Kommentare

Pre-Wahl Ritual

Alle Jahre wieder pünktlich zur Bundestagswahl tauchen wie aus dem nichts "Experten" und "Kenner" und diverse Professoren auf und erzählen und was alles die anderen Parteien mit Ausnahme der CDU alles nicht können oder nicht sind.

Oder wie im umgekehrten Fall bei der FDP die auf einmal Internetpartei ist und für ein paar Monate vor der Wahl wieder zu ihren Bürgerschaftlichen Liberalen Wurzeln findet.

Warum die Aufregung?

CDU,SPD und Die Grünen gehen nicht unter 10%.

Auf den Deutschen Wähler ist Verlass, er Wählt nicht damit es ihm besser geht, er Wählt einfach weil er Wählt, warum auch immer.

Ich mag den Film: Idiocracy.
Der zweite Teil könnte in Deutschland Spielen, genug für ein Drehbuch ist vorhanden.

Zwischen SPD und CDU

.
Die Grünen als - recht vereinfacht gesagt - Partei der besserverdienenden Gutmenschen vertritt die Interessen ihrer speziellen Klientel - wie jede andere Partei auch.
Das ist durchaus legitim; 'parteiisch' eben.

Geboren und aufgewachsen im Wendland und wahlmündig geworden unter dem unsäglich arroganten Gutsherren Ernst Albrecht hatte die ursprüngliche Anti-Atomkraft-Bewegung damals einen unwiderstehlichen Charme für mich.

"Man geht davon aus, dass die Wähler der Partei insgesamt stärker an die Partei gebunden sind ..."

Eben.

Mittlerweile sind die Grünen weitaus mehr Ideologie und Ersatzreligion für Menschen, die sich durch ihr entsprechendes Kreuz auf dem Stimmzettel ein reines Gewissen suggerieren.

Der Bericht verortet die Grünen zwischen der SPD und der CDU.

Brauchen wir DA eine zusätzliche Partei?
Ist DA überhaupt noch Platz?

Was wir - oder meinetwegen ich - jedenfalls definitiv nicht brauchen, ist eine Partei, die wirklich alles vorschreiben und regeln will.

Ja, @Lutz Jüncke

Zitat: "Der Bericht verortet die Grünen zwischen der SPD und der CDU.

Brauchen wir DA eine zusätzliche Partei?
Ist DA überhaupt noch Platz?"

Ja, wenn die Partei sich als späterer Mehrheitsbeschaffer von der einen oder anderen Seite sieht, sofern die FDP diesen Platz jemals räumen wird (was ich langsam bei DEM dt. Wähler bezweifle).

Ihre Eigenständigkeit behalten die Grünen ja immer noch bei den Migrationsplänen einer C. Roth oder den frühen Spritpreisträumen eines Trittin. Nimmt man dann noch die Aussagen eines Özdemirs hinzu, dann kann man nur konstatieren: Ja, wir brauchen die Grünen. Und sei es nur um uns selbst runterzuwirtschaften.

Die Grünen sind, verkürzt gesagt, Alt-SPDler, die noch selbst Kartoffeln anbauen.

Wie definiert ein Politologe "Idealismus"?

"Denn es ist ja nun wirklich nicht so, dass alle Grünen-Wähler nur aus idealistischen Überlegungen heraus Grün wählen."

Nein Herr Falter, so einfach schwarz-weiß ist die Welt wirklich nicht.

Nicht vordergründige s. g. "idealistische Überlegungen" sind Beweggrund für viele besser betuchte Grünenwähler, sich in der Gerechtigkeitsfrage deutlich auf der Seite der Schwächeren in der Gesellschaft zu positionieren.

Nein vielmehr gibt es handfeste Wertevorstellungen, die Frage sozialer Verantwortung, häufig auch aus christlich-sozialethischer Sicht.
Genauso bedeutsam dürfte die feste Überzeugung sein, dass gesellschaftliche Stabilität wichtige Voraussetzung ist für das langfristige Wohlergehen aller, nicht zuletzt auch der wirtschaftlich besser Stehenden.

Also es geht nicht um "Idealismus", sondern letztlich auch um "Eigennutz", aber eben aus einer sehr stark nachhaltigeren Perspektive heraus - im Unterschied zum gesellsch. + wirtschaftlich tödlichen Kurzfristdenken des Neoliberalismus.

Klientel der Grünen?

"Die Grünen könnten von ihrer Klientel her auch sehr gut den Aspekt der Chancen- und Leistungsgerechtigkeit stärker in den Vordergrund stellen -"

Ja, das kennen wir ja schon. Sieht so aus, als hätten die Grünen kein anderes Thema - natürlich gibt man das im Wahlkampf nicht öffentlich zu...

Chancengleichheit haben wir in D seit Urzeiten. Was eigentlich damit gemeint ist, ist Ergebnisgleichheit! Ein Einheitsbrei im ehemaligen Land der Dichter und Denker. Nein Danke!

Ich habe die Grünen vor 30 Jahren auch gewählt.

Und da standen die Grünen aus ihrer Überzeugung heraus für die bekannten Themen, von denen sie überzeugt waren und sich dafür berechtigt auch haben wählen lassen.

Nun verändert sich die Welt, aber die politischen Themen sind fast die gleichen geblieben, zumindestens die politische Ausrichtung innerhalb der Gesellschaft dürfte sich für die Grünen eigentlich nicht verändert haben, sonst würden sie ja ihre Wähler hintergehen.

Und genau da liegt der Hund im Pfeffer begraben. Die Grünen sind so erfolgreich, weil sie im Lager der SPD fischen. Ihre ursprünglichen Stammwäher sind oft bei den Linken zu finden, weil die sich verraten fühlten. Die SPD sieht selbst in den Linken ihren ärgsten Feind, das stimmt aber so nicht, die Mehrzahl an Stimmen ging in Richtung grün.

Und damit ist klar, dass die Grünen sich genauso thematisch winden, drehen und positionieren um die meisten Stimmen zu bekommen, wie andere Parteien auch. Siehe ihre Sucht nach Macht unter Schröder mit dem Verrat ihrer Ideale.

Jeder mit jedem, Inhalte austauschbar und beliebig

Warum wählen wir dann eigentlich?

Ich dachte, die Grünen sind aus den Friedens- und Umweltbewegungen
entstanden, mit einer starken sozialen Komponente. Entweder
hat die Partei sich total geändert oder aber einige Kommentatoren
und "Experten" leiden unter einer leicht verzerrten Optik.

Die Grünen können sich zwischen CDU und SPD nicht einreihen,

da ist kein Platz mehr, da sich diese Parteien für die anstehende Grosse Koalition schon einig sind.

Steinbrück wird zurücktreten als Anwärter, und dann wird Gabriel in die Verhandlungen mit der CDU eintreten. Eine SPD, die näher zu einer Merkel´schen CDU steht, als zu einer sozialistischen Linken, sollte sich grundsätzliche Gedanken über ihre Daseinsberechtigung machen.

Viele Wähler haben das ja nun schon erkannt, aber diese Reststimmen reichen ja, um die Lobbyisten weiterhin zusammen mit Merkel zu bedienen. Die Tatsache, dass die Grünen nun in BW regieren, werden sich die beiden grossen Parteien nicht gefallen lassen, lieber regieren sie dann zusammen. Eine dritte starke Kraft, wie sie die Grünen immer mehr darstellen, ist schliesslich eine Gefahr für beide.

Spätestens mit der Tatsache, dass die Grünen als Koalitionspartner der CDU gehandelt wurden, haben die Grünen viele Stammwähler verprellt. Genau wie andere Parteien richten sie ihre Ideologie nach Machtvergrösserung aus.

Grüne Neinsager

Eine solche Neinsager Einstellung ist völlig unprofessionell und schadet den Grünen Zielen.
Sollte nicht vielmehr jede Möglichkeit genutzt werden, auch evtl. eine Koaliation mit CDU, um die Regierung grüner zu machen, z.B. was die Umweltpolitik angeht ?

Diese Mischung aus "die Linke" und Umweltpartei geht mir schon lange auf die Nerven und werde unter diesen Umständen lieber nicht Grün wählen.
In Deutschland zählt Leistung, dass ist so, war so und wird sich nie ändern. Aber das muß nicht auf Kosten von Umwelt und Lebensqualität gehen. Dass ist für mich die grüne Kernaussage, und das sehe ich eher bei Winfried Kretschmann. Ich hoffe, dass er die Grünen wieder auf Kurs bringt !

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