, dass bzgl der Kitas ein weiter parteiübergreifender Konsens besteht, aber das ist auch nicht der Punkt.
Den Rechtsanspruch musste man überhaupt nicht einführen, da besteht auch kein direkte Zusammenhang zum Ausbau der Kitaplätze. Der Rechtsanspruch ist nicht notwendig für mehr Plätze, dafür brauchts nur Geld (und Personal).
Und die Wahlfreiheit, damit wird immer argumentiert, aber wie ich schon gefragt habe, worauf beruht das? Es gibt kein Recht darauf, dass Fremde sich um den eigenen Nachwuchs kümmern. Und im Übrigen gibt es grundsätzlich auch kein Recht auf eine "Entschädigung", wenn man ein (vermeintliches) Recht nicht in Anspruch nimmt.
Betreungsgeld und Kita-Anspruch ist meiner Meinung nach beides Unsinn. Das eine ist einfach nur Geldverschwendung, das andere hat einfach keine Substanz. Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ist kein Grund- oder Menschenrecht!

Von Seelischen Krüppeln und Kitakindern

Nein, nicht jedes Kitakind ist ein seelisches Krüppel und, nein, nicht jedes Nicht-Kita-Kind ist bildungstechnisch benachteiligt oder sozial hinterm Berg. Beides sind Klisches.

Dennoch ist es ja logisch, dass eine Betreuung des eigenen Kindes durch Mama oder Papa gewisse Vorteile hat. Zum einen kommt da ein Erwachsener nicht auf 10 oder mehr Kinder (selbst wenn man Geschwister mit berücksichtigt). Dass sollte der Förderung eigentlich in jeder Hinsicht entegegenkommen; hier könnte man vermehrt den Eltern helfen (z.B. in dem nicht immer mehr öffentliche Spielplätze geschlossen werden). Noch entscheidener ist die frühkindliche Bindung an eine feste Bezugsperson, die unerläßlich für die gesunde Psyche von Kleinkinder ist. Das kann man nicht "modern" marktwirtschaftlich out-sourcen und an verschiedene womöglich wechselnde Betreuerinnen übertragen.Natürlich wächst die Welt der Kinder ständig.Darum kommen sie dann ja auch in den Kinderkarten und schließlich in die Schule, aber nicht zu früh

@Skywalker

Es gibt zwei Gründe warum jemand eine möglichst lange Kita-Betreuung "brauchen".
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1. Es geht aus wirtschaftlichen Gründen nicht anders. Beide Eltern sind berufstätig und kommen gerade so über die Runden.
2. Keiner der Eltern hat die Lust sich um den kleinen Krabbler zu kümmern.
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Grund 1 liegt in der allgemeinen Art in der wir unsere Wirtschaft betreiben, in der "billiger" immer gleich auch "besser" bedeutet. Es macht z.B. keinen Sinn Dinge im Internet zu bestellen weil sie da billiger sind, denn das führt nur dazu, dass nur noch "Packer" bezahlt werden müssen anstatt Fachpersonal.
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Grund 2 ist der Egotrip der Eltern, die dem schlimmsten Satz der 68er folgen - ICH will MICH SELBSTverwirklichen - und das ist Egoismus pur, der so langsam unsere Gesellschaft zerstört.
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Der Schaden an den Kindern wird NICHT in der Kita passieren, sondern während der Schulzeit, wenn die Eltern fehlen und die Kinder sich selber erziehen.

Kitabetreuung - ja oder nein?

Jede Familie muss sich doch einige Fragen stellen, bevor es zu einer Entscheidung kommt.
Geht es ihr um das Wohl des Kindes oder in erster Linie um das Betreuungsgeld? Das Wohl des Kindes kann sowohl in einer Kita gewährleistet werden, als auch bei einer Betreuung innerhalb der Familie.
Benötigt die Familie aus finanziellen oder beruflichen Gründen unbedingt einen Kitaplatz? Kann der überhaupt in einer annehmbaren Entfernung vom Wohnort zur Verfügung gestellt werden? Kann ein Elternteil ohne Nachteile im Beruf mehrere Jahre zu Hause bleiben? Viele Fragen müssen also beantwortet werden. Deshalb können die Kita-Gegner nicht von vornherein diese Betreuungsart ablehnen. Und die Befürworter müssen sich verantwortungsvoll mit diesen Fragen auseinandersetzen. Es wird aber kaum Jemand wegen 100 oder 150 € Betreuungsgeld seinen Beruf aufgeben wollen.

@Dark Chaos

"Es ist also vollkommen legitim und absolut mit der freien Entfaltung vereinbar, wenn man sich zwischen Kind und Karriere entscheiden müsste (muss man ja nicht mal, nur weil man sich in den ersten Jahren etwas intensiver mit dem eigenen Nachwuchs beschäftigt). "

Ich setze Karriere mal gleich mit Führungspositionen, denn für den Wiedereinstieg nach einer Elternpause ist ein "normaler" Job nicht so problematisch. Wenn wir von 2-3 Kindern ausgehen, die meist auch nicht im Jahresabstand kommen, würden die "ersten Jahren etwas intensiver mit dem eigenen Nachwuchs " schnell 9 Jahre aus dem Beruf bedeuten. Das ist aber im vermutlichen Durchschnittsaltersbereich von 35 bis 45 meist absolut unmöglich in Führungspositionen. Ich wüsste nicht, wie das aus Arbeitgebersicht zu machen wäre. Zumal ja nicht ansatzweise von Beginn klar sein dürfte wie lange die Babypause dauern wird...

Das ganze völlig losgelöst von finanziellen Betrachtungen, die die "freie Entfaltung" ohnehin meist verunmöglichen.

@Skywalker

Ich fürchte, ich versteh sie nicht ganz, ist das jetzt eher Zustimmung oder Widerspruch zu meinem Kommentar?
Nur nochmal meine Sicht ganz kurz: Wer sich entscheidet, ein Kind/Kinder zu bekommen, sollte auch die Verantwortung dafür übernehmen und muss mit den Folgen leben. Ich sehe es nicht als Aufgabe der Politik, Eltern ein Leben losgelöst von ihren Kindern zu ermöglichen.

@Smokings

Ich hab die Frage jetzt schon mindestens dreimal gestellt, aber dann halt nochmal: Worauf beruht das? Wer sagt, dass Eltern (und auch hier wieder: keine Geschlechterfrage) durch das Kinderkriegen keine beruflichen Einschränkungen hinnehmen sollen/dürfen? Das ist doch an den Haaren herbeigezogen, das wurde einfach dogmatisch hingestellt, ohne dass es dafür eine historische oder ideologische Grundlage gibt. Ich finde es zeugt von einem enormen Maß an Egoismus und Verantwortungslosigkeit, wenn kein Elternteil bereit ist, sich selbst um die Kleinkindererziehung zu kümmern und das stattdessen dem Staat überlässt.

@Smokings

Das sind ja schöne Argumente, aber nicht für den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Kam jetzt vielleicht etwas anders rüber, aber mir gehts nicht darum, dass Kleinkinder grundsätzlich bei ihren Eltern sein müssten. Aber Rechtsanspruch? Der sorgt auch nicht für mehr Kitas, sondern nur für einen Klagegrund.

Auf falsche Pferd gesetzt

Moin moin alle zusammen,
eines vorweg: Ich habe keine Kinder und werde auch keine haben, dennoch habe ich eine Meinung zu dem Thema.

Ich meine, dass grundsätzlich nichts falsches daran ist, einen gestl. Anspruch auf einen Knderbetreuungsplatz zu haben. ABER: Die Medaille hat 2 Seiten.
Was leider nie gefragt wird, ist WARUM brauchen wir denn einen gesetzl. Anspruch ?
Als ich Kind war (ab 1960) gab es das nicht, da wurde ich von Muttern und Omis aufgezogen und ne Tante war auch immer mal da.
Ich denke, dass wir einfach nur ein System schaffen müssen, indem man durch arbeiten vernünftig leben kann, denn dann würde ein Gehalt einer Familie genügen, um Kinder aufzuziehen.
Der gesetzl. Anspruch für alle fördert insgeheim:
Geht beide arbeiten - wir betreuen das Kind. Höhere Löhne brauchen wir nicht und nach uns die Sintflut.

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