Kommentare

Nein, ich mag diese ganzen Lockangebote nicht

Mir geht diese Schnäppchenjagerei auf die Nerven. Die Zeche wird von den Menschen in den Herstellerländern gezahlt.

Was ich nicht brauche, das kaufe ich auch nicht. Das ist gut für meinen Geldbeutel und für unsere Umwelt aber nicht gut für unsere Wirtschaft, die nur (noch) funktionieren kann wenn sie (über alle Grenzen hinaus) wächst.

Alles totaler Unsinn. Wenn

Alles totaler Unsinn. Wenn man etwas kauft, was man nicht braucht, nur weil es um 30% reduziert wurde, nachdem es vorher um den gleichen Oreis verteuert wurde, hat man ganz genau gar nichts gespart. Man hat lediglich unnötige Ausgaben generiert.
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Und genau durch diesen Geiz haben wir hier nur noch Mini und Niedrigstlöhne.

Wenn man das, was man

Wenn man das, was man braucht, zu reellen Preisen mit guter Qualität kauft, spart man Geld. Aber wo kommt im Katechismus des Kapitalismus das Wort SPAREN vor?
Sparen können /sollen nur die Kapitalisten bei Einkauf und Löhnen, bei Mieten etc.
Wenn der Auszbeutende anfängt, zu sparen bricht die Bude zusammen.
Man kann also davon ausgehen, dass der Kapitalist mit dem Ramschverkauf eine ganz andere Strategie verfolgt: Der alte Müll muss weg. Die Lager ( nicht Läger) müssen frei werden für frischen Müll.

Schnäppchenjagd...

...ist ein Glücksspiel. Erst riskiert man, auf ein Pseudo-Angebot hereinzufallen, dass zuvor verteuert wurde, und dann kann es einem auch durchaus passieren, dass sich das günstige Angebot als billiger Tand erweist. Der dann zurückgeschickt wird und ein zweites Mal auf Kosten der Umwelt um die halbe Welt reist.
Plus: Schon mal jemand auf die gekommen, den persönlichen Zeitaufwand mit Stundenlohn gegen die scheinbare Ersparnis aufzurechnen?

Zugegeben, ich sehe mir auch regelmäßig Angebote an. Aber nur, damit ich nicht Margarine für 1,19 kaufe, die ich dann zehn Minuten später im nächsten Laden für 79 Cent sehe.

Leider ist es nun mal so das

Leider ist es nun mal so das ein Schild mit der Aufschrift % bei vielen Menschen den gesunden Menschenverstand ausschaltet. Das wissen die Veranstalter genau. Es gibt glaube ich kein anderes Land auf der Welt wo "Geiz ist geil" so konsequent gelebt wird wie in Deutschland. Ich habe Kollegen die Freitags dasitzen und die Werbung durchwandern um die Einkaufsroute für den Einkauf festlegen. Die Kosten für die Fahrerei wird natürlich nicht bedacht. Nichts dagegen zu sparen mache ich auch, nur nicht um jeden Preis.

So what?

Ich muss gestehen, dass ich nicht verstehe, was das alles soll. Ständig sind irgendwelche "Sales" oder "Days", die angeblich in Asien oder Amerika total wichtig sind und nun auch bei uns gepuscht werden sollen. Ich ignoriere das, so wie ich Halloween ignoriere.

Klamotten oder Elektronik kaufe ich, wenn was Altes kaputt geht. Also Winterschuhe, wenn die alten nicht mehr dicht und warm sind.

Am meisten Geld spare ich, indem ich Sachen nicht kaufe. Und das werfe ich dann für den Urlaub raus. Jeder hat seine Schwächen.

Man muss

schon gut aufpassen, und einen Artikel etwas länger beobachten, wenn man wirklich etwas neues benötigt.
Lustig finde ich persönlich immer sie sparen 300 Euro wenn sie heute den Artikel für 1000 kaufen, dann hab ich nichts gespart, sondern 1000 ausgegeben ;-).
Ich kaufe in der Regel nur das was kaputt gegangen ist, und ersetzt werden muss, gibt andere Sachen die ich lieber mache, als einkaufen.

Die Reaktion auf Lockangebote

Die Reaktion auf Lockangebote ist ein Spiegel der Gesellschaft und passt zu dem, was wir derzeit auch in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sehen.

Lockangebote

Die Angebot zwischen Sales oder Schnäppchen sitzen wie kleine Beißer am Wegesrand und wollen beachtet werden. Alle wollen unser Bestes: unser Geld. Was wir als Kunden mit diesen Lockrufen machen, ist doch unsere Entscheidung. Brauche ich was, weil ich etwas Besseres, Neues, Ersatz benötige, werde ich schon anspringen. Wer nur über den Preis (Angebotspreis, daneben UVP mit einem deutlich höheren Betrag) stolpert, wird auf einer ganz einfachen, subtilen Köderfalle eingefangen. Der Sammler und Jäger will Energie sparen und guten Fang oder Beute nach Hause bringen. Ob es wirklich gebraucht wird, wirklich ein "Schnäppchen" guter Qualität ist- das braucht erst Prüfung und Check, dann kritische Überlegung und dann den Kauf. Wer alles dazwischen überspringt, ist spontan und wird sich vielleicht danach über das Ergebnis ärgern und seinen Geldrauswurf bedauern. Das ist doch ein altes Spiel. Die Ratgeber und Marktchecks können das Verhalten nicht stoppen. Das liegt am Kunden selbst.

4,9 Milliarden Euro wollen die Deutschen am Black Friday in dies

Woher kommt diese Zahl?

@SirTaki - Richtig , was zu kaufen liegt am Kunden selbst

Früher nannte es man Lagerräumung,Sommer/Winterschlußverkauf etc.

Versandrückläufern,Auslaufmodelle, die Lager laufen über und die Arbeitgeber,können die Löhne nicht mehr bezahlen.
Wenn dann z.b ein kompletter 3D Drucker soviel kostet wie das einzelne Netzteil, legt man sich schon mal rechtzeitig ein Ersatzgerät zu :-)

Wer sein Kaufverhalten wegen dieser ...

.. Aktion soo grundlegend ändert, darf sich nicht wundern wenn er über seine Verhältnisse kauft oder, gierig wie der Mensch nun mal ist, über den Tisch gezogen wird.
Im gleichen Zuge wie der Anbieter habe auch ich nichts zu verschenken ... Geld schon gleich garnicht.

Warum?

Warum soll ich konsumieren? Das, was ich brauchen könnte (neuere Küchenschrank), ist entweder nicht lieferbar oder zu teuer (Holzpreise). Klamotten habe ich genug, da warte ich erstmal ab, ob bis Sommer was kaputt geht.

Mir ist es viel wichtiger, gutes Essen im Haus zu haben, um so wenig wie möglich während der Pandemie unter Menschen zu gehen.

10:27 von Karl Klammer

alles mit Maß und Ziel

wenn ne Glaskanne im Angebot ist, kaufe ich die sofort,
weil das Ding, sollte ich es brauchen, sehr teuer ist.
Dasselbe gilt für Kaffee oder Butter,
wobei mir 30 Joghurt in den Kühlschrank zu legen wenig zielführend erscheint

Haben oder Sein ?

Das Buch von Erich Fromm "Haben oder Sein", ein Kultbuch der 68-er-Generation, setzt sich kritisch mit dem Konsumverhalten der westlichen Gesellschaften auseinander.
Und so hat die Beschleunigung von heute, in der Leistungsgesellschaft, viel mit dem Mangel an Sein zu tun. Konsum ist Ersatzhandlung geworden.
Ich lasse mich kaum von dem Rabattterror beeinflussen, auch, weil ich in meiner Insellage kaum erreichbar bin (Für Amazon eine Horrorvorstellung). Die beste Zeit für günstigste Einkäufe ist, nach meiner Erfahrung, zwischen Ende Dez. und Mitte Jan und auch da muss man sich immer die Frage stellen, ob Konsumverzicht, im Einzelfall, nicht die bessere Entscheidung wäre.

09:02 von heribix

"Es gibt glaube ich kein anderes Land auf der Welt wo "Geiz ist geil" so konsequent gelebt wird wie in Deutschland."

,.,.,

Sie haben sämtliche Länder in der Welt daraufhin getestet?

Glaube ich kein Wort von.
Der Hass auf die Deutschen treibt schon seltsame Blüten.

Zumal man sich dann ja auch selber anklagt. Oder überhaupt NUR sich selber damit meint.

Am 24. November 2021 um 08:15

Am 24. November 2021 um 08:15 von perchta: "Mir geht diese Schnäppchenjagerei auf die Nerven. Die Zeche wird von den Menschen in den Herstellerländern gezahlt."

Bei so ziemlich allen Schnäppchenangeboten haben die Händler die Waren vor dem Angebot eingekauft und würden den Preis nicht so weit reduzieren, dass sie selbst keinen Gewinn dran hatten. Also sollen die Hersteller im Vorfeld ihre Waren an die Händler verkauft haben, ohne ihrerseits dran verdient zu haben? Ich als Endkunde sehe da keine Verantwortung bei mir. Ich kaufe, was mir zu dem Preis angeboten wird. Die Verantwortung der Produktionskette wurde eh letztens per Gesetz vom Endkunden wegverlagert. Also brauche ich als Endkunde keine Moralpredigt, wenn die Politik ihre Maßnahmen nicht umzusetzen weiss.

12:18 von Theodor Storm

"Haben oder Sein ?

Das Buch von Erich Fromm "Haben oder Sein", ein Kultbuch der 68-er-Generation, setzt sich kritisch mit dem Konsumverhalten der westlichen Gesellschaften auseinander.
Und so hat die Beschleunigung von heute, in der Leistungsgesellschaft, viel mit dem Mangel an Sein zu tun. Konsum ist Ersatzhandlung geworden."

.-.-.

Ich kenne das Buch.

Meiner Beobachtung nach ist das Gefühl für - und die Umsetzung von - "Sein" (an Stelle von "Haben") heute sehr viel stärker als in den 68ern.

Wer weiß, vielleicht hat das Buch daran keinen geringen Anteil gehabt.

um 12:19 von Sausevind um 12:19

"09:02 von heribix
"Es gibt glaube ich kein anderes Land auf der Welt wo "Geiz ist geil" so konsequent gelebt wird wie in Deutschland."

,.,.,

Sie haben sämtliche Länder in der Welt daraufhin getestet?

Glaube ich kein Wort von.
Der Hass auf die Deutschen treibt schon seltsame Blüten."

Auch wenn ich, gerade angesichts dessen das der "Black Friday" ja gerade erst aus anderen Ländern hier eingeführt ist, der Aussage ebenfalls widersprechen würde ( In anderen Ländern macht man auch Gerne Witze über den deutschen detailverliebten "Qualitätsfetischismus") würde ich eher nicht "Hass auf Deutsche" diagnostizieren.
Eher den erhobenen Moralzeigefinger.
Und ja, es gibt die dauerschnäppchenjäger die sich beim Briefträger beschweren wenn die Supermarkprospekte, die andere als unerwünschte Belästigung empfinden, nicht rechtzeitig im Briefkasten sind.
Die sammeln auch Treuherzen und so weiter.

Haben wollen

Das Denkmodell erscheint mir griffiger, im Wortsinn, als alle Philosphiererei, weshalb man was haben muss zu einem bestimmten Preis. Der Mensch ist nicht nur Kopfmensch, sondern greift aus dem Bauchgefühl oder aus der Wunschvorstellung zu, hier kannst du dir was leisten. Toll. Die teure Glaskanne im Sonderangebot kann ein Schnäppchen sein, wenn die alte kaputt gehen sollte. Aber ist das immer zielführend? Oft passiert auch, dass das Ersatzteil zum Schnäppchenpreis eingeheimst das Gerät überlebt. Prima. Dann habe ich Geld gespart, auf eine tönerne "Könnte man ja mal gebrauchen" Möglichkeit gesetzt. Und hinterher, wenn man dieses Über-Exemplar verkaufen könnte- ist es meist veraltet, billig verramscht. Und der Geldverlust mein eigener. Diese Mentalität des Hortens ist auch unsere Achillesferse- wir gebrauchen nicht, sondern verwalten unsere Dinge /"Schätze". Wir werden Teil eines Marktspielchens mit der Sammler- und Vorratskultur der Neandertaler. Die mussten aber vom Vorrat überleben!

@dr.bashir, 09:08

"Am meisten Geld spare ich, indem ich Sachen nicht kaufe"

Guter Tipp, nur das zu kaufen, was man braucht. Und dann am besten für ordentliche Qualität etwas mehr ausgeben und dafür länger was davon haben.

Schont nicht nur den "Geldbeutel" (und Platz und Nerven), sondern vor allem auch die Umwelt. Gute und ihren Preis "werte" Reparaturwerkstätten wären da natürlich auch äußerst hilfreich, sind aber leider nicht im Sinne einer "Wirtschaft", in der ausschließlich der Umsatz bzw. möglichst hohe Geldeinnahmen "zählen" (und daher leider auch dort, wo es sie noch gibt eher ein Auslaufmodell).

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