Geteilte Reaktionen auf DIW-Vorschlag für Reichen-Zwangsabgabe

11. Juli 2012 - 20:19 Uhr

Eine Zwangsabgabe für Reiche zur Bewältigung der Eurokrise könne "ein Modell" sein - aber nicht für Deutschland, erklärt das Finanzministerium. Linkspartei und DGB dagegen loben den Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. HWWI-Chef Straubhaar spricht hingegen von "Populismus".

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Kommentare

Modell

Das ist nicht nur ein Modell für Italien, Deutschland und Europa, sondern für die Welt!
Denn die 400 reichsten Menschen auf der Erde besitzen zusammen soviel, wie die ärmere Hälfte der Menschheit insgesamt, ca. 3,5 Milliarden Menschen!!

Der Kapitalismus frisst die Welt auf!

sehr lustig

"Deutschland verfüge hingegen über einen "solide finanzierten Haushalt" und müsse deshalb nicht über die "klassischen Methoden" der Steuererhebung hinausgehen."

das der sich nicht schämt, den reportern einen solchen satz ins mikrofon zu diktieren, an einem tag, wo bekannt wird, welche summen an schwarzgeld deutsche steuerbetrüger am deutschen fiskus vorbei in die schweiz transferiert haben, um dort bei dubiosen geschäften ihr säckel noch dicker werden zu lassen.
bevor man mit fingern auf griechen und italiener zeigt, sollte man sich an die eigene nase fassen.

Staatsschulden sind die Schulden aller, nicht des Staates

Wenn man bedenkt, dass der Staat letztendlich nicht eine ominoese Institution ist, sondern aus der Gesamtheit seiner Buerger besteht, ist es gar nicht so absurd, dass besonders reiche Buerger ihren Beitrag fuer den Abbau der Schulden der Allgemeinheit leisten koennten.

Aber war ja abzusehen, dass hier gleich der vorauseilende Gehorsam kommt und eine viel groessere Menge Menschen dagegen ist als ueberhaupt betroffen. Wenn es diese Solidaritaet doch nur fuer alle Bevoelkerungsgruppen gaebe.
Den Vorschlag als "Griff in die rote Mottenkiste" zu diffamieren, finde ich nicht okay. Wir brauchen einen breiten Diskurs ueber echte Loesungen fuer unsere Probleme. Wie waers mit ner Ethikkomission dazu?

Cooler Vorschlag ...

... nur sind die 'reichsten Menschen' allsamt grosse persönliche Risiken eingegangen, bis es letztendlich dazu gekommen ist.

Was ist mit denen, die auf dem Weg dahin gescheitert sind - bekommen die dann nachträglich einen Teil ihrer Verluste vom Staat ersetzt?

Man, man, man ...

In jeder Hinsicht Unsinn...

10% des Vermögens von Privatpersonen einsammeln? Ein sehr kleptokratisches Prinzip. Ich glaube auch nicht, dass das ohne Wirkung auf die Wirtschaft bleibt. Reiche werden aus Deutschland flüchten und selbst diejenigen, die in Deutschland bleiben werden Personal in ihren Unternehmen abbauen müssen um ihr Risiko zu verringern.

Zwangsanleihen? Im Prinzip dasselbe Problem. Doch: Zur Zeit sind deutsche Anleihen so zinsschwach, dass man sich nicht vorstellen kann, dass Deutschland damit Geld spart. Und es ergibt sich wieder das Problem, dass man massiv in Portfolios eingreift, was Kostensenkungen auf Seite der Privatunternehmer zur Folge haben muss.

Schuldgeld

Endlich kommen wir der Sache näher. Wir schöpfen unser Geld nunmal durch Kreditvergabe, entsprechend können Schulden auch nur durch die Vernichtung von Guthaben getilgt werden. Das weiß selbst Wikipedia. Guthaben können nunmal nur da neutralisiert werden wo sie vorhanden sind... Das hat nichts mit Sozialneid oder Ideologie zu tun, das ist eine mathematische Notwenigkeit wenn man das System vor dem Kollaps bewahren will. In der Eu gibt es ca. 5 mal so viel privates Finanzkapital wie Staatsschulden... Das haben mittlerweile sehr viele kapiert nur bei unseren Politikern dauerts noch ne Weile... Die hauen mit ihrem wirtschaftsliberalen, ideologischen Tunnelblick lieber mit der Sozialismus Keule um sich. Dümmlich... Wenn man keine Ahnung hat sollte man sich entweder ernsthaft mit den Problemen beschäftigen oder die Klappe halten.

natürlich Populismus

Sobald es ans "eingemachte" geht ertönt der Unkenruf "Populismus".
Wer die Finanz- Blasen herbeigeführt hat, sollte dafür auch blechen-punkt um!
Die ganzen Krisengewinnler sollten saftige Steuernachzahlungen erhalten, und die Billionen an Steuergeldern müssen zu ordentlichen Zinsen zurückgezahlt werden.
Good Night and good luck

Ja richtig...

"Vergessen werde dabei, dass private Vermögen hierzulande dazu verwendet würden, die Wirtschaft am Laufen zu halten."

Man müsste nur noch eine kleiner Ergänzung machen:

Vergessen werde dabei, dass private Vermögen hierzulande dazu verwendet würden, die FINANZwirtschaft am Laufen zu halten.

@ 20:51 — Gagamello


"Kann es sein, das die Politik ... den schwarzen Peter jetzt den Menschen zuschieben möchten, die etwas umsichtiger und disziplinierter durchs Leben gegangen sind als andere?"

Die wenigsten Reichen sind arm auf die Welt gekommen; die größte Leitung besteht meistens darin zu erben.

"Wenn jemand aufgrund seiner Kenntnisse und seiner Leistungsbereitschaft zu einem Vermögen gekommen ist und sein Einkommen vorher korekt versteuert hat, warum soll er dann für die Unfähigkeit der Politik oder der Fehlerhaftigkeit des Systems eine Mehrbelastung akzeptieren? Oder gar sein Vermögen verschenken?"

Reichtum aus eigener Leitung und ohne Betrug oder Steuerhinterziehung; dürfte ein verschwindend geringer Prozentsatz sein.

"Wenn das System von diesen Menschen Geld will, dann bitte auf freiwilliger Basis!"

Gute Idee, aber bitte auch Lohnsteuer nur auf freiwilliger Basis.

Falscher Denkansatz

Wir brauchen nur eine neue Steuergesetzgebung mit wenigen Ausnahmen und Schlupflöchern, dann kann jeder so viel verdienen wie er will, aber er zahlt auch dementsprechend Steuern. Eine Zwangsabgabe für Reiche hilft nur einmal. Bei der Gier und Verschwendungssucht unserer momentanen Poltik wäre eine Zwangsabgabe schnell verraucht, lieber kleine Schritte.

Lieber Commentator

Gegenfrage.

Mit welchem Recht bestiehlt man den braven Bürger???

Staatskrise fordert ungewöhnliche Maßnahmen

Gefragt sind da natürlich auch diejenigen, die am Leistungsfähigsten sind und von unserem System am Meisten profitiert haben.

Wenn sie überleben und ihr Vermögen behalten wollen, müssen sie etwas beitragen. Es wird ihnen nicht einmal etwas weggenommen, sondern es ist lediglich ein vorübergehender Beitrag.

Es ist kein Opfer, weil nur diejenigen etwas leihen müssen, die das Geld ohnehin, jedenfalls momentan nicht, brauchen.

Wer nichts mehr hat, kann nichts mehr geben. Diese Personengruppe fällt also für Rettungsbeiträge aus.

Wer nichts mehr zu verlieren hat, neigt in einer extremen Situation am Existenzminimum auch eher zu einem Verhalten, das für diejenigen, die noch etwas haben, riskant sein kann.

Wenn der Staat zusammenbricht, ist auch das Vermögen der Superreichen gefährdet.

Ein vorübergehendes Darlehen an den Staat durch diese Personengruppe dürfte daher eine Art äußerst preiswerte Versicherung sein.

Schlaue Koepfe im DIW

Das ist ein fantastischer Vorschlag. Wozu braucht man auch Leistungstraeger und Fachkraefte? Heute schon wandern Scharen von Fachkraeften aus, wegen der mikrigen Gehaelter in Deutschland. Da muss man sicher machen, dass auch der Rest abhaut. @TechStefan

Populismus und Propaganda

Gegen so eine Steuer spricht im Grundsatz nichts. Dennoch ist dieser Vorschlag des SPD-nahen DIW reiner Populismus. Einzig dazu gedacht, der SPD "Stimmvieh" zuzutreiben. Die einzigen, die diesen Vorschlag glaubwürdig vertreten, sind die Linken, und mit denen wird die jetztige SPD niemals eine Koalition eingehen.
Wir haben es doch vor gut zehn Jahren alle erlebt. Mit (halb)linken Parolen ist RotGrün an die Regierung gekommen, dann ist der einzige, dem eine Reichensteuer zuzutrauen gewesen wäre, Lafontaine, aus dieser Regierung gedrängt worden, und flugs wurde die Steuer für die Höchstverdiener um 11(!)% gesenkt. Nicht erhöht - g e s e n k t ! Herr Steinmeier gehörte zu dieser Regierung.
Gabriel bekämpfte im Wahlkampf 2005 die CDU mit der Parole "Merkelsteuer - das wird teuer", nachdem die CDU eine 2%-Erhöhung der Mehrwertsteuer angekündigt hatte. Er setzte dann eine 3%-Erhöhung durch und wurde Minister.
Von diesen Leuten + Steinbrück ist doch keine 10%-Abgabe für Reiche zu erwarten.

Mit Arbeit...

... kann man wohlhabend werden, nicht wirklich reich.

Sofern der eigentliche marktwirtschaftliche Gedanke der Haftung für das eigene Unternehmen tatsächlich gilt, besteht ja auch das Risiko, wirtschaftliche Turbulenzen mit dem Verlust dieses Wohlstands ausgleichen zu müssen. Da bin ich nicht wirklich neidisch.
Der Wohlstand wird aber _auch_ ab einer gewissen Größe durch a) die Leistung der Arbeiter und Angestellten und b) das ebenfalls verdiente Geld der Kunden erzielt.

Wirklich reich jedoch wird man nur durch exklusive oder zusätzliche Kapitalanlage mit relativ hohen Renditen. Dabei ist zu bedenken, dass die dadurch erzielten Gewinne auch irgend jemandem "weggenommen" werden müssen. Geld arbeitet eben doch nicht...
Kleiner Hinweis:
"17.358 € pro Jahr, also knapp 1.500 € pro Monat, so hoch ist der durchschnittliche Gewinn der 30 DAX-Unternehmen pro Mitarbeiter nach Abzug der Steuern im Jahre 2011."
Quelle:
xxx.luegen-mit-zahlen.de

Diese "Hatz", die sich hier

Diese "Hatz", die sich hier in den letzten Jahren auf Wohlhabende und Reiche etabliert hat ist unerträglich, ignorant und blind zugleich.

Hier wird pauschal jedem Individuum mit nicht trivialem Vermögen direkt Betrug und kriminelle Aktivitäten unterstellt. Natürlich auch die Schuld and der Finanzkrise und es wird diesen Menschen auch noch jegliche Eigenleistung abgesprochen. Erbärmlich ist das.

Man sollte sich vielleicht einmal vor Augen führen, dass es die Wohlhabenden sind, die durch Einkommens-, Körperschafts-, Gewerbe-, Mehrwert-, Kapitalertragssteuer, etc. den Löwenanteil der Steuerschuld leisten und sich allein dadurch schon mehr beteiligen als viele Mitbürger über die gesamte Karriere hinweg.

Einige Mitbürger sollten begreifen, dass man nicht dorthin kommt indem man um vier den Stift zur Seite legt und nach Hause geht und dass eine Menge Verzicht dazu gehört, dass man sich in schweren Zeiten auch mal vom Mund abspart und sich privat hoch verschuldet.

@N.Digger

Na Klasse. Genau die richtige Einstellung.
Ich kenne genug Menschen, die klein angefangen haben, keine Freizeit hatten und sich eine Firma, ein kleines Vermögen aufgebaut haben.
Die haben ja alle Steuern hinterzogen, auf der faulen Haut gelegen oder sowas? Die haben sich nie um ihre Angestellten gekümmert?
Diese Menschen sind jetzt kurz vor dem Rentenalter, haben ehrlich unseren Wohlfahrtsstaat mit aufgebaut und müssen sich Ihren wohldurchdachten Kommentar durchlesen.

Warum die „Reichen“ nichts beisteuern?

Na, weil sie es gar nicht dürfen bzw. ihnen für solche Aktionen ganz dicke Knüppel in den Weg gelegt werden.
Es ist nur möglich, sich nach und nach das Geld von der Bank auszahlen zu lassen und es dann – anonym – in kleinen Briefumschlägen bedürftigen Personen zu geben. Die ganze Aktion natürlich in bar und an der EDV vorbei. Dann hat man die klare Gewissheit, daß diese Gabe wirklich das gedachte Ziel erreicht hat. Und nicht in den Fängen der „Zwischenhändler“ verschwindet.
Denn die Verwaltungsapparate der Verbände, Kassen uvm. fressen die "Spenden" schneller auf als man denken kann. Genau wie die Parlamente, deren Mitglieds-Zahlen sich ständig erhöhen und mit ihnen die große Schar der Ruhegeld-Pensionäre. Mittlerweile teilen sich die letzteren jetzt schon über 29 Milliarden Euro im Jahr untereinander auf.
Wenn man sich diese Ausgabenflut und die Selbstbedienungsmentalität unserer Politiker betrachtet, möchte man nur noch weinen.
Und dabei heißt es doch immer: wir müssen sparen.

@Flow-Texer

Sagen Sie das einmal einem Mittelständler, welcher sich in einen grossen Auftrag stürzte und dann von einem Kunden (häufig gerne aus dem öffentlichen Dienst) monatelang nicht bezahlt wird und Probleme bekommt seine Angestellten zu bezahlen. Sagen sie das einem Mittelständler, welcher expandieren möchte oder einen lukrativen Auftrag zwischenfinanzieren möchte.

Dann kommt der Gang zur Bank und wissen Sie was es dann heisst?

- Aber gerne finanzieren wir das für Ihre Firma. Selbstverständlich nehmen wir Ihr privates Haus als Sicherheit.

Sie glauben gar nicht wie viele Firmen, juristische Personen durch privates Kapital und Vermögen der Gesellschafter gestützt sind und gestützt werden müssen.

@ 21:39 — Henry the 9th

"Diese Unterstellung" [Reichtum aus eigener Leitung und ohne Betrug oder Steuerhinterziehung; dürfte ein verschwindend geringer Prozentsatz sein.] so ganz ohne Belege dürfte totaler Unfug sein."

Belege sind belanglos, denn es reicht völlig aus die Steuer bei denen zu erheben, die schon reich geboren wurden. Faktisch lässt sich das durch eine Anhebung der Erbschaftssteuer zielgenau umsetzen. Wer dann wirklich durch eigene Leistung ehrlich reich wird, dem sei's gegönnt.

Baron

Gut geschrieben, sie treffen den Nagel auf dem Kopf.

So sieht es nämlich wirklich aus.

Grundrechte

Was ist mit so etwas wie Eigentumsrechte? Der Staat darf seine Bürger nicht einfach Enteignen.

Das wird nicht helfen !

1. Alles Geld was wir haben, wurde von den Banken und Notenbanken geschaffen und gegen Zins verliehen. Sicher, wir erschaffen Werte durch Arbeit. Aber das Geld dafür ist von den Banken und Notenbanken hergestellt und gegen Zinsen verliehen! Verstanden?
2. Das Geld um die Zinsen zu bezahlen, das können nur die Banken herstellen. Diese leihen uns das Geld zum Zinsen bezahlen, gegen Zinsen. So müssen die Schulden immer weiter wachsen. Verstanden?
3. Würde man all das Geld, dass uns die Notenbanken und Banken uns für unseren Wirtschaftskreislauf gegen Zinsen geliehen haben, zurückzahlen... Dann wäre kein Geld mehr im Umlauf! Verstanden?
4. Und selbst dann wäre die Zinsforderung noch offen. Verstanden?
Schach Matt.

Durch Arbeit....

ist noch keiner Reich geworden....
ich kenne genug Leute die eine 60 Stunden Woche haben und trotzdem weniger verdienen als die die von Beruf Sohn oder Tochter sind.
Also die Krise ist aus Gier und Geiz ist Geil Mentalität geboren worden...
ich kann nur sagen: Geld wird bald ganz abgeschafft- denn viele haben jetzt schon keins mehr.

Schrecklich, wie der Sozialneid geschürt wird!

Seit vierzig Jahren verschuldet sich dieser Staat mehr und mehr.

Wie auch der Spiegel online berichtet, in der Masse deshalb, weil kontinuierlich mehr ausgeben wird als eingenommen, und die meisten Ausgaben fallen im Sozialsektor an.

Heute werden Renten- und Sozialversicherungen mit Unsummen bezuschusst, Geld, das die Beitragszahler und nicht die Steuerzahler aufbringen müssten.

Es wird Zeit die Empfänger dieser Sozialtransfers auch an den Kosten zu beteiligen, und dies gelingt nur, wenn jeder, restlos jeder, seinen Beitrag leistet, also auch diejenigen, die sich längst aus der Finanzierung des Gemeinwesens über Einkommenssteuern verabschiedet haben.

Man könnte eine Steuer einführen, die alle, restlos, gleichermaßen trifft, und die ggf. teilweise mit der Einkommensteuer verrechnet wird, sofern diese gezahlt wird.

Dann käme auch genügend Geld zusammen zum Abtragen der Schulden, und vor allem wären die Menschen motiviert, Geldverschwendung durch Politiker zukünftig zu verhindern!

Im übrigen ist diese

Im übrigen ist diese Diskussion scheinheilig. Es ist ja nicht so, als ob Reiche keine Steuern zahlen und es ist auch nicht unnatürlich so viel wie möglich für sich selbst zu wollen. In welchem Verhältnis auch immer.

All diejenigen, die jetzt mit dem Finger zeigen möchte ich einmal mit signifikantem Vermögen sehen und ob diese nicht versuchen würden mit legalen Mitteln Steuern zu sparen und Zinsen zu maximieren. Natürlich lässt es sich ohne oben genanntes Vermögen einfach das Gegenteil behaupten.

Hat niemand von Ihnen einmal den Fliesenleger oder die Möbelpacker gefragt "es einfach mal ohne Rechnung zu machen" oder ist auf ein solches Angebot eingegangen?

Hat niemand verschiedene Sparanlagen vergleichen um auf "sichere" Weise das meiste aus der Anlage rauszuholen? (Wobei wir wieder bei der Schuld an der Finanzkrise wären)

In welchem Volumen das ganze passiert ist dabei vollkommen irrelevant. Die Bereitschaft ist da und jeder fängt einmal klein an. ;-)

So ein ungerechter Schwachsinn

Ich habe mein Leben lang gespart, um im Alter Rücklagen und Sicherheit zu haben. Jetzt soll ich plötzlich "reich" sein und enteignet werden. In diesem Land wird man doch noch bestraft, wenn man vernünftig lebt.

mit 20 Mio geht es mir viel besser als "nur" mit 10 Mio

Mal eine Frage , wenn ich 20 Mio habe und mit dem Geld es vermehre auf meinetwegen 40 Mio , geht es mir dann noch besser ? Wenn ich plötzlich 100 Mio habe , geht es mir dann wieder besser als vorher ?
Übrigens wenn ich mit Geld noch mehr Geld mache ohne einen Gegenwert durch Arbeit etwas herzustellen , dann stimmt doch etwas nicht in unserem System !!

Erstaunlich, mit was für platten populistischen Vorschlägen

... man hier sogleich eine Neiddebatte entfachen kann. Ich bin mir sicher, daß hier Wahlwerbung betrieben werden soll. All die, die Ihre Mitbürger gerne aus "Solidarität mit Europa" enteignen wollen, sollten mal tief Luft holen, und überlegen warum es Deutschland noch wirtschaftlich gut geht. Und warum die Südländer, die jedes Jahr fette Lohnerhöhungen hatten ("Das stärkt doch die Kaufkraft") jetzt so schlecht dastehen.

Weil das ganze Neidgerede Stuß ist, und von Politikern ablenken soll, die jedes Jahr mehr und mehr Geld zum verteilen brauchen, damit sie wiedergewählt werden.

Man wird eben nur durch Sparsamkeit und Ausdauer reich. Und nicht durchs Handaufhalten, damit der Staat was reinwirft. Irgendwann geht das nämlich schief.

Wenn in einem Land die Staats-Abhängigen überhand nehmen, dann geht das Land sehr schnell zugrunde, da dies ja auch Wähler sind. Griechenland ist schon umgekippt wie ein stehendes Gewässer. Deutschland ist im moment gerade noch so auf der Kippe.

Vorschlag ist nicht neu, aber richtig

Die Linke fordert schon seit Jahren eine angemessene Vermoegensabgabe und hat dies so auch in ihr neues Parteiprogramm geschrieben. 

Sie hat auch dazu vorgerechnet, dass unser Schuldenproblem komplett geloest waere. Das ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass die Summe aller Neuschulden der letzten 20 Jahre ziemlich identisch ist mit der Hoehe des durch Steuerhinterziehung und Steuertricks zusammengerafften Vemoegens der Superreichen in Deutschland.

Bekanntlich haben die Politiker aller anderen Parteien solch eine Forderung der Linken bisher als marktfeindlich zurueck gewiesen. Erstaunlich ist, dass die Positionen der Linken sich zunehmend als die einzig realistischen erweisen.

Einmalige Zahlung bringt nichts

Eine einmalige Zahlung bringt nichts. Eine etwas "skandinavischere" Steuerpolitik wäre wirksamer. Anscheinend können die Reichen in den nördlicheren Ländern ganz gut mit ihrer Steuerlast leben. Dazu müsste noch eine Steuervereinfachung kommen. Das ginge, wenn die Leute begreifen könnten, dass Sie dabei trotz weniger Gerechtigkeit sie insgesamt weniger belastet werden. Noch ein bisschen weniger Gerechtigkeit, aber auch geringere Steuererhebungskosten und auch weniger brächte eine nicht zu niedrige Einheitssteuer (als Quellensteuer realisiert) mit einem guten Freibetrag. Damit bliebe das Prinzip der progressiven Besteuerung erhalten. Und Sozialhilfe ließe sich viel einfacher realisieren.

Reich sollte reichend sein bzw. ausreichend.

Bekannt ist, daß beinahe die Hälfte aller Groß-Vermögen per Verzinseszinsung "erwirtschaftet" wird.

Und bekannt ist auch, daß sich die Erben solcher immensen Vermögenswerte nie mit Zukunfssorgen befassen.
Um diese Vermögen handelt es hier vorwiegend.

Wenn ich dagegen die Dank EDV Arbeitslosen und die verarmten Kinder und Jugendlichen sehe finde ich, daß das Leben richtig unfair ist.

zum nachdenken

für alle die über den populistischen Sommerlochfüller jubeln:

Bitte stellen Sie sich vor, dass Sie von Ihrem Vermögen, sprich Haushaltseinrichtung, Auto, Computer - selbst bei H4 Empfänger so um die 10 bis 20 kEuro - einen sagen wir 3% Obulus zur Deckung der Staatsschulden einmalig abtreten dürfen. Das sind dann 300 bis 600 Euro maximal - wenn Sie dann immer noch jubeln und diese Summe morgen für einen wohltätigen Zweck spenden, dann dürfen Sie auch gerne über die Sommerlochfüller vom DIW in Berlin weiterjubeln.

Viel dieser "Reichen" mit einem Vermögen grösser 250 kEuro haben wie ich vor 20+ Jahren mit Bafögschulden (ca 15 kEuro) und weniger als 200 Euro Vermögen angefangen. Sie haben mit Ehrgeiz, Leistung und Verzicht auf weitere staatliche Unterstützung tatsächlich nach Lohnsteuer, Sozialabgaben etc. das Haus, die Zusatzrentenversicherung als Vermögen zusammengespart.

Waere ich nicht schon lange ausgewandert - morgen würde ich!

@ 22:03 — BraverBürger

"Ich kenne genug Menschen, die klein angefangen haben, keine Freizeit hatten und sich eine Firma, ein kleines Vermögen aufgebaut haben.
...
Diese Menschen sind jetzt kurz vor dem Rentenalter, haben ehrlich unseren Wohlfahrtsstaat mit aufgebaut und müssen sich Ihren wohldurchdachten Kommentar durchlesen."

Sie sprechen von den Eltern, die sich ihr Vermögen durch harte Arbeit ehrlich aufgebaut haben. Ich spreche von Kindern, die das dann erben; ohne eigene Leistung.

bin dagegen

Warum wird immer wieder an den Steuern rumgespielt?

Solange etwas gut läuft, sollte man es auch dabei belassen!

Nur weil D die Steuereinnahmen für Hilfen ins Ausland verschickt, müssen nicht die Bürger hier in D dafür geopfert werden.

Daher wundere ich mich auch nicht, dass die Reichen ihr gespartes ins Ausland bringen.

Würde es auch nicht akzeptieren, wenn mein schwer verdientes Geld einfach von irgendwelchen Politikern weggenommen (wegversteuert) wird.

Habe letztens gelesen, dass die Reichen Ihre Millionen aus der Schweiz in die Türkei überweisen (oder wie das immer heisst), da D (noch) kein Auskunftsrecht in der TR hat.

@Kenner

Das ist nicht richtig, Guthaben wird nicht nur aus Kreditvergabe geschöpft. Andere Formen der Wertschöpfung dominieren bei weitem.

@ N. Digger

Belege sind belanglos, denn es reicht völlig aus die Steuer bei denen zu erheben, die schon reich geboren wurden. Faktisch lässt sich das durch eine Anhebung der Erbschaftssteuer zielgenau umsetzen. Wer dann wirklich durch eigene Leistung ehrlich reich wird, dem sei's gegönnt.

Auch diese Aussage halte ich für fragwürdig.

Es gibt Menschen, die alles was es bedeute sich auf ein solchen Niveau zu arbeiten auf sich nehmen eben damit ihre Kinder und Enkel nicht mehr von Null oder fast Null anfangen müssen und stattdessen mit dem Geld etwas neues "erschaffen" können.

Im uebrigen, ob sie nun gut oder schlecht verdienen, Fragen Sie sich einmal woher Ihr Arbeitsplatz überhaupt kommt. Was ist dem dem Ihres Nachbarn oder Ihrer Frau? Kommen diese womöglich von Menschen die reich geboren sind und dieses Vermögen nutzen um ein Unternehmen aufzubauen?

Haben Sie sich schon einmal gefragt wo Ihre Mitbürger arbeiten würden wenn man die meisten Reichen vertrieben hat?

Leistungsträger

In 2010 betrug das durchschnittliche Jahreseinkommen einer Vollzeitstelle ca. 43.500 € brutto. Solange die selbsternannten Leistungsträger in unserem Land das 10fache oder mehr als angemessen für sich betrachten, müssen sie damit leben, dass man von ihnen eine größere finanzielle Verantwortung für das Gelingen des Staatswesens verlangt. Das hat nichts mit Diebstahl zu tun, sondern setzt dem Trend, Gewinne zu personalisieren, Verluste jedoch zu vergesellschaften ein deutliches Zeichen entgegen. Wer dazu nicht bereit ist, soll meinetwegen dahin gehen, wo der Pfeffer wächst, vielleicht benötigt Madagaskar ja noch einige 10.000 deutsche Banker, die es sich dort gut gehen lassen und ein neues Finanzzentrum gründen.

warum eigentlich der Begriff

warum eigentlich der Begriff "zur Kasse bitten" ?

soll das von Anfang an den Eindruck erwecken, es handele sich lediglich um eine Neiddebatte?!

für mich sollte das heißen: "im Rahmen ihrer Möglichkeiten beteiligen" (vor "einigen" Jahren hieß das mal "Das Wirtschaftswunder" ;) )

ich denke schon, das es angebracht wäre, die "Vermögenden" im Rahmen ihrer Möglichkeiten an den Aufwendungen dieses Staates zu beteiligen - auch diejenigen, die in der Vergangenheit alle (auch die legalen) Steuerschlupflöcher und Möglichkeiten die Steuerlast zu reduzieren genutzt haben.
jeder, der diesen Staat mit seiner Infrastruktur, seiner Sicherheit etc. in Anspruch nimmt, worauf er selbstverständlich als Staatsbürger desselben einen Anspruch hat, sollte es auch als selbstverständlich erachten dazu im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen Beitrag zu leisten.

Neiddebatte

Es läuft immer auf die gleiche Neiddebatte aus. Es ist halt immer bequem doch bitte erstmal bei den anderen anfangen zu sparen. Nur nicht bei mir!
Es ist schon echt armeslig was der Staat alles unternimmt um an zusätzliches Geld zu kommen. Warum kommt keiner auf die Idee, dass vielleicht mal an der Ausgabenschraube gedreht werden muss statt immer nach neuen Einnahmen zu suchen?
Wenn der Staat morgen 230 Mrd Euro Mehreinnahmen erwartet, werden bereits heute 250 Mrd Euro zusätzlich verquast. Keiner fragt wo das Geld hinfließt. Keiner wird zur Rechenschaft gezogen wenn Milliarden in den Sand gesetzt werden. Aber diejenigen, die durch Arbeit und Fleiß zu etwas Besitz und Wohlstand gekommen sind und ihr Einkommen bereits reichlich versteuert haben sollen nun zusätzlich enteignet werden und doch bitte etwas mehr beitragen.
Und da jeder weiß, dass auch 230 Mrd Euro nicht ausreichen werden kommen dann die nächsten "Reichen" dran.

@N.Digger

"Belege sind belanglos, denn es reicht völlig aus die Steuer bei denen zu erheben, die schon reich geboren wurden. Faktisch lässt sich das durch eine Anhebung der Erbschaftssteuer zielgenau umsetzen. Wer dann wirklich durch eigene Leistung ehrlich reich wird, dem sei's gegönnt."

Dann rechnen Sie mal durch, wieviel verschwindend geringe Anteile der "Reichen" als Bargeld herumliegen. Das meiste sind Firmen und Beteiligungen. Also am Besten die Firmen liquidieren und dann 50% kassieren. Die Arbeitslosen werden es Ihnen danken und der erbende hat noch mehr liquide Mittel als vorher und vor allem Zeit sich einen lauen Lenz zu machen. Grossartige Idee....

@ 22:36 — cynic

"Es gibt Menschen, die alles was es bedeute sich auf ein solchen Niveau zu arbeiten auf sich nehmen eben damit ihre Kinder und Enkel nicht mehr von Null oder fast Null anfangen müssen und stattdessen mit dem Geld etwas neues "erschaffen" können."

Wir diskutieren hier nicht über "Null", sondern über Millionen.

"Im uebrigen, ob sie nun gut oder schlecht verdienen, Fragen Sie sich einmal woher Ihr Arbeitsplatz überhaupt kommt."

Meine Arbeit kommt daher, dass jemand meine Leistung benötigt (Nachfrage).

@wertis

"Mal eine Frage , wenn ich 20 Mio habe und mit dem Geld es vermehre auf meinetwegen 40 Mio , geht es mir dann noch besser ? Wenn ich plötzlich 100 Mio habe , geht es mir dann wieder besser als vorher ?"

Ja natürlich ginge es mir besser, wesentlich sogar.

Im ersten Fall habe ich eine Firma aufgebaut mit ca. 50 Mitarbeitern, die alle gut von dem Geschäft leben können. Dank richtiger strategischer Entscheidungen und Investitionen der Gewinne in die Firma wachse ich in 10 Jahren auf 100 Mitarbeiter und habe inzwischen einen Firmenwert 40 Mio. Ich konnte dafür sorgen dass nicht nur 50, sondern inzwischen sogar 100 Familien neben mir gut von den Früchten meiner Arbeit leben können.

Muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich vor 10 Jahren nicht alle auf die Strasse gesetzt habe, das Firmenvermögen liquidiert, die Patente verkauft und mir ein prima Leben in der Karibik gemacht habe?

@denke

"Bekannt ist, daß beinahe die Hälfte aller Groß-Vermögen per Verzinseszinsung "erwirtschaftet" wird."

Achja, können Sie mir die Bank nennen? Seit jeher gibt es kaum Zinsen oberhalb der Inflation. Zinseszins hilft allenfalls um Vermögen nicht schrumpfen zu lassen- zumal auch noch 25% der Zinsen als Steuern abgedrückt werden müssen.

@ 22:53 — Skywalker

Bezüglich Erbschaftssteuer:
"Dann rechnen Sie mal durch, wieviel verschwindend geringe Anteile der "Reichen" als Bargeld herumliegen. Das meiste sind Firmen und Beteiligungen. Also am Besten die Firmen liquidieren und dann 50% kassieren. Die Arbeitslosen werden es Ihnen danken und der erbende hat noch mehr liquide Mittel als vorher und vor allem Zeit sich einen lauen Lenz zu machen. Grossartige Idee....

Das Firmen verkauft werden ist an der Tagesordnung. Nur weil der Erbe nicht mehr der Besitzer ist, muss keine Firma liquidiert werden.

@Lüchinger

"In 2010 betrug das durchschnittliche Jahreseinkommen einer Vollzeitstelle ca. 43.500 € brutto. Solange die selbsternannten Leistungsträger in unserem Land das 10fache oder mehr als angemessen für sich betrachten, müssen sie damit leben, dass man von ihnen eine größere finanzielle Verantwortung für das Gelingen des Staatswesens verlangt. "

Die grössere Verantwortung gibt es doch bereits, nennt sich Steuerprogression und Reichensteuer. Was können die Reichen denn dafür, dass der Staat es in seiner grenzenlosen Ungerechtigkeit nicht geschafft hat die Steuertabellen gleitend anzupassen, so dass der Durchschnittsverdiener inzwischen nicht bereits kurz vor Spitzensteuersatz liegt? Und den Reichen darf man nicht wesentlich mehr nehmen- das wäre Enteignung und wurde vom Verfassungsgericht klar begrenzt!

Man liest hier viel von

Man liest hier viel von Fleiß, aber in den seltensten fällen ergibt sich großer Reichtum aus Fleiß, vielmehr aus Erbschaft und Vitamin B. Es gibt schön längst wieder einen (Geld)Adel, der nicht mehr arbeiten muss und sich vom Rest des Volkes bedienen lässt, in Deutschland wie in den kriesenstaaten. Dort mal etwas abzuschöpfen ist sicher zum Wohle der gesamtgesellschaft. Aber das wird nicht passieren. Lieber nimmt man es über die einkommensteuer von den wirklich fleißigen.

@ 11. Juli 2012 - 23:07 — wdo

"Erst die Milliardäre, dann die Millionäre, dann der schlichte "Häusle"-Besitzer, dann der Rest."

Andersrum wurde der Schuh gemacht. Sonst wäre es nicht so weit gekommen...

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