Kommentare

Der letzte Kämpfer sollte gestärkt werden.

In der Europolitik läuft längst nicht alles rund. Herr Weidmann kann fast als der letzte aufrechte Kämpfer für die Bürger Deutschlands gesehen werden. Leider hat er nur eine Stimme im EZB-Rat, obwohl Deutschland 27 Prozent der Lasten trägt. Erfreulich ist es daher zu lesen, das zumindest die ersten Spitzenpolitiker sich endlich fest hinter Herrn Weidmann positionieren. Hoffentlich nicht, um ihm ein Messer in den Rücken zu rammen.

Den Euro, den wollten die Bundesbürger wahrscheinlich mehrheitlich noch nie. Umso wichtiger ist es, das Menschen, die uns vor noch weiterem Schaden schützen, zumindest die politische Unterstützung genießen.

Bravo, Herr Rösler!

Schon wieder ein Thema, von dem die FDP meint, dass sie damit für die Wahl punktet und sich dafür in der Sache voll neben die Schiene schmeißt. Bei Westerwelle waren es Syrien und die spätrömische Dekadenz, nun wollen wir uns gegen ganz Europa stellen, obwohl wir doch nichts anderes machen wollen, als was Amerika schon seit Jahrzehnten so macht: billiges Geld bereitstellen. Denn wenn es sich lohnt, in Amerika für Lau Geld zu leihen und damit europäische Staatsschulden zu satten Zinsen zu kaufen, dann führt das a) in Amerika zu höheren Schulden und b) in Europa trotz "Sparen" auch. Dass natürlich die DB als Global Player da auch gerne mit absahnen will, ist doch ganz klar. Aber es geht nicht um die Gewinne der DB, sondern um die europäischen Volkswirtschaften.

Deshalb, lieber Herr Rösler, mal im Wirtschaftswörterbuch nachsehen unter "Volkswirtschaft". Da werden Sie aber stauenen, dass es das Wort tatsächlich gibt, und noch viel mehr, was es bedeutet. Jedenfalls nich DB!

So hart wie die DM? Statt Schuldenschnitt Bazooka-Ritt

Nun sollen für den Italiener Draghi die Deutschen die Dummen sein, weil sie weniger Staats- und Bankenschulden aufnahmen als die großen Euro-Länder ITA u. FRA.
Nun also die "Bazooka", der Aufkauf von Staatsanleihen vs. Bundesregierung und Weidmann. Wenn interessiert noch das Bailout-Verbot?

Die Bilanz der EZB (11 Mrd. Eigenkapital) ist bereits auf >3 Bio. Kredite hochgeschossen (+1.896 Mrd. in ca. 1 Jahr), die Niedrig-Zinsen sind zum Kampfinstrument gegen eben den Markt geworden, dessen Vertrauen die Bundesregerung so gerne beschwört und
auch zum Weichspüler des Außenwertes des Euro.

Folgen:
- erhöhtes Haftungsrisiko der Nichtrückzahlung für DE;
- noch mehr Billiggeld im Umlauf für Spekulation und Inflation + Abwertung des Euro;
- dadurch teurere Importe bei Energie, Rohstoffen und v.a. Nahrung;
- Entwertung der dt. Ersparnisse und Löhne;
- Entwertung/Verlust der dt. Target-2-Forderungen gegen den Euro-Süden.

War nicht die Gefahr der Altersarmut f. auch d. Mittelstand das Thema?

Europa wird nie gleich sein

Die Vorstellung in einem geeinten Europa könnten alle Länder gleich stark sein ist von vornherein falsch - es gibt nunmal strukturelle Unterschiede, so wie wir auch in Deutschland Geld in die neuen Bundesländer gesteckt haben, und das nicht eben wenig, dennoch werden sie wohl sie nie auf Westniveau kommen.
Man stelle sich vor statt im Osten zu investieren hätte man gesagt 'so nun spart mal schön bis ihr auf Westniveau seid und dann dürft ihr auch mitmachen'.
Auch das Nord-Süd-Gefälle kann kaum auf mangelnden Sparwillen zurückgeführt werden, auch wenn es einige behaupten.

Kann man an ein Land mit hohem Agraranteil die gleichen Bedingungen stellen wie etwa für ein Industrieland wie Deutschland ? Und welchen Sinn macht es Bedingungen zu stellen die nicht beeinflusst werden können, so kann man zwar vorschreiben dass Subventionen gestrichen werden, aber wenn dadurch Einnahmen auf der anderen Seite wegfallen liegt das nicht mehr im Einflussbereich. Unrealistische Ziele nutzen keinem.

Hut ab vor Herrn Weidmann und allen anderen

Zockerrettungs-Kritikern. Diese werden nämlich von allen Seiten der Politik dermaßen gemobbt und mit Drohungen, Anrufen und e-mails bombardiert. Dies ist eine Schande für unsere Demokratie.
Kein vernünftiger Mensch steckt Geld bzw. Milliarden in ein kaputtes System, sondern würde es entweder begraben oder neu überarbeiten. Nicht so unsere Politnasen, weil es ja nicht um ihre eigene Tasche geht, sondern um das Vermögen der Steuerzahler. Diese ständigen Geldtransfers sind keine Lösung, sondern immer wieder nur Zeitkäufe. Was hier wirklich helfen würde, wäre eine Steuer auf Finanzgeschäfte und höhere Besteuerung der Reichen. Mit diesen Geldern kann die Wirtschaft angekurbelt werden. Dann noch die Banken an die Leine, damit die Zockerei eingedämmt wird. Wie soll sich denn etwas zum Positiven verändern, solange das Casino genauso weiterläuft wie bisher.

Wird die EZB eine Notenbank nach italienischem Vorbild...?

Die EZB eine Notenbank , die sich den Südländern zuwendet ? Sie schickt sich an den politischen Raum zu gestalten , sie begibt sich auf das Terrain , welches eigentlich der Politik vorbehalten ist ?

So stelle ich mir die Zukunft des Euroraumes nicht vor.

Es wird höchste Zeit , daß der deutsche Bundestag , nicht nur Herr Rösler, sich wieder auf seine ureigensten Aufgaben besinnt , mit Unterstützung des Bundesverfassungsgerichts und der deutschen Bundesbank, die Demokratie, auch bei der EZB , zu gestalten.

Grüße aus der Provinz

Ulrich

Punkgebet

Könnte man Pussi Riot nicht mit einem Punkgebet gegen Rösler engagieren?

Ich hoffe, daß die FDP nach der nächsten Wahl nicht mehr in der Regierung ists.

Expansive Geldpolitik in Europa vs. Amerika

Eigentlich gibt es kaum etwas der fantastischen Analyse von vanPaten hinzuzufügen. Nur eines würde ich gerne ergänzen:

Immer wieder wird erwähnt, dass die "Gelddruckerei" doch in den USA fantastisch funktioniert und das System seit Jahrzehnten am Leben erhält.

Aber dabei sollte man vorsichtig sein, das auf Europa zu übertragen. Amerikanisches Geld wird oft vom Ausland "aufgesaugt", als Devisenreserve in Notenbanken "gelagert" und verschwindet vom Markt. Es wird außerdem weltweit genutzt, Rohstoffe (wie Öl) zu handeln.

Sollte da das Vertrauen einknicken, würde der Markt derart von der Währung überschwemmt, dass die Inflation dramatisch wäre.

Zudem ist derzeit das meiste Geld nur in Finanztransaktionen gebunden und gelangt gar nicht in den Warenkreislauf, was eine dramatische Inflation verhindert. Aber diese Märkte sind volatil und können schnell kippen. Das Risiko ist höher, als man annehmen möchte.

Eine solide Geldpolitik (Bundesbank) ist vorzuziehen.

Herr Rössler

Herr Rössler sollte aufzeigen was für Wege aus der Krise den Steuerzahler am wenigsten kosten, an Stelle von eigenständigen Überlegungen die unter der Prämisse die Koalition zu erhalten nicht ausgeführt werden. Populismus hat viele Gesichter.

Pragmatiker sind gefragt Herr

Pragmatiker sind gefragt

Herr Weidmann hat mit seiner Position Recht. Einerseits. Andererseits trägt diese
Position wenig bis nichts zur Lősung der Krise bei. Weidmann, wirtschaftstheoretisch in
den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts verhaftet, verhält sich wie ein Veganer, der selbst
in hőchster Not lieber stirbt, als sein Leben durch das Essen von Fleisch zu retten. Tut mir
leid, aber wer so wenig Gespür fűr das Pragmatische hat, ist auf diesem Posten fehl am Platz.

Die Position Weidmanns...

...ist gefährlich und kann die Haftungssummen für die Geberländer in die Höhe treiben. Ihm geht es nicht um eine effektive Stabilisierung der Eurozone sondern nur ums Prinzip.
Entgegen Weidmanns Unterstellungen will Draghi keine beliebige Staatsfinanzierung durch die EZB. Die Anleihenkäufe sollen an strenge Bedingungen geknüpft sein und die "Fehlfunktion" am Markt korrigieren. Wenn der Markt wieder richtig funktioniert kann die EZB die Käufe jederzeit für beendet erklären.
Inflationstendenzen gibt es nicht. Im Gegenteil. Mittelfristig droht eher Deflation und die kann deutlich gefährlicher sein.

@ Trecker : Vielen Dank, dass Sie es auch so sehen

Die US-Fed hat weit weniger Geld in der Bilanz emittiert als die EZB.
Zudem macht sie, anders als die EZB, gute Gewinne für den Staatshausalt.
Das US-Target-System, dass den Bundesstaaten ebenfalls das Gelddrucken gegen Schuldschein erlaubt wie die EZB (im Übermaß) bedingt zudem den Forderungsausgleich am Jahresende mit echter Liquidität (Geld oder entsprechend liquiden Wertpapieren).

Das Eurosystem hat mit 1:1-Übergang vom ECU auch die 20% der Geldmengenanteile an Golddeckung aufgegeben, die sonst zm Ausgleich der Handelsdefizite dienten, wodruch der nationalen ZB ihre Kreditvergaben zum Kurserhalt im Korridor zügeln und die Zinsen anpassen mussten.

Seit dem Euro explodieren die Ungleichgewichte auf Basis Nord-Süd-kreditierter Leistungsbilanzen. Der deutsche Exportmotor fährt -ganz unsolidarisch - zusammen mit Chinas Dumping alle gegen die Wand und saniert nun sogar per Negatvzins seine Schulden zulasten der anderen, denen eben wegen der Defizite (=dt. Profizite) keiner mehr traut.

@Tarantus: Strenge Bedingungen der EZB

"Die Anleihenkäufe sollen an strenge Bedingungen geknüpft sein und die "Fehlfunktion" am Markt korrigieren."

Es fällt mir schwer, eine so verdrehte Welt zu verteidigen. Die "strengen" Bedingungen wurden schon im Vertrag von Maastrich ständig gebrochen. Es gibt die Nichthaftungsklausel, wie auch bei dem Staatenverbund der USA. Zudem darf die EZB keine Politik machen, sondern muss nur die Geldwertstabilität sichern. Strenge Bedingungen und gezielter Aufkauf sind pure Politik. Wenn sie selbst alle Klauseln verletzen, verlangen sie von Ländern, "strenge Bedingungen" zu akzeptieren. Das ist der pure Hohn.

Abgesehen davon sollte man mal die Beweggründe hinterfragen. Eine Behörde, die nur existiert, weil der Euro existiert, wird alles tun, um diesen Euro, der ja ihre Existenz sichert, zu retten, selbst wenn es gegen das Wohl der Euroländer wäre. Sie würden ja ihre gut bezahlten Jobs verlieren.

Die Frage ist aber auch, ob ein aufgeweichter Euro wirklich die "Rettung" ist.

@ Tarantus

Herr Weidmann ist in erster Linie Vertreter der Bundesbank und hat deren Aufgabe zu verantworten und zu vertreten. Ob das nun im Interesse unserer Rettungsakrobaten steht, ist eine ganz andere Sache.
Und, der Markt wird solange nicht wieder richtig funktionieren, bis dass nicht die eigentlichen Ursachen der Zockerkrise angegangen und behoben sind.
Ewige Systemdokterei bringt uns nicht weiter.

Daß es für den Staat höchst

Daß es für den Staat höchst nachteilig ist die Herrschaft über sein Geldwesen an das Ausland zu verlieren sollte an sich klar sein, da das Geld unverzichtbar für das Wirtschaftsleben ist und durch dessen Wertverfall nicht nur selbiges in schlimme Wirren geraten kann, sondern auch die Ersparnisse verloren gehen. Freilich, dies ist mehr eine Folge des unseligen Papier- und Buchgeldes wie des Spielgeldes Euro selbst, da dieses als Gold-, Silber- oder Kupferwährend vielleicht sogar bestand gehabt hätte.
Das Gelddrucken findet nun durch die Spielgeldeurozentralbank EZB statt, bei der die Inflationsdelinquenten die Mehrheit haben und dagegen kann Deutschland wenig tun, weil die hier herrschenden Parteiengecken eben nicht gewillt sind das Spielgeld Euro wieder abzuschaffen und die deutsche Mark wieder einzuführen. Die Sophistereien helfen hier nichts: Das Verleihen neuen Geldes an die Banken und der Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB sind nichts anderes wie eine Geldentwertung.

FÜR oder GEGEN

Mich würde mehr interessieren, welche INNOVATIVEN Lösungen Weidmann FÜR die aktuellen Krisen hat und nicht, GEGEN was er ist. Aber dazu erfährt man leider nichts.

Die TRADITIONELLEN Rezepte, die Weidmann vertritt, haben jedenfalls die aktuellen Krisen eher verschärft, während durch Draghis und Assmussens bloße Ankündigung einer EZB-Intervention die Renditen Italiens und Spaniens gesunken sind - ohne zusätzliche Haftung Deutschlands!

Das scheint auch Merkel mittlerweile einzusehen, denn ihre Unterstützung für Weidmann fiel recht zurückhaltend aus. Leider äußerte sie sich aber auch hier (noch) nicht deutlich ...

7:53 — DeHahn - Nun mal langsam

Schon wieder ein Thema, von dem die FDP meint, dass sie damit für die Wahl punktet
Ordungspolitik ist auch ein nachsclagenswerter Begriff. Hätte man GR und einige Banken Pleite gehen lassen, so wären viele Probleme schon gelöst. Das war FDP Vorschlag und zwar vor 2 Jahren schon.

"nun wollen wir uns gegen ganz Europa stellen"
Nein, wir wollen das richtige tun und auch Verträge beachten!

obwohl wir doch nichts anderes machen wollen, als was Amerika macht
Aha, die Amis haben immer Recht?

Denn wenn es sich lohnt, in Amerika für Lau Geld zu leihen und damit europäische Staatsschulden zu satten Zinsen zu kaufen"
Wenn nur die Amis Geld drucken und wir nicht, wird der USD gg € fallen und €kratische Staatsanleihen werden für sie teurer. Seit wir aber auch munter inflationieren, nähert sich (oh Wunder) unsere Scheinwährung dem Ami-Papiergeld wieder an.

7:53 — DeHahn - Politische Effekt der Inflation

Aus Wikipedia:

Die Inflation .. der frühen Jahre der Weimarer Republik hat die erste deutsche Republik in den Augen vieler diskreditiert. Teile der gesellschaftlichen Mitte, das kleine und mittlere Bürgertum, fühlten sich von der Weimarer Republik betrogen. Wachsende Teile der Arbeiterschaft vermochten in diesem Staat nichts Verteidigenswertes mehr zu erblicken, insbesondere, da mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 ihre soziale Lage wieder wie 1923 katastrophal wurde. Politische Extremisten erhielten verstärkt Zulauf.

Der Rest ist Geschichte.

Das Gefühl von "unserer" Parteiendiktatur zu Gunsten des Großkapitals (im Sinne von Superreichen Eigentümern von Produktionsmitteln, Grund, Gold, Kunst, etc), das Inflation am ehesten übersteht, betrogen, (bescheidene Renten und Ersparnisse) zu werden ist zu Recht schon weit verbreitet.

Hauptsache,

die Deutsche Bundes - Bank -ist- politisch -unabhängig-. Ansonsten könnten wir Millionen an DBBK-Gehältern einsparen bzw. Politikergehälter plus Zulagen.

Merkels und Schäubles doppeltes Spiel

Einerseits den Bundesbankpräsidenten scheinbar zu stützen und ihm an anderen Stellen mit der "euro-Rettung" in den Rücken zu fallen. Kein Wunder , daß da schon einige vor ihm den Job hingeschmissen haben.

Langsam wir die Personaldecke dünn. Deswegen hat man ihn noch einmal zum ausharren verdonnert.

Fehlt nur noch, dass Assmussen seinen Job übernimmt.

Dann sollte man bald als Warnschuß extreme Parteien wählen. Später werden sie es sowieso.

9:24 — catou

Herr Rössler sollte aufzeigen was für Wege aus der Krise den Steuerzahler am wenigsten kosten, an Stelle von eigenständigen Überlegungen die unter der Prämisse die Koalition zu erhalten nicht ausgeführt werden. Populismus hat viele Gesichter

Volle Zustimmung. Rösler muss liefern. Z.B. dadurch dass er via Regierung Druck auf die EZB ausübt keine Staatsanleihen mehr zu kaufen.
Gelingt das nicht muss er die Koalition platzen lassen.

Geht es so weiter wie bisher (was ich glaube) so ist er nur ein übler Populist.

@Trecker: Strenge Bedingungen der EZB

Das Brechen der Mastricht- Verträge blieb für die Länder ohne direkte Folgen. Deshalb war dieser Vertrag auch nichts wert.
Bei Nichteinhaltung der Bedingungen für den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB würden die Krisenländer die Unterstützung sofort verlieren und müssten mit den Folgen klarkommen. Dies ist also eine andere Situation.

Dadurch daß Draghi sich mit der EZB hinter die Rettungsschirmpolitik stellt erhält die Eurozone mehr Glaubwürdigkeit. Dies bewirkt mehr Engagement privater Investoren und weniger Haftung der Steuerzahler.

@9:38 — Tarantus

kann die Haftungssummen für die Geberländer in die Höhe treiben
Was treibt Haftungssummen?
-Rettungspakete
-ESFS
-ESM
-Anleihekäufe
Ergo, alles Dinge die Weidmann nie wollte. Das Gegenteil Ihrer Aussage ist wahr.

Ihm geht es nicht um eine effektive Stabilisierung der Eurozone sondern nur ums Prinzip
Können Sie in seinen Kopf schauen? Bisher war noch immer die Bundesbank DER Stabilitätsanker, im Gegensatz zu den Inflationsbanken der Weichgeldländer.

Entgegen Weidmanns Unterstellungen will Draghi keine beliebige Staatsfinanzierung durch die EZB
Nicht der Wille, die Taten zählen. Draghi finanziert vertragsbrüchig via Druckerpresse Staaten und bürdet andere durch die Kalte Küche die Lasten auf. Hätte er Rückgrat oder Gewissen, müsste er das nicht tun.

Inflationstendenzen gibt es nicht. Mittelfristig droht eher Deflation
Das weiß wahrlich niemand. Der eine "Wissenschaftler" sagt hü, der andere hott.

@odoaker: Für wen ist Weidmann?

Die Frage beantwortet sich von selbst, wenn man sich anschaut, welchen Auftrag er hat. Er soll keine Krisen lösen, sondern den Geldwert stabil halten. Und das macht er mit Konsequenz richtig.

Abgesehen davon ist das ständige "Drucken" von Geld keine Lösung der Probleme. Geld ist in Unmengen da. Wenn es aber ständig aus den Südländern raus "wandert", dann wird es durch Produktion immer neuen Geldes nicht auf einmal dort bleiben. Um Investitionen anzuziehen, müssen ökonomisch attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Aber was passiert mit dem vielen Geld das übrig ist, das man nicht mehr in die Wirtschaft "stecken" will? Damit wird spekuliert, Geld-Kasino. Brauchen wir das wirklich? Nein. Am Ende hat jede Statistik gezeigt, dass sich Werte langfristig nur an öknomisch realen Größen orientieren. Alles andere verunsichert nämlich wirklich die Märkte und sollte beschränkt werden.

@Tarantus: Glaubwürdigkeit

"Dadurch daß Draghi sich mit der EZB hinter die Rettungsschirmpolitik stellt erhält die Eurozone mehr Glaubwürdigkeit."

Das sind letzten Endes (leider eher hohle) politische Phrasen, um "Märkte zu beruhigen". Die "Märkte" sind aber nicht so dumm, sich vorführen zu lassen. Und ökonomische Gesetze lassen sich nicht politisch wegschwatzen. Wenn Draghi "liefern" muss und wirklich Anleihen aufkauft, wird Geld produziert, mit allen Folgen, die dabei entstehen. Dass das Geld aber in den Südländern bleibt, dafür gibt es keine Garantie. Im Gegenteil. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es schnell wieder abwandert und sichere Häfen sucht.

Wenn wirklich Investitionen erfolgen sollen, müssen ökonomisch attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden, das können niedrige Steuern, gutes Personal, geringe Stückkosten oder eine attraktive Infrastruktur sein. Geld drucken allein, lockt keine Investoren an.

11:13 — Trecker - Zusatz

Aber was passiert mit dem vielen Geld das übrig ist, das man nicht mehr in die Wirtschaft "stecken" will? Damit wird spekuliert, Geld-Kasino. Brauchen wir das wirklich? Nein. Am Ende hat jede Statistik gezeigt, dass sich Werte langfristig nur an öknomisch realen Größen orientieren. Alles andere verunsichert nämlich wirklich die Märkte und sollte beschränkt werden.

Draghi zielte ja z.B. mit seiner dicken Bertha darauf ab, dass Unternehmen wieder besser an Kredite kommen. Aber weder die Bertha (die verlor übrigens schon einmal einen Krieg) noch die an das Großkapital von uns Steuerzahlern zurückgezahlten Staatsanleihen fanden ihren Weg dorthin.
Es wird in der Tat damit spekuliert; und zwar relativ risikolos, auf Nahrungsmittel und Rohstoffe.

In 10 Jahren werden wir vielleicht feststellen müssen:
€-Rettung killed!

@11:12- HartaberWahr

Wenn Sie gegen die Rettungsschirmpolitik sind dann müssten Sie entweder für Eurobonds oder den Zerfall der Eurozone mit Billionenschäden für die Realwirtschaft sein. Den Zerfall kann eigentlich niemand ernsthaft wollen. Eurobonds ohne Reformzwang lösen die Probleme nicht.
Wenn man bereit ist der Argumentation Draghis zu folgen dann sind die Anleihenkäufe durch das Mandat der EZB abgedeckt und somit rechtens.

Am Ende Zählt nur der Erfolg. Deshalb ist Weidmann mit seiner Krämerhaften Einstellung fehl am Platz.

@Trecker - 3. September 2012 - 11:13

Sie schreiben:
"Weidmann soll keine Krisen lösen, sondern den Geldwert stabil halten".

Na prima, dann schauen wir mal, was stabiler Geldwert nützt, wenn die aktuellen Krisen dank dieser Prinzipientreue weiter gehen und zum Schluss Deutschlands Haftung eintritt.
Eindimensionale Fixierungen z.B. auf den Geldwert lenken nur vom Kern des Problems ab.

Weiter schreiben Sie :
"Abgesehen davon ist das ständige "Drucken" von Geld keine Lösung der Probleme. Geld ist in Unmengen da."

Ja, warum denn? Weil die Banken es dank mangelnder Regulierung schöpfen können und daran verdienen. Und dazu schweigen Merkel, Rösler und Weidmann auch.

@11:28- Trecker

Wenn Draghi liefern muß nimmt er Papiere vom Markt, die dieser zu akzeptablen Bedingungen nicht haben will. Wir haben ja nicht das Problem, daß zu viel Geld in die Realwirtschaft fließt. Im Gegenteil. Gelder werden abgezogen und geparkt. Deshalb ist Inflation auch kein Thema.

Wenn wirklich Investitionen erfolgen sollen, müssen ökonomisch attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden, das können niedrige Steuern, gutes Personal, geringe Stückkosten oder eine attraktive Infrastruktur sein. Geld drucken allein, lockt keine Investoren an.

Genau das ist das Ziel der Rettungssschirmpolitik und der Anleihenaufkäufe der EZB.
Es wird Zeit gekauft um wirtschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen für nachhaltige Investitionen und Wachstum.

@ Tarantus

Wie lange wollen wir uns noch von den Spekulanten gängeln und erpressen lassen? Natürlich kann man mit sehr viel Geld etwas erreichen und Vorstehende ein wenig beeindrucken. Was dann nach einer Stabilisierung der Eurozone aussieht, ist leider nur ein kurzfristiger Trugschluss. Die Billionen-Schulden werden dadurch nicht weniger, sondern mehr. Die Reichen in den Wackelländern bringen ihr Vermögen ins Ausland und investieren es nicht im eigenen Land. Was soll das bringen? Gut, die Zinsen sind zwar nicht so hoch, aber mit den riesigen Geldmengen werden keine Arbeitsplätze geschaffen, sondern, es wird nur spekuliert, was im Endeffekt die Energie,- Rohstoff- u. Lebensmittelpreise explodieren lässt.
Folglich schaden die Staatsanleihenkäufe der EZB mehr als sie nützen.

Falsche Richtung der Diskussion

Die Diskussion bewegt sich in die falsche Richtung. Es wird auf Lösungen und Erfolge in Richtung "Gelddruckerei" hingewiesen, aber wieder verdrängt, was die wirklichen Gründe der Krise sind. Es ist nicht fehlendes Geld und es sind im Grunde auch nicht die Schulden. Es hat etwas mit unterschiedlichen Zinsen, unterschiedlichen Inflationen und unterschiedlichen Lohnstückkosten von Ländern unter der gleichen Währung zu tun. Dadurch entstehen unterschiedlich interessante Investitionsmöglichkeiten und Geld wandert ab.

Ich empfehle den Vortrag (u.a. auch auf Youtube), um die Details besser zu verstehen:
Wege aus der Euro-Krise - Prof. Dr. H. Flassbeck

Ein zusätzlicher Grund ist natürlich der ungebremste Investmentboom.

Für mein Dafürhalten ist zuviel billiges Geld im Umlauf.

Das kann die Probleme nicht lösen. Das Schaffen von Geld aus dem Nichts muss aufhören.
Die EZB hat schon genügend wertlose Staatsanleihen aufgekauft. Was hat das gebracht? Nichts, alles nur kurze Strohfeuer.
So langsam müssen langfristige Lösungn her. Die Staatsschulden aller steigen ins Unermessliche und damit Deutschlands Haftung.

@Trecker - 3. September 2012 - 12:19

Es ist leider alles sehr komplex. Dennoch gibt es bei der Bewältigung der aktuellen Krisen Haupt-Handlungsfelder:

- Das Misstrauen der Spekulanten, das Zinsen ins Unbezahlbare steigen lässt
- Das nicht mehr auf allgemeinen, sondern auf klientelorientierten Nutzen ausgerichtete Geldausgeben von Regierungen.

Beide Handlungsfelder sollen mit Draghis Vorschlag in einer ersten Annäherung angegangen werden.

Und das ist besser als alle bisherigen, nachgewiesenermaßen unzulänglichen Ansätze.

@ Trecker

Ich stimme sehr oft mit Ihnen überein, doch was das Schuldenproblem angeht, sehe ich es anders. Gerade die Schuldenfalle ist es, welche Staaten mit hohen Zinsen erpressbar macht. Deshalb muss gespart und das Wohlstandsniveau gesenkt werden, damit es sich der jeweiligen Wirtschaft anpassen kann.
@ Tarantus
Diesen Zeitkauf, den Sie ansprechen, haben wir nun seit ca. 2 Jahren. Gebracht hat es bisher nichts, die Situation hat sich sogar noch verschlechtert.
Ist es denn begrüßenswert, wenn deutsche Unternehmen zwar in Pleiteländer mit großen Gewinnen verkaufen, ein Großteil der Arbeitnehmer mit Dumpinglöhnen abgespeist wird und am Ende der deutsche Steuerzahler auf den Gesamtkosten sitzen bleibt, weil die Waren nicht bezahlt werden. Wie sollen diese Länder jemals die Target-2-Forderungen in Höhe von ca. 800 Milliarden Euro zurückbezahlen? Wir dürfen ja schon froh sein, wenn sie ohne neue Schulden auskämen.

@odoaker: Misstrauen, Zinsen und politische Klientel

Oberflächlich gesehen haben Sie Recht, aber folgen Sie bitte ihrem eigenen Rat: Es ist alles etwas komplexer.

Wir können doch dem Markt nicht den Vorwurf machen, dass sie ganz berechtigt einen höheren Risikoaufschlag für Staatsanleihen von defizitären Staaten verlangen.

Die Lösung ist eine andere, schauen Sie bitte einfach das folgende Video:
Wege aus der Euro-Krise - Prof. Dr. H. Flassbeck

Kurzum, Inflationsziele, Stückkosten und Zinsen müssen wieder angeglichen werden, wenn man unter dem Dach der gleichen Währung fährt, sonst werden diese strukturellen Unterschiede sogar noch wachsen, die Krise verschlimmern, egal wie viel Geld die EZB "druckt".

Deutschland darf nicht nur, sondern muss Löhne jährlich steigen lassen, um den Exportüberschuss zu verringern und die Binnennachfrage zu erhöhen. Unsere Forderungen aus den Handelsbilanzüberschüssen der letzten 10 Jahre von über 1,5 Billionen € werden wir größtenteils nicht einfordern können. Soll Griechenland das mal ausgleichen? Womit?

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