Kommentare

Sinnlose Umfragen

Diese Umfragen sind so vorhersehbar. Natürlich wollen die meisten Greichen den Euro behalten. Die damit einhergehenden negativen Auswirkungen lehnen sie aber ab, was genauso logisch ist.

Genauso könnte man Fragen:

1) Wollen Sie günstige Benzinpreise?
2) Wollen Sie weniger Umweltverschmutzung?

Erst durch eine Gewichtung wird es sinnvoll aber auch ungleich komplizierter.

1) Wollen Sie lieber günstigere Benzinpreise oder weniger Umweltverschmutzung?

Und schon geht die Diskussion los und das ist auch der Grund, warum wir Parteien haben und eine repräsentative Demokratie.

Manipulative Verwendung von Umfragen

Die Umfragen von To Vima werden falsch interpretiert.

Seit Monaten ist es in Griechenland so, dass rund 80% im Euro bleiben wollen und gleichzeitig rund 80% die Sparpakete ablehnen. Die entscheidende Frage wäre also, zu welchem Kompromis bezüglich Sparpaket die Griechen bereit wären, um sicherzugehen, den Euro zu behalten.

Auch ist es nicht zutreffend, dass die politische Einstellung der Griechen sich in den letzten Tagen verändert hat. Was tatsächlich passiert, ist, dass die Griechen von kleinen Parteien, die die 3%-Hürde nicht geschafft haben, zu großen Parteien gehen, die die 3%-Hürde und ihre Ansicht vertreten.

Zu guter Letzt: die Umfrage bei To Vima hat bei der Zustimmung zu den Parteien keine signifikant anderen Werte herausbekommen als die anderen Umfragen. Bei der To Vima Umfrage wurden lediglich die Werte von Unentschlossenen nicht auf die Parteien verteilt. Nichts deutet darauf hin, dass die Wäher der sonstigen Parteien unter der 3%-Hürde auf 23,5% hochschießen werden.

Staatspräsident & Massenverarmung

Neuwahlen will der griechische Staatspräsident deshalb verhindern, weil er die marktwirtschaftskonforme Sparpolitik der staatstragenden Parteien ND (Konservative) und PASOK (Sozialdemokraten) unterstützt, obgleich sie die lohnabhängigen Griechen brutal verarmt, sodass die Leidtragenden des Marktwirtschaftssystems in noch größerer Anzahl als bislang jene Parteien wählen wollen, die mit der menschenunfreundlichen Sparpolitik des Staates, der als ideeler Gesamtkapitalist agiert, Schluss machen wollen.

Demokratie mit

Demokratie mit Umfrageergebnissen? Macht man das jetzt so? "Die meisten Griechen" legt also die beliebige Umfrage einer Tageszeitung fest?

Kommt bald der große Crash

Der gr. Bauer ist so hoch verschuldet dass selbst bis zum Ende der Zeit keine Rückzahlung mehr möglich ist. Natürlich muss man auch sparen. Aber mit Maß und Ziel. Was jetzt gemacht wird ist am Futter für die Kühe(Arbeitgeber) sparen. Die meisten geben bereits keine Milch mehr, viele sind verhungert. Die Menschen haben erkannt dass es keine Lösung ist immer mehr Kühe sterben zu lassen. Denn bedienen können sie die Schulden so oder so nicht mehr. Im Gegenteil mit dem Sterbeprogramm (Troika-Sparprogramm) wird die Leistungskraft nur noch viel stärker und schneller reduziert und GR steht in wenigen Jahren um vielfaches schlechter da. Als 2010 der Bankrott eintrat hätte man die Insolvenz durchziehen müssen. Wir erleben eh gerade den größten Schulden-Tsunami der Menschheitsgeschichte. Allein das Volumen der abgeleiteten Schuldverschreibungen hat das 12-Fache des Weltsozialprodukts angenommen. Anstatt zu löschen wird Benzin (mehr Schulden) ins brennde Haus gepumt. Der Knall wird entsp. größer.

"Die politische Einstellung

"Die politische Einstellung der Griechen" finde ich in diesem Zusammenhang eine schwierige Formulierung, weil DIE Griechen hier keine so homogene Gruppe darstellt.

Hier sollten Probleme durch die Art des Denkens gelöst werden, die sie erst hervorgebracht haben.
Nicht DIE Griechen haben das Land heruntergewirtschaftet, sondern korrupte Eliten, die aus Griechenland eine riesige Kleptokratie gemacht haben.
Zahlen soll die Zeche nun der Teil der Bevölkerung, der eh schon nicht in Saus und Braus lebt. Medienwirksam kommen dabei dann immer mal solche Dinge wie das Renteneintrittsalter durch, die aber nicht wirklich abbilden, wer hier die Sauerei zu verantworten hat.
Und was genau hat die EU getan? Sie hat Konkursverschleppung betrieben. Vor allem natürlich um den eigenen Banken zu ermöglichen, die Anleihen dem Staat aufs Auge zu drücken. Sie hat damit aber wenigstens Zeit für Griechenland gekauft.
Und zwar wem genau? Den Eliten.
Klar gehen "die Griechen" auf die Strasse.
Würd ich auch.

@ Bandolero

Sie fragen sich, zu welchen Kompromissen bzgl. Sparpaket die Griechen bereit wären, um sicherzugehen, den Euro zu behalten.
Ich bin mir sicher, dass das gemeine Volk zu Kompromissen berät wäre, wenn auch die Superreichen an den Kosten beteiligt werden. Dies würde das Leid, besonders der Unterschicht, schon etwas abmildern.
Es kann und darf einfach nicht sein, dass sich die griechische Elite komplett aus der Verantwortung zieht und sich aus dem Staub macht. Wie verroht müssen die sein, wenn ihnen die zunehmende Verelendung ihres Landes vollkommen am Ä.r.m.e.l vorbei geht.

Politik light ...

Am besten wir sparen uns einfach Wahlen und das einhergehende Prozedere.
Stattdessen lassen wir irgendeine überregionale Zeitung ne Umfrage starten z.B.
"Todesstrafe - Ja oder Nein?"
"Mindestlohn - Ja oder Nein"
"Euro -Ja oder Nein"
und so weiter und so fort.
Und wenn dann die ungefähr 1000 Befragten ihre Meinung dazu losgeworden sind, werden dem entsprechende Gesetze/Regelungen etc. erlassen.
Demokratie 2.0 - spart Zeit und Geld.

Soviel dazu.

ps: Könnte man übrigens gleich heut in NRW anwenden - einfach einen Querschnitt der letzten Umfrageergebnisse

letzten 3 Monate und von mindst. 3 Instituten z.B. Forsa oder der meist gelesensten und preisgekrönten Zeitung Deutschland (B...)

und jut ist.

...Wasch mich , aber mach mir den Pelz nicht naß.

78,1 v.H. wollen den EURO behalten ?
Politisch liegt aber in Umfragen unterdessen das radikale Linksbündnis vorn ?

Paßt irgendwie nicht zusammen.

Wen wollte man unlängst noch einmal abstrafen , bei der Wahl ?

Der Staat hat seine Bürger betrogen und die Bürger, nicht minder faul , ihren Staat.

Auch eine Form von Demokratie.

Neuwahlen sind angesagt.

Ulrich

ELITE ???

Liebe Mitkommentatoren,
was schreibt Ihr immer von Eliten?

Elite heißt "Auserwählte Beste". Diejenigen, die Ihr meint sind weder "auserwählt" noch die "Besten" einer Bevolkerung. Sie sind nur die größten Selbstbereicherer, die die Gesellschaft hervorbringt. Oder meint Ihr, unser Copy-Paste-Meister zu Guten.. sei Elite?

Das verkürzt das Problem zu sehr. In der FAZ erschien am 15.02.2012 ein herausragender Artikel "Das Land lebt seit seiner Geburt im totalen Bankrott" (findet google sofort). Steuerhinterziehung, völlige Mißachtung des Staats und des Gemeinwohls usw. sind uralte Massenphänomene und nicht auf die Eliten beschränkt. Es ist notwendig, reicht aber nicht aus, nur die Führungsschicht auszutauschen, die ganze Bevölkerung braucht eine Gehirnwäsche dahingehend, Steuerhinterziehung und Kredit-, Renten usw. -Betrug nicht mehr für ihr gutes Recht zu halten. Das Leben auf Kosten anderer ist im Kern das Wahlprogramm der radikalen Linken, die inzwischen knapp 30% der Stimmen hat. Diese Partei und ihre Wähler haben nichts begriffen, auch nach 2 Jahren Krise nicht. Deshalb: Raus!

Guten Morgen Ich habe die

Guten Morgen

Ich habe die Sprüche noch im Ohr:
Allen voran unser Herr Schäuble.
Sinngemäß:
Griechenland muß sich an die Sparprogramme halten sonst gibts kein Geld !

Zitat:
Unterdessen will offenbar eine überwältigende Mehrheit der Griechen den Euro behalten - ungeachtet des Wahlerfolgs von Parteien, die das EU-Sparprogramm kippen wollen. In einer Umfrage der Zeitung "To Vima"...

Hm ?

Also zählt jetzt die Umfrage eine Tageszeitung mehr als demokratische Wahlen ???
Muß jetzt solange neugewählt werden bis das Ergebniß passt ?

Egal was jetzt in Griechenland passiert:
Es werden wieder Milliarden fließen.

Die gestrigen Meldungen gehen ganz klar in diese Richtung:
Juncker:
... Zeitplan auf den Prüfstand stellen und die Verträge mit Griechenland im Zweifel nachbessern.
...kein Problem damit, dass Griechenland ein Jahr mehr zur Umsetzung..bekomme,

Wolfgang Schäuble schloss weitere europäische Hilfen für Griechenland ausdrücklich nicht aus.

Was soll sowas ?

Pleite ist das Ende der Selbstbestimmung

in jeder Kommune, jedem Landkreis und auch für Private. Warum soll das für Staaten anders sein? Außer Weltbank muss es Konkursverwalter für Staaten geben. Die müssen von Weltmilitär und Weltpolizei begleitet werden. Und etliche griechische Politiker kommen wegen Betrug für einige Jahre ins Weltgefängnis.

Euromanie

„Unterdessen will offenbar eine überwältigende Mehrheit der Griechen den Euro behalten - ungeachtet des Wahlerfolgs von Parteien, die das EU-Sparprogramm kippen wollen.“

Die Tatsache, wie oft das wiederholt wird und die Art wie das formuliert wird, legt in mir die Vermutung nah, dass irgendwie versucht wird, die Meinung politisch zu steuern. Man müsste nicht auf einer Tatsache so dermaßen herumreiten wenn es selbstverständlich wäre. Aber irgendwer scheint hier ganz große Angst zu haben, dass es anders kommen könnte und versucht uns einzutrommeln, wie viele doch den Euro behalten wollen.

Neuwahlen wären sinnlos...

Längst geht es nicht mehr darum, welche Partei das Land am besten voranbringen könnte. Voran geht nichts mehr.
Vielmehr wäre eine gezielte Volksabstimmung hilfreich um klare Verhältnisse zu schaffen.
Das Volk sollte entscheiden ob es den Euro weiterhin will incl. aller Konsequenzen wie Spardiktat und Reformdruck. Oder ob man lieber aus dem Euro raus will incl. aller Konsequenzen.

Danach sollte aus den fähigsten Kräften des Landes eine Übergangsregierung gebildet werden die den Auftrag hat den Willen des Volkes umzusetzen.

Neuwahlen sollten erst wieder stattfinden nachdem die Krise überwunden ist.

quält die griechen!

Ich bin immer wieder überrascht, wie viel Überheblichkeit und Haß bei vielen Kommentatoren zu finden ist, wenn es um Griechenland geht. Warum eigentlich? Bei Lichte betrachtet ist die Staatsverschuldung des Landes nur unwesentlich dramatischer als die unsere. Außerdem ist Griechenland ein wirtschaftlicher Zwerg, der 2% des europäischen Bruttosozialproduktes erwirtschaftet. So ein Land rettet man aus der Portokasse, wenn man wirklich das Land retten will. Des weiteren schenken "wir" "den Griechen" kein Geld sondern leihen es bzw. bürgen dafür. Wenn die Krise vorüber ist, wird zurückgezahlt. Wenn allerdings das System zusammenbricht, dann bleiben die Gläubiger auf den Schulden sitzen. Sollte GR zur Drachme zurückkehren, würde genau das passieren.

Also, liebe Mitkommentatoren, zieht bitte die Lederklamotten aus und legt die Peitsche weg, mit harrrten Sanktionen kommen wir hier nicht weiter. Der Patient liegt bereits am Boden.

@ forscher

Sie haben Recht!
Ganz Griechenland muss umdenken, auch der kleine Mann. Nur, wenn die Sparmaßnahmen gerecht verteilt werden, wird es für alle erträglicher.
Griechenland und alle Wackelkandidaten müssen trotzdem aus dem Euro raus. Evtl. wäre der Süd-Euro für diese Länder eine Lösung.
Dann kann mit Hilfe der EU eine Kehrtwende beginnen in Bezug auf einen demokratischen Sozialstaat mit funktionierendem Finanz- u. Verwaltungswesen.
Für manche Beamte wird die Umstellung besonders schwer sein, wenn sie sich von lieb gewonnenen Bequemlichkeiten trennen müssen. Geht aber nicht anders. Auch bei uns in Deutschland können Beamtenstellen nicht mehrfach besetzt werden. Die meisten Deutschen müssen sich ihren Unterhalt hart erarbeiten.

Den Griechen ist nicht zu helfen!

@forscher
Sehr guter Artikel! Er beschreibt GR, wie es heute ist, ist aber leider von 1858, es hat sich also nichts geändert.

Die Griechen denken nicht anders, als viele hier auch.
(Wir sind ja Deutsche, also) erste Frage: Wer ist schuld? Antwort: Die bösen Banken, böse Frau Merkel, böse Frau Lagarde, böse Politiker, böse Reiche, böse EU usw. Nur man selbst nicht! Der Staat sind ja schließlich die anderen.

Hinzu kommt völlige Unwissenheit und Ignoranz über die Zusammenhänge:

  • Wir sind überschuldet? Dann gehen wir halt in die Pleite und fangen neu an. - Aber Ihr könnte auch so Eure Ausgaben nicht zahlen! - Dann nehmen wir neue Schulden auf.
  • Wir gehen zurück zur Drachme, werten diese ab und sind auf einmal wettbewerbsfähig. - Ja, aber zum Preis der Inflation und mit welchen Produkten? - Produkte? Haben wir nicht, aber egal, auf jeden Fall sind sie günstig!
  • -
    Deswegen: Lasst GR den Bach runtergehen! Wenn dann endlich ein Sinneswandel kommt, gibt es auch wieder eine Zukunft!

    @Tarantus--10:55

    HAllo

    Vielmehr wäre eine gezielte Volksabstimmung hilfreich um klare Verhältnisse zu schaffen.
    Das Volk sollte entscheiden ob es den Euro weiterhin will incl. aller Konsequenzen wie Spardiktat und Reformdruck. Oder ob man lieber aus dem Euro raus will incl. aller Konsequenzen.

    Das wäre Demokratie in Reinkultur.
    Genau das wollte Papandreous doch schon im November 2011.
    Aber allein schon das Wort "Referendum" ließ die Aktienkurse absacken und sorgte bei den Eurokraten für Panik.

    Das fanden "die Märkte" natürlich gar nicht gut..
    Also war nix mit Volksabstimmung.

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-11/boerse-griechenland

    Glauben sie wirklich das es heute anders laufen würde ?

    Darstellung: