Kommentare

Ist doch klar...

viele Menschen in Deutschland können Englisch und lasen deswegen gleich die englische Ausgabe der Financial Times oder schlichtweg das Wall Street Journal.

Ist um Längen besser find ich. Vielleicht gehörst es zu einem gesunden Markt, wenn nicht gelesene Blätter verschwinden.

Aber hat das einen Einfluss auf die noch Existenten? Hoffentlich nicht..

Der Wert der Infos ist entscheidend.

Es gibt da einen großen

Es gibt da einen großen Unterschied zu einer Zeitung, die ich bezahlen soll und zu Online-Artikeln, die ich bezahlen soll: Für die Zeitung gehe ich in den Laden, lege Geld auf den Tisch und habe dann das Medium in der Hand. Bei Online-Artikeln muss ich mich mindestens zweimal irgendwo registrieren (bei der Zeitungs-Seite selbst und bei einem Onlinezahlungsanbieter) und dann auf elektronischem Weg zahlen – mit all’ seinen Nachteilen wie Datenerfassung, lückenlose Rückverfolgung und Analyse des Kauf-/Konsumverhaltens usw.

Solange es keine Methode gibt, einfach und anonym in Bar zu zahlen, wie ich es auch im Laden tun würde, bin ich nicht bereit für Online-Inhalte Geld auszugeben und gleichzeitig noch meine Seele zu verkaufen. Das Sprichwort erlangt für mich im Zeitalter der entfesselten Globalisierung und zunehmenden Digitalisierung des Lebens größere Aktualität als jemals zuvor: Nur Bares ist wahres.

Grundsätzliches

Wenn sich die Meinung der Journalisten mit der, der Oberen deckt. Wenn meine Probleme verharmlost werden, wenn meine Kommentare zensiert werden, was soll ich dann mit diesem Medium?

Qualitätsjournalismus

Ich denke das Wort oben ist der eigentliche Knackpunkt des Untergangs der Printmedien in einigen Bereichen. Heutzutage ist man es gewöhnt das die Nachrichten prompt kommen, dank Twitter & Co teilweise nur Sekunden nach dem Ereignis. Ein Printmedium kann bei dieser Geschwindigkeit niemals nicht mal im Ansatz mithalten, hier muss die Zeitung also eine Alternative bieten, einen Grund warum ich mir doch die gedruckte (oder respektive downloadbare) Version kaufe, anstatt einfach die anderen Quellen abzugrasen. Für mich der Hauptgrund ist und bleibt die Qualität der Nachricht und die Zuverlässigkeit der Recherche.

Hier neigen die Medien allerdings immer häufiger zu Einsparungen und Schlampereien, so das ich als Leser mich frage: Warum soll ich Geld für einen Beitrag ausgeben, der inhaltlich nicht viel besser ist als irgend ein Blog eines beliebigen Menschen da draußen im Internet?
Eine Frage die sich die modernen Medien auch stellen und vor allem beantworten sollten.

wesentlich besser fände ich es,

wenn so manch (sch)laues internetforum verschwände. man schaue sich einmal ganz gemächlich um.
printmedien sind m.e. unersetzlich. da muss sich ein journalist tatsächlich noch einigermaßen überlegen, was er schreibt. denn das ist nicht einfach von jetzt auf nachher zu korrigieren.

'qualität'

Nun, als in die Tiefe gehendes Medium für Qualitätsjournalismus sollen die Zeitungen sich also am Markt behaupten können. Nun gut - aber dann müssten all die aus Kostengründen durchgezogenen Verschlankungsprozesse der letzten Jahrzehnte ungeschehen gemacht werden... und die mittlerweile fehlende/verlorene Praxis eines 'Qualitätsjournalismus' muss auch erst mühsam wieder erarbeitet werden. Das braucht aber Zeit, die nicht einfach zu Verfügung steht. Denn Zeit ist Geld.

Vielleicht ist das ja für Wochenmagazine denkbar. Für Tageszeitungen sehe ich schwarz... außer für das genaue Gegenteil von 'Qualitätszeitungen'.

Gleichschaltung

Wozu brauch ich 3 verschiedene Zeitungen, wenn alle 3 immer das gleiche drucken und meistens auch noch die gleiche Meinung vertreten. Diese "Gleichschaltung" der Medien ist natürlich nicht immer der Fall, aber passiert trotzdem viel zu häufig.

Die erste Freiheit der Presse.

Auch dieses Interview kränkelt ein wenig:
Schon die Annahme, irgendwo werde die Nachricht verkauft, hält der Praxis unserer Printmedien ja nicht stand, in Wahrheit ihre Leser an die Anzeigekunden zu verkaufen. Nicht ein Presse-Modell - ein Werbe-Modell bricht hier zusammen. Und so ist es natürlich auch illusorisch, diese fehlenden Werbeeinnahmen plötzlich durch Bezahl-Artikel ersetzen zu wollen.

Im Grunde war diese Abhängigkeit aber doch auch ein ewiger Schmerz, der hiermit endlich nachlässt: Wenn die Wirtschaft schon nicht mehr bereit ist, die Wirtschaftspresse zu tragen, kann das ja nicht bedeuten, plötzlich keinen Journalismus mehr zu haben. Er muss gesellschaftlich anders organisiert werden.
"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein." (mlwerke.de/me/me01/me01_066.htm)

Sinnfrei

Ein lustiges Interview, das viele Probleme selbst repräsentiert. Als Überschrift wurde die "Lust an der Apokalypse" übernommen und damit gleich bestätigt. Dass sich die Suche nach einer Überschrift sonst nicht leicht gestaltet haben dürfte ist nachvollziehbar, denn im Grunde hören wir vom "Professor des Jahres" wenig Neues. Die Anzeigenmärkte sind unter Druck durch das Internet, dafür brauchts kein Interview, dann noch die vermeintlichen Folgen einer vermeintlichen Untergangstimmung in den Redaktionen und die Forderung nach mehr Bezahlinhalten im Internet, die in seltsamem Kontrast steht zum gesuchten "Wert des Gedruckten" und einer nicht substantiierten Kritik am Fehlenden "Qualitätsjournalismus". Dafür ist - und das zielt jetzt nicht auf tagesschau.de insgesamt ab - dieses Interview ein gutes Beispiel. Es ist wenig kreativ und informativ, auf diesem Niveau unterhalten sich Leute in der U-Bahn. Da da wurden eben Medienwissenschaftler abtelefoniert, bis einer Lust und Zeit hatte...

Jede Entwicklung

bringt es mit sich, dass alte Techniken von der Bildfläche verschwinden: Erst gab es Barden, die Lieder davon sangen, was sich vor Jahren zugetragen hatte, dann kamen irgendwann die Zeitungen, die immerhin das berichteten, was gestern geschehen ist, und heute aber wir das Internet, das uns innerhalb von Minuten und Stunden informiert. Seien wir ehrlich: Man wird nie mehr damit Geld verdienen können, dass man die Ereignisse des Vortags als Nachrichten verkauft.

Das bedeutet nicht, dass (bezahlter) Journalismus aussterben muss. Nur muss er eine andere Funktion einnehmen: statt um den bloßen Bericht des Geschehens muss es um kluge Analysen und Kommentare gehen. Wenn Zeitungen für ihr Geld das liefern, was nicht jeder twittern kann, werden sie überleben.

Ich muss sagen, ich hab noch

Ich muss sagen, ich hab noch nie Zeitung gelesen. Liegt wohl auch an meinem Alter. Ich komme mit Tagesschau.de perfekt über die Runden. Dafür bezahle ich auch gern die GEZ. Über alles andere kann ich mich selbst im Internet informieren. Oder ich höre einen guten staatlichen Radiosender.

Lustigerweise bevorzuge ich das Buch, anstatt des E-book.

Doch bei Nachrichten hab ich im Netz bei tagesschau.de alles auf einem klick. Radiobeiträge, Videos und Text.

Plus die Diskussionen als Kommentare. So kann man sich ganz gut denke ich ein eigenes Bild machen. Natürlich immer mit kritischer Hinterfragung.

Kurz- und langfristige Möglichkeiten

Schon jetzt bin ich Abonnent von Online-Angeboten und Printmagazinen. Dabei habe ich aber langfristig das Interesse an den Mainstream-Angeboten verloren, welche viel zu kritiklos voneinander abschrieben und sehr billig Inhalte produzierten, kaum selbst recherchierten usw.

Kurzfristig können bezahlte Online-Angebote mit Werbefreiheit locken, mit Videos und Podcasts für Zahlende.

Langfristig sollte es eine freie Presse geben, die auch frei von ökonomischen Zwängen ist. Würde es ein Bürgergeld geben und eine gesellschaftliche technische Infrastruktur für Presseerzeugnisse, könnte man vielleicht mit viel weniger Aufwand und mehr Engagement schreibende Menschen begeistern.

Was ist Qualität?

Diese Kommentare sind ein gutes Beispiel dafür, was mir in letzter Zeit immer wieder auffällt: die Kommentare hier sind oft fundierter als der ursprüngliche Artikel. In den Kommentaren werden wesentlich mehr Aspekte beleuchtet und es kommt auch einmal die Sichtweise "von unten" zur Sprache. D.h. wenn ich bezahlen sollte, dann eher für die Kommentare als für die Zeitung. Ich habe zwar noch die Wochenendausgabe einer Tageszeitung abonniert, aber ich brauche nur bei einem Artikel den Namen des Redakteurs zu lesen, dann weiß ich schon vorab was drinsteht. Da kommen keine neuen Denkanstöße, keine Überraschungen. Das ist langweilig, verglichen mit dem Internet.
Ein Lob an Meta.tagesschau, daß sie hier eine effektive "Trollschranke" eingerichtet haben.

Reisen anbieten, DVDs und Bücher verkaufen

Er muss sehr viel stärker auf das Prinzip der Kofinanzierung setzen: Reisen anbieten, DVDs und Bücher verkaufen, lukrative Nebengeschäfte erproben, Communities kreieren und auf diese Weise Leserbindung schaffen.

Ach so, und ich dachte immer die Aufgabe des Journalismus wäre es zu recherchieren. Vielleicht mangelt es ja daran? Dafür bekommt man heute zur Zeitung ein Bündel bedruckten Werbemüll mit, den man dann auch noch auf eigene Kosten entsorgen darf. Ungeachtet des inhaltlichen Vorweggehorsam, es dem Werbekunden auch angenehm zu machen. Frei ist diese Art von Journalismus jedenfalls nicht.

Apokalypse = Enthüllung

Apokalypse heißt übersetzt Enthüllung!

Das Problem ist, dass die Mainstream-Medien verhältnismäßig wenig Wesentliches enthüllt haben.
Da finde ich zu jedem Thema im Internet qualitativ Höherwertiges und Wahreres als von seiten der Mainstream-Medien. Und die meisten Printmedien gehören mehr oder wenger zu den "nichtssagenden" Mainstreammedien. Wen wundert es da, dass es dann eine Enthüllung über die "Nicht-Enthüllung" dieser Medien gibt. Ich weine der Entwicklung jedenfalls keine Träne nach. Viele Quellen bieten kostenlos oder zu geringen Gebühren qualitativ Besseres und Enthüllenderes.
Ich brauch kein Nachrichten an der Oberfläche. Und viele Medien kratzen nur an der Oberfläche. Und dies wird sich zeigen, wenn wirklich Enthüllendes offenbart wird. Dann wird man sehen, das diese Medien eher ein Schlaftrunk gewesen sind als ein Weckmittel.
Klar haben die Journalisten selbst ihren Anteil, aber natürlich haben die Führungsorgane dieser Medien den größten Anteil.

Ware ist der wahre Kern der Sache

Das Hauptproblem ist, dass die Nachricht eine Ware ist, wie der Interviewer weiß. Da sich das im Kapitalismus nicht ändern lässt, ist die Lösung dennoch durch diese Erkenntnis vorgezeichnet. Wie man das Zeitungsleben beleben könnte, wird eher dadurch erreicht, die Auswirkungen des "Waren"-daseins zu entschärfen als zu verstärken, wie es der Interviewte vorschlägt, was eher dazu führt, dass Nachrichten noch seichter und unkritischer werden.

Das Problem ist also nicht, dass Nachrichten im Internet kostenlos angeboten werden; das Problem ist eher, dass Zeitungen für viele einen zu hohen Kostenaufwand darstellen. Zeitungen könnten, ähnlich wie öffentlich-rechtlicher Rundfunk durch Beiträge oder besser Steuern gestützt und so unabhängiger vom Anzeigengeschäft werden, da sie in einer modernen Gesellschaft ebenso wie Fernsehen als Säule dienen. Es würden auch viel mehr Zeitungen konsumiert, wenn mehr Menschen mehr Geld verdienen würden (jedenfalls die Millionen Niedrigverdiener).

Deutschland ist nicht die USA.

Ich halte den Versuch mit Bazahlinternet für eine nette Idee, die in den USA funktioniert, aber in Deutschland eine Totgeburt erleben wird, weil man in Deutschland GEZ Gebühren bezahlt, die Jeden Bürger das Recht auf Informationen garantiert!
Wie bitte sehr soll eine Zeitung dann von 17 (!) Arboreten leben?
Wie 17?
Na die ARD geteilt durch 16 Bundesländer und bitte nicht das ZDF vergessen = 17. :-)

Eine Chance haben immer noch die Regionalzeitungen um zu erfahren was im eigenen Lebensbereich abläuft und für das Sonntagsfrühstück die bekannten Zeitungen, aber der Rest, wenn man kein Fan einer bestimmten Zeitung ist, wird wohl von der Bühne verschwinden, weil einfach ein größeres Angebot im Internet vorliegt.

Sorry aber der Zug ist abgefahren und Zeitungen werden genau das Schicksal erfahren, wie Musik CDs.

Zeiten ändern sich und Dich!

LG Coolchen

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