Kommentare

Oh nein, wie könnt ihr nur

Oh nein, wie könnt ihr nur Bankensozialhilfe an Bedingungen knüpfen oder sie erst garnicht auszahlen?
Bedarfsprinzip, oder Fördern und Fordern geht doch nicht. Mit H4 würden diese feinen Geschöpfe der seltenen Art nicht weiter existieren können.
Man bekommt auch Schwierigkeiten höhere Diäten durchzusetzen, wenn einem der Argument fehlt: "Jeder Spahrkassendirektor bekommt doch mehr."

Und im Himmel ist Jahrmarkt!

"Das Ziel ist klar: Künftig sollen Steuerzahler bei Bankenpleiten weniger stark zur Kasse gebeten werden. "

Da sich die Banken dann ja direkt beim ESM bedienen werden, der natürlich so rein gar nichts mit den Steuerzahlern der EU zu tun hat, werden sie sich natürlich nicht beim Steuerzahler melden. Wozu auch? Sie bekommen unser Geld doch künftig ohne großes Tamtam und Nachfragen. Alles schön einfach und "unbürokratisch". Immerhin ist die Finanzindustrie ja "systemrelevant", "to big, to fail" und absolut alternativlos, was die Staatsfinanzierung angeht.
Willkommen im Neofeudalismus! Damals waren es Grafen und Barone, heute sind es Heuschrecken und "Investoren".

Eyewash....

Im Zusammenhang mit dem großen Bankendesaster von 2008 leistete die Politik unisono den Schwur, dass es von nun an keine "systemrelevanten Banken" mehr geben solle!

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Was nicht systemrelevant ist kann pleitegehen!

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Das Problem liegt also darin, dass die Politik es mal wieder nicht schafft, ihren eigene Aussagen und Versprechungen gerecht werden zu können, und sich weiterhin nicht gegen die Finanzlobby durchsetzen zu kann.

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Abgestuftes Haftungssystem- das ich nicht lache- eine Haftung für den Bürger/Steuerzahler über die EZB, die es gar nicht mehr geben sollte....!

Schulden haben Bestand, Gewinne "verjähren" schnell

Seltsam: bei einer Privatinsolvenz blieben bis vor kurzem ihre Schulden mindestens 6 Jahre "erhalten" (hier soll es eine Änderung geben). Pfändbar ist alles, was über dem H4-Satz liegt (und nicht etwa nur lächerliche 8% oder gar 3%, wie bei Banken)
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Viele Banken, die jetzt mit Steuergeldern gerettet wurden, haben teilweise noch im Jahr davor gute Gewinne gemacht und diese ihren Aktionären oder Anlegern ausgeschüttet.
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Wenn ihr Arbeitgeber insolvent geht und sie angeblich davon wussten (oder auch nicht), kann es sein, daß ihre letzten Lohnbezüge (teilweise) zur Begleichung der Schulden ihres alten Arbeitgebers zurückgefordert werden.
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Warum kommt niemand auf die Idee, daß auch die letztjährigen Gewinne einer Bank im Falle einer nötigen Rettung durch den Staat von den Aktionären und Anlegern zurückgefordert werden können?
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Es scheint, als ob nicht nur die Banken, sondern auch die Gewinner der Finanzspekultionen "systemrelevant" sind.

Banken haben einen

Banken haben einen gesellschaftlichen Auftrag der darin besteht die Gelder der Bevölkerung zu verwalten und den Geldfluss zu gewährleisten. Wenn die Manager meinen, dass sie das aufs Spiel setzen können, nur um ihre Aktionäre ein bisschen reicher zu machen, dann gehören sie hinter Schloss und Riegel oder zumindestens aus diesem Bereich der Wirtschaft verbannt (Berufsverbot auf Lebenszeit). Die Zockereien sind nur solange ok, bis es schief geht, aber wie oft muss es denn schief gehen, bis ernsthafte Konsequenzen getroffen werden?
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Jetzt ist Zeit für einen Schuss vor den Bug und eine klare Ansage an die Manager ... keine Experimente oder ihr seit weg vom Fenster und dem bequemen Schreibtischjob.

Endlich wieder Planwirtschaft

Aber halt: der Staat darf sich ja nicht selbst finanzieren (ganz bööse), aber er darf sich verschulden (bei anderen Banken) um einigen maroden Banken Geld zukommen zu lassen (via ESM), damit sich der Staat am Ende dann auch wieder bei den so geretteten, refinanzierten Banken verschulden kann.
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Das ist das System, das man uns immer noch als alternativlos verkauft.
Ein System, indem offensichtlich nicht der Staat und seine Bürger, sondern nur die Banken "systemrelevant" sind.
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Angesichts der bisherigen Summen von 4,5 Billionen Euro für Bankenrettung ist der Streit darüber, ob eine Bank nun 8% oder nur 3% bei einer Rettung beisteuern soll, mehr als lächerlich.
Die Bank gewinnt immer, der Bürger verliert immer - das ist die eigentliche Botschaft des politischen Kasperletheaters.

Wer durchschaut diese Verhandlungen?

Ich nicht. Ich vermute auch der Wirtschaftsjournalist nicht.
Die Co-Kommentatoren hier bestimmt ebenfalls nicht.

Wir können dieses komplexe Geschachere nur beobachten und hoffen dass unsere Politiker, die da mitverhandeln wissen was sie tun und sich nicht über den Tisch ziehen lassen.

Ich würde gerne hören was die Professoren der "Alternative für Deutschland" dazu sagen.

@AlterSimpel:

Wenn ihr Arbeitgeber insolvent geht und sie angeblich davon wussten (oder auch nicht), kann es sein, daß ihre letzten Lohnbezüge (teilweise) zur Begleichung der Schulden ihres alten Arbeitgebers zurückgefordert werden.

 
Nein, das ist so nicht richtig. Rechtmäßig ausgezahlte Löhne und Sozialbeiträge können nicht mehr in die Konkursmasse einfließen.

 
Warum kommt niemand auf die Idee, daß auch die letztjährigen Gewinne einer Bank im Falle einer nötigen Rettung durch den Staat von den Aktionären und Anlegern zurückgefordert werden können?

 
Rechtmäßig ausgezahlte Gewinne können nicht mehr zurück gefordert werden. Das wäre sonst Willkür, die dem Staat nicht zusteht.

@Didi:


Was nicht systemrelevant ist kann pleitegehen!


 
Im Prinzip ja. Aber man sollte zuvor einen Ordnungsmechanismus festlegen, der dazu beiträgt, die Insolvenz möglichst gerecht und mit möglichst geringem Schaden ablaufen zu lassen. Auch die Rechte der Anleger und Anteilseigner müssen gewahrt werden.
Ziel des Ganzen kann es ja wohl nicht sein, dass verärgerte oder frustrierte Bürger die Köpfe von Bankern rollen sehen.

@Forengeschwätz

Ja nun, "rechtmäßig" ist hier eben der springende Punkt.
Es gab Fälle von Geschäftsführern, die sich kurz vor einer Insolvenz nochmal kräftig selbst die Gehälter erhöht haben.
Und es gab eben Fälle, in denen dem Lagerarbeiter unterstellt wurde, er hätte ja gewußt, wie schlecht es um die Firma stünde und von dem der Insolvenzverwalter ganz "rechtmäßig" eine Lohnrückzahlung einforderte.
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Warum sollte denn die Rückforderungen von Gewinnen "Willkür" sein, wenn gleichzeitig die Ersparnisse über 100.000 Euro, die eben zufällig auf dieser Bank liegen, ganz "rechtmäßig" zur Rettung der Bank herangezogen werden dürfen? Darüber berät ja gerade die EU.
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Ich würde es andersherum sehen: der ausländische Großanleger, der sein Geld nach Zypern schafft, wird das aufgrund "guter Beratung" und wegen der Renditeaussichten machen.
Der zyprischen Oma, die im Leben vielleicht 120.000 Euro angespart hat, wird man kaum nachweisen können, daß sie von den riskanten Machenschaften ihrer Bank wusste.

@Maria-José Blumen

@Maria-José Blumen

1)Sozialismus. Was sonst? Wenn hier ein privates Unternehmen dermasen staatlich subventioniert wird, welchen Grund gibt es dann es privatwirtschaftlich laufen zu lassen? Das Geschwätz des Marktwirtschaftlichen Optimums greift ja wohl nicht mehr.
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2)Da bliebe natürlich auch das Klassische Unternehmertum, mit Verliererehre und sozialem Auffangnetz und viel Abenteuergeist allerseits.(Die Kombination mit 1) liese sich wohl nicht immer vermeiden.)
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3)Die Co-Kommentatoren können den Reichtums/Armutsbericht lesen, Brutoinlandsprodukt ergoogeln und simple Mathemamatik.

Die alte Leier nur neu Verpackt.

Also soll in Zukunft der Manager sich den Gewinn auszahlen lassen können und die Miesen muss der Steuerzahler übernehmen.
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Wie lange müssen wir es ertragen, das sich die Banken Ihre Gewinne einfach so zuschreiben können und im Gegenzug keinerlei Sicherheiten vorweisen müssen? Wenn ich als Privatmann einen Kredit haben will, müss ich der Bank zuerst meine 100 - 150% Sicherheit für den Kredit Nachweisen. Wenn ich dann Pleite bin kann sich die Bank für die Nächsten 30 Jahre alles von mir holen incl. stattliche Zinsen.
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Wenn aber eine Bank das Geld der Kunden verplempert, dann muss der Steuerzahler und die Kunden mit Ihrem Geld dafür einspringen. Die Gehälter der Bänker sind aber trotzdem sicher. Egal ob die Bank schon Pleite ist oder nicht.

@AlterSimpel

Vor dem Gesetz muss der Geldanleger (in Ihrem Beispiel ein ausländischer Anleger) mit der Verbraucherin (in Ihrem Beispiel eine zyprischen Oma) gleichgestellt sein.

@von Forengeschwätz

Der Unterschied ist aber in dem Fall wenn der Banker gegen die zyprischen Oma gewettet hat und somit den Gewinn einstreicht.

Dann zahlt in dem Fall nur die Oma und der Banker nimmt ihren Batzen Geld mit nach Hause.

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