Kommentare

@Klako

"Griechen, habt ihr´s alle mitgekriegt? Wählt gefälligst richtig, sonst habt ihr´s bei Fitch und Konsorten mal wieder versch..."

Keiner zwingt die Griechen irgendwie zu wählen. Die Griechen müssen das allein entscheiden, und das können und sollen sie.

Aber kein Grieche sollte erwarten, daß man einem Land, das alles in den letzten Jahrzehnten geliehene Geld einkassiert und niemals zurückgeben will, weitere Kredite gibt. So dumm ist kein Geldgeber. Auch Sie und ich würden einem solchen Land kein Geld leihen.

Nur das müssen die Griechen wissen und einkalkulieren, wenn sie wählen gehen, und dementsprechend eben eine Partei wählen, die das tut, was der Wähler will (so oder so). Harte Devisen aus der Luft herbeizaubern kann keine Partei, egal was die versprechen.

Mit Zwang hat das nichts zu tun. Höchstens mit einem Mindestmaß an Realitäts-Sinn, denn man von einem mündigen Volk erwarten sollte.

Was denn sonst?

Ich bin ja auch nicht unkritisch und halte einige Ratings durchaus für politisch motiviert, aber welches Rating soll man Griechenland denn im Moment geben? Unter CCC gibt es sogar noch zwei schlechtere Ratings vor D wie Default. Glaubt noch irgendjemand, dass Griechenland nächsten Monat eine Regierung bekommt, die die Bedingungen für weitere Unterstützung einhalten will? Ohne die Unterstützung gehen in Griechenland die Lichter aus. Dann ist die Frage nur noch, ob es die Gläubiger in Euro oder Drachmen prellt. Für die Griechen kommt dann jede Sparmaßnahme gleichzeitig, weil schlicht kein Geld zum Verteilen mehr da ist. Mit der Protestwahl werden die Griechen also weder die Schulden noch die Sparmaßnahmen los. Nur die Bonität ist dann für Jahrzehnte ruiniert. Ist das noch abwendbar? Ich halte CCC für optimistisch.

Griechen wehren sich wenigstens

Und lassen sich nicht tatenlos ausbeuten. Jedem in der EU könnte es um ein vielfaches besser gehen, wäre da nicht die Profitgier der Unternehmen, die uns gegenseitig ausspielt und ausnutzt. Die Politk macht ja auch brav mit.

Backgroundscan

Es ist nicht die Profitgier der Unternehmen, sondern die der Finanzindustrie, die eben gerade nicht unternehmerisch handelt.
Wenn ein Unternehmen pleite geht, ist es eben pleite.
Wenn eine Bank pleite geht, zahlt alles der Steuerzahler.
Und letztlich ist es eine Frage der Politik, die über die Steuergelder entscheidet: Kriegen die die Banken oder nicht.

@Backgroundscan - Investment für Gutmenschen

Jedem in der EU könnte es um ein vielfaches besser gehen, wäre da nicht die Profitgier der Unternehmen, ...

Ein Rating ist nur eine Einschätzung, nicht mehr und nicht weniger. Jedem Gegner der Profitgier steht es frei, seine Ersparnisse zinslos an Griechenland zu verleihen.

@Backgroundscan:

Was hat es mit Ausbeuten zu tun, wenn Menschen, die den Griechen vertraut haben, eines Tages ihr Geld zurück haben möchten?

Was heißt "Griechen wehren sich wenigstens"? Wo gegen? Das Geld, das sich geliehen haben, zurückzuzahlen?

Ich fasse noch einmal zusammen. Wer anderen Geld leiht ist böse, wer sich aber Geld leiht, in der Absicht es nicht zurückzuzahlen, ist ein "Guter Mensch" und darf mit der Unterstützung rechnen?

Wenn es mir so schlecht ginge wie Griechenland, dann wäre ich froh, wenn mir jemand die Chance gäbe, da wieder halbwegs heile rauszukommen. Auch wenn Rating Agenturen viel Mist verzapfen, im Fall Griechenland scheinen ihre Prognosen zu Stimmen.

CCC

Gewöhnt euch schon mal an CCC.
Dort werden nach und nach alle Länder Europas landen.

Der europäische Kontinent ist überschuldet und überaltert. Niemand wird euch Geld leihen, weil es in Europa quasi niemanden mehr gibt der Geld erarbeiten und zurückzahlen könnte.

Oder würden sie persönlich einem 83 jährigen deutschen Rentner einen Kredit über 100.000€ gewähren? Aus ihrer eigenen Tasche?

SO sieht es zumindest der Rest der Welt.

@ Backgroundscan

Oh ja klar, es könnte allen viel besser gehen.
Aber nur auf Kosten unserer Nachfahren. Bzw. beim Schuldenstand in der EU eher auf Kosten der Menschen die 2020 noch leben.

Logischer Schritt

Griechenland ist dabei, sich selbst aus dem Euro heraus zu werfen. - Vermutlich für den Rest der EU ein Segen.

Der Staat hat über seine Verhältnisse gelebt. Für diejenigen, die es nicht kapieren wollen: Die öffentliche Hand Griechenlands hat zu viele Schulden gemacht. Und zwar nicht nur inländische Kredite, sondern auch ausländische Kredite in einem zu hohen Maße angehäuft. Die Mittel sind zum überwiegenden Teil in den Staatskonsum (z.B. Gehälter und Pensionen für den aufgeblähten Beamtenapparat) und in öffentliche Investitionen (z.B. öffentliche Gebäude) geflossen. Insofern sind diese Mittel dem Land zugeflossen und auch dort ausgegeben worden. Spricht: Der Staat hat über seine Verhältnisse gelebt.

Diese Schulden sind öffentliche Schulden und keine privaten Schulden. Davon ist auch bei der ganzen Schuldenkrise nie die Rede. Dennoch scheinen einige mit dem Ziel des Reinwaschens der griechischen Sünden, diese Schulden ins Spiel bringen zu wollen. Also: Die Kreditwürdigkeit ist wegen der Staatsschulden herab gestuft worden.

Unverschämt ist, dass der deutsche Steuerzahler für die Griechen aufkommen soll. Es wird Zeit, dass hier ein Riegel vorgeschoben wird!

@impartial

Machen wir doch schon durch die Steuern die wir abführen.

denn da steht, dass man die langfristigen Anleihen aus GR entsprechend
schlecht bewertet. Der Grund ist das erhöhte Ausfallrisiko, solle GR aus dem
Euro aussteigen (und der Währungsverbund künftig nicht mehr in Gesamtheit
für den Ausfall bürgen).

Ähnlich einer Firma mit nicht funktionierender Geschäftsführung und ohne klares Geschäftsmodell will Griechenland wohl wirklich ein "Präzedenzfall" für eine Staatsinsolvenz werden. Oder man findet weiterhin willfähige "Sponsoren".

Dann wird Berlin noch mehr "Staatsknete" in ein Loch ohne Boden versenken,
das sich schlussendlich als von vornherein nicht zu stopfen erweisen wird. Die Verantwortlichen dafür bei uns müssen im nächsten Jahr zum Glück zur Wahl.

Dann wird man sehen . . .

re perpetual

"Der europäische Kontinent ist überschuldet und überaltert. Niemand wird euch Geld leihen, weil es in Europa quasi niemanden mehr gibt der Geld erarbeiten und zurückzahlen könnte."

Sie argumentieren aus dem Agrarzeitalter. Damals war Wirtschaftskraft noch definiert als die Anzahl von kräftigen Armen, die eine Mistgabel oder eine Hacke bewegen konnten.

Kommen Sie mal im 21. Jh. an.

Es sagt

solange das Vermögen so ungerecht verteilt ist, wie es derzeit in Europa der Fall ist, der kleinste Teil der Bevölkerung besitzt den Großteil des Reichtums, und das in jedem Land, gilt es sich zu wehren!

Und: die Griechen sind nicht die einzigen, die hoch verschuldet sind, die USA sind auch nicht gerade wohlhabend!

Ich bin mir sicher, dass es bereits Finanzprodukte gibt, die auf eine Pleite Griechenlands wetten. Und interessanterweise kennen die Investoren wahrscheinlich die Chefs der Ratingagenturen. Nicht dass die Bewertung ein Verbrechen wäre, aber diese Verbindung und die Wette stinken zum Himmel...

@polterer

Wir sollten uns einfach auf das besinnen, was den Lebensstandard ausmacht, nämlich Waren und Dienstleistungen. Davon gibt es im Euroraum mehr als genug für alle. Niemand bräuchte zu hungern. Statt dessen beten wir den heiligen Mammon an, und was passiert? Die Leute wissen nicht, wie sie über die Runden kommen sollen, die Selbstmordrate in Griechenland steigt erheblich und dann faseln einzelne Foristen auch noch, die Griechen wären selber schuld, sie lebten ja über ihre Verhältnisse. Das ist zynisch. Und ja, lieber @Impartial, das, was Sie als Klassenkampfparolen des 19. Jahrhunderts bezeichnen, beschreibt die Situation ziemlich genau. Auch wenn man es vielleicht etwas eleganter ausdrücken könnte. Aber im Prinzip geht es darum, daß die einen alles und die anderen nix haben. Und wenn dann die, die nix haben, darum kämpfen das zu ändern, dann nennt man das Klassenkampf. Und das mögen die, die alles haben, nicht so gerne. Seltsam. Oder?

@Mr.Right1961

Ich bin einer von denen, die es nicht kapieren wollen, und mit Ihrer Argumentation überzeugen Sie mich auch nicht. Sie werfen hier viele Sachen durcheinander. Wenn Sie über "Gebäude" reden, in die Geld geflossen ist, meinen Sie wahrscheinlich Infrastrukturmaßnahmen. Ein seit Urzeiten in der EU übliches Procedere, lange vor dem Euro. Was den Beamtenapperat angeht, nun ja. Eigentlich fehlten mir hier noch die toten Rentenbezieher. Das ist Geld, was direkt in den Konsum geht, und da Griechenland die meisten Konsumgüter importiert, können Sie raten, wohin dieses Geld fließt. Ich würde mal drauf tippen zurück an die Kreditgeber. Das sind auch alles keine unüblichen Sachen, die nur auf Griechenland beschränkt sind. Wenn ich Ihrer Argumentation folge, dann leben wir alle über unsere Verhältnisse und müssen den Gürtel enger schnallen und harrrte Einschnitte erdulden. Diese Leier höre ich seit dem Zusammenbruch des Ostblocks. Seitdem sparen wir auch, und seitdem verschulden wir uns immer mehr.

@ Erich Erpel

"Verantwortlichen dafür bei uns müssen im nächsten Jahr zum Glück zur Wahl."

na und?
Schon mal was von "Listenplätzen" gehört? Da stehen genau diese Leute an vordersten Plätzen drauf und können weitermachen, ganz egal was wir "wählen" und noch viel egaler ob wir demonstrieren oder protestieren.

und das ganze schmückt sich noch immer mit dem Ehrenschild DEMOKRATIE

Wer Banken rettet rettet das Geld von uns allen

Ich liebe diese Menschen, die vorrechnen, wie viel besser es allen gehen würde wenn wir das Geld nicht in die Banken investiert hätten sondern lieber in etwas "sinnvolles". Ratet mal was mit eurem Erspartem passiert wenn hier plötzlich die ersten Banken pleite gehen und mit welchem Geld diese Banken gezockt haben. Genau - Mit deinem, meinem, unserem Geld. Wenn wir die Banken nicht retten ist das weg. Und damit ist keinem geholfen. Dass die Manager zu hohe Gehälter bekommen ist etwas ganz anderes.

Und mit dem Rating: Ich halte CCC für sehr optimistisch. Jeder weiß, dass dieses ganze Schulden System früher oder später zu Bruch geht. Für Griechenland vielleicht zu erst. Der Rest Europas wird folgen.

Immer wieder höre ich, dass böse Manager darauf wetten, dass Griechenland pleite geht. Dass würde nicht funktionieren, wenn noch viele an Griechenland glauben würden. Tun offenbar aber gar nicht so viele.

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