Deutschland: Jeder dritte Mensch über 65 lebt allein

Kommentare

wer hätte das gedacht

ich glaubte, daß viele ein haustier haben, um nicht einsam zu sein

Trübe Aussichten

„Immer mehr ältere Menschen in Deutschland leben alleine“

Viele davon - wenn nicht die meisten - wohl eher unfreiwillig. Also nicht gern.

„Das Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach ist demnach eher die Ausnahme: Zuletzt lebten nur in sechs Prozent der Haushalte über 65-Jährige mit Jüngeren zusammen.
>> Der Großteil der Älteren lebt zudem in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus“

Die dann in aller Regel zu groß (und leer) für sie allein ist.

ueber 65 und allein

Nun nicht alle die allein leben sind einsam. Es kommt schon vor, dass auch ein älterer, allein lebender Mensch hinreichend viele soziale Kontakte hat und ein erfülltes Leben lebt. Je nach Einkommensklasse und abhängig davon, wie die sonstigen Familienverhältnisse sind, ist es durchaus moeglich, sein Leben auch im Alter als Single zu genießen. Arm, alt und männlich, das ist der Killer. Da sinkt die Lebenserwartung dann rapide ab.

Wenn wir über Umgestaltung reden...

Da wird viel erzählt über Green Deal und CO2-Fußabdruck, und wie man das wirtschaftlich verträglich machen will.

Etwas neues wäre die Idee: machen wir mal die Wirtschaft menschenverträglich.
Und ich rede hier nicht vom Verbieten, Abschalten, Kaputtmachen und Enteignen.

Ich rede von einer Wirtschaftsweise, die nur den Zweck hat, uns zu versorgen. Ich nehme es oft so wahr, daß wir den Zweck haben sollen, die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Was hat das hier zu suchen?
Vermehrte Arbeit von zu Hause aus ermöglicht mir, beispielsweise, daß ich bei / mit meiner Mutter Mittag esse. (Ich bin 56J).
Das geht um so mehr, je mehr Landflucht und Umzug in Arbeitsplatzenähe unnötig wird.

Das ist kein Patentrezept, würde aber eine ganze Menge Einsamkeit erst garnicht aufkommen lassen.

Themen wie "Jugendwahn" und "digital Zombie" sind auch zu bearbeiten.

Der nächste Themenkomplex ist die Frage, wie viel Menschen noch miteinander reden. Paare in D: <8 min/Tag habe ich mal gelesen.

um 15:32 von Nettie

//>> Der Großteil der Älteren lebt zudem in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus“

Die dann in aller Regel zu groß (und leer) für sie allein ist.//

Meine Mutter hat da einen Riegen eingezogen: Sie stellt die Hälfte des Hauses meiner Tochter und ihrem Freund zur Verfügung.

Im Haus neben mir...

Das geht, setzt aber voraus, daß man über Generationengrenzen hinweg einander zuhören kann und das Anderssein des Anderen nicht als Ärger sieht.

Vor allem muss man dann auch

Vor allem muss man dann auch nah beianander wohnen. Meine Familie lebt über ganz Deutschland verteilt von SH bis BW

@Trübe Aussichten 15:32 von Nettie

">> Der Großteil der Älteren lebt zudem in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus<<“
Die dann in aller Regel zu groß (und leer) für sie allein ist."

Ich lebe zwar nicht allein, vielleicht bald wieder, aber das ist der Lauf der Welt.

Auch brauche ich wirklich nicht so viel Raum,
aber man gewöhnt sich schnell an das Überflüssige.
Und dann noch der Aufwand vieles Angesammelte
noch vorher loswerden zu müssen/wollen..

Ist das verwunderlich?

"So hätten in der Altersgruppe der über 65-Jährigen noch fast zwei Drittel (62 Prozent) angegeben, eine Partnerin oder einen Partner zu haben. Bei den über 85-Jährigen sei es nur noch ein Drittel (34 Prozent)"

Naja - üblicherweise sterben Partner nicht gleichzeitig. Häufig zuerst der Mann und dann bleibt die Frau zwischen 65 und 85 eben allein zurück. Einen neuen Partner findet man in dem Alter auch nicht so leicht, da die Zahl der Männer in der Kohorte ja kleiner wird. Einfach mal auf die Geschlechterverteilung in Seniorenreisegruppen achten.

Und so fällt mir die Vorstellung nach einer Lösung schwer. Die Kinder sind meist aus dem Haus und wohnen ggf. dank der erwünschten Mobilität weiter weg. Blieben nur, Wohngemeinschaften mit "Leidensgenossinnen". Aber darauf hätte meiner Schwiegermutter z.B. gar keine Lust.

Was ist daran schlimm?

Eine Bekannte meiner Mutter drückte das so aus:
"Ich freue mich, wenn sie kommen, aber ich weine nicht, wenn sie wieder gehen."

So sieht es auch bei meinen Eltern aus. Als die Enkel klein waren, da hat meine Mutter noch geweint, wenn wir abfuhren. Heute winkt sie lächelnd, wenn ich die 3 Pubertiere mitnehme. ;-)

Es ist wichtig, dass jemand da ist, wenn er gebraucht wird. Keiner muss ununterbrochen aufeinander hocken.

Auch die Senioren, die nun alleine leben bekommen Hilfe, wenn sie nötig ist. Ansonsten können sie schalten und walten wie sie wollen.

Interessant wäre zu erfahren,

Interessant wäre zu erfahren, wie viele davon mit dem Alleinleben unzufrieden bzw. zufrieden sind und wie sich soziale Kontakte durch neuere Kontaktmöglichkeiten wie Internet, Videofonie, whatsapp etc. in dieser Altergruppe entwickelt haben.

15:32, Nettie

>>Trübe Aussichten
„Immer mehr ältere Menschen in Deutschland leben alleine“

Viele davon - wenn nicht die meisten - wohl eher unfreiwillig. Also nicht gern.

„Das Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach ist demnach eher die Ausnahme: Zuletzt lebten nur in sechs Prozent der Haushalte über 65-Jährige mit Jüngeren zusammen.
>> Der Großteil der Älteren lebt zudem in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus“

Die dann in aller Regel zu groß (und leer) für sie allein ist.<<

Ich habe mein Leben lang in Wohngemeinschaften gelebt und wohne jetzt, mit 65, in meinem ererbten Elternhaus. Alleine. Es ist zwar eigentlich zu groß für mich allein, aber ich habe viel Platz für Gäste. Und von denen habe ich viele. Die können dann im Zimmer meiner Großmutter (seit 1980 unverändert), im Zimmer meines Stiefvaters (seit 2017 unverändert) oder in meinem alten Kinderzimmer (seit meinem Auszug 1976 sehr verändert) übernachten. Lediglich das Schlaf- und Sterbezimmer meiner Mutter ist tabu.

Jeder lebt für sich allein.

"Das Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach ist demnach eher die Ausnahme: Zuletzt lebten nur in sechs Prozent der Haushalte über 65-Jährige mit Jüngeren zusammen."

Der Grund ist die Leistungsgesellschaft, in der zu viele nach Karriere, großem Einkommen und gehobenem Wohlstand streben. Dabei aber soziale Wärme und gute zwischenmenschliche Beziehungen auf der Strecke bleiben.
Immer größere Folgen sind Auseinanderleben, Selbstsucht, Unbarmherzigkeit, Glücksrittertum, Machtstreben, Frustration, Stress, Unglückseligkeit.
Ein weiterer Grund also, endlich das Bedingungslose Grundeinkommen von zunächst mind. 2500 Euro pro Monat einzuführen; nicht um den Konsum anzukurbeln, sondern um mittels mehr Freizeit für seine Nächsten und die Gemeinschaft ehrenamtlich und aufopferungsvoll da zu sein.

15:36, sirtobi

>>Nun nicht alle die allein leben sind einsam. Es kommt schon vor, dass auch ein älterer, allein lebender Mensch hinreichend viele soziale Kontakte hat und ein erfülltes Leben lebt.<<

So wie ich. Alone, not lonely.

>>Je nach Einkommensklasse und abhängig davon, wie die sonstigen Familienverhältnisse sind, ist es durchaus moeglich, sein Leben auch im Alter als Single zu genießen.<<

Ich bin nicht mal Single. Mein Partner lebt aber nicht bei mir. Was Stress erspart.

>>Arm, alt und männlich, das ist der Killer. Da sinkt die Lebenserwartung dann rapide ab.<<

Einsamkeit ist nicht immer an die finanziellen Verhältnisse gebunden. Ich kannte einen wohlhabenden alten Mann, der erst viele Wochen nach seinem Tode gefunden wurde. In seiner eigenen Wohnung.

Nicht jeder Mensch ...

... ist dafür geschaffen, mit anderen zusammen zu leben. Das muss man dann auch respektieren.

Dann werden demnächst viele

Dann werden demnächst viele schöne Wohnungen frei werden? Was sagt uns dieser Artikel?
Wie soll man das ändern?
Verpflichtende Rentner WGs?

@ WM-Kasparov-Fan

Der Grund ist die Leistungsgesellschaft, in der zu viele nach Karriere, großem Einkommen und gehobenem Wohlstand streben. Dabei aber soziale Wärme und gute zwischenmenschliche Beziehungen auf der Strecke bleiben.

Ich habe beides unter einen Hut gebracht, Karriere und menschliche Wärme und das ist ja auch eigentlich der Normalfall. Aber mit meinen Eltern möchte ich trotzdem nicht zusammen leben. Das würde nicht funktionieren. Und da sollte man lieber ehrlich sein.

Vom Staat wohl so gewollt: Alleinlebende ältere Menschen

Meine Behauptung, dass das so vom Staat gewollt ist, begründe ich wie folgt:
Wenn -ältere- Menschen eine Seniorenwohngemeinschaft bilden u. einer davon, bekommt Hartz-IV oder Grundsicherung argwöhnen Jobcenter/Wohngeldstelle gleich, dass es sich um eine "Bedarfsgemeinschaft" handeln könnte.
Dann wird angefangen, bei den Mitgliedern der Wohngemeinschaft, die einen höhere/n Verdienst/Rente haben, zu prüfen, ob diese nicht doch für den Lebensunterhalt der Person mit aufkommen könnten, die bedürftig ist.

Hingegen gibt es 1000e Wohngemeinschaften unter Studenten. Ich glaube nicht, dass man bei Studenten-Wohngemeinschaften auch anfängt, dem Studenten, der reiche Eltern hat, zu sagen, er müsse für den Unterhalt des anderen Studenten, der bedürftig ist, aufkommen.

Da der Begriff "Bedarfsgemeinschaft" mittlerweile bekannt ist, sagen sich ältere Menschen:
Dann lebe ich doch lieber allein, um mir diese "Spitzfindigkeiten" der Behörden zu ersparen.
Diese vermeidbare Entwicklung ist schade ...

Leute über 65 allein gleich einsam?

Ich halte das für ein Gerücht und Klischee, wenn man immer annimmt, dass Alleinsein auch Einsamkeit heißt. Denken wir an die Leute, die zusammen leben- mit 3 oder mehr anderen- und vereinsamt sind. Soziales Umfeld, Weltsicht und Offenheit sind genau solche Faktoren wie Bekanntenkreis, Ehrenamt und Vereinsleben. Manche Leute wollen bestimmt allein leben. Und wie man auf die Idee kommt, allein leben mit Leben in der eigenen Wohnung, dem eigenen Hausstand mit Einsamkeit zu verbinden, ist unsinnig. Je älter Leute werden, desto eher passiert die biologische Entwicklung: Verwandte, Familie und Freunde sterben, man ist im hohen Alter allein. Oder steht dennoch in einem aktiven sozialen Leben. Aber mit irgendwelchen Vorstellungen aus dem Baukasten hat das wenig zu tun. Die jungen Leute leben auch zunehmend allein. Ihre Gründe und Motive sind vielschichtig. Ich denke, kaum ein Land ist mit sozialen Angeboten so reichhaltig wie Deutschland. Man muss nur teilnehmen wollen.

@ paganus65

„Der nächste Themenkomplex ist die Frage, wie viel Menschen noch miteinander reden. Paare in D: <8 min/Tag habe ich mal gelesen.“

Es gibt ja nicht umsonst die Redewendung:

Das Geheimnis einer glücklichen Ehe ist es, sich so selten wie möglich zu sehen... :-)

Land der Einsamen

@ Werner40:

Interessant wäre zu erfahren, wie viele davon mit dem Alleinleben unzufrieden bzw. zufrieden sind und ...

Zufrieden?
Zufriedenheit ist keine Stärke der Deutschen. Sehen Sie sich doch nur mal dieses Forum an. Dieses Land kommt doch daher als ein einziges Jammertal mit lauter vereinsamten Armutsrentnern. Gottseidank ist die Realität ganz anders.

16:34, born in stasi-land

>>Aber mit meinen Eltern möchte ich trotzdem nicht zusammen leben. Das würde nicht funktionieren. Und da sollte man lieber ehrlich sein.<<

Ich habe die letzten Jahre ihres Lebens mit meiner Mutter unter einem Dach gelebt. Ihr Lebenspartner war verstorben, als sie fast neunzig war. Ich habe das durchaus als meine Pflicht betrachtet, die ich gern erfüllt habe.. Es war oft nicht einfach, aber es ging.

Das ist im Leben

einfach so, meist fehlt der Männliche Teil, so ist das zumindest in meinem Umfeld.
Viele hätte auch gar keinen Platz für mehr Menschen, außer natürlich die Haus und Garten haben.
Kinder alle weit weg, die Lebensansprüche sinken stark durch die eher kleinen Renten, also bleiben meist nur wenige Freunde im gleichen Alter.
So geht es sehr vielen, gut sind die dran, die bei Zeiten Hobby haben, und dadurch viele Kontakte, hängt auch sehr viel vom Regionalen Umfeld ab, und ob man noch dort wohnt wo man geboren wurde.
Weil man dann im Umfeld von Kita bis über die Schulzeit bis ins Alter eingebunden ist.
Hat wegen Arbeit oder anderes die Region oder Land gewechselt, bricht das Hinterfeld ab, dann sind die Voraussetzungen nicht mehr sehr gut, neuer Aufbau gelingt nicht allen.

Bitte keine Feindbilder aufpusten.

@ Margitt:

Meine Behauptung, dass das so vom Staat gewollt ist, ...

Vom Staat?
Wer ist denn der Staat? Wenn nicht wir alle? Und vielleicht ein paar Politikern, die wir selbst auf Zeit gewählt haben und die auch bloß Menschen sind.

Über 65

Meine Eltern sind heute deutlich über 65 und leben in Sachsen, wo ich aufgewachsen bin. 1989 bin ich dort weg, was sonst. Ab und zu bin ich dort zu Besuch, habe mir aber die Sprache abgewöhnt.

Und wenn ich mir ansehe, wie die Menschen dort für den BT wählen, dann zieht es mich nicht zurück. ich muss allerdings sagen, dass meine Eltern eher liberal eingestellt sind und zur Minderheit gehören.

Wunderbar

Ich werde in einigen Monaten 77 Jahr und ich lebe allein und ich fühle mich wunderbar und frage mich manchmal ab warum ich das nicht schon immer getan habe.

zu groß (und leer) für sie allein ist

von Nettie @
leider auch ein Grund von massiven Grundsteuern, Gebühren und Mieterschutzrechten die einen wirtschaftlichen Verkauf oder Vermietung unmöglich machen.

Und wenn die Senioren Pflegbedürftig werden geht das Eigenheim drauf und die Harzer bekommen alle von der Gemeinschaft bezahlt. Deshalb bleien Sie lange wie wöglich alleine zuhaue.

Bitte keine Feindbilder aufpusten.

@ Margitt:

Wenn -ältere- Menschen eine Seniorenwohngemeinschaft bilden u. einer davon, bekommt Hartz-IV oder Grundsicherung argwöhnen Jobcenter/Wohngeldstelle gleich, dass es sich um eine "Bedarfsgemeinschaft" handeln könnte.

Ist das so verkehrt? Also mir wäre es peinlich, wenn ich mir ungerechtfertigt soziale Unterstützung aneignen würde. Die Gesellschaft muss hier doch ein Recht haben, zu prüfen.

16:59, werner1955

>>zu groß (und leer) für sie allein ist
von Nettie @
leider auch ein Grund von massiven Grundsteuern, Gebühren und Mieterschutzrechten die einen wirtschaftlichen Verkauf oder Vermietung unmöglich machen.

Und wenn die Senioren Pflegbedürftig werden geht das Eigenheim drauf und die Harzer bekommen alle von der Gemeinschaft bezahlt. Deshalb bleien Sie lange wie wöglich alleine zuhaue.<<

Ich wundere mich immer wieder über Ihre negative Lebenssicht.

Ich vermiete nicht, weil ich es mir zum Glück leisten kann, es nicht zu tun. So kann ich in meinem eigenen Haus tun und lassen, was ich will und brauche auf niemanden Rücksicht zu nehmen. Mit all den massiven Grundsteuern und Gebühren zahle ich weniger als ich für meine Etagenwohnung in Neukölln Miete gezahlt habe.

Ihr Neid auf die Besitzlosen nimmt langsam drollige Züge an. Ich, für mein Teil, bin jedenfalls heilfroh, der Solidargemeinschaft nicht zur Last fallen zu müssen.

@ fs

„Ich vermiete nicht, weil ich es mir zum Glück leisten kann, es nicht zu tun.“

Was ja auch nicht unbedingt vorbildlich solidarisch ist, wo doch vorhandener Wohnraum dringend gebraucht wird.

@ werner1955

Und wenn die Senioren Pflegbedürftig werden geht das Eigenheim drauf und die Harzer bekommen alle von der Gemeinschaft bezahlt. Deshalb bleien Sie lange wie wöglich alleine zuhaue.

Da klingt aber ne Menge Frust durch. Sagen Sie mir aber bitte noch, was man von dem Guthaben auf dem Konto noch hat, so ganz am Schluss.

@Bender Rodriguez um 16:31 Uhr

"Dann werden demnächst viele schöne Wohnungen frei werden?"

Ich möchte daran erinnern, dass in den sehr alten (teilweise 150 Jahre alte Lehmbauten mit heruntergekommenem Dachstuhl und Einfach-Fensterverglasung im verwitterten Holzrahmen) Bauernhäusern auf dem Land vor allem Single-Rentner leben, die bald sterben werden. Vor allem dort werden Wohnungen frei.

@ Karl Maria Jose..., um 15:10

“ich glaubte, daß viele ein haustier haben, um nicht einsam zu sein.“

Ja, das trifft bei mir zu.

Als meine Frau vor 5 Jahren starb, war ich 72, und meine “Familie“ sind seither meine 4 Cavalier King Charles Spaniel-Mädels.

Ich vermisse meine Frau nach wie vor jeden Tag, doch ist dieses 16beinige, immer fröhliche und freudige Ensemble in der Lage, mich über die Zeit zu bringen, ohne in Selbstmitleid zu versinken.

Der Tag bekommt eine Struktur, einen festen Ablauf, auf den die Hunde größten Wert legen.
Dazu gehören auch tägliche Spaziergänge, die ich ohne sie kaum in dieser Regelmäßigkeit machen würde, und auf denen ich - gerade während der Coronazeit - viele sehr nette Hundefreunde getroffen habe.

Urlaub habe ich seit mind. 10 Jahren nicht mehr gemacht, doch das macht mir nichts aus.

Eine neue Beziehung möchte ich jetzt nicht mehr eingehen.

17:17, berelsbub

>>@ fs
„Ich vermiete nicht, weil ich es mir zum Glück leisten kann, es nicht zu tun.“

Was ja auch nicht unbedingt vorbildlich solidarisch ist, wo doch vorhandener Wohnraum dringend gebraucht wird.<<

Da, wo ich lebe, gibt es keine Wohnraumknappheit. Dafür eine Töpferei um die Ecke, die Konzerte veranstaltet und sich freut, wenn Musiker bei mir unterkommen können. Auch sonst ist mein Haus eigentlich meist voller Gäste. Ein ständiges Kommen und Gehen.

...ich hoffe...

Ich hoffe, das die neue BR das Thema "Kosten in Pflegeheimen" mit als erstes auf die Tagesordnung nimmt.
Die Pflegeheime werden meist von einem Konsortium geführt. Und ihr Ziel ist es die alten Menschen gnadenlos abzukassieren.
Wer ein Elternteil in einem Heim hat, der weiß wo von ich spreche.
Hier muss der Staat dieser Preistreiberei einhalt gebieten.
Ich finde es verwerflich alte Menschen so abzukassieren. Die Menschen, die das Land nach dem Krieg mit aufgebaut haben!

um 16:39 von berelsbub

//Es gibt ja nicht umsonst die Redewendung:

Das Geheimnis einer glücklichen Ehe ist es, sich so selten wie möglich zu sehen... :-)//

Nicht wahr!
Nach nun 1 3/4 Jahren homeoffice weiß ich nicht, wie ich eds den ganzen Tag ohne die Nähe meiner Frau aushalten soll.

8 Minuten reicht uns nichtmal zu Guten Morgen sagen.
Gerade eben komme ich von meiner Mutter im Nachbarhaus. War einfach nur zum Erzählen vom Tag da.

Miteinander Reden ist der Schlüssel zum Glück.

Da sind wir mitten im Thema Vereinsamung.

Wenn dort, wo die materiellen Umstände es zulassen, wenigstens keine Vereinsamung wäre... aber Pustekuchen.

Die Sprachlosigkeit ist die Wurzel des Übels.
Und wer nicht miteinander redet, der verliert auch das Verständnis für die Positionen des anderen. Das zerstört dann wieder die zwischenmenschlichen Beziehungen. Ein Teufelskreis!

17:26, WM-Kasparov-Fan

>>@Bender Rodriguez um 16:31 Uhr
"Dann werden demnächst viele schöne Wohnungen frei werden?"

Ich möchte daran erinnern, dass in den sehr alten (teilweise 150 Jahre alte Lehmbauten mit heruntergekommenem Dachstuhl und Einfach-Fensterverglasung im verwitterten Holzrahmen) Bauernhäusern auf dem Land vor allem Single-Rentner leben, die bald sterben werden. Vor allem dort werden Wohnungen frei.<<

Vor fünfundvierzig Jahren hätte ich großen Spaß daran gehabt, mit Gleichgesinnten in so ein Haus einzuziehen und es einigermaßen bewohnbar zu machen. Viele meiner Kumpels taten so etwas damals.

@ friedrich peter..., um 16:57

“Ich werde in einigen Monaten 77 und ich lebe allein und ich fühle mich wunderbar und frage mich manchmal ab warum ich das nicht schon immer getan habe.“

Da wagt man kaum zu fragen, wie das vorher bei Ihnen war.

Ich würde alles dafür geben, meine Frau wieder zu haben.
Auch wenn sich mein Leben nach Ihrem Tod so langsam eingependelt hat.

Aber es fehlt “die Seele“ in meinem Haus...

17:27 von harry_up

und bei der rasselbande wirst du sicher einen grossen garten mit terasse haben. da kannste das leben geniessen, wenn es nicht wieder regnet und stürmt. wünsche einen schönen abend mit dem getränk deiner wahl. ich trinke sylvaner

um 16:54 von born in stasi-land

//Meine Eltern sind heute deutlich über 65 und leben in Sachsen, wo ich aufgewachsen bin. 1989 bin ich dort weg, was sonst. Ab und zu bin ich dort zu Besuch, habe mir aber die Sprache abgewöhnt. //

Was sonst? Das ist doch Heimat! Wäre es nicht schön, wenn die Arbeit zu den Menschen kommt, statt Familien zu zerreißen damit die Menschen zu Arbeit kommen?

Ich kann nur hoffen, daß Mikrokreisläufe der Wirtschaft im Gefolge von Homeoffice wieder ans Laufen kommen. das bringt dann auch Handwerkern und Kulturschaffenden wieder ein Auskommen außerhalb der Metropolen.
Und hier rede ich von meinen Kindern.

um 17:34 von Knorlo

//Ich hoffe, das die neue BR das Thema "Kosten in Pflegeheimen" mit als erstes auf die Tagesordnung nimmt.
Die Pflegeheime werden meist von einem Konsortium geführt. Und ihr Ziel ist es die alten Menschen gnadenlos abzukassieren.
Wer ein Elternteil in einem Heim hat, der weiß wo von ich spreche.
Hier muss der Staat dieser Preistreiberei einhalt gebieten.
Ich finde es verwerflich alte Menschen so abzukassieren. Die Menschen, die das Land nach dem Krieg mit aufgebaut haben!//

Nun ja, es geht um die Bewirtschaftung der Pflege, nicht um Pflege, die sich irgendwie rechnet.
Auch das meinte ich mit "Eine Wirtschaft, die den Zweck hat, uns zu versorgen".

Und ich stimme Ihnen zu.

@WM-Kasparov-Fan 17:26

Mit Verlaub, das ist natürlich weit an der Realität vorbei. Zum einen wohnen alleinstehende Rentner zum Großteil nicht in verwitterten Häusern, zum anderen ist das auch ein sehr städtisches Thema. Wir vermieten in der Familie mehrere Mehrfamilienhäuser in mitteldeutschen Städten, in den letzten beiden Jahrzehnten hat sich bei Vollvermietung die Anzahl der dort wohnenden Personen um mehr als 1/3 verringert, knapp 15% der Wohnungen werden von alleinstehenden Senioren bewohnt. Natürlich stellt sich da auch die Frage, wie sich diese Konstellation auf die Mietpreise auswirkt, weniger Mieter pro Wohnung heißt mehr Nachfrage nach Wohnungen und dadurch ergeben sich steigende Mietpreise. Als Vermieter freuen wir uns, sozialpolitisch ist das natürlich eine Katastrophe. Sicherlich wäre hier ein Konzept zur Förderung gemeinsamen Wohnens eine mögliche Idee, dies muss aber auch von den Senioren gewünscht und realistisch sein.

17:02 von born in stasi-land

< Ist das so verkehrt? Also mir wäre es peinlich, wenn ich mir ungerechtfertigt soziale Unterstützung aneignen würde >

Es geht hier nicht um ungerechtfertige Unterstützung, sondern um gerechtfertigte.
Gehen wir davon aus, die Mitglieder einer Seniorenwohngemeinschaft haben sich über eine Anzeige gefunden. Kannten sich also nicht.
Das gibt es häufiger, weil schon ein gewisses Interesse gerade dort besteht, wo Mieten teuer sind, dass man sich die Wohnkosten mit anderen teilt.
Es wird dann aber kein Fremder für einen anderen Fremden für einen Teil des Lebensunterhaltes dieses Fremden aufkommen wollen?
Und umgekehrt will doch keiner, der wenig Rente hat, dem anderen sagen müssen, dass er Hartz-IV benötigt?

D. h. solche ansich begrüßenswerten Wohngemeinschaften unter Älteren wird es nur geben, wenn keiner davon Hartz-IV oder Grundsicherung benötigt.
Diejenigen, die aber Hartz-IV benötigen, für die wäre es viel wichtiger, wenn sie ihre Wohnkosten mit anderen teilen könnten.

Heimplatz woher nehmen und bezahlen?

Ich habe meine Mutter (83) bis zuletzt gepflegt und mit ihr gewohnt. Leider ist sie dieses Jahr verstorben. Als fast gar nichts mehr ging und ich auch die Pflege nicht mehr allein gewährleisten konnte, hieß es wir brauchen einen Heimplatz. Aber woher so schnell. Also kam sie erst einmal ins Krankenhaus.
Und was glauben sie? Der Tod war schneller als die Bürokratie.
Schlimm ist nur, dass sie den ganzen Rummel miterlebt hat und das Gefühl eine Last zu sein. Und so sollte es doch wirklich nicht sein!!!!

@ fs

„Da, wo ich lebe, gibt es keine Wohnraumknappheit“

Im südlichen Speckgürtel von Osnabrück und in der Stadt Osnabrück gibt es natürlich Wohnknappheit. Alleine ich könnte Ihnen 20 Bekannte nennen, die im Südkreis von Osnabrück nach Häusern / Eigentumswohnungen und einer verbesserten Wohnsituation in einer neuen Mietwohnung suchen. Und das oft seit Jahren

Am 29. September 2021 um 17:55 von Margitt.

Gehen wir davon aus, die Mitglieder einer Seniorenwohngemeinschaft haben sich über eine Anzeige gefunden. Kannten sich also nicht. Das gibt es häufiger, weil schon ein gewisses Interesse gerade dort besteht, wo Mieten teuer sind, dass man sich die Wohnkosten mit anderen teilt.
Zitat: Es wird dann aber kein Fremder für einen anderen Fremden für einen Teil des Lebensunterhaltes dieses Fremden aufkommen wollen?

Im Rahmen einer Wohngemeinschaft muss keiner der Mitbewohner für den anderen aufkommen.

Gerade das unterscheidet die Wohngemeinschaft von der Bedarfsgemeinschaft.

@ born in stasi-land: Anderes Beispiel

Beispiel:
Eine ältere Frau lebt nach dem Tod des Ehemannes allein in einem großen Haus. Sie will daher 2 oder mehr ältere Frauen aufnehmen. Eine davon hat Anspruch auf Hartz-IV.
Natürlich zahlen alle die anteiligen Wohnkosten dann an die Eigentümerin des Hauses.
Die Annahme einer Bedarfsgemeinschaft aller Frauen wäre hier nicht rechtens. Doch das wird die Behörde zunächst ignorieren. Denn die Behörde versucht in solchen Fällen immer eine Bedarfsgemeinschaft zu "konstruieren".
Das kann sehr peinlich werden für die Frau, der Hartz-IV zusteht, weil die anderen Frauen womöglich von der Behörde mitgeteilt bekommen, sie müssten die bedürftige Frau unterstützen.

Wer will sich schon freiwillig solchen Peinlichkeiten aussetzen?
Ich denke, dass dieses Konstrukt der "Bedarfsgemeinschaft" oftmals verhindert, dass es zu sinnvollen Wohngemeinschaften unter Älteren kommt.

@ Karl Maria Jose..., um 17:43

Danke für den netten Kommentar.

Ja, das trifft ziemlich zu, und eine Katzenklappe ermöglicht ihnen zu jeder Zeit, in den gut hundegesicherten Garten zu gehen, wann immer ihnen danach ist.

Hab einen Riesling “angestochen“, der wird am Abend genossen.

“Wohlsein!“

18:00, berelsbub

>>@ fs
„Da, wo ich lebe, gibt es keine Wohnraumknappheit“

Im südlichen Speckgürtel von Osnabrück und in der Stadt Osnabrück gibt es natürlich Wohnknappheit. Alleine ich könnte Ihnen 20 Bekannte nennen, die im Südkreis von Osnabrück nach Häusern / Eigentumswohnungen und einer verbesserten Wohnsituation in einer neuen Mietwohnung suchen. Und das oft seit Jahren.<<

Mein Haus ist ein Einfamilienhaus mit nicht trennbaren Lebensbereichen. Ich glaube kaum, daß Ihre Bekannten eine Wohngemeinschaft als verbesserte Wohnsituation betrachten würden.

Darstellung: