Ihre Meinung zu: Analyse: Spanien blockiert Idealbesetzung für EZB-Spitzenposten

5. November 2012 - 20:38 Uhr

Einer der sechs Posten im EZB-Direktorium ist seit Mai vakant. Er wird es auch noch einige Zeit bleiben, denn Spanien blockiert die Berufung des Luxemburgers Mersch. An dessen Qualifikation zweifelt niemand.

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Kommentare

Und noch einmal

Immer und immer wieder das Märchen von den bösen Südeuropäern. In diesem Artikel u.a. durch folgende Sätze:

"Ein beispielloser Machtkampf um die EZB geht damit in eine weitere Runde, und in der geht es nur vordergründig um die Person des Luxemburgers. Es geht darum, ob die Politik der EZB endgültig von den Südeuropäern bestimmt wird, oder ob die geldpolitischen Vorstellungen aus den traditionell eher an Stabilität orientierten Ländern des Nordens noch eine Chance haben".

@123...

Es geht hier nicht um Gut oder Böse, sondern um die Stabilität unserer Union. Und wenn Sie die finanzpolitische Geschichte der verschiedenen Länder betrachten, dann können Sie schlecht abstreiten, dass die südeuropäischen Länder traditionell eine wesentlich lockerere Geldpolitik betrieben haben als die nördlicheren Länder. Und das nicht erst zu Eurozeiten. Da kann ich gut verstehen, wenn man sich jetzt Sorgen macht, wenn diese Länder die Oberhand im Direktorium gewinnen.

So sehr ich Spanien auch als Land liebe, aber das ist dann etwa so, als ob Sie Alkoholiker über Alkoholgrenzwerte beim Autofahren entscheiden ließen.

Oder hat das ganze hiermit zu

Oder hat das ganze hiermit zu tun:

Spiegel Online:

EZB könnte spanischen Banken zu viel Geld geliehen haben.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ezb-koennte-spanischen-
banken-zu-viel-geld-geliehen-haben-a-865298.html.

Wieder einmal ....

... ein Beispiel dafür, dass Politik nicht FÜR die Menschen gemacht wird, sondern GEGEN sie. Es ist völlig egal, woher jemand kommt, welches Geschlecht er hat ....

Egal ist aber den MÄCHTIGEN (nicht in der Intelligenz mächtig, sondern mächtig in der Führung der Dummen, die ihnen das Mandat gegeben haben) nicht, wieviel Geld dabei im Spiel ist und wer es bekommt.

Ich sag´s schon seit langem: der schlimmste Feind des Menschen ... ist und bleibt .... der Mensch.

Kann man eigentlich hinter ganz viele Medienmeldungen als Fazit ziehen.

Von Analyse keine Spur...

...sondern eher von nationalem Chauvinismus.

Es tut mir Leid, aber die Wahl des EZB Direktoriums ist schon immer eine Abnickveranstaltung gewesen. Wichtig ist sicher nicht die Nationalität sondern die ideologische Prägung. Die EZB soll ein Bollwerk des Monetarismus sein der nie etwas anderes schaffte als grandios zu scheitern.

Hier wird suggeriert, dass die Mitglieder aus den Südländern alle inkompetent sind, und Leute wie Asmussen (die in ihrer akademischen Laufbahn gerade mal eine durchschnittliche Leistung aufzuweisen haben) so etwas wie Kompetenz besitzen. Dabei wird bei jeder sterilisierten Geldmenge gleich die Inflationskeule geschwungen - also vor dem einzigen Problem gewarnt, welches wir nicht haben.

Frankreich liegt nur wenige Prozent des BIP über dem ach so solide wirtschaftenden Deutschland. Spanien blickte 2006 noch auf Deutschland herab mit seinen Kennzahlen. Und jetzt sind das die Schlendriane? Wir haben nur einen randalierendes Mitglied in Europa.

Mersch im EZB-Direktorium ...

... wollen wir nicht sehen – nie und nimmer! Danke, liebes Europaparlament – danke, mutiges Spanien!!! Möget Ihr am Ende siegreich bleiben.......

EZB auflösen

Die EZB muss aufgelöst werden.

@ gera1983

Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde auch ihren Kommentar sehr undifferenziert.

In "diesen Ländern" leben sehr unterschiedliche Menschen. Vielleicht haben Sie das auch schon mal bei einem Ihrer Urlaube bemerkt...? Waren alle um sie herum Alkoholiker? Bzw. verschwendungssüchtig/faul etc.?

Jaja, die

Jaja, die Geldwertstabilität.
Ich glaube, so mancher würde einen Schock bekommen, wenn er in die Inflationsstatistik schaut und feststellen müsste, dass der Euro stabiler als die D-Mark ist.

Es war Wahnsinn mit einer

Es war Wahnsinn mit einer überwältigenden Mehrzahl von Weichwährungsländern eine Gemeinschaftswährung zu begründen, denn Länder wie Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich oder Portugal waren es seit Jahrzehnten gewönnt ihren Staatshaushalt durch Gelddrucken zu bestreiten; nicht grundlos lag der Kurs zwischen deutscher Mark und italienischer Lire 1 zu 1000, obwohl Italiens Wirtschaftskraft keinesfalls tausendmal niedriger ist wie diejenige Deutschlands.
Außer Österreich, Finnland oder die Niederlande legt also nur Deutschland wert auf eine stabile Währung, weshalb es nun immerzu bei der Spielgeldeurozentralbank EZB überstimmt werden wird und folglich mit seiner Wirtschaftskraft für die Schuldenwirtschaft des Auslandes geradestehen muß; wodurch Deutschland um seine Ersparbisse gebracht werden wird und sich von den Weichwährungsdelinquenten auch noch beschimpfen lassen muß, wenn es für deren Schulden nicht unbegrenzt haften möchte. Der Eurounfug muß daher sofort ein Ende haben!

@ 1234567

Tut mir leid wenn Ihnen das nicht gefällt aber es steht doch nirgends etwas von "bösen Südeuropäern".Wenn man sich die finanziellen Entwicklungen der Länder anschaut die nun echte Probleme haben,sorry dann kann man da doch nicht drüber hinwegsehen.
Ich habe lieber Leute in der EZB die das Geld zusammenhalten als das sie es sinnlos raushauen.Oder möchte jemand das der Euro hinterher so dasteht wie einst die italienische Lira? Wohl kaum...
Nehmen wir doch mal als Beispiel Portugal.Ein Land dessen Volk sehr gastfreundschaftlich ist,indem aber seit dem Beitritt zur Eurozone so ziemlich alles schief ging.Vorher schon zu den ärmsten Ländern Europas gehörend erhoffte man sich vom Beitritt und dem Euro wirtschaftlichen Aufschwung.Der kam auch dann als die Gelder aus Brüssel sprudelten,doch im Grunde blieb das Land wirtschaftlich eher ein Entwicklungsland.
Und warum...weil man einfach die globale Expansion unterschätzt hatte und diese durch den Beitritt auch noch fataler wurde.

@123

Ich hatte gedacht, dass der Satz über die Alkoholiker klar als Parabel zu erkennen ist. Da das scheinbar nicht der Fall ist: Ich meinte damit nicht, dass Italiener oder Griechen Alkoholiker sind, es war lediglich ein Gleichniss/Parabel.

Ich sage auch nicht, dass alle Südländer schlecht im Umgang mit Geld sind (oder faul). Ich habe sehr intelligente und fleissige Spanier als Freunde.

Fakt ist aber, dass die politischen Verantwortlichen dieser Länder Ihre Finanzen oft nicht gut im Griff haben und hatten. Wenn diese nun jemanden entsenden, dann muss man davon ausgehen, dass dieser auch auf deren finanzpolitscher Linie ist.

Geldwertstabilität ist nicht der entscheidende Punkt

Ich teile die Ansicht von Herrn Krause, daß das Veto Spaniens nicht aus Gleichstellunginteressen heraus erfolgt ist. Allerdings denke ich auch nicht, daß es Spanien primär um den Umbau des EZB-Direktoriums geht. Ein dezidierter Kritiker des eingeschlagen Kurses ist in diesem Direktorium selbst in Asmussen nicht mehr zu finden (siehe kürzlich beschlossenen Anleihenkaufprogramm). Für plausibler halte ich es, daß Spanien damit seine Position in den vermutlich bald anstehenden Verhandlungen über ein ESM-Rettungsprogramm verbessern will. Wie ja bereits bekannt, spielt die spanische Regierung verschiedene Szenarien dahingehend durch, wie sie mit möglichst geringen Reformverpflichtungen in den Genuss des Anleihekaufprogramms kommt. Dieser Posten ist ein Druckmittel, den sich Spanien(& Co.)? vermutlich teuer abkaufen werden lassen. Im Kern geht es also mal wieder um knallharte Vertretung nationaler Interessen-insofern befindet sich Rajoy mit Merkel, Hollande und Co. in guter Gesellschaft..

Inflation

Ich sehe es genauso wie Walter Meingott - so Länder hätten niemals nie nicht den Euro bekommen dürfen.

Und noch was - warum war wohl die deutsche Bundesbank das Vorbild für die EZB? Wegen der "STABILITÄT DER WÄHRUNG" und deswegen hat da auch gefälligst drauf geachtet zu werden und es kann nicht sein, das wir Ländern, die einfach nicht mit Geld umgehen können das Geld in den Rachen schmeissen - da können wir es auch gleich verbrennen!

Wie war es denn Ende der Zwanziger Jahre und während der Ölkrise? Inflation hatten wir da - soll das jetzt auch noch dazu kommen?

@schlimmesende

... ein Beispiel dafür, dass Politik nicht FÜR die Menschen gemacht wird, sondern GEGEN sie.

Dem kann ich nicht zustimmen, kämpfen die südeuropäischen Staaten doch gerade massiv für ihre Wirtschaft und damit auch für ihre Bürger. Von daher muss man die Aktion der Spanier gutheißen und dennoch fordern, dass unsere Politiker ebenfalls so für uns eintreten. Nur so kann am Ende ein sinnvoller Kompromiss gefunden werden.

@ Walter Meingott

"nicht grundlos lag der Kurs zwischen deutscher Mark und italienischer Lire 1 zu 1000, obwohl Italiens Wirtschaftskraft keinesfalls tausendmal niedriger ist wie diejenige Deutschlands."

Dieser Satz zeugt nur vom fehlenden Verstaendnis der Zusammenhaenge. Der Kurs sagt nichts ueber die Wirtschaftskraft aus. Es kommt darauf an, was man mit 1000 Lira im Vergleich zu dem was man mit einer D-Mark kaufen konnte.

Gerade Italien hat der Inflation nie eine besondere Bedeutung zugemessen. Die EU aber hat sich klar dafuer entschieden, in diesem Punkt nicht den Standpunkt Italiens zu teilen & nimmt die Gefahren von Inflation sehr ernst. Es ist nachvollziehbar, dass im Direktorium der EZB Vertreter sitzen sollten, die die Ansichten der EU teilen. Ob dies nun keine Suedeuropaeer sein koennen, ist eine andere Sache.

Deutschland wurde gerade erst wegen der geringen Anzahl weiblicher Fuehrungskraefte von der EU geruegt. Die EU solle dann aber in ihren Gremien mit gutem Beispiel vorangehen.

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