Andrej Beloussow (Archivbild vom 18.11.2022)

Ihre Meinung zu Wer ist Russlands künftiger Verteidigungsminister Beloussow?

Russlands Verteidigungsminister Schoigu muss seinen Posten für einen Zivilisten räumen: Präsident Putins neuer Mann heißt Beloussow. Der Wirtschaftsexperte wird vom Kreml als innovative Wahl präsentiert. Von Björn Blaschke.

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36 Kommentare

Kommentare

Izmi

Es ist schon interessant, dass in Zukunft die Verteidigung Russlands nicht mehr von einem Militär, sondern von einem Ökonomen bestimmt wird. Es scheint, als setzten Putin bzw. der Kreml schneller die neuen Erkenntnisse aus dem Ukrainekrieg um, der Rüstungshase läuft inzwischen in Richtung Technik und Nachhaltigkeit. 

Vielleicht kann das ja dazu führen, dass Kriege überhaupt als ökonomischer Unsinn erkannt werden. Auf beiden Seiten der Frontlinie.

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ein Lebowski

Schoigu ist ebenfalls Zivilist, auch wenn er in Uniform vor den Kameras auftrat.

Izmi

Schoigu ist ebenfalls Zivilist, auch wenn er in Uniform vor den Kameras auftrat.

Jeder ist wohl Zivilist, sofern er nicht in eine Uniform gesteckt wird. Aber in diesem Fall kommt es auf die Denkweise an. Und es scheint, als ob der Hintergrund des "Neuen" eher wissenschaftlich abgesteckt ist. Also weniger militärstrategisch/-taktisch.

Daniel Schweizer

Ob Krieg ein ökonomischer Unsinn ist, wage ich mal im Sinne des Gesamtsystems zu bezweifeln. Es gibt einige Anzeichen dafür, dass er ökonomisch durchaus interessant ist, da in Kriegszeiten viel investiert wird - vielleicht nicht unbedingt in das Richtige, so doch eben in grossem Ausmass. Aus ökonomischer Sicht dürfte die Fortsetzung des Krieges insbesondere für eine Seite von hohem Interesse sein, deshalb ja auch der Ökonom als Ersatz für den an sich zivilen Katastrophenspezialisten. Nachhaltig ist im Krieg übrigens nur der auf dem Gefechtsfeld errungene Sieg in den Verhandlungen abzusichern. 

TeddyWestside

"dass Kriege überhaupt als ökonomischer Unsinn erkannt werden"

Einzig aus ökonomischer Sicht ergeben Kriege einen Sinn. Es geht immer darum, wirtschaftliche Vorteile zu gewinnen. 

Was Shoigu angeht: der wird quasi nach oben entlassen, wandert in den Sicherheitsrat. Mir scheint es eher, als wär diese Rochade gegen Patrushev gerichtet, den Shoigu ersetzt....

wenigfahrer

Was immer die RF will oder macht, mitten in einem Krieg die Spitze zu tauschen gegen einen der von Militär keine Ahnung hat, ist eventuell keine so gute Entscheidung, könnte ein Vorteil für die UA sein.

Was wirklich vorgefallen ist oder das warum werden wir ganz sicher nicht wirklich erfahren.

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Opa Klaus

Es wird im Artikel ja klar ausgesagt, dass die militärische Leitung weiterhin in den Händen des Generalstabs unter Valerie Gerassimov bleibt. Daran ändert sich also nichts. Beloussov soll - so interpretiere ich das- als Ökonom die industrielle Waffenproduktion optimieren und ggf. neue Waffentechniken koordiniert und beschleunigt umsetzen. 

wenigfahrer

Das hatte ich schon gelesen, nur ist das ja die offizielle Verlautbarung, die deckt bei verschiedenen Regierungen nicht immer mit der internen, das wird bei der RF nicht anders sein.

Kritikunerwünscht

Ich sehe das eher andersherum - wenn man merkt, dass eine Position nicht mehr gut besetzt ist oder derjenige ausgebrannt ist, muss man ihn ersetzen. Macht man es nicht, entstehen Nachteile. Das hat Selensky seit Kriegsbeginn auch schon oft getan.

NieWiederAfd

Es ist ein Ökonom. Das dürfte sowohl für die Priorität der strategischen Kriegsplanung ein deutlicher Fingerzeig sein wie auch für die zeitliche Perspektive: Russland orientiert seine Wirtschaft primär an Krieg gegen die Ukraine, und Putin denkt nicht daran, den Krieg zu beenden. 

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Alter Brummbär

Wer glaubt jetzt noch, das sich der Krieg auf die Ukraine beschränken wird?

werner1955

neuer Mann´?`

Ich vbefürchte persönlich das sich  am Krieg gegen die Ukraine nicht ändern wird.

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Kritikunerwünscht

sehe ich auch so - ändern wird sich nichts.

w120

Würde Boris Pistorius, 2013 niedersächsischer Minister für Inneres und Sport. Vorher jahrelang  Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück, nicht dem auch (Beschaffung, personelle Strukturen) entsprechen.

 

." Der militärische Teil sei schon immer die Hauptaufgabe des Chefs des Generalstabes, also von Gerassimow, gewesen und dieser setze seine Arbeit fort.

 

Das dürfte bei uns auch so sein.

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rolato

Herr Pistorius war aber beim Militär

w120

Das stimmt.

Grundausbildung und nach diversen Reserveübungen, Obergefreiter der Reserve.

Nettie

Auf Schoigu folgt ein Zivilist und Wirtschaftsexperte

‚Wirtschaftsexperte’ soll wohl heißen: Jemand, der genau weiß, wie sich die Macht des Geldes am ‚gewinnbringendsten‘ zur Mehrung der seines ‚Dienstherrn‘ nutzen lässt.

Und wie - oder vielmehr: womit - das schon immer ‚zuverlässig’ geht hieraus klar hervor:

Beloussow - ein Mann der Moderne also. Heißt das mit anderen Worten, dass Schoigu für alte Zeiten steht? Und steht er möglicherweise? (…) Wird Schoigu abgestraft? Putins Sprecher betont, dass der Chef des Generalstabs der Mann für das Operative bleibe. "Was den militärischen Teil angeht: Die Ernennung [von Beloussow,] wird auf keinen Fall das momentane Koordinatensystem ändern"

Der militärische Teil sei schon immer die Hauptaufgabe des Chefs des Generalstabes (…) gewesen und dieser setze seine Arbeit fort“

"In dieser Richtung sind momentan keine Veränderungen vorgesehen".

Es bleibt also - ganz nach Putins Willen - in der Wirtschaft (und damit Politik) ‚alles beim Alten‘.

ich1961

Die bisherigen Kommentare scheinen alle davon auszugehen, das das eine gute, nachvollziehbare Entscheidung ist?

Für mich sieht das eher aus, wie "Hintern an der Wand oder etwas ist vorgefallen".

 

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w120

Grundsätzlich waren viele militärische Entscheidungen aus meiner, zugegeben laienhaften Sicht, nicht nachvollziehbar.

Das gilt für beide Seiten.

 

Wer aber die Entscheidungen veranlasst hat, Putin/Selenskyj oder andere, steht für mich nicht fest.

Das Vorgehen Russlands war schon altmodisch, dagegen waren modernere Impulse in der ukrainischen Armeeführung zu merken.

Aber auf beiden Seiten wurde/wird doch gewechselt.

 

Für den weiteren Erfolg ist Geld und der konsequente Ausbau der miltiärischen Produktion ein wichtiger Aspekt.

Von 3 % auf 7,5 % für Rüstungsausgaben, das wird auch bei uns geträumt, zumindest eine deutliche Erhöhung über 2 %.

Opa Klaus

Ich fürchte, Sie interpretieren da wieder mal was in die Aussagen der Foristen hinein was nicht stimmt. Ich konnte bis jetzt keinen einzigen Kommentar identifizieren, welcher den Wechsel als gut beschreiben würde. Vielmehr handelt es sich um Spekulationen, auch von meiner Seite, was den Personalwechsel anbetrifft. Was genaues weiß man nicht. Und was in Putins Hirnwindungen vor sich geht schon gar nicht. Rein sachlich betrachtet. 

ein Lebowski

So ein Wechsel an der Spitze kann schon Sinn machen, man wird für den Gegner schwerer berechenbar. 

Der Effizienzgedanke mag da auch dabei sein, was aber bei mir für Belustigung sorgt, weil der ganze Apparat ja auf Korruption aufgebaut ist und jetzt soll sich Putin hinstellen und gegen sein eigenes System kämpfen, das wird lustig. 

D. Hume

"Er soll die Wirtschaftskräfte Russlands zusammenführen. Es sei enorm wichtig, die Wirtschaft des Militärs in die Wirtschaft des Landes einzugliedern, so Peskow weiter. Und zwar so einzugliedern, "dass sie der Dynamik des heutigen Moments entspricht.""

In anderen Worten: Volle Umstellung auf Kriegswirtschaft. Die Geschichtsbücher wurden ja auch schon ausgetauscht. Das Abdriften Russlands in den Faschismus, ist eine Tragödie.

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-geschichtsbuch-100.ht…

"Hier auf  der ersten Seite - 'Einführung in die UdSSR ab 1945' - empfängt uns das Bild eines lächelnden Juri Gagarins." [...] Daneben stünde folgendes Zitat von Präsident Wladimir Putin: "Zunächst muss anerkannt werden, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion die größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts war." Die Schlussfolgerung sei nicht formuliert, aber trotzdem klar, sagt Eidelman: "Wie können wir zu diesem Land zurückkehren?"

Bender Rodriguez

Ein noch härterer Hardliner, der  sich mit aller Gewalt in  DenHaag veranteorten will.

Dort wird Putin mit all seinen Freunden kommen. 

Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

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TeddyWestside

Ich glaube eher, dass Putin so enden wird wie Mussolini oder al Gaddafi. Davor hat er Angst, darauf ist sein ganzes Augenmerk gerichtet

NieWiederAfd

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass nun einer der mächtigen Männer im Hintergrund und Strippenzieher im Kreml, der als ein potentieller Purin-Nachfolger gilt/galt, nun seinen Posten los ist: Nikolai Patruschew. Dessen Posten des Sekretärs des Nationalen Sicherheitsrates bekommt nun der entlassene Verteidigungsminister Schoigu.
Möglicherweise bröckelt putins Macht im inner circle? 

Carlos12

Ich musste bei dieser Nachricht an Albert Speer denken. Eine Person, die sich in einem zivilen Bereich als fähig erwiesen hat, übernimmt nun das Rüstungswesen.

Juwa

Für Putin geht es nur um Machterhalt. Deswegen führt er den Krieg auch immer weiter, denn wenn er den Krieg beenden sollte, dann nur indem er ihn verliert. Das bedeutet für ihn ein erheblicher Legitimitätsverlust.

Auf der anderen Seite läuft der Krieg für ihn auch nicht gut. Deshalb hat er alle Fehler auf das Militär und den Verteidigungsminister zugeschoben. Schoigu verlor dadurch immer mehr an Ansehen, sodass sich Putin gezwungen sah ihn auszutauschen. Das aber der Neue ausgerechnet einer ist, der bisher mit dem Militär nichts zu tun hatte, deutet darauf hin, dass es Putin an loyalen Unterstützern fehlt.

NieWiederAfd

Schoigu wird sich hoffentlich auch nach seiner Absetzung für die russischen Kriegsverbrechen in DenHaag verantworten müssen: Der britische Verteidigungsminister Shapps bezeichnet ihn zu recht als verantwortlich für hunderttausende Tote und Verletzte im Ukraine-Krieg. "Sergej Schoigu hat mit einem illegalen Feldzug in der Ukraine über 355.000 Opfer unter seinen eigenen Soldaten und massenhaftes Leid unter der Zivilbevölkerung zu verantworten." (https://de.euronews.com/2024/05/13/wie-weiter-russland-putin-verandert-…)

Eistüte

Putin will schneller Waffen produzieren und einsetzen können. Der Herr Beloussow soll das organisieren. Mit strategischen Entscheidungen des Militärs hat das nichts zu tun. Putin vertraut Beloussow in hohem Maß. Die Entscheidung ist aber auch ein Beweis der Abschottung Putins: ein bewährter Gefolgsmann aus der Vergangenheit soll es richten, nach dem Motto: gestern gut? Dann heute wieder!

Wird aber nicht klappen, das Problem ist die Ineffizienz der russischen Wirtschaft. 

Vector-cal.45

Unsympathischer als Schoigu geht ja eigentlich kaum… Aber wer weiß …

H. Hummel

Russland wird seine Wirtschaft grundsätzlich „millitärisch“ausrichten und umgestalten … wobei zu befürchten ist, dass der Krieg gegendie Ukraine nur die Ouvertüre sein wird für die Auseinandersetzungen die Putin noch geplant hat. Und das er keine Skrupel hat, hat er zur Genüge unter Beweis gestellt.

Juwa

„[Beloussow] soll die Wirtschaftskräfte Russlands zusammenführen. Es sei enorm wichtig, die Wirtschaft des Militärs in die Wirtschaft des Landes einzugliedern, so Peskow“

Scheint so als treibe Putin Russland immer mehr in den „Totalen Krieg“. Das muss er auch um den Krieg nicht zu verlieren. Außerdem zwingt er dadurch alle Russen den Krieg aktiv zu unterstützen.

mic

Ist ein Fachmann so wie die russische Zentralbank-Leiterin oder der neue alte Premierminister. Alles, was er bisher gemacht hat, hat er wohl sehr gut gemacht. Ob man es als positiv betrachten kann ist von der Grundeinstellung abhängig....

teachers voice

Um Putin wird es immer einsamer. Jetzt konnte er nicht mal mehr seinem Anglerspezi vertrauen. Jetzt wird er wohl wieder allein durch die Prairie - Pardon, Taiga - reiten.

Ich frage mich wirklich, wie es Menschen schaffen, in die  Entscheidungen dieses Herrn permanent etwas „Vernünftiges“ hineinzuvermuten.

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