Kommentare

Sonderkonto ohne griechische Einzahlungen

Wieder so eine Schnapsidee von Merkel und Sarkozy. Die automatische Abführung von griechischen Staatseinnahmen auf dieses ominöse Sonderkonto ist ein Verlust der nationalen Souveränität. Insofern trifft der Kommentar von tagesschau.de den Kern.
Die Griechen sind nicht bereit, an dieser Stelle sich helfen zu lassen.
Merkel und Sarkozy sollten anstatt eines Sonderkontos ein Spendenkonto für Misswirtschaft einrichten.

Teilentmündigung?

"Aber ein Teil des Budgets würde dem Zugriff des griechischen Parlaments von vornherein entzogen.... Und mit dieser Teilentmündigung der Griechen"

Lieber Herr Rienäcker. Sie scheinen völlig vergessen zu haben, wo das Geld eigentlich herkommt. Wenn ein bis über beide Ohren Verschuldeter noch Geld bekommt, dann kann der Geldgeber doch wohl einen Teil zurückhalten, damit seine Interessen gewahrt bleiben, oder nicht?

Ob diese Interessen jetzt gut oder schlecht für Griechenland sind, steht auf einem anderen Blatt. Aber eine "Teilentmündigung" ist so ein Verhalten beileibe nicht.

Irgendetwas anderes zu erwarten, und einfach immer nur "MEHR GELD" zu schreien, und "WIE ICH ES AUSGEBE KANN EUCH EGAL SEIN!", wäre einfach nur dreistfrech von Griechenland.

Leider ist es genau das, was die griechischen Politiker fordern.

In der Tat

Herr Rienäcker. Guter Kommentar und eine treffende Schlussfolgerung. Dass eine entsprechende Luftbuchungsnummer Griechenland rettet und in Europa konsensfähig ist ist absurd. Ehrlicher wäre bei allem im Moment öffentlich zur Schau gestellten Optimismus nun endlich zu sagen.
"Greece is done!" das wäre das ehrlich Signal auf das gewartet wird. Der default ist von den Märkten längst eingepreist und ob die von Ackermann beschriebene Büchse der Pandora ist bleibt abzuwarten. Zunächst ist es der Weg privates Kapital substantiell an der Rettung Griechenlands zu beteiligen - die Forderungen sind wertlos! Ob das scheue Reh Kapital dann endgültig aus Europa abwandert ist fraglich. Sind die Bedingungen für Investitionen in den Momentan hoch gehandelten Boomregionen Afrika,Asien und Südamerika so viel besser als in Europa? Bei Licht betrachtet, wohl eher nicht.... What goes around comes around...

Sonderkonto

Bei diesem Sonderkonto fallen bestimmt Kontoführungsgebüren an - das muss nicht sein. Ich stelle gerne mein Girokonto zur Verfügung. Denn wer das Geld verbrät ist doch völlig egal. Ich verspreche auch Freibier für alle, einmal im Monat.

Schnapsidee Vol. 2.0

Solange die Politik (hier in Person von Merkozy, welchen man die "Führungsrolle" in der EU zusagt) mit solchen Schnapsideen aufwartet, braucht man sich nicht wundern wenn die Ratingagenturen einen Downgrade nach dem anderen platzieren.

Jeder, aber auch wirklich jeder hat begriffen was die Stunde für GR geschlagen hat. Nur die hohe Politik scheint in einer Parallelwelt zu leben.

Sarkozy bekommt in Kürze die Quittung und wenn kein Weltwunder geschieht, dürfte die "Mutti der Nation" 2013 ebenfalls Geschichte sein.

Wer so mit den wenigen Reserven von zukünftigen Generationen leichtfertig umgeht,hat es nicht anders verdient.

Und morgen schimpft man dann in gewohnter Einheit auf die "bösen" Ratingagenturen.

Inzwischen ist ja wohl klar, was für ein Spiel die Griechen spielen. Sie haben überhaupt nicht die Absicht, den Auflagen nachzukommen - in der sicheren Gewissheit, dass Europa es im eigenen Interesse nicht zulassen wird, dass Griechenland pleite geht.

Mit derselben Dreistigkeit, mit der jahrzehntelang Subventionen für nicht vorhandene Olivenbäume abgegriffen wurden, versuchen sie jetzt, die Zeche zu prellen und Europa für sie zahlen zu lassen. Widerwärtig!

Die Risiken sind nicht kalkulierbar, da kein Mensch weiß, wieviele Kreditausfallversicherungen unterwegs sind und welche Bank bei einer griechischen Pleite mitgerissen wird. Selbst schuld - warum ist dieser Müll 3 Jahre nach Lehman immer noch nicht verboten?

Dennoch finde ich, dass man das Risiko eingehen muss, statt weiterhin dem vielen schlechten noch mehr gutes Geld hinterher zu werfen.

Das Geld ist weg auch das des IWF

Brüningsche Sparmaßnahmen sind ein tödliches Gift. Ein kleiner Schluck noch und der Patient ist tot. Mit weiteren Entlassungen und Lohnsenkungen bricht der Konsum nur noch mehr ein. Es gibt kaum noch Handels und Gewerbebetriebe die nicht mit der Insolvenz kämpfen. Bis auf Beamte, Polizei und Militär sind die meisten Griechen arbeitslos. Kann mir einer erklären wo die Steuereinnahmen herkommen sollen.

Nicht die Ausgaben sind das Problem, es gibt keine Einnahmen mehr. Der Troika ist das bekannt.

Die Sozialversicherungen sind bereits zahlungsunfähig. Die Binnenwirtschaft wurde durch die Sparmaßnahmen derart zerstört, dass selbst bei einem 100% Schuldenerlass das Geld dem Staat nicht mehr reichen würde. Bereits Eichel hat aus Angst vor diesem Gift die Maastrichtverträge gebrochen. Nach Lehman hat man mit Schulden Programme (Abwrackprämie) gefahren. Das Problem ist ja bekannt. Mal sehen wie lange sie dem toten Pferd noch die Sporen geben. Dann kommt der Knall und wir sind auch dabei.

@Jon Do

Dreistfrech...

Dreistfrech ist es seit Jahrzehnten eine Wirtschaftspolitik zu betreiben, die andere Staaten in den Abgrund treibt und die eigene Bevölkerung massivst ausbeutet.

Dreistfrech ist es auch, die Folgen dieser Politik zu betrachten und zu erwarten, das der Schuldner erstmal seine Schulden bei der eigenen Bank begleicht, anstatt das Geld dazu zu verwenden, die Kathastrophe in Griechenland zu bewältigen, di von uns hier so gerne übersehen wird: Dort ist inzwischen der Mittelstand obdachlos. Aber wen interessiert das: Wir helfen doch gerne unseren griechischen Freunden von der Deutschen Bank. Und wenn dafür schonmal jede Form von Demokratie abgeschafft werden muß, dann kriegen wir auch das ohne Probleme hin.

Jon Do

"Lieber Herr Rienäcker. Sie scheinen völlig vergessen zu haben, wo das Geld eigentlich herkommt."

Von Spekulanten, die sehr gut wussten, worauf sie sich da einlassen - deshalb die hohe Verzinsung. Das Geld wurde ja nicht aus Nächstenliebe verliehen - so klingt das gerade, wenn Sie hier so locker von "dreistfrech" sprechen. Es zahlt sich eben in der Regel mehr aus, Geld verliehen zu haben als es zu besitzen. Es kann jedenfalls nicht sein, dass das griechische Volk sich nun in eine Quasi-Leibeigenschaft begeben muss (und das ist die logische Folge der angedachten Maßnahmen) - das sollte an sich gegen die Grundwerte unserer abendländischen Ethik sein.

Heisse Luft Herr R.

... Brauchen Neustart - wie denn ??? Ausser Polemik gegen Merkel und die angebliche Hilflosigkeit der EU fällt da ja offensichtlich nichts ein oder gibt es Teil 2 des Kommentares ?

Die Griechische Demokratie (volksherrschaft) hat sich jahrelang selbst entmuendigt, da es ja einfacher war, korrupten Politikern die Wahlstimme zu schenken, die eigenen Taschen zu füllen und Populistuschen Rattenfängern glauben zu wollen - Jeder (und jedes Volk) ist verantwortlich für sein handeln - auch über Generationen hinweg ... Gilt für ALLE

Das ist die ultimative

Das ist die ultimative Herabwürdigung der Griechen durch die Deutschen!

Sparkonto?
Sparkomissar?

Das heisst nichts anderes als: "Ihr seid unfähig, deswegen verwalten wir eure Finanzen und teilen euch ein Taschengeld zu!"

Von den Griechenland-Freunden hier wird immer ins Feld geführt, das einfache Volk sei schon kaputtgespart und mehr gehe nicht.

Lohnkürzungen sind aber nur ein Teil der versprochenen Maßnahmen. Ich kann nicht beurteilen, ob der komplette Mittelstand inzwischen obdachlos ist (was ich nicht glaube).

Erkennen aber kann ich, dass die einzigen Maßnahmen, zu denen sich die politische Kaste Griechenlands aufgerafft hat, die kleinen Leute treffen.

Wo bleibt die Privatisierung von Staatsbetrieben? Und vor allem: Wieso werden nicht die hinterzogenen Steuern der Reichen kompromisslos eingetrieben? Statt dessen ein öffentlicher Pranger im Internet. Da werden sie aber traurig sein, die Steuerhinterzieher und eiligst freiwillig ihr Geld abliefern. Warum wurden nicht als erste Maßnahme die Kanäle für Fluchtgeld geschliossen?

Dass die einfachen Leute nicht noch mehr Lasten tragen sollen, darüber kann man reden. Dass aber die Reichen vollständig geschont werden zeigt die wahre Haltung der Regierung.

Immer druff auf den

Immer druff auf den Sündenbock.

Bevor es vergessen wird, es sind ausländische Banken, die den Griechen Kredite gegeben haben, es ist das
kapitalistische System, das es so weit gebracht hat und andere Länder sind ja ebenso betroffen, und zwar von ihren eigenen Schulden.

In der Geschichte der Menschheit gibt es immer dann in einem Spiel die erstplazierten (Deutschland) und Letztplatzierten (Griechenland). Irgendeiner wird immer die Rolle des Versagers übernehmen, wenn es denn ein System gibt (!) dass es darauf anlegt, dass irgendwo ein Versager her muss: Weil irgendwo Gewinne gemacht werden.

Griechenland wird gerade erobert von den Banken, ist euch das eigentlich klar?
Wir (ehemals Volk) sind bald nur noch Roboter, die zu funktionieren haben, wenn sie das nicht tun, werden sie nicht mehr wahrgenommen, aber auch nicht mehr gebraucht, sie stören, die da unten. WIR!

Aber eigentlich ist es schon heute so.

Genau...

In einem Staatenbund, in dem jeder Staat überschuldet ist bilden sich nun einige ein mit Geld umgehen zu können...

Ich frage mich mit welchem Recht die Deutsche Regierung überhaupt so auftritt, wie sie auftritt. Natürlich, Deutschland zahlt eine Menge, aber Deutschland ist kein bischen besser als Griechenland.. nur hat sich noch niemand dran getraut uns durch Spekulation zu Fall zu bringen (wozu auch, solange es noch Dumme gibt, die überall Geld reinpumpen statt die Sepkulanten zu bestrafen braucht man den Euro nicht kippen..)

Unnütze Zwischenstation

Die Idee mit dem Sonderkonto soll nur ein weiteres mal verschleiern, daß es bei der ganzen Sache niemals um Griechenland, sondern immer und einzig um die Gläubiger ging.

Ähnlich wie bei säumigen H4-Mietern wäre es ehrlicher, das Geld nicht auf ein Sonderkonto, sondern direkt an die entsprechenden Banken und Fonds auszuzahlen.
Aber dann würde der ganze Schwindel ja auffliegen, und so deutlich kann man den Bürgern ja dann doch nicht zeigen, daß die Griechen und in letzter Konsequenz auch alle deutschen Steuerzahler nur für die Geldgeber bluten müssen.

Es hieß immer: eine Staatspleite Gr. hätte katastrophale Folgen für die Finanzindustrie und somit für uns alle.

Für die Griechen mag das inzwischen auch so zutreffen, auch für einige andere europ. Bürger, und unsere Schulden wachsen auch immer weiter.
Die einzige, die bisher verschont wurde, war die Finanzindustrie, getreu dem Motto: "das Volk ist nichts, die Bank ist alles".

Schöne "Demokratie" noch ...

@tomcat

"[Das Geld kommt] von Spekulanten, die sehr gut wussten, worauf sie sich da einlassen - deshalb die hohe Verzinsung."

Da sind Sie völlig auf dem Holzweg.

Vor ein paar Jahren kam das Geld von Banken, Fonds, Privatanlegern, Rentnern, Investoren - die in Griechenland eine sichere Geldanlage sahen. Griechenland wurde mit bester "Bonität" bewertet, Griechenland-Anleihen notierten bei ca. 100-105% und waren RENTEN (d.h., sichere Papiere für die Altersrücklage).

Dann kam der Betrug Griechenlands auf, das Vertrauen schwand, die Papiere wollte keiner mehr kaufen, sie fielen ins Bodenlose (jetzt ca. 25%).

NIEMAND will diese Papiere mehr kaufen! Schauen Sie sich mal die Umsatzzahlen bei finanzen.de einiger solcher Papiere an. Es ist kein Markt mehr da.

Das Geld was jetzt bei Griechenland reinkommt, kommt nicht von irgendwelchen Spekulanten, sondern NUR NOCH von der Troika (EU, EZB, IWF), und damit VON UNS. Von Ihnen und von mir.

Ich hoffe, daß Sie die Zusammenhänge nun besser verstehen.

@perpetual

"Das heisst nichts anderes als: "Ihr seid unfähig, deswegen verwalten wir eure Finanzen und teilen euch ein Taschengeld zu!""

Genau das heißt es.

Und es stimmt.

Ich verstehe nicht ganz das

Ich verstehe nicht ganz das Problem der Griechen. Wurde nicht über den 50% Haircut gesprochen bzw. ist der nicht schon verabredet? Wenn die Greichen jetzt bei 160% sind, sind sie dannach bei 80%. Klar, denen wird erstmal keiner mehr Geld leihen, so dass sie mit dem auskommen müssten, was sie einnehmen. Das Ausfallrisiko ist mit hohen Zinsen allemal bezahlt worden. Die Griechen behalten ihre Soveränität und die Banken werden darauf vorbereit sein. Ich denke desswegen wird das auch noch etwas hinausgezögert - die Banken müssen fit gemacht werden dafür.

Sicherlich würden auch bei anderen Staaten die Kreditgeber genauer hinschauen bevor sie ein Darlehen vergeben. Aber die Staaten haben ja eh gelobt von nun an ohne neue Kredite zu leben.

@ perpetual

Ja stimmt,
aber warum sollte man die Griechen für mündiger erklären als die deutschen?
Und wir gehen davon aus das die deutschen auch nicht mit Finanzen umgehen können, sonst würden wir ja keine Schuldenbremse einführen, die ja das Parlament auch stark entmachtet.

Was gut für Deutschland ist, ist auch gut für Europa, nur das die das noch nicht wissen. Und einige dachten, sowas würde nach 1945 kein deutscher mehr sagen. Armes Europa.

@AlterSimpel

"Die einzige, die bisher verschont wurde, war die Finanzindustrie, getreu dem Motto: "das Volk ist nichts, die Bank ist alles".
Gibt es noch irgendjemand der diese Stammtischparolen glaubt?
Als kleiner Denkanstoss: Derzeit verhandeln die "privaten Gläubiger" über einen Schuldenerlass bei dem es um 70% und mehr geht. Die EZB beteiligt sich nicht daran, weil dort das Geld des Steuerzahlers betroffen wäre.
Also bitte biete etwas mehr als diese wirklich ausgelutschten Parolen.

Meiner Meinugn nach soll GR nur noch in Europa bleiben,weil die Politiker es dem Steuerzahler gegenüber nicht zugeben können, dass die letzten Jahre Gipfel und Hilfsgelder nichts bewirkt haben.Die Banken und Fonds müssen auf Geld verzichten und das wird derzeit verhandelt. Für die Politiker geht es aber nicht um die Banken oder Steuerzahler,die Politiker verfolgen ganz andere Interessen und das Wahlvolk fällt zu gern darauf rein.... Die Banken und Börsianer sind ja alle böse aber die Politiker sind unsere Freunde.

seltsam

warum der Merkel solche kreativen Vorschlaege nicht zur Bewaeltigung unserer eigenen Schuldenkrise in den Sinn kommen?

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