Kommentare

Herrscher über den Wolken

Schäuble: "Die EZB könne schließlich ihr Handeln nicht vor allen jeweils höchsten Gerichten in den Euro-Ländern rechtfertigen."
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Und warum nicht?
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Ein Hauptproblem des Euro, wenn nicht der EU-Behörden überhaupt: die Souveränität entgleitet "dem Volk" in Sphären, deren Macht sonstwoher kommt und die meinen, niemandem mehr Rechenschaft schuldig zu sein.
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Für das EU-Parlament soll der Bürger wenigstens noch ab und zu ein Kreuzchen machen (bei dem vermutlich kaum einer weiss, wofür er stimmt). Die Herrscher über unser Geld dagegen schweben über jeder Regierung, über unserer Verfassung.

was darf die EZB

sie darf so gut wie alles . Es geht nicht um Recht und Gesetz, nein man wird sich irgendwie durchmogeln so wie immer. Was nmmt sich eigentlich der Herr Asmussen heraus eine Drohgebärde aufzubauen? Da sieht man doch was sich diese Herren erlauben dürfen. Ein Schelm der böses glaubt Es hat wohl Methode warum das Urteil erst nach der Bundestagswahl erwartet wird.
Das Urteil sollte dann nicht lauten " Im Namen des Volkes"

Es ist der EZB explizit

Es ist der EZB explizit verboten Staatsfinanzierung zu betreiben. Das hat sie aber getan. Mit dem unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen spüren die Politiker keinen Druck mehr, endlich ausgeglichene Staatshaushalte vorzulegen und keine neuen Schulden mehr zu machen.

Das höchste Gericht des Staates . . .

spricht zu Recht von schwierigsten Rechtsfragen bei der Klärung, ob die EZB sich Rechte einräumt, die ihr weder gewährt wurden, noch nach unserer Verfassung zustehen bzw. übertragen werden können.
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Schön, wenn der juristische Sachverstand des Bundesfinz dafür ausreicht, anzuzweifeln, ob das Bundesverfassungsgericht überhaupt über eine Verletzung der Verfassung urteilen kann.
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Egal ob, oder ob nicht. Mit Sicherheit ist er mittlerweile der falsche Mann am falschen Ort, denn offensichtlich ist es ihm mittlerweile nicht mehr möglich, vorurteilsfrei alle Risiken für
D einzuschätzen. Er sollte mal überlegen, in wessen Dienst er steht und auf wen er seinen Eid geschworen hat.

14:03, MyNung

"Für das EU-Parlament soll der Bürger wenigstens noch ab und zu ein Kreuzchen machen (bei dem vermutlich kaum einer weiss, wofür er stimmt)."
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Das "ab und zu mal ein Kreuzchen machen" nennt sich parlamentarische Demokratie. Von der Sie offensichtlich keine hohe Meinung haben. Vom Bürger offensichtlich auch nicht. Denn es ist eigentlich nicht schwer, zu wissen, wofür man stimmt. Man muss sich eben informieren.
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" Die Herrscher über unser Geld dagegen schweben über jeder Regierung, über unserer Verfassung."
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Das ist nun wirklich keine bahnbrechend neue Erkenntnis. "Geld regiert die Welt", wie der Volksmund weiß. Es sind übrigens nicht unbedingt die Herrscher über "unser Geld", denn das ist so wenig daß es sich kaum lohnt, darüber zu herrschen. Diejenigen, die den Löwenanteil des Geldes besitzen, schweben in der Tat über jeder Regierung. Aber nicht erst seit kurzem.

14:22, Werner40

"Es ist der EZB explizit verboten Staatsfinanzierung zu betreiben. Das hat sie aber getan. Mit dem unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen spüren die Politiker keinen Druck mehr, endlich ausgeglichene Staatshaushalte vorzulegen und keine neuen Schulden mehr zu machen."
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Sie argumentieren legalistisch. Und daß "die Politiker" keine neuen Schulden mehr machen, das werden die Anleger schon zu verhindern wissen. Irgendwo müssen sie mit ihrem Geld ja schließlich hin. Und wenn sie sich dann verzockt haben, wird der Bürger schon dafür gerade stehen, so wie das immer schon war. Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Verluste.
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So lange es Keine demokratische Mehrheit für eine Abschaffung des kapitalistischen Systemes gibt, kann man es den gewählten Politikern nicht ankreiden, daß sie im Rahmen desselben agieren.

@fathaland slim: zu "unser Geld"

Es geht nicht um das "böse Kapital" und "mein Geld" ist nicht das bisschen auf meinem Konto.
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Es geht darum, dass die EZB in einer Größenordnung Politik macht, die weit über alles vorherige hinausgeht. Die BB war immer autonom - aber nie wurde erwartet, dass die Regierung und das Parlament gefälligst zu erfüllen haben, was die BB für notwendig erachtet.
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Ich finde es also schon merkwürdig, wenn ein Bundes- (!!!) Finanzminister findet, dass die EZB den VerfGen der Mitgliedsländer keine Rechenschaft schuldig ist.

15:04, MyNung

Das Kapital ist nicht böse, es IST einfach. Und es hat sich in einem Maße akkumuliert, das weit über alles vorhergehende hinausgeht. Die Politik hat natürlich immer das gemacht, was die Bundesbank wollte, und das ist jetzt mit der EZB nicht anders. Anderes anzunehmen halte ich für naiv.
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Gegen die Zentralbank kann keine Regierung anregieren.
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Die moralische Wertung dieser Verhältnisse kann man vielleicht den Theologen überlassen, ich beobachte sie einfach und ziehe daraus meine Schlüsse.
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Daß ich den (Spät)kapitalismus für kontraproduktiv halte, was die Lebensumstände der Menschen/Bürger betrifft, bleibt davon unbeschadet.

15:04, MyNung

"Ich finde es also schon merkwürdig, wenn ein Bundes- (!!!) Finanzminister findet, dass die EZB den VerfGen der Mitgliedsländer keine Rechenschaft schuldig ist."
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Ich bin im Gegensatz zu Herrn Schäuble kein Jurist, und so zugespitzt, wie Sie es formulieren, hat er es wohl auch nicht gesagt, aber es leuchtet mir schon ein, wenn für die rechtliche Kontrolle der europäischen Institutionen der Europäische Gerichtshof zuständig ist.
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Ich habe mit dieser Abgabe nationaler Kompetenzen kein Problem, aber ich will ja auch nicht zu den Nationalstaaten zurück. Ich sehe darin keine Lösung der momentanen Probleme.

Worum es wirklich geht

Der Zweck heiligt eben nicht immer die Mittel. Es geht Draghi und Co. doch nicht um das Wohl der Bürger in der Euro-Zone, sondern um die Rettung der Fehlinvestments u.a. von Goldman Sachs, wo Draghi Vizepräsident war. So sieht's doch aus, nur wissen das die Leute nicht!

Die Quittung am Wahltag

Wie immer in solchen Fällen können wir die Parteien, in diesem Fall schwarz-rot-grün-gelb, nur dann treffen, wenn wir ihnen am Wahltag die Quittung präsentieren. Im Falle der Euro-Skepsis hat diese Quittung auch einen guten Namen: FREIE WÄHLER.

Vorgaucklung von...

..Demokratie. Um mehr geht es bei diesem Schauspiel nicht.

@ 15:47 von Eurogespenst

meine volle zustimmung!
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die finanzwirtschaft hat versagt – wie so oft.
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sie hätte die konstruktionsmängel des euro vorhersehen müssen! und nun muss ein ganzer kontinent dran glauben.

15:47, Eurogespenst

Goldman Sachs ist ein Finanzdienstleister, der versucht, im Interesse der Einleger zu agieren. Das macht übrigens jede Bank.
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Diese griffigen Dämonisierungen bestimmter Akteure stoßen mir ein wenig sauer auf. Das Problem ist das System, nicht einzelne Akteure.

Schäubles Auftritt

Herrn Schäubles Kommentar, dass Gerichte die Unabhängigkeit der EZB zu respektieren hätten, ist empörend. Das sollte jeder vernünftig denkende Mensch sofort einsehen.

Was die EZB und die Währungsunion angeht, frage ich mich weshalb man nicht zurückblickt in die Geschichte. Währungsunionen haben noch NIE funktioniert, siehe etwa die lateinische oder die skandinavische Münzunion. Es geht dabei immer um das gleiche Schema, einer Geldpolitik stehen viele Fiskalpolitiken gegenüber und das führt regelmäßig zu denselben Problemen mangelnder Fiskaldisziplin, unterschiedliche Vertragsauslegung usw Destabilisierend wirken dabei auch mangelnde ökonomische Konvergenz, siehe heute den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit in der südlichen Peripherie.

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt sollte diese Probleme überwinden, aber hier wurde von allen Seiten offener Rechtsbruch begangen. Das scheint in der heutigen Politik sogar salonfähig zu sein. Höre und staune!

Stoppt den Euro zu unser aller Wohl !!

Das sehe ich auch so - aber es fehlt ein Rahmen! Es gibt offenbar keine wirksamen und rechtzeitigen Sanktionen gegen schiefe Haushalte, und wenn einzelne Steuerparadiese aufmachen, haften alle. So geht das einfach nicht!
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Die EU bekommt nicht einmal eine Verfassung hin, und wir sollen unsere Haushaltshoheit abgeben? Zahlen, wenn die Zentralbank das richtig findet, über die Köpfe unseres Parlaments hinweg?
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Vor dem VerfG geht es um die Zulässigkeit des dt. Beitrags, aus dem dt. Haushalt, nach dt. Recht. Dazu hat NUR das VerfG etwas zu sagen, nicht der EGH.

@Eurogespenst

Herr Draghi war nicht nur bei GoldmanSachs, sondern auch Chef der italienischen Zentralbank. In beiden Funktionen hat er nicht viel dafür getan, dass die "Finanzwirtschaft" seriös und bürgergerecht arbeitet. Jetzt kann er in seiner Funktion als Präsident der EZB endlich dafür sorgen, dass alle die, die Geld versenkt haben (GoldmanSachs) oder bis zum Hals in Schulden stecken (Italien) an frisches (fremdes) Geld kommt.

Die EZB ist ja ein Institution, die offenbar unkontrollierbar/undemokratisch handelt, weil niemand den Mut hat, sie zu stoppen. "Sehr klug" von Herrn Schäuble, dass er dem BVerfGer das Recht abspricht, darüber zu urteilen; auf diese Weise könnte weiter "Hinterzimmerpolitik" betrieben werden, von dem die Wähler ferngehalten werden.

Es wird Zeit, dass eine Partei in den Bundestag kommt, die den "großen Konsens" der sogenannten "staatstragenden Parteien" laut und heftig aufmischt. Demokratie ist kein Selbstzweck, sondern für die Bürger da. AfD willkommen!

Klar, einzelne Akteure sind

Klar, einzelne Akteure sind nicht das Problem. AWD ist super, und Maschmeyer war ein Held.

@Linuxpinguin

Man sollte "die Märkte" nicht für alles verantwortlich machen! Märkte funktionieren dann, wenn sie von den politischen Institutionen (Parlamente und Regierungen) reguliert werden. Die EU ist offenbar dazu nicht imstande oder bereit. Der EURO ist eine Fehlkonstruktion in diesem EU-Wirtschaftssystem und offenbar hat niemand den Willen oder die Macht, die Fehler zu korrigieren. Einfach weitermachen und mehr von den gleichen Fehlern wiederholen (noch mehr Geld, noch größere Rettungsschirme, noch mehr Schulden) helfen auf Dauer weder den Bürgern in Geber-, noch den in Nehmerstaaten. Die Verantwortlichen (Regierungen) wolllen aber an der Macht bleiben. Also instrumentalisieren sie die EZB, die ja auch mit Politikern "durchsetzt" ist. Der Bürger schaut betroffen zu und hofft auf die Justiz - wohl vergeblich.....

16:07, gierde zerstört

"die finanzwirtschaft hat versagt – wie so oft.
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sie hätte die konstruktionsmängel des euro vorhersehen müssen! und nun muss ein ganzer kontinent dran glauben."
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Nein, sie hat nicht versagt, denn sie ist ja nicht dem Großen Ganzen verpflichtet, sondern den Anlegern. In deren (kurzfristigen) Interesse nutzt sie die Konstruktionsmängel des Euros aus, um ihnen eine möglichst hohe Rendite zu verschaffen. Das kann man ihr nicht vorwerfen, denn das ist ihre Aufgabe.
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Man kann der Politik vorwerfen, daß sie die Finanzwirtschaft so mächtig hat werden lassen. Aber das war in den marktliberalen 80ern/90ern so gewollt, Stichwort Reaganomics.
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Tja, jetzt ham wa den Salat...

@ 16:19 von RoiBavarois

ergänzend die kopplung des argentinischen peso an den us-dollar, die um 2000 zur argentinischen staatspleite geführt hat. erschreckende und aufschlussreich parallelen zu den entwicklungen im süden europas!
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haarsträubend, dass "verantwortliche" entscheider solch einen schwerwiegenden fehler begehen konnten. und die finanzwirtschaft blind mitgemacht hat.

@16:19 RoiBavarois

Herrn Schäubles Kommentar, dass Gerichte die Unabhängigkeit der EZB zu respektieren hätten, ist empörend.
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Da würde ich Ihnen zustimmen, wenn er das gesagt hätte. Herr Schäuble hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die EZB als europäische Institution nicht der Gerichtsbarkeit des BVerfG untersteht, sondern der des EuGH.
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Es geht hier auch nicht darum, ob die EZB ihr Mandat überschritten hat (das ist in unserem GG nicht definiert), sondern ob unser GG indirekt verletzt sein oder werden könnte.
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Insbesondere geht es um das Haushaltsrecht des Bundestags. Das wäre beispielsweise verletzt, wenn aufgrund zu hoher Ausfälle bei der EZB der Bundestag den Haushalt quasi aufdiktiert bekäme, weil Deutschlands Leistungsfähigkeit überschritten wird. Nur: Wie hoch genau ist denn Deutschlands Leistungsfähigkeit? Kann das BVerG urteilen, ab wieviel € Haftung wir selbst nicht mehr kreditwürdig sind und es zu diesem Szenario kommt? Schwierig.

16:27, MyNung

"Die EU bekommt nicht einmal eine Verfassung hin, und wir sollen unsere Haushaltshoheit abgeben? Zahlen, wenn die Zentralbank das richtig findet, über die Köpfe unseres Parlaments hinweg?"
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Da bin ich komplett bei Ihnen, unsere Regierungen haben offensichtlich ihre Hausaufgaben nicht gemacht und wohl die Macht der "Finanzmärkte" unterschätzt.
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Im Augenblick hat es höchste Priorität, die momentane Krise zu überwinden und daraus die notwendigen Lehren zu ziehen. Ich sehe da allerdings schwarz, denn die marktradikale Fraktion ist immer noch nahezu unschlagbar stark.
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Die Banken haben uns den Schlamassel eingebrockt, deswegen finde ich es eigentlich nicht schlecht, wenn die EZB erst einmal Feuerwehr spielt. Es handelt sich um eine Situation, die so, bis auf einige unverbesserliche Kapitalismuskritiker, niemand vorausgesehen hat.
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Diese haben allerdings schon in den 80ern, zur Zeit der schönen neuen Reaganwelt, darauf hingewiesen, daß Kettenbriefe betrügerisch sind.

16:28 von Eurogespenst

"Klar, einzelne Akteure sind nicht das Problem. AWD ist super, und Maschmeyer war ein Held."
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Nun fallen Sie mal nicht ins andere Extrem und schütten das Kind mit dem Bade aus:=)
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Zwischen Held und Schurke ist sehr viel Platz für viele graue Mäuse, bzw. die etwas größeren Tiere, die aber ähnlich aussehen...

Zu am 11. Juni 2013 um 16:23 von Linuxpinguin

Schöner Beitrag, dem ich teilweise auch unterstütze.
Aber auch hier fiel mir auf, dass manche EU und Euro nicht auseinander halten. Oder zählen Dänemark und Schweden nicht mehr zur EU. Die haben (klugerweise) keinen Euro.
M.E. nach muss der Euro nochmal zugunsten von nationalen Währungen geopfert werden, um ein Zerbrechen der EU zu verhindern.
Denn bei Geld hört die Freundschaft auf - dies hat man ja die letzten Jahre mehr als deutlich gesehen, dass das Sprichwort voll zutrifft.

16:42, SirEdward

" helfen auf Dauer weder den Bürgern in Geber-, noch den in Nehmerstaaten. "
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Um die geht es ja auch gar nicht, es geht darum, daß das ganze System nicht zusammenkracht, denn das ginge mit einer ungeheuren, geschichtlich beispiellosen Kapitalvernichtung einher.
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Da kann man natürlich auf Einzelschicksale keine Rücksicht nehmen. So lange die Bürger in ihrer Mehrheit keinen Systemwechsel wollen und statt dessen mit dem Finger aufeinander zeigen, wird sich das auch nicht ändern.

@fathaland slim

Sie argumentieren widersprüchlich- einerseits konzedieren Sie:

„Das ist nun wirklich keine bahnbrechend neue Erkenntnis. "Geld regiert die Welt", wie der Volksmund weiß.“, und andererseits monieren Sie, dass ein anderer User [MyNung] „keine hohe Meinung von der parlamentarischen Demokratie hat“, weil er eben diesen Zustand kritisiert.
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Genau das ist das Problem, dass das Kapital [Geld] die Politik determiniert. Einem Herrn Ackermann war es so ziemlich egal, wer unter ihm hier Kanzler[in] spielen durfte, und die Politik, die sich im Rahmen der „marktkonformen Demokratie“ ausschließlich auf die Märkte ausrichtet und kapriziert, führt in der Tat die parlamentarische Demokratie ad absurdum, weil hier nur noch, wenn überhaupt, Akklamationsveranstaltungen stattfinden.
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Dieser Vorgang ist so weit fortgeschritten, dass es kaum noch potente politische Alternativen gibt, die dieser Umklammerung des Kapitals die dringend notwendige Absage erteilen wollen...!
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Letzte Rettung: BVerfG!

Erwartung

Ich meine, dass man zumindest vom höchsten deutschen Gericht erwarten könnte, dass es die Bundesbank anweist, künftig nicht mehr am Erwerb von Staatspapieren teilzunehmen. Ferner sollte die Bundesbank Ihren Target2 Saldo limitieren oder für Überschreitungen dieses Limits als Ausgleich erstklassige Sicherungen übertragen bekommen usw. Schließlich lassen sich die diesbezüglichen Risiken nicht mehr überblicken und können theoretisch und praktisch ins Uferlose wachsen.

Wie las es sich so schön in einem anderen Forum, "es kann nicht sein, dass der Zeitgeist höher geschätzt wird als die Werte unserer Kultur, für die unser Rechtsstaat steht."

Im übrigen bin ich der Meinung, dass der Euro nicht funktioneren wird.

@ 16:43 von fathaland slim

"Nein, sie hat nicht versagt, denn sie ist ja nicht dem Großen Ganzen verpflichtet, sondern den Anlegern."
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dochdoch. man kann der finanzwirtschaft und den selbsternannten "experten" sowie der politik vorwerfen, dass die vorhersehbaren eurobedingten entwicklungen nicht erkannt wurden. das was heute im süden passiert - aufgrund der gemeinschaftswährung für völlig unterschiedlich wettbewerbsfähige volkswirtschaften – ohne jeglichen staatenfinanzausgleich – war absolut vorhersehbar! es war vorhersehbar von den entscheidern, die mittels soli und länderfinanzausgleich hudnerte milliarden von starken in strukturschwache regionen der republik transferieren.
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ich betone: es war absolut vorhersehbar. und es ist auch bekannt, dass austerität nicht die probleme löst: die arbeitslosigkeit und die rezession und die hierdurch bedingten gesunkenen steuereinnahmen und die somit erwirkte fehlende kreditwürdigkeit.

18:05, gierde zerstört

Sie haben mich falsch verstanden. Natürlich kann man, vom moralischen Standpunkt betrachtet, der Finanzwirtschaft ihr Handeln vorwerfen. Ich gehe aber noch weiter und behaupte, daß die Finanzwirtschaft generell an der Wohlfahrt des Gemeinwesens nicht interessiert ist.
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Über die Rolle des Euros brauchen wir nicht zu diskutieren, da wir da wohl auf keinen gemeinsamen Nenner kommen werden. Ich behaupte aber, daß die Problematik um denselben bestenfalls ein Symptom der Krise und nicht ihr Auslöser ist. Ein Nebenkriegsschauplatz. Hätte die Politik nicht das Zepter an die Finanzmärkte abgegeben, würde auch der Euro funktionieren, denn er ist einfach nur eine Verrechnungseinheit.
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Sie machen alles an Wettbewerb und Wettbewerbsfähigkeit fest. Darum geht es aber gar nicht mehr, es geht darum, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Es ist genug für alle da. Die Reagan/Thatchersche Marktentfesselung hat hier allerdings als Verteilungsinstrument auf ganzer Linie versagt.

18:05, gierde zerstört

" die mittels soli und länderfinanzausgleich hunderte milliarden von starken in strukturschwache regionen der republik transferieren."
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Anders kann ein gemeinsamer Wirtschafts- und Währungsraum gar nicht funktionieren, wer etwas anderes behauptet lügt sich in die Tasche. Deswegen sollten die AfD-Eurogegner auch so ehrlich sein, zuzugeben, daß sie argumentativ mit der CSU, was den Länderfinanzausgleich angeht, auf einer Linie liegen. Wir wollen unsere Kohle behalten und geben nix ab. Das funktioniert aber natürlich auch nicht und führt im schlimmsten Fall zum Krieg.
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"ich betone: es war absolut vorhersehbar. und es ist auch bekannt, dass austerität nicht die probleme löst: die arbeitslosigkeit und die rezession und die hierdurch bedingten gesunkenen steuereinnahmen und die somit erwirkte fehlende kreditwürdigkeit."
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Da sind wir völlig auf einer Linie.

@Eurogespenst

Im Falle der Euro-Skepsis hat diese Quittung auch einen guten Namen: FREIE WÄHLER.

 
Wahlwerbung hat in Diskussionsforen meiner Meinung nach nichts zu suchen.

@ 20:02 von fathaland slim

Ich respektiere sie und ihre meinungsbildung.
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selbstverständlich haben sie recht, dass die finanzwirtschaft, welche von kapitalseignern und normalen menschen, die ihre altersvorsorge gezwungenermaßen selbst in die hand nehmen müssen, weil schröder, maschmeyer und freunde sie dazu gezwungen haben, teilweise völlig unreflektiert – "blind" – ermächtigt wurde per unterschrift unter zuviel kleingedrucktem, NICHT interessiert ist am gemeinwesen. auch hierfür trägt – wir sind einer meinung – die politik die verantwortung! das ist wirklich zutiefst bedauerlich!
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ich würde mich freuen, wenn sie anstelle des euro einmal die west-dm setzen würden. nach der wiedervereinigung war die ost-vw nicht wettbewerbsfähig. und schon gar nicht unter der harten west-dm. in schwächerer form ist die ex-ddr vergleichbar mit dem süden europas.
was haben wir getan um MASSENARBEITSLOSIGKEIT zu verhindern?
wir haben den soli eingeführt, mittels dessen hunderte milliarde west-dm/später euro gen osten flossen.

@Werner40

... endlich ausgeglichene Staatshaushalte vorzulegen und keine neuen Schulden mehr zu machen.

 
Neulich hat hier jemand behauptet, dass Banken oder Staaten neues Geld schöpfen oder drucken können. Sollte da was dran sein und sollte es sich rum sprechen, dann wären wir die Staatsschulden ja vielleicht bald los und die Eurokrise wäre abgehakt.

@ 20:13 von Forengeschwätz

"Wahlwerbung hat in Diskussionsforen meiner Meinung nach nichts zu suchen."
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blinde gefolgsamkeit und das zünden von nebelkerzen ebensowenig.
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wenn medien und diskussionsteilnehmer berechtigte meinungen und parteien zu tabuisieren gedenken, ist es unter umständen ein demokratischer akt, eine andere sichtweise zu vermitteln.

20:20, gierde zerstört

"was haben wir getan um MASSENARBEITSLOSIGKEIT zu verhindern?
wir haben den soli eingeführt, mittels dessen hunderte milliarde west-dm/später euro gen osten flossen."
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Ist ja mein Reden.
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Aber auch da wurde viel Schindluder getrieben, wenn man sich ansieht, wohin die Kohle dann letztendlich geflossen ist. Nämlich wieder zurück in den Westen.
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Aber vielleicht kann man gerade mit diesem Argument den Leuten einen europaweiten Länderfinanzausgleich schmackhaft machen:=)

us-notenbank @ 20:22 von Forengeschwätz

"Die US-Notenbank kauft seit einem halben Jahr monatlich für 85 Milliarden Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere. Mit dem so geschaffenen Geld soll die Wirtschaft angekurbelt werden. Zuletzt hatten Spekulationen zugenommen, die Fed könnte früher als erwartet ihre Politik des billigen Geldes zurückfahren. Bernanke sagte nun, er werde weitermachen, bis sich die Lage wesentlich gebessert habe. "
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was genau an diesem zitat verstehen sie nicht???
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Quelle:
http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/a-901313.html

@ 20:32 von fathaland slim

"Aber vielleicht kann man gerade mit diesem Argument den Leuten einen europaweiten Länderfinanzausgleich schmackhaft machen:=)"
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das werden sie niemals hinbekommen. leider. und dies hinzubekommen wäre die voraussetzung für ein theoretisches funktionieren des euro. glauben sie mir, die währung ist eine fehlkonstruktion! ich liebe europa! begegnungen. voneinander lernen. aber ich verachte die versager in politik und in finanzwirtschaft, die nicht den mumm haben, ihren fehler einzugestehen! die ihre persönliche eitelkeit über die zukunft eines kontinents stellen.

@gierde zerstört

Ich finde, dass Wahlwerbung für eine konkrete Partei in einem Diskussionsforum nichts verloren hat. Das kann man sicher nicht als Werfen von Nebelkerzen bezeichnen, eher im Gegenteil. Argumente sind doch immer interessanter, als Bekehrungsversuche. Gelle?

@gierde zerstört:

was genau an diesem zitat verstehen sie nicht???

 
Ich verstehe das Zitat vollkommen. Die US-Notenbank schöpft allerdings kein Geld (falls Sie das damit belegen wollten). Außerdem ist unschwer erkannbar, dass sich der Dollar aktuell nicht unter Abwertungsdruck befindet.

wahlwerbung "afd" @ 20:51 von Forengeschwätz

ich würde mich darüber freuen, wenn die "afd" über 10 oder 15 prozent kommt! die "afd" vertritt von der tonalitiy her nicht meine position. "wir zahlen die zeche". jedoch vertritt sie eine legitime, meiner meinung nach vernünftige position, dass der euro als währung für unterschiedlich wettbewerbsfähige volkswirtschaften eine fehlkonstruktion ist!
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in diesem sinne kann ich frohen mutes zum kreuz bei der "afd" ermuntern!
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ich hätte mich gefreut, wenn eine wahre demokratie eine wahre opposition oder gar eine wahre fraktionsinterne opposition ermöglichen würde. ein paar parlamentarier, die sich gewissenhaft mit den fehlentwicklungen in europa auseinandersetzen und eine längst überfällige diskussion im berliner parlament erzwingen! da dies nicht der fall ist, was mich erschüttert, möchte ich hiermit die euroskepsis einer partei namens "afd" als absolut legitim und berechtigt deklarieren!

@ 20:57 von Forengeschwätz

die usa werten ab!!! mit 85 milliarde dollar monatlich. begreifen sie es! nichts anderes habe ich jemals behauptet!

@ 20:57 von Forengeschwätz

"Außerdem ist unschwer erkannbar, dass sich der Dollar aktuell nicht unter Abwertungsdruck befindet."
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selbstverständlich verliert eine währungseinheit an wert, wenn unmengen der gleichen währungseinheit aus dem nichts generiert werden!

@gierde zerstört

die usa werten ab!!!

 
Wem gegenüber werten die USA ab?
Gegenüber welchen Währungen verliert der Dollar an Wert?
Und woraus schließen Sie, dass der Dollar an Wert verliert?

20:38, gierde zerstört

Wir sind uns auf jeden Fall einig, daß die Sache so, wie sie momentan betrieben wird, nicht funktionieren kann.
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Ihr Vorschlag mit den regionalen Parallelwährungen ist immer noch charmant:=)

@gierde zerstört

die usa werten ab!!! mit 85 milliarde dollar monatlich. begreifen sie es!

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Die USA fahren ein 85 Milliarden Jobprogramm. Das kann man richtig finden oder falsch. Aber was hat das mit Abwertung zu tun?

21:20, gierde zerstört

Und jetzt ham se mich komplett verloren.
Die AfD ist Teil des Problems (alte Eliten), nicht der Lösung!

@gierde zerstört

in diesem sinne kann ich frohen mutes zum kreuz bei der "afd" ermuntern!

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Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass es nicht der Sinn eines Diskussionsforums sein kann, Werbung für Parteien oder Interessengruppen zu machen.
Ich bin eher für inhaltliche Diskussionen statt Missionstätigkeit.

20:57 , Forengeschwätz

"Ich verstehe das Zitat vollkommen. Die US-Notenbank schöpft allerdings kein Geld"
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Das Zauberwort heißt "Giralgeldschöpfung".
Können Sie nachschlagen.

@ 21:38 von fathaland slim

vielleicht sind die alten eliten ja teil der nicht wählbaren eigentlichen alternative.
.
ich habe hervorgehoben, dass ich die afd nicht mag. es ist traurig, dass so wenig menschen den euro in frage stellen.
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ich habe sie nicht verloren. wenn dann hat südeuropa sie verloren. das bedauere ich. wenn sie sich auf meine inhalte beschränken würden, würden sie nicht auf distanz gehen.

@ 21:43 von ene mene muh
"Ich bin eher für inhaltliche Diskussionen statt Missionstätigkeit."
lesen sie meinen beitrag.

@ 21:35 von ene mene muh

"Die USA fahren ein 85 Milliarden Jobprogramm. "
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wenn die ezb 200 milliarde staatsanleihen kauft, wertet der euro ab - automatisch. gleiches gilt für die us-notenbank. der zweck ist selbstverständlich eine belebung der konjunktur.

@ 21:31 von Forengeschwätz

"Gegenüber welchen Währungen verliert der Dollar an Wert?"
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gegenüber allen anderen währungen. wenn munter drauf los geld aus dem nichts "gedruckt" wird, wird jede währungseinheit weniger wert.

@ fathaland slim

"Ihr Vorschlag mit den regionalen Parallelwährungen ist immer noch charmant:=)"
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ja da sind wir einer meinung. weshalb sie mir nun aber eins überdonnern, weil ich eine innerparlamentarische stimme gegen den euro entstigmatisieren möchte, entzieht sich meinem verständnis. wer weiß, vielleicht ist die afd ja sogar von den üblichen verdächtigen iniziiert worden, damit eropafreunden die eurogegnerschaft erschwert wird?!! der euro ist eine fehlkonstruktion! er zerstört europa. dass dies im parlament kaum jemanden interessiert, spricht nicht für den euro sondern gegen unser demokratieverständnis.

21:59, gierde zerstört

"vielleicht sind die alten eliten ja teil der nicht wählbaren eigentlichen alternative."
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Verstehe ich nicht. Die kann man doch wählen? Auch wenn ich den Teufel tun würde.
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"ich habe hervorgehoben, dass ich die afd nicht mag."
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Verzeihung, das lese ich aus Ihrem Beitrag nicht heraus.
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". es ist traurig, dass so wenig menschen den euro in frage stellen."
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Außer hier im Forum:=)
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Es ist für mich nicht so wichtig, ob man den Euro in Frage stellt oder nicht. Die Motivation ist entscheidend. Viele stellen ihn aus Gier in Frage, weil sie meinen, er würde sie zwingen, den Armen, die es nicht verdient haben, zu geben. Niemand versteht wirklich, worum es eigentlich geht, ich möglicherweise auch nicht, aber Angst haben viele.

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