Kommentare

Katholischer Glaube und Liebe ...

ist ein Widerspruch in sich. Den Menschen von vornherein als Sünder zu verurteilen oder sogar ihm die Erbsünde aufzuerlegen, zeigt den wahren Geist dieser Religion: Selbsthass sähend. Wie soll aus Hass gegen sich selbst Liebe für den anderen werden? Ein Herz von Hass getrübt kann schwer Liebe versprühen. Das "Liebe den anderen wie Dich selbst" ist absolut nicht verstanden worden von den Kirchenfürsten, es ist Vorrausetzung, das Leben, sich und den anderen zu bejahen, um Liebe zu empfinden.

Beharrliche Kritik

Wenn ich die vielen Texte und Kommentare zum Papst lese, dann fällt mir auf, dass sehr oft die "Frauenfrage" und die der Homosexualität "in der Kirche" als Thema zu finden sind.
Meines Erachtens war es aber sehr wichtig und richtig, dass sich Benedikt mit den zentralen Inhalten des Christentums befasst hat, nämlich mit der Liebe Gottes und der Person Jesu Christi und seiner Bedeutung für uns Christen. Denn DAFÜR steht die Kirche doch. Wie der Papst völlig richtig gesagt hat, ist die Kirche nicht vorrangig eine Institution, auch keine Moral-Institution, sondern die Gemeinschaft der Glaubenden. Und als solche stehen wir auch in Verbindung zu vorangegangenen Generationen. Man sollte nicht immer so laut rufen, was alles geändert werden soll, sondern auch nach dem Inhalt des Glaubens fragen. Von Benedikt Reformen zu erwarten ist durchaus unrealistisch. Was er aber getan hat, war gut und notwendig. Man schaut zu viel, was die Kirche über Sexualität sagt, zu wenig, was sie uns über Gott sagt.

@Hägar

Sie zitieren Jesus selbst in Bezug auf die Nächstenliebe. Sie sollten aber auch bedenken, dass auch Jesus die Menschen als Sünder angesehen hat, Paulus schreibt ja sogar, dass Jesus für unsere Sünden gestorben sei (aber eben aus Liebe, unterm Strich wird also gesagt, dass wir liebenswert sind). Es ist an sich ja gar kein Widerspruch, in Schuld verstrickt zu sein, und dennoch liebenswert zu sein. Niemand wird von sich sagen können, perfekt zu sein, in Gottes Augen sind wir jedenfalls trotz unserer Schuld so liebenswert, dass er sich in Jesus selbst auf den Weg zu uns gemacht hat. Das ist auch das, was der Papst letztlich mit der Bedeutung der Liebe und der von Jesus Christus sagen möchte. Ich sehe das gar nicht als negativ an, im Gegenteil. Eventuell beruht Ihre Kritik auf einer Fehlinterpretation der Aussagen. Ich möchte nicht sagen, dass es keine Leute gibt, die das so auslegen. Aber der Papst legt es auf jeden Fall nicht so aus, wie sie es ihm unterstellen.

@P. Karl

Die Doktrin, dass der Mensch ein Sünder sei, verpestet die Seele der Menschen. Sich als falsch zu erachten, sogar durch Erbsünde, also auch das Neugeborene, ist Gift. Liebe entsteht niemals durch Selbstablehnung. Wenn etwas in der Bibel steht, Jesus hätte gesagt, wir seien Sünder, frage ich, wer hat das geschrieben? Bestimmt nicht Jesus. Das wurde im Konzil von Kanstantinopel festgelegt, um Menschen ihren Selbstwert zu nehmen, damit sie Untertanen bleiben.

Historisch ungereimt

Das die Doktrin der menschlichen Sündhaftigkeit und Erbsünde für sie nicht akzeptabel ist können sie ja gerne vertreten. Auch wenn dies natürlich eine mit dem Christentum (und meines erachtens auch der Erfahrung des Leides weiterhin hervorgebracht durch den modernen Menschen im 20Jhd) nicht zu vereinbarende Position ist. Allerdings bezeugt ihre Argumentation historisches Analphabetentum. Woher wissen sie, dass diese Aussagen eigentlich nicht von Jesus kommen? Selbst die moderne kritischste Bibelforschung würde das nicht so einfach in den Raum pfeffern. Da gibt es genaue wissenschaftliche Kriterien nach denen Jesuslogien auf ihre AUthentizität untersucht werden - und für Sie vielleicht überraschend, werden immer mehr dieser AUssagen als authentisch eingestuft (die kritischsten Gruppen wie in jüngerer Vergangenheit das Jesus Seminar sind von Forschern gut und klar in ihre Grenzen gewiesen worden). Was Konstantinopel hier für eine tragende Rolle spielensoll istIhnenwohlgenausounklarwiemir

@ Hägar

Da kann ich Ihnen nur recht geben.
Die Erfindung der Erbsünde und der "Schuld" und des damit verbundenen Minderwertigkeitsgefühls und der Angst ist ein geniales Unterdrückungsinstrument.

Erstaunlich, dass das so lange funktioniert. Die Aufklärung ist doch an den meisten vorbeigegangen.

Darstellung: