Kommentare - Greenwashing-Verdacht bei grünen Geldanlagen

10. Dezember 2021 - 08:25 Uhr

Viele Fonds werben mit dem Nachhaltigkeitslabel ESG für angeblich besonders umweltschonende Finanzanlagen. Doch dahinter stecken oft "schmutzige" Geschäfte, wie eine neue Studie zeigt. Von Verena von Ondarza.

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Kommentare

Nicht nur bei Geldanlagen

das Greenwashing ist auch bei der Industrie und den Autokonzernen ein beliebtes Mittel sich als "Goodie Goodie" darzustellen. Der Dieselskandal war ja nur die Spitze des Eisbergs.
Die "Ablass" abgaben sind keine Lösung und erinnern ans Mittelalter wo Mensch sich mit Geld sein Seelenheil erwerben konnte.
Neoliberaler Kapitalismus lebt von Ausbeutung und Wachstumsmythen das ist weder ökologisch noch Nachhaltig.
Wir brauchen eine Transformation unserer Wirtschaftsweise Faktor 5 des Club of Rome wäre dazu geeignet-

Das war leider zu erwarten:

„Viele Fonds werben mit dem Nachhaltigkeitslabel ESG für angeblich besonders umweltschonenden Finanzanlagen. Doch dahinter stecken oft "schmutzige" Geschäfte, wie eine neue Studie zeigt“

Denn wenn es erst aufwendiger und langwieriger Studien bedarf, um Betrug an der Allgemeinheit aufzudecken - und solche Studien nicht nur von den Wenigsten zur Kenntnis genommen werden, sondern zugleich auch zahllose „Interessenvertretungen“ sogleich alles dafür tun, um sie zu relativieren und/oder ihre Verfasser zu diskreditieren - ist es natürlich kein Wunder, dass sie es in einem Wirtschaftssystem, in dem dem Schutz der Daten Einiger (durch diese selbst!) grundsätzlich Vorrang vor den Interessen der Allgemeinheit (hier: Transparenz, also gleichen Zugang zu Wissen und damit gleiche Chancen) eingeräumt wird mit solchen Täuschungsmanövern leichtes Spiel haben.
Auf Kosten aller, die dann mit den daraus entstehenden unvermeidlichen ganz realen fatalen Konsequenzen „irgendwie“ werden klarkommen müssen.

Es gibt was zu gewinnen…

Es gibt was zu gewinnen. Also wird getrickst, getäuscht, getarnt, umbenannt, verschleiert, gelogen....
Das ist immer meine erste Frage: Wie wird was wann umgangen?
.
Es ist der Normalfall im Kapitalismus. Mitleid, empathie, gewissen? Völlig fehl am Platz. Einzig das schnelle Geld zählt. Und je schneller, desto besser.

Wir brauchen echte…

Wir brauchen echte nachhaltige ökologische Politik, kein Green-washing. Das letztere Phänomene auftauchen, ist nicht verwunderlich: unsere kapitalistische Lenensweise versucht, alles sich einzuverleiben, ohne das System ändern zu wollen. Das wird nicht funktionieren, weder im Finanzwesen noch wo anders.

@unbutu77, 08:56

„das Greenwashing ist auch bei der Industrie und den Autokonzernen ein beliebtes Mittel sich als "Goodie Goodie" darzustellen. Der Dieselskandal war ja nur die Spitze des Eisbergs.
Die "Ablass" abgaben sind keine Lösung und erinnern ans Mittelalter wo Mensch sich mit Geld sein Seelenheil erwerben konnte.
Neoliberaler Kapitalismus lebt von Ausbeutung und Wachstumsmythen das ist weder ökologisch noch Nachhaltig“

Stimmt. Aber Optimismus ist immer besser als Fatalismus (Resignation)

Und Grund dazu gibt es durchaus. Weil immer mehr Menschen begreifen, dass das Wirtschaftssteuerungsinstrument Geld für die Menschen (alle) da ist. Und nicht umgekehrt.

Und das möglichst ohne jeden weiteren vermeidbaren Verlust an Leben (und Lebensqualität).

Am 10. Dezember 2021 - 08:56 Uhr von unbutu77

Neoliberaler Kapitalismus lebt von Ausbeutung und Wachstumsmythen das ist weder ökologisch noch Nachhaltig.
Wir brauchen eine Transformation unserer Wirtschaftsweise Faktor 5 des Club of Rome wäre dazu geeignet-
___
Vllt könnten Sie ein- zwei Länder benennen, wo das aktuell erfolgreich praktiziert wird. Also nicht ein oder zwei Teilchen, sondern eine Änderung des Wirtschaftssystems.
Das hört sich immer so easy an, wenn gesagt wird, was "wir" (wer ist das überhaupt ?) müssen/brauchen. Davon abgesehen, dass da vermutlich auch (fast)jeder seine eigene Vorstellung hat.
Ich bin gespannt, welche Beispiele Sie benennen, damit man sich das mal anschauen und vergleichen kann.
Also, her damit.

rer Truman Welt

Wer hat denn geglaubt, daß die alle wirklich "clean" sind? Ich meine, wer in unserer Welt "einfach" glaubt, was Firmen, Institutionen oder wer auch immer behauptet und sagt, ist potentiell stark benachteiligt, so Noah, Yuval Harrari. Dieser sagt, heute bedeutet über Informationen zu verfügen keine Macht mehr dadurch zu erlangen, weil wir in der Informationsflut ertrinken. Macht hätte heute der, der in der Lage ist, wesentliche von unwesentlichen Informationen zu unterscheiden.
Dem stimme ich voll und ganz zu, würde jedoch ergänzend hinzufügen, daß diese Trennung implementieren muss, wahre von unwahren Informationen differenzieren zu können. Welche Herausforderung das ist, sehen und erleben wir seit nun knapp 2 Jahren.

@unbutu77, 8:56

Neoliberaler Kapitalismus lebt von Ausbeutung und Wachstumsmythen das ist weder ökologisch noch Nachhaltig.
Wir brauchen eine Transformation unserer Wirtschaftsweise

Da gab's mal so nen Typen, der hat jahrhundertelang versucht, einen Felsbrocken einen Berghang hoch zu wuchten. Aber immer wenn er fast oben angekommen war, entglitt ihm der Stein und rollte wieder runter.
Ist es das, was Sie vorschlagen?

@ 08:56 Uhr von unbutu77

"Nicht nur bei Geldanlagen
das Greenwashing ist auch bei der Industrie und den Autokonzernen ein beliebtes Mittel sich als "Goodie Goodie" darzustellen. Der Dieselskandal war ja nur die Spitze des Eisbergs.

Wir brauchen eine Transformation unserer Wirtschaftsweise Faktor 5 des Club of Rome wäre dazu geeignet-"

Wollen kann man viel, etwas richtig machen ist jedoch sehr schwierig. Sie geben selbst das Beispiel. Natürlich war der Betrug in der Abgasreinigung juristisch gesehen falsch. Für die Umwelt jedoch eher richtig. Volkswagen hat CO2 gegen NOx eingetauscht. Der vermehrte Ausstoß von NOx ist zwar am Auto und in Städten messbar, in Bezug auf die durchschnittliche NOx – Konzentration in der Luft jedoch praktisch unbedeutend, insbesondere da NOx sich in der Umwelt relativ schnell abbaut. Um NOx einzusparen wird jetzt vermehrt CO2 ausgestoßen mit allen Problemen. Den Teufel mit deinem Beelzebub austreiben ist garantiert nicht sinnvoll. Ob E-Auto, Windräder… Alles hat pro & con

Deutsche Bank?

Wo Deutsche Bank draufsteht....
....ist auch Deutsche Bank drin!

Wie kann man darüber erstaunt sein, dass diese Bank nichts mit Nachhaltigkeit (eine, die diesen Namen verdient!) zu tun hat? Ich jedenfalls würde staunen, wenn es anders wäre.

Und: Die allzu bekannte "Lücke" in Gesetzen gehört wohl dazu....

@Aber immer wenn er fast oben angekommen 9:45 frosthorn

"war, entglitt ihm der Stein und rollte wieder runter.
Ist es das, was Sie vorschlagen?"
zu @@ubuntu 8:56

Ich hoffe nicht.
Insbesondere wenn man seine 'Nachfolger' hier und deren Kommentare betrachtet ;-)
https://de.wikipedia.org/wiki/Sisyphos

Ich halte es da eher mit nem anderen Typen, der würde dazu sagen: systembedingt
Ist zwar nicht ganz so lange her, dafür aber umso erhellender.

Am 10. Dezember 2021 - 10:10 Uhr von Ritchi

Den Teufel mit deinem Beelzebub austreiben ist garantiert nicht sinnvoll. Ob E-Auto, Windräder… Alles hat pro & con
___
Gerade was diese beiden Beispiele anbelangt gibt es ja nun mehr als genug BEGRÜNDETE Zweifel. Bei den e-Autos ist es der Nutzen für den Umweltschutz generell, bei der Windkraft sind es hauptsächlich falsche gesetzte Anreize und vorzeitige (aus eben diesem Grunde) Abschaltung, weil nicht mehr lukrativ. Darüber hinaus müsste die Einspeisung insbesondere bei Privatpersonen, von EE's wesentlich einfacher und unbürokratischer sein. Bislang konnte mir noch niemand erklären, warum das hier so schwierig und in NDL so easy ist. Anstatt dem Bürger immer mehr aufzuoktroyieren, sollte man mal an der leichteren Umsetzung arbeiten. Das wäre vllt die Akzeptanz grösser

09:20 Uhr von Bender Rodriguez

Es ist der Normalfall im Kapitalismus. Mitleid, empathie, gewissen? Völlig fehl am Platz. Einzig das schnelle Geld zählt. Und je schneller, desto besser.
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ich möchte hier wirklich niemandem zu nahe treten
(ihnen schon gar nicht)
Aber wenn man hier so liest, lauter Philanthropen und Menschenfreunde unterwegs.
Wer kauft denn dann bei KIK ein, wo T Shirts für nen 1,50 Euro angeboten werden
Wird der Stoff nachhaltig hergestellt, von der Baumwolle bis zum Färben,
werden die Näherinnen nicht ausgebeutet ?
Wir verwenden Bio Sprit, kümmert es in unserem Umweltwahn, dass wir armen Menschen dadurch deren ihre Nahrungsgrundlage entziehen

10:10 Uhr von Ritchi

CO2 gegen NOx eingetauscht.
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das wurde nie wirklich publiziert
Die Industrie stand vor der Entscheidung höherer Spritverbrauch (mehr CO2) oder mehr NOx
Was tat sie, sie schaute (wie der Verbraucher) auf nen geringeren Spritverbrauch
Dann auch die Medien/Umweltverbände
Es wir dargestellt es werde jedes Jahr schlimmer
Der Feinstaub/Russ ging seit 1990 um 97 % zurück
der NOx Ausstoß ging um 2/3 zurück,
Ist das nichts ?

@Bender Rodriguez um 9:20 Uhr

"Es ist der Normalfall im Kapitalismus. Mitleid, empathie, gewissen? Völlig fehl am Platz. Einzig das schnelle Geld zählt. Und je schneller, desto besser."

Das sehe ich auch so, es liegt am Gesellschaftssystem.
Weswegen der Mensch so (geworden) ist wie er (heute) ist.
In seiner Natur liegt es eher nicht. Mit einem besseren System, würde im Laufe der Zeit bei den meisten Euroäpern (reicht vorerst) bestimm ein Sinneswandel zu mehr Empathie, Mitleid und Gewissen eintreten. Aber jetzt erstmal ist der Mensch diese Leistungsgesellschaft (in der auch immer Gegenleistung erwartet wird) und Habgier als bloße Eigenschaft nicht bestraft wird, gewöhnt. Der Weg zur Gesellschaftsform mit ausschließlich Altruisten ist lang...

Ökologische soziale u demokratische EU

Die EU reguliert die Finanzwirtschaft. Die Kriterien für Nachhaltigkeit können von der Finanzindustrie frei gewählt werden.

Das Europa der Banken und Konzerne muss in ein ökolögisches u soziales Europa der Menschen verwandelt werden. Klare staatliche Regulierung müssen Selbstkontrollen und Selbstdarstellungen der Lobbyisten entgegengestellt werden.

Die EU-Regelung erlaubt es,…

Die EU-Regelung erlaubt es, Finanzprodukte, bereits dann als nachhaltig zu bezeichnen, wenn sie transparent machen, nach welchen Kriterien der Fonds Nachhaltigkeit definiert.
....
Viele Fondsverwalter seien überrascht gewesen, dass sie ihren Produkten plötzlich ein Nachhaltigkeitslabel aufdrucken konnten.
#
#
Was hat der Dieselskandal mit der wieder einmal nicht richtig Durchdachte Verortung der EU zu tun?
Die Fondsverwalter machen nichts verkehrt.

@ weingasi1 9.41

"Das hört sich immer so easy an, wenn gesagt wird, was 'wir' (wer ist das überhaupt?) müssen / brauchen."
Ich empfehle, die Beiträge von Foristin Nettie von 9.15 und 9.41 h aufmerksam(!) zu lesen, vielleicht erschließt sich Ihnen dann ganz "easy", wer in diesem Fall "wir" ist.

Die "Vorstellung" einer / eines Jeden ergibt sich dann: Ein menschenachtendes Wirtschaftssystem, also ein am Wohl aller (!) Menschen orientiertes und dementsprechend handelndes.

gut so

Gut so, dass solche Machenschaften an den Pranger gestellt werden.

"dass so ein Fonds als "nachhaltig" gelabelt werden darf, ist nicht illegal, sondern hat mit einer Lücke"

Schon traurig, wenn nicht alles gesetzlich reguliert wird, dann sind immer gleich schwarze Schafe zur Stelle, die dies schamlos ausnutzen. Und ein seriöses Auftreten mit Anzug und Krawatte war auch schon in der Vergangenheit kein Qualitätskriterium.

Betrüger wo hin man schaut, man kann gar nicht genug auf der Hut sein, damit man nicht über den Tisch gezogen wird.

Grüner Kapitalismus

Label, Siegel, Punkte, Ampeln, Verifizierungen, Zertifizierungen - da blickt doch keiner durch. Und gerade stürzen sich die Verbraucher auf alles, was mit "nachhaltig" oder auch"natürlich" beworben wird. Greenwashing betrifft sämtliche Bereiche des Konsums. Sorgloser Konsum ist, was die Menschen wollen. Weil "Nachaltigkeit" ein völlig nebulöser Gummibegriff ist, haben auch die irreführenden Marketingtechniken vieler Unternehmen Erfolg. Selbst Thunberg lässt sich ja schon für vom ökologischen Standpunkt aus gesehen zweifelhafte Modemagazine ablichten.

Auch die Deutsche Bahn betreibt green washing

grüner Strom?

man fährt überwiegend mit Kohlestrom, kauft aber in Norwegen Zertifikate von Wasserkraftwerken.

der Strom dort darf dann nicht mehr als grüner Strom verkauft werden.

Fakt ist aber es wird hier mit Kohel Strom produziert und in Norwegen mit Wasserkraft.

Global gesehen ist es zwar korrekt, aber regional gesehen wird hier der Kohlestrom erzeugt und das CO2 hier ausgestoßen...

Greenwashing-Verdacht bei grünen Geldanlagen...

Dabei handelt es sich zunächst um gewöhnlichen Betrug, Täuschung. Es geht dabei auch um die Verwendung des Nachhaltigkeitslabel ESG. Enviromental, Social, Gouvernance. Auf Deutsch Umwelt, Sozial und Unternehmensführung. Aber wie viele Finanzanlagen bzw. Unternehmen, selbst wenn sie sich nicht als grün bezeichnen, verdienen denn dieses Label ? Vielleicht Amazon oder Bayer oder DHL ? Sozial und good Gouvernance ?

@Ritchi 10:10

Das ist Vielen nicht gewahr dass sie mit Geldanlagen keine Wende zum Besseren schaffen können, sondern sich einfach nur ihr Gewissen erleichtern. Neulich las ich dass man Eisen auch einfach durch Elektrolyse von "Eisenschlamm" herstellen und dass das wohl im Kilobereich klappt. Da steckt so vieles in den Anfängen, wobei meine Fähigkeit, mich noch damit zu befassen immer mehr schwindet. Aber spannend ist das allemal.

Grüne Geldanlagen?

Warum soll es bei solchen Anlagen keinen Betrug geben, gibt es z.B bei Bio-Produkten doch auch immer wieder. Grüne Geldanlagen sind allenfalls ein Nischenprodukt für gläubige Weltverbesserer. Denn Turbokapitalismus und moralischer Idealismus passen nun mal nicht zusammen, wie u.a. auch bei den Klimadiskussionen zu beobachten ist. Zumal Geldgeschäfte in eine Branche gehören, in der die Gier ja kultiviert wird und alle Grenzen ausgetestet werden (s. Cum Ex).

@ marotoma

Grüne Geldanlagen sind allenfalls ein Nischenprodukt für gläubige Weltverbesserer. Denn Turbokapitalismus und moralischer Idealismus passen nun mal nicht zusammen ...

Ok, erst mal alles runterputzen kann ich zur Not noch alleine. Aber was folgt jetzt daraus? Wir sind ja wohl irgendwo Weltverbesserer. Welche Fonds, welche Kapitalanlage empfehlen Sie.

Greenwashing und CO2-Handel

Wir leben in einer Welt der Täuschung. Das Beste ist der CO2-Handel. Man kauft sich Flugticket und zahlt einen Aufpreis für grünes Fliegen, was sich meistens nur besser verdienende leisten können oder Firmen, die sich grün anstreichen wollen. Insgesamt aber eine Mogelpackung sondersgleichen, da das Flugzeug weiterhin genauso viel CO2 in die Luft pustet. Und so gibt es viele Bsp. in unserer verlogenen grünen Welt. Verzicht wird nicht geübt und so steuern wir eben weiter Richtung +3 Grad der Weltdurchschnittstemperatur im Vergleich zu heute im Jahr 2100. Werde ich nicht mehr erleben, wette aber, dass es so kommt.

@ spax-plywood

Das ist Vielen nicht gewahr dass sie mit Geldanlagen keine Wende zum Besseren schaffen können, sondern sich einfach nur ihr Gewissen erleichtern.


Ok, verstehe. Aber mit welchen Geldanlagen schaffen wir dann die Wende zum Besseren?

@ Jochen Peter

Greenwashing und CO2-Handel

Wir leben in einer Welt der Täuschung. Das Beste ist der CO2-Handel. Man kauft sich Flugticket und zahlt einen Aufpreis für grünes Fliegen, was sich meistens nur besser verdienende leisten können ...


D.h. Sie plädieren dafür, dass Menschen, die es sich nicht leisten können, Flugtickets kaufen dürfen ohne ökologische Kompensation?

08:56 Uhr von unbutu77

>>Die "Ablass" abgaben sind keine Lösung und erinnern ans Mittelalter wo Mensch sich mit Geld sein Seelenheil erwerben konnte.
Neoliberaler Kapitalismus lebt von Ausbeutung und Wachstumsmythen das ist weder ökologisch noch Nachhaltig.<<
Sehr gut formuliert. Und so wahr.
Ein großes Problem ist, dass hier - wie auch in vielen anderen Branchen - Vetternwirtschaft vorherrscht. Eindeutiges Indiz dafür dürften viele Nebeneinkünfte von Politikern sowie deren direkten Karrieresprung in hohe Wirtschaftspositionen nach ihrem Ausscheiden sein. Um diesen Sumpf aus Abhängigkeiten und Interessenskonflikten auszumisten, bräuchte man wohl eine ziemlich große Mistgabel. Oder eine echte Demokratie mit echten Volksabstimmungen anstatt Meinungsumfragen per Infratest, die das Volk in eine bestimmte Richtung lenken sollen.
Bei den Umweltabgaben geht es auch nicht vorrangig um den Umweltschutz, sondern um Schröpfung und Ausbeutung. Wer sparsam beim Stromverbrauch ist, wird mit höheren Grundkosten bestraft,

@ Bender Rodriguez

Es ist der Normalfall im Kapitalismus. Mitleid, empathie, gewissen? Völlig fehl am Platz. Einzig das schnelle Geld zählt. Und je schneller, desto besser.


Und wo gibt es diese Art von "Kapitalismus"?

@covid-strategie

Wir werden noch lange Zeit auf fossile Energieträger angewiesen sein. Es sei denn man entzieht z.b. dem Erdgas mit regenerativer Energie den Wasserstoff und lagert den Kohlenstoff irgendwo ein. Und mit dem Wasserstoff betreibt man Ex-Erdgaskraftwerke zum Abpuffern des Stromnetzes.

11:43 Uhr von Wolfgang Wodrag

>>Ok, verstehe. Aber mit welchen Geldanlagen schaffen wir dann die Wende zum Besseren?<<
- weniger Flugreisen machen
- mehr Home-Office machen, wo dies möglich ist
- überwiegend Waren kaufen, die weniger Verpackung haben und aus der Region kommen
- beim Konsum und Verbrauch sparsamer und bescheidener werden
- kurze Strecken öfter zu Fuß oder mit Fahrrad/Roller zurücklegen
- weniger Nachkommen produzieren

wäre schon mal ein Anfang

///Von den untersuchten…

///Von den untersuchten Geldanlagen bewerten die NGOs nur 104 als gänzlich unbelastet. 650 bezeichnen sich selbst in den Anlegerinformationen als "nachhaltig",....///
.
Das ist doch ein gutes Ergebnis, wenn selbst die superkritischen NGO's bei 104 keine Einwände haben.

11:09 Uhr von Bernd Kevesligeti

『 Dabei handelt es sich zunächst um gewöhnlichen Betrug, Täuschung. Es geht dabei auch um die Verwendung des Nachhaltigkeitslabel ESG. Enviromental, Social, Gouvernance. Auf Deutsch Umwelt, Sozial und Unternehmensführung. Aber wie viele Finanzanlagen bzw. Unternehmen, selbst wenn sie sich nicht als grün bezeichnen, verdienen denn dieses Label ? 』
。。。
Wird doch im Artikel beschrieben, wo die Hintertür zum Green Label ist.
・・・
Eine bescheuerte Richtlinie der EU (EU-Offenlegungsverordnung), die es erlaubt, "Finanzprodukte, bereits dann als nachhaltig zu bezeichnen, wenn sie transparent machen, nach welchen Kriterien der Fonds Nachhaltigkeit definiert."
・・・
Das ist bescheuert, aber es ist nicht illegal, dass sich ein Unternehmen (Fond) dann auch ein solches Green Label aufpappt, wenn es diese nichtssagenden Kriterien erfüllt. Man müsste die Kriterien eben weniger larifari definieren.
・・・
Dann wäre solche Green Labels auch nicht weiter möglich.

Der Ehrliche ist der Dumme

Die Triebfeder im Kapitalismus ist der Profit. Das ist in Ordnung, wenn der produzierte Mehrwert gerecht verteilt würde. In diesem System zählt nicht die Gemeinschaft. Forderst steht der Besitzende an Geld und Produktionsmittel. Erst er, sein Konzern und seine Aktienbesitzer. Betrügen gehört bei vielen Herstellern von Waren zum Alltag. Da wird getrickst und manipuliert. Der Name Bio wird zur Profitmaximierung missbraucht.
In dieser schweren Zeit der Pandemie sind selbst Politiker korrupt und lassen sich bestechen.

WM-Kasparov-Fan 10.47

Ihrem Beitrag kann ich nur sehr begrenzt zustimmen. Sicher fordert und fördert dieses Wirtschaftssystem eine Ellbogengesellschaft, also eine Gesellschaft, die sich nicht am Gemeinwohl orientieren soll. Nur, wer zwingt Sie gegen Ihre "Natur" zu einem "Sinneswandel"? Wir leben nicht in einer Diktatur; wer hindert Sie daran, für menschenachtende Werte einzutreten und diese zu leben? Warum müssen Sie habgierig sein? Leistung zu erbringen halte ich zunächst einmal für positiv, die einseitige Auslegung dieses Begriffes allerdings für negativ. Wer hindert Sie daran, dem Altruismus Vorrang
zu geben, jetzt - ohne langen Weg. Was Sie mit "meisten Europäern (reicht vorerst)" ausdrücken wollen, ist mir ein Rätsel.

Wäre es ungerechtfertigt,...

...die ESF- Fonds in EBF-Fonds= Energy Blind Fonds umzubenennen?

Wenn jeder Beteiligte seine eigene Definition für “umweltgerecht“ verfassen und anwenden darf, kann ich das nur als Farce bezeichnen.

@10:47 Uhr von WM-Kasparov-Fan @Bender Rodriguez um 9:20 Uhr

//Weswegen der Mensch so (geworden) ist wie er (heute) ist.
In seiner Natur liegt es eher nicht.//

Doch. Schon immer galt die Dier als größte Sünde. Sie sitzt tief in uns allen.

Es ist eine Frage, mit was wir auszukommen gewöhnt oder genötigt sind.

Zwei Texte fallen mir dazu ein.

Eine Liedstrophe (Verfasser?): „So mancher lebt im Überfluss, hat Haus und Hof und Geld. Und ist doch immer voll Verdruss und freut sich nicht der Welt. Je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Klagen still.“

Auf der anderen Seite gilt (z.B. für uns „Guten“ hier im Forum) der Vers von Eugen Roth:
„Ein Mensch erhofft sich fromm und still, dass er einst das kriegt, was er will. Bis er dann doch dem Wahn erliegt, und schließlich das will, was er kriegt.

Das Nachfolgende sind Sätze…

Das Nachfolgende sind Sätze von @nettie. Sie erschliessen mir dennoch nicht, wie das faktisch umzusetzen ist und wer das möchte. Ich halte zwar diese Ansätze für eher altruistisch und bezweifle, dass es ein derartiges System real geben könnte.
___

Und Grund dazu gibt es durchaus. Weil immer mehr Menschen begreifen, dass das Wirtschaftssteuerungsinstrument Geld für die Menschen (alle) da ist. Und nicht umgekehrt.

Und das möglichst ohne jeden weiteren vermeidbaren Verlust an Leben (und Lebensqualität).
____
Da stellt sich schon wieder die Frage, wer, was, als Lebensqualität empfindet. Wobei ich nicht glaube, dass diese Vorstellungen für die Bürger der Wirtschaftsnationen denkbar bzw. erstrebenswert wäre.
Es bleibt in meinen Augen eine Utopie. Ebenso wie der Traum, dass alle Menschen glücklich, in Frieden und auskömmlich leben könnten.
Aber auch Sie können mir gerne anhand von Beispielen zeigen, dass es eben doch umsetzbar ist/wäre.
Ich bin da skeptisch; nicht ohne Grund.

dass das Wirtschaftssteuerungsinstrument Geld

von Nettie@
Also die Bürger hier in unserem Land haben das j auch begriffen.

Rentner und Arbeitnehmer müssen jetzt laufen und fahren jetzt Fahrrad.
Dafür können dann reiche mit Ihrem neuen Spielzeugen zur ISS oder in den Weltarum fliegen. Klimaneutral durch Nachhaltigkeitslabel ESG .

"Nachhaltigkeit" ist "knorke".

Das beliebige Definieren diskursiver Schlüsselwörter führt zu deren Entwertung.
"Nachhaltigkeit" ist ein Marketingberriff, da gibt es keine Legaldefinition.
Ein Modewort.
So wie "Nullwachstum" .
Oder wie früher "Knorke".
Oder früher "töff".

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Ich bin schockiert

Dass mit falschen Versprechungen Werbung für Produkte gemacht wird, hätte ich nie für möglich gehalten. Gerade bei Finanzprodukten muss man doch davon ausgehen, dass einem nichts als die ganze Wahrheit über das Produkt erzählt wird, wo doch die Finanzbranche schon immer für ihre Wahrheitsliebe bekannt ist.

von Wolfgang Wodarg 11:43

Mit Geldanlagen von und mit Elon Musk, Tesla, Wasser in Brandenburg. Und mit Jeff Bezos, Amazon, bekannt für Arbeitsbedingungen ohne Tarifverträge.

@ covid-strategie

Auch die Deutsche Bahn betreibt green washing


Mit der Deutschen Bank habe ich aber bisher gute Erfahrungen gemacht.

Am 10. Dezember 2021 - 10:47 Uhr von WM-Kasparov-Fan

Das sehe ich auch so, es liegt am Gesellschaftssystem.
Weswegen der Mensch so (geworden) ist wie er (heute) ist.
___
Wie es in der Steinzeit war, weiss ich nicht, aber seit der Antike ist der Mensch so gestrickt, wie er heute auch ist.
___
In seiner Natur liegt es eher nicht. Mit einem besseren System, würde im Laufe der Zeit bei den meisten Euroäpern (reicht vorerst) bestimm ein Sinneswandel zu mehr Empathie, Mitleid und Gewissen eintreten. Aber jetzt erstmal ist der Mensch diese Leistungsgesellschaft (in der auch immer Gegenleistung erwartet wird) und Habgier als bloße Eigenschaft nicht bestraft wird, gewöhnt. Der Weg zur Gesellschaftsform mit ausschließlich Altruisten ist lang...
___
Dass die meisten Menschen einem altruistischen System zugeneigt sind, ausser rein theoretisch, möchte ich ganz stark bezweifeln auch in Europa.
Ich weiss ja nicht, was Sie so machen, ich finde schon, dass sich Leistung lohnen soll.

Ich bin immerwieder…

Ich bin immerwieder überrascht wie naiv manche Verbraucher sind. Egal ob es Fonds, Lebensmittel oder Luxusgüter sind. Die werden von Firmen produziert denen jedes Mittel recht ist um noch mehr Gewinne zu generieren, nicht nur im Finanzbereich. Wer jetzt erwartet das die Politik was unternimmt muss die letzten Jahre geschlafen haben. Verbraucherschutz in Deutschland ein schwieriges Thema. Ein Systhem das auf skrupelloser Ausbeutung von Mensch und Natur beruht um stetiges Wachstum und steigende Gewinne zu generieren, wird es nie schaffen unsre Erde zu schonen. Auch alles was bis jetzt dafür "getan" wird ist meist nichts anderes als Greenwashing. Angefangen vom E-Auto über die CO2 Steuer bis hin Abschaffung von Plastik Trinkhalmen.

@11:17 Uhr von spax-plywood @Ritchi 10:10

//Das ist Vielen nicht gewahr dass sie mit Geldanlagen keine Wende zum Besseren schaffen können, sondern sich einfach nur ihr Gewissen erleichtern.//

So ist es.
Jetzt bin ich mal wieder gehässig: Diejenigen, die es sich leisten können, sich ein gutes Gewissen zu 'kaufen', sind gleichzeitig die, die zwar naturgemäß den größeren CO2-Abdruck haben, aber auf jene herabschauen, die sich eine solche Investition nicht leisten können.

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