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Verlorene Generation?

Was soll aus den ganzen Jugendlichen werden?

Es ist ja gut einige von ihnen nach Deutschland zu holen, aber auch hier sind die Kapazitäten nicht unbegrenzt. Wenn nun ein Land nach dem nächsten in den "Abgrund" gezogen wird, wohin mit der großen Anzahl?

Aussichten? zuhause bleiben ohne wirkliche Perspektive oder fern der Heimat mit Job in D. (und das auch noch ohne Mindestlohn). Der Ausbeutung sind Tür und Tor geöffnet.

Ich fürchte irgendwann werden schwere Unruhen ausbrechen.

Vergleiche

Innereuropäische Vergleiche vermag ich ja nachzuvollziehen. Warum aber ausgerechnet Europa immer historisch an sich selbst gemessen wird, das scheint mir fast absurd. Wohin wollte man denn statistisch? Zurück zu 1870? 1930? 1950? Statt sich an der eigenen, oft mehr als fragwürdigen Vergangenheit zu messen, sollte man in Europa vielleicht ganz einfach schauen, was woanders "normal" ist. Dazu müssten die Statistiker allerdings mal was tun. :)

Verniedlichende Überschrift

"Arbeitslosigkeit im Euroraum bleibt auf Rekordhoch" ist eine verniedlichende bzw. verfälschende Überschrift. Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone hat in diesem Monat den höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung erreicht. Griechenland und Spanien sind mit jeweils mehr als 26 Prozent sowie Portugal mit 17,5 Prozent am härtesten von der Misere betroffen. In Griechenland hat inzwischen mehr als jeder zweite unter 25 Jahren keine Arbeit (58,4 Prozent). In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 55,7 Prozent. Das ist ein dem Euro geschuldetes Desaster unbekannten Ausmaßes. Die Industrie der südlichen Euro-Länder macht zuzdem wenig Hoffnung auf Besserung. Es ist absehbar, dass die Krise sich weiter verschlimmert und sich zu einer vollumfänglichen Depression auswäschst.

Wenn Bedingung für die

Wenn Bedingung für die Bezeichnung "Arbeitsplatz" wäre, dass man bei einer Vollzeittätigkeit von seinem Gehalt eine Familie ernähren kann, dann würden die Arbeitsmarktzahlen in Deutschland auch ganz anders aussehen.

Was real geschaffen wurde sind keine neuen Arbeitsplätze, sondern die Aushebelung der Arbeitnehmerrechte und menschenunwürdig bezahlte "Jobs".

So gesehen schönt Deutschland nur seine Statistiken besser als die anderen Staaten.

Erst schmerzhafte Reformen, dann Arbeitsplätze

Um aus dem Sumpf herauszukommen müssten die Krisenstaaten Reformen umsetzen. Dann würde es nochmals einige Jahre dauern, bis sich die Reformen am Arbeitsmarkt positiv auswirken. Aber selbst diese Reformbereitschaft ist bei den Krisenländern nicht wirklich da!

Was heißt das für uns?
Selbst Länder wie Frankreich oder Italien rutschen in den kommenden fünf Jahren wirtschaftlich weiter ab - aber das waren doch zwei Säulen für die Euro-Rettung?! Also löhnt die BRD die Euro-Rettung fast komplett zusammen mit BeNeLux und Österreich.

Oder es kommt die Einsicht, dass wir seit Beginn des Euro-Dramas 2009 in Griechenland immer tiefer in die Schlammzone rutschen und so schnell wie möglich - handwerklich solide gemacht - den Euro auflösen.

Die altmodische Erkenntnis, dass Menschen, Völker und Volkswirtschaften unterschiedlich "ticken" hatte bereits mein Großvater. Die Euro-Sozialisten und Gleichmacher wussten aber alles besser ...

Ohne eine

unterschiedliche Bewertung des Euro in den einzelnen Ländern,bewertet nach Wirtschaftskraft wird Europa diese Krise nicht überstehen . Eine große Gefahr sehe
ich in der hohen Arbeitslosigkeit der jungen Menschen. Wie lange werden diesen Menschen noch still halten?Das kann dann zu einen Flächenbrand führen. Die 68 Generation hat in Europa damals auch viel verändert.

2. April 2013 - 13:58 — Ron777

Es ist bezeichnend, daß Sie eine Zeitrechnung "ab Euroeinführung" aufstellen und ein paar Sätze später von einem "dem Euro geschuldeten Desaster" sprechen.

Sie machen es sich einfacher als zulässig. Man kann natürlich alles, inclusive des kalten Frühjahres, auf den Euro schieben und bedient damit weit verbreitete Ressentiments, verliert aber darüber die wahren Ursachen der Krise aus den Augen.

Ich empfehle, sich mit dem Problem des zinsbasierten Geldsystems im allgemeinen und mit den Ursachen/Symptomen der weltweiten Finanzkrise (Lehman Brothers, Freddie Mac, Fannie Mae)im besonderen zu beschäftigen.

Die Euroeinführung war gewiss mit Geburtsfehlern behaftet, aber, was die aktuelle Krise betrifft, empfehle ich doch, nicht Ursache und Wirkung zu verwechseln.

Ich glaube nicht, daß sich die Lage in Europa ohne Euro unproblematischer darstellen würde. Für Deutschland wäre sie sogar problematischer, da die DM wohl die gleichen Probleme wie der SFR haben würde: Zu hart für den Export.

@ Gelegenheitssta... - nicht ganz richtig -

....Dazu müssten die Statistiker allerdings mal was tun. :).....

das ist so nicht richtig. nicht die statistiker muessen etwas tun sondern die politiker und die unternehmer.

es mangelt in europa an einer generellen sozial gerechten und verbindlichen einstellung seitens politiker und unternehmer.

solange das kapital und deren vertreter die "money religion" bestimmen wird sich auf dem kontinent die soziale lage nicht verbessern. erst die erkenntnis das kapital im positiven sinne zur vermehrung des wohlstandes der allgemeinheit erzielt werden kann und soll werden sich erfolge zeigen.

wie soll man den 50% jugend arbeitslosigkeit in mehreren laendern abbauen? wo bleiben denn vorschlaege, geschweige ueberhaupt diskussionen zu diesem thema bei den politikern oder unternehmern.

die haben alle angst und sichern ihr kapital im ausland.
veranwortung fuer die gesellschaft will niemand uebernehmen.

verantwortliche denken lieber zuerst an ihre eigenen vollen taschen und konten.

Der größter Erfolg der Agenda 2010...

...war der sukzessive Export der in Deutschland vorhandenen Arbeitslosigkeit in die Länder Südeuropas.

Was ist wenn wir einfach nicht mehr genügend Arbeit haben und sie auch nicht brauchen, weil wir eh zu viel produzieren. Vielleicht denkt man mal darüber nach und kommt so zu neuen Erkenntnissen. Jetzt höre ich nur Wirschaftswachstum, Wettbewerbsfähigkeit etc. Macht das überhaupt Sinn? Ich habe letztens ein Automobilwerk besichtigt. Da haben fast nur Roboter produziert... Für wen eigentlich, wenn wir eh Überkapazitäten haben und die Menschen kein Geld?

Alternative für Deutschland - und für Europa

Gebt den Ländern in Süd-Europa doch endlich ihre eigenen Währungen zurück. Dann hätten jene Länder zumindest die Chance, ihre eigene Industrie zu sanieren und Investoren anzulocken. In puncto Wettbewerbsfähigkeit können viele schon heute nicht mehr mithalten. Der Tourismus würde ebenfalls profitieren. Nichts ist schlimmer als Massenarbeitslosigkeit. Gerade wir Deutschen sollten das gelernt haben.
Doch stattdessen glaubt man den großen Knall bis in alle Ewigkeit vertagen zu können und führt eine sogenannte "Rettungsaktion" nach der anderen durch. Ein Währungsraum ist auf ein (einigermaßen) homogenes Wirtschaftsniveau angewiesen. Das wusste man und hat es dennoch ignoriert und bis heute nicht repariert. Ich vermisse den Mut in der Politik und in den Medien. Man sollte die Anpassungsfähigkeit einer Marktwirtschaft nicht ständig in Frage stellen. Gerade in Deutschland wird so getan, als würde die Industrie von heute auf morgen zusammenbrechen. Die Medien heizen diese Angst ein - Traurig

2. April 2013 - 14:19 — AbseitsDesMains...

" Die Euro-Sozialisten und Gleichmacher wussten aber alles besser ..."

Bei der wirtschaftsliberalen Verfassung der EU von "Euro-Sozialisten" zu sprechen ist wirklich bizarr.

"Gleichmacher" bei wachsender Ungleichheit der Lebensverhältnisse in Europa? Ich verstehe Ihren Sprachgebrauch nicht. Könnte es sein, daß Sie das Gegenteil von dem meinen, was Sie sagen?

@14:31 — fathaland slim: Harte Währung à la DM

Früher ist die deutsche Wirtschaft mit der Aufwertung der Deutschen Mark stets gut zurecht gekommen. Durch die harte Mark hatten aber auch die normalen Menschen in diesem Land mehr in der Tasche! Die aktuelle Verarmung breiter Schichten in der BRD kommt doch eben durch die Entwertung des Euros.

Nein, das Statistische Bundesamt erzählt uns etwa von 1,5 bis 2,5 % Inflation. Tatsächlich aber ist die Geldentwertung des Euro enorm, jedoch wird sie durch den Vergleich mit ebenfalls fallenden Währungen verschleiert, wie etwa dem VS-Dollar oder dem fest an den Euro gebundenen Schweizer Franken.

Die Währungen fast aller Staaten dieser Welt, z. B. der BRIC-Staaten oder Australien, haben gegenüber den Währungen der Euro-Staaten bzw. dem VS-Dollar jährlich zwischen 5 - 25 % zugelegt. Oder anders herum: Der Euro ist entsprechend gesunken, nur keiner will es merken!

Unsere Gehälter und Vermögen haben sich seit dem Euro relativiert, ja etwa halbiert. Die harte DM war für uns Deutsche klar besser!

Mich wundert

Mich wundert nur, wie das Fernsehen immer noch die Sendung "Goodbaye Deutschland" senden kann.
Zum anderen liegt es vielleicht auch daran, dass die Menschen in den anderen Eurostaaten nicht so doof wie die Deutschen sind, die für nen Appel und nen Ei arbeiten gehen.
Durch die Verlagerung ganzer Produktionsstätten ins Ausland (speziell nach China und asiatischen Raum) braucht man sich nicht zu wundern, dass in Europa immer mehr arbeitslos sind.

Fatale Weltanschauung

Das schlimme bei solchen Nachrichten ist nicht nur die Tatsache, dass Sie Indiz einer Depression im Euro-Raum ist, sondern dass viele Kommentatoren hier glauben, dass diese Arbeitslosigkeit im Zusammenhang steht mit nicht vorhandenen Kapazitäten oder Arbeit. Das klingt dann so, als gäbe es zu viel Menschen und Ihre Tätigkeiten bzw. Arbeitskraft werde nicht mehr gebraucht.

Man möge sich bitte vor Augen halten, dass in den Südländern sämtliche Infrastruktur für Soziale Sicherungen aufgehoben sind, auf Kosten der Sicherung von Banken. Die Banken sichern Ersparnisse jener Gläubiger und Anleger, die das Geld zur Verfügung gestellt haben. Das waren viele inländische und deutsche Gelder. Die Herzlosigkeit mit der Sie Ihr Geld zurückfordern ist Teil der Merkelpolitik.

Sie lieber Sparer fordern eben den Menschen im Süden sich nackt auszuziehen, von jenen, deren Taschen längst leer sind. Wer das nicht begreift hat die Wirkungen des Finanzmarkts nicht begriffen.

2. April 2013 - 15:11 — AbseitsDesMains...

" Die aktuelle Verarmung breiter Schichten in der BRD kommt doch eben durch die Entwertung des Euros."

Die Einkommensentwicklung in Deutschland wird mit Sicherheit immer ungerechter, und das war politisch so gewollt.

Ich weiß noch genau, wie Hans Werner Sinn und Konsorten in den 90ern der "Spreizung" der Einkommen das Wort redeten. Das war alles Bestandteil der Deregulierung und Liberalisierung, in der man seit Thatcher und Reagan das Heil vermutete.

Was das mit dem Euro zu tun haben soll, weiß ich nicht.

Von "Verarmung breiter Schichten" kann man aber doch wohl eher in anderen Ländern Europas reden, uns geht es wirklich noch Gold!

"In Österreich und Deutschland wurden Stellen geschaffen"

Ach, welche denn, 1€-Jobs?

Goodbye Deutschland...

... macht doch klar Sinn. Im Ausland gibt es so viele Arbeitsmöglichkeiten mit wesentlich besseren Einkommen/Ausgaben Verhältnissen als in Deutschland, mich wundert es, dass es nicht mehr Leute ins Ausland zieht. Man muss halt auch etwas ausserhalb Europas schauen und sich in die Welt trauen.

An Flow- Texer

In Ihrem Kommentar sind weitsichtige Ansichten. Auch ich wundere mich immer
wieder über dieses " Weiter so " mit dem Wirtsschafts Wachstum . Alle diese Waren die produziert werden müssen ja auch Menschen kaufen . Aber mit immer weniger Geld
in der Tasche kann nicht gekauft werden. Dabei gibt es auf dieser Welt genug Arbeit ,aber da ist auch kein Geld vorhanden.So glaube ich,das dieses Wirtschaftssystem bald am Ende ist.

@Alexternaleffect

Ich verstehe Ihren Kommentar nicht. Was soll an der Weltanschauung, dass Arbeit weniger wird fatal sein? Wir haben enorme Überkapazitäten in der Produktion. Der Zweck der Automation ist die Befreiung des Menschens vom Geißel der Arbeit. Die Abnahme von Arbeit entwertet keinen Menschen, es sei denn die einzige Definition des Menschen erfolgt über Arbeit.

Im zweiten Teil schreiben Sie aber von einem Verteilungsproblem und zwar vom Verteilungsproblem des Geldes. Das hat ganz andere - gesellschaftliche Ursachen, weil unser Wirtschaftssytem eine gesellschaftliche Übereinkunft ist.

@ 16:47 — Flow-Texer

Wieviel "Fachkräfte" sind heute noch im klassischen "produzierenden Gewerbe" und wieviele produzieren stattdessen "geistiges Eigentum"?

Es mangelt nicht an Arbeit, denn das überflutet uns nahezu mit Beschäftigungsmöglichkeiten ...

@ 16:47 — Flow-Texer - Nachtrag

und je mehr Menschen nicht arbeiten müssen, umso größer wird der Bedarf an Unterhaltung.

europaeische frage

seit einfuehrung des euros ist die zahl der arbeitslosen im euroraum stetig gestiegen und ist jetzt auf dem hoechststand.
die eu hat sich viel zu sehr mit sich selbst beschaeftig und dabei versaeumt sich um die sozialen belange der bevoelkerungen zu kuemmern und um die euopaeische frage allgemein.
sie hat sich auf banken, statistiken und finanzwelt konzentriert und dabei ihre bewohner aus den augen verloren.
sie hat soziale ungerechtigkeit geschaffen, existenzen, familien und vermoegen zerstoert.
die eu hat arbeitslosigkeit, obdachlosigkeit und aussichstslosigkeit geschaffen.
und nun hoffen alle das china und russland kommen und die eu retten.

/// In Deutschland hingegen

/// In Deutschland hingegen wurden Stellen geschaffen ///

Ein Hoch auf Schröder und seine Agenda 2010 !

Schade, dass die SPD diesen Erfolg nicht für sich reklamiert.

Gut, dass die CDU diesen Kurs fortgesetzt hat.

2. April 2013 - 17:25 — Phonomatic

"und je mehr Menschen nicht arbeiten müssen, umso größer wird der Bedarf an Unterhaltung."

Tja, das mag schon richtig sein, aber wie soll ich dann bezahlt werden, und von wem? (bin Musiker)

Arbeitsteilung durch Verringerung der Arbeutsstunden

Bildung/Weiterbildung und Verringerung der Wochenstunden.
Wir benötigen qualifizierte gutverdienende Arbeitnehmer.
Das da Reserven sind wissen wir. Mit der Verringerung der Stunden müssen mehr Leute eingestellt werden. Statt die Arbeitslosigkeit zu finanzieren, können wir in Bildung investieren. Außerdem bestehen Reserven, da die oberen Gehälter völlig überladen sind und die Lohnmenge der anderen zu sehr belasten.

Die Arbeitslosigkeit steigt weiter im Euro-Raum

aber die Börse ist in Jubelstimmung. Auf diese Weise bleibt den Zockern das billige Geld erhalten. Die Großunternehmen machen riesige Gewinne aber sie investieren das Geld nicht wie früher in Arbeitsplätze. Letztere stellen für sie keinen Anreiz dar, weil sich durch Spekulation mehr Geld verdienen lässt.
Wir brauchen ein Ende der marktkonformen Demokratie, welche die Umverteilung weiter forciert und viele Jugendliche in die Perspektivlosigkeit treibt.

@henry.berlin und andere: Sozialismus ist keine Alternative

Es zeigt, dass eine vernünftige Wirtschaftspolitik auch für ein vernünftiges Wachstum sorgen kann. Wenn Sie genau schauen, sehen Sie, dass es viele verschiedene Arten neuer Jobs gegeben hat, auch niedrig bezahlte aber eben auch hochbezahlte - und es gerade bei denen ein zu geringes Angebot an hoch qualifizierten Fachkräften gibt. Eine Verringerung der Arbeitszeit ist Unsinn, denn dann wären diese Stellen für diesen Personenkreis nicht mehr interessant - und die Lebenshaltungskosten (bspw. Mieten) werden für solche Personen auch nicht gesenkt. Frankreich zeigt, dass sozialistische Idee keine Alternative sind, Griechenland und Italien lehren uns, wie wichtig Stabilität, Verlässlichkeit und ein gutes Maß an Gemeinsinn (und eben nicht Gleichmacherrei und Korruption) sind. wir können froh sein, dass wir in diesem Land leben und wir aufgrund dieses Wachstums (und nicht aufgrund gesetzlicher Umverteilung und Mindestlohnzwangsbeglückung) auch anderen helfen können. Hoffentlich bleibt das so.

AbseitsDesMains..:

"Früher ist die deutsche Wirtschaft mit der Aufwertung der Deutschen Mark stets gut zurecht gekommen."

Das ist historisch falsch. Helmut Schmidt oder Hans Dietrich Genscher würden ihnen von den großen Problemen erzählen, die die deutsche Wirtschaft mit der harten Währung hatte. Laufend musste die Bundeskank eingreifen und für Abermilliarden DM Mark fremde Währungen wie z.B. Lire einkaufen, um den Kurs zu stabilisieren u. in Italien konkurrenzfähig zu bleiben. Das gelang nur bedingt und konnte den hohen Kurs der DM zu anderen Währungen nicht verhindern und man verlor so eine Menge Geld.

Um dem entgegenzuwirken, wurde 1979 das EWS mit dem ECU geschaffen, in dem Währungsschwankungen zwischen den EWG-Währungen nur innerhalb einer Bandbreite von ± 2,25 % zugelassen werden sollte, in dem die Zentralbanken solange am Devisenmarkt intervenierte, bis die Bandbreite erreicht wurde. Dies gelang wegen der Spekulationsattacken der Devisenmärkte zunehmend nicht mehr und führte uns zum Euro.

@ 17:53 — fathaland slim

Tja, das mag schon richtig sein, aber wie soll ich dann bezahlt werden, und von wem?

Ihre Zuhörer werden i/Ihr Geld möglicherweise mit Apps verdienen, oder mit Patenten, als Musiker oder als Fotograf.

Meine Argumentation bezogen auf @16:47 — Flow-Texer:
Was soll an der Weltanschauung, dass Arbeit weniger wird fatal sein? Wir haben enorme Überkapazitäten in der Produktion. Der Zweck der Automation ist die Befreiung des Menschens vom Geißel der Arbeit.
ist ja eben, dass die Arbeit durch Automation nicht weniger wird.

btw. verwechseln Sie mich nicht mit den französischen Kollegen :) ich mache u.A. auch Musik, bin aber Level-Designer.

Arbeit vs. Einkommen

Zwei Probleme gibt es mit der Arbeitslosigkeit:

- Da in unserer Gesellschaft Arbeit und Einkommen aneinander gekoppelt sind (warum?), ist der Verlust des Arbeitsplatzes in der Regel mit dem Verlust des Einkommens verbunden. So entsteht eine starke Abhängigkeit.

- Die meisten Menschen zu Unselbstständigkeit und Lebensbewältigung mit Ersatzbefriedigungen erzogen. Viele sind mit der Situation überfordert sind, sich selbst um sinnvolle Aufgaben kümmern und sich selbst managen zu müssen. Freiheit will gelernt sein. Aus dieser Richtung nährt sich das Vorurteil, man würde ja nur auf der Faulen Haut herumliegen, wenn es keinen Zwang mehr gäbe, sich in die Abhängigkeit der Lohnarbeit zu begeben.

Das 'Wackeln' des Arbeitsmarktes sollte zum Anlass genommen werden, darüber nachzudenken, wie die Kopplung von abhängiger Arbeit und Einkommen überwunden werden kann und andererseits die Effektivität (der Gesellschaftliche Nutzen, nicht der unternehmerische) geleisteter Arbeit erhöht werden kann.

Sehr geehrte NutzerInnen von

Sehr geehrte NutzerInnen von meta.tagesschau.de,

bitte achten Sie bei der Erstellung Ihrer Kommentare auf die thematische Ausrichtung. Kommentare, die zu sehr vom Thema abweichen, können nicht freigeschaltet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Die Moderation
meta.tagesschau.de
P.S. Diese Mitteilung gilt allen TeilnehmerInnen dieser Diskussion.

2. April 2013 - 19:09 — Phonomatic

Meine Frage bleibt: wie sollen wir, die wir davon leben, daß wir Dienstleistungen für andere erbringen, bezahlt werden, wenn die Lohnarbeit als primäres Erwerbsmodell bestehen bleibt (ich möchte uns hier als "Sekundärerwerbstätige" bezeichnen), aber immer weniger Menschen abhängig beschäftigt sind, und wenn, dann zu prekären Konditionen?

Denn die abhängige Lohnarbeit, die in unserem Wirtschaftssystem bisher den Mehrwert erwirtschaftete, wird durch die Automatisierung immer überflüssiger.

@ fathaland slim:

Wenn Sie Ihren Gedanken zur Frage aufnehmen, dann kann aus immer größerem und teurerem Kapitalstock (Maschinen = bezahlte Kosten und fällige Kredite) und immer weniger Beschäftigung zu seinem Betrieb aus letzer (und noch sinkenden Löhne) relativ immer weniger Gewinn = private Ersparnisse aus dem steigednen Kapotaleinsatz gezogen werden, der aber immer mehr und immer billiger (roduktivität) zur Gesamtversorgung plus Export beiträgt.

Dieser Versorgung (Kaufraft)fehlen die rausgezogenen enormen Gewinne als Einkommen der immer weniger konsumfähigen (Löhne und Steuern/Sozialtransfers)Allgemeinheit.

Das braucht also keinen Staatssozialismus, sondern nur eine hinsichtlich GINI-Koeefzient vernünftige = soziale
Marktwirtschaft. Dann wären auch allgemeinnützige Bürgerarbeit statt H4 und Dienstleistungen... wieder finanzierbar und als geachtete Arbeit lohnend.

AbseitsDesMains..

"Die aktuelle Verarmung breiter Schichten in der BRD kommt doch eben durch die Entwertung des Euros."

Dies ist falsch! Der Euro ist im Inland seit seinem Existieren stabiler als es die DM war. Vergleichen Sie nur mal die Inflationsraten. Durch den hohen Kurs der DM war nur die Kaufkraft der Mark im Ausland höher (Urlaub, Import)

Die Verarmung breiter Schichten der Bevölkerung hat ganz andere Ursachen wie den Euro. Hier sind vor allem die Arbeitsmarktreformen zu nennen (Hartz Gesetze). Da im Gegensatz zu früher Arbeitslose jede Arbeit annehmen müssen, auch wenn sie weit unter dem füheren Verdienst liegen, entstand eine Nachfrage für einen Niedriglohnsektor. Weil durch das Gesetz zur Zeitarbeit die Verpflichtung zur Gleichbezahlung im Verhältnis zur Stammbelegschaft aufgehoben wurde, wurde hier eine Möglichkeit zum Lohndumping geschaffen. Die Zunahme von Teilzeitarbeitsplätze ist zu nennen und die geringen Lohnsteigerungen, wofür auch die hohen Arbeitslosenzahlen verantwortlich waren.

2. April 2013 - 20:13 — vanPaten

Ganz Ihrer Meinung.

FS

@ 19:55 — fathaland slim

Denn die abhängige Lohnarbeit, die in unserem Wirtschaftssystem bisher den Mehrwert erwirtschaftete, wird durch die Automatisierung immer überflüssiger.

"Die Automatisierung" läuft nicht von alleine, dazu bedarf es zunächst einmal Menschen in Tätigkeiten die wegautomatisiert werden können, und wiederum andere Menschen die erkennen dass dies möglich ist und es tun.

Das widerum können Selbstständige oder Angestellte sein, wo ist der Unterschied o_O

Die "Entwertung der Lohnarbeit" hat m.E. wenig mit Automatisierung zu tun, vielmehr ist es wohl ehr so, dass wir partiell mithilfe der Automatisierung noch gegenüber den niedrigen Lohnkosten in anderen Ländern konkurenzfähig bleiben.

Daher sehe ich da keinen Zusammenhang zwischen Automatisierung und Arbeitslosigkeit in der EU.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht,

auch wenn er noch die Wahrheit spricht. Griechenland hat sich mit gefälschten Haushaltszahlen in die EU geschummelt. Warum sollten die Arbeitsmarktzahlen stimmen?

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