Kommentare - Intersexualität: "Genitaloperationen müssen verboten werden"

23. Februar 2012 - 11:26 Uhr

Es gibt Menschen, die sind weder Mann noch Frau, sondern intersexuell. Sie haben weibliche und männliche Geschlechtsmerkmale. Wenn Kinder so auf die Welt kommen, hat man sie bisher meist operiert, um ein Geschlecht festzulegen. "Diese Verstümmelung muss aufhören", sagt die Expertin Lucie Veith tagesschau.de.

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Kommentare

Danke Lucie Veith

Den Menschen Mensch sein lassen!

Mehr braucht nicht gesagt zu werden!

Das sind echte Probleme,

über die die meisten "normalen" Menschen - mich schließe ich da ein - wohl noch nie wirklich nachgedacht haben.

Ein tolles Interview... ich hoffe, die Ansichten von Frau Veith setzen sich durch...

viel Erfolg!

Intersexualität

Wow, ich halte mich schon für gebildet, aber echt, ich habe das nicht gewußt, was ich hier über Intersexualität gelesen habe. Also zuerst einmal Danke für den Mut, das so offen auszusprechen und danke für den Mut, das auch noch zu publizieren.
Natürlich kann ich Lucie Veith nur zustimmen.
Das einzige, das ich schwierig oder auch seltsam finde, ist der Begriff Intersexualität. Das klingt so wenig menschlich, eher technisch..... Vielleicht findet sich dafür ja mal was anderes.....

Es sind Menschen

Und wieder mal sind Religionen aller Art, schuld an dieser Geschlechterfrage.
Welche Religion lässt einem Inviduum die Frage nach Sex und Geschlecht freien Lauf,die grossen jedenfalls nicht.
Beschneidungen und Verstümmelungen aller Art sind an der Tagesordnung.
Oder sogar vorgeschrieben.
Vielleicht ist die Mehrzahl dieser Intersexuellen auch nur Opfer der sinnlosen Hormongaben aus der Fleischproduktion.
Man sollte einfach die Betroffenen selbst entscheiden lassen wenn sie dazu in der Lage sind.
Schade mir ist es noch nie passiert mich mit solchen Menschen zu unterhalten.
Und eben das sind sie, Menschen wie wir alle !!

Normierungswahn

Der Zwang in unserer Gesellschaft, alles und jeden in eine bestimmte Norm pressen zu müssen, sollte ernsthaft und grundlegend überdacht werden.
Schon vom Säuglingsalter an werden Richtwerte erstellt, an die Kinder angepasst sein sollten, sonst befinden sie sich außerhalb der "Norm".
Diese Normierungswut verunsichert Eltern, schon leichte Abweichungen machen jungen Eltern Sorgen und beschäftigen ein Heer von Ärzten, Psychologen und Therapeuten.

Weiter geht es dann in der Schule, wehe ein Kind weicht vom Verhaltens- und Leistungsstandard ab!

Ein Mensch ist zuerst einmal Mensch. Wohin er sich entwickelt, das sollte man diesem Menschen von Kindheit an selbst entscheiden lassen. Abweichungen sollten erst korrigiert werden, wenn es der Wunsch des Betroffenen ist, bzw. ein entsprechender Leidensdruck besteht.

Ansonsten kann man es einer aufgeklärten Gesellschaft ruhig zumuten, dass jemand "anders" ist. Soviel Toleranz darf man heutzutage ruhig erwarten.

In erster Linie Mensch!

@patt
Wir brauchen keine Geschlechtszuweisung!
Bis zur Pubertät sollte es so bleiben wie es ist und erst dann kann ein Mensch selber entscheiden was er sein will.

Einen Menschen macht nicht das Geschlecht aus.

Einen Menschen zeichnet seine Liebe zu sich selber und zu anderen aus und die Würde und Kompetenzen die er hat.
Mehr braucht es nicht.

Wir lieben ja auch eine Katze bedingungslos sie muss uns nichts beweisen.
Würden wir unsere Kinder bedingungslos lieben,sie würden glücklicher aufwachsen.Kinder müssen immer funktionieren..z.B.
gut in der Schule = Liebe
schlecht in der Schule = Liebesentzug
Besser sollte man mit dem Lehrer reden, warum das so ist.

@Demontjoie
Leben und Leben lassen!!!GENAU

Ich kann Frau Veith nur

Ich kann Frau Veith nur beipflichten. Jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass viele Eltern sich trauen würden, ihr Kind mit "uneindeutigen" Geschlechtsmerkmalen aufwachsen zu lassen. Zu groß ist die Diskrimenierung in der Gesellschaft.Ich wüsste nicht, wie ich als junge Mutter reagiert hätte.

Da die Natur nichts umsonst

Da die Natur nichts umsonst macht, kann jeder Eingriff des Menschen, das Gegenteil von Gut bewirken. Das Gegenteil von gut ist richtig böse, nämlich "gutgemeint" !
Dies fällt unter eins der letzten morologischen Gesetzte. Es ist gefährlich, wenn Dumme fleißig werden.

Wundervoll!

Liebe Tagesschau: Danke, das Sie einen Artikel mit einem für unsere Gesellschaft so hochsensiblen Thema publizieren! Dier Artikel war wunderbar zu lesen. Er hat in mir das Bedürfnis geweckt meine Bildung im Bezug auf dieses Thema zu intensivieren und meine Meinung noch einmal zu prüfen! Bravo!

Die Irrtümer der Natur?

Es gibt wohl mehr Minderheiten als wir uns träumen lassen, denn die "Spielarten der Natur" auf Kosten der Lebewesen scheint unendlich zu sein und hinterlassen bei den Betroffenen im Kontakt mit den "sogenannten Normalen", tiefe Traumata. Die Normierungswut der Gesellschaften der sogenannten Normalen, trägt ihres dazu bei die davon Betroffenen noch mehr sozial und psychisch zu isoliert werden. Fehler passen nun mal nicht ins Weltbild eines unfehlbaren Monotheismus oder sonstigen Gesellschaftsbildes. So wie wir lernen müssen mit unseren eigenen Fehlern und der anderen umzugehen, müssen lernen mit vermeindlichen Fehlern der Natur umzugehen! Vielleicht hilft ja da ein wenig die seit 2000 Jahren angemahnte "Barmherzigkeit" im Umgang miteinander.

"Männlich oder Weiblich" ???

Chapeau "Mensch" Veith!

Wie die meisten hier Mitdiskuttierenden kenne ich diesen Zustand (Problem ist es keins) nur aus der Tier- und Pflanzenwelt.
Sehr gutes Interview, das wohl die meisten erst für dieses Thema sensibilisiert.

Es ist richtig @patt, die Geschlechterfrage ist seit Jahrtausenden bereits kulturell angelegt und aus heutiger Sicht wahrlich nahezu unredigierbar.

Vielleicht wäre ein allererster Schritt, in den ERP-Systemen der Bundesdatenbanken die Spalte "Geschlecht" zu löschen und von offizieller Seite nur noch über Menschen und nicht mehr über Männlein und Weiblein zu sprechen und zu entscheiden.

Die Unterscheidung der Geschlechter dient mehrheitlich ohnehin nur der Bevorzugung des einen und damit automatisch der Diskriminierung des andern Geschlechts - heute links- und morgen rechtsrum je nach Tageslaune.

Damit würde zwar die Emanzipation auch auf dem Scheiterhaufen der Geschichte landen - nicht schlimm, widerspricht sie doch ohnehin dem Fokus "Mensch

@Habibi

"Und wieder mal sind Religionen aller Art, schuld an dieser Geschlechterfrage."

Natürlich. Religionen sind auch Schuld an regnerischen Sonntagen, Glatteis und der Eigenart der Menschen immer einen Sündenbock zu suchen der an allen Verfehlungen Schuld ist.

@Aar
"Da die Natur nichts umsonst macht, kann jeder Eingriff des Menschen, das Gegenteil von Gut bewirken."

Sie unterstellen der Natur einen Willen, das halte ich für... mutig. Der "Sinn" hinter vielen Variationen ist dass durch Mutationen möglicherweise eine vorteilhafte neue Eigenart zu schaffen. ABER: Mutationen geschehen ungezielt. Für jeden Spatzen der dank Mutation seinen Fressfeinden besser entgehen kann gibt es genügend Spatzen die aufgrund nachteiliger Mutationen selbigen Feinden zum Opfer fallen.

Und ich denke auch Sie sind nicht der Meinung dass die Natur aus gutem Grund einige Kinder mit einer Schilddrüsenunterfunktion auf die Welt kommen lässt die ohne Behandlung hormonell bedingte geistige Behinderungen davontragen.

Ja, wohl eher verbieten

Ich denke, ich muß der Argumentation von Frau Veith folgen: genauso wie Genitalverstümmelungen sollte auch die Entscheidung über das Geschlecht nicht den Eltern überlassen werden.

Das spräche für ein Verbot, sollte aber von Maßnahmen flankiert werden, wie etwa die Erwähnung dieses Umstandes im Sexualkundeunterricht.

Allerdings zöge diese Entscheidung einen Rattenschwanz an Konsequenzen nach sich: nicht nur beim Personalausweis, auch bei allerlei Arten von Versicherungen oder etwa Bewerbungen.

Es wäre wünschenswert, wenn wir uns in der Gesellschaft nicht immer wieder mit den altbekannten menschlichen Konstanten wie Gier, Mißgunst oder Gewalt herumschlagen müssten, die schätzungsweise 90% der Nachrichten ausmachen, sondern endlich mal Zeit für etwas menschlichen Fortschritt hätten, der auch die Fragen dieses Artikels beinhaltet.

Guter Artikel!

Es freut mich, dass dieses Thema von der Tagesschau ins öffentliche Blickfeld gerückt wird.

Ich kann Frau Veith überwiegend zustimmen.
Diese strenge Unterscheidung zwischen Mann/Frau oder auch z.B. die Diffamierung der früher als krankhaft angesehen Homosexualität sind allesamt kulturelle Konstrukte, die die frühen Gesellschaften stabilisieren sollten.

Aber auch in der Natur gibt es Intersexualität und auch Homosexualität und anderes.

Es macht Hoffnung

für die Menschheit die sich mit Jahrhundert bis Jahrtausendjährigen Tabuthemen, heute beschäftigt.

Man muss sich das mal vorstellen, noch vor wenigen Jahren, war so eine öffentliche Diskussion nicht mal vorstellbar.
Es ist wohl in die Reihe einzugliedern, wo es Menschen erstmals gelungen ist, darüber nachzudenken, andere Menschen in Schubladen oder gar verschlossene Kisten zu stecken.

Erst der Andersdenkende, dann die sexuelle "Revulution" und Emanzipation der Frau (nur auf die Heterosexuellen bezogen!) dann die Schwulen und Lesben Bewegung mit den anerkannten Lebenspartnerschaften und nun dies.

Offensichtlich führt steigende gesellschaftliche Inteligenz zu mehr Verständnis und der Erkenntnis der wahren Problematiken und echten Lösungen für alle Menschen gleichermaßen.
Nur Dumme finden eben kein Verständnis für das was sie nicht erklären können.
Daraus folgt: Breitenbildung macht die bessere Gesellschaft, wo jeder Mensch einen gleichen Wert hat!

Fördert die Bildung von Jedem!

@ tobeorwhat : Warum Irrtümer ?

Zunächst : Ja, ich gehöre zu denen, die an einen unfehlbaren Gott glauben.

Und ich finde, dass Ihr Beitrag Ihrer Absicht, mehr Toleranz einzufordern, widerspricht. Es geht nicht um "Fehler" oder "Irrtümer" der Natur bzw. Gottes, sondern es geht darum, dass manche Leute eben einfach anders sind, und das ist (um mal mit Herrn Wowereit zu sprechen) gut so.

Das ist kein Fehler, sondern eine Chance.

Ich wünsche Eltern, die die an sich harmlose Frage " Was isses denn ?" nicht so einfach beantworten können, sehr viel Mut, dieses Anderssein als Chance zu begreifen und ihrem Kind zu einem gesunden Selbstfindungsprozess zu verhelfen.

Aber dazu muss sich natürlich auch in unserer Gesellschaft noch sehr viel verändern.

@Manfred Korte

Da solche Operationen nicht mit Glasscherben auf einem sandigen Fußboden vorgenommen werden, da sie im Anschluss normale Körperfunktionen zulassen und so vernäht werden, dass möglichst keine sichtbaren Narben o.ä. zurückbleiben, sind sie etwas anderes. Mal davon abgesehen, dass wir hier über ganz andere Zahlen und Beweggründe sprechen.

Thema Normierung

Zuerst mal die Feststellung, dass die Beiträge hier nicht in die Norm des Forums passen, dazu ist heute hier das Niveau viel zu hoch. Dafür Danke! an alle, die zum Thema hier bisher gepostet haben.

@LiNE
Ich fürchte, sie machen es sich ein wenig zu einfach, wenn sie der Aufhebnung aller Normen das Wort reden. Soziale Gruppen, also eine Zusammenballung von Menschen, egal welcher Kopfstärke, brauchen Normen. Diese dienen dem Zusammenhalt und bilden einen wichtigen Klebstoff, ohne den Gesellschaften nicht funktionieren würden. Menschen brauchen zum Überleben diese sozialen Gruppen, damit müssen wir alle uns einer gewissen Normierung unterwerfen.
Normen können auch sinnvoll sein, z.B. in der Frage, wo fängt Unterernährung von Kindern an? Was ist Vernachlässigung? Ohne Normen der Sprache, könnten wir diese Diskussion nicht führen.
Unsere Gesellschaft sollte immer bereit sein Normen zu hinterfragen und neu auszurichten. Im konkreten Fall scheint mir das sehr sinnvoll.

Die Vorstellung von 2

Die Vorstellung von 2 Geschlechtern ist tief kulturell geprägt und lässt sich nur schwer überdenken, obwohl es schon seit längerer Zeit Thema im wissenschaftlichen Diskurs um Gender Studies ist.
Um unsere Vorstellungen von Geschlecht zu überdenken, und damit dem Anliegen von Frau Veith nahezukommen, hilft es vielleicht, wenn wir uns das das männl. und weibl. Geschlecht nicht als zwei sich gegenseitig ausschließende Absolutheiten ansehen, sondern vielmehr Geschlechtlichkeit als ein Kontinuum verstehen, bei denen "männlich" und "weiblich" zwei Pole bilden. Je nach Aspekt kann der einzelne Mensch sich dann vielleicht auf diesem Kontinuum mal eher als männlich oder eher als weiblich verstehen. Es geht dann eher um Tendenzen, als um klare Positionen.
So wäre es auch möglich, die Attribute 'männlich' und 'weiblich' zu steigern, was Sprachpuristen gerne verbieten. Aber ein Umdenken ist da sehr radikal und nur möglich, wenn das Thema gesellschaftl. diskursfähig ist,also DANKE für den Artikel!

Mich interessiert v.a. die Frage, wie .......

..... die kath. Kirche mit Intersexuellen umgeht.
Welche sexuelle Restriktion bzw. Empfehlung wird denen auferlegt? Schliesslich sind ja beide Orientierungen möglich - je nach Präferenz des Individuums.

Eine sicher peinliche Frage für einen Kirchenfürsten.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Kirche so weit geht, dass deren Kriterium darin begründet wird, welche sexuellen Merkmale "optisch überwiegen".
So einfach kann es sein, menschliche Probleme zu lösen...

Ich kenne die Interwievte von

Ich kenne die Interwievte von der Ethikrattagung 2010...

..und ich kann ihrer schon fast extremistischen Position auf keinem Fall zustimmen!!

Denn NICHT ALLE Menschen mit den diversen intersexuellen Syndromen wollen in einem "zwischen den Geschlechtern" verbleiben...
..sondern wollen ganz klar eine medizinische Korrektur zu dem einen oder anderen Geschlecht.

Das ist vielen schon in der vorpubertären Phase bewusst und genau hier hat man z.B. noch beste Chancen auf eine korrigierende Hormonbehandlung mit einsetzen der Pubertät...
..um z.B. bei Frauen den Stimmbruch zu verhindern.

Generell hat Frau Veith eine ablehnende Haltung gegenüber der geschlechtsangleichenden OP - sie behauptet einfach - das z.B. eine Neovagina niemals empfindungsfähig sein könne.

Das ist NACHWEISLICH medizinischer Unsinn - inzwischen können auch deutsche Operateure die völlige sexuelle Empfindsamkeit garantieren...
..und ich weiss wovon ich hier schreibe!!
(Meine Verlobte zählt auch zur Gruppe der IS)

Eines noch ...

Im Artikel wurde gesagt, daß es kaum belegbare Zahlen zum Umfang dieses Phänomens gibt.

Angesichts einer steigenden Anzahl vom Umwelteinflüssen sollte aber nicht die Frage nach dem Warum ganz auf die Natur geschoben werden.
Ich verstehe zwar, daß es dem Anliegen von Frau Veith zuwiderlaufen würde, wenn man äußere Faktoren verantwortlich machen könnte, denn dann hätte man ja wieder die Frage: was wäre "es" denn nun ohne diese Einflüsse geworden?

Meines Wissens gibt es bei Wasserlebewesen eine ganze Reihe von Auffälligkeiten der Sexualorgane. Begründet wurde diese Zunahme immer durch die Pille und Medikamente, deren hormonell aktive Bestandteile in den Kläranlagen nicht entfernt werden, und somit in die Gewässer aber eben auch wieder in das Grundwasser gelangen können.
Auch Weichmacher im Plastik werden für Störungen des Hormonhaushalts verantwortlich gemacht.

Neben der Frage nach dem Umgang mit Intersexuellen, bleibt die Frage, welche Rolle Umweltgifte hierbei spielen.

Auch ich teile die Ansicht von Frau Veith ...

.
...und fordere das Verbot von Genitaloperationen an
intersexuellen Menschen zum Zwecke der "Einkästelung"
in männlich oder weiblich.

Warum ?

Hierdurch werden die Betroffenen mehrfach verletzt:

1. in ihrer jeweiligen Menschenwürde (vgl. Art. 1 GG),

2. in ihrem Selbstbestimmungsrecht (vgl. Art. 1 + 2 GG),

3. in ihrem Recht auf seelische und körperliche Unver-
sehrtheit (vgl. §§ 223 ff. StGB)

Um zu veranschaulichen, daß es sich bei dem geplanten
Straftatbestand "nicht nur um eine Körperverletzung" handelt, sollte man diesen Tatbestand bei den Strafta-
ten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (§§ 174 ff.
StGB) ansiedeln und die Ausführung "als Arzt ..." als
strafverstärkendes Merkmal gesetzlich bestimmen.

Anders

Ich denke dan anders. Mensch ist zwar Mensch, aber gibt es hier eindeutig 2 Paarungen, Männlein und Weiblein. Bin kein Biologe oder sonst was, aber wie geht das von statten mit der Fortpflanzung? Ist alles auf der Welt jetzt "normal"???

Toleranz zum lernen...

Ich kann dem toleranten Ton des Beitrags nur zustimmen. Leute, treibt Euch mal ein wenig auf hypertoleranten Foren wie 4chan herum! Wer dieses bunte Treiben für einige Zeit miterlebt, der hat bald Verständnis für jede Art von sexueller Vorliebe und jede Art von Geschlechts-Vermischung.

Man sieht, daß menschliche Liebe in jedem Fall etwas herrliches und schützenswertes ist.

Egal ob von Schwulen und Leben, Transsexuellen, Body-Modifizierten, Intersexuellen, Crossdressern, Punks, Masochisten, Transvestiten, usw. Das Spektrum sexueller Vorlieben ist so bunt wie die Menschheit. Solange man anderen Menschen nicht auf die Füße tritt, ist Toleranz angesagt, und zwar 100%ige Toleranz.

Das Internet machts möglich. Leider wollen bigote Politiker gepaart mit religiösen Fanatikern diese Freiheit mehr und mehr beschneiden, da sie nicht in ihr Weltbild paßt.

Zu einseitig und nicht reflektiert

Aus meiner Tätigkeit als Urologe kann ich aus meiner eigenen chirurgischen Erfahrung von vielen Intersex-Kindern berichten, die GERADE durch die Operation erst zu einem sorgenfreien Leben gefunden haben. Auch in den Nachkontrollen 10 Jahre später verläuft die Entwicklung meist vollkommen normal, eine Geschlechtsunterscheidung ist außer von einem Experten nicht erkennbar. Die sexuelle Stimulationsfähigkeit ist vollkommen intakt.

Die in dem Artikel reisserisch dargestellten Fälle stellen z. T. komplexe Fehlbildungen dar, die in der Tat operativ nur sehr schwer zu beherrschen sind. Die Mehrzal der Intersexfälle beruht auf Hormonstörungen im Mutterleib, welche sich auf die äußeren Geschlechtsmerkmale mehr oder weniger auswirken. Eine Korrektur ist häufig gut möglich.

Ich bitte an dieser Stelle um eine reflektierte Meinungsbildung. Eine ausführliche Aufklärung im Vorfeld an eine eventuelle Operation ist ein Muss und - hier stimme ich zu- nicht immer ist die Operation die Methode der Wahl

@ Manfred Korte: Unterschiede

@ Manfred Korte:
Unterschiede zu "Vagina-Verstümmmelungen in Afrika" gibt es einige, in Hinblick auf das Thema Intersexualität ist ein wesentlicher der, dass es sich bei den Operationen an intersexuellen Menschen nicht um rein "kosmetische Korrekturen" handelt, sondern dass häufig Keimdrüsen entfernt werden und damit eine wichtige Hormonquelle entfällt, die stärker identitätsstiftend und -erhaltend wirkt, als lange bekannt war. Schon allein deshalb wirken solche Eingriffe viel tiefer und anhaltender als rein auf der oberflächlichen Ebene des äußeren Habitus.

Sehr interessant hierzu ist dieser Artikel von 2006 aus der FAZ:
http://www.faz.net/aktuell/politik/gender-mainstreaming-der-kleine-unte…

@ AlterSimpel

Ob die Zahl intersexueller Menschen tatsächlich zunimmt oder nicht ließe sich nur durch eine genaue Erfassung über einen längeren Zeitraum belegen. Bislang war es aber so, dass nach einer OP kurz nach der Geburt der betreffende Mensch eben nur noch als weiblich bzw. männlich geführt wurde und der Umstand der Vorgeschichte überhaupt nicht erfasst wurde (und oft genug den Betroffenen auch nicht bekannt war).

Über die Frage, ob ein Auftreten von Intersexualität durch Substanzen induziert wird, gibt es bislang meines Wissens nach keine Erkenntnisse. Aufgetreten ist das Phänomen auf jeden Fall lange bevor es hormonelle Verhütung und Weichmacher gab.

Ein Verbot dieser Operationen

Ein Verbot dieser Operationen ist Unfug. Die Gesellschafft sieht nur zwei mögliche geschlechtliche Identitäten vor. Intersexuelle werden ihr ganzes Leben lang mit Diskrimination und Identitätsproblemen zu leiden haben, wie dies ja auch bei Transsexuellen der Fall ist. Es ist daher medizinisch sinnvoll, eine Entscheidung zgunsten eines bestimmten Geschlechts frühzeitig zu fällen. Außerdem ist es für die Entwicklung der Persönlichkeit ratsam, dies dem Patienten nicht mitzuteilen. Der Patient wird dann in der Lage sein, ein ganz normales Leben zu führen, was sonst nicht möglich wäre.

es ist zynisch, einen Menschen dazu zu verdammen, sein Leben als Skurilität zu verbringen.

@Sporothrix, auch wenn ich

@Sporothrix,

auch wenn ich weitestgehend mit ihren Aussagen übereinstimmen - muss ich jedoch bei einem wichtigen Aspekt widersprechen:

Pseudo-Hermaphrodismus stellt nicht die Mehrzahl der Fälle mit Intersexualität dar!!

Zur Intersexualität gehören auch "Syndrome" - bei denen es keine Auswirkungen auf die äusseren Geschlechtsmerkmale gibt.
Eine Auflistung dazu finden sie unter folgenden Link:
http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/fb_2010-06-23_richter-appelt_praese…
http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/fb_2010-06-23_richter-appelt_refera…
http://www.ethikrat.org/dateien/audio/fb_10-06-23_richter-appelt.mp3

Viele dieser Fälle (z.B. Kienefelder Syndrom) kommt gar nicht in ihre berufliche Praxis.

@Patt, nur leider gibt es

@Patt,

nur leider gibt es faktisch keine "echten" Zwitter sprich Hermaphroditen.

Und wie ich schon erwähnt habe - sind die "Pseudo"-Hermaphroditen nur eine Teilmenge aller Menschen mit Intersexualität.

Der Begriff "Intersexualität" ist ein Sammelbegriff für z.T. sehr unterschiedliche Krankheitsbilder.

tinusine

Zwitter oder Hermaphrodit, was ist daran auszusetzen? Gibt es im Tier- und Pflanzenreich auch. Oder spricht man von einem "intersexuellen" Regenwurm?
Sind vielleicht die o.g. Bezeichnungen auch schon wieder, so wie mittlerweile der halbe deutsche Wortschatz, politisch unkorrekt?
Zudem bin ich der Ansicht, dass die hier aufgeworfenen Probleme nur von den Betroffenen selbst und deren nächsten Angehörigen bewältigt werden können und sollen. Jede Einmischung von außen, insbesondere der Gedanke an Normierungen, ist in meinen Augen arrogant. Da hilft auch kein geschliffenes Wort drüber hinweg.

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