Kommentare

Wär's nicht Raserei, dem Fuchs der Herde Aufsicht zu vertraun?

Wie närrisch muß man eigentlich sein, wenn man noch immer auf die Urteile der VS-amerikanischen Kreditbewertungsgesellschaften vertraut? Wer könnte daran zweifeln, daß diese auf Innigste mit den VS-amerikanischen Bankenkartellen und ihren schmierigen Helferchen in Europa verflochten sind? Sind deren Urteile nicht von bewusster Dummheit oder mutwilliger Täuschung geprägt? Waren nicht sie es, welche der Lehmannbrüderbank bis zuletzt die höchste Kreditwürdigkeit bescheinigten? Führen sie nicht die VS von A mit der höchsten Kreditwürdigkeit, obwohl diese höher verschuldet sind als die Griechen und man gar nicht erst wissen will, wie sehr die VS-amerikanische Zentralbank die Bilanzen geschönt hat? Wohl mögen Griechenland und Portugal bankrott sein, doch noch vor zwei Jahren galten sie diesen Bewertungsgesellschaften als höchst kreditwürdig: Kein Krieg, keine Seuche oder Naturkatastrophe verwüstete diese Länder und somit können diese nicht derart in ihrer Kreditwürdigkeit sinken.

Verlässliches Rating

@Walter Meingott:
Wie närrisch muß man eigentlich sein, wenn man noch immer auf die Urteile der VS-amerikanischen Kreditbewertungsgesellschaften vertraut?

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Man muss dazu überhaupt nicht närrisch sein. Die Ratings der großen Agenturen sind in meinen Augen sehr aussagekräftig. Ich kenne einige gute Volkswirte und Kaufleute, die bei einer der großen Ratingagenturen arbeiten.
Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass man USA nicht übersetzen sollte. Wozu auch?

Mut zum eigenen Urteil

Niemand muss sich nach Ratings richten. Jeder Anleger kann selbst entscheiden, ob er griechische Staatsanleihen kaufen möchte. Ein guter Freund von uns, ein griechischer Gastronom, würde nie in eine Anleihe aus einem anderen Land investieren.

@au bord d'elle

Weil man eben deutsch spricht; ansonsten wirkt die Heraufsetzung der griechischen Zahlungsfähigkeit, im Lichte vom Anstieg der dortigen Jugendarbeitslosigkeit auf 75% reichlich grotesk.

geratenes Rating

Das die Ratings nicht das Papier wert sind auf dem sie geschrieben stehen, sollte spätestens seit Lehman klar sein. Die Frage wieso eigentlich darauf gehört wird (am besten noch Otto normal) ist eine reine ideologische. Natürlich bilden sie eine Realität ab: Die Realität einiger Modellweltökonomen, die in den letzten Jahren mal lieber, statt herumzuraten, ihre komplette Lehre mal auf den Prüfstand bringen sollen.

Im Falle Griechenlands wird hier klipp und klar die "Umsetzung der Reformen" bewertet. Das Leistungsbilanzdefizit ist natürlich gesunken: Weil alles gesunken ist. Das ist natürlich in absoluten Zahlen eine "Verbesserung". Gleiches gilt natürlich für das Staatsdefizit. Der freie Fall geht natürlich unvermindert weiter.

Was soll das Gemecker?

Eine Rating-Agentur schätzt ein, wie gut die Aussichten einer Geldanlage in einem Land sind, nicht ob Jugendarbeitslosigkeit gerecht oder ungerecht ist. Es ist auch nicht jeder Anleger völlig frei zu entscheiden, ob ihn die Einstufung durch eine Rating-Agentur juckt oder nicht. Viele Großanleger - Fonds oder Pensionskassen - haben in ihren Satzungen vereinbart, inwiefern sie sich nach den Ratings in ihrer Anlagen-Politik zu richten haben.
Deshalb entscheiden die Agenturen nicht völlig willkürlich, weil ihnen sonst die Kunden wegblieben, andererseits auch nicht politisch völlig neutral nach rein ökonomischen Gesichtspunkten, weil viele Anleger ihre Geldanlage auch nach bestimmten politischen Kriterien gestalten wollen. (Vergleiche das Prinzip von Ökobanken oder islamischen Banken usw.)
Wenn Griechenland raufgestuft wird, ist das jedenfalls ein gutes Zeichen, weil es Auslandsinvestitionen tendenziell erleichtert und die Kreditfinanzierung des Staates vereinfacht. Warum also Meckern?

@ 22:24 von Walter Meingott

Sie schreiben:
"ansonsten wirkt die Heraufsetzung der griechischen Zahlungsfähigkeit, im Lichte vom Anstieg der dortigen Jugendarbeitslosigkeit auf 75% reichlich grotesk."
Zum Glück bewerten die Ratingagenturen keine Nebenschauplätze wie die Jugendarbeitslosigkeit sondern die Tendenz der wirtschaftlichen Entwicklung.
Und da diese Entwicklung inzwischen endlich in eine positive Richtung geht wird sich dann in Folge auch wieder die Arbeistlsoigkeit reduzieren.
Die Reihenfolge ist dabei schon entscheident, aber es geht natürlich nicht alles von heute auf morgen!

@Bernd1

Sie schreiben:
"Zum Glück bewerten die Ratingagenturen keine Nebenschauplätze wie die Jugendarbeitslosigkeit sondern die Tendenz der wirtschaftlichen Entwicklung."

2011 wurde von der EU Kommission vorausgesagt, dass Griechenland 2013 wenigstens 0,7% Wirtschaftswachstum hätte. Heute wirkt dies eher grotesk. Das ist auch kein gutes Zeichen, weil die Katastrophe ein Jahr nicht ganz so hart zugeschlagen hat, wie das Jahr davor.

Mir einem Europa in der Rezession schafft Griechenland es nicht sich an eigene Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Das hat bis jetzt nur einer geschafft, und der ist als Lügenbaron bekannt. Und ebenso ist diese Wirtschaftspolitik zu bewerten. Manchmal ist eine Rezession nur eine Rezession und kein "gesundschrumpfen" als ginge es hier um ein Unternehmen.

Nebenbei: Die Jugend hat mit den Elfenbeintürmen nichts zu tun. Aber ich stimmt Ihnen damit überein, dass die Ratingagenturen viele Aspekte der Realität nicht wahrnehmen können/wollen.

240 Mrd €

fazit, Wertung rauf. Ausblick stabil. erstma. Die Bewerten doch nicht, wie "sinnvoll" die Wirtschaft ist ...

Ambivalent

Dass Ratingagenturen notwendig sind, bezweifle ich nicht, aber sie sollten auch einer Kontrolle unterworfen sein. Immerhin können die Agenturen ganze Volkswirtschaften schädigen. Und auch Ratingagenturen haben einen monetären Zweck, agieren ergo nicht aus Altruismus. Vor allem finde ich bedenklich, dass die Volkswirtschaftswissenschaft Theorien aufstellt, die sich oft nicht in der Realität bestätigen. Und aufgrund solcher Modelle werden existenzielle Bewertungen vorgenommen. Griechenland ist sicher bei einer wirtschaftlichen Bodenbildung angekommen, aber die fundamentalen Daten sehen keineswegs rosig aus. Die massive Arbeitslosigkeit bleibt zukünftig nicht ohne Auswirkung, z.B. durch vermehrte Sozialkosten bei gleichzeitigen Mindereinnahmen. Daher finde ich derartige Ratings zweifelhaft, weil intransparent.

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