Kommentare

Wow...

Das ist aber ein gepfefferter Tritt in die Magengrube.

Sicher hat es in Zypern wohl auch den einen oder anderen Gauner der sein Geld dort anlegte, aber was ist mit den ehrlichen Großanlegern? Können ja wohl schlecht alle Verbrecher sein, oder?

Alle über einen Kamm barbiert und damit schön den gewünschten Präzedenzfall schaffen. Ab jetzt heißt es volle Fahrt voraus für den Euro und wenn es klemmt dann müssen die Bürger haften. Das kann noch was werden.

Interessant zu sehen das unser eigener "ich weiß nicht wo die Kröten herkommen" Finanzminister Schäuble beim kleinen Zypern hart bleiben durfte.

Der ganze Vorgang ist so ziemlich einmalig und zeigt einmal mehr woran es in der EU krankt, nämlich in solch wichtigen Fragen wie Militär, Finanzen/Steuern, soziale Sicherungssysteme usw. geeint zu handeln.

Es ist absolute Ironie das die Verursacher - die entfesselten Kapitalmärkte - noch immer nicht an die Leine gelegt wurden.

Habe die Ehre,
Bhurano

falsches Signal

Das verheerendste Signal aus dieser räuberischen Erpresung Zyperns durch die EU, allen voran Deutschland, ist die faktische Aufhebung der Einlagensicherung:

Als Folge ist bei der nächsten Krise ein Bankenrun vorprogrammiert.

Warum

werden Investoren, die ihr Geld in eine Bank in Form von Einlagen investieren, anders behandelt als Investoren, die in die Realwirtschaft investieren? In der Realwirtschaft ist das investierte Geld futsch, wenn die Firma zahlungsunfähig ist. Geht aber eine Bank pleite, wird auf Teufel komm raus versucht, die Bank aus öffentlichen Geldern zu retten und die Einlagen möglichst in voller Höhe zu sichern. Ich wünschte mir, daß das bei meinem ehemaligen Arbeitgeber auch geschehen wäre - aber der war ja leider keine Bank.

Investitionen sind Investitionen und sollten nicht unterschiedlich behandelt werden, je nachdem, ob sie in die Realwirtschaft oder in Banken (die sich ja zudem auch noch ordentliche Gewinne abzweigen) fließen - das schadet der Realwirtschaft. Einzige Ausnahmen sollten zweckgebundene Gelder, wie Lebens- oder Rentenversicherungen oder Ansparungen für Immobilien (die dann auch in die Realwirtschaft fließen) sein. Alles übrige ist ab einem Durchschnittsjahresgehalt Zockerei.

Ein Wahnsinn

Nun kann sich jeder ausrechen, was passieren wird, wenn wirtschaftlich nichts mehr läuft. Man kann nur jeden raten möglichst das gesamte Geld bis auf einen kleinen Betrag abzuhaben und in Werte einzutauschen. Das möglichst schnell.
Das Modell wird Schule machen und das Kapital wird enteignet. Das gleiche passiert in Deutschland schleichend über Steuern. Aber man wird nicht davor zurückschrecken, das Kapital direkt zu besteuern. Die Verliere sind diejenigen, die sich ein Grundstock ansparten. Dies alles nur wegen einer maroden Währung. Die Politiker, die diese Politik noch unterstützen gehörne meiner Meinung nach ins Gefängnis.

Die Einlagensicherung steht

@facepalm:
Das verheerendste Signal aus dieser räuberischen Erpresung Zyperns durch die EU, allen voran Deutschland, ist die faktische Aufhebung der Einlagensicherung

Nein gerade nicht. Die Einlagensicherung steht, aber sie gibt es nur bis 100.000 Euro. Mehr wurde nie versprochen.
Außerdem wird Zypern weder von Deutschland noch von der EU erpresst. Zwei große Banken in Zypern sind aber leider insolvent.

Geld abheben,

solange das möglich ist und in Sachwerten bunkern!
Das dürfte so manchen erheblich ruhiger schlafen lassen.

Noch ein Tipp, Geld ist nur Papier mit Zahlen drauf.
Sonst nichts.

Da ist mir ein volles Vorratsregal schon viel lieber. Davon kann man nämlich zehren.

Selbst 500 Papiereuro haben kaum einen Brennwert.

@Rosenberg

Man kann nur jeden raten möglichst das gesamte Geld bis auf einen kleinen Betrag abzuhaben ...

Wenn 100.000 Euro für Sie ein kleiner Betrag ist, dann herzlichen Glückwunsch.

@Bhurano

Sicher hat es in Zypern wohl auch den einen oder anderen Gauner der sein Geld dort anlegte, aber was ist mit den ehrlichen Großanlegern? Können ja wohl schlecht alle Verbrecher sein, oder?

Sie missverstehen den Kapitalschnitt als Strafe für irgendwelche Vergehen. Das ist aber falsch. Zwei Banken sind insolvent, können also eingezahltes Anlagekapital nicht mehr vollständig zurück zahlen.
Was wäre die Alternative? Eine Rettung aus den Steuergeldern der EU-Länder? Wohl kaum.

bis donnerstag?

das sollte etlichen betroffenen auf zypern reichen, um ihr geld irgendwie über die insgesamt sechs GEÖFFNETEN filialen der laiki-bank und bank of cyprus in england (london und birmingham) abzupumpen:

hxxp://derstandard.at/1363706102377/Zweifel-an-Kapitalkontrollen-auf-Zypern
und davon kein wort bei ts? oder wo steht es?

Ein blöde Frage muß hier

Ein blöde Frage muß hier erlaubt sein! Warum ist der Türkische Teil Zyperns nicht pleite?

Ist Einlagensicherung nicht Unrecht?

Ich frage mich gerade, warum der Staat, offenbar vorgegeben durch unsere geliebte Brüsseler-ZK-Übermutter, für Guthaben bis 100.000€ einsteht.

Abgesehen davon, dass 100k€ ein vollkommen willkürlicher Wert ist frage ich mich warum nicht z.B.
-Immobilien gegen Erdbeben
-Briefmarkensammlungen gegen Vergilben
-oder Solarfirmanenaktien gegen Bankrott
gesichert werden?

Die finanzielle Auswirkung auf das Individuum können durchaus größer sein, als 100k€.

Eigentlich ist doch eine Einlagensicherung Unrecht, weil sie verschiedenen Werte/Anlagen ungleich behandelt, oder?

"Man kann nur jeden raten

"Man kann nur jeden raten möglichst das gesamte Geld bis auf einen kleinen Betrag abzuhaben und in Werte einzutauschen."

Welche Sachwerte kauft der Kleinanleger dann am besten ? Zitronen ?

Ein paar weitere blöde Fragen:

Wenn bankrott "zahlungsunfähig" bedeutet, warum überträgt man die Schulden insolventer Banken dann auf angeblich bankrotte Staaten?

Wieso bleiben die Schulden bankrotter Banken bestehen?

Warum kommen die Staaten

Warum kommen die Staaten ihrer Aufsichtspflicht gegenüber den Banken nicht nach?

Würden Banken klare Vorschriften gemacht, welche Risiken sie eingehen dürfen, wäre der Schaden viel kleiner. Für Immobilien z.B. 40% Eigenkapital als Voraussetzung.

Auch frage ich mich, warum man die Schuldner nicht zur Kasse bittet. Es sollte doch die normalste Sache von der Welt sein, auf den Schuldzins noch mal 2-3 Prozentpunkte als Sicherheitspuffer zu verlangen. Warum werden also nicht die Schuldner schon mal im Voraus etwas zur Kasse gebeten. Damit könnte man auch schon mal einiges an Ausfällen abfangen.

Im Übrigen sind 100.000 Euro nicht gerade viel. Dafür kann man zu Teil nicht mal eine Wohnung kaufen. Wären 1 Mio Euro nicht eher angebracht?

Weiter so!

Wenn die europäischen Banken keine Einlagen über 100000 € wollen (oder brauchen), dann ist die Zwangsenteignung natürlich das beste Mittel, um Geldanleger abzuschrecken. Oder noch allgemeiner: Wenn Europa genug Geld hat, um ohne Auslandsinvestoren auszukommen, dann ist ja alles in Butter. Blöd nur, dass genau das Gegenteil der Fall ist - und das Hervorheben von Konkurrenzgesichtspunkten (Deutschland hui, Zypern pfui) nur dazu beiträgt, Mißtrauen in den ganzen Laden zu säen! Eine "Gemeinschaftswährung", von der im Krisenfall aus nationalen Bedenken das "Gemeinschaftliche" weggestrichen wird, ist halt kein vertrauenswürdiges Projekt. Lässt sich an den Euro- und Aktienkursen übrigens einfach nachvollziehen: Kaum setzt sich mal wieder die Merkel-Sparlinie durch, sinken beide; kaum versprechen EZB-Lockerungen Abhilfe, steigen beide wieder.

@Schmerzgrenze

"Kaum setzt sich mal wieder die Merkel-Sparlinie durch, sinken beide; kaum versprechen EZB-Lockerungen Abhilfe, steigen beide wieder."

Was ja niemanden wundert, weil bei letzterem Ansatz genau die Klientel bedient wird, die uns die Bankenkrise eingebrockt hat. Mir ist ein Ende mit Schrecken lieber (Staatspleiten) als ein Schrecken ohne Ende.

Das Dilemma ist doch, daß Europa hier garnichts mehr richtig machen kann. Trifft man fiskalpolitisch die nötigen schmerzhaften Entscheidungen, zerstört man für lange Zeit die Einigkeit Europas. Tuts mans nicht, geht Europa auf jeden Fall auch unter.

In der Zypernkrise ist man leider sehr ungeschickt vorgegangen und hat ersteinmal den großen Zeigefinger erhoben und zudem den Kleinanleger direkt mit Enteignung gedroht. Vielleicht hätte man mal erstmal die zypriotische Regierung einen Vorschlag machen lassen sollen. Und so stehen am Ende mal wieder die Deutschen als Buhmänner da. Diplomatie ist wohl nicht unsere Stärke.

@TomAto

(Zitat:) "Wieso bleiben die Schulden bankrotter Banken bestehen?"

Weil die Schulden der Banken auch die Einlagen der Kunden sind! Darum geht es doch gerade. Den Verbindlichkeiten stehen keine Werte mehr gegenüber, weil die Bank sich verspekuliert hat (z.B. die Griechen-Papiere, die jetzt wertlos sind).

Natürlich können Sie alle Schulden für Null und Nichtig erklären. Dann hat keiner der vielzitierten "Sparer" mehr irgendetwas. Das ganze Konstrukt zielt aber darauf, genau das zu verhindern.

Und Zypern ist nicht angeblich bankrott, es ist genau dann bankrott wenn es die komplette Einlagensicherung auszahlen müsste, denn weil das Bankensystem viel zu groß ist, kann es das nicht stemmen.

@Schmerzgrenze

Die beiden großen Banken in Zypern sind insolvent, wir haben es im Artikel gelesen. Auf deutsch: sie können nicht mehr alle Einlagen zurück zahlen. Es sei denn die Steuerzahler aus anderen Ländern schenken den Banken mehrere Milliarden.
Was bitte hat unter diesen Umständen die Teilrückzahlung mit Enteignung zu tun?

Schöne deutsche Diskussion

...werden Banken ausschließlich mit Steuergeldern gerettet wird geflucht wie unfair das ist und das es sowas wie "systemrelevant" nicht gibt.

...werden aber die Groß(!)anleger (die sonst alles(!)) verloren hätten beteiligt wird ebenfalls gejammert.

Müsste der deutsche Michel entscheiden ob das Glas halbvoll oder halbleer ist würde er sich beschweren, dass das Glas so schmutzig ist oder das er lieber einen Becher hätte.

Deutlich schlechter

und ungerechter als die ursprüngliche Abgabe. 9,9 bzw 6,75% sind in den allermeisten Fällen zu verschmerzen, aber 40 sind ein richtiger Hammer. Man wäre wirklich besser damit gefahren, flächendeckend ein wenig abzugreifen, statt jetzt eine Bank vollkommen auszuplündern.

@Fat Freddys Cat: Total unsinnige Rechnung, das sind doch keine seriösen Zahlen als Grundlage.

TripleA

"Weil die Schulden der Banken auch die Einlagen der Kunden sind!"

Dafür gibt es die Einlagensicherung bis einhundertausend Euro. Alles darüber muss als ganz normales Ausfallrisiko betrachtet werden.

"Natürlich können Sie alle Schulden für Null und Nichtig erklären."

Das ist ist ein üblicher Gang einer Insolvenz.

"Dann hat keiner der vielzitierten "Sparer" mehr irgendetwas. Das ganze Konstrukt zielt aber darauf, genau das zu verhindern."

Wie gesagt, Einlagensicherung. Die ist gesetzlich garantiert und die Banken müssen so viel Eigenkapital vorhalten.

"Und Zypern ist nicht angeblich bankrott, es ist genau dann bankrott wenn es die komplette Einlagensicherung auszahlen müsste, denn weil das Bankensystem viel zu groß ist, kann es das nicht stemmen."

Es ist überhaupt nicht die Aufgabe eines Staates, die Einlagen der Banken zu sichern. Er muss dies nur überwachen. Er muss erst recht nicht, für die Verbindlichkeiten aufkommen.

Quintessenz...

Als kosmopolitischer Deutscher verfolgt man interessiert die Zypern Krise und die EU-Rettungsmaßnahmen - die in Wahrheit wie immer nur Rettungen nordeuropäischer und deutscher Anleger sind (Banken, Fonds, Versicherer) - um gravierende Ertrags- oder gar Kapitalverluste zu verhindern. Vermeiden wäre zu wenig gewesen, weil zu interpretationsfähig. Verhindern heißt dagegen klar = Abwehren!

Ja, ich persönlich bin sehr dafür, als Deutscher über die schon bestehenden Steuerbelastungen hinaus NICHT auch noch das dubiose Geschäftsmodell Zyperns oder deren dortigen, ebenfalls oft dubiosen Kapitalanleger durch EU-Hilfen gegen Ertrags- oder Kapitalerluste zu schützen.

Hingegen bin ich gerne für finanzielle EU-Hilfen, die zwar instrumentalisiert, aber möglichst konkret den Bürgern des Landes direkt helfen.

Stutzig macht mich aber die heutige Info einer Studentin mit über 100tsd€ auf dem Konto, womöglich wegen der Abzüge ihr Studium nicht mehr ordentlich finanzieren zu können.

Eine Studentin...!

Geld ist scheu wie ein Reh

Da werden in Zukunft wohl etliche gewarnt sein und in den südlichen Ländern kein Geld mehr anlegen.

Daß man mit der Belastung der Guthaben Vertrauen zerstört und die Banken in Schwierigkeiten bringt, haben die Urheber dieser Lösung wohl nicht bedacht.

Andererseit hat die Regierung in Zypern jahrelang dem großen Rad wohlwollend zugesehen und davon die Steuern abgezogen. Jetzt sind es die Anleger die bluten, während die Banken vorher mit dem Geld der Anleger gezockt haben.

Zumindest einige hatten einst mit 500-€-Scheinen ihre Guthaben in Sicherheit gebracht, als Merkel ihre "Garantien" abgab.
In Zukunft werden das mehr sein, die dem Euro und den Banken nicht mehr trauen.
Der Euro zerstört dass Vertrauen anstatt zu einigen!
Schafft das Zeug ab!!!

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Hart verdientes Geld - oder auch nicht?

Die Frage ist halt, wie man zu seinem Geld gekommen ist.
Ich selbst spreche niemandem sein Vermögen ab, für das er selbst hart gearbeitet ubd ehrlich Steuern bezahlt hat. Diejenigen sollten ihr Geld behalten.
Aber Anleger, die auf den großen Profit auswaren, Geld aus dubiosen Quellen bezogen hatten, die sollten gerne zur Kasse herangezogen werden.

In Deutschland sollte es genauso sein. Die Quandts und Krupps dieses Landes, die ihr Vermögen aus irrlichtigen Nazi-Geschäften verdanken, sollten einen erheblich höheren Anteil am Gemeingut leisten, als wir, die täglich für ihr Brot arbeiten müssen.

Die Steuerprogression trägt einen Teil dazu bei, aber seitdem Kapital in Deutschland weit weniger als die Arbeit versteuert wird, gerät die Gerechtigkeit immer weiter ins Wanken.

@TomAto

Ich bin ja ganz bei Ihnen. Banken müssen pleite gehen können (also gehören sie in vernünftige Größen zerstückelt), und dann läuft alles seinen marktwirtschaftlichen Gang (Abwicklung) plus Einlagensicherung.

Nur: Für Fälle wie Zypern ist die Einlagensicherung nicht gedacht. Die ES enthält nie so viel Geld wie alle oder auch nur die meisten Banken an Einlagen unter 100.000 Euro haben. Wenn die beiden größten Banken (oder auch nur die größte Bank) in Zypern pleite gehen, übersteigt das den Fonds bei Weitem.

Letztendlich wäre der Staat der Letzte, der einspringen könnte/müsste; zumal er obendrein ja auch noch direkter Eigentümer von wenigstens einer Pleite-Bank ist. Das kann er aber nicht. Es ist niemand da, der die Einleger auszahlen könnte. Der Fonds nicht, die restlichen, kleinen Banken nicht, der Staat nicht. Das Geld wäre weg.

Seriöse Zahlen für wie viele es reichen könnte sind schwer zu bekommen (30%?); aber für alle reicht's auf jeden Fall nicht.

Wow, da wird's mir aber anders...

Ich bin ein Kind der frühen Siebziger. Solch einen Vorgang der "Zur Kasse, bitte!" habe ich noch nie selbst erlebt. Um so mehr lässt mich das, was ich heute in den Medien über Zypern lese, kalt erschaudern.

Diese Nachricht klingt zwar wie ein Traum, doch diese Art der Geldeintreibung ist Realität! Was für ein Wahnsinn!!

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