Kommentare

Wirklichkeitsfremd

Leider wieder einmal eine wirklichkeitsfremde Richtlinie der EU, denen aber auch die nationalen Regierungen (auch die deutsche) zugestimmt haben.

Führt zu einem riesigen Mehraufwand und grossen Unsicherheiten bei der Kalkulation bei den Versicherern (deswegen steigen die Prämien wegen eines erhöhten Sicherheitszuschlags wegen der unbekannten zahlenmässigen Verteilung von Männern und Frauen im Neugeschäft).

Junge Frauen zahlen jetzt mehr bei der KFZ-Versicherung, Frauen generell bei der Todesfallversicherung. Männer zahlen mehr bei der Krankenversicherung und bei der Erlebensfallversicherung. Toll. Was haben wir jetzt davon ?

Wird demnächst auch nicht mehr danach unterschieden, ob ich einen Sportwagen fahre oder nicht, ob ich rauche oder nicht, ob ich jung oder alt bin, ob ich einen gefährlichen Sport ausübe oder nicht usw...

Dann haben wir einen Einheitstarif und eine neue Sozialversicherung bei allen Produkten.

Typisch europäische Bevormundung

Nach den gesetzlichen Regelungen wird "Diskriminierung" definiert als grundlose (!) Ungleichbehandlung, eine begründete Ungleichbehandlung zB aufgrund unterschiedlicher Lebenserwartung oder kalkulierbaren und damit mathematisch nachweisbaren Unterschieden wäre mit europäischem Recht grundsätzlich vereinbar.

Über diese Regelungen hat sich der Europäische Gerichtshof in einem Beschluß contra legem hinweggesetzt und sieht in jeder Ungleichbehandlung, mag sie auch noch so begründet sein, eine Diskriminierung.

Und wieder einmal mehr zeigt sich, daß "gut gemeint" nicht auch "gut gemacht" ist, es wird einmal mehr der alte deutsche Verfassungsgrundsatz mit Füßen getreten, nach dem das Gleichheitsprinzip verlangt, zwar Gleiches stets gleich, aber Ungleiches auch stets ungelich zu behandeln.

Wann bloß legt endlich jemand diesen Eurokraten ihr wohlverdientes Handwerk und sorgt für die Rückkehr der Vernunft?

peinlich und traurig

Gleichberechtigung im Sinne eines "gegen Diskriminierung" wurde hier nicht erkämpft. Männer mussten bei der kfz-Haftplicht mehr zahlen, da sie als Personengruppe statistisch mehr Unfälle bzw. teurere Unfälle bauen, als Frauen. Ein schlicht und ergreifend wirtschaftlich-logisch begründeter Untscheid, der aus dem Unterschied von Mann und Frau hervorgeht.

Endlich eine mittelalterlich anmutende Unterscheidung weniger!

Endlich ein Schlupfloch aus der Solidargemeinschaft heraus gestopft: Ein jeder trage des anderen Last – dabei kann dann auch jeder mehr als nur gewinnen...

Da muß ich meinen beiden Vorschreibern aber widersprechen!

Eine Ungleichbehandlung nur aufgrund von Umständen, die man selbst nicht beeiflussen kann, ist nach meinem Verständnis durchaus eine Diskriminierung.
Frauen können nichts dafür, daß sie als weiblicher Mensch zur Welt gekommen sind. Und sie können da auch keine Änderung herbeiführen (Geschlechtsumwandlung zählt nicht). Okay, im Bereich der Gesundheitsversicherung besteht für sie ein höheres Risiko, aber das sind dann eben Umstände, die von der Allgemeinheit mitgetragen werden müssen und nicht von den Frauen allein.
Kritischer sehe ich da eher den Unisex-Tarif bei den Autoversicherungen: Nur weil Männer Männer sind, müssen sie ja nicht riskanter fahren und mehr Unfälle produzieren. Aber ich denke mal, aus Gründen der Vereinheitlichung hat man hier ebenfalls die Unisex-Tarife eingeführt. Insofern ist es ein kleiner Ausgleich für uns arme gebeutelte Männer.

ein weiterer Sieg der Versicherungsmafia

Künftig werden Männer die höheren Frauentarife und Frauen die höheren Männertarife zahlen. Abhängig davon, um welche Versicherung es sich eben grad handelt.
DAS ist die Realität, egal, was uns die Versicherungskonzerne weismachen wollen.

Bravo!

Wenn ich mir so die EU-Gestze der letzten Jahre angucke, finde ich die allermeisten davon sehr begruendet.
Ausserdem geht die Umseztung unglaublich schnell von statten, in D dauert sowas ja immer ewig!

Die Leute, die sagen, dass alles statistisch begruendet ist: Stimmt! Gibt aber noch lange nicht, Einzelne zu benachteiligen. Weil ich Mann bin, kann ich ja trotzdem oft krank werden und dabei lange leben, eine Frau kann auch rasen und Unfaelle bauen. Ich kaeme mir schon bloed vor ich nur wegen meines Geschlechts mehr (oder weniger) bezahlen muesste, das ist naemlich die eigentliche Gleichmacherei und nicht der Unisex-Tarif!

@Chewie

Eine Ungleichbehandlung nur aufgrund von Umständen, die man selbst nicht beeiflussen kann, ist nach meinem Verständnis durchaus eine Diskriminierung.

Wenn ich Ihrer Argumentation folgen würde, wären unter anderem folgenden Änderungen fällig: Gleiche Anforderungen im SChulsport, Abschaffung jeglicher Quoten, und ähnliches. Natürlich auch exakt gleiche Bezahlung von Arbeitern auf der ganzen WElt (wer kann was dafür, wo er geboren wird??)

Natürlich ändert sich da nichts. Der zweite Teil Ihres KOmmentars ist typisch für diese Art von "Gleichberechtigung". Alles was nachteilig für Frauen ist, ob sachlich oder nicht, ist Diskriminierung. Nachteile für Männer sind deren eigene SChuld.

Ist es denn IHrer Meinung nach auch Schuld der Männer, dass sie früher sterben? Oder das sie seltener berufsunfäig werden, weil man ihnen psychische Erkrankungen viel seltener glaubt?????

Wirkliche Gleichberechtigung darf keine Einbahnstraße sein

@wazabi

Du hast nicht verstanden, wie Versicherungen funktionieren. Sie bricht eben das Individualrisiko auf ein Gruppenrisiko hoch und lässt die Gruppe für das von ihr hervorgehende Risiko gleichermaßen haft und zwar über die Prämie. Und wenn die Gruppe, die man nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten abgesteckt hat, andere Werte hat im Risiko, als eine andere Gruppe, dann zahlt sie andere Prämien, da das von allen zu schulternde Risiko anders ist.

20. Dezember 2012 - 22:04 — Chewie

Ich sehe diese Gesetzgebung äußerst zweischneidig. Während es mich freut, dass gegen Diskreminierung vorgegangen wird, muss ich aber gestehen, nicht bereit zu sein mehr für eine Gesundheitsversorgung zu zahlen, die mich als Mann diskreminiert.

So ist es beispielsweise so, dass viele wichtige Krebsvoruntersuchungen bei Frauen sehr früh, das heißt teilweise schon mit dem 18. Geburtstag durchgeführt werden (z. B. Brustkrebsvorsorgeuntersuchung), wichtige Vorsorgeuntersuchungen für Männer aber erst ab 45 (z. B. Prostatavorsorgeuntersuchung) und das obwohl nachgewiesen ist, dass ein recht hohes Risiko schon deutlich vor dem 45. Geburtstag besteht.

Einseitige Geschlechterpolitik

Merken Sie die Tendenz? Wenn Frauen mehr zu zahlen haben, "müssen" sie "das Risiko der Männer mittragen" - wie ungerecht! Wenn Männer mehr zu zahlen haben, werden sie "den Frauen gleichgestellt" – wie gerecht!

"Gleichberechtigung geht vor" – wieso ist das gleiche Beitrags-/Leistungsverhältnis, wie bisher für Männer und Frauen üblich, keine Gleichberechtigung? Mit dem platten Standpunkt, dass gleiche Beiträge gerecht seien, ließen sich auch gleich hohe Steuerabgaben für Gering- und Gutverdiener rechtfertigen.

Übrigens ist es Augenauswischerei, zu behaupten, Autohaftpflichtversicherungen hätten Unisex-Tarife: das wäre erst dann der Fall, wenn es keine Schadensfreiheitsrabatte mehr gäbe. So liegt die größere Last nach wie vor bei den Männern.

In der Summe betreffen die Unisextarife Männer weitaus stärker als Frauen. Dies war beabsichtigt, sonst hätte es die Unisextarife nicht gegeben. Die Männer haben sich ganz schön über den Tisch ziehen lassen.

Hier ist die EU auf dem Holzweg.

Man wird also die Sache genau beobachten. Das wird viel helfen, denn es ist jetzt schon klar, dass es für alle teurer werden wird. Wenn man in eine Solidargesellschaft wie die Rentenversicherung einzahlt, dann sollte es keine Trennung zwischen den Geschlechtern geben. Bei privaten Versicherungen sollte sehr wohl die unterschiedlichen Kosten die eine Gruppe verursacht berücksichtigt werden.

Gleichmachung

nicht Gleichberechtigung. Typischer EU-Müll, zwanghafte Angleichung von Dingen, die nicht gleich sind. Reale Unterschiede zu registrieren und entsprechend die Tarife anzupassen, ist nicht sexistisch, sondern einfach nur richtig.
21.12 ist ja als Datum sehr passend dafür...

@schnall:

"Und wenn die Gruppe, die man nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten abgesteckt hat, andere Werte hat im Risiko, als eine andere Gruppe, dann zahlt sie andere Prämien, da das von allen zu schulternde Risiko anders ist."

Das läuft hinaus auf 20 Euro Krankenversicherung für junge, gesunde und gesund lebende Menschen und 2000 Euro für alte und kranke Menschen. Das ist keine Solidargemeinschaft, das ist nackter Egoismus und idiotischer Egoismus dazu, denn jeder wird mal alt und krank und fast jeder hat irgendwann eine Frau oder einen Mann, der/die dann Versicherungsbeiträge zu zahlen hat, die dann beiden fehlen.

Ich weiß nicht, ob es nur die Leute sind, die hier Kommentare schreiben, oder ob dieses "ich bin mir selbst der Nächste" wirklich dermaßen bis ins Mark der Menschen durchgedrungen ist, aber manchmal kann einem hier das Blut in den Adern gefrieren.

Wie immer...

...am Ende bezahlen alle mehr.

Die Versicherungsgesellschaften werden's bestimmt verkraften.

Richtige Entscheidung!

Dafür gibt es schließlich Versicherungen. Das ist eine Art Solidargemeinschaft. Wenn aber Frauen bevorzugt oder benachteiligt werden, dann ist das weniger solidarisch.

Deshalb ist dieses Urteil wichtig.

Wie immer wird es jetzt fuer alle teurer.

Bisher galt bei Versicherungen ein eiserner Grundsatz der Marktwirtschaft: Das Verursachungsprinzip. Wer die Kosten verursacht hat diese zu tragen. Das sorgt dafuer, dass jeder einzelne ein Interesse hat die verursachten Kosten moeglichst gering zu halten.

Wenn man jetzt Unisex Tarife einfuehrt, kommen als naechstes die Rentner (bei der naechsten BT Wahl immerhin ueber 50% der Wahlberechtigten) die Uniage Tarife verlangen etc. etc.

Fakt ist, ich werde vom Staat gezwungen eine KV zu bezahlen. Als PKVler konnte ich diese Kosten bisher abmildern, wenn ich keine Kosten verursachte, brauchte ich auch recht wenig bezahlen. Zukuenftig VERDOPPELN sich meine Beitraege, ohne jeglichen Leistungszuwachs.
Den Vorteil den die Damen der Schoepfung weiterhin geniessen, von dem ich jedoch nichts haben werde, knapp fuenf bis zehn Lebensjahre.
Gleichberechtigung (gegen diese ich absolut nichts einzuwenden habe) wird immer mehr zur Benachteiligung der Maenner.

MfG

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