Reportage: Die Milde des Gerichts in Zeiten des Krieges

11. April 2013 - 19:35 Uhr

Die einzigen Orte in Aleppo, wo es so etwas wie Rechtsprechung gibt, sind die Scharia-Gerichte der syrischen Opposition. Wegen des Krieges wird das Gesetz nicht mit voller Härte angewendet. Das soll sich aber ändern - und wäre dann die islamistische Alternative zu Assads Folterzellen.

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Kommentare

Reportage: Die Milde des Gerichts in Zeiten des Krieges

„"Was werdet ihr mit Dieben tun, wenn der Krieg einmal vorbei ist und ihr an der Macht seid?", fragen wir Amar. "Werdet ihr die Sharia mit voller Strenge anwenden?" Ja, sagt Amar, denn das sei ihr Recht. "Auch wenn es euch im Westen nicht passt. Wir müssen es tun, wir mögen es."“

Was hat das mit einem demokratischen Rechtsstaat zu tun, den wir angeblich darstellen und weltweit fordern wollen, und so etwas unterstützt und fördert der Westen. Wie tief sind wir eigentlich schon gesunken.

Was kann man da mehr sagen als...

...Pfui Spinne - vom Regen in die Traufe!

Im Vergleich zu diesen improvisierten Fanatiker-Tribunalen ist die religiöse Gerichtssprechung im Islam des Mittelalters ja der reinste Ausbund an Fairness und Professionalität. Und schon die waren nicht zimperlich.

Liebe Mitkommentatoren: Was - wenn überhaupt - kann der Westen jetzt noch machen? Was wir hätten machen sollen, darüber kann man jetzt, wo wir schon so weit sind, lange fruchtlos debattieren, aber ließe sich was konkret tun?

Terroranschläge und Sharia-Gerichte

Das kann einen doch nur noch schockieren, welche Gruppierungen hier von NatoTürkei und befreundeten Monarchien ausgebildet und unterstützt werden.

Ob es dem Westen passt ist

Ob es dem Westen passt ist eine Sache. Ob es den Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten nach ihrer Rückkehr passt ist das wichtigere Thema.

In der Zwischenzeit können sich die Gerichte mit den unzähligen Kriegsverbrechen auseinandersetzen. Das Netz ist voll mit Beweisvideos.

Prognose

ich stelle mal die Prognose auf das die Rebellen Dank großer Unterstützung den Krieg für sich entscheiden werden.

Dann wirds wie in fast jedem muslischem Land Christenverfolgung und ähnliches geben.

Und wir werden feststellen,Assad ist eine schlechte Lösung,ein Gottestaat ist aber eine noch schlechtere

@11. April 2013 - 20:31 — Kurt von Hammerstein

Hallo


Was - wenn überhaupt - kann der Westen jetzt noch machen?

Die sofortige Einstellung von jeglicher Unterstützung an die "Rebellen" würde der Syrischen Bevölkerung ganz gewaltig helfen.

In Mali marschiert die Fremdenlegion ein um diese Islamisten zu bekämpfen und in Syrien unterstützt man sie "im Namen von Demokratie und Menschenrechten" mit allen Mitteln.
Ausbildung, Logistik, Geheimdienstinformationen, Geld, Waffen, usw.
Das muß man erstmal verstehen...

Die Zustaende in Syrien

sind ja nicht zuletzt auf das Tatenlose zuschauen des Westens zurueckzufuehren.

Nur gibt es in Syrien leider keinen verlaesslichen Partner mit dem man kooperieren koennte. Die gemaesigten Kraefte sthen alle auf Seiten Assads.

Viehlleicht waere das beste doch eine auf 6mon begrenzte Intervention durchzufuehren. Assad wird abgesetzt, es werden Neuwahlen abgehalten und wieder raus. Was danach passiert sei den Syrern selbst ueberlassen.

Da ist es mal wieder

Das Angstwort Sharia!
Das man einen Sharia zitiert der sich für eine konservative Auslegung dieser stark macht sagt nichts über den Wunsch der Grossteil der Opposition aus.
Es gab auch hier Berichte das man sich zwar an der Sharia orientieren will aber nicht wie in Saudi-Arabien oder im Iran sonder eher wie in Jordanien, Libyen, Libanon. Nicht zu vergessen, die Sharia ist Rechtsgrundlage der aktuellen syrischen Verfassung.
Die westlichen Verfassungen entstammem der christlich-abendländischen Kultur es wird Zeit das man die islamisch-morgenländische Kultur (nicht die barbarische Ausledgung der Sharia) respektiert.

Out of Topic:

HRW hat heute wieder einmal einen Bericht über das gezielte bombardieren von Zivilisten durch die syrische Luftwaffe veröffentlicht.

hrw.org/news/2013/04/10/syria-aerial-attacks-strike-civilians

Auch wenn wieder der Einspruch kommt HRW sei nicht seriös, diese Organisation ist es dennoch.
Ideologische Blindheit hilft nicht bei der Wahrheitsfindung.

@kurt von Hammerstein

„Liebe Mitkommentatoren: Was - wenn überhaupt - kann der Westen jetzt noch machen? Was wir hätten machen sollen, darüber kann man jetzt, wo wir schon so weit sind, lange fruchtlos debattieren, aber ließe sich was konkret tun?“

Beendigung der militärischen Unterstützung und völkerrechtswidrigen Bewaffnung der Terroristen und das Zurückgehen auf die Vereinbarungen von Genf wo eine Übergangsregierung vereinbart wurde unter Einbeziehung der Anhänger von Assad und der Berücksichtigung ihrer Ansichten. Die bewaffnete „Opposition“ muss von ihren „Unterstützern“ an den Verhandlungstisch gezwungen werden damit diese Krise ohne weiteres Blutvergießen friedlich gelöst werden kann. So einfach könnte es sein wenn es politisch gewollt ist.

Los, sag ihnen, wer du bist

"Los, sag ihnen, wer du bist, was du getan hast und wie Assad sein Volk quält!"

Nach los jetzt, erzähl den netten Journalisten wie Assad dich und dein Volk quält, sonst quäle ich dich!

Ich habe die Befürchtung das alles was nach Assad kommt um einiges schlimmer ist als Assad.

Die Medien liefern uns täglich Berichte wo zb. "Rebellen" berichten, oder Gefangene erzählen sollen, wie schlimm die Lage in Syrien ist.

Aber es ist seit Monaten kein Gespräch mehr mit den Menschen geführt worden, die hinter Assad stehen.
Oder besser gesagt diese Interviews werden hier und sonst wo nicht veröffentlicht.
Und wenn dann in einem kurzen Satz der klingt als würde er von "Gestörten" kommen.

Warum ist das so? Warum wird nur gegen Assad gewettert?

Warum kann man mit den Terroristen reden, aber nicht mit den Menschen die Assad treu sind?

und dann

gibt es immer noch teilnehmer hier im forum, die militärisch intervenieren wollen...unfassbar! wozu? damit diese rechtsprechung noch schneller in aller härte angwendet werden kann?

gestern hab ich herrn durm noch kritisiert, heute muss ich ihn ausdrücklich loben für diesen einblick, den er uns gewährt.

hätte man diesen rebellen nicht von anfang an unter die arme gegriffen, islamistische söldner aus anderen ländern mit geld nach syrien gelockt, wäre es besser gewesen.
was man da jetzt losgetreten hat, wird man nicht oder nur sehr schwer aufhalten können. die nutzniesser der westlichen zuwendungen heute, werden morgen die grössten feinde westlicher werte sein!

11. April 2013 - 20:24 — Karsten.Laurisch

Was hat das mit einem demokratischen Rechtsstaat zu tun, den wir angeblich darstellen und weltweit fordern wollen, und so etwas unterstützt und fördert der Westen.

Nein, der Westen fördert das eben nicht. Der Westen mischt sich in Syrien nicht ein, leider nicht einmal humanitär. Die Menschen in den befreiten Gebieten setzen deshalb ihre Hoffnung auf die Islamisten. Aber die sind auch keine Unmenschen, wie man sieht.

Nicht zu vergessen!

Auf der Seite Assads kämpfen die iranischen republikanischen Garden, Vertreter eines der Regime das die Sharia mit am repressivsten anwendet.

Gute Reportage

Liebe Tagesschau,
das finde ich eine fundierte Hintergrundreportage, vielen Dank. Herr Durm hat sich der Gefahr ausgesetzt und die Rebellen in Aleppo selbst besucht und mit ihnen gesprochen.

Und siehe da: Auch die Rebellen, die sich streng zu den islamischen Grundsätzen bekennen (manche sagen "Islamisten") sind einfache Menschen. Sie sprechen Recht und schlichten Streit. Vielleicht hilft uns das von den eingefahrenen Feindbildern weg zu kommen.

Viele Grüße
sozial demokratisch links

@ Kurt von Hammerstein

"Was wir hätten machen sollen, darüber kann man jetzt, wo wir schon so weit sind, lange fruchtlos debattieren, aber ließe sich was konkret tun?"

Nein, ich bin auch der Meinung, dass wir es nicht versuchen sollten. Jede Gesellschaft hat das Recht nach ihren eigenen Regeln zu leben und im Gegensatz dazu haben wir nicht das Recht ihnen vorzuschreiben, wie diese Regeln auszusehen haben.

11. April 2013 - 20:35 — neozaf

Das kann einen doch nur noch schockieren, welche Gruppierungen hier von NatoTürkei und befreundeten Monarchien ausgebildet und unterstützt werden.

Sind das nicht einfach nur Feindbilder, die Sie da wiedergeben? Auf dem Bericht beruhen Ihre "Erkenntnisse" jedenfalls nicht.

@german-canadian

„neu
Nicht zu vergessen!
11. April 2013 - 21:18 — german-canadian
Auf der Seite Assads kämpfen die iranischen republikanischen Garden, Vertreter eines der Regime das die Sharia mit am repressivsten anwendet.“

Haben Sie dafür einen Beweis? Ansonsten ist das nichts mehr als eine Behauptung und damit also nichtig.

Herr Durm überrascht.

Mittlerweile, weiß ich nicht mehr, wie ich Herrn Durm einordnen soll. Schon in den beiden letzten Berichten hat der den Rebellen-Gegnern harte Argumente für ihre Thesen geliefert, wenn auch noch relativ „versteckt“ in komischen Formulierungen. Dieser Bericht hier ist ja fast ein einziges offenes Argument gegen die Rebellen und ihre Ziele.
Jedenfalls macht er es mit Bericht zu Bericht den Befürwortern eines kriegerischen Systemwechsels schwerer, diesen zu rechtfertigen.
Denen bleiben immer weniger sachliche Argumente, sondern nur abgegriffene Phrasen über.

11. April 2013 - 20:47 — Aokiji18

ich stelle mal die Prognose auf das die Rebellen Dank großer Unterstützung den Krieg für sich entscheiden werden.

Das könnte sein.

Dann wirds wie in fast jedem muslischem Land Christenverfolgung und ähnliches geben.

Syrien ist schon lange ein muslimisches Land und die Menschen dort gelten als tolerant. Es ist zunächst mal eine einseitige Unterstellung, dass die Rebellen nach ihrem Sieg die Christen verfolgen werden. Warum sollten sie das tun?

@@kurt von Hammerstein - 20:56 — Karsten.Laurisch

Jedes Wort, jede Aussage Ihres Beitrages unterstreiche ich:
>"Beendigung der militärischen Unterstützung und völkerrechtswidrigen Bewaffnung der Terroristen und das Zurückgehen auf die Vereinbarungen von Genf wo eine Übergangsregierung vereinbart wurde unter Einbeziehung der Anhänger von Assad und der Berücksichtigung ihrer Ansichten. Die bewaffnete „Opposition“ muss von ihren „Unterstützern“ an den Verhandlungstisch gezwungen werden damit diese Krise ohne weiteres Blutvergießen friedlich gelöst werden kann. So einfach könnte es sein wenn es politisch gewollt ist."<

Und wenn man's wollte, würd's auch funktionieren.

Schönen Abend

@anti-gegen-alles

gut gesprochen!

wo bleiben die berichte z.b. aus damaskus und interviews mit den leuten, die dort wohnen und die uns ihre sicht der dinge schildern?

@suomalainen

Da kann ich ihnen nur Zustimmen!!!
Ich wünsche den Syrern das die staatliche Ordnung, un d wenn es unter Assads Diktatur ist, schnell wieder hergestellt wird damit die Syrer, die Nachbarn und der Rest der Welt nicht von mittelalterlichen Verbrechern bedroht wird!

11. April 2013 - 20:48 — BravoNovember

Die sofortige Einstellung von jeglicher Unterstützung an die "Rebellen" würde der Syrischen Bevölkerung ganz gewaltig helfen.

Im Gegenteil, der Westen sollte die Rebellen konsequent und solidarisch unterstützen. Allerdings rein humanitär, ich bin gegen Waffenlieferungen. Aber die Gegner der Diktatur sind auf unsere internationale Solidarität angewiesen. Für eine bessere Zukunft.

11. April 2013 - 20:56 — Karsten.Laurisch

Beendigung der militärischen Unterstützung und völkerrechtswidrigen Bewaffnung der Terroristen

Es sind erstens keine Terroristen - jedenfalls nicht in dieser Pauschalität. Das zeigt dieser Bericht unter anderem.

Zweitens: Ich bin zwar auch gegen Waffenlieferungen, aber warum sollten sie gegen das Völkerrecht sein? Assad erhält auch jede Menge Waffen.

@K. Laurisch

"Haben Sie dafür einen Beweis? Ansonsten ist das nichts mehr als eine Behauptung und damit also nichtig."

Bitte sehr!

welt.de/politik/ausland/article109090935/Iranische-Elitekaempfer-an-der-Seite-Assads.html

de.euronews.com/2012/09/16/geruechte-bestaetigen-sich-iranische-soldaten-in-syrien/

11. April 2013 - 20:58 — anti-gegen-alles

Ich habe die Befürchtung das alles was nach Assad kommt um einiges schlimmer ist als Assad.

Das halte ich für ein Vorurteil. Ich finde, die Gegner der Diktatur sollten eine faire Chance bekommen.

11. April 2013 - 21:28 — Juergen

Mittlerweile, weiß ich nicht mehr, wie ich Herrn Durm einordnen soll.

Das würde ja für hervorragenden Journalismus sprechen.
Ich wäre erst einmal dagegen, ihn in ein fertiges Weltbild einzuordnen, das sich ideologisch für oder gegen die eine oder andere Seite festlegt. Herr Durm zeigt uns den Alltag der Rebellen und er öffnet unseren Blick für ihre menschliche Seite.

11. April 2013 - 21:33 — pepe79

... damit die Syrer, die Nachbarn und der Rest der Welt nicht von mittelalterlichen Verbrechern bedroht wird!

Dann sollten Sie aber erst mal die Reportage lesen.

Da gibt es nur eines...Die

Da gibt es nur eines...Die Demokratischen rebellen mit allem was geht unterstützen was geht unter der Auflage einen KOMPLETT SÄKULAREN Staat auf zu bauen und alle an Sharia Gerichten beteiligten mit hohen Strafen zu belegen.

German-canadian

Sie können nicht die Aussagen der Islamisten aus den letzten Berichten weichspülen, indem Sie vom Thema ablenken bzw. zu melden, dass Assad trotzdem schlimmer ist.

Nehmen Sie doch einmal klar Stellung. Harte Auslegung der Sharia. Das heißt: Diebstahl - Hand ab.

Sind Sie dafür??? Wenn nicht, dann teilen Sie das auch mit oder nehmen zu solchen Aussagen derer, die Sie am liebsten mit Waffen vollpumpen würden, Stellung.

PS: hier geht es um Syrien und nicht um die Auslegung der Sharia im Iran, die Sie so beklagen.

@german-canadian

„welt.de/politik/ausland/article109090935/Iranische-Elitekaempfer-an-der-Seite-Assads.htmlv“

Das ist ein Bericht vom 08.09.2012. Also inzwischen ganz schön lang her. Inzwischen hat der Iran das mehr als nur einmal dementiert und die westlichen Geheimdienste konnten es nie beweisen. Die angeblichen Soldaten, die von der FSA gefangen worden sind haben sich im Nachhinein als harmlose Touristen entpuppt. Haben Sie nicht, wie ich, etwas aktuelleres Datenmaterial.

11. April 2013 - 21:45 — Che.

"Herr Durm zeigt uns den Alltag der Rebellen und er öffnet unseren Blick für ihre menschliche Seite."

Sorry, dann muss ich andere Berichte als Sie gelesen haben. Ich habe keine menschliche Seite an den Rebellen erkannt. Oder meinten Sie mit menschliche Seite der Aussagen wie:
"Was dann geschieht? Dann werden wir den Alawiten die Köpfe abschneiden, weil sie Ungläubige sind. Und dann machen wir unseren islamischen Staat."
oder
"Werdet ihr die Sharia mit voller Strenge anwenden?" Ja, sagt Amar, denn das sei ihr Recht. "Auch wenn es euch im Westen nicht passt. Wir müssen es tun, wir mögen es."

11. April 2013 - 21:29 — Che.

"Es ist zunächst mal eine einseitige Unterstellung, dass die Rebellen nach ihrem Sieg die Christen verfolgen werden. Warum sollten sie das tun?"

Der Antwort können Sie hier lesen:
http://www.tagesschau.de/ausland/aleppo274.html
"Was dann geschieht? Dann werden wir den Alawiten die Köpfe abschneiden, weil sie Ungläubige sind. Und dann machen wir unseren islamischen Staat."

also aus dem gleichen Grund

11. April 2013 - 21:45 — Che.

Stimmt, das scheint er zu tun.

Aber im Gegensatz zu Ihnen bin ich mit den Auffassungen der Rebellen als westlich erzogener Mensch überhaupt nicht einverstanden, kann diese teilweise nicht einmal tolerieren.

Solche Auffassungen müssen bekämpft werden und dürfen nicht herrschend werden in einem Land, das seinen Bürgern vorher ein relativ freies Leben geboten hat.

@K. Laurisch

Hier etwas neueres:

guardian.co.uk/world/2013/mar/14/iran-hezbollah-force-syrian-regime

Kleiner Tipp: Selber googeln und Sie werden finden!

11. April 2013 - 21:49 — Celeborn1970

Da gibt es nur eines...Die Demokratischen rebellen mit allem was geht unterstützen was geht ...

Bitte nur humanitär.

... unter der Auflage einen KOMPLETT SÄKULAREN Staat auf zu bauen ...

Wir haben glaube ich nicht das Recht, den syrischen Rebellen "Auflagen" zu verordnen.

... und alle an Sharia Gerichten beteiligten mit hohen Strafen zu belegen.

Scharia-Gerichte gibt es schon lange in Syrien. Dafür kann man niemanden bestrafen, und wir können das schon gar nicht. Wenn Menschen heitraten wollen, wenn Streit zu schlichten ist oder wer was ausgefressen hat, dann ist das Scharia-Gericht zuständig.

@german-canadian

11. April 2013 - 21:54 — Karsten.Laurisch
„Es gab auch hier Berichte das man sich zwar an der …. syrischen Verfassung.“
Bestimmt haben Sie mitbekommen dass mich das Thema Syrien interessiert. Deshalb habe ich mich zum Thema Sharia kundig gemacht. Die Person die ich dazu befragte ist eine Deutsche die im katholischen Glaube erzogen wurde und später zum schiitischen Islam konvertierte. Dabei hat sie natürlich auch eine entsprechende religiöse Unterweisung des Islam erhalten. Hier ist ihre Antwort an mich auf meine Frage.
http://tinyurl.com/d8a6ykl
In dieser Auslegung der Sharia könnte ich noch mitgehen. Allerdings steht dort auch dass die Sharia auf Fatwas aufbaut. Fatwas sind Rechtgutachten. Das mag Ansicht auch noch nicht wirklich schlecht sein. Das Problem ist in meinen Augen nur es gibt z.B. auf Seiten der Terroristen Fatwas die eine Vergewaltigung einer Frau nur dann unter Strafe stellt wenn sie Suniten ist. Alle anderen Frauen dürfen also immer und überall vergewaltigt werden.

11. April 2013 - 21:57 — mob

Sorry, dann muss ich andere Berichte als Sie gelesen haben. Ich habe keine menschliche Seite an den Rebellen erkannt.

Das liegt vielleicht nicht nur am Bericht.

Zitat: An diesem Tag wird nebenan in Saal 4 ein Konflikt um ausgebliebene Mietzahlungen ausgetragen: "Der Mieter bekommt noch einen Monat Frist zugestanden", erklärt der zuständige Sharia-Richter und schickt die Kontrahenten nach Hause.

@mob

Ich habe mich klar ausgedrückt!
Ich sehe in der Sharia nicht grundsätzlich das böse!

Eine fundamentalistische Ausrichtung einer jeden Religion ist abzulehnen!

@german-canadian

guardian.co.uk/world/2013/mar/14/iran-hezbollah-force-syrian-regime

“Israeli military intelligence chief”

Danke also der Chef vom israelischen Militärgeheimdienst hat das gesagt. Sehr glaubwürdig. Sollen die anderen User selber entscheiden was sie von dieser „Quelle“ halten.

11. April 2013 - 22:01 — Juergen

Aber im Gegensatz zu Ihnen bin ich mit den Auffassungen der Rebellen als westlich erzogener Mensch überhaupt nicht einverstanden, kann diese teilweise nicht einmal tolerieren.

Es wäre schade, wenn westliche Erziehung und Toleranz unvereinbar wären. Ich möcher gern, dass wir den Rebellen eine Chance geben. Die Familie Assad hat das Land lange genug beherrscht. Und sie hat dem Volk jede Mitwirkung genommen.

11. April 2013 - 21:59 — lance7

"Was dann geschieht? Dann werden wir den Alawiten die Köpfe abschneiden, weil sie Ungläubige sind.

Den Bericht habe ich auch gelesen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man eine solche Aussage von einem Jungen für bare Münze nehmen sollte.

Die einzige Gemeinsamkeit ist die Religion

Stellt man sich einmal einen Staat vor, in dem es noch nie eine Wahl gegeben hat wird man verstehen, dass es recht anders ablaufen würde als z.B. in Deutschland.

Keine Volksparteien, nur jede Menge kleine unbedeutende Parteichen. Die Menschen müssen erst diskutieren, Gemeinsamkeiten finden, sich zusammenschließen, sich organisieren und sich von anderen abgrenzen. links? rechts? konservativ, liberal, sozial?

Dieser Diskussionsprozess dauert mehr als nur eine Legislaturperiode. Die Menschen müssen sich zudem erst daran gewöhnen, denn solche Diskussionen gab es vorher nicht. Man gehörte zur Herrschersippe - oder man gehörte nicht dazu.

Die einzige Strömung die diese Diskussion nicht braucht ist die religiöse. Wer den Gottesstaat will, der wählt ihn.

Was passierte in Ägypten? Am Ende hatten die Menschen nur noch die Wahl zwischen Mitgliedern der alten Diktatur und religiösen Fundamentalisten. Sie haben den Neuanfang gewählt... in Form der Religion, die einzige Gemeinsamkeit der Masse

Es verwundert doch immer

Es verwundert doch immer wieder wie bei den Parteiengecken und der Presse, auf Geheiß ihrer ausländischen Meister, die selben Dinge mit sehr unterschiedlichen Namen und Wertungen versehen werden, je nachdem wer diese tut; so handelt es sich beispielsweise bei den mohammedanischen Glaubenseiferern in Mali um ganz furchtbar schlimmböse Terroristen, während die selben Eiferer in Syrien blütenweiße, strahlende Freiheitsritter genannt und dies obwohl beide für die Herrschaft des mohammedanischen Religionsgesetzes streiten; ähnlich verhält es sich auch bei den berühmt-berüchtigten Begleitschäden: Kommen durch die Angriffe der VSA und ihres Vasallenbundes NAVO in Baktrien oder bei Drohnenattentaten Zivilpersonen zu Tode, so sind dies schlicht bedauerliche Begleitschäden, widerfährt dies aber den syrischen oder libyschen Regierungstruppen, so bezichtigt man diese umgehend Völkermord zu verüben; doch dürfte es kaum gelingen mit solchen Sophistereien den Deutschen einen Bären aufzubinden.

@harz-IV-Ossi

„Nein, der Westen fördert das eben nicht. Der Westen mischt sich in Syrien nicht ein, leider nicht einmal humanitär. Die Menschen in den befreiten Gebieten setzen deshalb ihre Hoffnung auf die Islamisten. Aber die sind auch keine Unmenschen, wie man sieht.“
Das hier nennen Sie also „Nichteinmischung“.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-cia-hilft-saudi-arabien-bei...
http://tinyurl.com/c7g6soq
http://kurier.at/politik/ausland/buergerkrieg-schwere-waffen-fuer-syrien...
http://tinyurl.com/cb7u83g
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Sau...
http://tinyurl.com/ccotpnz
Ich finde Sie haben eine interessante Meinung.

@Che

Wir haben glaube ich nicht das Recht, den syrischen Rebellen "Auflagen" zu verordnen.

Nein, aber wir müssen die Rebellen auch nicht unterstützen (weder moralisch noch militärisch), wenn das, was sie schaffen wollen, nicht besser ist als das, was sie bekämpfen.

@El_Pumblo

Ob es dem Westen passt ist eine Sache. Ob es den Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten nach ihrer Rückkehr passt ist das wichtigere Thema.

Stimmt ... aber dann bitte auch die Frauen berücksichtigen. Ich glaube kaum, daß die für ein islamistischen System sind.

11. April 2013 - 22:16 — Che.

Wenn die Auffassungen die elementarsten Menschenrechte (Recht auf körperliche Unversehrtheit, Recht auf Leben, Recht auf freie Religionsausübung, Recht auf freie Berufswahl auch für Frauen) nicht gelten lassen, kann und will ich diese nicht tolerieren.

Und dass diese von Ihnen als dumme Äußerungen abgewerteten Ansichten ernst gemeint sind, kann in anderen Staaten, in denen solche Menschen das Sagen haben, leider nachverfolgt werden.

Nur weil ich die Mitglieder einer Familie nicht mag, hohle ich mir nicht freiwillig die HÖLLE ins Haus.

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