EU-Flaggen wehen vor der Zentrale der EU-Kommission in Brüssel

Ihre Meinung zu Gewerkschaften sorgen auch auf EU-Ebene für sozialere Politik

Am 1. Mai machen in mehreren deutschen Städten Gewerkschaften für gute Arbeitsbedingungen mobil. Auch in Europa haben sie einiges erreicht - gegen Widerstände. Von Jakob Mayr.

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102 Kommentare

Kommentare

NieWiederAfd

Gewerkschaften sind eine nicht mehr wegzudenkende Errungenschaft der Arbeitswelt- und Sozialpolitik und zudem ein wichtiger Baustein zivilgesellschaftlichen Engagements. Ihre Leistungen und ihren Wert zu würdigen, ist unverzichtbar - über den 1. Mai hinaus.

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Jimi58

Da haben sie Recht, aber leider ist auch vieles Comerz geworden. Die Gewerkschaften, besonders die Großen, haben vieles schleifen lassen. So konnten viele Arbeitgeber mit Zeitverträge glänzen und haben damit die "Fachkräfte" weg gescheucht. Jetzt wird händeringend gesucht.

Jimi58

eben, erst jüngst, und was war vorher? Das Kind ist im Brunnen.

diskobolos

Die Hochschulen sind gegenüber anderen AG in einer besonderen Situation: Manche Stellen müssen befristet werden, da sie die Möglichkeit zum Erwerb einer wissenshaftlichen Qualifikation gedacht sind. Wären diese alle unbefristet, wären die Unis verstopft. Da muss also eine Balance gefunden werden

R A D I O

Während der rot-grünen Koalition um die Jahrtausendwende wurden die Gesetze zur Arbeitnehmerüberlassung dahingehend geändert, dass die maximale Überlassungsdauer an einen Entleiher von 12 Monaten auf 24 Monaten erhöht wurde (in 2002), dann hat man die Begrenzung 2004 ganz aufgehoben, Arbeitnehmer konnten unbefristet entliehen werden. Ursprünglich für vorübergehende Personalengpässe gedacht, wurde die Zeitarbeit für viele abhängig Beschäftigten zu einem Dauerzustand im gleichen Betrieb.

Lucinda_in_tenebris

Historisch betrachtet ist die SPD und die damit zusammenhängende Arbeiterbewegung ein Grundstein unserer heutigen ökonomisch gesichterten Gesellschaft. Nicht nur weil sie Tarifverhandlungen führten, für Unfallsicherheit  und Vorsorge kämpften, sondern auch, weil sie sehr klug und strategisch vorgingen, nie ökonomische Notwendigkeiten übersahen und sich nie von extremen Flügeln einnehmen liesen. 

Historische Dank sollte aber nicht blind machen gegenüber der aktuellen Lage. Die SPD und die Gewerrkschaften haben ihr Zentrum von der Arbeiterschaft zur Mittelschicht verlagert und sie sind blind geworden gegenüber den Problemen des jungen Prekariats. Sie leisten sich hingegen Borniertheiten und Arroganz, so dass viele Menschen trotz hoher Qualifikationen von den Sicherheiten ihrer Eltern nur träumen können. Sie bleiben bei dieser Politik auch, wenn die Zustimmung unter 10% rutscht. 

Bitte keine Folklore. Das Ziel ist noch nicht erreicht.!

NieWiederAfd

Die Leistungen der Gewerkschaften anzuerkennen  ist alles andere als Folklore.

Lucinda_in_tenebris

Wenn sie nur bei der Bewunderung verharren, dann schon. 

NieWiederAfd

Anerkennung ist nicht = Bewunderung. Und verharren ist so gar nicht mein Ding.

rjbhome

Zum Glück gibt es noch Gewerkschaften,  die sich gegen die unsoziale Politik von FDP und CDU und Grünen stemmen. Nicht , dass die SPD soviel besser wäre. auch dort nur schöne Worte und Wenn es drauf ankommt werden nur die eigenen Taschen versorgt 

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ich1961

Irgendwie scheinen Sie da eine andere - um nicht zu sagen verquere - Wahrnehmung zu haben.

Außer unbewiesene Anschuldigungen kommt da mal wieder nichts.

 

KowaIski

Gute Sozialpolitik ist in Deutschland ohne die Grünen nicht durchsetzbar.

Eudialyt4

Was heißt das für Sie?

Tino Winkler

Problematisch ist, das Sie die soziale Politik aller Parteien, mit gewissen Unterschieden, nicht erkennen.

BILD.DirEinDuHättestEineMeinung

Wer die Zustände kennt, die sich im Lauf der Industrialisierung und des aufkommenden Manchester-Kapitalismus entwickelten weiss:

Gewerkschaften gehören wie die Parteien, die aus ihnen hervorgingen zu den wichtigsten Institutionen unserer Staaten.

Ohne sie und ihre Arbeitskämpfe würden immer noch die meisten Menschen in Europa zur "working poor" gehören - der Schicht der arbeitenden Armen.

Endlose Schichten und kaum Freizeit.

Löhne die gerade mal für die Miete in miesen und engen Mietskasernen und eine mangelhafte Ernährung  ausreichten.

Kinderarbeit, praktisch keine Arbeitssicherheit und kaum Zugang zu Bildung.

Erst eine organisierte Arbeiterschaft konnte sich gegen diese Zustände wehren - und ganz nebenbei durch bessere Löhne und die dadurch steigende Massenkaufkraft einen der wichtigsten Grundsteine für unseren Wohlstand legen!

 

Liebe Gewerkschaften:

Glück Auf! - und einen schönen 1. Mai !

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Lucinda_in_tenebris

Glück auf....der Steiger kommt.

Warum fehlt so oft der Blick auf den aktuellen Zustand innerhalb der Gewerkschaften und den Problemlagen der heutigen Gesellschaft?  Gewerkschaft und SPD werden heute von der aufgestiegenen Mittelschicht verwaltet. Wir brauchen aber eine Bewegung, die Prekariat und abgehängte Bürgergeldempfänger wieder mit ins Boot holt.  Sonst bleibt es bei den 10% Zustimmungswerten.

fathaland slim

Abgehängte Bürgergeldempfänger und prekär Beschäftigte sind in den seltensten Fällen gewerkschaftlich organisiert. Eine Gewerkschaft ist immer nur so stark wie ihre Mitglieder. 

ich1961

Ich wünsche allen erst mal einen schönen Feiertag.

Gewerkschaften haben sich über die Jahre zu unverzichtbaren Organisationen entwickelt und ich finde das gut so. 

Was unsere Ahnen erreicht haben - meist unter großen Schwierigkeiten - wird leider oft nicht mehr so wert geschätzt, wie es sein sollte. Das kann man auch hier immer wieder bei den Diskussionen über Streik und Streikrecht sehen.

 

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91541matthias

Ihnen ebenfalls einen schönen Feiertag.

Ich muss heute arbeiten, was aber nicht schlimm ist, weil wir in unserer Kleinstadt keine Kundgebung mehr haben..im Gegensatz zu früher, als immer genug Leute da waren. 

GSD gibt es, wie bei mir, Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter wertschätzen..

 

ich1961

Dann wünsche ich Ihnen einen ruhigen Dienst.

Schiebaer

Ihren Kommentar kann ich als alter IG Metaller nur zustimmen.Vieles wurde dadurch in der Arbeitswelt für die Beschäftigen verbessert. Einen schönen 1. Mai wünsche ich.

ich1961

Ja, die "alten IG Metaller" haben viel erreicht - und waren Vorbild für die anderen Gewerkschaften.

RundumBlick18

Menschliche Fehler?

Die historische Bedeutung ist unbestritten und uneingeschränkt zu würdigen. 

Wie so einige wichtige Errungenschaften/Einrichtungen (Parteien, Rundfunk usw.) gab und gibt es auch bei den Gewerkschaften einige Entwicklungen, die weniger gut laufen. Es scheint in der Natur menschlicher Organisationen zu liegen, dass im Laufe der Zeit ein gewisser, ich nenne es mal vorsichtig "Filz" entsteht, welcher oft dem ursprünglichem Zweck zuwider läuft bzw. diesen nicht mehr so konzentriert im Blick hat. Irgendwann neigen Orgas dazu, hauptsächlich sich selbst zu erhalten und zu versorgen.

So als kleines Beispiel: Ich fand es persönlich immer kurios, wenn Arbeitervertreter in "dickeren" Autos, als die Bosse vorfuhren. Sie sollen nicht in Sack und Asche gehen, aber von Geldern der Mitglieder, kann man auch etwas bescheidener/sparsamer auftreten.  schönen Tag allen

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Tino Winkler

Ausnahmen bestätigen immer wieder die Regel, daß ist in jedem Bereich des Lebens der Fall, Verallgemeinerung dagegen ist übel.

diskobolos

Wann war das denn der Fall?

Lucinda_in_tenebris

Sie haben es gut auf den Punkt gebracht.

In meiner Studentenzeit habe ich als Radkurierin gearbeitet. Wir hatten damals im Ruhrgebiet bei den Gewerkschaften angefragt, ob es eine Möglichkeit gebe uns zu unterstützen. Die knappe Antwort: Wir wären viel zu wenige, da würde es sich für sie nicht lohnen sich Gedanken zu machen. 

NieWiederAfd

Neben ihrer Kernarbeit als Tarifpartner sind die Gewerkschaften als wichtige Stimme in politischen Diskussionen nicht wegzudenken, so wie jüngst mit dem Aufruf von GewerkschafterInnen aus allen DGB-Gewerkschaften, sich unüberhörbar einzusetzen „ für Friedensfähigkeit statt ‚Kriegstüchtigkeit‘ ... , für Abrüstung und Rüstungskontrolle, Verhandlungen und friedliche Konfliktlösungen“. (Quelle u.a.: https://www.gew-hamburg.de/themen/internationales/2024-03/gewerkschafte…)

Russland Deutscher

Die DGB Gewerkschaften stehen für eine sozialere Politik und sind sehr gut für die Gesellschaft und die Arbeiter. Die GDL sehe ich mehr als eine Spartengewerkschaft für mehr Egoismus.

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gelassenbleiben

Die GDL sehe ich mehr als eine Spartengewerkschaft für mehr Egoismus.

Sehe ich nicht so, an das was die GDL für ihre Mitglieder durchsetzt, können die Arbeitgeber zuvorderst die DB auch für andere Arbeitsverhältnisse nicht mehr ohne weiteres vorbei. 

KowaIski

Dass man im Organisationsbereich der GDL mit weniger Ausbildung mehr verdient als in der Pflege, dafür kann die GDL ja nichts. Sie versucht das Beste für ihre Mitglieder zu erreichen. Dass das auch irgendwo auf dem Rücken der Allgemeinheit passiert, lässt nicht nicht ignorieren.

Jimi58

Das Stimmt, auf den Rücken der Allgemeinheit wurden auber auch firmen gepempert die nachher den Laden dicht gemacht haben. Da redet auber kaum einer von oder ist schnell vergessen. Die GDL läßt sich eben mal nicht so in den "Sack" hauen, und das ist gut so.

der mosi ohne daisy

haben sie mal ein Beispiel dafür, oder hat sich nur der Suckale- Spruch von den Knöpfchendrücker bei ihnen verfangen ??

KowaIski

@ RundumBlick18

Menschliche Fehler? Die historische Bedeutung ist unbestritten und uneingeschränkt zu würdigen. Wie so einige wichtige Errungenschaften/Einrichtungen (Parteien, Rundfunk usw.) gab und gibt es auch bei den Gewerkschaften einige Entwicklungen, die weniger gut laufen.

Bei jeder Organisation und jeder Institution gibt es welche, denen was nicht passt.

Nettie

Das Wesen von Gewerkschaften ist, wie schon aus dem Begriff hervorgeht, die Zusammenarbeit vieler. Deshalb erreichen sie auch gegen den erbitterten Widerstand einzelner (vermeintlich) ‚Über‘-Mächtiger viel.

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Nettie

Danke für den Link.

Machtanmaßung bzw. -missbrauch gibt es überall, Widerstand dagegen ist also auch überall (überlebens-) notwendig.

KowaIski

@ NieWiederAfd

... so wie jüngst mit dem Aufruf von GewerkschafterInnen aus allen DGB-Gewerkschaften, sich unüberhörbar einzusetzen „ für Friedensfähigkeit statt ‚Kriegstüchtigkeit‘ ... , für Abrüstung und Rüstungskontrolle, Verhandlungen und friedliche Konfliktlösungen“.

Die Kriegstüchtigkeit ist leider trotzdem wichtig. Wir sind friedensfähig, revanchistische Despoten im Osten lassen uns aber leider keine Wahl.

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NieWiederAfd

Verteidigungsfähigkeit ist ein Begriff, den ich akzeptiere, Kriegstüchtigkeit nicht.

P.S.: Es macht die Verfolgung von Kommentar und Antwort leichter, wenn Sie direkt unter dem Kommentar Ihre Antwort platzieren. 

Montag

Es gibt den Begriff "wehrhafte Demokratie". (Eine Demokratie darf und muss sich gegen ihre Feinde zur Wehr setzen / verteidigen können.)

Gerade wenn wir friedensfähig und friedenswillig sind, wenn wir in Freiheit friedlich zusammenleben und Konflikte friedlich lösen wollen: müssen wir wehrhaft sein. (Wenn nicht, sind wir leichte Beute.)

NieWiederAfd

Der Begriff wehrhafte Demokratie hat seinen Sitz vor allem in der Diskussion um klare rechtsstaatliche Kante gegen Drmokratiegegner aus dem Rechtsaußen-Lager und hat mit Kriegstüchtigkeit nichts zu tun.

Coachcoach

Als alter Gewerkschafter in Deutschland kann ich nur sagen: Ohne geht es nicht - aber alle Gewerkschaften müssen kampfstärker werden.

Ihre Kampfstärke haben zu viele Gewerkschaften in den letzten Jahrzahnten der 20. Jahrhunderts geschwächt, wenn nicht aufgegeben.

Ich denke an ÖTV - Ver.Di - : Nach Kluncker kam wenig. In den 80/90ern wurden die Vertrauensleutekörper abgebaut, und ganze Bereiche arbeiten heute zu unzumutbaren Bedingungen.

Der ganze Sozialbereich, die Pflege u.v.m. arbeiten zu deutlich zu niedrigen Löhnen und Gehältern.

Ein Beispiel sind SozialpädagogInnen/-arbeiterInnen, die im ÖD mehrere Vergütungsstufen unter denen eines FH-Ingenieurs arbeiten - bei gleicher Ausbildungshöhe.

Eine unglaubliche Frechheit.

...und Ver.Di macht nix - gar nix, niente.

Und das liegt nicht an fehlender Kampfkraft der KollegInnen.

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krautbauer

Ich greif das mal mit den SozPädsArbeitis auf. Danke dafür. Es sind zum einen zu wenige in einer Gewerkschaft organisiert, es gibt zu viele Gewerkschaften und Interessensverbände (Zersplitterung) und es interessiert schlicht niemanden, wenn die Sozialen Arbeit streiken würde. Es entsteht kein gesellschaftlicher Druck, wie wenn Kitas im Arbeitskampf geschlossen werden. Werden sich Obdachlose, Suchterkrankte oder Überschuldete in aller Öffentlichkeit beschweren? Nein, natürlich nicht.

Tino Winkler

Na ja, wenn es vielen gut geht besteht nicht unbedingt mehr ein „Kampfeswillen“.

diskobolos

Ist das so? M. E. werden FH-Ing. mit der EG9 oder EG11 bezahlt, jedenfalls dort, wo diese Qualifikation vorausgesetzt wird. (Eingestuft wird nach der für die Stelle nötigen Qualifikation, nicht nach der, die der AN hat.)

KowaIski

@ RundumBlick18

So als kleines Beispiel: Ich fand es persönlich immer kurios, wenn Arbeitervertreter in "dickeren" Autos, als die Bosse vorfuhren.

Vielleicht ist das auch mehr so ein Narrativ. Mir wäre das jedenfalls noch nicht aufgefallen. Bei Frau Fahimi ist das jedenfalls nicht der Fall.

KowaIski

BILD.DirEinDuHättestEineMeinung 01. Mai 2024 • 07:50 Uhr

Löhne die gerade mal für die Miete in miesen und engen Mietskasernen und eine mangelhafte Ernährung ausreichten. Kinderarbeit, praktisch keine Arbeitssicherheit und kaum Zugang zu Bildung.

Das haben wir glaube ich alle in der Schule im Geschichtsbuch gelesen. Aber unter und: Ist das nicht jetzt langsam ein bisschen abgedroschen?

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wenigfahrer

Klingt zwar so wie aus dem Geschichtsbuch, war aber noch gängige Praxis bis zur Einführung des 1. Mindestlohns.

Denn erst 2015 gab es den ersten Mindestlohn mit 8,50, davor war gängige Praxis den Leuten 7 Euro und weniger zu zahlen, und das nicht nur bei den Leiharbeitsfirmen, sondern auch Firmen die Bundesweit agiert haben, und eine Mietskasernen gibt heute noch in manchen Gegenden, haben nur einen andern Namen.

Jimi58

Und wer war gegen den Mindestlohn? Genau Arbeitgeber und CDU/CSU mit der Behauptung, das dann vieke Firmen dicht machen müßen. Heute noch das gleiche Spiel. CDU/CSU war noch nier für Mindestlohn, auch die Arbeitgeber nicht.

wenigfahrer

Das wird so stimmen, Arbeitgeber und Parteien die nahe am Arbeitgeber sind, sagen das natürlich immer.

Nur haben wir eben das Problem das Gruppen die damals so arbeiten mussten, heute zu der Gruppe ganz unten gehören, und das wird immer mehr bis sich das mal ausgleicht, das sind viele Jahrgänge die jetzt ziemlich dumm dastehen.

Deswegen kann auch nicht nachvollziehen wie es manchen Parteien an die Spitze schaffen, die mit Sozial nichts am Hut haben.

Montag

... man müsste den Mindestlohn vielleicht differenzieren: nach Kaufkraft im jeweiligen Bundesland bzw. in der jeweiligen Metropolregion.

(Eine meiner Cousinen lebt in den USA in der Nähe von New York und arbeitet als Krankenschwester in einem Pflegeheim. Sie sagt, manche Pflegehelferinnen haben 2 Jobs (in unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen) und arbeiten bis zu 16 Stunden am Tag: weil sie mit nur einem Job finanziell nicht über die Runden kommen würden. New York hat besonders hohe Preise bzw. eine besonders niedrige Kaufkraft pro Dollar. Solche Zustände möchte ich nicht bei uns.)

wenigfahrer

Das ist schon richtig was sie für die USA beschreiben, ist aber bei uns doch aus so, warum also in die Ferne schweifen.

Und ist die selbe Arbeit auf dem Land oder Kleinstadt weniger wert, als in München oder Hamburg, Artikel wie hoch der Stundenlohnunterschied ist gab es wohl gestern zu lesen.

Mauersegler

Nein, bei uns ist es nicht so wie in den USA, weil wir ganz andere soziale Sicherungssysteme haben (über die ja hier oft genug gemeckert wird).

Und die Arbeit auf dem Land ist natürlich nicht weniger wert, aber die Lebenshaltungskosten sind deutlich geringer. 

gelassenbleiben

Das haben wir glaube ich alle in der Schule im Geschichtsbuch gelesen. Aber unter und: Ist das nicht jetzt langsam ein bisschen abgedroschen?

Wenn die Neoliberalen dürften wie sie wollten wären wir schnell wieder da. Siehe auch das Veto der FDP in der Lieferkette doch bitte Kinder und Sklavenarbeit zuzulassen.

Zugang zu Bildung: Wenn es nach dem Willen vieler des Bürgerbildungstums ginge, sollten die Emporkömmlinge und ihre Kinder doch bitte von den Unis ferngehalten werden, womöglich wären die eine Konkurrenz für ihre eventuell nicht so helle Nachkommenschaft. Hat man bei den Diskussionen hier im Forum zu Bafög und anderen Themen zu Bildungs-chancen auch immer wieder gesehen

wenigfahrer

Wäre schön gewesen wenn die letzten 12 Jahre  vor dem Renteneintritt es einem Mindestlohn gegeben hätte, gab es nicht und das hatte damals auch niemand interessiert, deswegen ist es gut wenn heute niemand mehr für noch 5 Euro weniger als Facharbeiter arbeiten muss. Die Auswirkungen sind nämlich heute viel Jahre danach sehr hoch für ganz viele, denn Betriebsrente oder Tarifbindung gab es da natürlich auch keine, was besonders Firmen die Bundesweit agiert haben genüsslich ausgenutzt haben.

Gut das dieser Praxis ein Riegel vorgeschoben wurde, allen einen schönen 1. Mai. 

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Jimi58

Nicht nur der Midestlohn, sondern auch Teilzeitarbeiten welche nicht genügend für eine Rente ausreicht. Früher war es auch so, wer z.B. beim Bauer gearbeitet hatte, dort wurde nichts eingezahlt.

KowaIski

@ CoachCoach

Ein Beispiel sind SozialpädagogInnen/-arbeiterInnen, die im ÖD mehrere Vergütungsstufen unter denen eines FH-Ingenieurs arbeiten - bei gleicher Ausbildungshöhe. Eine unglaubliche Frechheit. ...und Ver.Di macht nix - gar nix, niente.

Man kann nur mir den Mädels tanzen, die da sind. Und verdi kann nur für die Beschäftigten kämpfen, die sich organisieren. Das Kritteln ist müßig.

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Coachcoach

So ein Unsinn - der Bereich war stark organisiert, hat 90 noch erfolgreich getreikt - und wurde dann von oben desorganisiert.

Mit der auch heute noch vorhandenen Kampfkraft ließe sich was erreichen - aber auch in der Ver.Di-Führung  interessiert sich niemand dafür - 

das ist elend.

Montag

Was heißt "wurde dann von oben desorganisiert"? 

(Könnten Sie das bitte erläutern. Wenn das Öffentlicher Dienst ist, dürften hier die gleichen Regelungen gelten wie für andere Berufsgruppen im Öffentlichen Dienst, beispielsweise für Berufsgruppen, die eine vergleichbare Ausbildungslänge haben?)

Coachcoach

Von oben desorganisiert: Die Vertrauensleute wurden abgeschafft - unsere Gruppe hatt 80 VL im Betreieb.

Sozpäds fingen mit BAT Vb an, Ings mit BAT III - so ist es heute im Prinzip immer noch.

NieWiederAfd

Wer die Bedeutung der Gewerkschaften für soziale Politik hervorhebt, wird das nicht ohne geschichtliches Bewusstsein tun können: Morgen jährt sich zum 91. mal die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nazis.

Das Gedicht von Martin Niemöller mahnt bis heute, gerade auch am 1. Mai:

"Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte." 


(Zitiert aus: http://martin-niemoeller-stiftung.de/martin-niemoeller/als-sie-die-komm…)

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krautbauer

Wie wahr. Danke.

Jimi58

Da haben sie Recht, hatte das auch noch leicht im Gedächtnis.

Nettie

„Gerade der Einsatz für ein soziales Europa bringe die EU den Menschen näher, meint Tania Bergrath vom DGB in Brüssel: "Ich glaube, das wird vermittelbarer und anschaulicher, wenn man konkrete Beispiele aus der Arbeitswelt aufzeigen kann, die mit der der Lebensrealität von Menschen zu tun haben."“

Genau. Konkrete. Das glaube ich auch.

Sokrates

Soziale Gewerkschaften, wenn ich das schon höre wird es mir übel. Was nützt eine soziale Gewerkschaft für die Arbeitnehmer wenn die Arbeitgeber betriebswirtschaftlich handeln müssen? Soll heißen, der Chef bestimmt wieviele Arbeitnehmer er braucht, der Chef bestimmt was ein Arbeitnehmer verdient, der Chef bestimmt ob und wer mal wieder entlassen werden könnte. Geht eine Firma gut, dann haben die Arbeitnehmer wenig zu befürchten, geht es der Firma mal weniger gut und der Chef möchte mit seiner Firma überleben, dann geht es dem einen oder anderen nicht gut wenn er abkömmlich ist und gehen muß! Das ist eine ganz einfach Sache. Und jetzt kommt die EU ins Spiel die das nicht zu begreifen scheint. Im Artikel steht ja schon, Brüssel hat in der Sozialpolitik wenig zu melden, und sie wird auch weiterhin nichts zu melden haben, denn bekannter Maßen regiert Geld die Welt. Und solange jedes EU-Land diesbezüglich nur an sich denkt wird es kein wirkliches soziales Europa geben!

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NieWiederAfd

Zitat: "Im Artikel steht ja schon, Brüssel hat in der Sozialpolitik wenig zu melden"

Wenn Sie nicht nur die ersten 3 Sätze lesen, erkennen Sie, welche Bedeutung die EU ("Brüssel") in Sachen Sozialpolitik de facto hat. 

Sokrates

Ich habe den ganzen Artikel gelesen, dennoch bilde ich mir meine eigene meinung darüber.

Was soll an Sozialen Gewerkschaften sozial sein wenn Gewerkschaften nur um ständig höheren Lohn streiken können aber das Kernproblem dabei außer acht lassen? Nämlich das dann die Arbeitgeber die höheren Löhne auch wieder erwirtschaften müssen. Und wie geschieht das? Richtig, die Verbraucherpreise steigen auch wieder mit an. Und was soll da jetzt bitte dann sozial sein!

NieWiederAfd

Gerechte Löhne sind wichtig, weil sie die Kaufkraft stärken und weil sie vor prekären Arbeitsverhältnissen schützen, wo ein Job nicht ausreicht, um über die Runden zu kommen. Diese Grundeinsicht scheint Ihnen zu fehlen.

Sokrates

Meine Grundeinsicht ist vorhanden: Ja, gerechte Löhne sind wichtig, aber nur dann wenn die Arbeitgeberseite das auch begreift!

NieWiederAfd

Gerechte Löhne sind wichtig - auch wenn die Arbeitgeberseite das nicht begreift oder vorgibt, es nicht zu begreifen.

Jimi58

Was ist mit dem Chef, der Arbeitnehmer entläßt um hohe Gewinne zu machen? Haben sie schon vergessen, was mit Schlecker los war?

Sokrates

Nein, ich habe Schlecker nicht vergessen und was da alles auf Kosten der Arbeitnehmer geschehen war!