Kommentare - Kunstausstellung documenta: Ein Ende im Streit

22. September 2022 - 15:20 Uhr

Am Sonntag endet die documenta in Kassel. Was von der Kunstschau bleibt: Antisemitismus-Vorwürfe und Streit über Kunstfreiheit und Zensur. Wie konnte das passieren? Von Jens Wellhöner.

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Kommentare

wer hätte das gedacht

auch diese dokumenta ist doch prächtig im sinne der woken freundinnen gelaufen

@15:27 Uhr von Sisyphos3

 

 

was soll´s

 

Antisemitismus ein Totschlagargument

Diesmal kam der antisemitismus von links, deswegen hat es etwas gedauert bis Fehler eingesehen wurden. 

lasst die einfach....

Wer schon einmal auf diesem Fest war, wird selber sehen, wie schwer es ist, da aufzufallen. Das geht nur mit grenzüberschreitung, provokation, und lauten krakelen. Die Diskussion über dieses Bild hat doch mehr Publicity gebracht, als sich irgendwer denken konnte.

Mit Kunst  ha das ja sowieso nichts zu tun. Das meiste von dem Gerümpel kann man in jedem Kindergarten besser anschauen.

 

Also lassen wir diese Avandgardisten lieber unter sich und kümmern uns um echte Probleme. Die machen doch eh immer so weiter.

 

Erinnert mich alles viel zu sehr an "Hurz" von Hape Kerkeling.

Rusngrupa..

„Ruangrupa zeigte sich geschockt, gelobte Besserung, wollte auf deutsche Befindlichkeiten eingehen“

Wie darf ich das verstehen? ..ach so ihr habt Millionen Juden umgebracht und deswegen findet ihr antisemitische Kunst nicht ganz so gut? Sind das die „deutschen Begindluchkeiten“ auf die man eingehen möchte?  Widerlich, unter welchen worthülsen sich antisemiten wegducken können. 

Hilft abhängen?

Ich verstehe den Zensurvorwurf. Es geht um eine andere Wahrnehmung der Welt - kritikwürdig, aber auch abgehängt existent.

Offensive Kritik könnte helfen. Wenn aber selbst der BDS als antisemitisch bezeichnet wird, kommen wir in die Nähe der gegenwärtigen identitären Diskussionen - und da ist Hopfen und Malz verloren. Zu Ende gedacht, bleibt da nur kollektiver Selbstmord - denn Alles ist geklaut in dieser Welt.

Ich finde das aber gut so-

Sensibilitäten

Als die Antisemitismus-Vorwürfe in der Tagesschau beschrieben wurde, waren auch zwei kleine Ausschnitte zu sehen. Z.B. die Soldaten mit "Hakennasen", die auf klassische antisemitische Bildersprache verweisen sollen. Ich sah kubistisch angehauchte Gestalten und keine Hakennasen.

Überhaupt gehe ich davon aus, dass ich bei der Suche "Finde die antisemitischen Bildteile" kläglich gescheitert wäre. Natürlich gibt es insbesondere in Deutschland Kunstexperten, die sich damit auskennen. Ich bezweifle aber, dass sich die Künstler aus dem globalen Süden sich allgemein damit auskennen.

Die Verständnislosigkeit auf beiden Seiten ist die Folge.

 

 

@15:46 Uhr von Bobinho

Wie darf ich das verstehen? ..ach so ihr habt Millionen Juden umgebracht und deswegen findet ihr antisemitische Kunst nicht ganz so gut? Sind das die „deutschen Begindluchkeiten“ auf die man eingehen möchte?  

Wäre das Bild klar als antisemisch zu erkennen gewesen, es wäre nie aufgestellt worden.

Ja es geht um Befindlichkeiten.

 

@15:27 Uhr von Sisyphos3

 

 

was soll´s

 

Antisemitismus ein Totschlagargument

Das ist tatsächlich die Gefahr, wenn Antisemitismus zum Totschlagargument wird, vor allem in unsetem Land. Aktuell kommt Gil ofarim vor Gericht wegen bewusster Falschaussage. Er wollte den Antisemitismus publicityheischend nutzen und ein Hotel an den Pranger stellen. Ich hoffe, die Strafe fällt nicht gering aus, da wir in diesem Fall die Kehrseite der Verhetzung sehen. Und nochmal, Kritik an Israel ist nicht gleich Antisemitismus. Die Frage sollte eher sein, warum Antisemitismus schon so viele Jahrhunderte existiert und sich nichts verbessert?

Zivilisation ohne Kunstfreiheit nicht möglich

Bilderverbot und Kunst Zensur ist das Ende von Demokratie, Zivilisation und Humanismus. 

Picasso hat mit Guerrnica nicht gemordet. Goya hat keine Menschen aufgefressen. Beuys hat keine Hasen getötet, er hat ihnen auch keine Bilder erklärt. Kunst ist metaphorisch und öffnet subjektive Räume der Selbsterfahrung. Das Kunstwerk ist keine festgelegte Botschaft sondern ein Gegenüber um mit der eigenen Subjektivität in Kontakt zu kommen. 

Darum ist Zensur von Kunst immer totalitär. 

Über die besondere Freiheit der Kunst - rechtliche Betrachtung

"Die Kunstfreiheit ist ein Grundrecht, das dem Schutz künstlerischer Ausdrucksformen dient... ist es in Art. 5 Absatz 3 des Grundgesetzes (GG) verankert. Dort zählt es zu den am stärksten geschützten ..."

(Wikipedia)

 

Wie für alle Grundrechte gilt die Kunstfreiheit immer in Abwägung zu anderen Rechtsgütern.

Klare Grenzen sind hier etwa Beleidigung, Volksverhetzung, üble Nachrede oder Anstiftung zu Straftaten.

 

Auf die Beispiele, die ich bisher gesehen habe, trifft das m.E. nicht zu.

Z.B. der erste Fall, des grossen Banners von Taring Padi:

bindels.info/wp-content/uploads/2022/06/Documenta-XV-Ausstellungsplane-2022-06-20-kl2.jpg

 

Beleidigungen oder üble Nachrede müssten sich auf eine konkrete Person beziehen - das ist hier eindeutig nicht der Fall.

Für Volksverhetzung müsste das Kunstwerk gegen eine bestimmte nationale, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, oder eines ihrer Mitglieder aufstacheln. Hier handelt es sich aber nur um ein Detail eines grossen Banners.

 

 

 

Vielleicht sollte man auf…

Vielleicht sollte man auf eine internationalen Veranstaltung mal anerkennen, daß nur Deutschland ein Problem mit Antisemitismus hat.  In  anderen Ländern haben die Religionen eben ihre Streitigkeiten, die offen ausgefochten werden.  Woher sollen diese Künstler denn wissen, daß diese Kritik in Deutschland nicht erwünscht ist? Wäre die Dokumenta in Teheran gewesen, es hätte wohl niemand über dieses  Bild berichtet.

Vieleicht sollten alle mal ein wenig durchschnaufen und nicht immer gleich die ganz große Keule rausholen.

Das nutzt sich sonst einfach ab und später interessiert es keinen mehr, wenn wirklich wieder was wäre.

@15:57 Uhr von morigk

. Die Frage sollte eher sein, warum Antisemitismus schon so viele Jahrhunderte existiert und sich nichts verbessert?

Wow, das ging hier durch?

Das ist bestimmt keine besonders schwere Frage. Es wird jeder einen Konterpart haben, der in für alles verantwortlich macht.  Heute werden die USA ja auch für alles Mögliche verantwortlich gemacht. Es wird aber nicht so pingelig drüber berichtet.

Wenn  auf einer Demo eine US Flagge verbrannt wird, kratzt das niemanden hier. Aber wehe, es ist eine Israelische. Dann ist man auf Platz 1 um 20.00Uhr im TV.

@15:48 Uhr von Carlos12

Als die Antisemitismus-Vorwürfe in der Tagesschau beschrieben wurde, waren auch zwei kleine Ausschnitte zu sehen. Z.B. die Soldaten mit "Hakennasen", die auf klassische antisemitische Bildersprache verweisen sollen. Ich sah kubistisch angehauchte Gestalten und keine Hakennasen.

Überhaupt gehe ich davon aus, dass ich bei der Suche "Finde die antisemitischen Bildteile" kläglich gescheitert wäre. Natürlich gibt es insbesondere in Deutschland Kunstexperten, die sich damit auskennen. Ich bezweifle aber, dass sich die Künstler aus dem globalen Süden sich allgemein damit auskennen.

Die Verständnislosigkeit auf beiden Seiten ist die Folge.

 

 

Nein, die kennen sich sehr gut damit aus und haben antisemitische stereotype bedient. 

@15:27 Uhr von Sisyphos3

 

 

was soll´s

 

Antisemitismus ein Totschlagargument

Noch nie war eine Documenta in Kassel so stark in den Medien vertreten, weil sie praktisch gar nicht so wirklich stattgefunden hat. Hätte man dieses umstrittene Bild über die Juden wirklich zudecken müssen, da es antisemitische Tendenzen aufweist? Wir dürfen dennoch nicht übersehen, dass es bis heute keine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten gibt, die eigentlich laut UN-Teilungsplan 1947 vorgesehen war. Die lässt bis heute auf sich warten, auch weil Israel gerne viele Gebiete nicht teilen will wie Jerusalem, das Westjordanland und den Gazastreifen. Vor allem die Radikalen auf beiden Seiten machen diese Lösung unmöglich. Man darf sich also über solch ein Bild bei der Documenta keineswegs wundern. 

@15:54 Uhr von Carlos12

Wie darf ich das verstehen? ..ach so ihr habt Millionen Juden umgebracht und deswegen findet ihr antisemitische Kunst nicht ganz so gut? Sind das die „deutschen Begindluchkeiten“ auf die man eingehen möchte?  

Wäre das Bild klar als antisemisch zu erkennen gewesen, es wäre nie aufgestellt worden.

Ja es geht um Befindlichkeiten.

 

Es ist sowas von klar antisemitisch, klarer gehts nicht. Das gleiche Bild von Angehörigen der nazis, der Aufschrei hätte nie geendet! 

Schwierigkeiten mit Antisemitismus

@16:03 Uhr von Bender Rodriguez

Vielleicht sollte man auf eine internationalen Veranstaltung mal anerkennen, daß nur Deutschland ein Problem mit Antisemitismus hat.

Was eine klar falsche Anerkennung wäre.

In  anderen Ländern haben die Religionen eben ihre Streitigkeiten, die offen ausgefochten werden.

Wo war während der letzten Documenta-Monate etwas nicht offen?

Woher sollen diese Künstler denn wissen, daß diese Kritik in Deutschland nicht erwünscht ist?

Um Kritik ging's nie. Nur um Darstellung.

Wäre die Dokumenta in Teheran gewesen, es hätte wohl niemand über dieses  Bild berichtet.

Soviel zu Problemen anderer mit Antisemitismus. Wäre Ihnen die Mullah-Lösung lieber?

Vieleicht sollten alle mal ein wenig durchschnaufen und nicht immer gleich die ganz große Keule rausholen.

Wer hat das gemacht, das mit der "großen Keule"?

Das nutzt sich sonst einfach ab und später interessiert es keinen mehr, wenn wirklich wieder was wäre.

Sie wollen kein Anzeigen von offenem Antisemitismus oder eine Debatte dazu?

Karrikatur, Satire oder Menschenfeindlichkeit?

@16:13 Uhr von Robert Wypchlo

Noch nie war eine Documenta in Kassel so stark in den Medien vertreten, weil sie praktisch gar nicht so wirklich stattgefunden hat. Hätte man dieses umstrittene Bild über die Juden wirklich zudecken müssen, da es antisemitische Tendenzen aufweist? Wir dürfen dennoch nicht übersehen, dass es bis heute keine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten gibt, die eigentlich laut UN-Teilungsplan 1947 vorgesehen war. Die lässt bis heute auf sich warten, auch weil Israel gerne viele Gebiete nicht teilen will wie Jerusalem, das Westjordanland und den Gazastreifen. Vor allem die Radikalen auf beiden Seiten machen diese Lösung unmöglich. Man darf sich also über solch ein Bild bei der Documenta keineswegs wundern. 

Sie meinen, weil der Staat Israel so oft böse und ungerecht war und ist, ist in Deutschland oder irgendwo sonst in der Welt ein bischen offener Antisemitismus, sprich gruppenbezogene, pauschalisierende und abwertende Menschenfeindlichkeit, ab und zu akzeptabel?

@16:13 Uhr von Robert Wypchlo

was soll´s

Antisemitismus ein Totschlagargument

Noch nie war eine Documenta in Kassel so stark in den Medien vertreten, weil sie praktisch gar nicht so wirklich stattgefunden hat. Hätte man dieses umstrittene Bild über die Juden wirklich zudecken müssen, da es antisemitische Tendenzen aufweist? Wir dürfen dennoch nicht übersehen, dass es bis heute keine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten gibt, die eigentlich laut UN-Teilungsplan 1947 vorgesehen war. Die lässt bis heute auf sich warten, auch weil Israel gerne viele Gebiete nicht teilen will wie Jerusalem, das Westjordanland und den Gazastreifen. Vor allem die Radikalen auf beiden Seiten machen diese Lösung unmöglich. Man darf sich also über solch ein Bild bei der Documenta keineswegs wundern. 

Wer sich das Gemälde anschaut, kann leicht feststellen, dass es kein "Bild über die Juden" ist.  

Dumm gelaufen...

wer vorher genauer hingeschaut hätte dem wär die Propaganda der PA schnell aufgefallen, selbst beim Besuch in Deutschland wurde noch provoziert..

Das ist kein versehen das war Taktik.

@16:13 Uhr von Robert Wypchlo

 

Die lässt bis heute auf sich warten, auch weil Israel gerne viele Gebiete nicht teilen will wie Jerusalem, das Westjordanland und den Gazastreifen. 

In Gaza ist kein einziger Israeli.... 

Janusköpfigkeit?

Erlaubt sich die Gruppe der intellektuellen Avantgarde ein Messen mit zweierlei Maß? Wo sind die Grenzen der Darstellung bei Satire oder politischer Karrikatur?

Man vergleiche die Empörung um "Mohammed-Karrikaturen" in dänischen Tageszeitungen oder über so einige übespitzte Karrikaturen von Charlie Hebdo mit der überzeichneter Symbolik einiger Details dieser internationalen Kunstshow.

Oder hat Taring Padi mit der Auswahl von Künsterkollektiven und deren Werken Deutschland und anderen ehemaligen Kolonialmächten einfach nur einen satirischen Spiegel vorgehalten? Denn die europäischen Kolonialmächte, "Entdecker", Händler, Missionare, Administratoren, Soldaten, Lehrer, waren es doch, die Antisemitismus, Rassismus und Unterscheidung von Menschengruppen nach willkürlichen Merkmalen sowie politisch-religiösen Extremismus den Menschen des globalen Südens einst beibrachten.

Welchen Level an Kritik darf hier sich die deutsche Polit- und Kunstszene erlauben? Oder wäre auch Selbstreflektion möglich?

@16:28 Uhr von Gustav

 
Wer sich das Gemälde anschaut, kann leicht feststellen, dass es kein "Bild über die Juden" ist.  

Nur Bilder über Juden sind antisemitisch?!

Kein Platz für Antisemitismus, lernen aus der Geschichte

@16:07 Uhr von Bender Rodriguez

Wenn  auf einer Demo eine US Flagge verbrannt wird, kratzt das niemanden hier. Aber wehe, es ist eine Israelische. Dann ist man auf Platz 1 um 20.00Uhr im TV.

Und das völlig zu Recht. Denn Millionen Menschen im Land lehnen eben ein Lernen aus der Geschichte klar ab. Antisemitische Stereotype und Codes sind dagegen eingängig, attraktiv und passend zu jeder Verschwörungstheorie. Zudem werden ja die meisten Menschen mit diesen einschlägigen Narrativen von klein auf konfrontiert.

@15:35 Uhr von Karl Maria Joseph Wüllenhorst Felleringe

auch diese dokumenta ist doch prächtig im sinne der woken freundinnen gelaufen

 

Wie üblich schreiben Sie am Thema vorbei. Im übrigen werden Manche anscheinend niemals wach.

Für mich heißt…

Für mich heißt Antisemitismus bisher, dass eine bestimmte Religion verunglimpft oder angeprangert wird. Persönlich ist mir egal, ob ein Mensch religiös ist oder nicht. Ich store mich auch nicht an Bildern. Es sind Menschen und frei. Was mir aber echt auf den Keks geht, wenn ich von einer religiösen Gruppe bevormundet werde oder mir eine Meinung aufgezwungen wird. Gebe ich gerne zu, dass ich mich dagegen wehre. Trotzdem ist mir der Jahrhunderte alte Antisemitismus ein Rätsel. Warum geht das solange? Vielleicht sollten Religionen nicht das Leben und den Alltag bestimmen?  Oder will eine Gruppe der ganzen Welt etwas aufzwingen?Oder ist Antisemitismus was anderes als ich bisher dachte?  Ich wunderte mich nur, dass immer sofort die große Keule rausgeholt wird. Das nervt und erzeugt Widerstand.

Kunst ist immer auch Botschaft und Reaktion

@15:48 Uhr von Carlos12

Als die Antisemitismus-Vorwürfe in der Tagesschau beschrieben wurde, waren auch zwei kleine Ausschnitte zu sehen. Z.B. die Soldaten mit "Hakennasen", die auf klassische antisemitische Bildersprache verweisen sollen. Ich sah kubistisch angehauchte Gestalten und keine Hakennasen.

Die von Ihnen vermissten Bilddetails gab's etwa eineinhalb Meter rechts von den "Soldaten", die tatsächlich von den Geheimdiensten der Welt unterstützte/ausgebildete/finanzierte Einsatzkräfte der Polizei darstellten.

Das Großbild war eine Kollage von Verschwörungsmythen und überzeichnete Dokumentation von echten Geschehnissen zu Beginn der Diktatur in Indonesien Mitte der 60er. Viel wichtiger als die Diskussion um das Dargestellte wäre die Diskussion gewesen, warum die Darstellung erfolgt ist und weshalb auf diese überzeichnete, karrikierende Weise. Auf den speziellen kulturellen Erfahrungshintergrund des Künstlerkollektivs und die Genese dieses Kunstwerks wurde bislang kaum eingegangen.

@16:01 Uhr von BILD.DirEinDuHättestEineMeinung

Z.B. der erste Fall, des grossen Banners von Taring Padi:

bindels.info/wp-content/uploads/2022/06/Documenta-XV-Ausstellungsplane-2022-06-20-kl2.jpg

..... Hier handelt es sich aber nur um ein Detail eines grossen Banners.

Herzlichen Dank, genau das meine ich.

Und was ist nun das antisemitische Detail, der feine Herr mit dem flachen schwarzen Bowler. Oder dem Mann unten mit dem grünen Mantel?

Grundlagenwissen, oft noch nötig

@16:43 Uhr von morigk

Für mich heißt Antisemitismus bisher, dass eine bestimmte Religion verunglimpft oder angeprangert wird.

Antisemitismus hat mit Religion nichts zu tun.

Was mir aber echt auf den Keks geht, wenn ich von einer religiösen Gruppe bevormundet werde oder mir eine Meinung aufgezwungen wird.

Und von Migranten wird immer Integration unter den Mehrheitswillen eingefordert.

Gebe ich gerne zu, dass ich mich dagegen wehre.

Typische Reaktion auf Veränderung.

Trotzdem ist mir der Jahrhunderte alte Antisemitismus ein Rätsel. Warum geht das solange?

Weil es hier um einfache Feinbilder, Sündenböcke geht.

Vielleicht sollten Religionen nicht das Leben und den Alltag bestimmen?

Wo geschieht das?

Oder will eine Gruppe der ganzen Welt etwas aufzwingen?

Das wäre eine Verschwörung. Die Kulmination von Antisemitismus.

Oder ist Antisemitismus was anderes als ich bisher dachte?

Ja. Ganz klar.

Ich wunderte mich nur, dass immer sofort die große Keule rausgeholt wird.

Wieviel Unheil hat Antisemitismus gebracht?

@16:38 Uhr von Cornish Alien

Wer sich das Gemälde anschaut, kann leicht feststellen, dass es kein "Bild über die Juden" ist.  

Nur Bilder über Juden sind antisemitisch?!

 

Ich habe mich über dieses bestimmte Bild geäußert und es handelt nicht von den Juden. Ich halte es nicht für antisemistich.

@15:45 Uhr von Bender Rodriguez

Wer schon einmal auf diesem Fest war, wird selber sehen, wie schwer es ist, da aufzufallen. Das geht nur mit grenzüberschreitung, provokation, und lauten krakelen. Die Diskussion über dieses Bild hat doch mehr Publicity gebracht, als sich irgendwer denken konnte.

Mit Kunst  ha das ja sowieso nichts zu tun. Das meiste von dem Gerümpel kann man in jedem Kindergarten besser anschauen.

 

 

Meinen Sie vielleicht den "Kindergarten", der für die Ungeduldigen täglich hier aus der Frühstarterecke rauscht wie nach dem 1. Faßanstich auf der Wiesn und Hauptsache andere bauen nur Mist?

Von Leuten, für die Kunst bei simpel naturgetreuen Abbildungen von Dingen und Menschen aufhört, ist ja nie etwas anderes zu erwarten, obwohl sie  in der Lage sind, z. B. die Abstraktion vom großen Auto zum Spielzeugauto und zurück zu leisten.

Kunst zu verstehen bzw.  lernen, daß der Tiefe zur Wahrnehmung höherer Oktaven der Wirklichkeit keinerlei Grenzen gesetzt sind, schafft aber innere Verbindung zu anderen Menschen. 

Taktik? Cui bono?

@16:31 Uhr von unbutu77

Das ist kein versehen das war Taktik.

Falls das stimmt, dann wäre diese Taktik nach dem Misserfolg der Documenta 14 (finanzielles Desaster) irgendwie verständlich gewesen. Nur: wer sollte durch diese "Taktik" der antisemitischen Provokation einen Gewinn haben? Die Veranstalter aufgrund Medienecho? Die Künstlerkollektive, die etwas verkaufen wollen? Oder aber irgendwelche ominöse islamistische Gruppierungen im Nahen Osten oder West Java, die auf Provokation, Empörung, Polarisierung und Propaganda aus sind?

Über die besondere Freiheit der Kunst - persönliche Betrachtung

Kunst kann und darf angenehm und eingängig sein, aber auch unverständlich und abstossend, sollte darstellen, hinterfragen, entlarven, schockieren, provozieren und vieles mehr.

Egal ob grossformatig oder winzig, bunt oder schwarzweiss, ein- oder vielfältig - Kunst liegt immer im Auge des Betrachters.

 

Ich bin weder Künstler, noch halte ich mich für einen Kunstversteher - aber seit meinem ersten Dokumentabesuch ist mir eines klar:

Ich muss Kunst nicht verstehen oder gut finden, um sie als solche zu respektieren.

 

Die umstrittenen Beispiele, die ich von der aktuellen Dokumenta gesehen habe, zeigen antisemitische , inmitten vieler anderer Stereotype.

Aber machen sie sich diese Stereotype zu eigen, oder entlarven sie diese?

In meinen Augen Letzteres, ungeachtet der wahren Absicht der Künstler.

Andere sehen das wohl anders.

 

Das macht Kunst aus - die Ergebnisoffenheit im Auge des Betrachters und dahinter.

Und das ist der Grund, warum das Grundrecht der Kunstfreiheit die Kunst vor der Zensur schützt.

 

@16:48 Uhr von Carlos12

 

Und was ist nun das antisemitische Detail, der feine Herr mit dem flachen schwarzen Bowler. Oder dem Mann unten mit dem grünen Mantel?

Der Mann mit dem Bowler hat Schläfenlocken (wie bei Orthodoxen üblich) und einer der marschierenden Polizisten hat ein Schweinsgesicht und einen Judenstern auf dem Halstuch, auf dem Helm steht Mossad.... Die Auflösung des Links des Vorpostens ist nicht so besonders gut... hier besser... https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/documenta-antisemitisch… und https://www.br.de/kultur/documenta-fifteen-antisemitismus-vorwuerfe-100…

Expertenmeinungen vs. persönlicher Eindruck

@16:51 Uhr von Gustav

Wer sich das Gemälde anschaut, kann leicht feststellen, dass es kein "Bild über die Juden" ist.  

Nur Bilder über Juden sind antisemitisch?!

Ich habe mich über dieses bestimmte Bild geäußert und es handelt nicht von den Juden. Ich halte es nicht für antisemistich.

Es war nicht nur ein Bild, welches zu inkrimieren war. Praktisch im Wochentakt kamen neue Kunstwerke dazu. Und das besagte Großbild war lediglich ein einigen prominenten Details versehen mit eindeutiger antisemitischer Symbolik. Inwieweit da Israelis oder jüdische Bänker abgebildet waren, lässt sich natürlich diskutieren.

Die Frage ist, wie weit Meinungs- und Kunstfreiheit gehen darf und wie eindeutig die Darstellunen waren? Natürlich weckt die geschichtliche und politische Konnotation bewusst Aufmerksamkeit und löst Empörung aus. Provokation ist auch ein Stilmittel der modernen Kunst. Die eigentliche Wirkung, die wahre Kunst findet dann konstruktivistisch ohnehin erst im Hirn des Betrachtenden statt.

@16:51 Uhr von Gustav

 

 

Ich habe mich über dieses bestimmte Bild geäußert und es handelt nicht von den Juden. Ich halte es nicht für antisemistich.

Dann wäre für Sie ja auch ein Bild mit einem russischen Soldaten mit Messer im Mund und einer Wodkaflasche in der Hand der auf einem Kind rumtrampelt auch nicht anti-russisch?.... Nun ja...

Wenn man diesen Woke-Typen…

Wenn man diesen Woke-Typen und sich für politisch korrekt Haltenden kein Forum geben würde, käme diese gelangweilte oder nach dem Sinn ihres Lebens suchende laute sehr kleine Minderheit gar nicht dazu, andauernd Diskussionen über Albernheiten vom Zaun zu brechen. Da es aber gerade total in ist, auf solche Leute zu hören, sind eben alle möglichen Dinge plötzlich No-Gos, antisemitisch, kulturelle Aneignung oder sonstwie diskriminierend.

Sehr ärgerlich finde ich, dass das von (vorgeblich) Links kommt. Da gab es zwar auch schon immer sehr seltsame Figuren, aber bisher hat man sich zumindest überwiegend um relevante Dinge gekümmert. Heute ist Kunst antisemitisch oder indianerfeindlich oder ähnliches. Die Rechten lachen `uns´ vermutlich aus. Und sie hätten sogar mal Recht.

Keine Bühne geben, nicht drauf hören, oder wenigstens ordentlich Kontra geben. Und auf wirklich relevante Dinge hinweisen.

@16:13 Uhr von Robert Wypchlo

Wir dürfen dennoch nicht übersehen, dass es bis heute keine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten gibt, die eigentlich laut UN-Teilungsplan 1947 vorgesehen war. Die lässt bis heute auf sich warten, auch weil Israel gerne viele Gebiete nicht teilen will wie Jerusalem, das Westjordanland und den Gazastreifen.

Äh, daran ist so ziemlich alles falsch was falsch sein kann. Der Gaza hat schon immer zu Ägypten (das es nicht will) gehört, das war nie Teil des UN-Teilungsplans. Die Teilung scheiterte, weil die Araber sie verweigerten, sie wollten in einem Angriffskrieg das ganze Land für sich. Jordanien hat das Westjordanland besetzt und keinen Palästinenserstaat zugelassen. Jerusalem sollte unter gemeinsame Verwaltung, doch hat die Besatzungsmacht Jordanien in den von ihm besetzten Teil keine Juden hinein gelassen. Im Verlauf des jahrzehntelangen Kriegszustandes gelang es Israel die genannten Gebiete, aus denen ständig Angriffe gegen Israel erfolgten, zu erobern.

Die besondere Freiheit der Kunst - et(n)ische Betrachtung

Was Symboliken generell betrifft:

Es gibt nichts Neues, das sich nicht auch auf Bisheriges bezieht.

Im deutschen Kontext Nazizeichen zu verbieten ist sinnvoll - sie stellen hier eine Verhöhnung der Opfer dar.

In Indien Hakenkreuze zu verbieten, weil die Nazis sich dieses uralte Sonnensymbol angeeignet und auf die Fahnen geschrieben haben, oder in der Ukraine, die von Wikingern, den Erfindern der Runen gegründet wurde, hinter jeder Rune Nazis zu vermuten, ist dann doch etwas überambitioniert, oder?

 

Die verwendeten Stereotype auf vielen der Bilder empfinde ich persönlich als verstörend und geschmacklos.

Übrigens nicht nur die antisemitischen, sondern auch alle Anderen, die entmenschlichte Feindbilder zeichnen.

Ich kann auch verstehen, wenn sich Menschen beleidigt fühlen - selbst wenn es hier m.E. nicht um persönliche Beleidigung, sondern eher um Konfrontation geht.

Andererseits halte ich es auch für eine Aufgabe der Kunst, auch das Verstörende und Geschmacklose in unser Blickfeld zu ziehen.

 

Wie konnte das passieren? In…

Wie konnte das passieren?

In dem man alles für hervorragend hält, was mit Mühe einen Pinsel halten und ein paar Lappen oder sonstigen Schrott zusammen pappen kann und sich das ganze dann als großartiges Beispiel neuester modernste, sich mit der Kunst reibende, ja notwendig erneuerte Moment der menschlichen Schöpfungskraft und sonst was für ein Schwachsinn empfehlenläßt. Dies und alles dann noch, wie es ja in Deutschland nicht anders geht, wird mit großem Pomp für einen Haufen Geld ausstattet und noch x-fach teuer bezahlt. Nur so kann hier noch Kunst generiert werden und man will sich in Deutschland ja immer mit den ganz Großen im Kunstgeschäft messen lassen. Alles Blödsinn einiger total überdrehter Pseudokunstkenner, die sich in ihrer selbst gemachten Überhöhung natürlich als unfehlbar sehen. Göttergleich! Die Götter müssen besoffen sein, oder was rauchen diese so, wenn sie sich nicht gerade ne line reinziehen. Na Hauptsache unser Geld wird rausgeschmissen, während Opi Flaschen sammelt

@16:03 Uhr von Bender Rodriguez

Vielleicht sollte man auf eine internationalen Veranstaltung mal anerkennen, daß nur Deutschland ein Problem mit Antisemitismus hat.  In  anderen Ländern haben die Religionen eben ihre Streitigkeiten, die offen ausgefochten werden.  Woher sollen diese Künstler denn wissen, daß diese Kritik in Deutschland nicht erwünscht ist? Wäre die Dokumenta in Teheran gewesen, es hätte wohl niemand über dieses  Bild berichtet.

Vieleicht sollten alle mal ein wenig durchschnaufen und nicht immer gleich die ganz große Keule rausholen.

Das nutzt sich sonst einfach ab und später interessiert es keinen mehr, wenn wirklich wieder was wäre.

 

Sie entlarven sich mal wieder selbst.

 

Details und Zusammenhänge

@17:03 Uhr von Cornish Alien

Der Mann mit dem Bowler hat Schläfenlocken (wie bei Orthodoxen üblich)

Und eine Art spitzer "Raffzähne", da stimmte schon der gezogene Vergleich zu den antisemitischen Stereotypen von "Stürmerkarrikaturen". Nun, auch deren Formen sind ein durchaus internationales Phänomen, genauso wie Antisemitismus international ist.

und einer der marschierenden Polizisten hat ein Schweinsgesicht

Oder aber eine Art Gasmaske... durchaus interpretierbar...

und einen Judenstern

Ähm, Davidstern...

auf dem Halstuch, auf dem Helm steht Mossad....

Der im Verein mit ebenso martialischen Vertretern anderer Geheimdienste der westlichen Hemisphäre marschiert.

Und der thematische Gesamtzusammenhang dieser Details eines wimmelnden Großbilds? Was soll die Gesamtbotschaft des jahrealten Bilds sein? Schließlich geht es in diesem Bild doch um Gerechtigkeit, Mitbestimmung des Volkes, diktatorische Staatswillkür und blinde Staatsgewalt - gestützt durch Regierungen des "Westens", so die Anklage.

@16:43 Uhr von morigk

Für mich heißt Antisemitismus bisher, dass eine bestimmte Religion verunglimpft oder angeprangert wird. ... Oder ist Antisemitismus was anderes als ich bisher dachte?  Ich wunderte mich nur, dass immer sofort die große Keule rausgeholt wird. Das nervt und erzeugt Widerstand.

Antisemitismus heißt "extrem gegen Semiten sein". Das hat nichts mit Religion zu tun. Es geht um eine Einstellung gegen das (semitische) Volk der Juden. Der Antisemitismus unterstellt, dass die Menschen diese Volkes, gleich welcher Religion (es soll auch muslimische Juden geben), irgendwie anders, vor allem böse sind. Das ist nicht nur absurd (die Menschen, die sich heute als Juden bezeichnen, haben alles andere als eine einheitliche Abstammung, sie sind stark mit anderen Völkern vermischt), sondern vor allem deshalb brandgefährlich, weil man so Feindbilder schaffen kann, die die Verantwortung für eigenes (kollektives) Versagen auf eine andere Gruppe ablenkt. Die angeblich alles Schuld sind.

@17:05 Uhr von wie- @Gustav

Es war nicht nur ein Bild, welches zu inkrimieren war. Praktisch im Wochentakt kamen neue Kunstwerke dazu. Und das besagte Großbild war lediglich ein einigen prominenten Details versehen mit eindeutiger antisemitischer Symbolik. Inwieweit da Israelis oder jüdische Bänker abgebildet waren, lässt sich natürlich diskutieren.

Die Frage ist, wie weit Meinungs- und Kunstfreiheit gehen darf und wie eindeutig die Darstellunen waren? Natürlich weckt die geschichtliche und politische Konnotation bewusst Aufmerksamkeit und löst Empörung aus. Provokation ist auch ein Stilmittel der modernen Kunst. Die eigentliche Wirkung, die wahre Kunst findet dann konstruktivistisch ohnehin erst im Hirn des Betrachtenden statt.

 

Provokation ist kein Stilmittel der Kunst. Der Betrachter, Konsument etc. von Kunst kann sich provoziert fühlen. Bei dieser Diskussion, bei den Vorwürfen gegen die Künstler der Documenta 15, geht es nicht um Fragen der Kunst oder Ästhetik. Es geht um Politik und Fragen von Zensur/Erlaubtem

@16:48 Uhr von Carlos12

Z.B. der erste Fall, des grossen Banners von Taring Padi:

bindels.info/wp-content/uploads/2022/06/Documenta-XV-Ausstellungsplane-2022-06-20-kl2.jpg

..... Hier handelt es sich aber nur um ein Detail eines grossen Banners.

Herzlichen Dank, genau das meine ich.

Und was ist nun das antisemitische Detail, der feine Herr mit dem flachen schwarzen Bowler. Oder dem Mann unten mit dem grünen Mantel?

 

Der grüne Mantel ist unzweideutig eine Uniform - und die Figur hat mich an irgendeinen afrikanischen Diktator erinnert.

Idi Amin vielleicht?

https://www.pinterest.de/pin/246431410832774743/

 

Wie kann man in einem abschließenden Beitrag den vergessen?

Die Documenta stand seit Beginn immer kurz vor der Schliessung.

Der Beitrag erwähnt mit keinem Wort oder gar mit seinem Namen den der das verhindern könnte und dem allein schon deshalb viel Ehre zusteht.

Das ist ein Fauxpas.

Dem aus dem Ruhestand  gerufenen Interimsgeschäftsführer der aus Begeisterung und Engagement für die Documenta an sich, sicher mit 80 Stunden Wochen, sehr ausgleichend und kompetent  das gerettet hat was vorher oder auch noch heute Verantwortliche durch Inkompetenz und Desinteresse oder gar ideologisiert fast zerstört hatten.

Den internationalen Kulturleuchturm Deutschlands überhaupt

Die Documenta.

 

Danke

Alexander Farenholtz

!

Claudia Roth, die sehr vehement, direkt und

Richtig gegen Antisemitismus in der Gesellschaft in der Vergangenheit auftrat - hat hier -in diesem Fall der Dokumenta in Kassel versagt. Das finde ich sehr schade und traurig. Es zeigt mir, wie beliebig Politiker für ihre Prinzipien kämpfen. Aus den eigenen Reihen wird antisemitische Propaganda toleriert und sogar heruntergespielt. Kopfschütteln über dieses traurige Verhalten. 

@15:57 Uhr von morigk

Und nochmal, Kritik an Israel ist nicht gleich Antisemitismus.

Es kommt darauf an, wie die Kritik an Israel formuliert ist: Israel ist eine Demokratie mit vielen verschiedenen Meinungen - die der aktuellen Regierung ist nur eine davon. Man kann die Politik dieser Regierung kritisieren, natürlich, das tun sehr viele Israelis auch. Aber es wird zum Antisemitismus wenn man diese ablehnende Haltung auf das ganze israelische Volk überträgt (das etwa zur Hälfte arabisch-stämmig ist), insbesondere dieses Volk mit alten Haß-Stereotypen gegen das jüdische Volk versieht und zum Haß gegen dieses Volk aufruft, ja zu seiner Vernichtung. Die Verwendung von gegen Juden oder die jüdische Religion gerichtete Stereotypen ist keine Kritik gegen die Politik der israelischen Regierung sondern greift das ganze Volk an. Denn es geht den muslimisch-arabischen Fanatikern nicht darum, die israelische Politik zu ändern, sondern dass Israel, also das Volk, verschwindet.

@15:48 Uhr von Carlos12

Als die Antisemitismus-Vorwürfe in der Tagesschau beschrieben wurde, waren auch zwei kleine Ausschnitte zu sehen. Z.B. die Soldaten mit "Hakennasen", die auf klassische antisemitische Bildersprache verweisen sollen. Ich sah kubistisch angehauchte Gestalten und keine Hakennasen.

Überhaupt gehe ich davon aus, dass ich bei der Suche "Finde die antisemitischen Bildteile" kläglich gescheitert wäre. Natürlich gibt es insbesondere in Deutschland Kunstexperten, die sich damit auskennen. Ich bezweifle aber, dass sich die Künstler aus dem globalen Süden sich allgemein damit auskennen.

Die Verständnislosigkeit auf beiden Seiten ist die Folge.

 

 

Das war eben für einige   die sich auskennen   eine Gelegenheit mal wieder in und gegen Deutschlsnd auf den Putz zu hauen  ggf. fällt dabei ja noch was ab.

Avantgarde ist immer "links"? Hauptsache Stereotypen

@17:15 Uhr von Silverfuxx

Sehr ärgerlich finde ich, dass das von (vorgeblich) Links kommt. Da gab es zwar auch schon immer sehr seltsame Figuren, aber bisher hat man sich zumindest überwiegend um relevante Dinge gekümmert. Heute ist Kunst antisemitisch oder indianerfeindlich oder ähnliches. Die Rechten lachen `uns´ vermutlich aus. Und sie hätten sogar mal Recht.

Haben Sie sich schon einmal gewundert, weshalb die Kunstsauce aus der rechten Ecke so dumpf langweilig ist? Immer dieser vermeintliche "Realismus" vom heilen glücklichen Landleben, Schlachtengemälde, germanischen Athleten und dem "röhrenden Hirschen".

Keine Bühne geben, nicht drauf hören, oder wenigstens ordentlich Kontra geben. Und auf wirklich relevante Dinge hinweisen.

Antisemitismus oder Menschenfeindlichkeit und Hetze sind relevant. Ignorieren beseitigt dieses Phänomen nicht.

Damit hier keine falschen Verbundenheiten aufblühen

Ich finde man kann uns sollte über die Freiheit der Kunst diskutieren und diese achten.

Ich finde auch, dass in der Diskussion über die diesjährige Dokumenta, das Thema deutlich zu hoch gekocht wird.

Und dass von manch interessierter Seite das Thema genutzt wird, um Stimmung zu machen, gegen unliebsame Kunst.

 

Aber dass die üblichen Verdächtigen unter unseren Politikern, wie auch unter den Foristen hier, sich hier zu Hütern der Kunstfreiheit aufschwingen, das stinkt mir gewaltig.

Die Absicht spielt hier eine grosse Rolle.

Während sie selbst gerne mal in die antisemitische oder rassistische Stereotypenkiste greifen und zwölf prägende Jahre der deutsche Geschichte am liebsten canceln würden, bedienen sie sich hier der Selbstverharmlosungsstrategie der neuen Rechtsextremen.

 

Wo der Vorwurf der Zensur nur Vorwand ist, um selbst Zensur an den eigenen Kritikern zu üben, dürfen sie mich selbstverständlich auch weiterhin zu diesen zählen.

 

 

Ein Ende

Und hoffentlich in dieser massiven diskriminierenden und antisimitischen Form zum letzten mal,

Im Zweifelsfalle für die Kunst- und Meinungsfreiheit

Durch unterdrückte/verbotene Kunst wird noch keine Gesinnung verändert. Im Gegenteil, wenn etwas im Untergrund schwelt, ist dem wesentlich schwieriger zu begegnen.

Wichtiger ist, dass beide Seiten den Dialog zulassen, was ja hier geschehen ist. Nur so wird eine Annährung und gegenseitiges Verständnis möglich.

@15:27 Uhr von Sisyphos3

 
Antisemitismus ein Totschlagargument

Besonder für Juden. Ihre laxew haltung zu dem massenhaften neuen Antisemitismus  kann ich nicht teilen.

Ich bin entsetzt über diese Form der Kunst und Kultur.

@15:45 Uhr von Bender Rodriguez

Wer schon einmal auf diesem Fest war, wird selber sehen, wie schwer es ist, da aufzufallen. Das geht nur mit grenzüberschreitung, provokation, und lauten krakelen. Die Diskussion über dieses Bild hat doch mehr Publicity gebracht, als sich irgendwer denken konnte.

Mit Kunst  ha das ja sowieso nichts zu tun. Das meiste von dem Gerümpel kann man in jedem Kindergarten besser anschauen.

 

Also lassen wir diese Avandgardisten lieber unter sich und kümmern uns um echte Probleme. Die machen doch eh immer so weiter.

 

Erinnert mich alles viel zu sehr an "Hurz" von Hape Kerkeling.

 

Ich habe bei meinem ersten Dokumentabesuch eines gelernt.

Nicht alles ist dumm, was man nicht versteht.

Allzu oft ist es genau anders herum.

 

@15:48 Uhr von Coachcoach

Ich verstehe den Zensurvorwurf. Es geht um eine andere Wahrnehmung der Welt - kritikwürdig, aber auch abgehängt existent

 

Und diese kritikwürdig Wahrnehmung dürfen wir unterm dem Dekmantel von Kunst oder Kultur gerade wegen der deutschen Geschicht und dem starken Aufkommen von neuem rechten Gedankengut nicht noch mit steuergeldern fördern.

@17:05 Uhr von wie-

Es war nicht nur ein Bild, welches zu inkrimieren war. Praktisch im Wochentakt kamen neue Kunstwerke dazu. Und das besagte Großbild war lediglich ein einigen prominenten Details versehen mit eindeutiger antisemitischer Symbolik. Inwieweit da Israelis oder jüdische Bänker abgebildet waren, lässt sich natürlich diskutieren.
Die Frage ist, wie weit Meinungs- und Kunstfreiheit gehen darf und wie eindeutig die Darstellunen waren? Natürlich weckt die geschichtliche und politische Konnotation bewusst Aufmerksamkeit und löst Empörung aus. Provokation ist auch ein Stilmittel der modernen Kunst. Die eigentliche Wirkung, die wahre Kunst findet dann konstruktivistisch ohnehin erst im Hirn des Betrachtenden statt.

 

Spannendes Detail ihres Beitrags:

 

Wir reden hier von vielleicht einem Dutzend von sehr vielen ausgestellten Kunstwerken, die, eher in Details, antisemitische Stereotype beinhalten.

Da frage ich mich schon, ob man hier wirklich grossangelegte Absicht unterstellen kann, oder gar muss.

 

 

Trigger für Empörung? Oder doch mehr?

@17:29 Uhr von Gustav

Bei dieser Diskussion, bei den Vorwürfen gegen die Künstler der Documenta 15, geht es nicht um Fragen der Kunst oder Ästhetik. Es geht um Politik und Fragen von Zensur/Erlaubtem

Sie meinen hier materialisierte sich nur eine Wiederholung der Episode "avenidas" dieser Berliner Kunsthochschule 2018 nur mit anderem Thema? Damals ging's um Sexismus mit folgender Selbstzensur, dieses Mal um Antisemitismus? Nun, die Paralleliät kann näher betrachtet werden. Somit zur Frage: was war typisch Deutsch in diesen Debatten?

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