Kommentare

Nahost-Konflikt - keine Nachricht wert

Israel führt militärische Aktionen durch. Es könnte mit Wahlen zusammenhängen. Israel will sich stark zeigen. Keine dieser Nachrichten interessiert mich. Schade um jede Minute, die der Information über die Geschehnisse in Kommentaren und Fernsehsendungen zukommt. Seit 50 Jahren immer wieder gleichlautende Nachrichten und in den ersten 5 Minuten der Tagesschau die Themenkreise Israel und Palästinenser. Wer in diesem Zeitraum politisch keine Konflikte löst, verdient keine Kommentare und keine Sendezeit. Es nervt mich einfach nur. Jegliche Achtung beiden Gruppen gegenüber geht verloren.

Israel laut Erdogan terroristischer Staat

Die Ansichten, wer in dem Konflikt die terroristische Einheit ist, sind auf der Welt durchaus unterschiedlich.
Ministerpräsident Erdogan hat am heutigen Nachmittag Israel einen terroristischen Staat genannt (und nicht etwa die Hamas), der mit seinen unverhältnismäßigen Dauerbombardements auf den dichtbevölkerten Gazastreifen terroristische Akte durchführt.

Die Hamas hat an einer Lösung

Die Hamas hat an einer Lösung der Konflikte gar kein Interesse. Ihren Funktionären geht es am Besten wenn sie die Konflikte am Leben erhalten.

Krieg als Wahlkampf ?

Zitat aus dem Artikel:

"Die jetzige Eskalation könnte mit den Wahlen in Israel im kommenden Januar zusammenhängen. Möglich ist, dass sich der israelische Staat jetzt stark zeigen will, um bessere Chancen in den kommenden Wahlen zu haben. Das gilt insbesondere für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu."

Schon Interessant das man Menschen Töten und Krieg führen als Wahlkampf betrachtet.....

An wenn erinnert mich das...?

Natürlich hat das mit den Wahlen zu tun!

Wenn ich in Südisrael leben würde und monatelang täglich beschossen werden würde, dann würde ich auch keine Regierung wiederwählen, die nur zuguckt und das nicht abstellt.

Dessen ist sich wohl auch Netanjahu bewusst. Will er wiedergewählt werden, muss er sich um die Belange seiner Wähler langsam mal kümmern. Und die sind eindeutig, nicht mehr beschossen werden zu wollen. Nicht ein bisschen weniger oder nur alle 2 Tage, sondern gar nicht mehr.

Bildung

"Erschwert wird die Situation [für die Hamas...] von parallelen Sicherheitsbehörden bis hin zu Bildungssystemen."

Den Punkt würde ich gerne mal vertieft erläutert bekommen! Wenn ich mir diese Menge an jungen palästinensischen Männern mit AK-47 und Raketenwerfern ansehe - wie sieht es denn mit deren Bildung aus und inwieweit unterscheidet sich da das Westjordanland vom Gazastreifen? Es wäre schön wenn Frau Koß darüber noch mehr berichten könnte.

re werner 40

"Die Hamas hat an einer Lösung der Konflikte gar kein Interesse. Ihren Funktionären geht es am Besten wenn sie die Konflikte am Leben erhalten."

Das könnten Sie aber leicht auch von der Gegenseite behaupten ...

Ich weiß nicht, was es bringen soll, wenn unsere Medien...

Berichte darüber schreiben, wie isoliert/unbeliebt/rückhaltslos die Hamas angeblich sei. Tatsache ist, daß sie von den Palästinensern demokratisch gewählt wurde. Und Tatsache ist, daß Israel die Palästinensergebiete aggressiv kaputtbombt und duch die Wirtschaftsblockade seit Jahren ohne Zukunftsperspektive ausmerzt.

Den Palästinensern wird es darum völlig egal sein, was wir über die Hamas denken, oder was unsere Medien für Anti-Hamas-Berichte schreiben. Und das ist auch gut so.

Frage an Frau Koß

Eigentlich hätte ich eine Frage an Frau Koß (die sie vermutlich leider nicht erreichen wird).
In vielen Foren (bei Tagesschau und vielen Zeitungen/Zeitschriften) wird sehr emotional über diesen Konflikt diskutiert und Tatsachen regelmäßig ignoriert.
Daher meine Frage: Welche Rolle spielt die in der Charta der Hamas festgelegte Tötung aller Juden und die Nicht-Anerkennung des Staates Israel ? Ist das "nur eine arabische Übertreibung" ?
Steckt mehr dahinter? Wie ernst sollte ich als Außenstehender die Charta der Hamas nehmen ? (Politische Parteien in Deutschland nehmen ihre Grundsatzprogramme auch nicht wirklich ernst.)
Ich habe kein Interesse an einer Diskussion hier im Forum, weil schon alle Argumente und Ansichten ausgetauscht wurden. Mich interessiert nur noch eine Antwort "aus berufenem Munde".

Moralischer Kompass

Wer Raketen auf Städte schießt begeht Verbrechen und wer dabei zusieht macht sich mitschuldig. Das kann ein Jugendlicher ohne Schulbildung erkennen.
Unabhängig davon, was Israel tut: Ein Held ist, wer sich von den radikalen Palestinensern und ihrer verqueren Religionsauffassung absetzen konnte. Für diese Einsicht ist es nicht zu spät.

Nahost-Konflikt Israel - Palästina - Fortsetzung

...Palästina zu führen. Beide Staaten würden wirtschaftlich voneinander profitieren. Sowie die Menschen ebenso davon an Lebensqualität gewinnen würden. Weitere IWF-Gelder würden zufließen, wenn die Bedingungen für

den Frieden eingehalten werden. Die Kredite von dem IWF könnten zum Teil von dem "Fond" in Israel und zum Teil von einer "Sondersteuer" in Palästina zurückbezahlt werden. Und ein gewisser Teil von IWF erlassen werden.

Die Radikalen Kräfte in Israel und Palästina könnten nach dem Modell wie in Deutschland oder anderen demokratischen Staaten politisch "ruhig" gehalten werden.

Ich denke, durch wirtschaftliche Förderung, die die Lebensqualität der Menschen beider Staaten erhöht, finanzielle Gerechtigkeit gewährleistet, könnte der Konflikt dauerhaft friedlich gelöst werden.

Bildung

"Wenn ich mir diese Menge an jungen palästinensischen Männern mit AK-47 und Raketenwerfern ansehe - wie sieht es denn mit deren Bildung aus ..."

Zu Sowjetzeiten war jeder Treckerfahrer ein "Spezialist".

Bei den Palästinensern reicht die Bedienung einer Kalaschnikow.

Ein NATO-Partner...

der den jüdischen Staat Israel terroristisch nennt, steht im Widerspruch zu den Grundwerten des westlichen Militärbündnisses!
BRD-Politiker räumen Israel das Recht der Selbstverteidigung ein!
Die Hamas wird Ihrerseits als terroristisch eingestuft!
Widersprüchlicher kann es nicht zugehen!!

Zum Schaden der Hamas

"Die Hamas hat an einer Lösung der Konflikte gar kein Interesse. Ihren Funktionären geht es am Besten wenn sie die Konflikte am Leben erhalten."

Wenn Ihre These stimmt, was ich nicht zu beurteilen vermag, dann würde Israel der Hamas also am meisten schaden, wenn es genau das täte: Den Konflikt lösen. Also die illegalen Siedlungen zu räumen, die Besetzung des Westjordanlandes zu beenden, die Golanhöhen zurück zu geben, die Reste der Besetzung von libanesischem Territorium aufzuheben, die barbarische Abriegelung von Gaza einzustellen...

Das alles würde dann der Hamas schaden und kein Mensch bräuchte dabei zu sterben.

"unbeabsichtigte Treffer"

Es mag sein, daß die Treffer auf zivile Einrichtungen ohne Absicht geschieht. Das implizierte Bild, daß die Israelis dadurch von ihrem Teil der Schuld befreit sind, wäre jedoch nicht gültig. Zum Streiten gehören immer zwei. Und wenn Israels Kriegsführung als "demokratischer" oder gerechter da steht, dann liegt dies an der Berichterstattung. Im Endeffekt ballern doch beide Seiten wahllos auf die andere Seite.

@ Pannewitz

Ein sehr guter Beitrag.
Richtig ärgen muss ich mich wenn ich dran denke das wir Israel noch mit Kriegsmaterial und billigen Krediten subventionieren.
Ist doch makaber, das Völk dem das größte Verbrechen aller Verbrechen, im größten aller Kriege, angetan wurde, unter anderen mit Waffen zu entschädigen.
Da fällt mir ein, dieser Abzug aus dem Gaza, der hier immer als Entgegenkommen der Israelis angepriesen wird, wurde durch die USA fürstlich entlohnt.
Moralisch und finanziell positiv für Israel, quasi eine win/win Situation, ist das nicht klasse.
Auch ist es sinnlos den Gaza in irgend einer Weise zu unterstützen, da durch die aggresive Politik der Hamas eh alles kaputt geht.

schwaches Interview

An zwei Stellen muss man Frau Koß widersprechen:

"Die jetzige Eskalation könnte mit den Wahlen in Israel im kommenden Januar zusammenhängen."
=> angesichts der instabilen Situation ist das höchst unwahrscheinlich. Die Lage kann viel zu schnell kippen, viel zu leicht könnte in 10 Wochen auf beiden Seiten etwas passieren, das sich im Wahlergebnis negativ für H Netanjahu niederschlägt.
Militärisch Stärke zu zeigen macht frühestens 14 Tage vor dem Wahltermin Sinn - vorausgesetzt man unterstellt überhaupt solch eine perfide Strategie.
Aber: Frau Koß wählt ja auch den Konjunktiv. Besser wäre gewesen, sie hätte es garnicht unterstellt.

"Die Hamas weist eine sehr heterogene Struktur auf und vereint verschiedene Elemente: politische, soziale und militärische."
=> für welche große Organisation gilt das nicht?
Soll durch diese These die Gewalt einem "extremen" Flügel zugeschoben, und die Hamas als friedensfähig dargestellt werden?
Das wäre eine exclusive Sichtweise auf die Terror-Organisation

@karwandler:

"Das könnten Sie aber leicht auch von der Gegenseite behaupten ..."

Na, ganz so ist es nicht - Israel kann ohne die Hamas und ohne die Konflikte - mag sein, das manche politische Richtungen von einem Konflikt profitieren, aber Israels Aufgabe ist es nicht gegen etwas externes anzukämpfen.

Die Hamas haben als Widerstandsbewegung jedoch gar keine Existenzberechtigung mehr wenn es Israel nicht mehr geben sollte - das ist die übliche Frage einer Widerstandsbewegung/Revolution: Was macht Sie nach erreichen der Ziele und/oder schafft sie es die Macht an eine "normale" Regierung abzugeben.

Das Problem hierbei ist nur: Das Hauptziel der Hamas und damit ihre Existenzberechtigung wird sich realistisch betrachtet nie durchsetzen (zur Erinnerung: Es ist das Ende Israels, nicht ein eigener Staat wie manche leichtfertig vermuten).

Somit hat man es eben mit einer Widerstandsbewegung zu tun, welche sich bewußt ein Ziel gesetzt hat welches - bleiben sie auf dieser Position - unlösbar ist.

RE: 19. November 2012 - 18:38 — Green

19. November 2012 - 18:38 — Green :
" Im Endeffekt ballern doch beide Seiten wahllos auf die andere Seite."

Das stimmt einfach nicht. Die Hamas tötet wenn möglich sogar gezielt Zivilisten. Die Israelische Armee dagegen ist darum bemüht möglichts wenig Zivilisten in Gaza zu treffen, was schwierig ist, weil sich die Hamas bewusst hinter ihrer Bevölkerung verschantzt. Die Hamasführung nimmt den Tod von Zivilisten in kauf, weil sie genau wissen dass das Schlagzeilen zu ihren Gunsten gibt.

@Charlottenburger

"Ministerpräsident Erdogan hat am heutigen Nachmittag Israel einen terroristischen Staat genannt (und nicht etwa die Hamas), der mit seinen unverhältnismäßigen Dauerbombardements auf den dichtbevölkerten Gazastreifen terroristische Akte durchführt."

Wie würde Erdogan die Türkei nennen, weil sie seit Jahren die Kurdengebiete bombardiert? Und was hat die Türkei nicht gleich nach Syrien geschossen als nur eine Granate rüber kam?

Die Erdogan würde Nachbarn wie die Hamas nicht so human wie Israel behandeln.

Der Gazastreifen ist mir nicht bekannt, ...

... das Westjordanland aber wohl. Man kehrt in Beit Sahur spät abends im Dunkeln unter funktionierender Straßenbeleuchtung von einer Veranstaltung heim in die Unterkunft. Der Weg führt vorbei an geöffneten Geschäften, Imbissläden und Autowerkstätten (ungefähr gleichverteilt). Überall halten sich einheimische junge Leute auf, blicken zu einem herüber, hinterher. Und das Komische: Man ist entspannt, fühlt sich nicht im Mindesten fremd - sicher eben. Die einzige Bedrohung, die ich während meines Aufenthaltes wahrnehmen konnte, ging von Leuten wie dem Besatzungssoldaten in Hebron aus, der in Sportzeugs und M16-Sturmgewehr seine Joggingrunde mitten durch die Stadt drehte.

RE: 19. November 2012 - 18:12 — Jon Do

19. November 2012 - 18:12 — Jon Do

" Und Tatsache ist, daß Israel die Palästinensergebiete aggressiv kaputtbombt und duch die Wirtschaftsblockade seit Jahren ohne Zukunftsperspektive ausmerzt."

Darf ich sie darauf aufmerksam machen dass es nicht einen einzigen israelischen Agriff gegeben hätte, wenn die Hamas nicht seit sie an der Macht ist Israel mit tausenden von Raketen beschossen hätte. Hier wird mal wieder Ursache und wirkung verwechselt.
Die Blockade vom Gazastreifen ist übrigens eine militärische Blockade, die verhindern soll das die Hamas ungehindert Waffen ins Land holt. Humanitäre Güter und Waren gehen täglich von Israel nach Gaza über die Grenze.

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