Ihre Meinung zu: Weltmächte einigen sich auf gemeinsame Linie gegenüber Taliban

23. September 2021 - 15:33 Uhr

Sie fordern eine repräsentative Regierung, Frieden und Stabilität in Afghanistan: Mit einem gemeinsamen Aufruf haben sich fünf Weltmächte an die Taliban gewandt - auch Russland und China sind an Bord.

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Kommentare

Das ist gut, …

dass sich die 5 der UN auf eine gemeinsame Erklärung geeinigt haben.

Können die Taliban nun vergessen, den einen gegen den anderen auszuspielen bei der Regierungsbildung in Afghanistan. Für China und Russland sind die Taliban sowieso der Islamistische Terrorismus direkt vor der Haustür, den sie ganz sicher nicht als Export im Haus haben wollen.

Sehr unerfreulich spannend bleibt es, was nun daraus wird.

Gemeinsamkeiten...

müssen stärker sein als eigene Interessen.
Es geht um Menschenleben und nicht um Profit, es geht um Frieden und nicht um Krieg...
Ich weiß, es war schon immer der Traum der meisten Menschen und es wird Zeit, denn es ist fünf vor zwölf.

Weltmächte einigen sich auf gemeinsame Linie gegenüber den Talib

Das ist gut. Aber eigentlich auch nur ein Minimum, nach einem zwanzigjährigen Desaster mit Drohnen, Oberst Klein und einer offensichtlich raffgierigen Politikerkaste von Verbündeten. Dem Unvermögen die Bevölkerung für sich zu gewinnen. Und dann einem überstürzten Abzug.

Betrachten wir es mal statistisch...

...dann wird dieses Einvernehmen (auf Basis umfangreicher empirischer Daten)...

...höchstens eine Woche halten.

@Postquestioner 16:01

"Es geht um Menschenleben und nicht um Profit, es geht um Frieden und nicht um Krieg...
Ich weiß, es war schon immer der Traum der meisten Menschen"

Der meisten Menschen - damit haben Sie recht.
Das Problem ist, dass sehr oft die anderen Menschen in Machtpositionen gelangen. Und das nicht nur durch Gewalt.
Viel zu oft werden solche Menschen auch noch dorthin gewählt - siehe Trump, siehe Erdogan, siehe Bolsonaro, siehe Duterte ...

Hoffentlich

TS: "Mit einem gemeinsamen Aufruf haben sich fünf Weltmächte an die Taliban gewandt - auch Russland und China sind an Bord."

Ich wünsche der erzielten Gemeinsamkeit Langlebigkeit.
Und hielte es für gut, wenn die UN, incl Sicherheitsrat, für die Zukunft wieder mehr an Gewicht gewinnen würde. Der Nato-Selbstmandatierungen für vermeintlich oder vorgeblich gute Zwecke sind es genug.

5 Weltmächte? Russland,

5 Weltmächte?
Russland, China, USA ?

Es kann nur eine Linie geben: absolutes Embargo. Nichts rein. Nichts raus. Komplette Nichtbeachtung der Terroristen.
Das führt sonst zu etlichen Nachahmern.

re 16:18 Bernd Kevesligeti: Das ist gut!

>>Die Weltmächte einigen sich auf gemeinsame Linie gegenüber den Taliban.
Das ist gut.<<

Und gut ist auch, dass wir uns tatsächlich mal in einer Wertung einig sind!

Und das finde ich deshalb besonders bemerkenswert, weil wir hier ja gemeinhin unterschiedliche "Weltmächte" vertreten. (Ihre weiteren Ausführungen betonen diese "Unterschiede" dann ja auch wieder wie gehabt.)

Ganz im Ernst:
Was zwischen uns beiden "Kleinen" hier funktioniert, funktioniert auch bei den "Großen". Man muss "nur" versuchen, nicht jede Entscheidung zu einem Wettbewerb mit einem Gewinner und einem Verlierer hochzustilisieren. In der Politik gibt es nämlich entweder nur Gewinner oder eben nur Verlierer. Und Verlierer hatten wir zuletzt genügend. Logischerweise auf allen Seiten.

Für mich war diese gemeinsame Festlegung ein sehr hoffnungsvoller Anfang und ich hoffe, dass sich die "Fünf" auch nach der Abstimmung mal etwas näher kommen durften.

Na ja

Ausgerechnet Russland und China, die ja die Menschenrechte im eigenen Land so „schätzen und schützen“ heben den Finger gegen die Taliban-Terroristen.
Was sind das doch für Pharisäer. Fehlt nur noch, dass die Türkei auch noch mit in dieses Lied einstimmt.

16:01 von Postquestioner "Es

16:01 von Postquestioner

"Es geht um Menschenleben und nicht um Profit, es geht um Frieden und nicht um Krieg..."

Ich stimme Ihnen zu, möchte jedoch eine Einschränkung machen. Nicht allen!

D. h. es gibt hier wie dort Politiker und auch verschiedene einflussreiche Interessengruppen (da ist dann unklar, wer eigentlich die Politik macht), die diese Prioritätensetzung nicht teilen. Und schließlich vielleicht auch manche "Untertanen", denen ggf., so sie zögern, ein Krieg als in ihrem Interesse stehend "vermittelt" werden muss.
Nicht dass erstere Krieg per se wollten, dass sie ihn aber im Sinne von "Kollateralschaden" als notwendiges Mittel zu "Höherem" bzw. Höherwertigerem betrachten.

Das klingt

erst mal gut, die Frage ist die Umsetzung, und wie lange das trägt.
Meist gibt es im Hintergrund ja auch andere Vorgänge, die abseits der Öffentlichkeit sind.
Wir werden die Ergebnisse ja irgendwann sehen.

Was soll das?

Seit dem Tag der Machtübernahme der Taliban kann man in allen möglichen Medien nahezu täglich über deren aktuell an der Bevölkerung verübten Verbrechen lesen. Sogar hier wurde darüber berichtet.
Sind und waren das nur Gerüchte und Vermutungen?
Fakenews gar?
Aber die Gemeinschaft aller anderen Länder will irgendwelche Beziehungen zu ihren knüpfen?
Das kann doch nur dazu führen, dass diese Verbrecher sich in ihrem Tun bestätigt sehen und die Welt an der Nase herumführen und ähnlich weitermachen, wie beim letzten Mal, als sie diesen Staat in Besitz genommen haben.
Wo sind die Sanktionen?
Wann werden die Konten der geflüchteten Regierungsmitglieder offengelegt und wann die Konten der Talibanverbrecher?
Das wäre doch kein Problem für den Westen. Nur damit auch die afghanische Bevölkerung sieht, dass es auch den Taliban nicht um Religion geht sondern um Geld und persönlicher Bereicherung, wie der vorherigen Regierung auch.

Keine Beteiligung von DE

" Mit einem gemeinsamen Aufruf haben sich fünf Weltmächte an die Taliban gewandt - auch Russland und China sind an Bord."
__
Na, dann scheint unser Engagement dort ja nicht so wichtig zu sein, obwohl DE das 3. grösste Kontingent an Soldaten stellte, ist die Meinung DE's jetzt wohl nicht mehr so wichtig.
Nichtsdestotrotz ist es natürlich sehr hilfreich, dass sich RUS und CHN den Forderungen angeschlossen haben. Die lassen sich ja nicht so schnell ein x für ein u vormachen.
Insoferm erst die Forderungen der intern. Weltmächte erfüllen, dann gibt's vermutlich auch wieder Finanzhilfen.

@17:36 von Bender Rodriguez

"Es kann nur eine Linie geben: absolutes Embargo. Nichts rein. Nichts raus. Komplette Nichtbeachtung der Terroristen.
Das führt sonst zu etlichen Nachahmern."

So viele Länder, in denen der Westen Krieg geführt und damit Verantwortung für das Schicksal eines Landes übernommen hat gibt es nun auch wieder nicht.
Bei den Saudis scheint es gar kein Interesse zu geben die dort unter Druck zu setzen. Die bekommen auch so ihre Deals und internationale Akzeptanz.

Am 23. September 2021 um 17:48 von OlliH

Ausgerechnet Russland und China, die ja die Menschenrechte im eigenen Land so „schätzen und schützen“ heben den Finger gegen die Taliban-Terroristen.
Was sind das doch für Pharisäer. Fehlt nur noch, dass die Türkei auch noch mit in dieses Lied einstimmt.
__
Eigentlich finde ich es gut, dass gerade diese beiden Staaten, die sich ansonsten meist enthalten oder ein Veto einlegen, diesmal beteiligen, auch wenn es da in puncto Menschenrechte noch Luft nach oben gibt, aber so erhalten die Forderungen an die Taliban schon mehr Nachdruck u.a. auch aus diesen Gründen, die Sie beschreiben. Da besteht halt doch noch ein gewisser qualitativer Unterschied, wie ich finde.

Es ist begrüßenswert, dass die

Großmächte mit einer Stimme sprechen. Hoffentlich verstehen die Taliban, dass es ernst gemeint ist.

Der erste Satz...

... sagt doch alles Wichtige: „Nach der Machtübernahme der Taliban ist die Wirtschaft zusammengebrochen.“
Sie wollten die Macht, jetzt haben sie sie. Aber damit auch die Verantwortung für die Bevölkerung. Die Taliban können es eben nicht. Und jetzt wird die Hand aufgehalten? Dann hätten die Truppen auch vor Ort bleiben können. Kostet dasselbe, aber die Bevölkerung hätte ein anderes Leben. Wie lange will man all diese Länder unterstützen? Wo bleibt die Eigenverantwortung dieser Staaten? Auch die der Geberländer für die eigene Bevölkerung?

Nichts rein nichts raus?

@17:36 von Bender Rodriguez

"Es kann nur eine Linie geben: absolutes Embargo. Nichts rein. Nichts raus."

Ist gemeint: ein absoluter Handelsboykott? Nichts rein, auch keine humanitäre Hilfe?

18:10 von Olivia59

"Bei den Saudis scheint es gar kein Interesse zu geben die dort unter Druck zu setzen. Die bekommen auch so ihre Deals und internationale Akzeptanz."

Ja, so sieht es wohl aus. Was den Schluss nahe legt, dass es noch vorrangigere Interessen gibt als die, die bei manch anderen (in dem Fall Afghanistan) unbedingt gelten sollen.

Am 23. September 2021 um 17:59 von nie wieder spd

Wann werden die Konten der geflüchteten Regierungsmitglieder offengelegt und wann die Konten der Talibanverbrecher?
__
Ihnen gegenüber wohl eher garnicht. Die Gelder werden zum grössten Teil auf irgendwelchen Banken deponiert sein, wurde jedenfalls kürzlich hier geschrieben. An das Geld kommen die Taliban m.W. nicht heran.
Was mit dem Geld von Herrn Ghani, bzw. das, was er mitgenommen hat, wird wohl SA informiert sein. Vllt noch die USA.

17:59 von nie wieder spd

//Das wäre doch kein Problem für den Westen. Nur damit auch die afghanische Bevölkerung sieht, dass es auch den Taliban nicht um Religion geht sondern um Geld und persönlicher Bereicherung, wie der vorherigen Regierung auch.//

Denken Sie, dass entsprechende Nachrichten zu der afghanischen Bevölkerung durchdringen? Und selbst wenn - werden die das auch glauben? Und selbst wenn sie es glauben, was könnten die tun? Sich bei einer Demonstration erschießen lassen?

Am 23. September 2021 um 15:58 von schabernack

Können die Taliban nun vergessen, den einen gegen den anderen auszuspielen bei der Regierungsbildung in Afghanistan. Für China und Russland sind die Taliban sowieso der Islamistische Terrorismus direkt vor der Haustür, den sie ganz sicher nicht als Export im Haus haben wollen.

Sehr unerfreulich spannend bleibt es, was nun daraus wird.
__
Auf jeden Fall, werden sich weder Putin noch Xi Jinping von den Taliban auf der Nase rumtanzen lassen. Die stellen da doch schon ein anderes Gewicht dar und jeder weiss, dass mit denen im Zweifel nicht gut "Kirschen essen" ist, was in diesem Fall nur von Vorteil ist.
Übrigens, vielen Dank für die Erklärung der Rechenaufgabe aus dem anderen thread.
Manchmal ist das Brett schon eher eine Planke !

wenig ist fraglos mehr als nichts

@ 18:27 von Watte

"Auch deshalb hat man wohl bei diesem Treffen kein verbindliches Dokument unterzeichnet und klare Forderungen an die Taliban formuliert."

Sie mögen vielleicht anderer Ansicht sein, ich halte den kleinsten gemeinsamen Nenner für besser als gar keinen. Angesichts der sonstigen Spannungen halte ich die Übereinkunft für positiv und hoffe, dass sie hält.

Die UN fordert

Und jetzt? Ich meine... aha?! Soso. Die UN fordert, aber was bringt das dem Kind, dass jetzt grade in dieser Sekunde in Afghanistan verhungert?
Was bringt es dem 14-jährigen Mädchen, dass jetzt grade von den Talisban erschlagen wird, weil man in der Öffentlichkeit ihre Schultern sehen konnte?

Eine gemeinsame Linie ist (nicht nur) hier die einzige Option

Diese Einigkeit im UN-Sicherheitsrat ist fast schon eine Sensation:
„Die fünf permanenten Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben sich am Rand der UN-Vollversammlung auf eine gemeinsame Linie gegenüber den radikalislamistischen Taliban geeinigt. Die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China riefen die Taliban nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan zur Bildung einer Regierung auf, die "alle Teile der Bevölkerung repräsentiert", wie UN-Generalsekretär Guterres sagte“

Aber nur fast, denn sich die Blöße zu geben, vor den Augen der gesamten Weltöffentlichkeit hierbei seine Unterstützung zu verweigern kann sich kein Politiker leisten:
Generalsekretär Guterres: „Demnach wollten alle fünf Weltmächte "ein friedliches und stabiles Afghanistan, in dem humanitäre Hilfe ohne Probleme und ohne Diskriminierung verteilt werden kann". Sie streben "ein Afghanistan an, in dem die Rechte von Frauen und Mädchen respektiert werden, ein Afghanistan, das kein Zufluchtsort für den Terrorismus ist“

19:15 @ Anna-Elisabeth

"Denken Sie, dass entsprechende Nachrichten zu der afghanischen Bevölkerung durchdringen? Und selbst wenn - werden die das auch glauben? Und selbst wenn sie es glauben, was könnten die tun? Sich bei einer Demonstration erschießen lassen?"

Mörderische brutale Diktaturen haben schon ihr Ende gefunden. Wenn die Bevölkerung nicht mehr wollte und der Diktatoren überdrüssig wurde. Nur braucht es Zeit und ein System das seine Glaubwürdigkeit verloren hat und langsam von innen heraus zerfällt.

Ob eingreifwillige Besserwisser und 'Helfer' von außen so lange warten werden ist die Frage, die man eigentlich fast immer mit Nein beantworten kann. Den Korrupten und Diktatoren hilft es ungemein an der Macht zu bleiben, wenn jemandem von aussen die Verantwortung für alles Schlechte zugeschanzt werden kann.

Gemeinsame Linie ist sehr zu

Gemeinsame Linie ist sehr zu begrüßen. China hat die Taliban Regierung aber bereits kurz nach der Machtergreifung anerkannt. Da scheinen Wirtschaftsinteressen und ungestörte Uiguren Gehirnwäsche Durchführung Priorität zu haben.

@teachers voice, 17:43 re 16:18 Bernd Kevesligeti: Das ist gut!

„Man muss "nur" versuchen, nicht jede Entscheidung zu einem Wettbewerb mit einem Gewinner und einem Verlierer hochzustilisieren. In der Politik gibt es nämlich entweder nur Gewinner oder eben nur Verlierer. Und Verlierer hatten wir zuletzt genügend. Logischerweise auf allen Seiten“

Exakt. Wäre gut für alle, wenn das möglichst jeder möglichst schnell erkennen würde.

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