Euro-Symbol vor spanischer Flagge

Ihre Meinung zu Bräuninger: "Spanien-Krise dauert mindestens noch fünf Jahre"

Die Banken sind nicht das einzige Problem Spaniens. Parallel zum Finanzsektor, der durch den Euro-Rettungsschirm gestützt wird, müsse das Land den Arbeitsmarkt reformieren, fordert Volkswirt Michael Bräuninger im tagesschau.de-Interview. Spanien werde die Krise frühestens in fünf Jahren überwinden.

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16 Kommentare

Kommentare

Gast
Exponentialrechnung!?

Lernen die ganzen VWL-Profis in ihrem Studium etwas über Exponentialrechnung? Wenn Zins (+ Zinseszins im Härtefall) größer als das Wachstum und Inflation ist, führt es zwangsläufig in die Schuldenfalle.
Es ist kein Zufall, dass es immer wieder zu Pleiten (egal in welcher Größenordnung, von Privat- bis Staatspleite) kommt, der Crash ist systembedingt.
Es bedürft also in Spanien definitiv einer Strukturreform, ebenso wie in allen übrigen Staaten. Das derzeitige System kann nicht funktionieren. Dieses Jahrzent wird nur ein weiteres Beispiel dafür sein.

Don-Corleone
Bräuninger: "Spanien muß die Strukturkrise .

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Eurobonds ,, und sonst garnichts !

Indirekt existieren ja bereits d. Eurobonds ,

nur eben in anderer Form !

Merkel wird auch hier umfallen (zum wievielten Male ?).

Merkel u. mit ihr Schäuble sind am Ende d. Fahnenstange
angekommen ,,,, ihre Tage als Deutscher kanzler
sind gezählt .............

Ach ja, Spanien,,, wichtig f.d. span.Bevölkerung:

Es kommen 7 Jahre m. Hunger, Schweiß, Blut und Tränen auf Euch zu .

Danach 7 Jahre verharren a.d. level ,

Danach, mit etwas Glück, vielleicht 7 Jahr d.
langsamen (langsam) nervenzerrende Erholung !

Nach Saus und Brauß kommt immer d. "Kater" !

Wichtig f.d. spanier: nicht so tief in das Weinfaß
schauen ! Und zuviel sonne ist auch ungesund ,
daß weiß jeder Hausarzt, auch in spanien !

Ole `´ auf i.d. nächste Flaute !

Ihr tapferen Spanier !

Aber den EM-Titel könnt ich Euch v.d. Backe putzen !

Gast
@Janosch

Genau, es kann nicht funktionieren. Geld wird als Schuld in die Welt gesetzt und der Zinseszins wirkt als Brandbeschleuniger. Crash sind unvermeidbar, da einem linearem Wachstum der Arbeit einem exponentiellen Wachstum des Kapitals gegenüber steht, welches Ansprüche an die Arbeit stellt. Leider habe ich bisher keine ökonomische Theorie gesehen, die das berücksichtigt... Handelt es sich hier um eine Form der Religion und sind die VWLer ihre Priester, die das Wissen mit Absicht verschleiern?

Gast
Strukturkrise!

Endlich sagt mal einer die Ursache! Es ist die Struktur des Systems, das die Kriese verursacht! Ok, die weitergehende Analyse ist völliger Humbug. Das Grundübel liegt selbstverständlich im Zins. Der ist nicht umsonst in jeder großen Religion verboten. Wen Spanien blühen will, dann kann es sich gerne an Norddeutschland im 13.-16. Jahundert orientieren. Es gab bereits erfolgreiche Wirtschaftssysteme ohne Zinsen. Solange aber die Spanier und alle anderen, aktiv und effektiv Zinsen verbieten, werden auch immer alle regelmäßig Pleite gehen. Hoffen wir mal, dass die Spanier das noch lernen und durchsetzen.

Gast
Also um es kurz zu sagen:

Mit Strukturreformen meint man primär Arbeitnehmerschutz lockern, Rente erst mit Ableben, prekäre Beschäftigung.

Warum fiel diesen Experten das nicht vor der Krise ein? Da war Spanien ein Musterschüler. Wir wussten zwar von der Immobilienblase, aber die Kennzahlen waren korrekt. Und die Studenten in Deutschland lernen, dass Kennzahlen nur verbessert werden können, wenn man den freien Markt entfesselt.

Wie lange dauert nochmal ein Studium der VWL? Wozu auch noch die Modellwelten durchrechnen, wenn sie ohnehin in der Realität scheitern? Ich bin dafür jeden Studenten der VWL in Deutschland augenblicklich mit Antritt des Studiums diese Binsenweisheiten einzuprägen, und sie dann mit dem Doktor auszuzeichnen.

Das spart vor allem Geld an Personalkosten eines (in diesem Land) wohl offenbar sinnfreien Studiums.

Gast
@Nana

Herrlich! Dieser Kommentar gefällt mir. Aber die Studenten können ja nichts dafür. Es ist leider das unsägliche Lehrdiktat. Erst Schulpflicht und dann noch weitergehende, Freiwillige Gehirnwäsche.
In meinem letzten Kommentar, fehlt an richtiger Stelle natürlich noch das Wort "nicht". ;)

Gast
Wer soll das bezahlen?

Selbst wenn man es ganz oberflächlich betrachtet, ist klar, dass der Professor verlangt, und sei es nur in drei spröden Nebensätzen, dass man die Arbeitnehmer in Spanien noch mehr zur Bezahlung der Schäden durch eine aberwitzige Immobilienspekulation heranziehen muss.
Die reine Lehre der VWL spielt, wenn es den zum Schwur kommt, keine Rolle mehr. Die würde verlangen, dass wirtschaftliches Handeln - hier also die Vergabe von Krediten - auch das Scheitern als Option hat. Und dieses Scheitern würde dann den Markt von ungeeigneten Wettbewerbern bereinigen.
Aber nix da, die Banken und damit das Geld der Millionäre und Milliardäre, müssen um jeden Preis gerettet werden. Und die Arbeitnehmer müssen mittels "Strukturreformen" dafür bluten.
Ich schätze, dass der Prof das natürlich genau weiß.....

bananas
@fermoll

Gut beobachtet! Zu den neuen Straßen (die alle nur in Richtung Madrid führen und nie dahin wo auch Leute und Industrie sind) kommen die schönen teuren Schnellzugverbindungen in die tiefste Provinz ("damit wir uns mehr als Spanier fühlen" laut konservativen Politikern) und die schönen brandneuen öffentlich finanzierten und nie benutzten Flughäfen in der tiefsten Pampa. Da haben viele dran verdient, vor allem die Baufirmen.

In Spanien wissen das ziemlich viele, es kommt auch andauernd im Fernsehen. Allerdings hält die Regierung schön an den Schnellbahntrassen ins nirgendwo fest, damit wir uns weiter "mehr als Spanier fühlen können". Dafür dürfen wir uns weiter "mehr als Deppen fühlen" wenn wir gerne Bildung oder Gesundheit hätten, anstatt schöner neuer Schnellbahntrassen ins nirgendwo. Schade, dass ich kein Freund der Regierung bin, die Bauunternehmer aber schon...

bananas
@nana

Genau! Spanien war der tolle neoliberale Musterschüler, genau wie Island und Irland. Kann man mal sehen wie viel Gutes uns Herr Milton Friedman und sein treuer Schüler Aznar getan hat.

Ach ja: Jetzt kommt bestimmt irgendein neoliberaler Schlaumeier und sagt .... ach ich sag's lieber gleich selber: "Das liegt alles daran dass man Friedman's reine Lehre nicht im Reinen in die Praxis übertragen hat." Genau wie beim Sozialismus, da hat man Marx auch verfälscht. Hätten wir uns an die reine Lehre gehalten, wäre weder die Sowjetunion noch Island, noch Irland, noch Spanien je baden gegangen.

Aber ich vergaß das wichtigste: Es waren ja nicht die Banken und die Spekulanten, die die Krise verursacht haben, sonder das böse Gesundheitswesen und die Bildung. Deswegen bekommt jetzt auch das Gesundheitswesen und die Bildung eins auf den Deckel, damit sie nie wieder auf die Idee kommen, so eine Krise zu verursachen.

AlterSimpel
@Nana: wie wahr

Ehrlicherweise sollten VWL und BWL den theologischen Fakultäten unterstellt und im Zweig "Wirtschaftstheologie" gebündelt werden.
Den Doktortitel erhält man dann in würdevoller Atmossphäre im Rahmen einer Konfirmation/Firmung durch Nachsprechen des Glaubensbekenntnisses:
"Ich glaube an die Heiligkeit des Marktes, der Golbalisierung und des freien Kapitalverkehrs ..."

Aber Sie haben natürlich auch sonst recht: es war nur eine Frage der Zeit, bis nach der Bankenrettung jetzt die üblichen "Arbeitsmarktreformen" angesprochen werden. Und das obwohl Spanien ja schon erheblich an der Schraube gedreht hat.
Aber die Löhne sind eben immer noch zu hoch, die Arbeitnehmerrechte immer noch zu unattraktiv, die Rente wird viel zu früh ausgezahlt.
Vermutlich kommen auch bald diejenigen aus dem Dunkel, die nach Wachstumsimpulsen rufen und dabei Steuersubventionen meinen, etwa wenn man einen verschuldeten Hausbesitzer oder einen arbeitslosen Jugendlichen ohne Ausbildung einstellt.

Gast
5 Jahre

"Fünf Jahre dauert Spaniens Krise mindestens noch,"sagt Volkswirt Bräuninger.Da muss man nicht studiert haben um dies zu erkennen. Ja mindestens 5 Jahre !

Das spanische Volk wird aber keine 5 Jahre Geduld mehr haben. Die Jugend ist arbeitslos,gut ausgebildete Fachkräfte wandern ab. Nach Griechenland nun Spanien, dann Italien und Frankreich. Der Euro spaltet Europa und ich befürchte, dass dies nicht friedlich zu Ende geht. Die Banken haben es geschafft aus einer Bankenkrise eine Staatenkrise zu machen. Wir sitzen in der Falle !

Gast
Na logo, der böse Kapitalismus ist Schuld :D

In diversen Beiträgen wird die 'BWL, VWL' bzw. der 'Markt' verspottet, beschimpft, als Ursache benannt.

Aber was in den letzten Jahren (Jahrzennten) in der EU ablief, hat doch wenig mit freiem Markt zu tun.

Reine politische Lenkung, die haufenweise Subventionen; jetzt haben wir (sie) die Schulden und Arbeitslosgkeit!

Wir brauchen mehr freien Markt + BWL und VWL - und nicht mehr Schulden und frischgedrucktes Geld!

Gast
@ Michael_Green

Wieso sieht es mit der Verschuldung in den USA als Mutterland des Liberalismus dann ebenso aus? Müsste es nicht dort in der Schatzkammer paradiesische Zustände haben?

b_m

Zinsen sind nicht schuld ander Überschuldung. Schuld sind diejenigen, welche gern fremdes Geld nehmen, um sich damit einen höheren Lebensstandard zu leißten, dann aber nicht gewillt sind, die Kredite zurückzuzahlen.

Wer sich heute Geld für ein Haus leit, kann nicht allen Ernstes erwarten, daß er dafür keine Zinsen zahlen soll.
Schon mal darüber nachgedacht, was das für den Eigentümer des Geldes, der dafür gearbeitet hat, bedeuten würde. Der verleiht Geld, von dem man ein Haus kaufen kann und wenn er es wiederbekommt, kann man ohne Zinsen davon nur noch eine Wohnung kaufen. Ständige Lohnerhöhungen und Inflation machen Zinsen absolut notwendig. Im übrigen steigen auch Preise und Löhne exponential, so das die Zinsen nicht das Problem sind. Das Hauptproblem ist die Mentalität der Schuldner, welche das geliehene Geld wie IHR Eigentum beanspruchen, obwohl ANDERE dafür gearbeitet haben.

Wer keine Zinsen zahlen will, der soll selber sparen, bevor er sich etwas kauft.

odoaker
Rettung durch Vertrauen

Die Rettung der spanischen Banken lässt die Staatsschulden in Spanien explodieren und reisst damit früher oder später das gesamte Land mit in den Abgrund.

So wird erneut deutlich, dass Austeritätspolitik, auch garniert mit ein bischen "Wachstum", die gegenwärtige Krise nicht löst; bestenfalls wird Zeit gewonnen.

Ein wirkliches Ende der Krise gibt es erst, wenn die Anleger darauf vertrauen können, ihr eingesetztes Kapital samt Zinsen und ohne größeres Risiko zurück zu bekommen.

Dieses Vertrauen kann man ihnen nur dadurch geben, dass die EZB - wie die amerikanische FED und die japanische Zentralbank - selbst Staatsanleihen der Euro-Länder aufkaufen darf. Die Banken, die dies aufgrund des Einflusses einiger ökonomischer Dogmatiker (die die gegenwärtigen Krisen weder kommen sahen noch in den vergangenene Jahren beseitigen konnten!) bisher exklusiv dürfen, können das keinesfalls besser als die EZB, nur teurer für uns alle.

Gast
Eigentlich egal

Euro abwickeln, die Länder zu ihren Nationalwährungen, dann kann jeder so rumdödeln wie er mag, achja und Subventionen aller Art streichen.
Mal schauen ob erst nur Griechenland dran ist mit Rückabwicklung der Währung oder gleich alle 17, wir werdens ja sehn bald.