Ihre Meinung zu: Europaparlament entscheidet über EU-Agrarreform

23. November 2021 - 11:08 Uhr

Das EU-Parlament stimmt heute über die lange ausgehandelte Agrarreform ab. Landwirtschaftsministerin Klöckner spricht von einem Meilenstein. SPD und Grüne sehen das völlig anders. Von Holger Beckmann.

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Kommentare

Also davon ...

.. sollten wir keineswegs zuviel erwarten.
Ich denke, es wird zu ein paar umwelttechnischen Korrekturen kommen und einer leichten Umverteilung von Zuschüssen.
Ansonsten hat der Schutz der Bauern wieder Priorität und eigentlich dringende Reformen müssen bis 2042 umgesetzt sein ...

Da steh ich nun, ich armer Tor...

Danke EU!
Anreize für eine gründere Landwirtschaft durch "Eco-Schemes" .
Was ist das denn, ein Schemes?
Was Scheenes?
Im Ernst: wenn mir jemand mit solchen Begriffen kommt, habe ich intuitiv das Gefühl, ich soll hinter die Fichte geführt werden.

Wer war es denn?

Doch mehr sei im zähen Ringen der 27 EU-Staaten um die Agrarreform nicht drin gewesen, heißt es aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Insofern gehöre es "zur Verantwortung dafür zu sorgen, dass wir eine sichere Versorgung auch in Zukunft in Europa mit kurzen Lieferketten haben", sagt Klöckner.

Es gab schon öfters Beschwerden insbesondere von den Unionsparteien, dass auf EU Ebene bestimmte Gesetze nicht durchkamen. Nach etwas hin und her kam dann raus, dass die Unionsparteien auf EU Ebene genau diese beklagten Vorhaben blockiert haben. Seitdem glaube ich solchen Darstellung nicht mehr (insbesondere wenn sie von Unionspolitikern kommen).
Warum war es nicht möglich?
Wer hat blockiert?
Wessen Sonderwünsche haben das Projekt aufgehalten (waren es zufällig die deutschen Bauernverbände mit Hilfe der Union)?

@ Sparpaket

Zitat: "Danke EU!
Anreize für eine gründere Landwirtschaft durch "Eco-Schemes" .
Was ist das denn, ein Schemes?"
#
Simples Deutsch scheint ja so was von uncool...
Ein Volk das seine Sprache bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt in dem es anderen Völkern nach dem Mund plappert, verliert seine Identität. Haben wir nichts zu verlieren?
So gesehen müssen wir wohl auch noch von Glück reden, dass wir keine Schriftzeichen "lesen" müssen ...
Obwohl: Noch ist ja nicht aller Tage Abend ...

"Mindeststandards"

Wenn Frau Klöckner diese Standards in bekannterweise lobbyhörig verhandelt hat, ändert sich wohl kaum etwas nachhaltig.
Insofern ist das ganze ein Witz oder Schattenboxen.

Wir wissen, dass ein "weiter so" hier und sonst auf der Welt unsere Lebensgrundlagen immer mehr zerstört. Will man wirklich warten, bis weltweit Millionen Hungerflüchtlinge großflächige Konflikte / Kriege auslösen?

Einmal mehr bin ich fassungslos über die kurzsichtige Politik im Namen kurzfristiger Gewinninteressen.

Gruß Grille

@ H.Hummel 11:27

"Ansonsten hat der Schutz der Bauern wieder Priorität "
Das sollte so sein. Ist aber nicht so. Vorrang haben mehr und mehr die Agrarkonzerne und riesige Agrarunternehmen.
Die kleineren Bauern haben wenig davon! Die sollten aber gefördert werden.

H. Hummel 11:54 nicht das Volk

Es sind Politiker, die (unterstützt von Lobbyisten und Kommunikationsberatern) solche Begrifflichkeiten einführen.

Das sind für mich nur Nebelkerzen. Es wird Aktionismus demonstriert, um alles beim alten zu belassen.

Erinnert sich noch jemand an eine CSU Agrarministerin? Die strebte mit der Anzahl von Taskforce-Gründungen mutmaßlich ins Guinnessbuch der Rekorde...

Das schlimme ist, sie haben gelernt, dass sie damit durchkommen.

Gruß Grille

Europaparlament entscheidet über Agrarreform...

Und es ist kein Wunder, daß Julia Klöckner erfreut ist. Denn der Großteil der Mittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sollen weiter nach Fläche, also nach der Größe der landwirtschaftlichen Betriebe vergeben werden (70 bis 80 Prozent). Für die Jahre 2021 bis 2027 sind das 365 Milliarden Euro, für 2014 bis 2020 waren es 312,7 Milliarden Euro. Man hat versäumt (oder einfach nicht gewollt), die Vergabe der Fördergelder an ökologische und Tierwohlkriterien zu binden.
Freuen kann sich da auch der Deutsche Bauernverband (DBV), der Lobbyverband der Großagrarier und Massentierhalter.

23. November 2021 um 11:54 von H. Hummel

Ein Volk das seine Sprache bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt in dem es anderen Völkern nach dem Mund plappert, verliert seine Identität. Haben wir nichts zu verlieren?

Nach kurzer Recherche gibt es dieses Wort nur im EU Kontext und wurde von deutschen Bauernverbänden vorangetrieben. Wir haben es hier wohl wieder mit einer speziellen deutschen Sprachkreation zu tun, die im Englischen womöglich Kopfzerbrechen verursacht wie "Handy" (masturbieren/Handwerken), "Public Viewing" (Leichenschau) oder "to go" (was im englischen for takeaway ist).
Die Quelle dieser "Sprachverhunzung" ist somit ziemlich sicher Deutschland selbst.

War es nicht mal angedacht ...

... die Agrarsubventionen vollkommen abzuschmelzen? Statt dessen subventionieren wir Massentierhaltung und Großbetriebe. Wozu? Damit wir große Mengen billiges und minderwertiges Fleisch essen können, das unter ethisch unglaublichen Bedingungen "erzeugt" wird?

@ um 11:58 von Grillenspinnerei "Mindeststandards"

„Wenn Frau Klöckner diese Standards in bekannterweise lobbyhörig verhandelt hat, ändert sich wohl kaum etwas nachhaltig.“
Eben!
Frau Klöckner und Herr Spahn sollten umgehend für Geschäftsführungsunfähig erklärt werden und zurückgetreten werden.
Vielleicht könnte sich die Ampelleutchen vorzeitig auf entsprechende Minister einigen und die BRD damit vor Schlimmerem bewahren.
@Tagesschau: Geht das?

Ob Auto oder Acker: je größer, desto besser!

Je größer der e-SUV, desto höher der Zuschuss.
Je größer der Acker, desto höher der Zuschuss.
.
Der Teufel sch..... immer auf den größten Haufen!

einem Meilenstein,

wäre es wenn man diese gesamten unsinnigen AGRA Subventionen komplet abschaffen würde.

Besonders auch die für Handel und Vertrieb.

>>Insofern gehöre es "zur

>>Insofern gehöre es "zur Verantwortung dafür zu sorgen, dass wir eine sichere Versorgung auch in Zukunft in Europa mit kurzen Lieferketten haben", sagt Klöckner.<<

Kürzere Lieferketten wäre wirklich wünschenswert.

Aber beim Geld wird der vernünftigste, umweltfreundliche Gedanken hinten angestellt.

Und das ist der Hauptpunkt schlechthin!

"Billige Lebensmittel aus Fernost - China in Dosen SWR Doku" sollte jeder Interessierte sich zu Gemüte führen. Auf youtube einzusehen

Landluft?

Die deutsche und nun EU weite Landwortschaft oekologisch sinnvoll umzugestalten bedeutet die vereinten Bauern gegen sich aufzubringen und ist aufrund der Vernetzungen in die Politik und der sich abhaengig gemachten Politiker eine aehnlich unloesbare Aufgabe wie der Versuch in den USA, die NRA an die Leine zu legen, dort tiefliegene Aversionen gegen Unbewaffnung, hier tiefliegende Aversionen gegen Umwelt- und Artenschutz, schon beruflich bei den Landwirten mit eingebaut. Landluft? Ne, das stinkt von von bis hinten, stank schon immer. Im Ganzen gesehen schaelt sich auch hier heraus, das der Klimawandel als Konsequnz eines Teil der Konstruktion unserer Gesellschaft seit Jahrzehnten so gruendlich eingebaut worden ist wie Stahltraeger in ein Hochhaus: Kriegt man nicht mehr raus.

Die Bio-Lüge

"Die Bio-Lüge", so titelte DIE ZEIT v. 18.11.21.
In diesem Bericht kann man lesen, warum wir u.a. Massentierhaltung in Deutschland nicht in den Griff kriegen können. Mehr als 50.000 Bio-Betriebe in Deutschland werden von 650 Kontrolleuren überwacht, die bei 19 Prüfstellen arbeiten. Die Kontrollstellen sind privatwirtschftl. Unternehmen, sie beurteilen im Auftrag der Landesbehörden, ob die EU-Verordnungen eingehalten werden. Bezahlt wird die Prüfung allerdings von den Bio-Betrieben selbst. Dadurch droht eine Interessenkollision: Der Kontrollierte erwartet vom Kontrolleur, dass der ein möglichst gutes Ergebnis liefert.
Eine "grünere" Landwirtschaft erscheint mir eine Illusion. Zu viele Interessen, zu viel Geld im Spiel. Die EU-Kommission steht dem ziemlich hilflos gegenüber, ein kleiner Hoffnungsschimmer, das EU-Parlament, das sich inzwischen in wichtigen Fragen nicht mehr mit faulen Kompromissen der EU abfindet, sondern um eine klare Linie bemüht ist.

Abhängigkeit von der „Marktmacht“ einiger weniger ist ein

Klumpenrisiko („Großteil der Förderfelder richtet sich weiter nach Größe“)

Und das ist immer schlecht für die allgemeine Versorgungslage.

„Schon im Jahr 2018 nämlich hatte die damalige Kommission einen ersten Reformvorschlag präsentiert, der dann von den Mitgliedsstaaten nach und nach zerpflückt wurde.
Dann kam eine neue EU-Kommission und erklärte den Klimaschutz und die Klimaneutralität zu ihrem allerersten politischen Ziel. Also dachten viele: Das müsste auch in einer neuen EU-Agrarpolitik erkennbar werden“

Da dachten sie richtig. Blieb die Frage, ob sich die Vernünftigen diesmal („Schon im Jahr 2018 nämlich hatte die damalige Kommission einen ersten Reformvorschlag präsentiert, der dann von den Mitgliedsstaaten nach und nach zerpflückt wurde“) durchsetzen können:
„Also wurde neu verhandelt. Über eine nachhaltigere und grünere Landwirtschaft, mit weniger Düngemitteleinsatz, weniger Massentierhaltung, weniger CO2, dafür mit mehr Natur- und Tierschutz“

Offensichtlich leider nicht.

Diesen Agrarblödsinn hat

Diesen Agrarblödsinn hat schon Tony Blair kritisiert.
Und das ist soooooooooo lange her. Seit dem wurde es nur schlimmer.
.
Warum wird denn hier so viel subventioniert?
.
Das wäre überhaupt nicht nötig, würde einfach mal richtig kalkuliert.
.
Dann könnten wir mit unserem Überschuss auch nicht ganz Afrika destabilisieren.
.
Erst bezahlen wir Subventionen wie die Irren, um dann die Afrikaner zu unterlaufen, um uns dann über Armutsmigrstion zu ärgern.
Wir Europäer sind schön ganz spezielle Dummbatze.

Würde man all das viele Geld

Würde man all das viele Geld den Bauern zur Verfügung stellen die gewillt sind auf ökologische Landwirtschaft umzustellen wären schon eine Menge Probleme gelöst. Dazu käme das dann auch BIO einen Preis hätte den sich ärmere Familien leisten können. Stattdessen wird weiterhin der größte Teil der Gelder an Riesige Agrarkonzerne verteilt die uns mit Ihren durch Pestizide oder Antibiotika verseuchten und in tierquälereischer Art erzeugten Produckten vergiftet. Für alle die jetzt gleich wieder kommen mit ökologischen Landbau können wir die Menschheit nicht ernähren. Blödsinn, allein die Lebensmittel die in Deutschland jedes Jahr weggeworfen und vernichtet werden würden ausreichen um den schlimmsten Hunger auf dieser Erde zu besiegen. Das Problem sind Politiker die an der Pulle der Lobbyisten hängen, was nicht per se schlecht ist nur sind es die falschen Lobbyisten, da Biobauern und Umweltverbände weder das Personal noch die Mittel haben um gegen die Lobby der Konzerne anzutreten.

Ein 'Systemwechsel', von dem

Ein 'Systemwechsel', von dem die geschäftsführende Agrarministerin Klöckner spricht, fand vor Jahrzehnten statt, als man Agrarindustrie förderte und das Höfesterben damit initiierte oder zumindest in Kauf nahm.
Und nun sind die Bauern die Prügelknaben der Nation geworden, weil es den Verbrauchern zu anstrengend ist, zu differenzieren.
Einen Systemwechsel hin zu einer ökologischen Landwirschaft, die viele Landwirte mitnimmt und das Überleben mit sichert, erkenne ich noch längst nicht. Dazu braucht es weiter Förderungsmittel, gerade in Zeiten wo der Klimawandel Ernten zerstört, Wetterbedingungen schwieriger macht und manches in deer Bilanz der Bauern buchstäblich wie im Übertragenen sinne verhagelt. Wenn sich aber der Großteil der Förderung weiter an der Größe ausrichtet, ist das die lupenreine Fortführung des alten Systemwechsels von bäuerlichen Betrieben zur Agrarindustrie, mit all den negativen Folgen für Umwelt und Tiere - und auch den negativen Folgen für die Kleinbetriebe.

Konservative und

Konservative und Christdemokraten sind für eine Reform, die so gut wie nichts reformiert: Die Zeiten, in denen 'konservativ' noch mit 'bewahren, schützen, erhalten von Natur und Umwelt' zu tun hatte, und 'christlich' noch mit 'Mensch- und Tierwohl' assoziiert werden konnte, sind zumindest auf politischer Bühne wohl längst vorbei.

@ 12:48 von Theodor Storm

Sie bauen m.E. einen Popanz auf, wenn Sie assoziieren, es seien die Biobetriebe und ihre Zertifizierungsverfahren, die die Umstellung auf eine ökologische, tierwohlverpflichtete und Klein- und Familienbetriebe fördernde Landwirtschaftspolitik verhindern. Die Lobby, die diese Kehrtwende oder diesen Systemwechsel verhindern will, saß und sitzt ganz woanders - leider auch jahrzehntelang im Präsidium des Deutschen Bauernverbandes, weshalb sich dann viele alternative Verbände und Initiativen gegründet haben.

Am 23. November 2021 um 12:38 von morgentau19

" "Billige Lebensmittel aus Fernost - China in Dosen SWR Doku" sollte jeder Interessierte sich zu Gemüte führen. Auf youtube einzusehen.

Den Beitrag hab ich im TV gesehen, und war doch ein wenig erstaunt wie das mit den Tomaten in allen Formen ist, und wo auch die ganzen anderen Konserven stehen, einige hab ich gleich den Markt zuordnen können.
Hätte ich auch nicht gedacht.

Aber die Landwirtschaft wird sicher von Grün übernommen, wie der Verkehr wohl auch, da bin echt gespannt, auf den Widerstand.
Die nächsten 4 Jahre werden sehr interessant, wenn die vorbei sind, wird sich schnell was ändern.

12:23 von werner1955

aber das wollen die franzosen nicht. und die haben nun mal das sagen in der eu, zusammen mit italien/spanien

Wie immer hat es der Verbraucher in der Hand

Wo sind denn die 80% Verbraucher die laut regelmäßigen Umfragen bereit sind deutlich höhere Preise für "nachhaltige" "Bio" Produkte zu zahlen? Wenn das "Billigfleisch" etc. tatsächlich nicht mehr gekauft werden würde, würde der Markt es ganz schnell allein regulieren. Jeder (auch ich) kann sich an die eigene Nase fassen.

Keine Bio-Lüge

@ Theodor Storm:

Bezahlt wird die Prüfung allerdings von den Bio-Betrieben selbst. Dadurch droht eine Interessenkollision: Der Kontrollierte erwartet vom Kontrolleur, dass der ein möglichst gutes Ergebnis liefert.

Die Realität sieht anders aus. Der Kontrolleur kontrolliert einen einzelnen Hof und ist allen Biohöfen gegenüber zur Exaktheit verpflichtet, nicht diesem einen Hof. Alle Höfe erwarten, dass schwarze Schafe gefunden werden und Verstöße sofort geahndet werden. In der Praxis klappt das hervorragend. Mängel werden extrem schnell aufgedeckt und abgestellt. Die Kontrolle der Biohöfe ist sehr effektiv.

Definiere: Meilenstein

Es zeichnet sich ab, dass auch das EU-Projekt "Green Deal" den Weg des Etikettenschwindels nehmen wird.
Die Lobbyfraktionen ringen sich den Erhalt des IST-Zustands ab und Politik kommentiert daraus den "guten Weg", um Leichtgläubigen dies als bahnbrechenden Erfolg aufzutischen.

Dabei ist das Verharren im bewährten Ankündigungsaktionismus gut aus dem Artikel heraus zu lesen:

"Doch mehr sei im zähen Ringen der 27 EU-Staaten um die Agrarreform nicht drin gewesen, heißt es aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Insofern gehöre es "zur Verantwortung dafür zu sorgen, dass wir eine sichere Versorgung auch in Zukunft in Europa mit kurzen Lieferketten haben", sagt Klöckner. Sie verweist darauf, dass nun die Mitgliedsstaaten zusätzlich verbindlichere Öko-Regeln für ihre Landwirte festschreiben könnten."

Kommentiert von der Schirmherrin der freiwilligen Selbstverpflichtung.
Ein Hoffen auf verbindliche Öko-Regeln in den 27 Mitgliedsstaaten soll hier als Meilenstein verstanden werden.

Re : nie wieder spd !

Am Besten wäre es, gleich alle alten Minister/innen zu entfernen, alle Regelungen der "Alten" stoppen, und nach neuen Maßstäben verhandeln.
Dann könnte möglicherweise Schlimmeres verhindert werden !
Dies aber nur, wenn die Neuen nicht ganz so Lobby- verseucht und hörig sind, und den gesunden Menschenverstand benutzen !

Re : SinnUndVerstand !

Nicht nur auf der politischen Bühne war und dies so, sondern leider auch in vielen Köpfen, die nicht bereit sind, sich für eine soziale Gemeinschaft und Gesellschaft wirklich ein zu setzen. Irgend wie ist bei zu vielen inzwischen der pure Egoismus und eine unersättliche Gier ein gekehrt, und das Erreichte soll erhalten bleiben, um jeden Preis !

um 13:15 von Erna Müller

//Wo sind denn die 80% Verbraucher die laut regelmäßigen Umfragen bereit sind deutlich höhere Preise für "nachhaltige" "Bio" Produkte zu zahlen?//

Nun ja, die gehen dahin, wo am Ende des Geldes nicht mehr soviel Monat übrig ist.

Der Verbraucher hat es eben nicht in der Hand in einer Gesellschaft, in der Mieten ruhig explodieren dürfen, unsere Bauern aber mit Billigkonzurrenz mithalten müssen.

Der verbraucher kann sein Geld nur einmal ausgeben.
Auch kurzfristig ist keine Umsteuerung zu machen. Nur langfristig kan eine Gesellschaft sich ändern in der Frage, ob Einkommen aus Arbeit oder Einkommen aus Besitz die wesentliche Einkommensart sein soll.

Wenn der Verbraucher sagt, er "würde" gerne das Geld anderweitig ausgeben, heißt es ja nicht, daß er es auch kann.

Es bleibt bei dem Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben:

"Auch in Zukunft geht der nach wie vor größte Teil [des Gelds aus Brüssel] in die Förderung der reinen Anbaufläche – nach dem Prinzip: Wer mehr hat, bekommt mehr"

"Also wurde neu verhandelt. Über eine nachhaltigere und grünere Landwirtschaft, mit weniger Düngemitteleinsatz, weniger Massentierhaltung, weniger CO2, dafür mit mehr Natur- und Tierschutz.
Die SPD-Europaparlamentarierin und Agrar-Expertin Noichl: "Daraus sei nichts geworden
>> Denn die vermeintlich neue Agrarpolitik verpflichte Europas Bauern nicht zu einer grüneren Landwirtschaft, sondern fordere sie quasi nur höflich dazu auf. "Ihr könnt etwas für Umweltschutz tun, ihr könnt etwas für Tierschutz tun - ihr könnt, ihr könnt, aber nicht: Ihr müsst. "Man hat sich vor dem 'muss' wirklich gescheut. Aber das 'muss' wäre so wichtig gewesen." Diese Reform verlange den Landwirten zu wenig ab"

Es bleibt also bei höflichen Aufforderungen bzw. Bitten an die Besitzer der Großbetriebe, doch bitte Rücksicht auf die "anderen" zu nehmen.

Re : wenigfahrer !

Irgend wie ist die Welt schon ziemlich aus den Fugen geraten, sonst würden nicht so echt schräge Dinge gemacht werden, wie Kartoffeln in China kaufen, wie auch Tomaten, die EU aber gleichzeitig Tomaten und anderes Gemüse nach Afrika verkaufen, um die dortige Wirtschaft zu schädigen.
Warum so ein Schwachsinn ???? Doch nur um möglichst viel Kohle für wenige große Riesen zu generieren, die immer mächtiger und skrupelloser werden. Dann hat die eigentlich entscheidende Politik gar nichts mehr zu melden.
Und der Leidtragende bleibt bei all dem Schwachsinn der Mensch !

um 13:03 von SinnUndVerstand

//Einen Systemwechsel hin zu einer ökologischen Landwirschaft, die viele Landwirte mitnimmt und das Überleben mit sichert, erkenne ich noch längst nicht. Dazu braucht es weiter Förderungsmittel, ...//

Dazu braucht es vor allem eine konsequente Vorgehensweise und nicht das unselige Outsourcing der Umweltprobleme:
Der Bauer irgendwo in der Welt darf Dinge auf seinen Feldern tun, dafür würde man hier im Gefängnis landen.
Angefangen von Umweltbelastungen über Pestizide bis hin zu Arbeitsbedingungen und Arbeitsmitteln.

Wenn Deutschland eine ökologische Landwirtschaftswende haben will, dann bitte damit anfangen, daß man keine Lebensmittel mehr ins Land lässt, die unter Bedingungen / mit Methoden produziert worden sind, die hier nicht erlaubt sind.

Aber genau das ist nicht gewollt. Landwirtschaft ist von der Politik aufgegeben worden. Lebensmittel importieren, Autos exportieren. So scheint es Beschluß zu sein.

@wenigfahrer Zitat: "Am 23.

@wenigfahrer
Zitat:
"Am 23. November 2021 um 12:38 von morgentau19
" "Billige Lebensmittel aus Fernost - China in Dosen SWR Doku" sollte jeder Interessierte sich zu Gemüte führen. Auf youtube einzusehen.
Den Beitrag hab ich im TV gesehen, und war doch ein wenig erstaunt wie das mit den Tomaten in allen Formen ist, und wo auch die ganzen anderen Konserven stehen, einige hab ich gleich den Markt zuordnen können.
Hätte ich auch nicht gedacht."

Es gibt einen Begriff in Bereich des Lebensmittel-Handels -> "Rotes Gold"
Damit ist die rote Paste gemeint die aus Tomaten hergestellt wird - es ist ein Konzentrat aus welchem faktisch der gesamte Ketschup des Globus hergestellt wird.
Die Produktion in China begann bereits in den 80er Jahren - da gingen italienische Konzerne dorthin und begannen mit den Anbau von Tomate und deren Verarbeitung zu "roter Paste".
--
Übrigens - zu DDR-Zeiten waren Lebensmittel-Konserven aus China (z.B. Pilze) so etwas wie "Goldstaub"

Am 23. November 2021 um 13:15 von Erna Müller

" Wo sind denn die 80% Verbraucher die laut regelmäßigen Umfragen bereit sind deutlich höhere Preise für "nachhaltige" "Bio" Produkte zu zahlen? Wenn das "Billigfleisch" etc. tatsächlich nicht mehr gekauft werden würde, würde der Markt es ganz schnell allein regulieren. Jeder (auch ich) kann sich an die eigene Nase fassen. "

Da sind einige bei den Umfragen wohl eher nicht ganz ehrlich, was auch ein wenig dem Zeitgeist geschuldet ist.
Man fährt gerne mit dem großen BMW zu Aldi und kauft was zum grillen in großer Menge ;-).
Ich bin dagegen eher real, und sage auch klipp und klar, Bio höchstens mal wenn es gesengt ist im Angebot, sonst immer nach Preis, weil eigentlich alle Lebensmittel in Deutschland in Ordnung sein müssen, stimmt zwar nicht immer.
Ich schau nur nach dem Preis, und was ich mir leisten kann, und das geht einem großen Teil so, weil das meiste Geld ja für andere Dinge jeden Monat automatisch weggeht.
Und es gibt nur die eine Stelle zum sparen, das ist beim essen.

@ 13:32 von paganus65

In manchem stimme ich Ihnen zu - aber leider sind wir in unserem Land schon so weit, dass wir ohne landwirtschaftliche Importe nicht mehr auskommen.

13:18 von na ihr Sofahelden

//Die Realität sieht anders aus. Der Kontrolleur kontrolliert einen einzelnen Hof und ist allen Biohöfen gegenüber zur Exaktheit verpflichtet, nicht diesem einen Hof. Alle Höfe erwarten, dass schwarze Schafe gefunden werden und Verstöße sofort geahndet werden. In der Praxis klappt das hervorragend. Mängel werden extrem schnell aufgedeckt und abgestellt. Die Kontrolle der Biohöfe ist sehr effektiv.//

Also Ihren Optimismus kann ich in diesem Fall nicht teilen. Nicht nur wegen des Berichts der Zeit, sondern allein wegen des Verhältnisses der Anzahl Bio-Betriebe zur Anzahl der Kontrolleure. Wenn selbst Insider das Kontrollsystem kritisieren, dann müssen Zweifel aufkommen. Wenn bspw. Tomaten, aus konvent. Herstellung einfach zu "Bio" umettikettiert werden, dann ist das skandalös und muss abgestellt werden. Von effektiver Kontrolle kann da keine Rede sein.

Am 23. November 2021 um 13:32 von Traumfahrer

" Warum so ein Schwachsinn ???? Doch nur um möglichst viel Kohle für wenige große Riesen zu generieren, die immer mächtiger und skrupelloser werden. Dann hat die eigentlich entscheidende Politik gar nichts mehr zu melden.
Und der Leidtragende bleibt bei all dem Schwachsinn der Mensch ! "

Das Problem ist, die wenigsten wissen wo die Konserven herkommen, bei Mandarinen ist es klar, wie haut runter geht, wissen nur wenige, deshalb ist der TV Beitrag auch so interessant.
Aber auch die vielen anderen Früchte in Büchsen, sieht man von Aldi bis Real oder Edeka, also die ganze Breite, wird alles in einer Firma hergestellt, nur die Etiketten Zutaten weichen etwas ab.
Die wenigsten werden China vermuten, und schon gar nicht beim Tomatenmark, sieht nach ganz anderen Ländern aus.

Zum teil haben gar keine andere Wahl, weil fast alle das machen, die Märkte werden das natürlich nicht sichtbar machen.
Wir würden uns wundern, was alles fehlt, wenn China nicht liefert.

Also in der EU werden

Also in der EU werden deutlich mehr landwirtschaftliche Produkte produziert als wir sie brauchen, deswegen exportiert die EU ja in den afrikanischen und asiatischen Markt....

@um 13:15 von Erna Müller

"Wenn das "Billigfleisch" etc. tatsächlich nicht mehr gekauft werden würde, würde der Markt es ganz schnell allein regulieren. Jeder (auch ich) kann sich an die eigene Nase fassen."

Dann wird das billig produzierte Fleisch einfach umettiktiert und teurer verkauft. Den Unterschied merkt eh kaum einer. Die Macht" der Konsumenten wird überschätzt.

EU-Pläne und Parteien

Sicht der EU ist: von Nord bis Süd müssen allen Klimazonen und Landwirtschaft abgedeckt werden. Da gibt es reihenweise Unterschiede in Anforderung und kimatischen Zonen. Und es ist fast ein Wunder, wenn man allen gerecht wird. Auch können nicht alle gleich stark wuppen, was Klimaschutz und neue Orientierung abverlangen. Das ist dann die Kehrseite vieler Mitglieder und Bedingungen. Dass Grüne und SPD sich als Musterschüler der grünen Liga sehen, kann Antriebsmotor sein, um Verbesserungen und Reformen zu entwickeln. Aber Markt, künstliche Nachfrageregelungen und Abnahme sind kein Hebel, den man eben umlegt und Landwirte und wer auch immer von jetzt auf sofort umsetzen können. Die vielen Faktoren, die das beeinflussen, sehen doch die meisten Leute in ihrer Laienhaftigkeit garnicht.

Übrigens - mal zur

Übrigens - mal zur Erinnerung:
Lebensmittel wurden schon immer GLOBAL gehandelt und ich meine hier nicht die Gewürze.
Im Mittelalter war Fisch für die ärmere Bevölkerung die Hauptquelle für tierisches Eiweis.
Nach der nahezu flächendeckenden Rodung der europäischen Wälder (Holzkohle-Gewinnung) wurde durch die Bodenerrosion so viel Erde in die Flüsse gespielt das diese aus Quelle für den benötigten Fisch ausvielen.
Damit begann der Aufstieg der Hanse -> Haupthandelsgut Salzhering
Nur führte das nach Jahrzehnten zu Überfischung der Bestände - unter Berücksichtigung der damaligen Fangmethoden!
Abhilfe schaffte hier die Entdeckung und Besiedlung von Nordamerika - eines der wichtigsten Export-Güter nach Europa was -> gesalzender Fisch (neben Holz)
--
Mit der Erfindung der Kühlkammer für Schiffe wurden dann auch geschlachtete Tiere weltweit verschifft.
Getreide wird übrigens schon seit Jahrhunderten weltweit gehandelt

Wenn ich den Satz höre der

Wenn ich den Satz höre der Verbraucher hat in der Hand. Mal abgesehen das es für viele Menschen schlicht und einfach nicht zu bezahlen ist sich öko-biologisch zu ernähren, muss die Politik die Rahmenbedingungen schaffen. Leider sind unsre Politiker so im Lobbyismus verstrickt das die Industrie alles verhindert. Haltungsform Lebel z.B. Haltungsform 3 bedeutet Zugang zu frischer Luft, wer jetzt denkt die Sau darf raus irrt sich der Stall muss ein Fenster haben. Da könnt ich noch hunderte Beispiele nennen, der Konsumenten kann nichts verändern da er von vorn bis hinten getäuscht wird.

13:11 von SinnUndVerstand

Dass der Lobbyismus hier reinspielt, da stimme ich mit Ihnen völlig überein. Dass das schon immer so war, kann letztlich aber nicht zufriedenstellen. Schon garnicht, wenn der Verbraucher betrogen wird, denn der zahlt ja für ein vermeintliches Bio-Produkt einen deutlich höheren Preis.

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Mit freundlichen Grüßen
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14:40 von Theodor Storm

Betrug ist an keiner Stelle richtig und auch nie gutzuheißen. Allerdings verstehe ich den Zusammenhang zu unseren beiden bisherigen Diskussionsbeiträgen nicht: Die BIO-Zertifizierung und -Überprüfung ist alles in allem bestens kontrolliert. Wenn es da sog. schwarze Schafe gibt, ist das mit aller Konsequenz aufzudecken und auch strafrechtlich zu verfolgen. Ich sehe allerdings wesentlich mehr Betrug im konventionellen Bereich, bis hin zu den großen Schlachtbetrieben.

23. November 2021 um 13:13 von Karl Maria Jose...

>> 12:23 von werner1955
aber das wollen die franzosen nicht. und die haben nun mal das sagen in der eu, zusammen mit italien/spanien <<
.
.
Deutschland darf für diesen Unsinn zahlen, das reicht doch.

Europaparlament entscheidet über Agrarreform...

Es sieht so aus, daß man es auch in dieser Angelegenheit versäumt hat Akzente zu setzen, gegen den Klimawandel. Denn was wird weiter finanziell gefördert ? Die CO2-Emissionen aus der Viehhaltung machen etwa ein Fünftel des Ausstosses aus. Außerdem wird es GAP-Mittel auch für entwässerte Torfflächen geben. Das sind 2 Prozent der Agrarfläche, die 20 Prozent der Treibhausgase aus der Landwirtschaft ausmachen.

Glückskekse

Ich will auch diese Glückskekse von Frau Klöckner.

@ um 13:20 von Traumfahrer

„Am Besten wäre es, gleich alle alten Minister/innen zu entfernen, alle Regelungen der "Alten" stoppen, und nach neuen Maßstäben verhandeln.
Dann könnte möglicherweise Schlimmeres verhindert werden !
Dies aber nur, wenn die Neuen nicht ganz so Lobby- verseucht und hörig sind, und den gesunden Menschenverstand benutzen !“
Stimmt.
Zumindest die Richtung aus der solche Politiker kommen könnten ist klar: Von Links!

und die haben nun mal das sagen?

Karl Maria Jose... @
Und wir bezahlen nur? Normalerweise wird die Musik gespielt wer bezahlt.
Aber ws ist jetzt, in der EU oder bei uns schon normal.

Sinnloser Agrarreform.

Sehr problematisch ist das anscheinend die EU Staaten selber bestimmen dürfen wer welche Art von Zuschüsse bekommen darf, also wer bekommt Flächenvergütung, wer Einzelhofvergütung, wer erfüllt welche Normen, wer kontrolliert dies. Da sind Tür und Tor geöffnet für Betrug. Bekannt sind die Betrugsfälle auf höchster Ebene, nicht nur in Ungarn.
So macht die EU Agrarreform keinen Sinn.

Schade es kommt nicht auf die Größe sondern die Güte an

im Osten gibt es große Agrargesellschaften von denen sich viele kleine Betriebe in Sachen, Tierwohl, Nachhaltigkeit usw. eine Scheibe abschneiden können. Bei uns im Ort hat Sie 4000ha und vom Mehl bis zum Brot vom Ferkel bis zur Wurst vom Kälbchen bis zum Käse usw. verkauft in eigenen Läden. Nur große Einheiten können so wirtschaften oder Kleine müssen sich zu Genossenschaften zusammentun.
Übrigens solange die Fläche nicht an den Tiebestand geknüpft wird die Massenhaltung möglich macht (Großvieheinheit/ha) und auf eine Kreislaufwirtschaft mit kurzen Wegen braucht mir niemand mit Klimaschutz in der Landwirtschaft kommen. Übrigens biologische Vielfalt und Nitrateintrag usw, hängen auch damit zusammen. Der Boden ist das Produktionsmittel, das es zu schützen gilt und das hängt nicht mit der Flächengröße einer Einheit zusammen.

15:36 von Kein Einstein

eine andere frage wäre, müssen wir deutschen die chinesen mit billigstschweinefleisch versorgen? wir behalten die gülle und den anderen abfall. china könnte das doch auch selbst.

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Sehr geehrte User,

die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert.

Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen.

Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen.

Die Moderation

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