Ihre Meinung zu: Ein Jahr nach Fukushima: Japan diskutiert die Energiewende

8. März 2012 - 4:50 Uhr

Fast alle der 54 Atomreaktoren in Japan sind vorübergehend vom Netz. Von einem Ausstieg kann dennoch keine Rede sein. In den großen Parteien herrscht weitgehend Konsens, dass man auf die Atomenergie noch nicht verzichten könne.

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Kommentare

woher kommt der Strom

Wenn fast alle AKW in Japan abgeschaltet sind, woher beziehen die den Strom?

Fragt sich
Der Gunter

Der Konsens herrscht auch...

Der Weiter-Atom-Konsens herrscht auch...bei Siemens ...nur die grüne Bühne für das Volk ist wichtig....laaaach

Unglaublich, man beginnt zu diskutieren,...

aber die Diskussion ist ja bekanntlich ein Anfang und die Menschen sind wütend und verzweifelt so belogen worden bzw. so leichtgläubig gewesen zu sein, insofern herzlichen Glückwunsch.

Wie kürzlich im Rahmen einer Sendung (Feierstunde: 1 Jahr Fukushima), hätten in Japan erdbebenbedingt nie Atomkraftwerke gebaut werden dürfen.

Mir sowieso schleierhaft nach Hiroshima und Nagasaki, wie das möglich war.

Vermutlich wegen der selben zuweilen staatsgetragenen Lobby, die in Japan, den USA, Frankreich und anderswo dafür sorgt, dass Informationen zu den Gefahren der Atomkraft bzw. tatsächlichen Geschehnissen auch tatsächlich klein gehalten werden.

@Gunter schaut i...

Nun gut, auch in Japan betrug der Anteil der Kernenergie 2009 "nur" 24% am Stromverbrauch - bis Anfang 2011, was mit 2009 etwa 300 TWh aber immerhin schon fast der Hälfte des deutschen Verbrauchs entsprach.

Der Rest waren 2009 ca. 650 TWh fossil, fast 100 TWh Wasserkraft und marginal etwas sonstige Erneuerbare.

Gesamtstromverbrauch pro Kopf um ca. 88% über dem Deutschlands (2009) bei etwa 56% mehr Einwohnern - kein Wunder bei - nun sicher ehemals - beheizten Klobrillen und sicher anderen Feinheiten, die man sich in gefährlich-vermeintlicher kernenergetischer Unerschöpflichkeit nun mal so leistet.

Trotzdem sollten wir uns nicht als was Besseres fühlen; beim Gesamtenergieverbrauch (also inkl. Wärme und Mobilität) je Einwohner steht Japan besser da als wir!

Weiß auch nicht warum; kann jemand weiter helfen?

@Klako

Ja aber die Strukturen werden brechen, wenn tatsächlich ein Großteil der KKW ausbleiben würde - davon ist doch auszugehen?

Oder muss wirklich erst das nächste schwere Beben - lt. gestriger Sendung im ZDF für die nächsten 4 Jahre hochwahrscheinlich erwartet - den oder die nächsten Gau(s) bringen?

@lefour

Quellen bitte!

Abwarten

Es mag sein dass sich noch keine wirkliche Energiewende in Japan vollzogen hat, aber die Bevölkerung hegt doch zumindestends tiefes Misstrauen.
Wenn die ersten Arbeiter an Krebs erkranken und die Spätfolgen deutlich sichtbar sind wird sich dort vielleicht noch einiges bewegen - zumal die Bereitschaft zur Kritik allgemein gestiegen ist und die Leute langsam aus ihrem Trauma erwachen.

Mit dem Verzicht auf Neubau von AKW's würde sich Japan was den Fortschritt hier angeht schonmal ein ganzes Stück weit in die richtige Richtung bewegen - wenn es einer schafft alternative Technologie zum AKW zu bauen dann doch am ehesten die Japaner.

Woher soll Japan seine

Woher soll Japan seine Energie beziehen??

Wie kann man nur soooooooooo blind sein??

Japan gilt als Land der Vulkane - mehr als 50% der Fläche sind faktisch unbewohnt/unbewohnbar
und
Erdwärme/Geothermie gibt es dort faktisch an JEDER ECKE

nur man nutzt sie nicht - völlig unverständlich.

Die ach so fortschrittlichen Japaner gehen lediglich in den heissen natürlichen Quellen baden
*kopfschüttel*

Geothermische Kraftwerke gab es schon Ende des 19. Jahrhunderts (Italien).

Für sich genommen hat so ein Kraftwerk eine geringe Leistung (15-30 MW) - nur sind diese dann aber auch in beliebiger Stückzahl fast überall errichtbar.

Selbst bei einem schweren Erdbeeben besteht lediglich die Gefahr - dass da Dampfleitungen platzen können.

Heutige Geothermische Kraftwerke müssten nicht mal extra entwickelt werden - die werden schon seit 30 Jahren aufgestellt und betrieben.

wenns nicht Atomkraft ist

dann sind es fossile Brennstoffe - wie bei uns auch. Jeder kann gerne Nachlesen wie viel in Kohlekraftwerke investiert wurde seit dem Ausstieg von Rot-Gruen.

Ob Solartechnik Hi-Tech im Vergleich zur Atomspaltung ist - darueber laesst sich auch streiten.

Es gibt nur ein paar Arten von regenerativen Energien und Solarstrom gehoert meiner Meinung nach nicht dazu. Die Energiebilanz ist dafuer zu schlecht.

Bevor einer wieder mit irgendwelchen Statistiken umsich wirft soll er bitte Nachlesen wie hoch der Reinheitsgrad bei den derzeitigen Si-basierten Solarzellen sein muss, und wie viel Energie benoetigt wird dies herzustellen.
Auch die Entsorgung wird ein (Problem)-Muell.

@Grunzebär

"Die Japaner sind ein Volk, das vorwärtsgewandt ist und Hochtechnologie in fast bizarrer Weise liebt und verehrt.
Die Deutschen sind ein Volk das rückwärtsgewandt ist und sehr große Angst und Misstrauen vor jeder Art Hochtechnologie hegt."

Ihre Analyse, dass viele Deutsche eher kritisch gegenüber neuen Technologien eingestellt sind, ist vermutlich gar nicht falsch. Gerade deshalb sollte jedoch der Wunsch der Bevölkerung nach dem Abschalten der Kernkraftwerke berücksichtigt werden. Ich denke daher, dass der Ausstieg in Deutschland richtig ist. Ein großer Teil der Stromerzeugung findet auch derzeit schon durch Kohlekraftwerke statt. (Diese haben eine deutlich größere Akzeptanz in der Bevölkerung). Außerdem besteht auch noch die Möglichkeit bei Versorgungsengpässen Strom zu importieren.

Radiophobie

Hier sollten sich einige Leute mal vor Augen halten, dass die Ursache des Supergaus ein Tsunami in Folge eines Erdbebens war, welcher mehr als 10.000 Tote gefordert hat. Schwere Erdbeben gibt es in der Region ständig. In einem Nachträglichen Sicherheitsbericht wurde Herausgefunden, dass eines welcher zu einem Tsunami führt der die Schutzwälle überwindet in etwa alle 150 Jahre (Also im Vergleich für 50 Jahre Laufzeit ein Ausfallrisiko von 33! %) stattfindet.
Wenn man dies jedoch weiß, wieso mussten dann 10.000de dem Tsunami zum Opfer fallen? Zur Verhinderung von Strahlentoten werden unsummen pro Erfolg investiert. In manch anderen Bereichen hätten mit selbiger Investition ein vielfaches erreicht werden können.

Vergleiche mit Hiroschima und Nagasaki sind zudem völlig daneben, es fordert auch niemand weltweit das Feuer zu verbieten weil durch das Prinzip der Oxidation Kugeln beschleunigt werden können welche täglich unzählige Menschen töten.

@Spoing - Die Kernschmelze in Block 1

... geriet nachweislich schon durch das Erdbeben, also bevor der Tsunami die Küste traf in Gang.

hey japaner, das geht auch

hey japaner, das geht auch GANZ ohne Atom, siehe Deutschland.

Immer noch nichts gelernt? Dabei hatten wir weder Atombombe noch unfall, weit weg, in der ukraine, und Fukushima, das hat uns genügt.

Und was macht ihr? Euch kann man nicht mehr helfen. Das steht für mich als Symbol für Blindheit und Ignoranz, trotz dieser Vorführung eines Megagaus noch weiter zu machen

Schämt euch. Die ganze Welt sollte sich über Atomkraft schämen , wenn sie das weiter machen will-
Und die ganze Welt wird von Unglücken betroffen sein

@Grunzebär

Sie vergleichen da Äpfel, ich würde ja fast sagen mit Birnen, aber Ihr Vergleich ist ja so weit her geholt, dass Kartoffeln schon eher passen würden. Atomstrom ist nicht Hochinnovativ! Was ist daran Innovativ den Menschen vor zu gaukeln, dass es sicher und billig sei? Sicherheit haben wir erst letztes Jahr gesehen. Ok, man könnte sagen, Verkettung unglücklicher Umstände. Tschernobyl? Ok, das Land war vielleicht nicht so Hochtechnitisiert wie sie es nennen würden. Was ist dann mit Herrisburg in den USA? Es ist meiner Meinung nur eine Frage der Zeit bis das nächste Land wieder nicht aus Fehlern lernt. Billig bestimmt, aber nur für die Konzerne die sich mit Transport und Sicherung nicht befassen müssen. Kernfusion wäre dann die Kartoffel zur Atomenergie. Grade in Europa und Deutschland wird am meisten an dieser Technologie geforscht und im Gegensatz zur Spaltung entsteht nur eine geringe und vergleichbar kurze Strahlung. Antimaterie? Momentan auch schon erzeugbar aber in Mengen die zu kei

Berechnung lachhaft

Diese Berechnung kann doch nur zweifelhaft sein, wenn die enormen Kosten nur zu einem "leichten" Anstieg der Atomstromkosten geführt haben. Vermutlich wurden die Kosten die die Bevölkerung trägt gar nicht miteinbezogen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass in diesem Ausschuss nur Atom-Befürworter aus früheren Zeiten sitzen.

Leider ist das japanische Volk viel zu Obrigkeitsgläubig (noch wesentlich schlimmer als die Deutschen), als dass dort in der Gesellschaft wirklich etwas passieren würde.

Atomkraft und Öffentlichkeit

In Japan ist die Presse eben noch nicht von grünen Aktivisten gekauft worden sondern frei.Unsere wirkliche Meinung zu den Dingen wird doch hierzulande in den Medien garnicht wiedergegeben. Japan wird weiter auf Atomkraft setzen und hat als Wirtschaftsmacht keine andere Wahl. Da F&E in der Atomwirtschaft in Europa quasi zum Erliegen gebracht wurde sieht man in Japan da ein riesen Potential.Gut so!

Japan bleibt Pro Atom

Japan wird keine Energie wende erleben!
Der Staat und die Atomlobby weiß das zu verhindern.
Der ehemalige Gouverneur von Fukushima wurde nach seinen kritischen Aussagen gegen die Atomenergie und TEPCO mit Hilfe einer inszenierten Korruptionsaffaire abgesägt.
Das A-Kraftwerk darf nur von verlesenen Reportern besucht werden und die freien Reporter bekommen keinen Zutritt.
Ein Reporter der heimlich als Arbeiter getarnt eingedrungen war wurde von Tepco verklagt und darf seine Ergebnisse nicht veröffentlichen.
Seine Aufnahmen zeigen jedoch das es keine Kaltabschaltung gab worauf TEPCO bekannt gab das man von einer Kaltabschaltung spreche, weil die Lage unter Kontrolle sei.
Ein Ingenieur erkannte bei der Untersuchung des zerstörten Kraftwerks mehrere Mängel die schon vor der Katastrophe da waren und verschwiegen wurden auch ihm wurde gedroht.

Japan und Tepco betrügen die ganze Welt mit einer riesigen Propagandainitiative, weil man das Ende der Atomenergie Weltweit fürchtet.

@Mayhem Zur Berechnung // Allgemein

Ich glaube sie, wie auch viele andere Menschen, unterschätzen massiv die Menge an Energie die Kernkraftwerke produzieren. Cattenom hat, iirc, etwa dieselbe Jahresleistung wie die *gesamte* in Deutschland bis 2010 installierte Windkraft; ein Gramm Uran hat etwa den Energiegehalt von drei Tonnen Kohle.

Insofern: nein, das ist durchaus realistisch und selbst wenn man horrende Kosten pro GAU annimmt, also im Bereich 100ter Milliarden, dann erhöht das die Kosten pro Kilowattstunde nur um einige Cent.

Insgesamt halte ich Deutschlands, aber bedingt auch Japans Haltung für falsch: man sollte gerade neue Kraftwerke bauen und die unsicheren alten Kraftwerke abschalten oder zumindest wirklich nachrüsten. Mit Nachrüstungen für wenige zehntausend Euro wäre Fukushima nicht passiert, genauso wenig bei Kraftwerken aus den 80ern, geschweige denn heutigen Kraftwerksdesigns.

Ich halte nichts davon Technologien zu verbieten, weil frühe Implementationen schlecht waren...

@grunzebär

Ich kann ihrem Kommentar nur voll und ganz zustimmen.

Gemessen an der maximal möglichen Ausbeute pro Treibstoffmasse ist die Nukleartechnik die fortschrittlichst mögliche Variante, die uns die Naturgesetze bietet.

Allerdings sollte man technischen Fortschritt nicht losgelöst von den potentiellen Gefahren betrachten. Genau das ist aber das Problem der lobbygesteuerten Politik!

@8:32 — TimeTraveler

Was soll nun so unfortschrittlich daran sein, dass in einem KKW letztendlich eine Dampfturbine läuft? Ist in einem Kohlekraftwerk doch genauso? Der Diskussionsbedarf über KKWs liegt doch beleibe nicht in ihrer Funktionsweise, sondern eher in der Entsorgungsproblematik etc. pp.

Und der Satz "Kernfusion: Absolut unausgereift. Hilft nur großen Energiekonzernen. Einen Reaktor haben wir bereits, am Himmel.", was soll uns das sagen? Wo hat die Kernfusion bereits großen Energiekonzernen geholfen? Der Reaktor am Himmel funktioniert ganz wunderbar, die Chancen der Kernfusion sind fantastisch, sollten wir nicht eher ein wenig mehr Geld da reinpumpen um sie auszureifen?

Nebenbei habe ich mittlerweile einen mehr als nur leichten Würgreflex, wenn ich (gerade im öffentlich-rechtlichen) Worte wie "Atomkraftwerk", "Atomkraft" usw. lese... Oh Himmel, es sind KERNkraftwerke, es dreht sich um KERNenergie! Wenn ich ein Stück Braunkohle anzünde, das ist "Atomenergie"...

@Fliege // Situation in Japan

Naja, ganz exakt wäre es zu sagen, dass dieser Kraftwerkstyp Atomkernenergie nutzt. Atomkraftwerk oder Kernkraftwerk sind halt typische Kurzformen.

Was nun die Situation in Japan angeht, so hat der massive Import von fossilen Energieträgern ein riesiges Haushaltsloch gerissen und gerade deshalb will die japanische Regierung so schnell wie möglich einige der KKWs wieder ans Netz kriegen. Das der Strom nicht ausfällt liegt ausschließlich daran, dass da derzeit Gaskraftwerke auf Hochtouren laufen und die Japaner effektiv Spitzenlastkraftwerke für Grundlast verwenden.
Asahi hatte berichtet, dass das Handelsdefizit von allein 5.4 Milliarden Dollarn im Januar fast vollumfänglich durch die notwendigen massiven Importen von Flüssiggas entstanden ist. Ökonomisch begeht Japan, wenn es die AKWs nicht wieder hochfährt, in kürzester Zeit Selbstmord.

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