Ärztepräsident warnt vor dramatischem Personalmangel

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Eine höhere Besteuerung der

Eine höhere Besteuerung der Ärztehonorare könnte helfen...die letzten Fachkräfte aus dem Land zu jagen.

Forderungen "ohne Ende" und

Forderungen "ohne Ende" und wie sehen die Lösungen aus?
"Die Politik" muss/soll ran? Und die Unternehmen, die sich eine "goldene Nase verdienen", machen genau was? Gar nichts?
Es ist immer einfach, nach "dem Staat" zu rufen, aber selber Ideen entwickeln und Verantwortung zu übernehmen, scheint nicht mehr "en vogue" zu sein!
Ausbildungsplätze, Arbeitsplätze zur Verfügung stellen kann "die Politik" nicht - das müssen die Klinikleitungen schon selber tun.
Die Studienplätze ausbauen - ok, gerne
( meine Enkeltochter möchte Medizin studieren).

Den Finger in die Wunde gelegt.

Die anhaltende Epidemie hat das verdeutlicht, was bereits längst zuvor Tatsache war:
Eine eklatante Belastung des Gesundheitssystems, oder klarer ausgedrückt:
Der dort arbeitenden Menschen.

Ein derart grundlegend wichtiges System auf Gewinn zu trimmen war der große Fehler zur Zeit von Ulla Schmidt.

Herr Reinhardt warnt vollkommen berechtigt vor einem Kollaps, der sich just jetzt vor dem beginnenden Winter immer deutlicher abzuzeichnen beginnt.
Und er hat natürlich Recht wenn er es als nicht sonderlich sozial bezeichnet, dass Deutschland ausländische Ärzte und Helfer anwirbt, die dort mindestens so stark gebraucht würden.

Auch damit, dass er die zu geringe Zahl der Medizinstudenten aufgrund mangelnder Studienplätze beklagt; denn das ist wie ein Teufelskreis.

Es ist fünf vor zwölf

Endlich das Personal, das such seinen Lohn wirklich schwerst erarbeiten muss, auch so zu bezahlen. Nicht der Manager, Politiker oder Vorstandsvorsitzende leistet die wertvollste Arbeit, sie ist leider nur besser bezahlt.
Interessant ist auch dieser Artikel (https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/11/charite-be…)

„ …Verschärft werde das Problem auch, weil bundesweit weniger Intensivbetten zur Verfügung stünden als noch vor einem Jahr, so Kreis weiter. Hintergrund sei vor allem ein Rückgang beim Intensivpflegepersonal.

Die vorhandenen Intensivbetten seien derzeit vor allem mit Menschen belegt, die nicht am Coronavirus erkrankt seien. Dadurch stünden kaum freie Betten für die Covid-19-Versorgung zur Verfügung…“

rer Truman Welt

Hier wird mir die aktuelle Corona Situation offensichtlich genutzt, um Gehör zu finden. Das Grundübel sehe ich nicht im Personalmangel, sondern im Aufbau des Gesundheitssystems in Deutschland. Das Gesundheitssystem ist zum Businessmodel verkommen, in dem Gewinnmaximierung im Vordergrund steht und nicht primär die Gesundheit der Patienten. Es wird diagnostiziert und beraten bis das für den Arzt oder die Klinik beste wirtschaftliche Ergebnis erreicht ist. Es werden bspw. Tausende völlig überflüssiger Operationen durchgeführt, die sehr teuer aber wenig effizient weil überflüssig sind. Zahnärzte warten mit Behandlungen bis anstatt einer Füllung ein Zahnersatz fällig wird - selbst erlebt! Das muss grundlegend in Angriff genommen werden, um Kosten da zu sparen und für Sinnvolleres investiert werden kann. Zu Letzterem gehört auch die Belastung des medizinischen Personals. Wenn die Bedingungen verbessert werden, findet sich auch Personal und das ist eben nicht nur die Bezahlung!

Noch ein Punkt: Rente

Wie viel % der Arbeitnehmer im Pflegedienst kann bis zu gesetzlichen Rente durcharbeiten?

Erst den Körper kaputt machen und dann in die geringere Frührente: wer will das schon machen?

Ich hoffe die Lösung soll nicht verpflichtender Aktienkauf für Pfleger oder sowas in der Art sein.

Von allem zu wenig?

Es fehlt also an Ärzten und Ärztinnen und an Pflegepersonal. Aber auch an MINT-Absolvent:innen generell. Und auch an Handwerkern, Personal in der Gastronomie oder LKW-Fahrern.

Pro Jahrgang gibt es ca. 700000 junge Menschen, die sich für eine Ausbildung entscheiden. Mehr werden es nicht. Wenn als mehr Medizin studieren oder Pflegekraft werden, dann werden sie nicht Koch oder Ingenieurin.

Woran wir nach eigener Beobachtung keinen Mangel haben sind „Business-Bachelor“ und „Consultants“.

Neu ist das Thema aber nicht,...

und auch Corona hat nur bedingt damit zu tun. Vor 3 Jahren hatte mich meine Frau aufgrund von Beschwerden, die auch bei einem Herzinfarkt auftreten können, in die Notaufnahme des Krankenhauses gefahren, welches mich wenige Wochen zuvor operiert hatte. Dies gaben wir auch alles bei der Anmeldung in der Notaufnahme an. Als ich dann nach 8 Stunden Warterei auf dem Flur (die Wartenden saßen teils auf dem Fußboden, es waren schlicht zu viele) noch immer lebte und die Schmerzen weniger wurden, sind wir unverrichteter Dinge wieder gegangen. Eine Nacht später wurde ich vom RTW wegen der erneut auftretenden gleichen Symptomatik in das nächstgelegene Krankenhaus gefahren und "durfte" 4 Tage dort verbringen.

Unser Gesundheitssystem wurde über Jahrzehnte kaputtgespart, das ist keine neue oder plötzliche Entwicklung. Solange es bei medizinischen Dienstleistungen rein darum geht, profitabel zu arbeiten, wird niemand unnötiges Personal für den Fall "was wäre wenn" vorhalten.

Ich kann es einfach nicht fassen

Da wird das Gesundheitswesen privatisiert und es soll gewinnbringend ausgerichtet werden. Das heißt Personalreduzierung auf Teufel komm raus. Und jetzt wundert man sich über Personalmangel. Ich wohne im Einzugsgebiet einer Ameos- Klinik und weiß wovon ich rede. Deshalb fordere ich die Verstaatlichung aller Krankenhäuser. Mit der Krankheit von Bürgern Geld verdienen zu wollen halte ich für nicht erstrebenswert.

wurde der Zugang zum Medizinstudium

nicht ursprünglich durch Numerus clausus eingeschränkt, um die lukrativen Arztposten nicht durch zuviel Konkurrenz zu gefährden?

Wird Zeit, das mal zu öffnen.

@ ich1961 13:31

Die Politik hat es doch erst ermöglicht, dass das Gesundheitswesen auf Ökonomie getrimmt werden konnte . Sie müssen den Fehler halt korrigieren.

Keine Frage des Geldes

Wenn wir ab heute alle im Pflegepersonal wie Oberärzte bezahlen, löst das trotzdem nicht morgen unseren Personalmangel. Wir haben einfach definitiv zu wenig Fachkräfte. Und wir werden sie uns auch nicht backen können.

Tjaa, die werden aber

Tjaa, die werden aber vernünftig bezahlt, sind gesellschaftlich anerkannter als z.B. LKW-Fahrer und sitzen im warmen Büro.

P.S: Vergleiche gerne mal die Arbeitsbedingungen einer Krankenschwester und einer BWLerin

Ungeimpfte

Und dass Ungeimpfte gerade massenhaft unsere Intensivstationen überfluten ist völlig unnötig und frustrierend für das gestresste Personal.

Es gibt kein Fachkräftemangel

Fachkräfte mit Abschluß in Angewandte Freizeitwissenschaften,Körperpflege,Promenadologie,
Coffee Management,Esoterik,Oenologie,Friesische Philologie,
Space Master,Lady Gagalogy,Legology,Ghostbusterlogy ......
gibt es zu genüge

Nur einen Klemptner oder Krankenpleger/in etc bekommen Sie nicht.

Offenbar sind diese Berufe zu schwer zu erlernen

Dr. Cat

Die Politik hat es doch erst ermöglicht, dass das Gesundheitswesen auf Ökonomie getrimmt werden konnte .

Das ist ja nicht verkehrt. Jedes Gesundheitssystem muss ökonomisch sein. Verschwendung nutzt niemandem.

Sie müssen den Fehler halt korrigieren.

Wo es Fehler gibt, muss man sie korrigieren. Klar.

@ annenym

Tjaa, die werden aber vernünftig bezahlt, sind gesellschaftlich anerkannter als z.B. LKW-Fahrer

In Bulgarien wird man in drei Wochen ausgebildeter LKW Fahrer. Welche Bezahlung oder Anerkennung erwarten Sie da?

>>Die Personalsituationen in

>>Die Personalsituationen in unseren Kliniken, in den Altenpflegeeinrichtungen und bei den mobilen Pflegediensten verschlechtert sich zusehends. Wenn hier nicht bald etwas passiert, droht der Kollaps des Systems"<<

Gewinne im Gesundheitssystem erwirtschaften und Privatisierungen sind schlecht für Belegschaft, Ärzte und Patienten.

Das ist m. E. die Hauptursache!

So lange dieses Gewinnsystem beibehalten und an allen "Ecken und Enden" gespart wird, kann und wird sich nicht nur nichts ändern, sondern Kollabieren.

Ändert das gesamte Gesundheits-System!

Schafft attraktivere Arbeitszeiten, statt 24 Stunden Schichten

Pumpt Geld in das System, statt zu ziehen! (Guter Chorus)

Diese Aussagen sind an das Bundesministerium für Gesundheit gerichtet.

PS. Attraktive Steuersätze wären von Vorteil.

@ Susi1960 13:56

Der Numeros clausus ist dafür, das nicht einer mit einem 4er Abitur Medizin studiert. Zu meiner Zeit müsste man auch das große Latinium haben.

@ 13:07 von Klausewitz

Eine höhere Besteuerung der bestverdienenden Chefärzte könnte helfen... unser Gesundheitssystem wieder so aufzustellen, dass es attraktiv wird für Menschen, die sich für Pflege und Gesundheit ihrer Mitmenschen beruflich engagieren möchten. Aber keine Sorge: Die Lobbyfraktion um Lindner/Wissing hat da ja erst mal einen Riegel vorgeschoben. Ich hoffe allerdings, dass das nicht das letzte Wort ist.

Gehalt um 50% erhöhen

Und schon gibt’s einen Überfluss an Fachkräften. Zehntausende, die den Job mal gelernt haben, würden wieder zurück kommen.

Und wenn das immer noch nicht reicht, dann einfach noch mehr zahlen.

13:41 von dr.bashir

«Pro Jahrgang gibt es ca. 700000 junge Menschen, die sich für eine Ausbildung entscheiden. Mehr werden es nicht. Wenn als mehr Medizin studieren oder Pflegekraft werden, dann werden sie nicht Koch oder Ingenieurin.»

Demographie lässt bei einer durchschnittlichen Geburtenrate von ± 1,5 Kindern pro Frau pro Leben die Bevölkerungszahl schrumpfen. Bis auf Frankreich in allen Staaten der G7 ein großes Problem.

Die Jungen, die vor der Wahl von Ausbildung oder Studium stehen, informieren sich, in welchen möglichen Berufen ein vernünftiges Gehalt bei guten Arbeitsbedingungen zu erwarten ist. So haben das alle Generationen gemacht, seit Söhne nicht mehr automatisch auch Nachfolger der Väter im gleichen Beruf werden müssen.

Arbeitsbedingungen im Medizinischen Bereich sind in DEU mind. sehr anstrengend mit langen Arbeitszeiten. Auch bei Ärzten, die gar nicht so schlecht verdienen. Der Bruder Dr. med. meiner Freundin ist deswegen vor > 10 J. nach SWE gegangen, und ist dort zufriedener Arzt.

Wenn Reinhardt sagt, "die

Wenn Reinhardt sagt, "die eigentliche persönliche ärztliche Zuwendung ist inzwischen völlig unangemessen unterbewertet", müsste sich die Ärztevertretung aber auch fragen, wie stark bzw. schwach sie denn bisher bei den Reformen des Gesundheitswesens diese Position vertreten hat...

Bereiche von grundlegender Bedeutung staatlich kontrollieren

Einmal mehr: der Markt regelt nur die Profite der (Groß-) Aktionäre. Wenn Kliniken großen Kapitalgesellschaften gehören, dann ist der Vorstand in erster Linie für möglichst hohe Dividenden zuständig. Arbeitsbedingungen, oder das Wohl von Patienten interessieren da niemanden. Klar ist das bezogen auf die Klinik(en) dumm und kurzsichtig gedacht, aus Sicht des Aktieneigners spielt das aber keine Rolle, ist das Unternehmens abgewirtschaftet, so wissen die Großaktionäre rechtzeitig Bescheid, ziehen ihr Kapital raus und kaufen aktuell profitable Aktien und weiter geht’s. Auf diese Weise wurden sehr viele gesunde Unternehmen, die wir gut gebrauchen könnten zerstört. Die Bereiche, die für unsere Gesellschaft von grundlegender Bedeutung sind, müssen unter staatliche, also unser aller, Kontrolle. Nein, das heißt nicht DDR-Planwirtschaft, sondern SOZIALE Markwirtschaft, bei der natürlich noch reichlich privates Engagement möglich ist, aber eine staatliche Lenkungsfunktion erhalten bleibt.

@ SinnUndVerstand

Eine höhere Besteuerung der bestverdienenden Chefärzte könnte helfen...

... wäre aber unfair. Denn die Steuer sollte nur vom Einkommen und nicht von der Berufssparte abhängen. Denn unsere Verfassung verbietet solche Sparten-Diskriminierung.

Am 01. November 2021 um 14:06 von Karl Klammer

" Fachkräfte mit Abschluß in Angewandte Freizeitwissenschaften,Körperpflege,Promenadologie,
Coffee Management,Esoterik,Oenologie,Friesische Philologie,
Space Master,Lady Gagalogy,Legology,Ghostbusterlogy ......
gibt es zu genüge

Nur einen Klemptner oder Krankenpleger/in etc bekommen Sie nicht.

Offenbar sind diese Berufe zu schwer zu erlernen. "

Der ist gut ;-)).

Ich drücke das immer so aus, wer Arbeit kennt, und sich nicht drückt, der ist verrückt ;-)).

Und am einfachsten wäre, das das Gesundheitssystem wieder der Staat macht, ohne Milliarden Gewinne, und natürlich mehr Ausbildungsplätze als in den von Ihnen genannten Bereichen.

Aber das wäre zu einfach.

Das kommt von Geiz ist

Das kommt von Geiz ist Geil.
Wir brauchen einfach höhere Steuereinnahmen.
Und die holt man sich dort, wo hohe Gewinne generiert werden. Da kann man Firmen direkt deutlich höher besteuern. Und sinnlose Aktionäre ebenso. Dann schließen wir mal alle steuervermeidungsmöglichkeiten. Ikea oder Starbucks können ihre Gewinne direkt im Laden versteuern. Danach können sie sich franchisegebphren aufdrücken , wie sie wollen. 160milliarden fließen so jährlich ab. Mittels Vermeidung und Schlupflöchern. Da ist cumex nichtmal dabei.
Und mit diesem schönen Geld könnten wir massenhaft Personal finanzieren.
Es ist so einfach. Man muss halt nur mal anfangen.

Keine Ahnung- deswegen

Keine Ahnung- deswegen studiere ich Management & Digitalisierung. Das bezog sich auf den Vorstoß, junge Leute sollten doch lieber in den Berufen arbeiten, in denen ein großer Fachkräftemangel propagiert wird -statt BWL zu studieren-.

@ Ken Jepson 14:08

Von Verschwendung war ja auch keine Rede , da gebe ich Ihnen auch Recht. Nur ein Gesundheitssystem kann meines Erachtens nicht Ökonomisch betrieben werden, dafür sind die einzelnen Parameter zu komplex und unterschiedlich. Und Personal und Ärtze zu verheizen, wegen einer Rendite, ist meines Erachtens pervers. Abgesehen davon , dass es für die Genesung der Patienten auch abträglich ist.

@ 14:20 von Ken Jepson

Natürlich will ich keine Sparten-Besteuerung. Neben den bestverdienenden Chefärzten sehe ich viele andere aus bestverdienenden Sparten, die wesentlich mehr zu einer solidarischen Gesellschaft und einem stabilen Gesundheitssystem beiträgen könnten, wenn sie etwas mehr Steuern zahlen.

@13:31 von ich1961

"Forderungen "ohne Ende" und wie sehen die Lösungen aus?"
Ein Gesundheitssystem welches auf Profit ausgerichtet ist, ist auf Dauer nicht die Lösung.
Und daran ist der Staat schuld.
Der Staat hat letztendlich diese Zustände zu verantworten, weil er es zulässt, dass mit der Gesundheit der Menschen Profit erwirtschaftet werden soll und das auf dem Rücken der Patienten und Mitarbeitern, in Kliniken und Pflegeheimen.
Überbelastung, schlechte Bezahlung und teilweise schlechteste Arbeitsbedingungen, sorgen selbstverständlich für die massive Abwanderung der Fachkräfte. Der Leidtragende ist der Patient. Zeit für die Pflege ist Mangelware. Der Mensch verkommt zu einer Ware!
Wozu müssen KH im Wettbewerb stehen.
Diese haben den Menschen zu dienen und nicht der Gewinnmaximierung. Das System ist krank und inhuman.

@ Forfuture

Bereiche von grundlegender Bedeutung staatlich kontrollieren

Wie im Gesundheitssystem in GB? Schlimmer geht's nimmer. Ist glaube ich nur was für Bürokratiefans. Besser funktionierts meist in den Ländern, wo der Staat seine Finger raus lässt.

höhere Gehälter in der Pflege

Wann setzt sich endlich mal die Erkenntnis durch, dass die Pflegekräfte keine höheren Gehälter, sondern mehr Kollegen brauchen?
Das Geld war noch nie das Problem der Pflege, sondern die Personaleinsparungen. Schon während meiner Ausbildung zum Krankenpfleger vor 30 Jahren haben wir gegen den Pflegenotstand demonstriert. Was ist passiert? Neoliberale Politik unterstützt den Abbau von 50.000 Stellen in der Pflege zwischen 1995 und 2005. "Kostenoptimierung" in Form der DRG verursacht eine dramatische Verschlechterung der Arbeitsbedingungen durch Arbeitsverdichtung und Verkürzung der Liegezeiten bei gleichzeitiger Steigerung der Patientenzahlen. Digitalisierung made in Germany erhöht die Dokumentationszeiten in der Pflege um 30 bis 50%. Durch den Akademisierungswahn werden immer mehr Fachkräfte vom Bett an den Schreibtisch wegqualifiziert. Die permanente mediale Generalverdächtigung als Gewalttäter tut ihr Teil dazu. Wie soll ein höheres Gehalt das alles kompensieren?

@ 14:13 von Dr. Cat

„ Zu meiner Zeit müsste man auch das große Latinium haben“

Das war aber auch schon damals sinnlos. Man ist sicher kein besserer Arzt, wenn man Ovid rezitieren und übersetzen kann.

Mit dem 4er-Abi wird es schon schwieriger. Wer nicht mal den Abi-Stoff in die Birne bekommt, ist vermutlich im ersten Semester raus. Gibt aber Ausnahmen, die sich in der Schule gelangweilt haben und bei denen es „klick“ macht, wenn sie ihre wahre Berufung finden.

Aber eine Veränderung der Zulassung allein bringt nichts. Man muss auch Studienplätze schaffen. Einfach nur mehr Stühle in den (Hör-)Saal stellen funktioniert ja nicht mal im Bundestag.

Staatliches Gesundheitssystem?

Mehrfach wurde hier angemerkt, dass ein rein profitorientiertes Gesundheitssystem die Ursache alle Probleme ist. Wenn man sich andererseits den britischen NHS ansieht, stellt man fest, dass es da noch schlimmer ist.

Kennt jemand ein wirklich gutes Gesundheitssystem, das als Vorbild für Deutschland dienen könnte?

14:13 von Dr. Cat

«Der Numeros clausus ist dafür, das nicht einer mit einem 4er Abitur Medizin studiert. Zu meiner Zeit müsste man auch das große Latinium haben.»

Numerus Clausus ist für die Studiengänge an Universitäten und Fachhochschulen, für die es immer (viel) mehr Bewerbungen gibt, als neue Studienplätze zu Beginn des Studiengangs.

Erfüllt man als Schulabsolvent den Numerus Clausus nicht auf Anhieb, dann knabbert jedes Semester 0,1 Notenpunkte von der Schulabschluss-Endnote ab. Nach 4 Semestern wird aus der 1,8 die 1,4, die dann für Studiengang (x) ausreichend niedrig genug ist, um einen Studiengang zu beginnen.

1,4 war auch der Numerus Clausus in meinem Exoten-Studiengang Photoingenierwesen an der FH Köln. Ich hatte schon "Wartezeit" hinter mir (wegen Zivildienst), hätte es aber auch ohne geschafft. Andre nicht, die hatten mehr / weniger lange gewartet.

Arzt ist trotz allem ein eher begehrter Beruf. Gäbe es mehr Studienplätze, wäre auch der Numerus Clausus für ein Medizinstudium geringer.

Weil

bei uns die Studienplätze fehlen, nehmen wir anderen Ländern die dort ebenso dringend benötigten Ärzte weg. Verbockt von unseren Regierungen der letzten Jahre, der endlose Diskussionen um Grundrente, Drohnen, Tempolimit (die man auch ohne Diskussionen hätte einfach so behandeln können, wie in den Koalitionsverträgen vereinbart) wichtiger waren als die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Wie armselig.

@ wenigfahrer

Und am einfachsten wäre, das das Gesundheitssystem wieder der Staat macht,

Wieder? Das hat gottseidank nie der Staat gemach. Außer in GB. Und die ärgern sich schwarz dort.

Gesundheitswesen

Die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens ließe sich auch auf die Feuerwehr übertragen. Private Feuerwachen nur da, wo es oft genug brennt. Ausrücken nur zu lukrativen Bränden. Wer eine private Feuerversicherung hat, zu dem kommt die Feuerwehr zuerst. Personalreduktion damit 10% der Einnahmen an die Investoren überwiesen werden können.

Klingt schräg? Warum dann bei Kliniken?

14:38 von Carlos12

Kennt jemand ein wirklich gutes Gesundheitssystem, das als Vorbild für Deutschland dienen könnte?

Das deutsche vor der Privatisierung.

Diskussion um des Kaisers Bart

@ Carlos12:

Staatliches Gesundheitssystem? Mehrfach wurde hier angemerkt, dass ein rein profitorientiertes Gesundheitssystem die Ursache alle Probleme ist.

Schwer zu sagen. Meines Wissens gibt es ein rein profitorientiertes Gesundheitssystem nirgendwo. Definitiv nicht in Europa.

14:34 von unbeteiligter B...

in Deutschland, so wird behauptet, kommen 13,0 Patienten auf eine Pflegekraft
in der Schweiz sollen es 8,0 sein
und im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gar 5,5
also vielleicht ist das Problem Streß doch höher zu bewerten als die Kohle

@ dr.bashir 14:34

Klar war es sinnlos und man ist kein besserer Arzt :-) Und Sie haben auch Recht, das eine Änderung der Zugangsvoraussetzungen nichts bringt. Eine Aufstockung der Studienplätze setzt aber auch voraus , das ich erstmal auch genügt Dozenten habe und auch Hörsäle.

Am 01. November 2021 um 14:33 von Ken Jepson

"Wie im Gesundheitssystem in GB? Schlimmer geht's nimmer. Ist glaube ich nur was für Bürokratiefans."

Natürlich kann man es auch falsch machen, keine Frage, GB ist da momentan ja in vielen Bereichen "führend".

Als sehr genau zu betrachtendes, höchst leistungsfähiges und gut funktionierendes System sei Skandinavien genannt.
An Schweden, Norwegen und Dänemark kann man sich sehr gut orientieren. Die Corona-Politik war zwar nicht die erfolgreichste, aber dort ist die Versorgung der Kranken eine der besten der Welt und von der Art wie dort Pfleger und Ärzte behandelt und bezahlt werden kann man im Rest der Welt nur träumen!

Gesundheit und andere, essentielle Bereiche der Gesellschaft dürfen nicht von finanziellen Interessen gesteuert sein. Dies heißt ja nicht, dass parallel nicht auch private Anbieter mitwirken dürften.

@covid-strategie - Die Wunderwaffe - Gehalt um 50% erhöhen

Sie glauben auch das würde gegen alles helfen

Spätesten wenn da die Fachkräfte mehr als ihre Chefs verdienen oder die Kassenbeiträge/ Preise explodieren
werden Sie dann :-)

Beruf kommt von Berufung !

Für jüngere Generationen ist dieses schon ein Fremdwort,
ebenso wie verantwortung zu übernehmen.

Handy datteln ist da wichtiger , als alles andere

@ covid-strategie

Gehalt um 50% erhöhen. Und schon gibt’s einen Überfluss an Fachkräften.

Simsalabim. Aber wer fährt dann den Krankenwagen und wer repariert den Fahrstuhl?

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