Abda-Pressekonferenz "Gegen Zukunftsklau"

Ihre Meinung zu Apotheker kritisieren "Sparwahn" bei Arzneimittelversorgung

Lieferengpässe bei Medikamenten, wachsende Bürokratie und Personalmangel: Apotheker üben massive Kritik an den zunehmenden Belastungen, denen sie ausgesetzt sind. Mit einem bundesweiten Protesttag wollen sie auf ihre Lage aufmerksam machen.

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58 Kommentare

Kommentare

Nettie

"Apotheker mahnen Missstände an"

Die mahnen die nicht an, die monieren die. Und das zu Recht, wie nicht nur immer mehr Leute 'vom Fach' inzwischen aus eigener Erfahrung bestätigen können.

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Anita L.

Monieren (von lat. monere: (er)mahnen) heißt nichts anderes als bemängeln oder beanstanden und somit genau dasselbe wie das, was Sie "verbessern". Was genau wollen Sie also mitteilen?

Questia

Wirklich?

Ts-Beitrag: "...Eine während der Pandemie erlassene Verordnung ermöglichte es Apothekerinnen und Apothekern beispielsweise, beim Einlösen eines Rezepts ein vorrätiges Ersatzmedikament abzugeben. Diese flexible Regelung zur Arzneimittelabgabe müsse erhalten werden,..."

Meine Erfahrung vor, während und nach der Pandemie waren andere.:

War ein vordnetes Medikament nicht lieferbar, durfte "meine" Apotheke immer auf ein gleichwertiges anderes Lieferbares ausweichen. Das betraf m.E. immer solche Medikamtente, für die meine KK Rabattverträge mit bestimmten Herstellern hatte.

Also ist diese flexible Regelung doch nicht nur temporär gewesen.

Welche Situation meint die Apothekerin also? Ich sehe da nur einen Unterschied zwischen vorrätig und lieferbar.

Das fände ich vertretbar. Meine Apotheke wird mehrmals täglich beliefert. Was Vormittags bestellt wurde, ist Abends vor Ort. Kläre ich vorab telefonisch, das spart mir Wege.

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Schneeflocke ❄️

Soviel ich weiß, ist der Unterschied zwischen Pandemiezeit und jetzt, dass die Apotheke zwar das gleichwertige Präparat herausgeben darf, den Preisunterschied aber selber bezahlen muss, also die Apotheke und nicht der Kunde oder die Krankenkasse. So habe ich das jedenfalls verstanden, was mir mein Apotheker einmal dazu erklärt hatte.

Questia

@Schneeflocke•18:38 Uhr |Möglich|

| "...den Preisunterschied aber selber bezahlen muss, also die Apotheke und nicht der Kunde oder die Krankenkasse. ..." |

Das wäre eine Erklärung. Ich werde mal in meiner Apotheke fragen. Vielen Dank.

Tannengrün

Im Moment ist es möglich ein anderes Präparat abzugeben . Ein Preisunterschied muss weder Patient noch Apotheke zahlen.

Sarkastikus

Letzte Woche in Griechenland. Meine Augentropfen zu Senkung des Augendrucks gingen unerwartet zur Neige. Griechische Apotheke: ohne Rezept, 6,70 €. Hier nur mit Rezept, ca. 23 €. (Auch der Arzt verdient allein dadurch, dass er ein Rezept ausstellt. Gleicher Hersteller, gleicher Inhalt. Wer streicht sich diese unglaubliche Marge ein?

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Nettie

"Wer streicht sich diese unglaubliche Marge ein?"

Die Frage ist wohl eher, wer hier alles 'mitverdienen' will.

w120

Ob es sinnvoll ist, keine Ahnung, vielleicht ist es der Glaube an bestimmte Medikamente."g"

 

60 Euro für Magnesium, mal Nasenspray, mal Bepanthensalbe, mal Sinupret (so 28 Euro), usw. im Schnitt monatlich.

Das ist doch ein guter Umsatz.

 

Ich habe früher mal in einem Elektroladen gejobbt.

Fernsehe , der Verkauf lohnte nicht, aber die Reparaturen.

Mag heute anders sein.

 

Wie teilt sich der Umsatz der Apotheke auf (Anteil der apothekenpflichtigen Dinge und andere Zusatzgeschäfte- Diabetikerteststreifen usw.)?

Doktor Alban

"Wer streicht sich diese unglaubliche Marge ein?"

Antwort: Zumindest bekommen die Apothekerinnen und Apotheker keine Bohne davon! Das überrascht Sie? Nun, das Apothekenhonorar ist gesetzlich festgelegt: "Die Apotheken erhalten pro abgegebene Packung eine prozentuale Vergütung von drei Prozent auf den Apothekeneinkaufspreis sowie einen Fixzuschlag von 8,51 Euro pro Packung (jeweils zzgl. Umsatzsteuer). Den Krankenkassen ist ein Apothekenabschlag von 1,77 Euro (inkl. Umsatzsteuer) pro Packung zu gewähren." Quelle GKV

Sisyphos3

das verstehe ich jetzt nicht

wenn das Medikament  in Griechenland 6,70 Euro kostet

und hierzulande die Apotheke einen Zuschlag von Fix 8,51 kriegt und dazu den variablen Betrag dazu

wie geht das dann billiger ?

Tannengrün

Dieser Aufschlag gilt nur für verschreibungspflichtige Arzneimittel,  apothekenpflichtige Arzneimittel haben diesen nicht und sind preiswerter.

Questia

@Doktor Alban•17:25 Uhr |Mindestens|

| "... Die Apotheken erhalten pro abgegebene Packung eine prozentuale Vergütung von drei Prozent auf den Apothekeneinkaufspreis sowie einen Fixzuschlag von 8,51 Euro pro Packung (jeweils zzgl. Umsatzsteuer). ..."|

Das wundert mich. Denn das beutete, daß jedes Medikament mindestens 8,51 EUR kosten müsste.

Ich bin mir fast sicher, daß ich schon verordnete Packungen bekommen habe, die günstiger waren.

Mache ich einen Denkfehler?

Klärungsbedarf

ja sicher machen Sie einen Denkfehler, es sei denn, Sie zahlen die Medikamente selbst. Bei gesetzlich versicherten legt ja die Krankenkasse das Geld auf den Tisch, wenn es sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament handelt. Ich bin (leider) privat versichert und dann weiß man, welche Beträge fließen.

Questia

@Klärungsbedarf•18:31 Uhr |Auch|

Auch als Kassenpatientin sehe ich, was die Medikamente kosten. Die Kasse meiner Apotheke zeigt dies an. Auch auf dem Rezept wird dies vermerkt. Das kann ich mir nach Kauf auch ansehen, wenn ich das möchte.

Das ist also nicht mein Denkfehler.

Klärungsbedarf

Dann irren Sie sich vielleicht bezüglich Verschreibungspflicht oder Apothekenverkaufspreis (AVP) ?

Klärungsbedarf

Sie haben ja echt Humor. 6,70 € in Griechenland und 23,- € bei uns. Für "Guten Tag, ich hätte gerne und auf Wiedersehen" kassiert die Apotheke deutlich über 10,- €. Und da profitiert die Apotheke also nicht ? Bei uns ist es überhaupt nur deshalb rezeptpflichtig, damit dieses unverschämte Abkassieren so stattfinden kann.

Leser_Home

Ein Grund für die Differenz ist u.a., dass die Hersteller ihre Preise auch unter Berücksichtigung der Lebenshaltungskosten - des Lebensstandards - kalkulieren. Dies bedeutet ganz einfach, in Ländern mit geringem Einkommen werden die Preise für Medikamente kommod kalkuliert. Das erklärt natürlich immer noch nicht die teils gewaltigen Preisunterschiede, die Rezeptpflicht bei vielen "normalen" Medikamenten und nicht zu vergessen, die Verfügbarkeit! Warum ist im europäischen Ausland das oder die Medikamente problemlos verfügbar, in Deutschland jedoch nicht?

Enlightеnmеnt

Wer streicht sich diese unglaubliche Marge ein?

Die Hersteller, aber sie sind nicht daran schuld. Sondern die mangelnde Marktwirtschaftlichkeit beim System der Krankenkassen, die mit ihren Festbeträgen (also Höchstbeträgen) es den Herstellern ermöglichen, solche Preise zu berechnen.

dr.bashir

Wer in D mehr verdient, als in GR? Jeder. Die MwSt. in GR auf Medikamente beträgt 6% statt 19%. Macht schon msl grob 2€ Unterschied. Ein deutscher Apotheker bekommt etwa 9€ für die Augentropfen (8,35+3%+0,21€ Nachtzuschlag) und damit schon mehr, als die Tropfen in GR kosten. Grob würde ich sage 7€ Hersteller + 3€ Großhandel + 9€ Apotheke + 3,50 € MwSt. Geht nicht ganz auf und sowohl Hersteller als auch Apotheken müssen den Kassen wieder Rabatte zurückgeben.

Sie sehen also - in D ist vom Hersteller bis zum Staat offensichtlich für jeden mehr drin, als in GR.  

Anita L.

"Wer streicht sich diese unglaubliche Marge ein?"

Eventuell Ihre Gesundheit? Dann nämlich, wenn bestimmte Medikamente nur auf Rezept herausgegeben werden dürfen, weil sie bei falscher Anwendung enormen Schaden anrichten können? Ihr Arzt verdient nicht "allein dadurch, dass er ein Rezept ausstellt", sondern weil er Sie untersucht (hat) und Ihnen aufgrund seiner Diagnose die bestmögliche Therapie empfiehlt. Stellen Sie sich nur mal vor, der Apotheker verkauft Ihnen ein Medikament, dass Ihnen aus bestimmten Gründen entweder gar nicht hilft oder sogar schadet? Und wie steht's mit der Arzneimittelkontrolle? Woher stammt das Medikament aus der griechischen Apotheke? In Deutschland gibt es strenge Kontrollen, dass in der Verpackung auch ein Originalmedikament steckt, dessen Herkunft geprüft ist. Und ganz zum Schluss zählen natürlich auch der finanzielle Status des Landes eine Rolle: Was für einen deutschen Touristen billig erscheint, muss es für einen Griechen noch lange nicht sein.

Theodor Storm

Das kann ich bestätigen, wenn auch meine Erfahrungen nicht so krass ausfallen. Hier in Griechenland (ich lebe hier) sind Medikamente (mit Rezept!), identische Marke und/oder derselbe Wirkstoff, zwischen 30-50% preisgünstiger, als in Deutschland. Da ich Apotheker in meinem Bekanntenkreis habe, kann ich ebenfalls bestätigen, dass die nicht am Hungertuch nagen, das Gegenteil ist der Fall. Die besondere Situation während Corona mal beiseitegelassen, vermute ich, dass das Klagen der deutschen Apotheker auf hohem Niveau stattfindet.

w120

Bei uns im Ort (ca. 6000 Einwohner) sind 2 Apotheken.

Auch wenn eine schließen würde, wären die Öffnungszeiten nicht weniger.

 

Problematisch ist oft die Versorgung durch den Notdienst.

Weite Wege, krank, ohne Auto?

 

Der Mehraufwand durch ein paar Telefonate mehr, würde ich bei den Vergütungen doch als absolut angemessen empfinden.

 

Die angemahnte Entscheidungskompetenz würde ich durchaus für sinnvoll erachten, aber wie sieht es bei den Apotheken mit Boni von den Herstellern aus?

Wäre dieses Konzept für uns Kunden sinnvoll oder werden wir dann auf bestimmte Produkte getrimmt? 

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Tannengrün

Ein paar Telefonate? Sie haben noch nicht mitbekommen wie problematisch die Versorgung teilweise ist? Zumal hanz viele Arztpraxen nicht telefonisch erreichbar sind. Da heißt es dann Emails oder Faxe zu schreiben und auf eine Antwort zu hoffen. Boni von Herstellern gibt es für verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht.

w120

Doch oft.

 

Antibiotikum in flüssiger Form nicht vorhanden.

Mittel für Diabetis, nach Telefonat, Abholung in Verbundapotheke 40 km entfernt.

 

Mittel nicht da, fertig.

Nicht so schlimm, da ich vorbeugend früh bestelle.

 

Andere Vorteile durch den Hersteller?

Infofahrt, Teilnahme an einen Kongress auf Malle?

Tannengrün

Was ist den eine Infofahrt? Und den Kongress auf Malle gabs mal vor 30 Jahren.

w120

War ja nur eine Frage."g"

 

Ich glaube auch nicht das Frau Apothekerin xxx hier ein "Geständnis" ablegen wird. 

Anna-Elisabeth

"Antibiotikum in flüssiger Form nicht vorhanden.

Mittel für Diabetis, nach Telefonat, Abholung in Verbundapotheke 40 km entfernt.

Mittel nicht da, fertig.

Nicht so schlimm, da ich vorbeugend früh bestelle."

Das klingt ja gruselig. Aber dass bestimmte Medikamente nicht vorrätig sind und es Schwierigkeiten bei der Bestellung gibt, erlebe ich auch immer häufiger. 

w120

Vorab ich finde es gut, dass die Apotheke vor Ort ist.

 

Aber es geht ja nicht nur um die Mehrbelastung in Einzelfällen.

Bei der wirtschaftlichen Situation der Apotheken, wird es starke Unterschiede geben.

 

Die Apotheke verdient aber auch an nichtverschreibungspflichtigen Medikamenten (Eigenkalkulation).

 

Sie kann wohl nur als Personengesellschaft oder OHG betreiben werden.

Da gibt es eine Reihe von Möglichkeiten der Steuerung (wäre was für eine Steuerberatung).

 

Quark

Den Apothekern geht es doch gut. Das ist Jammern auf hohem Niveau. Im Jahr 2021 war eine Apotheke für 4.504 Einwohner zuständig. In unserer kleinen Stadt leben 12.000 Einwohner und haben vier Apotheken und keine denkt an eine Schließung.

 

Dass die Medikamente fehlen, verdanken wir doch unseren Regierungen. Sie haben es zugelassen, dass die Hersteller billig im Ausland produzieren konnten. Das ist gewinnorientierte Marktwirtschaft. 

Da bleibt aber auch Menschlichkeit und Fürsorge auf der Strecke. Die freien Medikamente bringen den Apotheken das Geld. In der Apotheke zahle ich oft das Doppelte bis Dreifache. Und von der vielgelobten Beratung habe ich kaum etwas erfahren.  

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Anita L.

"Sie haben es zugelassen, dass die Hersteller billig im Ausland produzieren konnten."

Ähm, wir leben in einer Markt- und nicht in einer Planwirtschaft. Wir alle wollen gut (nach deutschem Standard) verdienen und lückenlose Sozialleistungen in Anspruch nehmen, aber komischerweise will keiner dafür zahlen... Ich habe in den letzten Jahren keine Beschwerden über die "Ratiopharm"-Preise gehört. 

derkleineBürger

"

Eine während der Pandemie erlassene Verordnung ermöglichte es Apothekerinnen und Apothekern beispielsweise, beim Einlösen eines Rezepts ein vorrätiges Ersatzmedikament abzugeben. Diese flexible Regelung zur Arzneimittelabgabe müsse erhalten werden, forderte die Verbandspräsidentin."

 

->

Und dann ist es egal,was der Arzt verschreibt oder der Patient verträgt. Gelagert und Herausgegeben wird, bei dem der Medikamentenherstellervertreter die beste Erlösbeteiligung vergibt...

 

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Tannengrün

Das ist gelinde gesagt Quatsch, der Aufschlag auf alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel ist gleich hoch.

derkleineBürger

Sie haben natürlich Recht.

Ob der Pharmavertreter das Produktpräsentationsgespräch vom  Herstellerportfolio des nächsten Jahres innerhalb 2 Stunden in der Apotheke abhält oder über ein verlängertes Wochenende im Wellnesshotel, hängt natürlich nicht vom Verkaufsvolumen des Apothekers ab, sondern ist eine individuelle Entscheidung des Pharmavertreters, basierend auf dem Umfang seines Angebotes und dessen Einschätzungen der kognitiven Fähigkeiten des Apothekers...

 

...und wenn der Pharmavertreter auf 22 Urlaubsgutscheinen sitzt, obwohl der nur 2 davon gebrauchen kann, muss sich sein Arbeitgeber verkalkuliert haben und so humanistisch,wie der ist, verteilt der die überflüssigen lediglich an die hilfsbedürftigsten Ärzte und Apotheker in seinem Verkaufsbezirk...

falsa demonstratio

"Und dann ist es egal,was der Arzt verschreibt oder der Patient verträgt. Gelagert und Herausgegeben wird, bei dem der Medikamentenherstellervertreter die beste Erlösbeteiligung vergibt.."

Und das bezahlt die Krankenkasse dann anstandsalos? Das glauben Sie doch selbst nicht.

stgtklaus

Also wenn mein Arzt mein rote Smarties, dann sagt meine Kasse gelbe Smarties für lau, aber mein Apotheker hat die nie bestellt und sagt goldene für den doppelten Preis. Und die Kasse zahlt dann. Welhen Zweck hat denn eigentlich eine Apotheke ?

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Tannengrün

Das ist gelinde gesagt Quatsch! Wenn die gelben Smarties nicht da sind (um mal bei ihrer Wortwahl zu bleiben) kann man nur die nächst preisgünstigen Mittel abgeben. Verdienst ist fast gleich da die Preisbildung bei allen Medikamenten gleich ist.

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Möbius

Ich bin verblüfft über die angeblich „prekäre“ Lage deutscher Apotheken zu hören. Denn diese sind mit einmaligen Privilegien ausgestattet! Mich erinnert das immer ein wenig an mittelalterliche Handwerksinnungen … 

 

Ich habe mich immer auch darüber gewundert das Apotheken in Deutschland wie „Erbhöfe“ behandelt werden (bei Arztpraxen und Anwaltskanzleien ist es aber ähnlich). Warum muss ich annehmen das die Berufung oder Begabung des Nachwuchses der Inhaber sich „vererbt“ ? 

 

 

In vielen Süd- und osteuropäischen Ländern ergreifen den Arzt- oder Apothekerberuf auch solche Menschen die nicht auf Pfründe zurückgreifen können und wo die Eltern aus einem ganz anderen Metier stammen. Vielleicht sollte man die Gesetzeslage in Deutschland mal überdenken… 

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dr.bashir

Sind nicht auch Handwerker oder Landwirte froh, wenn eines ihrer Kinder weiterführt, was sie aufgebaut haben? Söhne und Töchter übernehmen auch Hotels oder Restaurants ihrer Eltern, warum also nicht Apotheken und Arztpraxen, wenn es ihren Vorstellungen entspricht. Wenn man gar keinen Bock darauf hat, hält man das Studium sowieso nicht durch. 

Möbius

Ich habe früher in Deutschland Pharmazeuten und Mediziner ausgebildet. Frappierend für mich war immer das entweder Vater, Mutter, Onkel, Tante  Mediziner oder Apotheker war.  Wie kann das sein ? Von anderen Ländern kenne ich das nicht so. Das Argument: „ich habe 800.000 Euro in diese Praxis investiert, und deshalb wird mein Sohn das weiterführen!“ lasse ich nicht gelten. 

 

Leider ist der Glaube in Deutschland wohl weit verbreitet das die „guten Gene“ sich vererben würden … nach meiner Erfahrung stimmt das leider so aber nicht. 

dr.bashir

An die Allmacht der Gene glaube ich auch nicht. Aber natürlich ist es einfacher, ein gut eingeführtes Geschäft zu erben, als es von Null aufzubauen. Das gilt für Hotels, wie für Apotheken. Und wenn junge PharmazeutInnen bestehende Apotheken kaufen, anstatt erben, dann starten sie eben mit entsprechenden Sxhulden. Deswegen warum sollte es bei Pharmazeuten anders sein, als bei Bauern?

sebo5000

"Ich habe früher in Deutschland Pharmazeuten und Mediziner ausgebildet..."

 

Und ich dachte immer, dass man für diese beiden Berufe ein Studium benötigt, dabei hätte ich nur eine Ausbildung bei Ihnen absolvieren müssen...naja im Nachhinein ist man immer schlauer...

Questia

@Möbius•18:49 Uhr |Frei |

| "...In vielen Süd- und osteuropäischen Ländern ergreifen den Arzt- oder Apothekerberuf auch solche Menschen die nicht auf Pfründe zurückgreifen können und wo die Eltern aus einem ganz anderen Metier stammen. Vielleicht sollte man die Gesetzeslage in Deutschland mal überdenken… "|

Das hat der Gesetzgeber bereits getan, schon vor 74 Jahren:

Grundgesetz Artikel 12 Absatz 1: Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.

Absatz 2:  Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.

Möbius

Es gibt ein spezielles Recht für Apotheken in Deutschland. Der Gesetzgeber hat diesen nicht nur ein Monopol verschafft sondern kümmert sich auch darum das die Apotheken sich nicht untereinander Konkurrenz machen. 

 

Das ist aus meiner Sicht staatlich verordnete Wettbewerbsverzerrung zum Nutzen einer Klientel. 

falsa demonstratio

"Es gibt ein spezielles Recht für Apotheken in Deutschland. Der Gesetzgeber hat diesen nicht nur ein Monopol verschafft"

Mit dem falsch verwendeten Beriff Monopol meinen Sie wohl die Tazsache, dass verschreibungspflichtige Medikamente nur von Apotheken vertrieben werdn dürfen. Wer sollte es denn sonst tun, etwa die Postfiliale oder der nächste Lotto-Toto-Laden?

"sondern kümmert sich auch darum das die Apotheken sich nicht untereinander Konkurrenz machen."

Apotheken stehen durchaus untereinander im Wettbewerb. 

"Das ist aus meiner Sicht staatlich verordnete Wettbewerbsverzerrung zum Nutzen einer Klientel. "

Das ist Regulierung zugunsten der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung.

Möbius

Sehen Sie es doch mal von der umgekehrten Seite: 

 

was spricht gegen eine Deregulierung analog der Situation in anderen europäischen Ländern ? 

falsa demonstratio

"was spricht gegen eine Deregulierung analog der Situation in anderen europäischen Ländern ? "

Die Sicherheit der Bevölkerung. 

Die Vorstellung, dass jeder Hinz und Kunz Medikamente vertreiben könnte, ist mit zuwider. 

Ich weiß allerdings nicht, in welchen Ländern das anders ist. Das können Sie sicher ausführen.

Anita L.

"was spricht gegen eine Deregulierung analog der Situation in anderen europäischen Ländern ?"

Meine Gesundheit. Ich möchte nicht Gefahr laufen, einem Quacksalber aufzusitzen.

 

Questia

@Möbius•19:28 Uhr |Ablenkung|

Sie lenken ab von meinem Widerspruch, der sich auf Ihre ursprüngliche Behauptung der "Erben" und Pfründe bezog.

Ich bleibe derweil beim Thema, auf das ich Bezug nahm.

In einem weiteren Artikel auf TS können Sie nachlesen, wie die Nachfolgesituation auch bei Apotheken wirklich aussieht:

"...Andere Apotheker suchen jahrelang nach einem Nachfolger - viele finden überhaupt keinen, auch weil der Job längst nicht mehr so lukrativ ist wie früher. ..."

aus: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/apotheken-lage-100.html

Elliot Swan

"Der Gesetzgeber ... kümmert sich ... darum das die Apotheken sich nicht untereinander Konkurrenz machen."

Mit Verlaub gesagt: Unsinn.

Die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente werden zwischen Krankenkassen und Herstellern ausgehandelt, Apotheker werden da nicht gefragt. Für den Rest der Ware (Hautcremes und so) gelten die üblichen Gesetze der Marktwirtschaft.

Monopole gibt´s auch nicht, Sie können ja im Internet bestellen, wenn Sie wollen - und ein paar Tage Zeit haben. 

w120

Die Apotheke darf aber nicht in der Rechtsform einer GmbH betrieben werden.

Das ist auch ein Punkt (Haftung), der entlohnt werden muss.

falsa demonstratio

"Ich habe mich immer auch darüber gewundert das Apotheken in Deutschland wie „Erbhöfe“ behandelt werden (bei Arztpraxen und Anwaltskanzleien ist es aber ähnlich). Warum muss ich annehmen das die Berufung oder Begabung des Nachwuchses der Inhaber sich „vererbt“ ?"

Zumindest, was Anwaltspraxen betrifft, haben Sie Unrecht. Jeder, der das Assessorexamen in der Tasche hat, kann sich jederzeit und überall niederlassen, ohne dass es einer anderen Zulassung als der allgemeinen Anwaltszulassung bedarf. Wenn der Junganwalt evtl. bei seinem alten Herrn unterschlüpfen kann, hat das damit nichts zu tun, auch wenn es beide freuen dürfte. Am Markt behaupten muss sich der Junge über kurz oder lang alleine.

 

falsa demonstratio

"In vielen Süd- und osteuropäischen Ländern ergreifen den Arzt- oder Apothekerberuf auch solche Menschen die nicht auf Pfründe zurückgreifen können und wo die Eltern aus einem ganz anderen Metier stammen. Vielleicht sollte man die Gesetzeslage in Deutschland mal überdenken…"

Wir haben zwei Apotheken im Ort. Die dritte hat kürzlich geschlossen und keinen Nachfolger gefunden. Unsere drei Apotheker im Ort haben ihre Geschäfte von  dritten Fremden übernommen.

dr.bashir

Es gibt sogar einen Verband der mittelständischen Familienunternehmen. Die heißen so, weil Opa den Laden gegründet hat und derzeit die Urenkel BWL studieren, um den Laden mal zu übernehmen. Wo ist das Problem?

Klärungsbedarf

Warum sollten ausgerechnet die Kinder und Enkelkinder die geeignetsten Personen sein, ein Unternehmen weiterzuführen ?

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Aufmerksamleser

Wieder etwas, was wir der CDU zu verdanken haben. Falsche, desaströse Gesundheitspolitik z. B. durch Herrn Spahn, Anstiften zur Gewinnmaximierung der Medikamentenindustrie, weil Verlegung der  Produktion in Billigstlohnländer. Und nun das große Gezeter dieser Partei. Herrschaften der CDU, nicht mit Steinen im Glashaus werfen, sondern den Gesundheitsprofis der jetzigen Regierung zustimmen, die sind auf dem richtigen Weg. Dauert natürlich etwas länger, man muß ja erstmal die Mißwirtschaft der CDU aufräumen.