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Schön gedacht - geht aber an der Realität vorbei

Der Wunsch der Politik die Risiken des Investmentbankings von den Ersparnissen der Oma Sparbier zu trennen ist nett gedacht. Tatsächlich hatten Lehman Brothers, die IKB oder die Hyporealestate gar kein Einlagengeschäft. Im Gegensatz dazu benötigte die Deutsche Bank keine direkte Unterstützung des Staates. Wenn Investmentbanken bzw. Spezialinstitute zusammenbrechen wird auch zukünftig der Staat zahlen...

Trennung Bankgeschäfte

Ja! Endlich wieder mehr Management-Stellen! Für jeden neuen Sektor braucht es Direktoren und Stellvertreter und und und....

Hatten wir das nicht mal?
So oder in ähnlicher Form?
Gab es dann nicht teure Berater, die das vereinfachen, verschlanken wollten? Bereiche zusammenlegen, Abbau von Leitungsebenen - lean management - zum Wohle des Unternehmen.....

Aber wahrscheinlich verstehe ich diesen aktuellen cleveren Vorschlag nicht richtig. Was wissen wir Bürger denn auch schon von der Finanzwirtschaft? Eben.

Brecht hat Recht!

„Bankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.“ und in der 3 Groschenoper: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“. Bertolt Brecht (1898-1956)

@Dr. Schmidt

"Wenn Investmentbanken bzw. Spezialinstitute zusammenbrechen wird auch zukünftig der Staat zahlen..."

eben nicht, wenn von vornherein klar geregelt ist, wer für das wohl und wehe der investmentbanken geradezustehen hat, nämlich die verantwortlichen der bank. und jeder, der dann sein sauer verdientes geld zu diesen banken schleppt, wird sich schon vornherein absichern (so weit es geht), so dass er weiss, mit welchen angestellten er es da zu tun hat!

erkki liikanen ist übrigens, im gegensatz zu einem ackermann, höchst beliebt in der finnischen gesellschaft und zwar quer durch alle schichten. das ist noch ein banker, dem selbst der in finanzfragen unbedarfteste gerne sein vertrauen schenkt!

was meinen die Briten zu

was meinen die Briten zu diesen Vorschlägen ?

Endlich. bitte ENDLICH

ah, trefflicher vorschlag, läääängst überfällig ! wäre extrem wünschenswert wenn er endlich und richtig in die Tat umgesetzt wird!

Mir gefallen immer die

Mir gefallen immer die Initiativen dieser Herr Barnier und seine Vorschläge.

Aber eigentlich könnten wir Kleinbürger auch was ändern wenn wir unser Geld bei anderen Banken einlegen würden.
Es gibt viele, die sind zwar klein (weniger Geschäfststellen) aber genau deswegen müssen sie besser aufpassen dass ihre Kontos immer stimmen.

Und bei "Ethische Banken" wird dein Geld sogar Soziale Leistungen beibringen.

Auch

eine Trennung der Bankgeschäfte wird nichts helfen,indirekt sagt genau das der Bericht. Es gilt die Zocker in den Banken an die Leine zu legen,sonst ändert sich auch durch Trennung nichts.
Aber will das jemand wirklich? Auch Steinbrück sieht das wohl eher Wahlkampf mässig, er hätte es ja schon lange machen können.Hat er aber nicht und das wird er auch nicht tun.

der letzte Absatz markiert den eigentlchen Knackpunkt

"In ihrer Analyse stellten die Experten fest, dass in der Krise kein Geschäftsmodell bei Banken besonders gut oder besonders schlecht funktioniert habe. Als Ursache sehen sie vielmehr, dass Banken zu großes Risiko beim Handel mit hochkomplizierten Finanzprodukten eingegangen sind, das sie nicht durch ausreichende Kapitalpuffer absicherten. Eine Gefahr für das gesamte Bankensystem sei zudem die enge Verflechtung der Finanzinstitute untereinander"

Dabei unvollständig, denn es sind nicht nur die Finanzinstitute verflochten, sondern alle wesentlichen Unternehmen und die Politik mit Ihnen.

Auch spielt die gesellschaftliche veranlagte Gier die treibende Kraft. Denn nach wie vor sind Banken nur Mittel zum Zweck.

Beseitigt man die Mittel beseitigt man auch den Zweck, aber darüber macht sich offensichtlich niemand Gedanken. Und so werden dann viele das Staunen bekommen, wie die Kuh vorm neuen Tor!

Warum denn immer alles

Warum denn immer alles regeln?
Ich als Kunde kann doch selber entscheiden, ob ich mein Geld einer Bank anvertraue, die damit zockt, oder einer die es nur verwahrt.
Das ist das selbe wie die Diskussion mit den Dispo-Zinsen.
Wir sind diejenigen, die den banken das Geld geben, es ist unsere Schuld, wenn sie damit Mist bauen, da wir es Ihnen gegeben haben. Wenn die Menschen endlich anfangen würden nicht nur zu schimpfen, sondern auch was bewegen zu wollen, dann könnten wir heute schon was ändern.

@Dr. Stephan Schmidt

"Der Wunsch der Politik die Risiken des Investmentbankings von den Ersparnissen der Oma Sparbier zu trennen ist nett gedacht. "

Die Ersparnisse interessieren außer dem Sparer so ziemlich niemanden. Man braucht wohl kaum so naiv zu sein anzunehmen, dass sich irgendjemand auf EU-Ebene für Oma Sparbiers Bankkonto einsetzt.
Das Problem ist die andere Seite des Banksektors, das Kreditwesen. Eine Bank die aufgrund von massiven Fehlspekulation illequid wird ist quasi gezwungen auf der Seite der Kredite rückzufordern oder Ausfälle zu erzeugen. Große Teile unsere Wirtschaft sind aber ohne ihre Kredite nicht mehr handlungsfähig.

Deshalb ist eine Trennung innerhalb des Bankensektors mehr als sinnvoll, das Kreditwesen gehört nicht in die Hand von Spekulanten.

Aber das weiß sowieso jeder: Die Frage ist nicht, ob eine Trennung gut ist, sondern ob sie von den bestehenden Partei-Wirtschafts-Klüngelgruppen umgesetzt werden kann.

Staatliche Investment-Produkte entwickeln

Ein Grund für viele mehr oder weniger destruktive Investments, die über die Jahre zu Entlassungen führen, ist die Abkehr von der staatlichen Rente. Wären unsere Politiker etwas kreativer, könnten neue Investmentprodukte für die Bürger geschaffen werden beispielsweise ein alternatives Energiekonzept als Gegenpol zu den oligopolisierten Geldmaschinen.

Die private Altersvorsorge ermöglicht es den aufgeblähten Investmentbereichen der Banken und Versicherungen erst, Unsummen an Geld zu verzocken, moralisch fragwürdige Projekte zu finanzieren und die Unternehmen zu mitarbeiterfeindlichen Renditen zu nötigen, die häufig Entlassungen erwirken.

Was wäre beispielsweise, wenn es ein öffentliches Rentenprodukt "Alternative Energie" gäbe? Bürger errichten dezentralisierte Windkraftanlagen etc. inkl. Netz, und sahnen selber ab. Gut für die Menschen, gut für die Umwelt, schlecht für die Konzerne.

Dies wäre nur eines von vielen möglichen ergänzenden Rentenprodukten. Entmachten wir die Konzerne.

Keine einfachen Lösungen

@suomalainen: ... eben nicht, wenn von vornherein klar geregelt ist, wer für das wohl und wehe der investmentbanken geradezustehen hat, nämlich die verantwortlichen der bank.

Das war 2008 genau die Position der US-Regierung. Man hat das Bankhaus Lehman Bros. in die Insolvenz geschickt und ein folgenschweres Erdbeben ausgelöst, das im Endeffekt viel mehr Steuergelder gekostet hat. Das Problem ist um Welten komplizierter, als Sie denken.

@14:53 — gierde zerstört

"Bürger errichten dezentralisierte Windkraftanlagen etc. inkl. Netz, und sahnen selber ab. Gut für die Menschen, gut für die Umwelt, schlecht für die Konzerne."

Warum kaufen die "Bürger" dann nicht einfach Aktien von RWE, Eon & Co. und sahnen so selber ab? Was würde anderes entstehen als einfach nur ein neuer Konzern oder viele Kleinstunternehmungen?

Ein VEB (Volkseigener Betrieb) ist ja in der Theorie ganz nett. Aber was, wenn er nicht im Wettbewerb bestehen kann? Die nicht volkseigenen dann einfach verbieten oder darauf bauen, dann die Menschen ihr Geld trotzdem dort investieren? Nein, das wird nicht funktionieren.

Ökofonds, ethische Fonds und Banken etc. gibt es doch schon länger. Das Problem ist nicht immer nur die böse Bank sondern oft auch der Kunde. Der Schalter mit der Aufschrift "hier wenig Zinsen, aber super öko und ethisch" ist halt nicht so beliebt bei den Kunden.

Minimale Chance

Herr Steinbrück kommt durchaus sympathisch herüber, erfahren und kompetent ist er allemal. Er wird sich jedoch mit den eigenen Waffen schlagen. Dabei dokumentiert er den totalen Gegenpol zu unserer Kanzlerin, die souveräner und beliebter nicht sein kann.
Mit Herrn Steinbrück gehen nicht selten "die Pferde durch". Den Rest besorgen dann Freunde aus den eigenen Reihen.
Eine minimale Chance, Frau Merkel zu beerben, wäre evtl. eine Ampelkoalition.

Das gab es doch alles schon!

Das eine Gruppe sich zusammenraft und seit Februar darüber berät, was man nun tun kann um die BAnken besser zu kontrollieren finde ich einen guten Lacher! Die hätten mich mal anrufen sollen, und dann hätte ich denen das auch sofort erzählt. Das Problem ist nur, das sie auch erst die Banken fragen müssen, ob jene Änderungen für Sie auch in Ordnung sind. Da muss man erstmal die Frösche fragen ob der Teich tocken gelegt werden soll. Das die Sparkassen nie ein Problem der Krise war, haben alle erkannt. Na, klingelt es!

Nach der Trennung der Bankenhäuser sollten wir uns dann mal fragen, in wie Weit man dann die anderen Finanzmarktgeschäfte wirklich braucht. Die haben mit unserem Leben relativ wenig zu tun. PC´s, die in Sekunden Wertpapiere kaufen und verkaufen. In diesen Zeitspannen hat sich doch im Unternehmen nichts getan.
Wenn wir es dann noch schaffen,keine Zinsen auf Vermögen zu zahlen, ja dann.... aber wir sind ja alternativlos.

@ 2. Oktober 2012 - 15:25 — Lars aus Versmold

"Ein VEB (Volkseigener Betrieb) ist ja in der Theorie ganz nett. Aber was, wenn er nicht im Wettbewerb bestehen kann? Die nicht volkseigenen dann einfach verbieten oder darauf bauen, dann die Menschen ihr Geld trotzdem dort investieren? Nein, das wird nicht funktionieren."

Ich freue mich über Ihre Gedanken. Jedoch gehe ich davon aus, dass gerade dieses Produkt "alternative Energien", gerade langfristig, hervorragend als funktionieren kann, da die Kosten sich im Laufe der Zeit gegen Null minimieren. Ich würde mich keineswegs als "Kommunist" bezeichnen, denke jedoch, dass der Wettbewerb, beispielsweise im Bereich Energie offensichtlich nicht funktioniert.

Der Bürger hat ein Interesse und die Politik die Pflicht, dies zu korrigieren. Gerade die fehlende Konkurrenz ermöglichte im Bereich Energie jahrzehntelang aufgeblähte Strukturen und hohe Renditen. Profitiert haben die Investoren und - ja - auch die Angestellten in diesen Betrieben. Leidtragende sind die Bürger, die die Zeche zahlen.

Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung

Eine große Errungenschaft des Wirtschaftens ist es, Kosten und Nutzen projektbezogen bzw. kostenstellenbezogen zu erfassen. Dadurch kann man sehr genau feststellen, welche Abteilungen, Geschäftsbereiche, Prudukte bzw. Projekte gewinnbringend sind oder nicht. Das Ziel ist es, unrentable Aufwendungen abzustellen.

Dagegen dient Mischkalkulation dazu, Gewinne und Verluste zu vermischen und so Projekte/Produkte mitzuschleppen, die sich normal nicht rechnen würden. Um letzteres handelt es sich bei der Vermischung der Bankgeschäfte. Das normale Geschäft bringt wenig Rendite bei hoher Sicherheit, die spekulativen Geschäften eine hohe Schwankungsbreite und große Unsicherheit. Die dort erwirtschafteten Gewinne sind nicht real, sondern bilden eine Abschöpfung realer Gewinne. Diese Abschöpfung muss zum erhalt der Funktionsfähigkeit immer wieder nachgeschossen werden.

Ohne Omis Sparbuch sind Investmentgeschäfte nicht tragbar! Die Spielsüchtigen aber wollen weiter "mischen" und spielen.

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