Kommentare - Warum sich Klimabewegung und Grüne entfremdet haben

23. September 2022 - 10:52 Uhr

Lange ging "Fridays for Future" zusammen mit den Grünen auf die Straße. Doch seit die Partei mitregiert, ist das Verhältnis abgekühlt. Heute ruft die Bewegung erneut zu Protesten auf. Von Corinna Emundts.

Artikel auf tagesschau.de
Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

eher Oliv oder mit etwas rot

Die waren mir von Anfang an nicht "grün". Da muß ich der TS zustimmen.

Olivgrün ist mir eine zu militaristische und vergangenheitsbeladene Farbe.

Fehleinschätzung

"Nach der Bundestagswahl hätte man noch denken können, "Fridays for Future" habe ihren Sinn und Zweck erfüllt und sich damit selbst überflüssig gemacht. Denn die Grünen, eine Partei, die schon lange für mehr Klimaschutz kämpft, kam zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder an die Regierung."

 

Wer hat tatsächlich so gedacht? Das wäre ziemlich naiv.

FfF ist nicht überflüssig geworden, bloß weil eine grüne Partei mitregiert. Diese musste schon in den Koalitionsverhandlungen die ersten Kröten schlucken. Und das wird weiterhin so sein. 

FfF wird weiterhin dringend benötigt, erst recht, wenn man das viel zu zögerliche und langsame Handeln gegen die Erderwärmung sieht - weltweit. Deshalb ist FfF auch eine internationale Bewegung.

Die Absichten mögen gut sein…

Die Absichten mögen gut sein...

Das ist ausgedacht? Nein, ich denke die twitter-Reaktionen einer Protagonistin auf den Kommentar unseres Bundeskanzlers zu einem professionellen Störer vor etwa 4-6 Wochen. sagte eigentlich alles.

Getroffene....

Wie immer erweisen solche Bewegungen m.E. dem eigentlich guten Ziel einen Bärendienst.

Schade..

@11:23 Uhr von kinderbuchautor

Die waren mir von Anfang an nicht "grün". Da muß ich der TS zustimmen.

Olivgrün ist mir eine zu militaristische und vergangenheitsbeladene Farbe.

Den Klimaaktivisten geht es dabei aber weniger um den Krieg sondern um das zuwenig an Klimapolitik der Grünen.

Proteste sind okay, das ist Demokratie!

Was die jungen Leute verlangen, muss man anhören. Begrüßen wir, dass sie sich rühren und argumentieren. Lernen sie wie wir älteren Jahrgänge, was es heißt, Utopien und Realität zu betrachten. Was es bedeutet Theorie und Praxis, also Umsetzung und Alltagstauglichkeit. Die Vision und ein Ziel gehören auch dazu. Aber auch Blick auf Kosten und Tragweite. Die Grünen sind jetzt in der Politik und regieren. Das ist eben eine andere Schiene als Demos.Diese Wahrnehmung fehlt manchen jungen Leuten eben, das müssen sie lernen. Das haben wir alle lernen müssen.

Im Gegensatz

Im Gegensatz zu den Grünen sind die  sogenannten Aktivisten noch nicht in der Realität angekommen.

FFF wirken müde

Das war zu erwarten, das geht spontanen bewegungen eben so.

Mir sind sie immer etwas zu moralisch und zu wenig analytisch gewesen. Ohne klare Analysen, die über das naturgesetzliche hinausgehen und systematisch die Gesellschaftsform analysieren - da werden sie scheitern.

Die Bündnisgrünen haben ja schon in der ersten Regierungsbeteiligung  gezeigt, dass sie nicht in der Lage snd, ihre Ziele beizubehalten,

Tja, wenn man plötzlich in der Verantwortung steht

ist die Welt dann doch nicht mehr schwarz und weiß. Wie sähen denn die Maßnahmen bei FFF aus? Einfach alles abschalten wenn kein grüner Strom da ist? Oder dann die Atomanlagen doch wieder anfahren, um zumindest die Grundlast Klimaneutral abzufangen?

Radikale Forderungen sind leicht aufzustellen, wenn man nicht für die Konsequenzen grade stehen muss. Das wissen auch die Grünen, die immer sobald sie in politischer Verantwortung stehen dementsprechend auch anders handeln (müssen). Im Wahlkampf agieren die Fundis, in der Verantwortung die Realos. 

Von mir aus können sich die jugendlichen Freitags in die Kälte stellen und fordern was sie wollen, es wird derzeit kaum Einfluss auf die Politik haben.

 

Geld für Wald, Wiesen und Ackerland

Das Geld, das man für Kriege ausgibt, sollte man ausgeben für die Umwandlung der Sahara in Wald, Wiesen und Ackerland. Die Spannungen, die zu Kriegen führen, lösen sich nach ca. 200 Jahren sowieso von selbst auf.

Ich

habe vor ein paar Tagen den Eintrag in einem Gästebuch (HaF ??) gelesen der da lautete: kein Mitglied der Grünen sollte sich Mitglied der Friedenspartei nennen, es wäre gelogen, Ich füge dem hinzu: keiner der Grünen sollte sich Umweltschützer nennen. So wie aus den größten Pazifisten Kriegsminister wurden und dabei die Umwelt vergessen haben, hat sich die Frage: "Warum sich Klimabewegung und Grüne entfremdet haben" von selbst beantwortet. Und den FFF-Jüngern sei gesagt: wenn es euch so richtig kalt wird und ihr friert, werdet auch ihr die Heizungen aufdrehen und euch wärmen, egal ob diese mit Oel oder Gas betrieben werden und vielleicht haben auch noch viele einen Kohleofen im Wohnzimmer.

@11:32 Uhr von harpdart

Wer hat tatsächlich so gedacht? Das wäre ziemlich naiv.

FfF ist nicht überflüssig geworden, bloß weil eine grüne Partei mitregiert. Diese musste schon in den Koalitionsverhandlungen die ersten Kröten schlucken. Und das wird weiterhin so sein. 

FfF wird weiterhin dringend benötigt, erst recht, wenn man das viel zu zögerliche und langsame Handeln gegen die Erderwärmung sieht - weltweit. Deshalb ist FfF auch eine internationale Bewegung.

Richtig.

Sie müssen jetzt zeigen das Sie nicht nur Vordern können sondern durch eigene Leistung und  Vorbild handeln wollen.

FFF

Ich habe mit einigen Aktivisten bei FFF so meine Probleme! Grundsätzlich und im Kern ihrer Sache haben natürlich Neubauer und Co. vollkommen recht! So wie bisher darf es nicht weitergehen! Problematisch aber ist die Art und Weise, wie manche Aktivisten ihren Protest zum Ausdruck bringen! Erst kürzlich habe ich erleben dürfen, wie sich junge Menschen an einer Autobahnausfahrt auf der Straße "festgeklebt" haben! Das Resultat war äußerst klimaschädlich! Es entstand ein kilometerlanger Stau! Super Leistung! Das Klima schützen indem man dem Klima schadet! Dass auch die Akzeptanz dieser Bewegung bei vielen keinen Jubel auslöst, wenn man solche Radikalmaßnahmen durchzieht, sollten solch "intellektuell bewanderten Menschen", wie sich Neuerbauer und Co. immer gerne geben, eingentlich klar sein! Klimaschutz kann nicht funktionieren, wenn die Jungen sich gegen die "Alten" aufbringen! Klimaschutz kann nur geschehen, wenn alle ein Einsehen haben, dass nur gemeinsam das Ziel erreicht werden kann!

Tja, regieren verlangt eben…

Tja, regieren verlangt eben sich den Realitäten stellen zu müssen, die die vorherigen Träumereien als Realismus darstellt, eben als Träumereien. Das trennt dann eben die Freitags-Träumer von den mittlerweile mitregierenden (Halb)Realisten. Da raucht dann eben jeder sein Zeugs wo anders.

Es ist aber auch unverschämt,

dass fast direkt nach der Wahl der Grünen in den Bundestag ein Herr Putin beschließt, einen Angriffskrieg auf europäischem Boden zu führen und dabei die Abhängigkeit Deutschlands und anderer europäischer Staaten von russischen fossilen Energieträgern als Druckmittel gegen diese Länder einzusetzen.

Und es ist ja genauso unverschämt, dass eine Menge Menschen in Deutschland diese Tatsache nicht als Chance auf einen schnellen, wenn auch schmerzhaften Energiewandel sehen, sondern an ihren liebgewonnenen Gewohnheiten, immer und billig Energie zur Verfügung zu haben, festkleben und dass die Grünen wie auch die anderen Parteien in der Regierung jetzt nicht einfach den gesamten Energiesektor ins Chaos stürzen lassen, sondern doch um Kurzfristlösungen nicht herumkommen.

Und noch unverschämter ist es ja, dass die Grünen als Teil einer Regierungskoalition eben nicht holzhammermäßig alles umsetzen, was sie sich im Fall einer absoluten Mehrheitsregierung vielleicht hätten erlauben können.

Große Frage?

Wenn grüne Energiepolitik neuerdings heisst, mehr Fracking-Gas, Terminal errichten ohne Umweltverträglichkeit und an Symptomen rumgedoktert wird, statt an den Ursachen der hohen Preise anzusetzen, ist eine "Entfremdung" wohl nicht verwunderlich. Die Bereitschaft, frierend und stinkend durch den Winter zu stapfen, ist sicher auch durchaus begrenzt.

Warum sich Klimabewegung und Grüne entfremdet haben ?

Ja, warum wohl ? Weil sich da Realismus ausgebreitet ? Weil Flüssiggas (LNG) gefördert wird, weil im Rheinischen Revier die Gefahr besteht, daß noch Dörfer für RWE geräumt werden. Obwohl (oder vielleicht auch weil), die Grünen seit Mai in der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen sitzen. Da kämpfen die Menschen für Lützerath. Aber ohne die Grünen.

Das ist aber nicht alles: 2016 waren die Grünen dabei, als es gegen die Freihandelsverträge mit angeschlossener Sondergerichtsbarbeit für Unternehmen ging. Aber heute, da wollen sie davon nichts mehr hören, sind für CETA.

Darstellung: