Kommentare - Jugendliche aus IS-Familien: "Ich will wieder frei sein"

03. November 2021 - 08:11 Uhr

Sie zogen als Kinder nach Syrien, weil ihre Eltern sich dem "Islamischen Staat" anschließen wollten. Nach Terror, Leid und Verlust bekommen heute einige im einzigen Therapiezentrum Nordostsyriens die Chance auf einen Neuanfang. Von D. Hechler.

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Kommentare

Vor der therapeutischen

Vor der therapeutischen Arbeit der Jugendpsychologin Khedija Afrin und ihrer Kolleginnen und Kollegen habe ich Hochachtung. Und politisch halte ich es für dringend geboten, den Opfern, die als Kinder von ihren Eltern nach Syrien verschleppt wurden, die Rückkehr in ihr Geburts- und Heimatland Deutschland zu ermöglichen. Das ist schlicht auch ein Gebot der Menschlichkeit.

um 08:38 von SinnUndVerstand

Vor der therapeutischen
Vor der therapeutischen Arbeit der Jugendpsychologin Khedija Afrin und ihrer Kolleginnen und Kollegen habe ich Hochachtung. Und politisch halte ich es für dringend geboten, den Opfern, die als Kinder von ihren Eltern nach Syrien verschleppt wurden, die Rückkehr in ihr Geburts- und Heimatland Deutschland zu ermöglichen. Das ist schlicht auch ein Gebot der Menschlichkeit.
-------------------------
Da gebe ich ihnen voll und ganz recht. Diese Kinder sind Opfer, ich würde auch betroffene Kinder die nicht in Deutschland geboren wurden, bei uns aufnehmen. Allerdings sollte man die Täter, in diesen Fällen die Eltern, da lassen wo sie jetzt sind.

Spenden

Ich halte die Arbeit des Therapiezentrums für außerordentlich wichtig und würde gerne ewas spenden. Gibt es da ein Spendenkonto?

muss unter der Fehlentscheidung seiner Eltern leiden

Das ist traurig und leider Schicksal vieler Kinder, dass sie oft unter Fehlentscheidungen ihrer Eltern leiden müssen.

"Er ist volljährig, nach Deutschland darf er nicht."
Das wird seinen Grund haben, wahrscheinlich weil er keinen deutschen Pass hat. Warum soll er dann nach Deutschland dürfen, hierzu besteht korrekterweise keinerlei Anrecht.

Mißbrauchte Kinder

Der Text und das Video machen mich sprach- und fassungslos. Es ist wie immer im Krieg: Kinder müssen am meisten leiden. Sie werden regelrecht als Waffen mißbraucht. Unfassbar. Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit dieses Therapiezentrums. Traurig, daß es das einzige ist.

Was ich absolut nicht verstehen kann ist, daß man die älteren wie Ibrahim nicht in die Länder zurückholt, aus denen sie kommen und ihnen die Chance zum Neuanfang gibt. Sie haben sich ihr Schicksal nicht selbst ausgesucht, die Kinder können am allerwenigsten dafür.

Die Herkunftsstaaten werden wohl mit Sicherheitsbedenken argumentieren. Aber glaubt man wirklich, es sei sicherer, den Kindern die Rückkehr zu verweigern? Es ist sehr viel riskanter den Kindern quasi zu verstehen zu geben: Wir wollen dich auch nicht. Das kann jeglichen Therapieerfolg zunichte machen.

Was glauben die Verantwortlichen denn, was das mit den Kindern macht, wenn man ihnen zu verstehen gibt, daß man sie nicht will?
Sowas macht mich wütend.

Heute gibt sich der 16-Jährige friedfertig,

schön formuliert "gibt sich ...." !
und wie sieht es in seinem Inneren aus
wenn man sein ganzes Leben erlebt hat, dass man Andersdenkenden köpft
scheint es mir schwierig, so ein Denken abzulegen,
genau das Gegenteil als "normal" und anzustrebend akzeptieren
Aber ich bin kein Psychotherapeut,
man sollte mal in China schauen, was die in ihren Umerziehungslagern so hinbekommen
(vorallem aber wie)
Aber was soll´s, irgendwie muß man was unternehmen,
wenn man diese Personen nicht lebenslang einsperren will,
weil sie eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen

@ 09:16 von Baumspringer

Wahrscheinlich können Sie über den 'Verband deutsch-syrischer Hilfsvereine e.V.' oder auch über den Verein 'Deutsch-Syrische Ärzte für humanitäre Hilfe e.V.' nähere Informationen zur Unterstützung bekommen.

@SinnUndVerstand

Bei kleinen Kindern ist sicher sozialtherapeutische Arbeit notwendig. Und die meisten ihrer Eltern gehören allerdings hinter Gittern!

Aber es gibt auch Kinder, die im jugendlichen Alter als IS-Anhänger Verbrechen begangen haben. Hier muss zunächst juristisch aufgearbeitet werden.

Eine pauschale Rückkehr nach DEU ist ohnehin nur für Menschen deutscher Staatsangehörigkeit zu empfehlen.

Trauriges Schicksal

Sie sind in Deutschland aufgewachsen, vielleicht sogar hier geboren?
Dann sollten sie auch nach Deutschland zurückkehren!!! Hier kann man sie sicher auch gut betreuen. Mit eine Perspektive für ihr Leben ist auch die Gefahr eines Rückfalls in islamistische Kreise gering.
Dieses Therapiezentrum könnte doch Deutschland mit finanzieren? Die dort investierten Gelder sind gut angelegt! So könnte ein Wieder-Erstarken des IS verhindert werden, ist besser als den dann wieder mit Waffen zu bekämpfen.

09:41 von Anderes1961

Sie haben sich ihr Schicksal nicht selbst ausgesucht, die Kinder können am allerwenigsten dafür.
------

stimmt !
nur frage ich mich ob deren Umgebung , die Gesellschaft in die sie kommen was dafür kann
wenn die unter den Folgen und Auswirkungen leiden, wenn die so weitermachen wie sie erzogen wurden.

Was tun mit Menschen die zu Fanatikern erzogen wurden,
sind sie bereit das Risiko auf sich zu nehmen, wenn die so bleiben ?

@ 09:49 von Sisyphos3

Sie geben dankenswerterweise zu, dass Sie kein Psychotherapeut sind. Dann aber wollen Sie die 'Methode' der Umerziehungslager als Lösung ins Spiel bringen? Genau das, was in den Lagern des IS praktiziert wurde und wird?
Eine Gefahr für unsere Gesellschaft stellen nicht die Opfer dar, die angemessene therapeutische und soziale Unterstützung bekommen, sondern die, die diese meist traumatisierten Menschen pauschal als Gefahr für die Gesellschaft darstellen und auf 'Umerziehungslager' setzen.

Zwei Sichtweisen

Es gibt zwei Sichtweisen.

1.) Die Humanitäre
Wenn ein junger Mann bis zu seinem 12ten Lebensjahr in Deutschland gelebt hat, dann wird er gut deutsch sprechen, lesen und sprechen können. Die Chancen für eine Integration und ein friedliches Leben in Deutschland sind gut. Das wäre das Beste für ihn

2.) Die Politische
Der junge Mann wurde ideologisch indoktriniert. Es gibt ein Risiko, dass es er sich irgendwann wieder radikalisiert und zur Gefahr für die Gesellschaft wird.
Je mehr solche junge Menschen zurückkehren, desto größer ist das Risiko und welcher Politiker oder Amtsträger möchte sich den Vorwurf aussetzen, einen Terroristen ins Land geholt zu haben.

@Sisyphos3

"Am 03. November 2021 um 09:49 von Sisyphos3
Heute gibt sich der 16-Jährige friedfertig,

schön formuliert "gibt sich ...." !
und wie sieht es in seinem Inneren aus
wenn man sein ganzes Leben erlebt hat, dass man Andersdenkenden köpft
scheint es mir schwierig, so ein Denken abzulegen,
genau das Gegenteil als "normal" und anzustrebend akzeptieren
Aber ich bin kein Psychotherapeut,
man sollte mal in China schauen, was die in ihren Umerziehungslagern so hinbekommen
(vorallem aber wie)
Aber was soll´s, irgendwie muß man was unternehmen,
wenn man diese Personen nicht lebenslang einsperren will,
weil sie eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen"

Manchmal ist es besser nichts zu sagen als was Falsches zu sagen.

Ihr Vergleich mit Umerziehungslagern in China ist sowas von daneben, daß ich mich fragen muß, ob Sie erst schreiben und dann denken.

Dann wiederum sagen Sie was durchaus richtiges: Nein, niemand kann wissen, wie es im Kopf von Bilal aussieht. Sie auch nicht.

Hier wird auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen, ...

... die ungefragt und z. T. gegen ihren Willen in den Wirkungsbereich des IS verschleppt wurden, Politik gemacht.

Ihre Heimatländer wollen diese "Problemkinder" nicht zurücknehmen, als seien diese freiwillig ins IS-Gebiet gegangen und heute nichts als lästiger Ballast, den man getrost irgendwo in Syrien oder anderswo im Nahen Osten zurücklassen könnte.

Um diese Kinder MUSS man sich kümmern, und man muss sie auch in ihre Ursprungs- bzw. Heimatländer zurückkehren lassen, sie hier betreuen ihnen eine Chance geben, ihre Traumata zu bewältigen und das normale Leben zu leben, aus dem ihre eigenen Eltern sie herausrissen, als sie nach Syrien gingen, um sich dem IS anzuschließen. Diese Kinder können nichts für den Fanatismus und die gefährlichen Fehlentscheidungen ihrer Eltern. Sie jetzt dafür zu bestrafen, indem man sie abschiebt oder gar in Gefängnisse steckt, ist nicht akzeptabel.

@Giselbert

Sehe ich auch so.

"... Ibrahim wird nun wohl bald in ein Gefängnis abgeschoben. Er ist volljährig, nach Deutschland darf er nicht. ..."

Warum auch?
Es ist sein persönliches Schicksal. Er hatte an die Ideologie des IS geglaubt; ein Fehler, wie sich heraugestellt hat. Doch hier in DEU ist niemand für diese persönliche Fehlentscheidung verantwortlich oder gar moralisch zur "Hilfe" verpflichtet.

@Sisyphos3

"
Am 03. November 2021 um 10:02 von Sisyphos3
09:41 von Anderes1961

en am allerwenigsten dafür.Sie haben sich ihr Schicksal [...]
stimmt !
nur frage ich mich ob deren Umgebung , die Gesellschaft in die sie kommen was dafür kann
wenn die unter den Folgen und Auswirkungen leiden, wenn die so weitermachen wie sie erzogen wurden.

Was tun mit Menschen die zu Fanatikern erzogen wurden,
sind sie bereit das Risiko auf sich zu nehmen, wenn die so bleiben ?"

Glauben Sie allen Ernstes, es wäre sicherer, die Kinder einfach Ihrem Schicksal zu überlassen?

Und ja, ich wäre bereit das Risiko auf mich zu nehmen. Ohne zu zögern. Ich habe erlebt, was Krieg mit Jugendlichen machen kann.

Als ich für 5 Wochen stationär im psychatrischen Krankenhaus war, hatte ich einen einen traumatisierten Jugendlichen aus Syrien als Bettnachbarn. Ich habe versucht, so gut es ging, ihm ein Stück Normalität zu vermitteln. Es war furchtbar miterleben zu müssen, wie dieser Mensch gelitten hat.

@ 09:55 von Hansi2012

Haben Sie den Bericht und die Schilderung der konkreten Schicksale wirklich gelesen? Wenn ja, dann wüssten Sie, dass es hier um Opfer geht und nicht um Täter.
Im übrigen ist in unserem Rechtsverständnis gerade bei Kindern und Jugendlichen therapeutische und soziale Hilfe kein Gegensatz zu juristischer Aufarbeitung, sondern geht Hand in Hand.

Was macht man , wenn man so

Was macht man , wenn man so verwirrte Eltern hat, die gerne im Krieg sterben wollen?
.
Da hat man als Kind wirklich ganz schlechte Karten.
.
Und da muss man den Kindern helfen.
.

@Denkerist

"
Am 03. November 2021 um 10:00 von Denkerist
Trauriges Schicksal

Sie sind in Deutschland aufgewachsen, vielleicht sogar hier geboren?
Dann sollten sie auch nach Deutschland zurückkehren!!! Hier kann man sie sicher auch gut betreuen. Mit eine Perspektive für ihr Leben ist auch die Gefahr eines Rückfalls in islamistische Kreise gering.
Dieses Therapiezentrum könnte doch Deutschland mit finanzieren? Die dort investierten Gelder sind gut angelegt! So könnte ein Wieder-Erstarken des IS verhindert werden, ist besser als den dann wieder mit Waffen zu bekämpfen."

Sie haben es genau erkannt. Mit Perspektivlosigkeit kann man keine Menschen zum Umdenken bewegen. Was nutzt es, diese Kinder und Jugendlichen zu therapieren, wenn man ihnen vermittelt: Wir wollen euch auch nicht. Seht zu wie ihr klar kommt. Das sind dann die Terroristen von morgen. Jeder einzelne Mensch ist es wert, daß man ihm eine Perspektive gibt.

Denker ist

"islamistische Kreise gering.
Dieses Therapiezentrum könnte doch Deutschland mit finanzieren? Die dort investierten Gelder sind gut angelegt
"
.
Wenn sich die USA bereit erklären 99% zu übernehmen, bin ich für deinen Vorschlag.
.
Schließlich haben die USA den IS Terror erst möglich gemacht.
.
Aber irgendwas sagt mir, dass das nicht passieren wird.

@Denkerist

"Sie sind in Deutschland aufgewachsen, vielleicht sogar hier geboren? Dann sollten sie auch nach Deutschland zurückkehren!!! " Am 03. November 2021 um 10:00 von Denkerist

*

Das schreiben Sie halt Mal so.
Einfach nach Deutschland holen und was dann?

Ich habe Kinder im Alter zw. 11 und 15 Jahren.
Und ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Jugendlichen aus dem Therapiezentrum in dieselbe Schule gehen würden, gar dieselbe Klasse...
Der eine Junge im Video sprach noch nicht einmal Deutsch. Da sind Konflikte vorprogrammiert.

Schwierig das ganze.

@ 09:31 von Giselbert

Sie mutmaßen, dass die Betroffenen "wahrscheinlich" keinen deutschen Pass haben, um dann zu folgern, dass es "korrekterweise keinerlei Anrecht" gäbe.
Aha.
Vielleicht lesen Sie und andere ja einen anderen ausführlichen Hintergrundbericht, der zum Teil schwer erträgliche Details enthält, die den eigenen Blick erweitern und verändern könnten: "tinyurl.com/uab3cx7d"

09:31 von Giselbert Wenn man

09:31 von Giselbert

Wenn man den Artikel gelesen hat, weiß man das.
**Das war das Schlimmste", erzählt er. 2014 zog er mit seiner Mutter und seinem Stiefvater aus Deutschland nach Syrien. Beide wollten unter dem sogenannten Islamischen Staat (IS) leben. Ibrahim hatte keine Wahl.**

Es sollte also keinen Grund geben, den jungen Mann "draußen zu lassen".

10:05 von CaptainGreybeard | Eine zutreffende Analyse

'Hier wird auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen, die ungefragt und z. T. gegen ihren Willen in den Wirkungsbereich des IS verschleppt wurden, Politik gemacht.'

Erstaunlich, wie klar Sie das Problem sehen und auch offen benennen.

Ich muss bekennen, dass ich auch skeptisch bin, was die Integrationsfähigkeit solcher Kinder angeht, wenn sie nicht durch ein integriertes Elternhaus angeleitet werden.

Aber Ihre Argumente bringen mich zum Nachdenken.

@SinnUndVerstand, 08:38

"Vor der therapeutischen Arbeit der Jugendpsychologin Khedija Afrin und ihrer Kolleginnen und Kollegen habe ich Hochachtung"

Ich auch.

"Und politisch halte ich es für dringend geboten, den Opfern, die als Kinder von ihren Eltern nach Syrien verschleppt wurden, die Rückkehr in ihr Geburts- und Heimatland Deutschland zu ermöglichen. Das ist schlicht auch ein Gebot der Menschlichkeit."

Ist es. Diese Kinder haben nun wirklich schon genug unter den ideologiebedingten "Verirrungen" ihrer Eltern zu leiden gehabt. Ohne auch nur im Geringsten dafür verantwortlich zu sein.

Am 03. November 2021 um 10:06 von Hansi2012

""... Ibrahim wird nun wohl bald in ein Gefängnis abgeschoben. Er ist volljährig, nach Deutschland darf er nicht. ..."

Warum auch?
Es ist sein persönliches Schicksal. Er hatte an die Ideologie des IS geglaubt; ein Fehler, wie sich heraugestellt hat. Doch hier in DEU ist niemand für diese persönliche Fehlentscheidung verantwortlich oder gar moralisch zur "Hilfe" verpflichtet."

Was ist das denn für ein Unsinn, bitte?!

Dieser Junge war 12, als seine Eltern ihn ins IS-Gebiet verschleppten und dort im Sinn einer furchtbaren Ideologie indoktrinieren ließen. "Er hat an die Ideologie des IS geglaubt." - Ist das Ihr Ernst? Dass Kinder ihren Eltern vertrauen und glauben, dass sie nur das Beste für sie wollen, ist normal. Es war nicht Ibrahims "persönliche Fehlentscheidung, für die er selbst verantwortlich ist." Mit 12 ist kein Kind für die Fehlentscheidungen der Eltern verantwortlich. Alles, was daraus entstand, liegt im Verschulden und in der Verantwortung der Eltern. Nicht in Ibrahims.

Tickende Zeitbomben... ?, Ja? Ja!

Mal einen Vergleich zu WK2:
Nach dem WK2 war in D die Gewaltkriminalitätsrate zunächst mal sehr hoch.
Wieso auch nicht? Sehr viele Menschen hatten erlebt und internalisiert, daß Gewalt und Töten Alltag sind.

Damit waren die Kriegsheimkehrer tickende Zeitbomben. Im Durchschnitt.
Der Einzelfall konnte ganz anders aussehen: Angeekelt von erlebtem suchten viele ihr Heil in Liebe und Menschlichkeit.

Insofern stimme ich den Sicherheitsbedenken zu.

ABER:
Wenn "wir" uns entschließen, als Akt der Menschlichkeit, aus Nächstenliebe, diese jungen Menschen zurückzuholen, dann können die in ihrer Bewältigung sehr gut unterstützt werden.
Dennoch: Von einigen wird Gewalt ausgehen. Einige werden ihre Probleme mit Blut zu lösen suchen.

Wenn wir sie herholen, dann ist das der Preis, den wir bereit sein müssen zu zahlen.
Man kann das wollen. Man muß es nur dazusagen, daß uns die Geschichte das lehrt: Kriegsheimkehrer sind im Durchschnitt gefährlicher.
Diese Abwägungsaufgabe weiß ich nicht zu lösen

10:16 von Anderes1961

Glauben Sie allen Ernstes, es wäre sicherer, die Kinder einfach Ihrem Schicksal zu überlassen?
-----

ich glaube nur eines,
wenn die hierher kommen und die Therapie hat nicht den erhofften Erfolg,
dann hat unsere Gesellschaft, konkret auch sie und ich möglicherweise (!) ein Problem

Zitat : >>Und ja, ich wäre bereit das Risiko auf mich zu nehmen. Ohne zu zögern<<

das sagt sich leicht - und das meine ich jetzt nicht polemische
können sie den möglichen Opfer in die Augen schauen ?
also ich nicht !
Aber jeder schätzt eben Gefahren, Risiken anders ein

Kinder Soldaten und Kämpfer

Die Obhut der verrannten Eltern erwies sich als Kinderstube für militaristische und religiös durchgeknallte Theorien und Weltbilder. Ich sehe da wenig Unterschied zu den Kindersoldaten in Uganda, Staaten mit ähnlichen Doktrinen, die andere Menschen, Völker, Herkunft als minderwertig sogar zum Töten freigeben. Dieses Problem traumatisierter und missbrauchter Kinder ist nicht mit kurzlebiger Therapie heilbar. Es ist ein komplexes Thema. In Syrien braucht solche Einrichtung Unterstützung aus internationalen, über den Religionen stehenden Sponsoren und Geldgebern. Das ist der erste Schritt. Krieg hat eben viele Facetten. Erziehung zur Gewalt und Selbstmordattentate oder eiskalte Hinrichtungen entmenschlichen solche Kinder und Jugendlichen. Das braucht meist lebenslange Begleitung. Das braucht Strafrecht und Therapie. Und auch die Herkunftsländer sollten sich im Ausland und bei Rückholaktionen angesprochen sehen. Die Opfer im Jugendalter brauchen Betreuung, keine reine Verwaltung.

Wird schwierig

ein Kind mit 5-7 Jahren lässt sich sicher umformen, wer aber mit 12 erst dorthin kommt, dann das alles sieht, vielleicht mit Waffengebrauch aufgewachsen ist, da wird das schwierig.
Weil er nämlich schon hier in Familie so sozialisiert ist, wenn eine Frau oder Familie dort hin geht, ist ja vorher schon im Kopf etwas passiert, was auch auf die Kinder übertragen wird.
Ich sehe das kritisch, weil Kinder in der Regel ja so reagieren, wie wir sie aufgezogen haben, Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel. Natürlich gibt auch bei uns Kinder die mit 14 auf der Straße landen, weil die Familie nicht stimmt, nur als Beispiel.
Und das setzt sich bei einigen das ganze Leben fort, aber auch da gibt es Beispiele das sie sehr gute Eltern werden, als Ausnahme.

das bleibende Risiko

Hier hat jemand den Hinweis auf "chinesische Umerziehungslager " als "sowas von daneben" bezeichnet. Dazu folgenden Hinweis:
China hat schon unter Mao die Ansicht vertreten, daß eine Umerziehung immer möglich ist, notfall ebenfalls mit psychischem Druck. Unter Stalin war es noch der Genickschuß.
Man sollte die Sache ganz nüchtern mit der Frage angehen, wie wahrscheinlich ist es, daß solche frühen Prägungen tatsächlich gelöscht werden können. Bekanntlich ist das sehr unwahrscheinlich bis unmöglich. Möglich erscheint eine
"umerziehende" Überlagerung - aber womit ? Nun - halt mit einer überzeugenderen gesellschaftlichen Version. Es bleibt aber immer ein riskantes Unterfangen und daher sind die IS-Kinder immer mit einem Risiko verbunden . Vor allem wenn sie in den Einfluß unkontrollierter Parallelwelten gelangen.Man kann dieses Risiko eingehen - aber muß sich dessen bewußt sein, vor allem wenn es zum Scheitern kommt.

11:28 von CaptainGreybeard

//Was ist das denn für ein Unsinn, bitte?!
[..]
Dieser Junge war 12, als seine Eltern ihn ins IS-Gebiet verschleppten[..]
Mit 12 ist kein Kind für die Fehlentscheidungen der Eltern verantwortlich. Alles, was daraus entstand, liegt im Verschulden und in der Verantwortung der Eltern.//

1) Nein, es ist kein Unsinn, sondern eine Würdigung der Nachrichteninhalte.
2) Nein, die Eltern haben in nicht "verschleppt" sondern vom Aufenthaltsbestimmungsrecht der Eltern gebrauch gemacht.
3) Ja, es ist die Verantwortung der Eltern. Nicht die der Bundesrepublik. Ich glaube, das wollte der Vorredner zum Ausdruck bringen.

Insofern, da stimme ich dem Vorredner zu, sind wir nicht zur Hilfe moralisch verpflichtet.
Ob wir die Hilfe trotzdem geben sollten? Ich weiß es nicht.
Gütig wäre es.
Auch gefährlich.
Aber auch menschlich.
Wir haben nichts davon.
Außer: Ehre?! Konsequenz? Wertebewusstsein?
Wer soll das entscheiden? Nach wessen Maßstab?

Die Heimatländer wollen sie nicht zurück

warum ?

klar liegen die mit ihrer Entscheidung falsch !
wie immer liegen wir mit unserer richtig
(oder ?)

hat eigentlich hierzulande keiner Angst, Befürchtungen, Bedenken, dass es gewisse Risiken gibt ?
Die man nicht eingehen muß.

@Sysipho3

"
Am 03. November 2021 um 11:34 von Sisyphos3
10:16 von Anderes1961
[...]
ich glaube nur eines,
wenn die hierher kommen und die Therapie hat nicht den erhofften Erfolg,
dann hat unsere Gesellschaft, konkret auch sie und ich möglicherweise (!) ein Problem

Zitat : >>Und ja, ich wäre bereit das Risiko auf mich zu nehmen. Ohne zu zögern<<

das sagt sich leicht - und das meine ich jetzt nicht polemische
können sie den möglichen Opfer in die Augen schauen ?
also ich nicht !
Aber jeder schätzt eben Gefahren, Risiken anders ein"

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der Risikoeinschätzung: Denken in Stereotypen und differenzierte Betrachtung. Beim Denken in Stereotypen ist man immer sehr dran am Vorurteil.

Betrachten wir das mal rational: Sie unterliegen der kognitiven Dissonanz der falschen Risikoeinschätzung. Kümmert man sich um die Jugendlichen, bleibt ein Restrisiko. Kümmert man sich nicht um die Jugendlichen, ist das Risko um ein vielfaches höher, wie man sich leicht denken kann.

Restrisiko

Jeder Mensch ist ein potentieller Gewalttäter. Keinem Menschen sieht man an, wozu er in Zukunft fähig sein könnte.

Deswegen wäre es nach der hier vertretenen Logik eigentlich sinnvoll, niemanden, auch keinen Deutschen, nach Deutschland einreisen zu lassen.

Denn wir haben ja mit den Kriminellen, die im Lande sind, schon genug zu tun.

Oder möchte man den Opfern eines Mallorcaurlaubers, der zum Serienmörder wird, und so etwas kam ja durchaus schon vor, in die Augen blicken?

Ausreisen gerne, aber rein kommt niemand mehr.

Man kann das natürlich etwas abmildern, indem man Menschen in Gruppen einteilt und dann das Risiko berechnet.

Junge Männer?

Ganz, ganz schlechte Prognose.

Kinder aus Problembezirken sollten wohl auch besser draußen bleiben.

Eigentlich wäre es klug, die Bevölkerungszahl Deutschlands zu halbieren, dann würde sich auch die Kriminalitätsrate halbieren. Und wenn man dann noch vorwiegend Arme nicht wieder einreisen lässt, ließe sich da noch mehr optimieren.

Jugendliche aus IS-Familien

Kniffliges Thema, es gibt gute Gründe, die Kinder und Jugendlichen zurück zu holen und zu integrieren, ebenso sie dort zu behalten.
Meine Meinung ist, wenn die deutsche Staatsangehörigkeit vorliegt, holen wir die zurück, viele werden das nicht sein.
Das Risiko muss ins Konzept eingebaut werden, aber tun wir doch nicht so, als wären dies die ersten Kinder mit Kriegserfahrung in Deutschland. Auch wenn die eigenen Soldaten zurück ins Land kommen, kann es ebenso kniffelig werden.

re 13:37 fathaland slim: Restrisiko

>>Jeder Mensch ist ein potentieller Gewalttäter. Keinem Menschen sieht man an, wozu er in Zukunft fähig sein könnte.

Deswegen wäre es nach der hier vertretenen Logik eigentlich sinnvoll, niemanden, auch keinen Deutschen, nach Deutschland einreisen zu lassen.

Denn wir haben ja mit den Kriminellen, die im Lande sind, schon genug zu tun.

Oder möchte man den Opfern eines Mallorcaurlaubers, der zum Serienmörder wird, und so etwas kam ja durchaus schon vor, in die Augen blicken?

Ausreisen gerne, aber rein kommt niemand mehr.

Man kann das natürlich etwas abmildern, indem man Menschen in Gruppen einteilt und dann das Risiko berechnet.

Junge Männer?

Ganz, ganz schlechte Prognose.

Kinder aus Problembezirken sollten wohl auch besser draußen bleiben.
...<<

Lieber fathaland, Du musst diesen Kommentar unbedingt als Ironie kennzeichnen, sonst bekommst Du hier gleich begeisterten Beifall!

Grüße

13:21 von Anderes1961

wie gesagt
wenn sie das Risiko geringer einschätzen als ich,
ist das ihr gutes Recht
Ich bin eben ein überängstlicher Mensch

Dem nebenbei erwähnt, Sicherheit vor Freiheit geht

"Ich will wieder frei sein?

Dann sollten wir uns dorch vorwiegend um die unschuldigen Fraun und Mädchen kümmern die Gewaltsam durch den IS aus Ihrem leben gerissen worden sind und fürchterliches nicht heilbares leid erfahren haben.

Und wenn wir dann noch Zeit, Geld und Kraft haben können wir uns auch um die "Täterkinder" kümmern ob und wo er wieder frei sein könnte.

Wenn sie nicht zurückgeholt

Wenn sie nicht zurückgeholt werden, hängt das doch sicherlich mit deren Staatsbürgerschaft zusammen ...
Und man sollte sich keine Illusionen machen, was die Jugendlichen hier erwartet. Sie haben keine ihrem Alter entsprechende Schulbildung, also wird es wahrscheinlich nichts mit einer richtigen Ausbildung. Die werden dann in irgendwelche Qualifikationsmaßnahmen gesteckt, an denen sie wohl zumeist gar kein Interesse haben werden - wo sie also eher negativ auffallen. Wenn dann noch jemand hört, wo sie herkommen ...
Also sie werden hier wohl kaum irgendwo Zugehörigkeit finden und am Ende denen glauben, die ihnen erzählen, das läge an ihrer Religion oder ihrer Hautfarbe.
Ich weiß nicht, was man mit den Jugendlichen machen soll, aber man tut niemandem einen Gefallen damit sich irgendwelchen Illusionen hinzugeben, dass man ihnen hier helfen oder ihnen geben könnte, was sie brauchen. Das ist eher nicht der Fall.

14:01 von werner1955 Ibrahim

14:01 von werner1955

Ibrahim ist auch ein "Opfer". Er musste mit den Eltern mit (Aufenthaltsbestimmungsrecht) und konnte nicht nein sagen - als 12 jähriger.
Und wenn er die Freiheit lieben gelernt hat, dann ist es verständlich, das er wieder "frei sein möchte".

14:01, werner1955

>>"Ich will wieder frei sein?
Dann sollten wir uns dorch vorwiegend um die unschuldigen Fraun und Mädchen kümmern die Gewaltsam durch den IS aus Ihrem leben gerissen worden sind und fürchterliches nicht heilbares leid erfahren haben.

Und wenn wir dann noch Zeit, Geld und Kraft haben können wir uns auch um die "Täterkinder" kümmern ob und wo er wieder frei sein könnte.<<

Sie meinen, diesen Kindern sei keine Gewalt angetan worden? Sie seien nicht aus ihrem Leben gerissen worden und hätten kein fürchterliches Leid erfahren?

@Anderes1961, 10:32 (re @Denkerist, 10:00)

"Dieses Therapiezentrum könnte doch Deutschland mit finanzieren? Die dort investierten Gelder sind gut angelegt! So könnte ein Wieder-Erstarken des IS verhindert werden, ist besser als den dann wieder mit Waffen zu bekämpfen."
--
"Sie haben es genau erkannt. Mit Perspektivlosigkeit kann man keine Menschen zum Umdenken bewegen. Was nutzt es, diese Kinder und Jugendlichen zu therapieren, wenn man ihnen vermittelt: Wir wollen euch auch nicht. Seht zu wie ihr klar kommt. Das sind dann die Terroristen von morgen. Jeder einzelne Mensch ist es wert, daß man ihm eine Perspektive gibt."

Sie haben die wichtigsten unterschiedlichen Aspekte beide genau richtig erkannt. Und benannt. Was Sie da sagen (schreiben) wird kaum ein vernünftiger Mensch bestreiten können.

13:52, Sisyphos3

>>Ich bin eben ein überängstlicher Mensch

Dem nebenbei erwähnt, Sicherheit vor Freiheit geht<<

Dann muss ich noch einmal das eigentlich sattsam bekannte Zitat von Benjamin Franklin anbringen:

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren."

Davor scheinen Sie aber trotz aller Überängstlichkeit wenig Sorge zu haben.

@Sisyphos3

"
Am 03. November 2021 um 13:52 von Sisyphos3
13:21 von Anderes1961

wie gesagt
wenn sie das Risiko geringer einschätzen als ich,
ist das ihr gutes Recht
Ich bin eben ein überängstlicher Mensch

Dem nebenbei erwähnt, Sicherheit vor Freiheit geht"

Ängste zu haben ist keine Schande. Jeder Mensch hat welche. Und welche Ängste Sie bzgl. des Berichts haben, war mir schon bewußt. Die Frage ist, wie man damit umgeht.

Stereotypes Denken hat Vorteile, wenn es um schnelle Entscheidungen geht. Dann ist diese Denkweise nützlich: Weglaufen oder nicht Weglaufen? Sekundenbruchtteile können über Leben und Tod entscheiden.

Aber im Falle der Kinder führt stereotypes Denken zu nichts. Im Gegenteil: Folgen wir stereotypen Instinkten, vergrößern wir das Risiko unnötigerweise noch erheblich. Was langfristige Risikoeinschätzung angeht, hat differenziertes Denken eindeutige Vorteile.

Ich hoffe, mit meiner Erläuterung wird Ihnen klar, daß es mir nicht darum geht, Ihnen einfach Kontra zu geben.

14:16 von fathaland slim

Sie meinen, diesen Kindern sei keine Gewalt angetan worden?
Sie seien nicht aus ihrem Leben gerissen worden und hätten kein fürchterliches Leid erfahren?
------

möglicherweise !
wer sagt ihnen aber, das die nicht überzeugt sind, von dem wie sie von Familie / IS geprägt wurden ?
ich weiß es nicht, wenn sie es wissen !

Werner

Am 03. November 2021 um 14:01 von werner1955
"Ich will wieder frei sein?
Dann sollten wir uns dorch vorwiegend um die unschuldigen Fraun und Mädchen kümmern die Gewaltsam durch den IS aus Ihrem leben gerissen worden sind und fürchterliches nicht heilbares leid erfahren haben.

Und wenn wir dann noch Zeit, Geld und Kraft haben können wir uns auch um die "Täterkinder" kümmern ob und wo er wieder frei sein könnte"
.
Das ist ja Sexismus pur.
Mädchen sofort helfen, den Knaben später?
.
Was habe ich wann verpasst?

14:18 von Nettie @Anderes1961, 10:32 (re @Denkerist, 10:00)

Mit Perspektivlosigkeit kann man keine Menschen zum Umdenken bewegen. Was nutzt es, diese Kinder und Jugendlichen zu therapieren, wenn man ihnen vermittelt: Wir wollen euch auch nicht.

Das ist jedoch genau das, was ihnen in ihrem Erwachsenendasein in Deutschland vermittelt werden wird.

Jeder einzelne Mensch ist es wert, daß man ihm eine Perspektive gibt.

Na und jetzt sagen Sie mir mal, wie gut das in unserer Gesellschaft am unteren Rand gelingt ...

@ Sisyphos3 um 09:49

"und wie sieht es in seinem Inneren aus
wenn man sein ganzes Leben erlebt hat, dass man Andersdenkenden köpft
scheint es mir schwierig, so ein Denken abzulegen,"

Wir hatten hier mal eine Generation die als Kinder nur erlebt hatte das man Andersdenkende Quält und drangsaliert und "Durch Arbeit vernichtet", weil das Effizienter ist als Töten; man macht noch Profit und das Leiden ist länger ...

...zu den Sternstunden unserer Gesellschaft gehört was die ihren Eltern die daran, zumindest durch mangelnden Wiederspruch, beteiligt waren, Später erzählten darüber was sie davon hielten.

Die lehre daraus ist allerdings klar: Kinder Lernen aus den Fehlern der Eltern, gerade weil diese es selten tun.

14:22 von Anderes1961

daß es mir nicht darum geht, Ihnen einfach Kontra zu geben.
-------------

und selbst wenn !
es ist ihr gutes Recht ne andere Meinung zu vertreten
davon lebt ja der Thread
im übrigen ist ihr Auffassung ja durchaus nachvollziehbar

um 14:01 von werner1955

["Ich will wieder frei sein?]
,,Dann sollten wir uns dorch vorwiegend um die unschuldigen Fraun und Mädchen kümmern die Gewaltsam durch den IS aus Ihrem leben gerissen worden sind und fürchterliches nicht heilbares leid erfahren haben..."

Das wird schon seit Jahren getan, in Deutschland und auch in den einigermaßen befriedeten Gebieten um Nordirak, Afghanistan und Syrien. Natürlich ist es viel einfacher, abzuschalten in Erwartung willkommener Kürzel wie NGO. Ich kenne eine Traumatherapeutin, die sich ehrenamtlich um solche Opfer kümmert. Ich habe es nicht von ihrselbst erfahren. Die einen klagen und schimpfen im Netz. Die anderen machen.

Kinder haben oft ihre Eltern,

Kinder haben oft ihre Eltern, Vater und Mutter, als Vorbild. Es wäre m. E. schon sehr wichtig durch Psychologen festzustellen, inwiefern diese Kinder in ihren Gedanken von den Eltern beeinflusst sind. Wer weiß, was im Kopf der Kinder passiert, wenn ihre Eltern ins Gefängnis müssen. Erkennen sie die Fehler, die ihre Eltern gemacht haben? Das kann man natürlich nicht pauschal beantworten, und deshalb meine ich, ist es wichtig, dass Psychologen sich mit den einzelnen Kindern auseinandersetzen, um ein Bild bzw. Einschätzung zu bekommen. Je nach Einschätzung muss dann abgewogen werden, welche weitere Maßnahmen ggf. ergriffen werden müssen.
Selbstverständlich muss den Kindern geholfen werden, und ich denke, die Arbeit von Psychologen steht da mit an erster Stelle.

14:25, Sisyphos3

>>14:16 von fathaland slim
Sie meinen, diesen Kindern sei keine Gewalt angetan worden?
Sie seien nicht aus ihrem Leben gerissen worden und hätten kein fürchterliches Leid erfahren?
------

möglicherweise !
wer sagt ihnen aber, das die nicht überzeugt sind, von dem wie sie von Familie / IS geprägt wurden ?
ich weiß es nicht, wenn sie es wissen !<<

Woher soll ich das wissen?

Ich weiß ja auch nicht, ob Sie nicht in Wirklichkeit ein brutaler Serienmörder sind und ich besser einen weiten Bogen um Stuttgart machen sollte. Wenn Sie es sind, werden Sie es mit Sicherheit nicht zugeben.

Nicht daß ich Ihnen irgend etwas unterstellen möchte, ich möchte lediglich etwas verdeutlichen. Nämlich daß der Versuch der Risikominimierung ganz schnell ins unmenschliche kippen kann.

@Phonomatic

"Am 03. November 2021 um 14:36 von Phonomatic
14:18 von Nettie @Anderes1961, 10:32 (re @Denkerist, 10:00)

Mit Perspektivlosigkeit kann man keine Menschen zum Umdenken bewegen. Was nutzt es, diese Kinder und Jugendlichen zu therapieren, wenn man ihnen vermittelt: Wir wollen euch auch nicht.

Das ist jedoch genau das, was ihnen in ihrem Erwachsenendasein in Deutschland vermittelt werden wird."

- Ja, das kommt vor, daß Menschen glauben keine Perspektive mehr zu haben. Nicht nur in Deutschland.

"Jeder einzelne Mensch ist es wert, daß man ihm eine Perspektive gibt."

Na und jetzt sagen Sie mir mal, wie gut das in unserer Gesellschaft am unteren Rand gelingt ..."

- und weil es in unserer Gesellschaft nicht immer gelingt, Menschen zu vermitteln, daß sie durchaus eine Perspektive haben, deswegen soll man also diesen Jugendlichen aus dem Therapiezentrum keine Perspektive bieten?

Am 03. November 2021 um 14:30

Am 03. November 2021 um 14:30 von Bender Rodriguez
"Dann sollten wir uns dorch vorwiegend um die unschuldigen Fraun und Mädchen kümmern die Gewaltsam durch den IS aus Ihrem leben gerissen worden sind und fürchterliches nicht heilbares leid erfahren haben.

.
Das ist ja Sexismus pur.
Mädchen sofort helfen, den Knaben später?
.
Was habe ich wann verpasst?"
---------------------------------------------------------
Ja, Sie haben etwas verpasst. Frauen und Mädchen sind die Hauptleidtragenden in diesem patriarchalischen System. Sie werden gegen ihren Willen zwangsverheiratet, vergewaltigt, mißhandelt, gehängt und gesteinigt, ohne dass Anklage erhoben wird. Jungen und Männer sind davon weniger betroffen.

14:10, Phonomatic

>>Wenn sie nicht zurückgeholt werden, hängt das doch sicherlich mit deren Staatsbürgerschaft zusammen...
Und man sollte sich keine Illusionen machen, was die Jugendlichen hier erwartet. Sie haben keine ihrem Alter entsprechende Schulbildung, also wird es wahrscheinlich nichts mit einer richtigen Ausbildung. Die werden dann in irgendwelche Qualifikationsmaßnahmen gesteckt, an denen sie wohl zumeist gar kein Interesse haben werden - wo sie also eher negativ auffallen. Wenn dann noch jemand hört, wo sie herkommen ...
Also sie werden hier wohl kaum irgendwo Zugehörigkeit finden und am Ende denen glauben, die ihnen erzählen, das läge an ihrer Religion oder ihrer Hautfarbe.
Ich weiß nicht, was man mit den Jugendlichen machen soll, aber man tut niemandem einen Gefallen damit sich irgendwelchen Illusionen hinzugeben, dass man ihnen hier helfen oder ihnen geben könnte, was sie brauchen. Das ist eher nicht der Fall.<<

Also sollten wir uns damit nicht belasten und sie ihrem Schicksal überlassen?

um 14:37 von Der Lenz @ Sisyphos3 um 09:49

["und wie sieht es in seinem Inneren aus
wenn man sein ganzes Leben erlebt hat, dass man Andersdenkenden köpft
scheint es mir schwierig, so ein Denken abzulegen"]

,,Wir hatten hier mal eine Generation die als Kinder nur erlebt hatte das man Andersdenkende Quält und drangsaliert und "Durch Arbeit vernichtet", weil das Effizienter ist als Töten; man macht noch Profit und das Leiden ist länger ...

...zu den Sternstunden unserer Gesellschaft gehört was die ihren Eltern die daran, zumindest durch mangelnden Wiederspruch, beteiligt waren, Später erzählten darüber was sie davon hielten."

Sehr richtig. Leider ist aber auch trotz (wegen?) dieser ,,Sternstunde" in der Breite aus Scham/Trauma zu viel geschwiegen worden und aus dieser Stille kommt diese kaum fassbare Wut, Empathielosigkeit und vor allem der Hochmut einer Generation verhätschelter Wohlstandswaisen, die die Großmachtsreminiszenzen ungetrübt weiterleben, nicht nur als 'Reichsbürger'. Bin mir nicht so sicher, was gefährlicher ist.

14:42 von melancholeriker

Ich kenne eine Traumatherapeutin, die sich ehrenamtlich um solche Opfer kümmert.

Toll!

Und gleichzeitig die Frage, ob das alles ist?

Offenbar müssen Traumaopfer in Deutschland darauf hoffen, dass eine entsprechende Therapeutin sich von ihrem Feierabend noch 5-10h/Woche abknüpft und die auf 3-4 Leute verteilt.

Ich weise nur darauf hin, denn hier wird ja von der fabelhaften Unterstützung schwadroniert, die die jungen Erwachsenen in Deutschland bekommen würden ...

In jeden Fall: meinen großen Respekt Ihrer Bekannten.

@ 11:30 von paganus65

Was für eine Sprache, Menschen, die als Kinder und Jugendliche traumatisiert wurden und Unterstützung und Hilfe brauchen und auch Aufnahme, zumal wenn sie hier geboren und aufgewachsen wurden, als 'tickende Zeitbombe' zu etikettieren. Nicht mein Denken und nicht meine Sprache.

@ 14:01 von werner1955

Sie wollen die Kinder in "Opfer-" und "Täter"-Kinder separieren? Das sollte doch spätestens mit den 50er oder Anfang der 60er Jahre aufgehört haben, Kinder für ihre Eltern verantwortlich zu machen. Ich fasse es nicht.
Um es nochmal ganz klar zu sagen: Diese Kinder und jungen Menschen sind allesamt Opferkinder.

14:47 von fathaland slim

Jeder Mensch ist ein Einzelfall und trotzdem entstehen Tendenzen, wenn man Menschen als Gruppen betrachtet.
Und ja, als Gruppe gesehen haben Menschen, die furchtbares Leid erleben mussten ein höheres Risiko, dieses wieder zu durchleben, sogar aktiv und es weiterzugeben, wenn sie bspw. in Psychosen verfallen.
Eine Gruppe, die unter diesem Gesichtspunkt besonders intensiv erforscht wurde, sind bspw. Armeeangehörige mit PTSB. Dazu gibt es Zahlen.

Selbstverständlich müssen

Selbstverständlich müssen diese Kinder weiterhin Therapien und Betreuung erhalten und sofort in ihre Heimatländer zurückkehren dürfen. Obwohl in einigen dieser Heimatländer sicher keine Möglichkeiten zur Behandlung bestehen.
Doch warum soll der Protagonist dieses Berichtes ins Gefängnis?Ob er sich irgendetwas zu Schulden hat kommen lassen, wird leider nicht erklärt.
Apropos Therapie und Betreuung: Wie werden denn Kinder von Rechtsradikalen in Deutschland betreut und therapiert?
Gibt es dazu schon Konzepte, die auch durchgeführt werden?
Wenn man bedenkt, dass solche Kinder sogar in rechtsorientierte Ferienlager oder ähnliches verbracht werden, muss da doch auch gehandelt werden.

sie sprechen deutsch ...

aber wie gut waren sie eigentlich integriert, bevor ihre Eltern nach Syrien sind? Wie steht es um die Verankerung demokratisch-rechtsstaatlicher Werte in so einer Familie? Woran würden sie hier in Deutschland anknüpfen?

Meine Güte

bei einigen Kommentaren hier wird einem schon wieder ganz anders. Abgesehen davon, steht im Artikel, ihre Herkunftsländer wollen sie nicht, da ist nicht nur von Deutschland die Rede. Der zweite Junge möchte wahrscheinlich zu seiner Familie in die Türkei, aber das ist dann vermutlich ok, Hauptsache nicht hier.

Ich kann schon verstehen, warum da auch eine gewisse Angst mitschwingt, aber die war noch nie ein guter Ratgeber. In Syrien haben die Jungs jedenfalls sehr wahrscheinlich keine Perspektive und das ist nicht nur inhuman, sondern auch gefährlich. So stellt man die Weichen für die nächste Generation Terror.

Meinen Respekt an die Menschen, die vor Ort versuchen wenigstens etwas zu helfen.

Gefaehrlich

Wenn man es auch aus menschlichen Gruenden ueberlegen kann halte ich es fuer sehr gefaehrlich fuer die Allgemeinheit die Kinder ziellos nach Deutschland kommen zu lassen. Im Bericht wurde gesagt dass viele gewalttaetig sind. Das geht nicht einfach durch etwas Therapie weg und wird mit Sicherheit eiige Leben kosten.
Wollen wir das in Kauf nehmen?

@Denkerist, 10:00

"Dieses Therapiezentrum könnte doch Deutschland mit finanzieren? Die dort investierten Gelder sind gut angelegt! So könnte ein Wieder-Erstarken des IS verhindert werden, ist besser als den dann wieder mit Waffen zu bekämpfen."

Eine sehr gute Idee. In unserem pervertierten globalen Wirtschaftssystem fällt diese Finanzierung aber leider unter "Kosten", während die Gewinne aus Rüstungsdeals als "Wachstumstreiber" gelten.

Dies gilt genauso für die Finanzierung vieler anderer nicht nur sinnvoller, sondern absolut unverzichtbarer, aber chronisch "unterfinanzierter" Projekte.

Menschlichkeit und Empathie

Wenn ich den einen oder anderen Post hier so lese, könnte ich mehr Angst vor unserer Gesellschaft als vor den Jugendlichen aus dem Therapiezentrum bekommen.

Unfassbar, was da teilweise an Menschenfeindlichkeit und Empathielosigkeit auf der Metaebene mitschwingt. Aber gut, daß für die überwiegende Zahl der Mitforisten Menschlichkeit und Empathie keine Fremdwörter sind. Das beruhigt mich dann wieder.

@Wolf1905 um 14:46

"Wer weiß, was im Kopf der Kinder passiert, wenn ihre Eltern ins Gefängnis müssen. Erkennen sie die Fehler, die ihre Eltern gemacht haben? "

hängt vom Umfeld ab. Wenn die Kinder weiter auf unbedingte Loyalität eingeschworen werden, dann eher nicht.

14:55 von fathaland slim

Bitte erklären sie mir, warum wir uns damit belasten sollen, wenn sie keine Staatsbürger sind. Müssten wir dann nicht einfach jeden perspektivlosen Jugendlichen auf der Welt nach Deutschland holen? Wo würden Sie denn die Grenze ziehen?

15:12 von Phonomatic

"sie sprechen deutsch ...

aber wie gut waren sie eigentlich integriert, bevor ihre Eltern nach Syrien sind? Wie steht es um die Verankerung demokratisch-rechtsstaatlicher Werte in so einer Familie? Woran würden sie hier in Deutschland anknüpfen?"

Den Gesinnungskasten würde ich erstmal stehen lassen, primär ist doch das Rechtsstaatsprinzip, sich um seine Staatsangehörigen zu kümmern, auch wenns weh tut.
Wenn jeder Staat seine Leute zurück holt, wäre das Problem nicht erledigt, aber schon einen ganzen Schritt weiter.

15:26, Bauer Tom

>>Wenn man es auch aus menschlichen Gruenden ueberlegen kann halte ich es fuer sehr gefaehrlich fuer die Allgemeinheit die Kinder ziellos nach Deutschland kommen zu lassen.<<

Niemand redet von so etwas.

@Ingo Hamann

„ Ich bin einfach dafür, diese jugendlichen in ihrer jetzigen Umgebung zu belassen.
Denn da müßten sie betreut werden , und da kennen sich die Therapeuten mit dem menschlichen Umfeld aus."

Und was dann? Gefängnis? Dieses Zentrum ist für Kinder und Jugendliche, nicht für Erwachsene. Erstmal ist das eine Anlaufstelle, aber es muss ja auch danach weitergehen und wie im Artikel erwähnt, sprechen viele anscheinend nicht mal arabisch. Aufgewachsen sind sie in ganz anderen Ländern und bei den meisten kann man davon ausgehen, dass sie dort auch sozialisiert sind und noch Familie haben.
Sie nicht zurückkehren zu lassen, heißt für mich, sie aufzugeben. Das kann es nicht sein!

15:06, Phonomatic

>>14:47 von fathaland slim
Jeder Mensch ist ein Einzelfall und trotzdem entstehen Tendenzen, wenn man Menschen als Gruppen betrachtet.
Und ja, als Gruppe gesehen haben Menschen, die furchtbares Leid erleben mussten ein höheres Risiko, dieses wieder zu durchleben, sogar aktiv und es weiterzugeben, wenn sie bspw. in Psychosen verfallen.
Eine Gruppe, die unter diesem Gesichtspunkt besonders intensiv erforscht wurde, sind bspw. Armeeangehörige mit PTSB. Dazu gibt es Zahlen.<<

Ja, selbstverständlich. Das Problem haben wir ja hier mit Bundeswehrsoldaten, die im Kosovo oder in Afghanistan waren.

Aber die Gefahr des Generalverdachts bei der Einteilung von Menschen in Gruppen ist Ihnen bewusst, oder?

15:38, Phonomatic

>>14:55 von fathaland slim
Bitte erklären sie mir, warum wir uns damit belasten sollen, wenn sie keine Staatsbürger sind.<<

Sind sie das denn nicht?

>>Müssten wir dann nicht einfach jeden perspektivlosen Jugendlichen auf der Welt nach Deutschland holen?<<

Ach Quatsch.

>>Wo würden Sie denn die Grenze ziehen?<<

Bei Jugendlichen, die in Deutschland geboren oder zumindest aufgewachsen sind.

14:50 von Anderes1961

und weil es in unserer Gesellschaft nicht immer gelingt, Menschen zu vermitteln, daß sie durchaus eine Perspektive haben, deswegen soll man also diesen Jugendlichen aus dem Therapiezentrum keine Perspektive bieten?

Es gibt hier nunmal nicht für jeden "Perspektiven". Ganz schwer wird es für Menschen, die von 11-19 keine deutsche Schule besucht haben. Das ist keine Frage von Vermittlung, das ist eine Frage von realistischen Perspektiven. Den 19jährigen erwarten in Deutschland viele Jahre des Scheiterns, denn er müsste eine absolute Ausnahmepersönlichkeit sein, um die fehlenden Berufsqualifizierung nachzuholen und nebenbei sein Trauma zu bearbeiten.

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