Kommentare - Gefängnis von San Quentin: Kalifornien schließt größten Todestrakt

01. Februar 2022 - 12:55 Uhr

Seit 2019 ist die Todesstrafe in Kalifornien ausgesetzt. Gouverneur Newsom will nun den größten Todestrakt des US-Staats schließen. Die Häftlinge sollen in andere Gefängnisse, das Gebäude anders genutzt werden. Von Marcus Schuler.

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Kommentare

Auch Todesstrafe ist Mord. Staatlicher Mord.

Dass Menschen überhaupt zum Tode verurteilt werden, ist eine quasi Rachejustiz, die dem alten Testament (Auge um Auge, Zahn um Zahn) folgt. Dass es aber anders geht, steht auch in der Bibel, Matthäus 5,1–7,29 - besser bekannt als die Bergpredigt. Diese Entwicklung ist leider bei den Verfechtern der Todesstrafe nicht angekommen. Auch ich denke, und das ist menschlich, bei schlimmen Verbrechen an Kindern oder bei Terrorismus auch daran - haben diese Verbrecher es verdient, noch zu leben? Aber gerade das ist es; wo zieht man die Grenze, ab wann wäre eine Schuld so "schwach", sodass dem Täter das Leben nicht mehr genommen werden soll? Unabhängig davon: wenn nur ein einziger Mensch der unschuldig hingerichtet würde durch ein Verbot der Todesstrafe gerettet wäre, reicht mir das, diese Barbarei zu stoppen! Kosten für Häftlingsunterbringungen anzuführen sind unmoralisch und ebenso kaltherzig wie die Täter. Und wir wollen doch besser als jene sein - handeln wir entsprechend!

Supermax

Hallo

Die werden ja jetzt nicht in Sanatorien verlegt, sondern in Hochsicherheitsgefängnisse.

Haben diese jetzt den höchsten Komfort, dann handelt es sich um Supermax Gefängnisse.
Gab es früher mal ein paar Sendungen drüber.

Es sollen wohl ca. 2.1 Millionen Menschen untergebracht sein (China 1.7).

Ich bin schon immer

ein Gegner der Todesstrafe gewesen. Schon mehrmals ist es vorgekommen das nach Jahren es sich herausstellte das der Gefangene nicht der Täter war.

Staatlicher Mord ist nicht besser, als der Mord der Verurteilten

Du sollst nicht töten. So einfach ist das. Und da es ohnehin immer menschliche Urteile der Richterinnen und Richter sind, können Sie auch immer grundsätzlich falsch sein. Dann ist es sogar ein wirklicher, staatlicher Mord, ohne das man die Richterin oder den Richter dafür zur Rechenschaft zieht. Und wer sich als Todes"strafen"-Befürworter gern auf das Christentum beziehen will, der kennt es nicht. Denn die christliche Lehre schließt zwingend Jesus Christus mit ein, also das NT.
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Fakt ist: Rachejustiz ist seit 1945 in Deutschland abgeschafft. Danke dafür!

Barbarisches Relikt der Vergangenheit

Die Todesstrafe ist ein barbarisches Relikt aus Frühzeiten der Menschheitsgeschichte und einer kultivierten Nation unwürdig. Sie stellt den Staat auf eine Stufe mit dem Mörder, den er zu bestrafen gedenkt.
...
Die Entscheidung von Newsom ist richtig.

Die Abschreckungswirkung der Todesstrafe ist zero

Die Vereinigten Staaten haben höhere Mordraten als Staaten, in denen die Todesstrafe nicht angewandt wird. Das Abschreckungsargument ist nicht stichhaltig.

Am 01. Februar 2022 - 13:29 Uhr von schiebaer45

Hallo schiebaer45

ich auch.

Die abschreckende Wirkung gibt es nicht.
Im Gegenteil, wenn man nichts zu verlieren hat.

Es gab eine Reihe von Fehlurteilen, insbesondere reine Indizienprozesse sind oft problematisch.
Welche? Muss ich auch erst wieder googeln.

Obwohl, heute wird ja alles betriebswirtschaftlich optimiert, die Kosten von so einem Platz.

Viele US Gemeinden sowie…

Viele US Gemeinden sowie private Anbieter verdienen gut an der Gefängnis Industrie.

13:17 Uhr von Klartexxter


Auch ich denke, und das ist menschlich, bei schlimmen Verbrechen an Kindern oder bei Terrorismus auch daran - haben diese Verbrecher es verdient, noch zu leben?

Für die Täter ist es eine schwerere Strafe, lebenslang im Gefängnis zu sitzen als hingerichtet zu werden.

Unabhängig davon: wenn nur ein einziger Mensch der unschuldig hingerichtet würde durch ein Verbot der Todesstrafe gerettet wäre, reicht mir das, diese Barbarei zu stoppen!

Den unrühmlichen «Weltrekord» für am längsten unschuldig in der Todeszelle sitzen hält ein Japaner. 41 Jahre. Er wurde freigelassen nach einer nachträglichen DNA-Untersuchung der Asservate, nachdem der tatsächliche Mörder in seinem Testament ein Geständnis mit detaillierter Tatbeschreibung hinterlassen hatte.

Sowohl in den USA als auch in Japan sind die «Todestrakte» der Gefängnisse besonders unmenschliche Orte des Wartens auf die Hinrichtung, die viele Jahre später, oder u.U. gar nicht vollstreckt wird.

@ werner1955 13:19

>>> den größten Todestrakt des US-Staats schließen?
Bei den vieln schlimmen Verbrechen halte ich das nicht für eine Zielführende Idee <<<
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Wenn Sie glauben, dass die Todesstrafe wirklich welche dieser „vielen schlimmen Verbrechen“ verhindern könnte, sind Sie auf dem Holzweg.
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Zum Thema:
Ganz allgemein habe ich mich schon immer gefragt, wie der Tot denn überhaupt eine Strafe sein kann … Gehört der nicht zum Leben?

von Alexa d'Auteuil

>>"Die Todesstrafe ist ein barbarisches Relikt aus Frühzeiten der Menschheitsgeschichte und einer kultivierten Nation unwürdig. Sie stellt den Staat auf eine Stufe mit dem Mörder, den er zu bestrafen gedenkt."<<
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Das sehe ich nicht so und ich befürworte die Todesstrafe ausdrücklich wenn die Schuld einwandfrei (d.h. nicht auf Indizien oder so) bewiesen wurde. Da gibt es für mich keine Diskussion. Was ich aber nicht verstehen kann ist der Umstand das man (wie hier beschrieben) die Aspiranten teilweise 35 Jahre warten lässt. Das ist eher ein zusätzliche Strafe (die Gewissheit das jeder Tag der letzte sein könnte über einen so langen Zeitraum).

Immerhin

Das mittelalterliche amerikanische "Rechts"system wird wenigstens zu einem besonders gruseligen Teil in immerhin einem (?) Bundesstaat gemildert.
Wann sind die KZ-ähnlichen Gefängnisse mit mehrfach höherer Besetzung als in zivilisierten Ländern "dran"? Oder 3x120Jahre für Dinge, die in Europa auch mal 10 und mehr Jahre kosten?

Sicherlich wäre die Anzahl …

Sicherlich wäre die Anzahl der verurteilten Mörder nicht so hoch , wenn es ein Schusswaffenverbot in den USA gebe .

13:17 Uhr von Klartexxter

>>"Auch ich denke, und das ist menschlich, bei schlimmen Verbrechen an Kindern oder bei Terrorismus auch daran - haben diese Verbrecher es verdient, noch zu leben?"<<
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Eine in meinen Augen eigenartige Formulierung "verdient zu leben"? Ich weiß nicht worauf ein solcher "Verdienst" begründet sein sollte?

Strukturelles Problem

Die Todesstrafe wird nun dezentraler durchgeführt. Die Schließung des grössten Todestrakts führt nicht zwangsläufig zu weniger Toten. Die Todesstrafe bleibt geltendes Recht.

Die Innenministerin Feaser sprach im Bezug zum Polizisten Doppelmord von Hinrichtungen.

Die Todesstrafe ist bei uns abgeschafft. Dafür gibt es in der BRD keine Rechtsgrundlage. Lediglich die hessische Landesverfassung kennt noch die Todesstrafe.

Auch die USA müssen die Todesstrafe abschaffen und Humanität zeigen. China und Russland haben wie die USA ebenfalls noch immer die Todesstrafe.

Unterscheidung Gesellschaft als Ganzes und Angehörige

Es macht auch bei der Todesstrafe Sinn zu differenzieren.
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Es gibt Angehörige von Mordopfern, welche die Todesstrafe für den Täter als einen Abschluss dafür brauchen, wie sie mit dem Verlust eines geliebten Angehörigen umgehen wollen. Das ist menschlich verständlich und deswegen gestehe ich diesen Menschen auch dieses "Sonderbedürfnis" zu.
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Die Geselllschaft als Ganzes darf sich jedoch nicht den Revanche-Gedanken zum Maßstab für die Entscheidung über die Todesstrafe machen. Sie muss für sich im größeren Kontext die Frage stellen, ob das staatlich exekutierte Töten eines Menschen moralisch zu rechtfertigen ist und was es mit der Gesellschaft macht.
...

Das finde ich einen guten Vorschlag

>>"Statt den ganzen Tag in der Zelle zu sitzen, müssen sie nun arbeiten. 70 Prozent der Einnahmen sollen dabei die Hinterbliebenen der Opfer als Entschädigung erhalten."<<
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Das finde ich nun eine gute Vorschlag und das ist eine win-win Situation. Die Hinterbliebenen erhalten eine kleine Entschädigung (wohlwissend das diese nicht annähernd das ergangene Leid mindert ) und der Verurteilte hat eine (wenn auch kleine) Perspektive in der Sinnhaftigkeit seines endlichen Daseins.

13:42 Uhr von zomil

>>"Viele US Gemeinden sowie private Anbieter verdienen gut an der Gefängnis Industrie."<<
.
Wenn das so ist werden die privaten Anbieter wahrscheinlich aber genommen weil diese unterm Strich preiswerter sind.

Es spricht für unsere…

Es spricht für unsere Gesellschaft, wenn San Quentin und Rikers Island bekannter als unsere Gefängnisse sind.

Die Frage der Brieftasche

Newsom hat einen wichtigen Punkt aufgeworfen:
...
die kalifornische Gesellschaft muss sich fragen, wie gerecht diese nicht revidierbare Bestrafung ist, wenn Angeklagte mit Zugang zu hochbezahlten Rechtsanwälten eine statistisch höhere Chance haben, aus einer Mordanklage ohne Todesstrafe heraus zu kommen, als ein materiell wenig Betuchter, der nur einen Rookie oder wenig motivierten Pflichtverteidiger zu Wahrung seiner Rechte vor Gericht zur Verfügung hat.
...

13:53 Uhr von Alexa d'Auteuil

>>"Sie muss für sich im größeren Kontext die Frage stellen, ob das staatlich exekutierte Töten eines Menschen moralisch zu rechtfertigen ist und was es mit der Gesellschaft macht."<<
.
In meinen Augen ein klares "ja" (staatlich exekutierte Töten eines Menschen moralisch gerechtfertigt) denn dieser Verstößt in eklatantem Maße genau gegen die Spielregeln, die sich diese Gesellschaft für ein friedliches Zusammenleben geschaffen hat.

13:17, Klartexxter

>>Dass Menschen überhaupt zum Tode verurteilt werden, ist eine quasi Rachejustiz, die dem alten Testament (Auge um Auge, Zahn um Zahn) folgt.<<
.
Dieses Bibelzitat wird gern aus dem Zusammenhang gerissen falsch gedeutet. Es sagt nämlich das Gegenteil aus. Es ist ein Plädoyer gegen unverhältnismäßige Strafen.

13:19, werner1955

>>den größten Todestrakt des US-Staats schließen?
Bei den vieln schlimmen Verbrechen halte ich das nicht für eine Zielführende Idee.<<
.
Sie wissen, daß die Justizirrtumsrate in den USA sehr hoch ist und schon nachweislich Unschuldige hingerichtet wurden? Wie stehen Sie dazu? Sind das Kollateralschäden, die im Krieg gegen das Verbrechen in Kauf zu nehmen sind?

Denn die Todesstrafe an sich ist eine ungeheuerliche Anmaßung. Egal wer sie „verhängt“ und aus welchen Gründen: Es gibt genug menschenwürdige Möglichkeiten, sich bzw. die Gesellschaft vor Verbrechern bzw. ihren Taten zu schützen. Ganz abgesehen davon, dass die Todesstrafe sich dabei als offensichtlich unwirksam erwiesen hat.

14:09 Uhr von fathaland slim

>>"Sie wissen, daß die Justizirrtumsrate in den USA sehr hoch ist und schon nachweislich Unschuldige hingerichtet wurden? Wie stehen Sie dazu? Sind das Kollateralschäden, die im Krieg gegen das Verbrechen in Kauf zu nehmen sind?"<<
.
Das muss natürlich ausgeschlossen sein und deshalb plädiere ich für die Todesstrafe in eindeutigen Fällen, d.h. keine bei Verfahren die sich auf Indizien etc. begründen.

Ein Fehlurteil ist eine Katastrophe

Im Verlauf der letzten 30 Jahre wurden Tausende unschuldig Verurteilte aus amerikanischen Gefängnissen entlassen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie Opfer eines Fehlurteils wurden. Hunderte davon aus Todeszellen.
 
Ein Fehlurteil wird bei Verhängung der Todesstrafe zu einer buchstäblich menschlichen Katastrophe.
 
Ist es 'moralisch rechtfertigbar', wenn ein des Mordes Überführter 'nur' lebenslang ins Gefängnis muss ? Klar.
 
Ist es moralisch zu rechtfertigen, wenn ein unschuldig verurteilter Mensch hingerichtet wird ? Niemals.

13:59, eine_anmerkung.

>>13:42 Uhr von zomil
>>"Viele US Gemeinden sowie private Anbieter verdienen gut an der Gefängnis Industrie."<<
.
Wenn das so ist werden die privaten Anbieter wahrscheinlich aber genommen weil diese unterm Strich preiswerter sind.<<
.
Es war eine politische Entscheidung, das Gefängnissystem zu privatisieren. Die USA haben weltweit die höchste Insassenrate im Verhältnis zur Bevölkerungszahl. Dies hängt, und das habe ich mir nicht ausgedacht, mit dem nicht vorhandenen Sozialsystem der USA zusammen. In modernen Industriestaaten gibt es einen relativ hohen Prozentsatz an Menschen, die für den Produktionsprozess nicht gebraucht werden, die also nach ökonomischer Logik überflüssig sind. In Deutschland landen die in Hartz4, in den USA im Knast. Lebenslänglich für kleinste Vergehen, „Three Strikes And You’re Out“. Das kostet natürlich viel Geld, also lässt man die Gefängnisse privatwirtschaftlich wirtschaften. Das Prinzip ist uralt, siehe Gefängnisfarmen wie Cummings etc.

14:03, eine_anmerkung.

>>13:53 Uhr von Alexa d'Auteuil
>>"Sie muss für sich im größeren Kontext die Frage stellen, ob das staatlich exekutierte Töten eines Menschen moralisch zu rechtfertigen ist und was es mit der Gesellschaft macht."<<
.
In meinen Augen ein klares "ja" (staatlich exekutierte Töten eines Menschen moralisch gerechtfertigt) denn dieser Verstößt in eklatantem Maße genau gegen die Spielregeln, die sich diese Gesellschaft für ein friedliches Zusammenleben geschaffen hat.<<
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Erst verstößt der Delinquent dagegen und dann der Staat, und damit ist die Sache dann geheilt. Minus mal minus ergibt plus.
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Ja, diese Argumentation ist mir geläufig. Sie stammt aus dem Lehrbuch „Ethik für Unmenschen“. Daran haben Viele geschrieben, von Robespierre bis Himmler.

14:03 Uhr von Alexa d'Auteuil

>>"Die Frage der Brieftasche
die kalifornische Gesellschaft muss sich fragen, wie gerecht diese nicht revidierbare Bestrafung ist, wenn Angeklagte mit Zugang zu hochbezahlten Rechtsanwälten eine statistisch höhere Chance haben, aus einer Mordanklage ohne Todesstrafe heraus zu kommen, als ein materiell wenig Betuchter, der nur einen Rookie oder wenig motivierten Pflichtverteidiger zu Wahrung seiner Rechte vor Gericht zur Verfügung hat."<<
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Ein interessanter und berechtigter Einwand den ich so gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich hege auch die Vermutung das hier (bessere Brieftasche) andere Möglichkeiten möglich sein können, natürlich nur in einem bestimmten Rahmen, wobei dieser Rahmen aber ausschlaggebend (Exekution oder lebenslang) sein könnten. Deshalb sage ich ja Todesstrafe nur in eindeutigen Fällen (dann aber konsequent) und dann kommt diesem Argument nicht die hineininterpretierte Bedeutung zu.

13:51 Uhr von Initiative Neu...


Auch die USA müssen die Todesstrafe abschaffen und Humanität zeigen. China und Russland haben wie die USA ebenfalls noch immer die Todesstrafe.

Unter den Demokratischen Staaten der Welt gibt es nach den USA in Japan die zweit meisten Hinrichtungen. Im Gesetz stehen 13 Straftaten, für die theoretisch die Todesstrafe möglich ist. Neben Mord u.a. Landesverrat und Vergewaltigung mit Todesfolge.

In realer Justizpraxis seit mind. 30 (40 ?) Jahren wird nur noch Doppel- oder Mehrfachmord mit Forderung der Staatsanwaltschaft nach der Todesstrafe angeklagt. Aktuell steht ein hochrangiges Mitglied der «Yakuza» (Japanische Mafia) wegen Anstiftung zum Vierfachmord mit Anklage Todesstrafe vor Gericht. Aber auch Doppelmord meint nicht zwangsweise Todesstrafe.

Bei Japanern ist Zustimmung zur Todesstrafe nach dem Sarin-Gas-Anschlag mit in der U-Bahn in Tokyo (1995) angestiegen. 13 der Täter wurden 2018 gemeinsam hingerichtet, aber in verschiedenen Haftanstalten.

14:20, eine_anmerkung.

>>14:09 Uhr von fathaland slim
>>"Sie wissen, daß die Justizirrtumsrate in den USA sehr hoch ist und schon nachweislich Unschuldige hingerichtet wurden? Wie stehen Sie dazu? Sind das Kollateralschäden, die im Krieg gegen das Verbrechen in Kauf zu nehmen sind?"<<
.
Das muss natürlich ausgeschlossen sein und deshalb plädiere ich für die Todesstrafe in eindeutigen Fällen, d.h. keine bei Verfahren die sich auf Indizien etc. begründen.<<
.
Ein Restzweifel bleibt immer. Keinem Menschen sollte es deswegen erlaubt werden, über das Leben eines anderen Menschen zu bestimmen.

14:20 Uhr von eine_anmerkung. | Plädoyer grundgesetzwidrig

'Das muss natürlich ausgeschlossen sein und deshalb plädiere ich für die Todesstrafe in eindeutigen Fällen, .
 
Dieses 'Plädoyer' für die Todesstrafe können Sie schlecht auf den geographischen Raum von Amerika beschränken. Also plädieren sie grundsätzlich dafür.
 
In Deutschland hat das Verbot der Todesstrafe Verfassungsrang. Wenn ein bekennender AfD-Anhänger sich für diese ausspricht, dann bestätigt das doch die Aussage des gerade scheidenden Vorsitzenden Meuthen, dass Teile der Partei nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen.

Klartexter

"Dass Menschen überhaupt zum Tode verurteilt werden, ist eine quasi Rachejustiz, die dem alten Testament (Auge um Auge, Zahn um Zahn) folgt. Dass"
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Das verstehen die Meisten völlig falsch. In der Bibel geht es nicht um Gewalt, sondern um Verhältnismäßigkeit.
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Auce um Auge bedeutet eben nicht, sinnlose Gewalt.
Es bedeutet, dass das Auge mit einem Auge vergelten wird. Und eben nicht bei jeder Nichtigkeit gleich der Kopf abmontiert werden kann.
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Die Strafen waren Damals ein wenig straffer, aber das bedeutet es.
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14:36 Uhr von MRomTRom

>>"Dieses 'Plädoyer' für die Todesstrafe können Sie schlecht auf den geographischen Raum von Amerika beschränken. Also plädieren sie grundsätzlich dafür.
In Deutschland hat das Verbot der Todesstrafe Verfassungsrang. Wenn ein bekennender AfD-Anhänger sich für diese ausspricht, dann bestätigt das doch die Aussage des gerade scheidenden Vorsitzenden Meuthen, dass Teile der Partei nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen."<<
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Was versuchen Sie denn da mal wieder mir zu unterstellen? Natürlich weiß ich das bei uns die Todesstrafe verboten ist und das akzeptiere ich als gesetzestreuer Bürger selbstverständlich. Nichtsdestotrotz befürworte ich die Todesstrafe.

14:20 Uhr von eine_anmerkung.


Das muss natürlich ausgeschlossen sein und deshalb plädiere ich für die Todesstrafe in eindeutigen Fällen, d.h. keine bei Verfahren die sich auf Indizien etc. begründen.

Der am meisten eindeutige Beweis scheint das Geständnis der Tat zu sein. Und auch auf der Basis von Geständnis gab es schon Fehlurteile, weil der Geständige das Gestandene gar nicht getan hatte.

Der Geständige wurde dann evtl. hingerichtet.
Und nach dem wahren Täter hat niemand mehr gesucht.

14:29 Uhr von fathaland slim

>>"Ein Restzweifel bleibt immer. Keinem Menschen sollte es deswegen erlaubt werden, über das Leben eines anderen Menschen zu bestimmen."<<
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In Fällen wo geringste Restzweifel bestehen sollte es natürlich auf keinen Fall zu solchen Urteilen kommen. Es gibt aber genügend Fälle wo die Sachlage eindeutig ist. Die Frage, ob es erlaubt sein sollte in solchen Fällen über ein Leben eines anderen Menschen zu bestimmen haben sich die Täter selber schon beantwortet.

14:28, schabernack

>>Bei Japanern ist Zustimmung zur Todesstrafe nach dem Sarin-Gas-Anschlag mit in der U-Bahn in Tokyo (1995) angestiegen.<<
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Das ist immer so, überall, in jedem Land, nach spektakulären Verbrechen. Ich weiß nicht, wie das in Japan ist, wir hier in Deutschland haben ja die Bildzeitung, die in solchen Fällen dann den sogenannten Volkszorn ordentlich anspornt, mit Artikeln, die ich nur als Hetze bezeichnen kann. Es gab ja schon pogromähnliche Übergriffe durch Aufgewiegelte.
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Durch die Hinrichtung der Dreizehn ist jedenfalls keins der Anschlagsopfer wieder lebendig geworden, und zukünftige Täter mit ähnlicher Motivation lassen sich durch die Aussicht auf die Todesstrafe gewiss nicht abschrecken.

14:48, eine_anmerkung.

>>Es gibt aber genügend Fälle wo die Sachlage eindeutig ist.<<
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Nur sehr wenige.
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>> Die Frage, ob es erlaubt sein sollte in solchen Fällen über ein Leben eines anderen Menschen zu bestimmen haben sich die Täter selber schon beantwortet.<<
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Nein, haben sie nicht. Sie haben sich schlicht und einfach über ein Verbot hinweggesetzt. Wenn der Staat dies dann ebenfalls tut, dann stellt er sich auf dieselbe Stufe mit den Tätern.

14:44, eine_anmerkung. @14:36 Uhr von MRomTRom

>>“In Deutschland hat das Verbot der Todesstrafe Verfassungsrang. Wenn ein bekennender AfD-Anhänger sich für diese ausspricht, dann bestätigt das doch die Aussage des gerade scheidenden Vorsitzenden Meuthen, dass Teile der Partei nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen."
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Was versuchen Sie denn da mal wieder mir zu unterstellen?<<
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Wer die Todesstrafe befürwortet, steht nicht auf dem Boden des Grundgesetzes. Das ist doch nun wirklich eindeutig.
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>>Natürlich weiß ich das bei uns die Todesstrafe verboten ist und das akzeptiere ich als gesetzestreuer Bürger selbstverständlich. Nichtsdestotrotz befürworte ich die Todesstrafe.<<
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Also akzeptieren Sie das Verbot der Todesstrafe nicht. Mit Ihrer Eigenschaft, ein gesetzestreuer Bürger zu sein, hat das nichts zu tun. Außer Sie wären gern Henker, möglichst noch aus eigener Machtvollkommenheit heraus.

14:50 Uhr von fathaland slim

>>"Durch die Hinrichtung der Dreizehn ist jedenfalls keins der Anschlagsopfer wieder lebendig geworden, und zukünftige Täter mit ähnlicher Motivation lassen sich durch die Aussicht auf die Todesstrafe gewiss nicht abschrecken."<<
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Japan ist (wie ich finde) ein wunderbares Land und die Kriminalitätsraten sind ganz, ganz andere als die von Ihnen geschilderten in den USA (im positiven Sinne). Die Japaner sind kulturell anders geprägt und gehen damit anders um. Sie können beispielsweise in Tokyo ein Fahrrad ohne Diebstahlsschutz stehen lassen weil es nicht geklaut wird und eine Frau kann auch nach 22.00 in wenig belebten Nebendistrikten gefahrlos über die Straße gehen. Demgegenüber empfinden viele Japaner diese (in machen Augen) harte Urteile als Notwendigkeit, Ihre gelebte Form zum Umgang mit der Kriminalität Nachdruck zu verleihen.

Am 01. Februar 2022 - 13:49 Uhr von eine_anmerkung.

Sie haben Recht! Man verdient es nicht zu leben. Man lebt. Man hat ja keine Wahl, am Anfang :-) und es ist ein Menschenrecht. Daher wäre es besser, ich hätte geschrieben "haben diese Verbrecher nicht das Recht, zu leben, verloren?" Wobei ein verwirken eines Menschenrechtes gar nicht geht. Was wiederum die Todesstrafe als den Menschenrechten konträr gestellt aufzeigt. Danke für diesen Hinweis! Eine neue Perspektive. Was zeigt, dass Netzdiskussionen auch fruchtbar sein können.

was ist unmenschlicher

die Todesstrafe An sich
oder das Warten auf deren Vollstreckung
oft jahrzehntelang
aber im Yankee Land scheint das populär
eine Strafrechtsreform eher unwahrscheinlich
der Bürger hätte es ja in der Hand
scheinbar ist das Denken bzg. Menschlichkeit
doch nicht so universell wie hier gern behauptet

@ 14:27 Uhr von eine_anmerkung <> Realität ist komplexer

"Deshalb sage ich ja Todesstrafe nur in eindeutigen Fällen (dann aber konsequent) und dann kommt diesem Argument nicht die hineininterpretierte Bedeutung zu."
...

Das ist im US-Justizsystem leider nicht so trivial. Im Beweisaufnahmeverfahren wird unterschieden zwischen
<> Direct Evidence ( Augenzeuge, Tatwaffe, Geständnis)
<> Circumstancial Evidence (dt. etwa Indizienbeweis)
...
Ein spezialisierter Anwalt hat mit seinen Co-Anwälten und seinen Recherche-Kapazitäten im Hintergrund die Möglichkeit, selbst einen direkten Beweis infrage zu stellen, indem er Zeugen unglaubwürdig macht, weil die mal als 15 jährige Gras geraucht haben oder weil er hochkarätige, teure Gutachter heranschafft, welche die Gutachten der Staatsanwaltschaft konterkarieren.
...
Dafür braucht es Geld, das einem minderbemittelten Angeklagten nicht zur Verfügung steht.
...
Ich habe selbst einige Jahre in Kalifornien gelebt und halte die Jusitiz nicht für korrupt. Es gibt nur weniger Chancengleichheit.

14:53 Uhr von fathaland slim

Wenn der Staat dies dann ebenfalls tut, dann stellt er sich auf dieselbe Stufe mit den Tätern.
-------
-
ohne lange Umschweifung
Ja

Todesstrafe

Der Gouverneur Newsom hat es auf den Punkt gebracht. Die Aussicht im Todestrakt zu landen habe mehr mit Reichtum und Ethnie einer Person zu tun, als mit deren Schuld oder Unschuld.

Kalifornien schließt größten Todestrakt

Mal abgesehen davon, das solche Strafen und auch hohe Freiheitsstrafen, gar nichts bringen, ist das zu begrüssen.
Die Todesstrafe an sich, wird ja trotzdem nicht abgeschafft.
Der hohen Kriminalitätsrate tut das keinen Abbruch und wieviel Unschulduge sitzen im Gefängnis?
Das ist der <<>> der Welt unwürdig.

14:53 Uhr von fathaland slim

>>"Nein, haben sie nicht. Sie haben sich schlicht und einfach über ein Verbot hinweggesetzt. Wenn der Staat dies dann ebenfalls tut, dann stellt er sich auf dieselbe Stufe mit den Tätern."<<
.
Und wenn der Staat sich auf dieselbe Stufe stellt wie ein Täter (in unserem Fall Mörder), was ist daran zu beanstanden? Den Täter damit zu "entschuldigen" das dieser sich einfach über ein Verbot hinweggesetzt hat ist mit zu billig, sorry. (ich weiß das "entschuldigen" vielleicht die Sachlage nicht genau tritt, mit ist momentan kein besserer Begriff eingefallen).

Am 01. Februar 2022 - 14:05 Uhr von fathaland slim

Klartexxter: .."Auge um Auge, Zahn um Zahn"
...
"Dieses Bibelzitat wird gern aus dem Zusammenhang gerissen falsch gedeutet. Es sagt nämlich das Gegenteil aus. Es ist ein Plädoyer gegen unverhältnismäßige Strafen."

Das mag sein, aber die meisten Menschen sehen, dass hier gleiches mit gleichem vergolten wird. Das ist aber in der Regel auch nicht gut, ebensowenig wie unverhältnismäßige Strenge. Da ging Jesus schon einen extremen Schritt weiter: "Liebet Eure Feinde" ist bis heute wenig umgesetzt (und menschlich schwer umsetzbar). Vielleicht nicht lieben, aber zumindest Achten, denn es sind Menschen. Aber man sage das den Angehörigen der Opfer! Ich könnte das nicht.

@ 13:19 Uhr werner1955- schlimmere Verbrechen?!

„ den größten Todestrakt des US-Staats schließen?
Bei den vieln schlimmen Verbrechen halte ich das nicht für eine Zielführende Idee“

Meinen Sie die angestrebten Prozesse wegen eklatantem Verstoß gegen den Nürnberger Kodex?!

Ich glaube nicht, dass es da tatsächlich zu Klagen kommen wird. Dazu sind zu viele in dieses System involviert…

@13:51 Uhr von Initiative Neu

>> China und Russland haben wie die USA ebenfalls noch
>> immer die Todesstrafe.
.
Falsch! Rußland hat die Todesstrafe 1996 abgeschafft und seither offiziell niemanden mehr hingerichtet. -.-

14:50 Uhr von fathaland slim / @schabernack


Das ist immer so, überall, in jedem Land, nach spektakulären Verbrechen. Ich weiß nicht, wie das in Japan ist, wir hier in Deutschland haben ja die Bildzeitung, die in solchen Fällen dann den sogenannten Volkszorn ordentlich anspornt, mit Artikeln, die ich nur als Hetze bezeichnen kann. Es gab ja schon pogromähnliche Übergriffe durch Aufgewiegelte.

In Japan gibt es keine der BILD ähnliche Tageszeitung. Es gibt die zwei auflagenstärksten Tageszeitungen der Welt. «Asahi Shinbun» (Morgensonne Zeitung) und «Yomiuri Shinbun» (Gelesen Verkauft Zeitung). Beide mit einer Print-Version je morgens und abends. Die erste «sozialdemokratisch», die zweite nahe der Regierungspartei LDP.

Erstmals in Japan war ich in 11/1995 wenige Monate nach dem Giftgas in der U-Bahn. Japanisch konnte ich damals nur wenig. Aber sehr aufgewühlt war Japan nach dem schwersten Verbrechen nach WK2 schon. Damals war Tätersuche präsent, aber keine Debatten nach Todesstrafe in den Zeitungen.

Todestrakt

Wenn eine Umwidmung stattfindet und die Todesstrafe abgeschafft bleibt, ist das sicherlich positiv zu sehen. Dass damit verurteilte Straftäter lebenslange Haft oder Jahre hinter Gittern weniger verbringen werden, ist damit nicht gesagt. Große Bauten müssen bewirtschaftet werden. Die Gefängnisse sind teilweise überfüllt. Da werden sich immer andere Zwecke und Nutzung ergeben. Aufenthalt und Beschäftigung brauchen auch Platz.

Am 01. Februar 2022 - 14:48 Uhr von eine_anmerkung.

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Zitat: In Fällen wo geringste Restzweifel bestehen sollte es natürlich auf keinen Fall zu solchen Urteilen kommen. Es gibt aber genügend Fälle wo die Sachlage eindeutig ist. Die Frage, ob es erlaubt sein sollte in solchen Fällen über ein Leben eines anderen Menschen zu bestimmen haben sich die Täter selber schon beantwortet.
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Es gibt genügend Fälle, in denen die Rechtslage eindeutig schien, sich aber, u.U. Jahrzehnte später, herausgestellt hat, dass ein Fehlurteil vorlag, etwa, weil ein Geständnis falsch war, ein Zeuge falsch ausgesagt hatte oder Beweise manipuliert worden waren.
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Ich erinnere mich dunkel, dass die TS hier vor nicht allzu langer Zeit über einen solchen Vorfall berichtet. Meiner Erinnerung nach, wurde der Häftling nach Jahrzehnten wegen mittlerweile erwiesener Unschuld aus der Haft entlassen.
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Nicht auszudenken, wenn er hingerichtet worden wäre. Ein unschuldiges Menschenleben wäre ausgelöscht worden.

15:02 Uhr von fathaland slim

>>"Also akzeptieren Sie das Verbot der Todesstrafe nicht. Mit Ihrer Eigenschaft, ein gesetzestreuer Bürger zu sein, hat das nichts zu tun. Außer Sie wären gern Henker, möglichst noch aus eigener Machtvollkommenheit heraus."<<
.
Aber lieber Fati, natürlich akzeptiere ich bei uns das Verbot der Todesstrafe und das habe ich doch wohl deutlich gesagt. Sagen wir es dann halt mal anders; ich würde es gut finden wenn es diese bei uns geben würde. Ich kann doch mit festen Füßen auf unserem Rechtsstaat stehen und trotzdem in einer Fragestellung eine andere Meinung haben? Das gilt doch aber für so viele Themenstellungen.

14:27 Uhr von fathaland slim

"Erst verstößt der Delinquent dagegen und dann der Staat, und damit ist die Sache dann geheilt. Minus mal minus ergibt plus. Ja, diese Argumentation ist mir geläufig. Sie stammt aus dem Lehrbuch „Ethik für Unmenschen“. Daran haben Viele geschrieben, von Robespierre bis Himmler."
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Sehr schön ausgedrückt!

15:08 Uhr von eine_anmerkung. 14:53 Uhr von fathaland slim

Und wenn der Staat sich auf dieselbe Stufe stellt wie ein Täter (in unserem Fall Mörder), was ist daran zu beanstanden?
----
man (eine Kultur/Gesellschaft) entwickelt sich doch "weiter"
war vor 3.500 Hammurapi, der die 1. Strafrechtsreform einführte
"Auge um Auge Zahn um Zahn" ein auch wenn es mancher nicht verstehen will, sehr modernes Denken
davor wurde die ganze Sippe gemeuchelt
dann kam vor 2.000 der Nazarener mit seiner Idee (Bergpredigt)
wie man sieht, dauern Reformen lang
er hat sich noch nicht durchgesetzt

Was einen Rechtsstaat ausmacht

In einem Rechtsstaat wird nach geltendem Recht und Gesetze verurteilt uns das mit der ganzen Härte, die das geltende Gesetz hergibt.
Nicht mehr und nicht weniger.
Hier wird nicht etwa gleiches mit gleichem vergolten.
Genau das zeichnet einen Rechtsstaat aus und ist auch der wesentliche Unterschied.
Das betrifft jeden Täter, unabhängig von der schwere des Vergehens.
Ich bin übrigens gegen die Todesstrafe.
Denke, das habe ich auch sehr anschaulich beschrieben warum.

15:08 Uhr von eine_anmerkung.


Und wenn der Staat sich auf dieselbe Stufe stellt wie ein Täter (in unserem Fall Mörder), was ist daran zu beanstanden? Den Täter damit zu "entschuldigen" das dieser sich einfach über ein Verbot hinweggesetzt hat ist mit zu billig, sorry. (ich weiß das "entschuldigen" vielleicht die Sachlage nicht genau tritt, mit ist momentan kein besserer Begriff eingefallen).

Die Abkehr von der Todesstrafe ist ein Zivilisationsfortschritt.
Und lebenslange Haft ist für die Täter eine härtere Strafe als die Hinrichtung.

15:05 Uhr von Alexa d'Auteuil

>>"Ich habe selbst einige Jahre in Kalifornien gelebt und halte die Jusitiz nicht für korrupt. Es gibt nur weniger Chancengleichheit."<<
.
Ich traue Ihnen da eine sehr viel größere Kompetenz zu als meiner Wenigkeit dies zu beurteilen und finde auch Ihre Ausführungen in diesem Ihrem Kommentar als sehr lehrreich. Aus diesem Grunde muss ich Ihnen recht geben das die Rechtsprechung in den USA scheinbar oftmals, sagen wir mal mit "Unschärfen" belegt ist und dann ist die Verhängung einer Todesstrafe sicherlich höchst zweifelhaft. In eindeutigen Fällen halte ich diese vom Grundsatz her aber dennoch für angebracht.

@Todesstrafe 16:07 Dr.Cat

"Die Aussicht im Todestrakt zu landen habe mehr mit Reichtum und Ethnie einer Person zu tun, als mit deren Schuld oder Unschuld."

Das kommt noch erschwerend hinzu.
Aber wesentlich ist doch ein universelles Menschenrecht.
Das Leben.

Und das kann nichtmal ein Staat aushebeln, der nach dem Motto: Auge um Auge argumentiert.

Denn die notwendige Sicherheit einer Schuld ist mit heutigen forensischen Mitteln nicht mal sicher genug.
Jedenfalls in der überwätigen Zahl der Fälle.
Wo gibt es schon zeitnah eine Vielzahl von Zeugen,
die das bestätigen, was Indizien zu >99% nahelegen.

Und abschliessend:
Eine Demokratie eh prinzipiell nicht.

Am 01. Februar 2022 - 13:53 Uhr von Alexa d'Auteuil

Hallo Alexa d'Auteuil

Die Scharfschützen eines SEK wissen, wenn Sie eine oder mehrere Zielpersonen gleichzeitig ausschalten können.

Wurde vorher die Schussfreigabe erteilt, dann werden die Zielpersonen, durch die verwendete Munition, unmittelbar getötet.

Hier kann auch eine politische Entscheidung die Freigabe beeinflusssen.
Es ist eine schwere Entscheidung, obwohl die Täterschaft eindeutig feststeht.

Mir fällt auch noch der Fall von Metzler ein.
Der hat mich sehr bewegt.

Die Androhung von Folter ein, um das Leben des Jungen (der aber bereits leider schon vorher verstorben war) zu retten.

Am 01. Februar 2022 - 14:09 Uhr von Nettie

Denn die Todesstrafe an sich ist eine ungeheuerliche Anmaßung. Egal wer sie „verhängt“ und aus welchen Gründen: Es gibt genug menschenwürdige Möglichkeiten, sich bzw. die Gesellschaft vor Verbrechern bzw. ihren Taten zu schützen. Ganz abgesehen davon, dass die Todesstrafe sich dabei als offensichtlich unwirksam erwiesen hat.
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Dann haben das vermutlich die Leute, meist Politiker, die öffentlich einräumen, dass es unmöglich ist, die Gesellschft vor Verbrechern bzw. ihren Taten zu schützen, wenn man weiter freiheitlich, so, wie der Westen es gewohnt ist, leben will.
Eine diesbezügliche Sicherheit kann es nicht geben. So die Aussage.
Dass eine Todesstrafe daran nichts ändert, steht auf einem anderen Blatt, wobei es Verbrechen gibt, die geradezu danach schreien. Die Hinterbliebenen sowieso.

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Die Moderation

14:27 Uhr von fathaland slim

Sie stammt aus dem Lehrbuch „Ethik für Unmenschen“.
Daran haben Viele geschrieben, von Robespierre bis Himmler.
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es gibt viele Betrachtungsweisen / andere Betrachtungsweisen
auch Leute die sich wehrten, siehe
Offener Brief der Braunmühl-Brüder an die RAF
ob die das gelesen haben, mehr noch Mitgefühl zeigten ?

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