Eine Kette aus Plastikbuchstaben bildet das Wort "EFSF".

Ihre Meinung zu EFSF: Der Rettungsschirm wird zwei Jahre alt

Vor zwei Jahren wurde die EFSF gegründet - als Rettungsschirm für kriselnde EU-Staaten. Ursprünglich war die Hoffnung, dass sie nie zum Einsatz kommt. Aber mittlerweile muss die EFSF drei Hilfsprogramme finanzieren. Und wenigstens das hat tadellos geklappt - so die Bilanz ihres Chefs Regling.

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7 Kommentare

Kommentare

Jon Do
Ein Lobgesang auf den ESFS und dessen Sprößlinge...

.... irgendwie wird mir eher mulmig zumute, wenn ich das lese (obwohl es scheint, als müßte ich eigentlich begeistert sein, darüber wie toll das alles funktioniert).

Aber dann schaue ich mal auf einer anderen Internetseite, was die portugiesischen Staatsanleihen so machen, oder die spanischen, und schon empfinde ich es eher als Bedrohung, wie gut der ESFS und seine Sprößlinge ESM, Eurobonds (die schon sehr bald unter irgendeiner flotten aber irreführenden Bezeichnung kommen werden), usw. funktionieren.

Ist schon toll, wenn man für die Schulden anderer Staaten zahlen darf, und wenn das alles so toll funktioniert!

So, und jetzt freuen wir uns alle auf "den gemeinsamen Schuldentopf", oder die "Bankenunion", oder die "Stabilitätsfonds", und all die weiteren Sprößlinge, die unser Geld regelrecht verbrennen.

Gast
Transferunion

Als die EU in ihrer heutigen Form konstruiert wurde, war eine Transferunion eben gerade nicht beabsichtigt, wurde Zweiflern gegenüber kategorisch ausgeschlossen.

Mit dem ESM wird die Transferunion langfristige Basis der EU werden.

Entweder begingen also die "Gründungsväter" beim Konstrukt der EU einen riesigen Fehler (womit das Ganze zu einer gewaltigen Felkonstruktion von Beginn an würde) - oder die aktuellen EU-Regenten begehen heute einen riesigen Fehler.

Was ist wohl schlimmer?

marc2010
Ende des Euro-Experiments

Ich wäre froh, wenn die Euro-Zone in den nächsten Monaten auseinander bricht, denn:

Gerade in den letzten Jahren haben sich Politiker so krass geirrt: "Mit wenigen Milliarden, die wir später zurück bekommen, retten wir den Euro", "Dies ist das letzte Rettungspaket", "Europa wird keine Transfer-Union" usw.

Je länger man weiterwurschtelt und je mehr die Risiken und Target-Kredite steigen, umso schwerer lässt sich das Ganze rückgängig machen, wenn es crasht und umso härter sind die Folgen für alle.

Auch zu glauben, eine politische Union ohne Rücksicht auf den Willen der Bevölkerungen würde die Probleme schnell lösen, ist genauso naiv, wie dass 1990 Menschen dachten, mit der politische Wiedervereinigung Deutschlands seien schnell die wirtschaftlichen Probleme der DDR behoben - so etwas dauert nunmal Jahre!! Meine Frage ist dahin gehend, ob wir das finanziell aushalten und nicht unsere Stabilität verzocken.

Fairfax

Eine Transferunion ist ja per se nichts Schlechtes. Wir haben ja in Deutschland mit den einzelnen Ländern das gleiche Phänomen.
Aber damit das ganze fair bleibt müssten überall die gleichen Rahmenbedingungen herrschen bezüglich Urlaub, Renteneintrittsalter, Steuern… usw.
So wie die EU im Moment aufgebaut ist bezahlen die hochproduktiven Länder mit schlechten Bedingungen wie die Menschen (z.B. Renteneintrittsalter mit 67), diejenigen Länder die solche Privilegien verteilen aber sich eigentlich gar nicht leisten können.

pauline_8
Es geht ja hervorragend

wie wir das Geld am Markt aufnehmen können um es den Ländern zu geben, die seit Jahren neue Kredite benötigen und keine Aussicht haben, diese Kredite zurückzuzahlen.

Wie das dann weitergeht, können wir schon jetzt beobachten, wenn man in den betroffenen Ländern zu sparen versucht. Auch in D werden ja jedes Jahr neue Kredite aufgenommen und niemand denkt bisher daran, sie auch zu tilgen.

Aber wir werden aufgefordert, "für's Alter zu sparen". Dafür gibt es staatliche Beihilfen. Natürlich auf Kredit finanziert. Genauso wie der Geigenunterricht der Kinder und die "Herdprämie". Denn der Staat hat kein Geld dafür über.

Wohin geht das "für's Alter" ersparte Geld?
Es wird dem "Rettungsfonds" zur Verfügung gestellt und in "sichere Staatsanleihen" investiert.
Und wenn die Staaten nicht zurückzahlen, gibt es eben nichts im Alter. So einfach ist das. Aber das ist nach der Wahl.

pauline

Gast
Das Schneeballsystem am Leben erhalten

Nichts anderes ist der ESFS.

Alle Miteinander haben nach wie vor keinen ausgeglichenen Staatshaushalt.

Die bösen Märkte geben diesen Staaten kein Geld mehr.
Also beschafft der ESFS unter Sippenhaftung u.a. von D weiter Geld für die Schuldenjunkies.

Um mit Max Liebermann zu sprechen:
"Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte"

Gast
@Fairfax

Doch eine Transferunion ist per se etwas Schlechtes.

Man nennt das gerne auch Sozialismus.
Auswirkungen von derlei Gedankengut sind in der neueren Geschichte zu Hauf zu finden.

Investitionsruinen und der nach wie vor vorhandene Rückstand in Ostdeutschland zeigen wie sinnlos organisierte Verantwortungslosigkeit und staatliche Wirtschaftsinterventionen sind.