Kommentare

1,7% Wachstum

Verglichen mit dem Vorjahresquartal macht das ein Wirtschaftswachstum von 1,7%... nicht schlecht für ein entwickeltes Land, das zumal umgeben ist von Rezession. Weiter so Deutschland.

Die Wirtschaft boomt-die Psyche leidet

Das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat in seiner SOEP Untersuchung herausgefunden, das die materiellen Lebensbedingungen der Deutschen bei 75% in den letzten 10 Jahren nicht verbessert haben. Bei 25% sind sie sogar schlechter geworden. Ganze 15% erwarten sogar in den nächsten Monaten nicht genug Geld für den täglichen Bedarf und Gesundheitsvorsorge zu haben.
Jeder Dritte erwartet, daß er seinen Lebensstandart im Alter nicht halten kann.

Was nützt uns eine boomende Wirtschaft, wenn sie nur noch wenigen zu Wohlstand verhilft und den großen Rest in einer psychischen Dauerkrise beläßt?

Nichts
Danke für die Meldung

@Norden

Haben die auch untersucht, wie sich die materiellen Lebensbedingungen der Griechen, Portugiesen und Spanier in den letzten 10 Jahren entwickelt haben. Oder haben die vielleicht eine Glaskugel, die uns sagen wird, wie das Ergebnis in 10 Jahren aussieht, wenn man dann zurückblickt?

Deutschland hat durch die Agenda 2010, die als Reaktion auf die Wirtschaftskrise 2002 gestartet wurde, sicherlich eine langsamere Entwicklung eingeschlagen als andere. Hat uns das aus heutiger Sicht geschadet? Spannend wäre übrigens, wie die Entwicklung war, wenn man die letzten 20 Jahre oder nur die letzten 5 Jahre annimmt.

Sie sagen es richtig: es ist eine psychische Depression. Eine Einbildung.

Wachstum

Das ist sowieso nicht das Zauberwort.
Aber das verstehen die jungen, dynamischen Macher in dem Land nicht und erst recht nicht deren Berater.

Erst wenn auch die den Sessel räumen müssen und merken was es heißt nachts nicht mehr schlafen und sich am Tag nicht mehr konzentrieren zu können, dann werden die verstehen.
Allerdings dauert das gute 20 Jahre.
Solange werden auch die das tote Pferd reiten.
Wie bislang alle seit Beginn der Industrialisierung.
Klappt doch. Und auf Einzelschicksale kann man nun mal keine Rücksicht nehmen.

Re: Weiter so, Deutschland!

Vollzeitarbeitsplätze: rückläufig.
Unbefristete Beschäftigungsverhältnisse: rückläufig.
Reallöhne: rückläufig.
Zahl der Menschen, die ohne Sozialleistungen auskommen: rückläufig.
Gesundheitssystem: rückläufig.
Bildung: rückläufig.
Grundrechte: rückläufig.

Weiter so, Deutschland?

Tja, wenn wir in unserem

Tja, wenn wir in unserem Geiz-ist-Geil Wahn von den Herstellern und Dienstleistern billigste Produkte verlangen, können die ja auch keine unbefristeten Vollzeitarbeitsplätze mit angemessenen Löhnen schaffen. Schon mal genau hingesehen, wo die Niedriglöhner sitzen? Da, wo wir mit Begeisterung alles billige herkriegen! Naja, wenn wir alle demnächst für Niedriglöhne arbeiten, werden wir vielleicht schlauer! Nur ist es dann zu spät.

Wachstum

Ach ja, ich liebe es jede Woche auf's neue im Fernsehen und im Internet vom Wachstum zu lesen. Immer wenn es schlecht aussieht,kommen Meldungen über den positiven Wachstum.@ Glamorama,so kommt es mir auch vor,nurnoch 400€ Jobs, alles befristete Arbeitsplätze hier in meiner Stadt und Umgebung, Rentner kommen kaum mit ihrem Geld aus (letzte Rentenerhöhung war noch nicht mal höher als die Inflationsrate), Bildung geht immer weiter runter (im Fernsehen fängt schon alles an, DSDS,Bauer sucht Frau,DSDS Kids,Popstars,Germanys next topmodel,kommt nur mir das vor oder wird in Deutschland ununterbrochen nurnoch gesucht?^^).Als Arbeitsloser hat man heutzutage noch nicht mal die Wahl wo man arbeitet,man muss egal welche Stelle,annehmen. Und dann versteh ich das mit dem ständigen Wachstum auch nicht,wie kann man sich denn so daran festbeißen? Es ist einfach kein unendliches Wachstum möglich, Wachstum hört irgendwann auf. Wenn das heute die glänzenden Zeiten sind, will ich keine schlechten haben-.-

So ein Quartalswachstum ist

So ein Quartalswachstum ist natürlich eine Momentaufnahme. Das heißt ja nicht, dass alles gut ist. Aber in dem Umfeld der Weltwirtschaft derzeit, ist es auch eben einfach mal ein gutes Ergebnis.

Die Frage, die ich mir stelle, wenn ich einige der Kommentare hier lese, ist, auf welchem Niveau man in D eigentlich immer klagt. Klar, müssen wir Einschnitte hinnehmen. Die sinkenden Reallöhne haben uns aber auch wieder wettbewerbsfähig gemacht, die Flexibilität am Arbeitsmarkt (Teilzeit, Zeitarbeit) hat uns viele arbeitslose erspart, was der Allgemeinheit bei den aufzuwendenden Sozialleistungen zugute kommt.

Es gibt viele Dinge, die zu reformieren sind wie z.B. Steuer-, Renten- und Gesundheitssystem oder auch unser Förderalismus oder das Wahlrecht, aber deswegen muss man auch nicht alles schlecht machen. Es geht uns nämlich verdammt gut. Um Rechte zu bekommen, die wir haben und so wenig nutzen, lassen sich Menschen in anderen Ländern erschießen. Mir wird hier zu oft destruktiv gemeckert.

@carstenschoeps

Danke für den Kommentar!

Alte kapitalistische Kampfbegriffe

Ja, die gab es auch im Kapitalismus: Kampfbegriffe.
Nur daß wir sie nie als solche wahrgenommen haben und sie deshalb immer noch gebräuchlich sind.

Vor 30 Jahren gab es eine Art Symbiose zwischen den Begriffen Wirtschaft, Exporte, Wir und Deutschland.
Kurz gesagt: wenn das Wachstum stimmte, ging es allen mehr oder weniger gut.

Heute kämpft jeder für sich allein. Ein Wirtschaftswachstum kommt nicht automatisch in den Lohntüten an, oft sind Kürzungen die Voraussetzung für Wachstum.

Der Begriff "wir" umschreibt nicht mehr die Wirklichkeit der Großteils der Deutschen: wenn Kapitalbesitzer jubeln, haben die Leiharbeiter nichts zu lachen.

Die Politik hat aber kein Interesse für Differenzierungen, sie benutzt gerne die Kampfbegriffe und betreibt damit weiter die unseelige Spaltung, indem Teile der Bürger schlichtweg ignoriert werden.

Eine begriffliche Präzisierung würde auch den Statistiken guttun, sonst werden sie bald gänzlich ignoriert oder instrumentalisiert.

@carstenschoeps: Uns geht es gut

"Es geht uns nämlich verdammt gut"

Da liegt auch schon der Hase im Pfeffer: "uns".
Wir können sicher noch 20 Jahre so weiter diskutieren und uns am statistischen Mittel wärmen, und Sie hätten, statistisch, immer noch irgendwie recht.

Aber die wachsende Zahl derer, die unter diesen Mittelwert rutschen wird größer. Es sind diese Verschiebungen, die mir Sorgen machen, vor allem, weil sie gerne in offiziellen Statistiken verschwiegen werden.

Für jeden neuen Millionär stehen hunderte oder gar tausende, die sich mit 3-Monatsverträgen gerade so über Wasser halten können, oder eben nicht.

Das Thema "soziale Gerechtigkeit" steht beim Wähler fast gleich hoch im Kurs wie "Wirtschaft".
Auf Dauer werden wir uns prekäre Arbeit als "Kollateralschäden" unseres Wirtschaftsmodells nicht mehr leisten können.
Bei den vom Wachstum Abgehängten geht es nicht etwa um Schuld, sondern um die Frage, wie die Gesellschaft damit umgehen kann oder will.

Na, sowas von deutlich!

Die Politik wird nach dem Prinzip der Fuzzy-Logic beurteilt. Das bedeutet: kein Ding hat z.B. Größe an sich, sondern nur bezogen auf ein anderes. Ein Hund ist bezogen auf einen Floh riesig, bezogen auf einen Wal winzig.

Ein Wachstumsplus von 0,5% wird bei Angela Merkel als DEUTLICHER ZUWACHS gewertet, bei Herrn Schröder hätte man bei einem Gesamtwachstum von 0,9% bzw. 1,9% geschrieben, dass er mit seiner Politik das Land in den Ruin führt. Damals haben Westerwelle und Merkel rumgesäuselt, dass mindestens eine 3 vor dem Komma stehen müsse, damit das Land floriert. Das wurde auch so gedruckt. Davon heute keine Spur!

Irgendwie bin ich von dieser Dauerpropaganda für oder gegen jemanden absolut satt. Insbesondere kann ich mir diese fahrlässige Betrachtungsweise von Frau Merkels Politik nur damit erklären, dass sie die maßgeblichen Kreise saturiert. Und nur darauf kommt es wohl noch an. Eine objektive Berichterstattung vermisse ich in der deutschen Presse schon seit vielen Jahren

@Carstenschoeps

Was sehen sie denn eigentlich, Herr Schoeps?

Sie sehen einen ganz kleinen Ausschnitt einer ganz großen Misere, der mal gerade positiv ist.

Um es mal einfach auszudrücken.

Sie haben verrottete Fabrik in Bitterfeld und freuen sich darüber, daß der Getränkeautomat in der Kantine die letzten drei Monate funktioniert hat.

Gerade weil Deutschland auf einem so hohen Niveau stehen soll, ist es ja so schlimm, daß sie es nicht mal hinkriegen ihre komplette eigene Bevölkerung mit diesem System ausreichend zu versorgen.
Und was für ein komischer Trost, daß es anderen ja noch schlimmer geht. Das könnte auch eine Drohung sein. "Ja nicht dagegen aufzubegehren, das etwas verkehrt läuft in diesem Wirtschaftssystem."

Aber keine Angst, die Leute gehen nicht auf die Barikaden, sie gehen in die Depression.

Und unsere unfähige Regierung kann sich ...

... im Schatten des Wirtschaftswachstums prima Sonnen, bekommt ihre Steuern und können so weiter Klönen wie bisher.

Wozu sich in den Fetten Jahren sorgen machen?

Wachstum auf Kosten...

Wachstum auf Kosten der Arbeitnehmer? In naher Zukunft nur noch Dumpinglöhne um die Produkte über den Preis an den Mann/Frau zu bringen, kann man darauf stolz sein?

Hallo carstenschoeps,

wir haben über 2 Billionen Euro schulden.

Leihunternehmen sind nicht das wofür sie im Grunde gedacht waren.

Arbeiten bis 67?

Gefällt ihnen unsere Regierung?
Finden Sie gut was sie jahrzehntelang "Fabriziert" haben"?

Und Griechenland kann man auch kein deut helfen damit sie sich selbst helfen können.

Ich kann ihnen beliebig weitere Beispiele aufschreiben.

Jetzt denken Sie mal Positiv darüber nach.

@AlterSimpel

Völlig richtig!
In diesen schwachsinnigen Statistiken werden immer nur Durchschnittswerte betrachtet. Und die Zahl derer, die am Hungertuch nagen, wird immer größer.

"Wahlkampf"

Was sagt diese Statistik schon aus?
"Deutsche Wirtschaft wächst zum Jahresbeginn deutlich".
Mir kommt es so vor, als wenn wie beim Holzhacken vorgegangen würde:
Hauptsache schnelle Ergebnisse die einem Erfolg vorweisen.
Wir verbrauchen mehr Ressourcen als sich von alleine regenerieren können.
Wir nehmen das Verschwinden von lebenswichtigen Quellen des Wissens in Kauf, weil in der Schnelllebigkeit Werte untergehen.
Wenn Wirtschaftswachstum mit Lebensqualität bezahlt wird, stimmen dann die Statistiken?
Und - Pardon - dieses Gerede vom "Jammern auf hohem Niveau" empfinde ich als zutiefst unwürdig und kurzsichtig auf der Suche nach neuen und besseren Wegen.

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