Kommentare

Billiger billiger billiger

Mal ehrlich - wer glaubt die Deutschen Löhne gerade in der Industrie können sich dem Dumping entziehen ... der irrt.
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Klar - noch gibt es die Leiharbeiter, die ausgebeutet werden, auch zum Wohle der Stammbelegschaften.
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"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" - ist eh nur theoretisch. Den Gewerkschaften sind Leiharbeiter offenbar egal.
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Die Prämien und Löhne der Stammbelegschaften steigen ... die Anzahl der Aufstocker auch. Komisch oder!?
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Langfristig müssen auch die Stammbelegschaften Federn lassen, denn wenn Frankreich, Spanien und Griechenland dann demnächst billiger sind als Deutschland ... tja ... wer muss dann sparen und an den Arbeitskosten drehen?
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Dieses dauerhafte Lohndumping nützt niemanden, es gefährdert sogar die Stabilität in Europa und macht die Volkswirtschaften dauerhaft abhängig vom Export ... macht das Sinn... wohl kaum.
Irgendwann fällt in China ein Reissack um - und hier werden 10000 Leute entlassen.
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Soviel zum Thema billig billig billig.

Europäische Arbeitsmarktpolitik

Solange es in Europa keine einheitliche Politik gibt - solange wird sich auch nichts ändern.
Die Deutschen halten sich die Geilsten - die anderen müssen billiger werden und irgendwann die Deutschen Löhne unterbieten.
Und dann?
Kein europaweiter Mindestlohn ... keine einheitliche Arbeitsmarktpolitik, von gemeinsamer Wirtschaftspolitik braucht man gar nicht zu sprechen.
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Diese Unterschiede werden Europa spalten ... und letztlich dafür sorgen, dass die Generation heute nur noch von dem Träumen darf, was ihre Eltern hatten.
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Tja - dumm gelaufen.

wie im manchester kapitalismus

in der "grande nation perdue" ist ein gesamtheitliches denken und gemeinsames agieren der patrons und gewerkschaften nicht denkbar. letztere sehen sich als klassenkämpfer gegen den bösen unternehmer, der sie nur ausbeuten will. darum werden errungene pfründe aggressiv verteidigt. "wir müssen sparen, aber bitte nur die anderen, ich nicht" ist ein gängiger spruch. zudem hat das land 56% beamten mit massiven pfründen. aus meiner sicht ist unser nachbar arg wettbewebsunfähig. das ist täglich sichtbar. da hilft auch nicht die touristische käse-baguette-wein dudelei. alle präsidenten der 5.republik haben das thema ausbildung der jugend verschlafen und nun kommt im globalen wetbbewerb die harte rechnung. meine frau kommt aus frankreich und ist glücklich, hier in deutschland arbeiten & leben zu können.

@maxxboersi, 13:12 - Monsieur le Capital

Gehe ich recht in der Annahme, dass in Frankreich ungefähr 10 Prozent der Lohnabhängigen und sogar etwa 25 Prozent derjenigen unter 25 Jahren ohne Job sind, weil die Lohnabhängigen im Marktwirtschaftssystem nichts weiter sind als das Mittel namens Humankapital, das für den Zweck mit Namen unternehmerische Geldvermehrung vernutzt oder aber von Monsieur le Capital als Arbeitsloser aufs Pflaster geworfen wird, falls sich durch die Auspressung dieser Menschen bei der Produktion von Waren aus investiertem Geld nicht mehr Geld machen lässt?

Unsere Schuld...

Frankreich hat bisher eigentlich fast alles richtig gemacht. Das es trotzdem in immer größere Probleme gerät, liegt in erster Linie an Deutschland. Durch unseren wachsenden Niedriglohnsektor (Stichwort Aufstocker) subventionieren wir als Gemeinschaft die Produktion der hier ansässigen Unternehmen. Zum Teil schöpfen diese das dann als Gewinne wieder ab, aber zu einem größeren Teil nutzen sie diese Möglichkeit, um international die Konkurrenz zu unterbieten.

Wenn andere das machen, reagiert die EU oft radikal, z.B. mit Strafzöllen auf chinesische Solarpanels. Wenn Deutschland das macht, wird die Schuld den anderen in die Schuhe geschoben, dann sind die Griechen korrupt, die Spanier faul, und die Franzosen Sozialisten.

Dabei würde es allen besser gehen, wenn auch wir in D. Lohnerhöhungen durchsetzen würden. Nicht nur dem Rest der EU, sondern auch allen Arbeitnehmern hier. Wird leider nichts, wenn auch noch die dank uns arbeitslosen Miteuropäer hier beim Lohndumping mitspielen (müssen).

@maxxboersi

Ich kann Ihnen nur zustimmen.
Ich kenne einige Franzosen seit meiner Kindheit. Mein Vater lebte vor meiner Geburt einige Zeit in Frankreich. Die Kontakte bestehen heute noch. Das Ziel eines jeden französischen Elternpaares war und ist es auch heute noch die eigenen Kinder in den Staatsdienst zu schaffen.
Auch haben die Gewerkschaften eine ganz andere Macht als in D.
Die Agenda 2010 wäre in Frankreich nie umsetzbar gewesen. Heute angekündigt, morgen brennt Paris. Deshalb bewegt sich in F. nichts. Die, die Arbeit haben geht es gut.

@bitterpille

Ich verteufele unseren wachsenden Niedriglohnsektor. Dadurch werden Unternehmen, die viele Aufstocker beschäftigen indirekt subventioniert. Die Gewerkschaften haben hier in D. wenig Macht und sind nicht gegen die Agenda 2010 sturm gelaufen. Auch interessiert die Gewerkschaften das Schicksal der Zeitarbeiter/ Leiharbeiter wenig. Die Stammbelegschaft wird zunehmend kleiner, verdient aber immer fetter. Auch ist es für die Unternehmen viel zu leicht aus dem Tarifverbund auszuscheren, daher muss ein gesetzlicher Mindestlohn her.
Aber der französische Arbeitsmarkt ist für die Zeiten der Globalisierung viel zu starr und unbeweglich. Sarkozy hatte wenig Reformen umgesetzt. Hollande hat diese teilweise zurück genommen. Würden die Wettbewerbsfähigkeit der Südländer wirklich steigen, wenn die Deutschen ihre Löhne kräftig erhöhen?

@bitterepille, 14:16 - Konkurrenzvorteil

Gehe ich recht in der Annahme, dass aus dem Vorschlag, die Löhne in Deutschland zu erhöhen, um den "Rest der EU" beim Kampf um den Warenverkauf konkurrenzfähig zu machen, leider nichts wird, weil die niedrigen Lohnstückkosten in Deutschland das Mittel der deutschen Unternehmen sind, um in der Marktkonkurrenz sich durchzusetzen, damit sie ihr Geld, das sie in die Produktion von Waren investiert haben, beim Verkauf der Waren auf den Märkten in der EU und in aller Welt erheblich vermehren?

@bitterepille

Fast alles richtig gemacht?! Falsch! aufgeblähter Staatsapparat, Gewerkschaften, die wegen jeder Kleinigkeit die Nation in Streikhaft nehmen, mangelhaftes Ausbildungssystem.
Das sind schon kapitale Fehler.
Die Mär, dass Deutschland durch "Dumpinglöhne" massive Verkaufsvorteile hat, ist auch durch noch so eifriges wie häufiges Wiederholen nicht richtig. Niemand kauft Maschinen, weil sie billig sind, sondern wegen der Qualität. Das gilt i.d.R. auch für z.B. Autos und Anderes.
Derzeit ist es chic, Asche über unsere Häupter zu streuen und zu sagen "wir Deutsche sind schuld an der Misere". Biliger geht es wohl nicht. Aber es ist wohl ein deutscher Wesenszug, das Eigene ständig zu zerreden (Stichwort Bildungspolitik) und sich selbst in Dauerschuldhaft zu begeben, anstatt sachlicht zu argumentieren. Der Polemik in Teilen der Auslandsmedien blind zu folgen ist unkritisches Verhalten und wohl dem Wunsch geschuldet, sich nicht zu wohl zu fühlen. Und stolz auf eigene Leistung sein darf man nie!

Die alte Leier des IWF

"Arbeitskosten drücken", "Steuererhöhungen beenden", "geringerer Mindestlohn und flexiblere Arbeitsverträge", etc pp.
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Selbst in den USA funktioniert das kaum und die Wirtschaft kann nur mit heimlich gedrucktem Geld und "aggressiver" wirtschaftlicher Eroberungspolitik am Laufen gehalten werden.
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Mit solchen Vorschlägen sorgt man nur dafür, daß sich die europäischen Nationen gegenseitig ausspielen.
Wir können aber nicht so billig werden wie die Chinesen oder andere Asiaten, weshalb die Vorschläge am Grundproblem vorbeigehen.
Und das heißt immer noch: weltweiter Freihandel.
Und während wir immer noch darauf warten, daß sich die Lohnverhältnisse in zB Banglasdesh auf die unseren anheben (der Entwicklungshilfegedanke der Globalisierung), übersehen wir, daß wir auf dem besten Wege sind, unsere Lohn-und Sozialverhältnisse an das unterste Niveau anzupassen.
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Genau das ist letztlich die Forderung des IWF und der dahinter stehenden Wirtschaftsideologie (nicht -wissenschaft!)

@mondfee, 14:33 - Widerspruch?

Gehe ich recht in der Annahme, dass man respektive frau sich in einen Widerspruch verwickelt, wenn man/frau innerhalb von 14 Minuten die Agenda 2010 zunächst als ein taugliches Mittel zur Flexibilisierung des französischen Arbeitsmarktes lobt, um selbige dann als ein lohnsenkendes Übel für die deutschen Lohnabhängigen zu kritisieren, gegen das die Gewerkschaften in Deutschland eigentlich Sturm laufen müssten?

Aggressive Maßnahmen tun nicht nur in Frankrech Not!

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Steuerhinterziehung mit aller Härte verfolgen, Sozialdumping strafrechtlich wie Betrug und Untreue bewehren, Hedgefonds und jede Form der Spekulation an den Börsen verbieten, Mittelstand und Industrie eine duale Ausbildung des benötigten Nachwuchses aufzwingen ... es gäbe Vieles, was sich nahezu sofort anstoßen ließe.
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Hört nicht auf das Geschrei derer, die vorgeben, mt "ihrem" Geld weggehen zu wollen. Die beuten in Europa aus, weil sie in Indien und China nicht mitspielen dürfen. Da geht Keiner weg. Die werden Alle so anständig, wie sie müssen, wenn sie unter uns leben wollen!
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Grüß Gott
und Glückauf
Friederich Prinz

@erstaunt, 14:46 - Lohnstückkosten?

Gehe ich recht in der Annahme, dass die Verkaufsvorteile, welche die deutschen Waren auf allen Märkten dieser Welt haben, den niedrigen Lohnstückkosten in Deutschland sich verdanken, mittels derer die deutschen Unternehmen ihre Konkurrenten aus Frankreich et cetera niederkonkurrieren?

zu eindimensional...

@ erstaunt

die Zusammenhänge lassen sich besser verstehen, wenn man in Verhältnissen denkt, statt in Floskeln. Deutschland hat seine fast einmalige Stellung auf den Weltmärkten nicht aufgrund seiner niedrigen Löhne. Da werden wir Bangladesch nie einholen können.

Hmm.. und trotzdem redet keiner von Bangladesch, sondern immer nur von China, obwohl die Leute da das zwei- bis fünffache verdienen. Warum? Weil es auf das Verhältnis von Leistungsfähigkeit und Kosten ankommt. Und gemessen an der Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie *sind* die Löhne zu niedrig. Früher haben jene französische, japanische, koreanische und italienische Autos gekauft, die nicht genug Geld für deutsche Autos hatten (Nobelmarken mal aussen vor). Heute passiert das immer weniger, weil der Preisvorteil zunehmend schrumpft. Warum? Zu niedrige Löhne, Leiharbeit (übrigens auch im hochqualifizierten Sektor), Aufstocker.

Dass Fr. auch seine Fehler hat, bleibt dabei unbenommen. Aber soo groß sind sie nicht.

Niedriglohnsektor in Deutschland hat damit nichts zu tun!!

Wenn mmer wieder einoge Kommentaoren behaupten dass der deutsche Niedriglohnsektor Schuld an der Arbeistlosigkeit in anderen Ländern ist dann ist das eindeutig falsch.
Denn die Löhne in Deutschland sind trotz Niedriglohnsektor im Durchschnitt immer noch deutlich höher als in den betroffenen Ländern.
*
Durchschnittlicher Bruttojahresverdienst in der Industrie und im Dienstleistungssektor
im Jahr 2010 laut Eurostat:
Deutschland = 42.100 Euro
Frankreich = 34.854 Euro
Spanien = 27.438 Euro
*
Wie gesagt beinhaltet dieser Durchschnittslohn auch die Niedriglohnsektoren (DESWEGEN DURCHSCHNITT) und somit ist die Arbeit nach wie vor in Deutschland teurer als in diesen anderen Ländern.
Vor allem wenn noch die Lohnnebenkosten dazu kommen!
Es wäre also mal Zeit diese unsinnige Schuldzuweisung an den deutschen Arbeitsmarkt aufzugeben, weil es einfach nicht stimmt!

@ 13:04 von MrEnigma

Sie schreiben:
"Billiger billiger billiger
Mal ehrlich - wer glaubt die Deutschen Löhne gerade in der Industrie können sich dem Dumping entziehen ... der irrt."
*
Wer behauptet dass in der deutschen Industrie die Löhne niedriger sind als in Frankreich der irrt ganz gewaltig:
Durchschnittlicher Bruttojahresverdienst in der Industrie und im Dienstleistungssektor
Im Jahr 2010 laut Eurostat:
Deutschland = 42.100 Euro
Frankreich = 34.854 Euro
Spanien = 27.438 Euro
*
Und seit 2010 sind die Löhne in Deutschland noch mal deutlicher angestiegen als in den anderen Ländern!

Wettberwerbsvorteil Lohnkosten

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@Wiesengrund
Ja, sie sehen das richtig. DER wesentlich Grund für den momentanen wirtschaftlchen Erfolg der BRD ist die deutsche Wettbewerbsverzerrung zu Lasten unserer Nachbarn, die wir mit deutlich geringeren Lohnstückkosten aufgrund massiv subventionierter Lohnkosten hinbekommen.
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Diese "versteckte" Subventionierung heißt konkret "Aufstocker", "1-Euro Jobs", "Mißbrauch der Leih- und Zeitarbeit", "staatlich gelenktes Lohndumping", "geschwächte Arbeitnehmerrechte" ...
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Stolz müssen wir DARAUF wirklich nicht sien :-(
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Grüß Gott
und Glückauf
Friederich Prinz

@ 14:38 von wiesengrund

Sie schrieben:
"Gehe ich recht in der Annahme, dass aus dem Vorschlag, die Löhne in Deutschland zu erhöhen, um den "Rest der EU" beim Kampf um den Warenverkauf konkurrenzfähig zu machen, leider nichts wird, weil die niedrigen Lohnstückkosten in Deutschland das Mittel der deutschen Unternehmen sind, um in der Marktkonkurrenz sich durchzusetzen, damit sie ihr Geld, das sie in die Produktion von Waren investiert haben, beim Verkauf der Waren auf den Märkten in der EU und in aller Welt erheblich vermehren?"
*
Sie gehen jedenfalls nicht Recht in der Annahme dass niedrige Löhne für niedrige Lohnstückkosten in Deutschland verantwortlich sind.
Die Löhne sind in Deutschlands Industrie deutlich höher als in anderen Ländern:
Im Jahr 2010 laut Eurostat:
Deutschland = 42.100 Euro
Frankreich = 34.854 Euro
Spanien = 27.438 Euro
*
Höhere Produktivität und modernere Infrastrutur in den Unternehmen sind der Grund für niedrigere Lohnstückkosten!
Deutsche Unternehmer investieren rechtzeitiger als andere!

@ 16:12 von fprinz

Sie schreiben:
"DER wesentlich Grund für den momentanen wirtschaftlchen Erfolg der BRD ist die deutsche Wettbewerbsverzerrung zu Lasten unserer Nachbarn, die wir mit deutlich geringeren Lohnstückkosten aufgrund massiv subventionierter Lohnkosten hinbekommen."
*
Und deswegen ist ein VW Golf deutlich teurer als ein Peugeot oder Fiat und wird trotzdem eher gekauft?
Nein, es hat NICHTS mit den deutschen Löhnen zu tun, denn die sind nach wie vor deutlich höher als in Frankreich oder Spanien wie schon gerade von mir beschrieben.
Dass trotz höherer Durchschnittslöhne in Deutschland die Lohnstückkosten teilweise niedriger liegen als in Frankreich oder Spanien liegt daran dass deutsche Unternehmen früher und besser in moderne Infrastruktur (Fertigungsanlagen) investieren und dadurch in gleicher Arbeitszeit mehr "Stücke" fertigen können.
DAS bedeutet niedrige Lohnstückkosten trotz höherer Löhne.
Wer so viele Firmen im Ausland gesehen hat wie ich kennt das sehr gut!
Und Qualität wird gekauft!

@ erstaunt Warum war es dann

@ erstaunt

Warum war es dann überhaupt nötig mit der Agenda 2010 eine Lohnsenkungspolitik zu betreiben, wenn die deutschen Produkte doch sowieso zu jedem Preis auf dem Weltmarkt gekauft werden würden?
Das der Absatz von Produkten nicht vom Preis abhinge, ist grober Unfug.

@ Bernd1

Wie viel investiert wird spielt keine Rolle.
Es kommt nur darauf an, wie sich die Löhne im Verhältnis zur Produktivität entwickeln.
In Deutschland liegt die Lohnentwicklung darunter, in Frankreich ziemlich genau gleich der Produktivitätszunahme, d.h. die Menschen dort partizipieren in angemessener Weise vom Wirtschaftswachstum.

@ 16:42 von Nny

Sie schreiben:
"Es kommt nur darauf an, wie sich die Löhne im Verhältnis zur Produktivität entwickeln.
In Deutschland liegt die Lohnentwicklung darunter, in Frankreich ziemlich genau gleich der Produktivitätszunahme, d.h. die Menschen dort partizipieren in angemessener Weise vom Wirtschaftswachstum."
*
Wenn das so wäre müssten in Frankreich die Löhne sinken weil das Wirtschaftswachstum seit Jahren sinkt bzw. zumindest nicht wächst. Im Gegenteil dazu sind die Löhne dort aber gestiegen!
Ein unflexibler Arbeistmarkt behindert dort die Unternehmen daran produktiver zu werden. In Deutschland hat die Agenda 2010 den Arbeitsmarkt flexibilisiert und TROTZDEM sind die Löhne in den letzten Jahren seit 2007 in keinem Land so deutlich gestiegen wie in Deutschland.
Das ist Realität!
Es ist bezeichnend dass ausgerechnet der Sozialist Hollande beim 150. Geburtstag der SPD gesagt hat dass auch Frankreich eine solche Reform dringend benötigt!

@wiesengrund

sie haben nur teilweise recht. neben den meist im staatsmehrheitsbesitz befindlichen großunternehmen gibt es eine unmenge von kleinen firmen. insgesamt ist die mitarbeiterqualität nicht mit denen unserer facharbeiter zu vergleichen, d.h. der faktor arbeitsqualität ist deutlich unterbewertet und daher sind viele nicht gut qualifizierte austauschbar.

das gilt vor allem bei jungen leuten. es gibt nicht das duale ausbildungsystem à la allemagne. viele haben annähernd oder gar null qualifikation, denn auch die schule in france bereitet nicht auf das berufsleben vor, so wenig wie in D. andere mit abitur und ggf. studium werden zu fachidioten, die bewußt nicht über den tellerrand blicken sollen. das ist politisch so gewollt.

außerdem ist die soziale hängematte noch weicher als bei uns vor der agenda 2010. doch eine änderung würde in F eine revoltion auslösen. mitterand hat zu viel honig gestreut, und das im globalen welthandel ein fortschrittsverhinderer durch seine systemverklebung

@ Bernd1

Du hast das Konzept der Lohnstückkosten immer noch nicht richtig verstanden.
Frankreich hat in den letzten 13 Jahren z.B. mehr investiert als Deutschland, hat seine Produktivität entsprechend stärker steigern können (was übrigens deine These vom dortigen unflexiblen Arbeitsmarkt, der Investitionen verhindere, widerlegt) und den daraus resultierenden verteilungsneutralen Spielraum voll (!) an die ausbezahlten Löhne weitergegeben.
Deutschland hat diesen Spielraum entweder überhaupt nicht, oder nicht voll, weitergegeben und hat daher geringere Lohnstückkosten.

Für alle die die Agenda 2010...........

.............so sehr verteidigen, sei gesagt, sicher geht es euch noch gut. Kauft Autos oder anderes nach Oualität wobei der Preis egal ist.
Vielen geht es in der BRD aber nicht mehr so gut.
Siehe Rentner, Niedriglöhner, Zeitarbeiter, Aufstocker und vielen anderen.
Bald aber habt ihr die Agenda 2020.

Aber dann bitte nicht jammern..............!

@Bernd1, 16:15 - Produktive Auspressung?

Gehe ich recht in der Annahme, dass die hohe Produktivität in den deutschen Unternehmen sich der Auspressung der hiesigen Lohnabhängigen verdankt, die gemäß den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Betriebswirtschaftslehre bei der Produktion von Waren effizient vernutzt werden, sodass zwar die Unternehmerkassen kräftig klingeln, aber 80 Prozent der Lohnabhängigen unter der Arbeitshetze in den hiesigen Unternehmen leiden?

Gehe ich zudem recht in der Annahme, dass trotz der Lohnerhöhungen die Kaufkraft der deutschen Lohnabhängigen auf demselben Niveau sich befindet wie vor 20 Jahren?

Ideologie war schon immer ein schlechter Ratgeber

"Diese "versteckte" Subventionierung heißt konkret "Aufstocker", "1-Euro Jobs", "Mißbrauch der Leih- und Zeitarbeit", "staatlich gelenktes Lohndumping", "geschwächte Arbeitnehmerrechte" ...
."

Die Anzahl der Aufstocker in der Gesamtzahl der Beschäftigten liegt bei etwa drei Prozent. Und das soll Frankreich solche Probleme bereiten?

Vielleicht liegt der Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen aber auch daran, dass Herr Hollande mit seiner Politik alle Investoren gründlich verschreckt hat? Viel zu viele unterschätzen die Rolle des Unternehmers in der Organisation einer Volkswirtschaft. Man kann diese mit ideologisch motivierten Steuererhöhungen vergraulen, aber wie Frankreich gerade merkt, führt das zu Mindereinnahmen und weniger Jobs. Kombiniert mit einem ausufernden Sozialstaat, der jeden Druck von den Leuten nimmt, eine Beschäftigung aufzunehmen, ist das eine tödliche Mischung. Schröder hatte das verstanden und gehandelt. Mal sehen, wie lange Hollande noch braucht.

@ 17:59 von Nny

Sie schreiben:
"Du hast das Konzept der Lohnstückkosten immer noch nicht richtig verstanden."
*
Na ja, als ich für solche Themen noch verantwortlich war konnte man das leicht erklären:
Wenn ein Arbeiter in Deutschland mit 20 Euro Lohn aufgrund von guter Infrastruktur und Ausbildung in der Lage ist in einer Stunde 20 Eimer herzustellen betragen die
Lohnstückkosten für jeden Eimer 1 Euro!
Wenn ein Arbeiter in Spanien mit 10 Euro Lohn aufgrund seiner Ausbildung und Infrastruktur nur 5 Eimer pro Stunde herstellen kann betragen die
Lohnstückkosten pro Eimer 2 Euro!
*
Genau das ist der Unterschied in der Produktivität zwischen deutschen und spanischen oder französischen Arbeitsplätzen.
Die Unterschiede des Durchschnittstlohns dieser Länder habe ich ja oben schon genannt (16:05 von Bernd1)
Der deutsche Arbeiter hat den höchsten Lohn!
Und ich kenne aus eigener beruflicher Erfahrung die Zustände in fast allen EU-Ländern!

@ ekm64

Ja, die Frage, was Unternehmen dazu bringt zu investieren um Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen, ist sehr interessant.
Es hat letztlich mit Zukunftserwartungen und der Kapazitätsauslastung zu tun, nicht mit Riesengewinnen die den Unternehmen ordnungspolitisch über Steuersenkungen und Lohnkürzung zugeschoben werden.
Im Gegenteil führt gerade Lohnkürzung zu einem Nachfrageausfall, somit geringerer Kapazitätsauslastung und weniger Investitionen.

@ekm, 19:10 - Antagonistische Gesellschaften?

Gehe ich recht in der Annahme, dass die Marktwirtschaftsdemokratien Frankreich und Deutschland antagonistische Gesellschaften sind, weil der Widerspruch zwischen dem Unternehmerinteresse namens Geldvermehrung und dem Interesse der Lohnabhängigen an einem guten Leben unversöhnlich ist, da die Unternehmer ihr investiertes Geld nur dann vermehren können, wenn der menschliche Kostenfaktor mit Namen "Humankapital" bei der Produktion von Waren minimiert wird, sodass die lohnabhängigen Menschen notwendigerweise kein gutes Leben haben können?

@wiesengrund 15:31

Nein, da gehen Sie nicht recht.
Wer als Franzosen einen BMW kaufen will, der kauft ihn. Nicht weil der BMW-Arbeiter wenig Lohn erhalten würde, sondern der Qualität des Produktes wegen. Und einen Renault will er eben nicht. So einfach ist das aus der Sicht des Käufers.
Nicht jeder, schon gar nicht der investierende Unternehmer im Ausland, kauft nur mit Blick auf den Preis. Die Einsatzfähigkeit, Lebensdauer, die Qualität des Produktes, das ist entscheidend. Ihre Annahmen hätten nur bei gleichwertigen Produkten die Chance, in Betracht gezogen zu werden.

Die Möglichkeit des Aufstockens z.B. ist doch....

...eine riesen Errungenschaft des Sozialstaates , von der Menschen in China , Bangladesh etc. nur träumen können. (Die Möglichkeit des Aufstockens ist auch letztendlich nicht vom Lohn , sondern vom Familienstand , insbesondere Kinderzahl abhängig.)
Ein verheirater mit 2 Kindern müsste schon mindestens 12-13 Euro die Stunde verdienen um nicht mehr aufstocken zu müssen (Dem helfen auch keine 8,50 Euro Mindestlohn...der Arbeitsplatz würde eher komplett wegfallen und er würde komplett dem Staat bzw. der Allgemeinheit auf der Tasche liegen.)
Wir vergessen leider immer , wie gut es uns in der Welt geht.
Selbst in den USA schlafen heute Menschen unter Brücken , die vor einem Jahr noch Manager etc. waren.

Schmerzliche Reformen , wie bei uns die Agenda-Reformen stehen Frankreich etc. erst noch bevor.

(Weiter-)Bildung und Fleiss bleibt aber das A und O , das muss vor allem die Jugend in Europa begreifen....denn viele anderen Menschen in der Welt sind heiss und sich für nichts zu schade.

@bitterepille 16:04

Sie übersehen großzügig, dass auch zu Zeiten der DM Deutschland stets eine überragende Rolle als Exporteur hatte. Und zwar mit Löhnen, die deutliche über dem internationelen Durchschnitt lagen. Was Sie Floskel nennen, haben Sie vielleicht nicht verstanden. versetzen Sie sich mal in die Rolle eines Verantwortlichen, der in seinem betrieb den Maschinenpark erneuern muss. Worauf wohl achtet der? Zunächst auf die Qualität der einzusetzenden Maschine., die zu erwartende Standzeit, ihre Amortisation. Erst dann kommt die Frage des Preises.
Ihr PKW-Beispiel greift auch nicht. Vergleichen Sie doch mal die Preise der genannten Hersteller im unteren Segment mit denen deutscher Hersteller! Da sind immer noch gewaltige Unterschiede.
Ich liebe Frankreich auch, gehe aber nicht so weit, die dortigen gewaltigen Fehler der vergangenen Jahrzehnte klein zu reden. Das hilft nämlich niemandem.

@Nny

"Das der Absatz von Produkten nicht vom Preis abhinge, ist grober Unfug." Ja! Aber das habe ich auch nie behauptet. Ich habe lediglich auf die Prioritäten verwiesen. Einen VW-Passat für 55000€ kauft keiner, das ist klar. Aber bei seinem aktuellen Preis hat er dem gleich teuren gegenüber den Vorteil der Qualität, der zu erwartenden Nutzungsdauer.
Also bitte nichts unterstellen!

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