Ihre Meinung zu: Chinas Ex-Bahnminister zu Todesstrafe auf Bewährung verurteilt

8. Juli 2013 - 11:36 Uhr

Wegen Bestechlichkeit und Amtsmissbrauchs ist der ehemalige chinesische Bahnminister Liu zur Todesstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Er soll Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen haben.

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Kommentare

Formulierung

"Das Urteil ist nun Teil der Kampagne gegen Korruption des neuen Staats- und Parteichefs Xi Jinping"
Ich musste den Satz fünf mal lesen bis ich verstanden habe, dass es nicht um Korruption des neuen Staats- und Pareichefs ging.
Ich denke, Sie sollten den Satz umformulieren, sodass er weniger missverständlich ist.

=> "Das Urteil ist nun Teil der Kampagne des neuen Staats- und Parteichefs Xi Jinping gegen Korruption".

Oder so.

voellig unangemessen...

todesstrafe auf bewaehrung, das ist ein witz.

und ein beispiel von terror. wie soll dieser mann ueberhaupt noch weiterleben. bei der kleinsten verfehlung, vielleicht sogar nur im strassenverkehr, wird er voraussichtlich innerhalb weniger tage exekutiert.

unglaublich!

"Todesstrafe auf Bewährung" - so ein Blödsinn

Eine Todesstrafe auf Bewährung aussetzen? Dann müsste er ja eigentlich jetzt frei sein, da die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde. Nun heißt es aber, bei "guter Führung" könne sie in lebenslange Haft umgewandelt werden. Daraus schließe ich, dass er dennoch sitzt. Aber was soll dann seine "Bewährung" sein? Schmiergelder in Millionenhöhe wird er im Knast und nach Verlust seiner Ämter wohl kaum annehmen können.

Die Amis mögen Haftstrafen von 300 Jahren aussprechen, aber so sehr blamieren sich noch nicht mal die, dass sie Todesstrafen zur Bewährung verhängen.

Am 08. Juli 2013 um 12:51 von Friedrich Spee

bei der kleinsten verfehlung, vielleicht sogar nur im strassenverkehr

Ich glaube nicht, daß er zu Verfehlungen m Straßenverkehr Gelegenheit bekommt, da er die "Bewährung" bei der Alternativstrafe "Lebenslange Haft" sicherlich in einem Gefängnis oder Straflager absitzen muß. Wenn er da nicht aufmüpfig ist, darf er weiterleben.

Diese "Strafe" entbehrt nicht einer gewissen Komik.

"Todesstrafe auf Bewährung" .....
Was kommt als Nächstes ?
"Lebenslänglicher Tod durch Erschiessen" ?

Sozialistische Marktwirtschaft

Dass der ehemalige chinesische Eisenbahnminister wegen Korruption zur Todesstrafe auf Bewährung verurteilt worden ist, hat seinen Grund im dortigen Marktwirtschaftssystem. Weil die Kommunistische Partei Chinas ihren Staat zu einer politischen und ökonomischen Weltmacht machen will, setzt sie auf die Marktwirtschaft als probates Mittel für diesen imperialen Staatszweck. Mittels regulierender Staatseingriffe in die ökonomischen Prozesse herrscht in China eine sozialistische Marktwirtschaft, die jedoch dasselbe Ungemach wie die freie Marktwitschaft der westlichen Imperien verursacht: Korruption beispielsweise. Um an profitable Aufträge zu kommen, versuchen die Marktwirtschaftsunternehmen, z. B. Minister mittels großer Geldsummen zu bestechen. Dergestalt entspricht das Handeln der Unternehmen - dort wie hier - der Logik des Marktwirtschaftssystems. Geht es doch in beiden Formen der Marktwirtschaft darum, aus investiertem Unternehmergeld bei der Warenproduktion mehr Geld zu hecken.

danke fuer diesen

danke fuer diesen informativen Beitrag - erfrischend wenn sich auf die eigentlichen Informationen konzentriert wird statt Wertungen zu transportieren... Danke!

der größte Fehler

ist, dass er sich die Taschen vollgemacht hat, ohne die anderen am Gewinn zu beteiligen. Da hat er wohl nicht auf die anderen Haie geachtet. Präsident Xi Jinping räumt sich schön den Weg frei, um seine eigenen Taschen zu füllen. Erst allen zeigen, wie sehr er die Korruption bekämpft und hintenrum dann schön selber kassieren.

Also ich habe das so

Also ich habe das so verstanden,
dass er die Todesstrafe bekommen
hat.Diese aber in lebenslange Haft
umgewandelt wird,wenn er sich in
der Haftanstalt "gut fuehrt"(evtl. kann
er dort jmd schmieren).Und das waere
dann die "Bewaehrung",weil ansonsten
recht schnell vollstreckt wird,wurde die
Todesstrafe"aufgeschoben" um ihm
Haftzeit zu ermoeglichen,in der er sich
gut fuehren kann.Eigentlich recht
einfach zu verstehen.Aber ein bissle
ungerecht,da der Bauer,welcher im
Nachbardorf eine junge Frau zwecks
Heirat verschleppt,keine Chance auf
Bewaehrung bekommt.

Abgesehen von den Fakten, die wir nicht kennen

Abgesehen von den Fakten, die wir alle nicht kennen können, weil niemand sie preisgeben wird:
Wem in der Führungsspitze hat der wohl auf die Füße getreten?
Wie wird man in China Ex-Minister?
Und müssen Strafen in China eigentlicht immer so drakonisch sein?
Abzuschrecken scheint es ja nun niemanden...

UN-Konvention: Korruption im Bundestag

Als überaus wehrhaft erweist sich der Bundestag gegen die Umsetzung der UN-Konvention gegen Korruption. Eine geforderte Neuregelung, die die Abgeordnetenbestechung in den Strafstandbestand hiefen würde, wird regelmäßig von unseren Volksvertretern abgeschmettert.
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Wenn mittels Korruption Existenzen der Bürger geopfert werden und hierdurch Zukunftsperspektiven vernichtet werden, wenn Verzweiflung und Suizidraten wachsen, ist es schlichtweg skandalös, dass Politiker frei davon kommen!

@ wiesengrund

Ja! ;-)

bei Abgeordeten (und Ministern) nicht besonders verfolgen will, entgegen einer Vorgabe der UNO.
So können diese sich hier weiter ihrer Diäten und Pensionen erfreuen, egal obs ein leckeres Zubrot von interessierter Seite gab oder nicht.

China und Korruption

In China läuft in der Wirtschaft vielfach nichts, wenn es nicht ein paar "Gastgeschenke" gibt. Geldkarten von Supermarktketten sind sehr beliebt. Da sind dann z.B. 1000€ drauf und damit kann man sich dann bei Carrefour ein Jahr lang mit allen möglichen Dingen eindecken. Autos sind auch schonmal dabei, wenn es um größere Geschäfte geht, z.B. im Pharmabereich. Alles kein Problem, alles Alltag.
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In China ist es zum einen das System das solcher Korruption Tür und Tor öffnet, zum Anderen aber auch die Kultur. "Eine Hand wäscht die Andere" wird dort im großen Ausmaß praktiziert - auch wenn es dabei auch mal nicht 100%ig sauber zugehen sollte.
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Es ist in vielen Bereichen ein großes Problem - es profitieren aber auch viele davon und jene die in der Position sind es zu ändern sind oft die größten Profiteure. Die Frage ist daher, wie ernst die Bemühungen der Korruptionsbekämpfung sind. Jeder hat Dreck am Stecken, evtl. ist es also schlichtweg ein Machtinstrument gegen politische Feinde.

@13:47 von Wiesengrund

Schlagen Sie doch mal eine Alternative vor. Ich denke nicht, dass Sie eine andere Wirtschaftsform finden werden die frei von Korruption ist oder wesentlich weniger korrupt ist als die Marktwirtschaft. In Wirtschaftsformen die nicht auf Wettbewerb beruhen sind allerdings meistens weitaus korrupter als wettbewerbsbasierte Wirtschaftsformen.

@gierde zerstört -Ross und Reiter nennen-

"Als überaus wehrhaft erweist sich der Bundestag gegen die Umsetzung der UN-Konvention gegen Korruption. "

Das ist mir zu pauschal. Es ist nicht "der Bundestag", sondern die CDU/CSU die sich hier beharrlich weigert.

@cl45h0fcul7ur35 (14:47)

China beim Thema der Korruption als Vorbild zu nehmen ist nicht ganz unproblematisch. Die Korruption ist dort so systemimmanent, dass es schwer fällt sie wegzudenken. Die Korruptionssituation Chinas möchte hier sicherlich niemand, denn sie ist eines der größten Übel des Landes. Die Menschen dort haben mehr verbriefte Rechte als man denken mag, viele fallen jedoch der Korruption zum Opfer.
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Hier mag es auch Korruption geben, aber ich glaube nicht, dass sie so alltäglich ist wie in China.
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Wenn es darum geht Korruption bei Politikern stärker zu verfolgen und hier gesetzestechnisch nachzubessern bin ich allerdings voll bei Ihnen. Das war ja ohnehin die Kernaussage ihres Eintrags wenn ich mich da nicht täusche.

sowas...

ist zumindest ein fortschritt...im sinne der menschlichkeit...aber bei uns nicht anwendbar...keiner möchte dann mehr in den bundestag..weil wir dank der vereinigung ja auch ne menge denunzianten eingekauft haben...

@WiPoEthik, 15:20 - Korruption & Marktwirtschaft

Gehe ich recht in der Annahme, dass es im Tageschau-Artikel um Korruption geht, die aus der Profitmacherei mittels - sozialistischer oder kapitalistischer - Marktwirtschaft resultiert, sodass es nicht verkehrt wäre, beim Thema "Korruption & Marktwirtschaft" zu bleiben, statt das Thema zu wechseln und obendrein beim Lob auf das Marktwirtschaftssystem die Kommaregeln zu missachten?

Für Korruption

gibt es in China die Todesstrafe??
Bei uns ehrenvoller Rücktritt mit vollen
Pensionsansprüchen

@WiPoEthik, 15:15 - China und Korruption

Gehe ich recht in der Annahme, werter Herr WiPoEthik, dass es einigermaßen abenteuerlich ist, die Korruption in China mit Hilfe der wirtschaftspolitischen Ethik quasi zu ontologisieren, indem sie zum ewigen Kulturgut des Chinesen erklärt wird, obgleich am Fall des ehemaligen chinesischen Bahnministers deutlich wird, dass die Korruption ein historisch-gesellschaftliches Produkt der sozialistischen Marktwirtschaft ist, weil dort heutigentags Wirtschaftsunternehmer mittels Bestechung politischer Herrschaftsfiguren an profitträchtige Aufträge gelangen wollen, um durch Auspressung von "Humankapital" Waren produzieren zu können, die mit Gewinn auf den Märkten dieser Welt sich verkaufen lassen?

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