Kommentare

Keiner hat bisher gesagt,

wie das geliehene Geld aus den Eurobonds eigentlich an die Staaten verteilt werden soll. Bekommt da jeder entsprechend der Haftungsquote das Geld? Oder darf sich jeder Staat soviel nehmen, wie er grad braucht? Oder entscheidet das EU Parlament, wieviel wem zuzuteilen ist?

Nur einen neuen Schuldschein auf Europa auszustellen führt doch noch lange nicht dazu, dass irgendein Staat in Europa auch Geld bekommt.

Aber ohne eine konkrete Ausgestaltung der Verteilung braucht man eigentlich nicht darüber zu diskutieren, ob man das grundsätzlich machen sollte.

Eine...

Eine öffentliche Diskussion mit fachlichen Vertretern beider Varianten und dann das Deutsche Volk abstimmen lassen, über den Verbleib in der Euro-Gemeinschaft, über die Stellung zu Brüssel und und und...

So stelle ich mir Demokratie vor.
Aber da das Ergbnis bestenfalls offen ist und wahrscheinlich so gar negativ für das Traumgespinst "Vereinigte Staaten von Europa", sehe ich da schwarz.

"Wenn Wahlen wirklich etwas ändern würden, wären sie verboten."

Zitat Kurt Tucholsky (1890 bis 1935) zugerechnet.

Alte Kamelle

Herr Vöpel zeigt nicht einen neuen Aspekt zum Thema auf.Was er von sich gibt ist lange bekannt und durchdiskutiert worden. Das Interview ist insofern Platzverschwendung.

Der Euro ist eine

Der Euro ist eine Verlierer-Gemeinschaft. D hat sich sich von Staaten, die von vergangener Größe zehren in die Falle locken lassen.
Frankreich hat mit seiner Wühlarbeit an allen internationalen Schaltstellen doch noch den Euro bekommen, den es wollte.

strukturelle Defizite ?

Als Deutscher muss man gegen Eurobonds sein, aber als Europäer?

Strukturelle Defizite haben wir in D. seit Jahrzehnten, es gibt Zahler und Empfänger im Ausgleich. Veränderungen sind selten, obwohl gewünscht.

Insofern ist die deutsche Haltung in Europa widersprüchlich: der Abbau von Defiziten bedeutet direkte Konkurrenz für die deutsche Wirtschaft, trotzdem ist es ein erklärtes Ziel.
Vielleicht deshalb, weil es unrealistisch ist? Wer glaubt denn daran, daß Gr. ein Industriestandort wird, Zypern kann sich nur mit Dumpingsteuern über Wasser halten, für wieviel Wohnungen gibt es einen Markt in Spanien?

Das 2.größte Problem in Europa ist D., denn es wäre der größte Verlierer einer Vereinheitlichung.

Eine Lösung wäre es, wenn die EZB die Staaten zu unterschiedlichen, ihrer Wirtschaftskraft entsprechenden Zinsen finanzieren würde, Reformen inklusive. Die EZB selbst könnte sich am Finanzmarkt Geld leihen.

Somit ist das größte Problem für Europa die Finanzmärkte, die genau das nicht wollen

Da hat er wohl Recht...

Die Krise wird nicht im konventionellen Sinne enden, also dass die Probleme in den Griff gebracht werden, und die Reformbemühungen abgeschlossen sind. Vielmehr wird es in den nächsten Jahrzehnten kontinuierliche Reformen geben müssen.

Zunächst, finanziert vor allem von Frankreich und Deutschland, müssen Staatshaushalte und Wirtschaftsentwicklung auf Trab gebracht werden. Gemeinschaftlich. Ziel ist, eine vibrierende Wirtschaft ähnlich den USA zu haben, ihnen vielleicht sogar den Rang abzulaufen. Die Alternative ist eine einsame nationale Lösung wie in Japan, schon heute ein Land mit mehr Problemen als Lösungen.

Die nächsten Reformen stehen in zehn bis 20 Jahren an, wenn die Demographie zu einer stärkeren Umverteilung von jung nach alt zwingt.

Die Welt ist ein lebendiger Organismus geworden, der sich ständig erneuert. Gerade in Europa gibt es so wenig Armut und Gewalt wie je zuvor in unserer Geschichte, und selbst die Krise hat da keine Delle reingeschlagen.

Den Euro mit Eurobonds?

Nein, das wurde uns seinerzeit so nie verkauft und ich hoffe, dass das in Deutschland politisch nicht durchsetzbar sein wird.
So einen Euro hat Deutschland nicht gebraucht. Vergemeinschaftung der Schulden - oh ja, das würde besonders dem Herrn Tsirpas und Konsorten gefallen.

@Impartial: ohne uns

"Wenn es überhaupt etwas Gutes hat, dass wir im Moment eine konservativ-liberale Regierung haben, dann ist es die Ablehnung vor allem der Liberalen gegenüber einer deutschen Staatsverschuldung zugunsten anderer Länder."

Das haben Sie schön gesagt.
Allerdings befinden wir uns in dieser "komfortablen" Situation nur, weil eben diese politischen Kräfte (und auch andere) Deutschland zum China Europas gemacht haben.

Den Preis zahlen wir mit wachsender prekärer Beschäftigung und sozialen Kürzungen. Die Beibehaltung dieses Kurses ist der vorauseilende Gehorsam gegenüber den Finanzmärkten, die eine Änderung ganz schnell durch höhere Zinsen abstrafen würden.

Als Europäer sollte man diesen Kurs keinem anderen Land wünschen, leider ist es der einzige Weg, weiterhin "marktkonform" zu sein.
Naja, der deutsche Wähler scheint es (noch) zu mögen, andere Länder sind hier weniger gleichgeschaltet.

Eurobonds?

Warum muß sich die EU, respektive die Mitgliedstaaten eigentlich auf dem PRIVATEN Finazmarkt Geld beschaffen? Warum übernimmt nicht die EZB diese Rolle? Liegt die Geldschöpfung jetzt vollends in privater Hand?
Sollten nicht Staaten, die ja vor allen anderen Aufgaben zuallererst mal für ihr Volk sorgen müssen oder sollten, nicht von den privaten Geldmärkten mit ihrer Profitgier unabhängig sein? Warum begibt man sich absichtlich in die Hand der privaten Finanzmärkte? Wird die EU letztlich privatisiert? Wo soll das eigentlich alles hinführen? Können wir nocht etwas dagegen tun?
Fragen über Fragen, deren mögliche Antworten mir mehr Angst machen, als alle Säue, die zur Ablenkung durchs Dorf getrieben werden, zusammen.

Nicht mehr als ein dürftiges Fähnchen im Wind

würde die Einführung von Euro Bonds gerade sein. Vorrangig nützte es des chronischen Schuldenmachern, die dann erst recht keinen Anreiz mehr hätten ihre Politik zu ändern. Ganz im Gegenteil, sie würden höchstwahrscheinlich noch mehr Schulden machen um sogenannte Konjunkturprogramme mit deutschem Steuergeld auf Ewigkeiten subventionieren. So ist es eigentlich auch schon bisher in vielen Bereichen gelaufen: Deutschland zahlt netto immer mehr in den Topf aus dem sich andere dann prächtig bedienen. Ob es Infrastrukturmaßnahmen, Agrar-Subventionen oder sogar Großforschungsprojekte sind, es läuft schon seit Jahren nach diesem Muster und Deutschland glotzt immer nur blöde zu wie andere sich daran bereichern. Ein eigener Kollege aus dem Nachbarland Frankreich hat das auch schon erkannt und lacht sogar noch amüsiert darüber!

@Glasbürger: Geldschöpfung

Ich denke, Sie gehen in die richtige Richtung.
Allerdings hat dieser Vorschlag zwei Gegner: die Finanzmärkte, die sich das Monopol auf Geldschöpfung nicht aus der Hand nehmen lassen wollen, und die Angst, Staaten könnten sich unvernünftig an dieser Quelle bedienen und somit die Inflation anfeuern.

Die Angst vor Inflation wird natürlich gerne hochgeredet. Die Frage ist aber eher: was wäre schlimmer? Inflation, oder die momentan gängige Praxis, den Wert des Geldes zu stabilisieren, indem man es einem Großteil der Bevölkerung einfach wegnimmt bzw. vorenthält?
Dieses Vorgehen nutzt allein den oberen 10% der Gesellschaft, wie die Reichtumsverteilung der letzten Jahre deutlich zeigt.
Diese Angst wird also instrumentalisiert, um vor allem das Geld der anderen zu schützen. Eigentlich ganz schön clever. Klappt aber nicht (mehr) in Gr.

Gäbe man das Monopol der Geldschöpfung an die Staaten zurück, wäre das Eurocasino geschlossen.
Herr Ackermann und seine Freunde werden das zu verhindern wissen.

qterminate_her: nur fast

"Deutschland zahlt netto immer mehr in den Topf aus dem sich andere dann prächtig bedienen."

Wenn Sie nur Staaten betrachten, dann stimmt das. Aber Hr. Kohl war schließlich nicht dumm. Wenn Sie die deutsche Wirtschaft und Banken mit in die Rechnung einbeziehen, kommt sogar ein Plus heraus, denn EU-Gelder ermöglichen erst viele Geschäfte mit dem EU-Ausland.
Von diesem Plus hat aber der dt. Staat nur indirekt etwas (und weniger als ausgezahlt), der Arbeitnehmer bezahlt über seine Steuern damit die Möglichkeit, arbeiten zu können.

Am Ende sind die EU-Gelder versteckte Wirtschaftssubventionen, also eher kein EU-Problem sondern ein immanentes Problem der Wirtschaftsordnung, die mehr staatliches Geld verbraucht, als durch Steuern zurückgezahlt wird.

Mit Eurobonds würden diese Wirtschaftssubventionen nur teurer und es entstünde gleichzeitig innereuropäische Konkurrenz. An der generellen Unsinnigkeit vieler Transferzahlungen würde sich nichts ändern.

Die nimmersatten Märkte

Das Verhältnis der Märkte zur EU erinnert mich an eine unglückliche Partnerschaft, wo einer den anderen nicht mag. Da kann man machen, was man will, es endet immer in Genörgle.

Bei allem, was an wirtschaftlichen Fakten durchaus beachtenswert sein könnte, so bleibt doch festzuhalten, dass Amerika ein permanentes Außenhandelsdefizit hat, dass über Verschuldung finanziert wird. Aber, wie bei einem Macho, über den die Frauen fluchen, aber insgeheim nach ihm schmachten, wird Amerika dessen ungeachtet stets "bewundert".

Insofern kann die EU sich ein Bein ausreißen, der Macho wird immer das Rennen machen, zumal nur darüber sein Verschuldungssystem finanzierbar ist. Denn die Fianzierung entsteht durch die Entwertung der Dollarreserven aus den Außenhandelsüberschüssen. Japan hatte 6 Billionen an Dollarreserven, deren Wert sich innerhalb eines Jahrzehntes halbiert haben dürfte. Die Chinesen haben 3,6 Billionen, und die werden in einigen Jahren auch nur noch die Hälfte wert sein.

Warum sollen "die Märkte beruhigt" werden?

Warum sollen "die Märkte beruhigt" werden?

Die Märkte haben den Menschen zu dienen und nicht umgekehrt!

Im Westen nichts Neues

Der einzige Experte, der für mich auch tatsächlich einer ist und zumindest einen globaleren Blick auf wirtschaftliche Prozesse hat, ist für mich Hans Werner Sinn. Der Rest verzapft nur ausgelutschte Kamellen oder Einzelmeinungen, die scheinbar die Problematik als Ganzes nicht verstehen. Zu denen gehört hier für mich auch Henning Vöpel.

Geld

Wie schon richtig kritisiert wurde, sollte man die Staaten direkt über die Zentralbank mit Geld versorgen. Zwar war das aktelle System so geplant, dass sich die Zinssätze aus den Risiken ergeben, jedoch ist es im Grunde zur Enteignung der Massen, zugunsten der Eliten verkommen.
Zudem sollte über girale Geldschöpfung und überhaupt über Geldsystem debattiert werden. Traut sich aber kaum einer, die Finanzmacht ist wohl riesengroß.

Blablabla

Eurobonds nehmen alle Europäer in die Haftung gegenüber nichteuropäischen Käufern dieser Anleihe. Das kann viel Stunk geben. Außerdem ist nicht einzusehen, warum sich die Staaten zu Zinssätzen von bis zu 7% bei den privaten Geschäftsbanken verschulden sollen, denen die EZB das dazu notwendige Geld für 1% zur Verfügung stellt.

Eine kleine Gesetzesänderung würde genügen und die EZB könnte den verschuldeten Mitgliedsstaaten Kredite zu null% Zinsen zukommen lassen. Auf diese Weise könnten sukzessiv bestehende Altkredite abgelöst werden. Statt der Zinszahlungen könnten die Staaten dann endlich tilgen.

Der Zins würde wegen des steigenden privaten Geldangebotes fallen und die Inflation ansteigen. Guthaben und Schulden könnten vernichtet werden. Bekanntlich geht beides nur zusammen.

Der Crash des derzeitigen Geldsystems kann mit Eurobonds nur verzögert aber nicht aufgehalten werden.

@ AlterSimpel

"Den Preis zahlen wir mit wachsender prekärer Beschäftigung und sozialen Kürzungen. Die Beibehaltung dieses Kurses ist der vorauseilende Gehorsam gegenüber den Finanzmärkten, die eine Änderung ganz schnell durch höhere Zinsen abstrafen würden."

Mit diesen Maßnahmen haben wir stückchenweise die Diskrepanz zwischen unserer Wirtschaftsleistung und unserem Konsum verringert. Das ist nicht schön. Die Wahrheit ist (entgegen linker Behauptungen deutscher, französischer, griechischer...Politiker) dass man dauerhaft nur das ausgeben kann was man hat.

Was wir scheibchenweise getan haben und Länder wie z.B. Griechenland aufgeschoben haben durch die Vergrößerung des Haushaltsdefizits werden diese Länder jetzt zwangsweise auf einen Schlag tun müssen. Und das wird sehr viel unbequemer.
Und sie werden keine Wahl haben. Entweder Griechenland kürzt freiwillig oder sie kriegen kein EU-Geld mehr. Dann ist Griechenlands letzte Geldquelle versiegt, dann ist kein Geld mehr da was ausgegeben werden könnte.

@spetzki: "Die Wahrheit ist ..."

"Die Wahrheit ist (entgegen linker Behauptungen deutscher, französischer, griechischer...Politiker) dass man dauerhaft nur das ausgeben kann was man hat."

Wenn ich Ihrer Wahrheit folgen würde, wäre es für mich aber auch klar, daß dann die Reduktion von Ausgaben auch darin bestünde, bei der Aufnahme von Schulden keinen Zwischenhändler (Bank) einzuschalten bzw. zuzulassen, der meine Ausgaben unnötig verteuert (Zinsen für die Banken).

Jeder Einkäufer in jedem Betrieb ist daran interessiert, möglich nahe beim Erzeuger einzukaufen.

Für den Staat bedeutet daß, die Geldwertschöpfung nicht privaten, renditeorientierten Unternehmen zu überlassen.

Was ist denn Reformwille?

Mit Energie den Haushalt zusammen streichen, bis die Gläubiger befriedigt werden können?
Alle kriegen weniger, werden dann weniger haben, weniger ausgeben und für wiederum weniger Steuereinnahmen sorgen.

Und wenns am Willen mangelt, den Druck erhöhen?
Dann werden die Reformen bestenfalls ein Kompromiss aus Druck und Not, aber ohne Plan, Sinn und Verstand.

Privatwirtschaftliche Unternehmen wären schon längst saniert. Aber dabei hätte man Effektivität, und die Logik der Abläufe beachtet. Und zuerst würde die Geschäftsidee geprüft, und wenn machbar, dann auch verfolgt.

Kernidee von Staaten ist das Zusammenleben von Menschen in freiheitlich demokratischer Grundordnung.

Staaten sind in Not geraten, weil sie ihre eigene Idee nicht mehr verfolgten und unter Korruption, Bürokratie, geliehener Bequemlichkeit und parasitärem Finanzmarktkapitalismus leiden.

Es werden niemals diese Ursachen bekämpft, sondern die Krankheitsherde getriebener weise sogar noch kultiviert!

Reform heißt umdenken!

Eurobondirrsinn im Quadrat

Wir erleben gerade das gigantische Erpressungspotential, das ein wirtschaftlich unbedeutendes Land wie Griechenland schon jetzt auf die Eurozone ausüben kann. Schon aus diesem Grund darf man Eurobonds niemals zulassen. Eurobonds sind Bürgschaften, mit denen wir uns unwiderruflich an andere Länder ketten, deren wirtschaftlichen und politischen weiteren Werdengang wir nicht beeinflussen können. Stellen Sie sich vor, dass in einem der Eurobond-Länder plötzlich Nazis oder Kommunisten das Sagen haben. Dann sind wir mit Europbonds unwiderruflich an dieses Land gebunden. Und auch der bewusste Pleitier kann von uns kaum noch effektiv gemaßregelt werden. Wir sind dann hilflos ausgeliefert. Auch Sie können den Gerichtsvollzieher Ihres Nachbarn abwenden, wenn Sie für seine Schulden bürgen würden. Sie werden aber nicht im Traum auf die Idee kommen, dies zu tun. Trösten Sie sich - Sie sind trotzdem ein guter Mensch. Also: Finger weg vom Eurobond-Irrsinn & vom EFSM, der letztendlich das Gleiche ist.

Das Monopol der Geldschöpfung liegt allein bei der Zentralbank, nicht bei den Finanzmärkten. Die sogenannte "Geldschöpfung der Geschäftsbanken" umfasst lediglich die Bereitstellung von Giralgeld und das auch nur nach bestimmten Regeln, die die meisten Mitmenschen ohnehin nicht verstehen.

Eurobonds sind doch längst Realität !!!

Kann mir das mal einer erklären. Wenn die EZB den europäischen Ländern mit billigen Krediten unter die Arme greift, dann nennt man das Eurobonds, für die auch D haften müsste. Also will man es nicht. Aber im gleichen Atemzug gibt die EZB den Europäischen Banken 1 Billion Euro zum Schenk-Zins von 1 Prozent. Dafür haften auch die EU-Länder. Das sind Eurobonds, nur dass davon die Menschen Europas nichts haben, sondern nur die reichen Bankster, die mit dem fast-geschenkten Geld weiter dicke Geschäfte machen können und noch reicher werden. Einziger Sinn und Zweck der schon realisierten Eurobonds ist es, die Reichen reicher zu machen. Für diesen Wahnsinn lassen uns Merkel und Co. gerne haften. Die notleidenden Volkswirtschaften, die eben diese billigen Kredite der EZB dringen bräuchten, gehen leer aus. Die 1 Prozent Zinsen der EZB könnten viele Länder schultern, die viel höheren Zinsen der Banken nicht. Also sorgt die Politik dafür, dass alle EU-Länder direkt bankrott gehen.

Seien wir doch mal ehrlich...

Die bittere Realität ist wohl, dass es nur noch zwei Möglichkeiten gibt:

a) Transferunion
b) Rückkehr zu nationalen Währungen

Unglücklicherweise sind beide Varianten für den deutschen Steuerzahler eine Katastrophe. Ich glaube aber, dass b) auf Dauer die etwas kleinere Katastrophe ist.

Eurobonds werden in

Eurobonds werden in Deutschland rechte Strömungen gesellschaftsfähig machen.

@Archimedes: lediglich Giralgeld ?

"Das Monopol der Geldschöpfung liegt allein bei der Zentralbank, nicht bei den Finanzmärkten. Die sogenannte "Geldschöpfung der Geschäftsbanken" umfasst lediglich die Bereitstellung von Giralgeld"

"lediglich" ist maßlos untertrieben.

Unsere Probleme kommen nicht von dem gedruckten Geld der Zentralbanken, sondern eben genau von all den Fantastilliarden, die durch die Schöpfung der Geschäftsbanken enstanden sind, und zwar nach Regeln, bei denen man denken könnte, die Banken hätten sie selbst erfunden (was sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch haben)

Eurobonds ...

.
...bedeuten, daß Deutschland als stärkste wirtschaftliche
Kraft in Europa zusätzlich zu den bisher geleisteten Stütz-
ungen des Euro, insbesondere an Griechenland, weiterhin auch das Risiko weiterer Schulden der EU-Südländer verbindlich eingehen muß.

Das ist abzulehnen, weil bereits die Maastricht-Verträge
ein finanzielles Eintretenmüssen eines EU-Staates für einen
und/oder mehrere stark schuldenbehaftete EU-Staaten verbietet.

Alles Andere wäre ein Freibrief für die EU-Südländer,
weiterhin bedenkenlos Schulden zu machen. Dadurch würde
das gesamte EU-Finanz- und Wirtschaftsgefüge in Schief-
lage geraten, wenn nicht sogar zum gänzlichen Zusammen-bruch.

Das kann niemand ernstlich wollen !
.
.
"Der Euro wird genauso stabil wie die DM." (Satz des
Helmut Kohl, der nachweislich gegen den Ratschlag aller
Finanzexperten handelte und dennoch den (T)Euro einführte;
zudem ohne den bekundeten Volkswillen, zB in Form einer
Volksbastimmung !)

Es lebe die Demokratur !

(Ironie aus)

@AlterSimpel

"Wenn ich Ihrer Wahrheit folgen würde, wäre es für mich aber auch klar, daß dann die Reduktion von Ausgaben auch darin bestünde, bei der Aufnahme von Schulden keinen Zwischenhändler (Bank) einzuschalten bzw. zuzulassen, der meine Ausgaben unnötig verteuert (Zinsen für die Banken)."

Einfach nur falsch!
Aber geben wir doch allen Geld für lau und haften dabei noch mit (EZB), dann haben wir zwar keine Eurobonds, aber das selbe in rot (vllt auch grün, aber rot passt zu den Linken nun mal besser).

@ Impartial 18:44

Warum ist das Sozialsystem so teuer ?
Weil der Lohn der prekär Beschäftigten nicht zum Leben reicht und vom Steuerzahler subventioniert werden muß. Wie auch Vermittlungsgutscheine für Leiharbeiter. Oder vollkommen sinnlose Weiterbildungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose, die nur die Statistik schönen, bezahlt aus der Arbeitslosenversicherung hart arbeitender Menschen.Nützt das der Allgemeinheit ?
Was die sozialen Kürzungen angeht, was ist mit der Berufsunfähigkeitsversicherung und der privaten Altersvorsorge ? Wo ist der Kaufkraftausgleich ?
Oder das Aufbrauchen der monetären Lebensleistung bei Arbeitslosigkeit im Alter?
Aber schön zu beobachten, wie erfolgreich die tägliche öffentliche Meinungsmache ist.

Die Realität ist die politisch konstruierte Verarmung der Mittelschicht.

Eurobonds sind keine länegrfristige Lösung

Kurzfristig dürften Eurobonds erfolgreich sein und zwar erfolgreich in dem Sinne, dass die Krisenstaaten Griechenland, Portugal, Spanien sich Geld zu besseren Zinsen leihen können. Aber ich sehe es genauso wie in dem Interview gesagt: der Reformdruck wird dadurch abnehmen.

Ich bin dann eher für direkte Transferzahlungen an die Schuldnerstaaten (z.B. Infrastrukturmaßnahmen. Förderung von lokalen Wissenschaftsinstitutionen, etc. Da hat man wenigstens die Übersicht wieviel Gled wirklich fließt. Bei Eurobonds vergemeinschaften wir letztlich die Schulden und verschlechtern unsere eigene Bonität ohne dass das Problem an der Wurzel angegangen wird.

Dem System ist nicht mehr zu

Dem System ist nicht mehr zu helfen. Die Lichter werden bald auch aus gehen.

Und das ist auch gut so, denn dank diesem Unsinn müssen weltweit sehr viele Menschen leiden, für ein System, dass es sowieso nicht über die Zeit schaffen wird.

Allein der Zins bringt es zum Explodieren. Warum herrscht dazu nur so ein Starrsinn, und man möchte das Unabwendbare streng und fromm nicht wahrhaben?

Aber ich traue den Menschen den Mut ja auch nicht zu, ein neues System zu erschaffen. Ach Gott, da müssten ja für ein paar Wochen evtl. die Bänder still stehen!

Doch das kommt eben, dass die Bänder still stehen. Ob dieses Jahr oder 2020. Irgendwann in naher Zukunft.

Eurobonds und Europa

Man will partout den Euro halten. Man kann dies ganz einfach, indem man nochmal die Bedingungen vertraglich neu fixiert. Und diesmal richtig, nicht so lapperig wie bei Kohl. Sollte dies nicht gelingen, wäre es besser, jetzt zu nationalen Währungen zurückzukehren. Europa braucht zuerst die politische Union, dies wird bei den unterschiedlichen Temperamenten schwierig genug und dauert wahrscheinlich Jahrzehnte. Nichts anderes sagt auch Sarrazin in seinem gut recherchierten Buch. Man muß es aussprechen dürfen. Kohl, Schröder und Eichel sind die größten Versager und haben uns diese Krise eingebrockt.

eurobonds

als bekennender NICHTkenner der "finanzmärkte" würde ich trotzdem jeden deutschen politiker, der der einführung dieser "eurobonds" zustimmt, wegen MEINEIDS vor gericht stellen lassen!
war da nicht in der eidesformel irgenwas von "zum wohle des deutschen volkes" gestanden?
aber wahrscheinlich ist das ganze mal wieder "alternativlos"
gute nacht deutschland

(jetzt über die EM ist ja das wahlvolk abgelenkt!)

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