Kommentare

Grundsätzlich eine gute Idee...

...aber nur wenn jeder dabei mitmacht!

Leider hat sich unsere Regierung vom populistischen Geschrei der Opposition beeindrucken lassen und eine Transaktionsteuer entwickelt, bei der gerade einmal 11 Länder mitmachen.

Die Folgen werden sein, dass der heilige Kleinanleger drauf zahlt, private Lebensversicherungen bzw. Rentenversicherungen noch mehr Gebühren kosten, weil einfach kein Kreditinstitut diese Steuer nicht weitergeben wird.

Dabei werden diejenigen "Zocker", die die Krise verursacht haben, fröhlich in UK weiterzocken.

Toll gemacht! (findet auch der Wähler)

Verbieten ganz und gar

10 Prozent, alles andere ist doch kaum was wert.-

Es findet an der Börse nichts mehr statt, was der Gesellschaft - als einzig wichtige Variable hierbei - dienlich ist .
Im Gegenteil.

Die Börse ist ein Haifischbecken, wo die, die viel Geld haben, noch mehr Geld machen können. Vor allem weil sie selbst die Umstände produzieren, mit denen sie kalkulieren und Risiken abschätzen können. Das Geld stammt überwiegend aus dem Konsum einfacher Leute, ihnen sollte man es zurückgeben.

Später müssen diese Konzerne dann "gerettet" werden mit noch mehr Steuerzahlergeld.

Erheblicher ist aber, dass bormale Bürger ihr Geld in Papiere anlegen im Glauben an die Vorhaltungen von Bankstern.

es müssen alle mitziehen,

es müssen alle mitziehen, sonst bringt das gar nix!

Das Zierl ist ausschlaggebend für das Ergebnis

"Die Abgabe auf Bank- und Börsengeschäfte solle Einnahmen in Höhe von 30 bis 35 Milliarden Euro einbringen, erklärte die Behörde."

O, man!
Es sollte doch erst mal völlig egal sein, was die TS einbringt!
Der Grund warum sie eingeführt wird, ist doch kein fiskalischer, sondern ein Real-Produktiver!
Denn das Schaufeln von Geld generiert Gewinn prinzipiell ohne Einsatz von Leistung!
Mit anderen Worten raubt jemand mit vergangenen Leistungen zukünftige Leistungen von Anderen die diese verdient bzw. geleistet haben!

Mir kommt dann immer der BR, wenn ich lese was Gesetze und Steuern für den Staat an Einnahmen bedeuten. Denn Einnahmen sind nix wert, wenn man diese nicht sinnvoll verwendet. Gesetze sind nix wert, wenn sie nur Wenige begünstigen und die Masse einschränken!

Das wird aber Zeit,

dass diese Steuer kommt. Diese ist unbedingt notwendig, um die Finanzwirtschaft wenigstens etwas an den Kosten zu beteiligen, die sie verursacht hat. Hoffentlich werden nicht wieder viele Ausnahmeregelungen usw. eingeführt.Auch hätte der Steuersatz deutlich höher sein dürfen. Dieses Geld würde ich komplett der EU für ihre sogen. Rettungsmaßnahmen und Ausgaben zur Verfügung stellen. Auf der anderen Seite könnten die nationalen Überweisungen vermindert oder ganz abgeschafft werden. Diese Finanztransaktionssteuer ist nur recht und billig. Und wenn die Engländer nicht mitmachen, sollten sie auch kein Geld mehr aus Brüssel erhalten. Schließlich waren es hauptsächtlich auch englische Banken, die die Finanzkrise verursacht haben. Auch könnte dann auf die sogen. Bankenunion verzichtet werden, wo sowieso wieder die vernünftig wirtschaftenden die Zockerbanken finanzieren sollen.
Ryder

Ein weiteres hier ungenanntes

Ein weiteres hier ungenanntes Ziel ist die Attraktivitätsverringerung vom automatisierten Aktienhandel, welcher erheblich für Instabilität der Aktienmärkte verantwortlich ist.

Jedoch scheint mir jede EU-Regulierung nur noch fragwürdig, nachdem ich diese Doku auf Arte gesehen haben:
http://videos.arte.tv/de/videos/the-brussels-business--7307822.html

@ 13:13 — Gandhismus

Der Kommentar von -Gandhismus- bekommt meine vollste Zustimmung.
Und das nicht nur bei diesem Thema.
Wenn nur mehr Menschen solche Einstellung hätten .....

Das deutsche Steuersystem hat

Das deutsche Steuersystem hat einen großen Fehler... Tatsächliche Leistung wird mehr besteuert, als nicht-Leistung.

Wer selbst für sein Geld arbeiten muss, also tatsächlich Leistung erbringt, muss doppelt so viel an den Staat abführen, als einer, der sein Geld für sich "arbeiten" lässt.

Und dann stellt sich die FDP hin und erzählt, dass "Leistung sich lohnen" solle.

Diese Steuer ist unbedingt nötig,

auch wenn sie (noch) nicht alle Länder eingeführt haben. Die Spekulation, bzw. der Hochfrequenzhandel soll damit eingedämmt werden und das ist längst überfällig. Wieso kommt die Finanztransaktionssteuer erst 2014 anstatt dieses Jahr?

besser als nichts

die Einführung einer Transaktionssteuer in 11 von 16 Euroländern ist besser als alles beim Alten zu belassen. Hochfrequenzhandel und damit verbundene Spekulationen lassen sich damit ein Stück weit verlangsamen und vielleicht sogar eindämmen. Bislang liegt ja nur ein Entwurf der Kommission auf dem Tisch - es bleibt abzuwarten wie sich die Mitgliedsländer dazu verhalten und welche Folgen diese niedrige Steuer zeitigt, schließlich war man ja in erster Linie darauf erpicht das Kapital nicht zu verscheuchen. Um wirklich nachhaltigen (im Sinne von langfristigen Investitionen) Geldmarkthandel zu erzwingen ist die Steuer nicht geeignet. Die Finanzbranche ist kreativ genug sich schnell neue Fantasieprodukte und Geschäftsmodelle auszudenken um wieder maximale Gewinne abzuschöpfen. Die Kultur der Gier wird dadurch nicht beeinträchtigt. Wir werden sehen was es bringt.

PS: Was ist denn mit Opposition gemeint. Die Opposition im Bundestag wohl nicht - sind es vllt. opponierende EU-Länder?

Richtiger Schritt, aber alles

Richtiger Schritt, aber alles unter 0,5% ist zu wenig bei dem Flurschaden den die Banken und "Investoren" bisher angerichtet haben.

@baku: kleinste gemeinsame Nenner

"Dabei werden diejenigen "Zocker", die die Krise verursacht haben, fröhlich in UK weiterzocken."

Wir können die Briten kaum daran hindern, weiter auf den "unbeschränkten Markt" zu setzen. Obwohl man eigentlich meinen könnte, dass ihnen die Tausenden entlassenen Ex-Haie in London zu denken geben müssten.

Jedoch habe ich nichts dagegen, wenn sie aus D verschwinden: warum sollten wir den gigantischen Umsätzen denn nachtrauern, wenn D ohnehin nichts davon hat?

Angesichts der Summen, die hier bewegt werden, sind 35 Mrd. € für ganz EU allerdings ein Witz! Die Sub-Prozente sind mal wieder der kleinste gemeinsame Nenner.

Keine Mwst.

Hier wird die Steuer wieder mit der Mehrwertsteuer verglichen. Weit mehr Sinn würde es allerdings machen sie mit einer Steuer auf den Kaufwert eines geliehenen Produktes zu vergleichen.
Wenn man sich ein Auto (10.000€) für einen Tag ausleiht müsste man somit bei 0,1% Transaktionssteuer noch 2 mal 10€ zusätzlich zahlen. Dann wird auch klar warum Steuern im einstelligen oder gar zweistelligen Prozentbereich hier absurd sind.
An sich ist diese Steuer aber auch zu begrüßen, da der Volkswirtschaftliche Nutzen von Geschäften im Sekundentakt kaum gegeben ist.

@ Bikky-kun

Zitat: "Und dann stellt sich die FDP hin und erzählt, dass "Leistung sich lohnen" solle."

Aber damit hat sie doch Recht. Sie hat ja nicht gesagt, für W E N es sich lohnen muss. Selbst schuld, wenn Sie dabei auf sich geschlossen haben.

Historische Ergänzung

Es würde der öffentlichen Debatte sicher gut tun, wenn allgemein bekannt wäre, dass es in der BRD bis 1991 bereits eine Börsenumsatzsteuer gab. Die Tagesschau sollte diese wichtige Tatsache in Ihrer Infobox zur Finanztransaktionssteuer ergänzen. In der jetzigen Form erweckt sie stattdessen den Eindruck, die Idee sei in den 1970er Jahren erstmals in akademischen Kreisen erdacht worden.

Spekulanten und Zocker werden begünstigt?

"Auf Termingeschäfte würden 0,01 Prozent erhoben."

Rein spekulativ angelegte Derivate werden also nur mit einem Zehntel der Steuern belegt, die auf nachhaltige Investments in Aktien und Fonds anfallen. Spekulanten und Zocker werden also begünstigt? Haben sich hier wieder die Lobbyisten der Banken durchgesetzt?

Hoffentlich wird diese ungleiche Besteuerung so bald wie möglich eliminiert - möglichst ohne höchstrichterliche Anweisung.

EU ebnet den Weg für die Transaktionsaktion.

Erst 2014 ???

Geht es nicht etwas schneller, in dieser schnellebigen Zeit .

Was machen d. in Brüssel d. ganzen Tag ,

Schneeflocken zählen ?

Warum nicht mal eine Extra-Schicht (natürlich gratis)
einlegen ?

Es kommt auf die Umsetzung an

Wenn es am Ende so laufen sollte, dass nur die Geschäfte über eine Börse besteuert werden und für den Hochfrequenzhandel Ausnahmen gemacht werden, dann läuft diese Steuer in der Tat ins Leere und belastet am Ende nur "den kleinen Mann auf der Straße".

Die Steuer muß derart ausgestaltet sein, dass:

- es keine Ausnahmen für die "großen Spieler" gibt
- alle Transaktionen weltweit mit Finanzprodukten aus den teilnehmenden Länder besteuert werden
- alle Marktteilnehmer aus den teilnehmenden Ländern weltweit diese Steuer zahlen müssen.

So würde es keine Möglichkeit geben z.B. deutsche Aktien, Anleihen oder Derivate irgendwo anders auf der Welt zu handeln ohne das die Steuer anfällt. Damit würde letztendlich deutlich mehr erreicht werden als man bei 11 teilnehmenden Ländern erwarten könnte. Der Effekt wäre also schon sehr groß und auch die nichtteilnehmenden Ländern wie GB oder CH würde es treffen.

Diese deutsche Pro Einstellung ist erschreckend

Überraschend ist es eigentlich nicht, dass so viele Deutsche diese Steuer gut finden, da Deutsche so gut wie gar nicht in Aktien investieren.
Dabei ist diese Tatsache, als auch die Steuer selber finanziell für den kleinen Mann eine ganz schlechte Sache!

Leute, denkt mal darüber nach:
1) eure Ersparnisse auf den ollen Sparbüchern werden bereits jetzt schon von der Inflation aufgefressen, aufgrund der extrem niedrigen Zinslage. Was bleibt da noch? Sachwerte.

2) die alternative Vorsorgemöglichkeit mit Aktien wird nun aber nochmals besteuert (Abgeltungssteuer gibt es ja schon). D.h. eure Vorsorge wird abermals geschmälert.

Wer da noch jubelt, der sollte nachher nicht über sein Vermögen im Rentenalter meckern...

Den Großaktionären kann das sicher latte sein bei den Summen, die die zum Teil gewinnen, besonders da Derivate geringer besteuert werden und man sowieso selten bis gar nicht haften muss für Verluste.

OK

Ich halte die Steuer für sinnvoll, bin aber gespannt, ob man mit dem Ansässigkeitsprinzip die Steuerflucht wirklich einschränken kann. Darüber hinaus habe ich die Hoffnung, dass sich mit der Zeit mehr Länder anschließen werden... wir werden sehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Teile der EU eine Vorreiterrolle spielen.

Zum Steuersatz: den halte ich für ok. Es geht ja nicht darum, die Finanzaktionen zu unterbinden, sondern das schnelle Handeln im Millisekundenbereich, in dem Gewinne im Nachkommabereich gemacht werden. Wie sich der Steuersatz in Zukunft entwickelt, wenn die Steuer denn überhaupt überlebt, wird sich zeigen. Für den Einstieg ist das aber ausreichend.

Zum Zeitpunkt: das Gesetz muss in 11 Ländern verabschiedet werden. 11 mal muss also nochmal mit der Opposition diskutiert werden, etc. Würde man die Gesetzte durchpeitschen, würde sich wieder jeder über mangelnde Demokratie beschweren...

Mal eine technische Frage

Da die Menge spekulativen Geldes (Warentermingeschäfte, Wetten etc.) das Dreißigfache des Geldes für Realgeschäfte inkl. Aktien beträgt, man aber alle dazu bringen möchte, mehr zu spekulieren, zahlt man für Aktien etc. 0,1% Finanztransaktionssteuer, für spekulative Geschäfte aber nur 1/10 davon, nämlich 0,01%. Habe ich das richtig verstanden?

Aber sagt man nicht auch, dass man Zigaretten und Alkohol teurer machen muss, damit weniger Leute rauchen und saufen. Ja, da müsste doch die Finanztransaktionssteuer für Aktien billiger, die für Spekulationsgeschäfte teurer sein, wenn man die Spekulation eindämmen möchte!

@13:13 — Gandhismus (und andere)

"10 Prozent, alles andere ist doch kaum was wert.- "

Da spricht der wahre Experte. Die Wertentwicklung einer Aktie spiegelt (langfristig) die Wertentwicklung der Firma wider. Bei durchschnittlich 2% Wachstum bräuchte man 5 Jahre, nur um seine Verluste wieder auszugleichen.

Warum sollte ich oder irgendwer noch Geld in deutsche Aktien investieren? Das Kapital wandert dann nach London oder New York. Auch für jeden Kleinanleger sind die Börsenplätze, bei denen man sich nicht gleich 10% Verlust mit einkauft, nur einen Mausklick entfernt. 10% TA-Steuer käme einem Verbot des Aktienhandels gleich.

Die TA-Steuer zielt auf die Eindämmung des Hochfrequenzhandels ab, bei dem durch den Einsatz riesiger Geldbeträge winzigste Gewinne gemacht werden, nur eben sehr oft. Deswegen sind die so gefährlich.

Da die Gewinne je Transaktion winzig sind, kann auch die Steuer winzig sein, um effektiv zu sein.

"Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, eine Abwanderung von Finanzgeschäften in die steuerfreien Regionen innerhalb und außerhalb der Europäischen Union zu vermeiden."

Kann mir jemand erklären wie das funktionieren soll?

Ich kann doch als Privatperson schon ganz einfach in London oder sonst irgendwo ein Konto mit Depot bei einer Onlinebank eröffnen. Die werden das doch nicht ablehnen nur weil ich aus Deutschland komme. Der Finanzminister hat aber keinerlei Zugriff darauf, was ich dann an Finanzgeschäften mit diesem Konto und Depot tätige.

Wie soll das funktionieren, mit der Vermeidung einer Abwanderung von Finanzgeschäften?

Schweden hat das doch lange vor der Euro- und Staatsschuldenkrise schon ausprobiert, dabei kaum Geld eingenommen und nach einigen Jahren alles wieder abgeschafft.

Beim Onlinebanking ist mir doch egal wo die Bank ihren Sitz hat und ob die Glasfaser 400 oder 4000km lang ist.

Wenn ich als Kleinsparer das schon umgehen kann, warum können das die Profis nicht?

@Michel2006 - Es kommt auf die Umsetzung an ...

Dem Entwurf der EU-Kommission zufolge soll die Steuer fällig werden, sobald entweder der Käufer oder der Verkäufer des Papiers direkt oder indirekt aus einem der 11 Teilnehmerländer stammt - oder wenn das Finanzprodukt selbst in einem der Teilnehmerländer kreiert wurde.

Handelt eine britische Bank etwa im Auftrag von Volkswagen Aktien in London, würde die Steuer fällig - und von Deutschland erhoben. Verkauft eine chinesische Bank in Singapur einem US-Institut eine französische Staatsanleihe, muss sie dafür Steuern nach Paris überweisen.

Keine Steuer wird dagegen fällig bei der Ausgabe neuer Staatsanleihen, bei krisenbedingten Aufkäufen solcher Papiere durch eine Notenbank oder den Euro-Rettungsfonds ESM.

Kapitalflucht nach London?

In Großbritannien gibt es schon eine Börsenumsatzsteuer, die sogennante Stempelsteuer. Es ist also nichts Neues für den Finanzplatz London.

Leider ausgenommen von der Stempelsteuer sind der Hochfrequenzhandel, das Wetten auf Kurse und gewisse Derivate. Die Steuer den Finanzplatz London betreffend zielt also nur auf den klassischen Aktienhadel.

Ich denke nicht, dass der Finanzplatz London extrem aufgewertet wird, dass Kapital und der mehrheitliche Handel hierhin fließen, vielmehr muß und wird auch die britische Regierung hier nachziehen und hochspekulative Geschäfte auch besteuern.

Alles eine Frage der Zeit! Das die britische Regierung jetzt nicht mitzieht ist der Innenpolitik geschuldet, da Cameron sich als der starke Mann gegen Europa profilieren will. Mit einer zeitlichen Verzögerung wird auch hier die Finanztransaktionssteuer kommen, nur kann sie britische Regierung besser und nationalistischer verkaufen.

Aktien sind unanständig

Die Tatsache, dass wir aufgrund des Versagens der Politik selbst für unsere Rente vorsorgen müssen - in Kombination mit der Empfehlung, Versicherungsprofukte privater Finanzdienstleister anzulegen ist verwerflich. Lebensmittelspekulation aber auch der "normale Wahnsinn", der massiv zu Gewinn/Rentitemaximierung, Effizienzwahn und Entlassungen führt, ist bürgerfeindlich!

Wettberwebsnachteil für den Finanzplatz Deutschland

Die Einführung einer Finanztransaktionsteuer würde einen Wettbewerbsnachtei für den Finanzplatz Deutschland bedeuten.
Kapital wird an den Börden nunmal zum überwiegenden teil von reichen Anlegern oder institutionellen Anlegern und professionellen Investoren angelegt.
Diese sind durchweg sehr "geizig", und versuchen jede Steuer und jeden Steuerbetrag, auch wenn er noch so klein ist, zu vermeiden und zu umgehen.
Da heutzutage niemand mehr zur nächstgelegen Börse latschen muss, sondern aufgrund der elektronischen Kommunikationsmittel und des elektronischen Datenverkehrs Jeder an jeder Börse im In- und Ausland und in aller Welt kaufen und verkaufen kann, werden zukünftig wohl weniger Geschäfte über den Finanzplatz Deutschland laufen, und dafür mehr über Finanzplätze in Staaten, welche keine Finanztransaktionssteuer einführen.
New York, London, Zürich, u.s.w., werden uns auslachen, und sich schadenfroh ins Fäustchen lachen.

Erklärung

Für die die sich um die 0,01-0,1% Steuer wundern.
Diese Steuer ist dazu gedacht den Hochfrequenzhandel einzudämmen nicht das generelle "Geschäft" der Börse zu sabotieren.

Hochfrequenzhandel ist das sehr schnelle kaufen/verkaufen von Finanzmarktprodukten die von Computeralgorithmen unternommen werden. Der Gewinn pro(!) Transaktion ist sehr gering, aber aufgrund der Masse der Transaktion kommt dabei viel Geld zusammen.
Mit der Steuer will man dem HFT eine Schranke setzen, da diese zumindest teilweise für die Instabilität der Börse sorgen.

Ob mit oder ohne Steuer bleibt die Börse pure Spekulation.

Man schaue nur hier wie eine Katze die erfahrenen Borsianer geschlagen hat.
xxx.guardian.co.uk/money/2013/jan/13/investments-stock-picking
Es gibt noch sehr viele analoge Beispiele, die zeigen das Zufallsauswahl besser ist als die Erfahrung der Anleger.

Die Generalprobe hat Schweden schon hinter sich.

Wikipedia:

"Ein Fiasko war die Einführung der Börsenumsatzsteuer in Schweden 1985. Anstelle der geschätzten Einnahmen von umgerechnet jährlich 165 Mio. Euro wurden nicht mehr als 9 Mio. Euro erlöst. Grund dafür war der Zusammenbruch der Handelsumsätze um 85% bei festverzinslichen Wertpapieren und des Terminhandel mit Futures und Optionen auf nahezu Null. Im Jahr 1992 wurde die Steuer abgeschafft."

Sie wird kommen und sie wird auch wieder verschwinden.

Aber als politischer Aktionismus für die naiven Menschen, die glauben die Finanzmärkte, Spekulanten, Ratingagenturen und Banken seinen an Überschuldung, Immobilienblase und Wirtschaftskrise schuld und nicht die Politik, ist sie erst mal notwendig.

Wenn es damals in Schweden, in den 1980er, schon so einfach war diese Steuer zu umgehen, dann wird das heute, durch die Vernetzung, noch viel einfacher sein.

Gerade die Spekulation auf Rohstoffe und Lebensmittel findet kaum in diesen paar Euroländern statt und wird hierdurch nicht begrenzt.

@ dito

... Hab' mal drüber nachgedacht:

1. Die Abgeltungssteuer fällt nur auf den Gewinn an, den man durch Aktienverkäufe macht und auf die ausgeschütteten Dividenden. Und das auch nur, wenn man über dem Freibetrag liegt. Ich glaube, derzeit um die 800 EURO. Das heißt, ich muss schon ca. 30.000 EURO in Aktien angelegt haben, um auf die Dividenden Steuern zahlen zu müssen (Is natürlich nur ein Mittelwert.

2. Der Kleinsparer, der für die Rente spart, kauft vielleicht max 10 X pro Jahr Aktien, sagen wir im Wert von je 1000 EURO. Da fällt dann eine Steuer von 10 EURO an.

3. Alle die, die mehr anlegen (können), sind für mich da keine Kleinsparer mehr, denn das Geld muss man erst mal über haben! Wenn man also so viel Geld hat, das man täglich mit Aktien handelt und hunderttausende EURO an Aktien hin und her handelt, dann, so meine ich, kann man auch ne kleine Steuer vertragen. Is eh viel viel geringer (auch mit Abgeltungssteuer) als die Steuer auf Arbeitseinkommen.

@ rex3

"Kann mir jemand erklären wie das funktionieren soll?"

das habe ich weiter oben schon geschrieben:

Die Steuer muß derart ausgestaltet sein, dass:

- es keine Ausnahmen für die "großen Spieler" gibt
- alle Transaktionen weltweit mit Finanzprodukten aus den teilnehmenden Länder besteuert werden
- alle Marktteilnehmer aus den teilnehmenden Ländern weltweit diese Steuer zahlen müssen.

Ein Umgehen der Steuer sollte daher nicht so einfach möglich sein. Sofern sich solche Möglichkeiten irgendwie ergeben sollten, muß der Gesetzgeber ohne zeitlichen Verzug reagieren. Es sollte in diesen Fällen eine nachträgliche Besteuerung mit Strafe obendrauf erfolgen, da die Nutzung dieser Möglichkeit offensichtlich nur der Steuervermeidung dient und daher keinen Bestandsschutz genießen darf.

Was für eine Farce!

Ins Gespräch kam die Transaktionssteuer, um den mikrosekundenschnellen Computerhandel einzudämmen, der nichts mehr mit Investition, sondern nur noch mit Spekulation zu tun hat.

Und was ist nun herausgekommen?

Eine Pauschal-Steuer für alle Europäer, die IRGENDWIE mit Finanzprodukten in Berührung kommen, und das ist JEDER.

Denn JEDER ist entweder Kleinanleger (und JA, da hat man dann auch mit Aktien oder Anleihen zu tun), oder zumindest Vericherungsnehmer irgendeiner Auto-, Lebens-, Kranken- etc. Versicherung. Und solche Versicherungen sind Großanleger.

Also bleibt als einziger Zweck der Steuer: MEHR GELD für den Staat (bzw. die EU) zum Ausgeben. Sonst nichts.

Mit Kontrolle der Finanzmärkte hat das jetzt absolut Null Komma Nichts mehr zu tun.

(vor allem, wenn London, die USA, und die Asianten nicht mitmachen).

Es ist nur noch lächerlich.

@ dito

"Dabei ist diese Tatsache, als auch die Steuer selber finanziell für den kleinen Mann eine ganz schlechte Sache!"

Zumindest, wenn man den Aussagen der FDP glauben schenkt, die sich in dieser Angelegenheit zum Retter der Kleinsparer erkoren hat.

Wenn die Steuer richtig umgesetzt und OHNE Ausnahmen durchgeführt wird, sind die Anteile der Kleinsparer am gesamten Steueraufkommen verschwindend gering. Schließlich würden z.B. alleine beim Hochfrequenzhandel enorme Summen anfallen - sofern man diesen dann noch praktiziert. Wäre letzteres der Fall, so hätte die Steuer ihre Steuerungswirkung erfüllt.

Haben Sie eine Vorstellung davon welche Summen täglich im Hochfrequenzhandel und im Devisenhandel laufen? Ein ziemlich großer Teil davon völlig ohne Bezug zur Realwirtschaft. Was spricht dagegen diese "Spielereien" endlich mal zu besteuern?

Warum sollten diese Unternehmen Steuern abführen?

@Philos

"Handelt eine britische Bank etwa im Auftrag von Volkswagen Aktien in London, würde die Steuer fällig - und von Deutschland erhoben. Verkauft eine chinesische Bank in Singapur einem US-Institut eine französische Staatsanleihe, muss sie dafür Steuern nach Paris überweisen."

Warum sollten ein Unternehmen eine Steuer in ein anderes Land abführen für die es keine gesetzliche Verpflichtung gibt?

Ich kann doch nicht in Deutschland oder Frankreich ein Gesetz erlassen, dass Regelt wie in London, China oder Singapur ein Unternehmen steuern an Deutschland oder Frankreich zu entrichten hat. Diese Vorstellung, dass so etwas funktionieren könnte scheint mir sehr absurd.

Warum sollten diese Unternehmen das tun, wenn in den Gesetzten die für diese Unternehmen gelten, nämlich denen im eigenen Land, nicht drin steht, wie sie Steuern ins Ausland abzuführen haben.

Wenn das funktionieren würde, dann würden doch diese Länder gleich mitmachen und die Steuern selber einstecken.

@ Philos

"Dem Entwurf der EU-Kommission zufolge soll die Steuer fällig werden, sobald entweder der Käufer oder der Verkäufer des Papiers direkt oder indirekt aus einem der 11 Teilnehmerländer stammt - oder wenn das Finanzprodukt selbst in einem der Teilnehmerländer kreiert wurde."

Soviel zur Theorie. Die Umsetzung wird zeigen, was letztendlich dabei herauskommt. Das Kreieren von Produkten kann ja überall erfolgen. Es muß also auch der Basiswert Grundlage für die Steuer sein.

Ich hoffe sehr, dass sich die Politik nicht wieder von den Lobbyisten über den Tisch ziehen läßt. Leider zeigt uns die Vergangenheit, dass es fast immer so geschehen ist.

Falsche Erklärung, hat mit Hochfrequenz nichts zu tun

@Metamaterial
"Diese Steuer ist dazu gedacht den Hochfrequenzhandel einzudämmen..."

Das hat mit Hochfrequenzhandel erst mal nichts zu tun, da die Steuer in keinster Weise von der Frequenz abhängt. Da wird viel durcheinander geschmissen.

"Hochfrequenzhandel ist das sehr schnelle kaufen/verkaufen von... Mit der Steuer will man dem HFT eine Schranke setzen...."

Der Hochfrequenzhandel hat vor allem für die Privatanleger den Vorteil, dass unterschiedliche Kurse an verschiedenen Handelsplätzen ausgeglichen werden.
Der Kleinanleger, vor allem Laien, handeln an der Börse zu der sie Zugang haben, oder die die günstigsten Gebühren anbieten. Das ist aber selten der Handelsplatz mit dem Günstigsten Kurs. Genau das gleicht der HFH aus.

Mit 0,1% Steuer für den HFH wird dieser natürlich die Differenzen erst oberhalb dieser Steuer ausgleichen, ohne das dadurch aber die Frequenz nennenswert reduziert wird.

Der Privatsparer wird dadurch schlicht und einfach einen um 0,1% schlechteren Kurs bekommen.

@ rex3

"Das hat mit Hochfrequenzhandel erst mal nichts zu tun, da die Steuer in keinster Weise von der Frequenz abhängt. Da wird viel durcheinander geschmissen."

Wie bitte? Die Frequenz bestimmt die Häufigkeit der Geschäfte und damit wird hier insbesondere die Masse der Geschäfte besteuert. Wo bitte würde die Finanztransaktionssteuer besser funktionieren als beim Hochfrequenzhandel?

"Der Hochfrequenzhandel hat vor allem für die Privatanleger den Vorteil, dass unterschiedliche Kurse an verschiedenen Handelsplätzen ausgeglichen werden."

Das soll der Grund für den Hochfrequenzhandel sein? Soviel Selbstlosigkeit in der Finanzbranche habe ich bisher noch nie erlebt.

Früher gab es nur 2 Nachkommastellen und alle Welt konnte damit leben. Für den Normalanleger ist es definitiv unrelevant, ob er einen Cent mehr oder weniger bekommt oder bezahlt. Für die Betreiber des Hochfrequenzhandels allerdings ist wie im Devisenbereich sogar die 3. Nachkommastelle Geld wert. Die Menge macht es eben!

@ rex3

"Warum sollten diese Unternehmen Steuern abführen?"

Weil es eben so geregelt ist!

Frankreich hat seit einiger Zeit auf bestimmte französische Aktien eine Transaktionssteuer erhoben und diese fällt auch dann an, wenn irgendjemand diese französische Aktie hier in Deutschland kauft. Da werden 0,20% beim Kauf einbehalten und an Frankreich abgeführt.

Scheint so zu funktionieren und weder Paris als Börsenplatz ist zusammengebrochen, noch werden französiche Aktien weltweit nicht mehr gehandelt.

In meinen Augen ein guter Anfang, der zeigt, dass es funktioniert, wenn die Länder es auch wollen.

Richtige Erklärung, aber Weltfremd und ohne konkreten Bezug

@Michel2006

"Die Steuer muß derart ausgestaltet sein, dass:

- es keine Ausnahmen für die "großen Spieler" gibt
- alle Transaktionen weltweit mit Finanzprodukten aus den teilnehmenden Länder besteuert werden
- alle Marktteilnehmer aus den teilnehmenden Ländern weltweit diese Steuer zahlen müssen."

Alles gut und schön, aber das ist nicht weniger als als eine weltweite Einigung auf eine Finanztransaktionssteuer.

Da aber etliche der wichtigsten Staaten auf diesem Gebiet das schon ganz konkret abgelehnt haben ist das alles nur von theoretischer Bedeutung ohne irgendeinen Bezug auf die derzeitige konkrete Umsetzung.

"Haben Sie eine Vorstellung davon welche Summen täglich im Hochfrequenzhandel und im Devisenhandel laufen? Was spricht dagegen diese "Spielereien" endlich mal zu besteuern?"

Man kommt sicher nicht weiter indem man einfach alles besteuert, was irgendjemand als "Spielereien" bezeichnet.

Wie der HFH, vor allem für Kleinanleger, von Vorteil ist habe ich oben schon Beschrieben.

@neu: Der Freibetrag von 801

@neu:

Der Freibetrag von 801 Euro wird auch durch Zinsen von Sparkonten aufgebraucht. Da muss man also nicht die genannten 30.000 Euro in Aktien anlegen. Ich habe derzeit z.B. 5000 angelegt nur für Dividenden, da komme ich auf ca. 300 Euro Dividende. Man benötigt also kein so großes Kapital, um den Freibetrag aufzurauchen, wenn man zusätzlich spart. Man muss halt sparen/zurücklegen können.
Kleinanleger handeln selten täglich mit Aktien. Genau aber das ist das Problem in Deutschland: beim Thema Börse werden alle mit den bösen Spekulanten in einen Topf geworfen; Börsen sind was negatives/böses. Traurig.

Klar mögen 0,1% bei kleineren Beträgen nicht so viel ausmachen. Aber: Der Staat besteuert immer mehr und mehr die Vorsorge, die wir gezwungen sind, selber zu führen, da Renten nicht mehr ausreichen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn eine weitere Steuer auf die Steuer irgendwann erfolgt.
Damals regten sich die Autofahrer bei der Ökosteuer maßlos auf, obwohl das "auch nur ein paar cent".

Ist die Frequenz nun ein Problem oder nicht?

@Michel2006

"Wie bitte? Die Frequenz bestimmt die Häufigkeit der Geschäfte und damit wird hier insbesondere die Masse der Geschäfte besteuert. Wo bitte würde die Finanztransaktionssteuer besser funktionieren als beim Hochfrequenzhandel?"

Wenn die Frequenz ein Problem wäre würde man sie reduzieren.
Tut die Politik aber nicht. Warum nur?

Das wäre auch viel einfacher.
Jede Oder und jede Löschung oder Änderung könnte ganz einfach um eine Sekunde direkt an der Börse verzögert wären bevor sie aktiv wird. Dann wäre von heute auf Morgen Schluss mit HFH. Will aber keiner, kein Liberaler, kein Linker, kein konservativer Politiker.

"Soviel Selbstlosigkeit in der Finanzbranche habe ich bisher noch nie erlebt."

Selbstlos ist nicht mal die Kirche und natürlich auch kein Kaufmann, warum auch?
Sie wollen doch auch Geld verdienen, oder nicht?

"Früher gab es nur 2 Nachkommastellen und alle Welt konnte damit leben."

Jetzt sind schon die Nachkommastellen böse.

Wieso sind die auch noch ein Problem?

@rex3 - 16:34 - Warum sollten ... ?

"Warum sollten ein Unternehmen eine Steuer in ein anderes Land abführen für die es keine gesetzliche Verpflichtung gibt?"

Chapter 3.3.4 des Entwurfs der EU-Kommission enthält hierzu u.a. folgende Aussage:

"Moreover, participating Member States should have the possibility to hold other persons jointly and
severally liable for payment of the tax, including in cases where a party to a transaction has its
headquarters located outside the territory of the participating Member States."

siehe http://tinyurl.com/bxj772d

@ rex3

"Jetzt sind schon die Nachkommastellen böse.

Wieso sind die auch noch ein Problem?"

Erklären Sie mir doch bitte mal den Vorteil dieser Entwicklung. Ich sege darin wirklich keinen Fortschritt.

"Wenn die Frequenz ein Problem wäre würde man sie reduzieren. Tut die Politik aber nicht. Warum nur?"

Da bin ich bei Ihnen. Ich nehme der Politik ein ernsthaftes Bemühen um eine vernünftige Regulierung nicht ab. Schliesslich haben die gleichen Parteien diesen Murks ja auch zuvor erlaubt.

"Wie der HFH, vor allem für Kleinanleger, von Vorteil ist habe ich oben schon Beschrieben."

Ist das wirklich Ihr Ernst? Der HFH bringt dem Kleinanleger keinen nennenswerten Vorteil. Gäbe es den HFH nicht, würde es kein Kleinanleger bemerken oder gar vermissen. Dieses Instrument dient nur dem Großkapital.

17:58 — rex3

Das Problem ist nicht die Frequenz.

Es sind diese Geschäfte, die scheinbar risikolos einen minimalen Gewinn bescheren (nur eben sehr oft). Je "risikoloser" das Geschäft, desto höher ist der Geldbetrag, der auf dem Spiel steht, weil es sich dann schon lohnt, nach kurzer Zeit wieder auszusteigen. Rein-raus. Wenn doch etwas unvorhergesehenes passiert, kann das aber Katastrophen auslösen, eben weil der Einsatz so hoch ist (Stichwort Nick Leeson).

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