Taliban führen Geschlechtertrennung an Hochschulen ein

12. September 2021 - 14:36 Uhr

Ob die Taliban-Regierung in Afghanistan Frauen weiterhin höhere Bildung zubilligt, war zuletzt unklar. Die neuen Machthaber kündigten nun an, dass Frauen Unis besuchen dürfen, aber nur noch von Männern getrennt lernen dürfen.

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Kommentare

Fast schon wegweisend

Auch in demokratischen Staaten wurde ja schon vor längerer Zeit festgestellt, dass Mädchen besser lernen können, wenn auf die Anwesenheit von Jungs verzichtet wird. Koedukation ist also nicht zwingend die bessere Wahl.
Insofern ist die talibanische Regelung ein echter und ungeahnter Fortschritt, wenn das für sämtliche Fachrichtungen gilt.
Ob männliche Schüler und Studenten dadurch benachteiligt sind, ist mir allerdings nicht bekannt. Zumindest werden männliche Pubertierende und ähnlich hormonell Eingeschränkte nicht abgelenkt.

Hätte man das nur vorher gewusst ...

"Die Koedukation steht im Widerspruch zu den Grundsätzen des Islam sowie zu den nationalen Werten, Sitten und Gebräuchen"

Ich fürchte, zum "Demokratisieren" und "Befreien" haben wir uns ausgerechnet eines der rückständigsten Länder der islamischen Welt ausgesucht.

"viele Männer seien ganz zufrieden mit den Regeln der Taliban"

Das auch noch! Wieso hat das 20 Jahre lang keiner gemerkt?

Wenn sich fast die Hälfte der Bevölkerung nicht selbsttätig ernähren kann und über 50% weder Lesen noch Schreiben können, dann sind Mädchenschulden und Brunnen zwar nicht ganz verkehrt, aber wohl nicht die drängendsten Probleme.
Vielleicht sollte man bei der geplanten "Aufarbeitung" auch die mangelnde oder fehlerhafte eigene Analyse des damaligen Ist-Zustandes ansprechen.

Veränderungen brauchen Akzeptanz, und wenn im Patriarchat der Mann keinen Job mehr hat, um seine Familie zu ernähren, dann wird er kaum ernsthaft die westlichen Besatzer unterstützen, oder eben nur solange, wie die Soldaten da sind

@ um 14:50 von AlterSimpel

„… und wenn im Patriarchat der Mann keinen Job mehr hat, um seine Familie zu ernähren, …“
Gerade in den ländlichen patriarchalen Gesellschaften ist es so, dass Männer meistens in Kaffee - oder Teehäusern sitzen, während ihre Ehefrauen auf den Feldern schuften. Und sich ganz Nebenbei noch um den Haushalt kümmern und die Kindererziehung.
Männer sind dort eigentlich eine völlig überflüssige Belastung für eine Familie.

da geht's nur in eine Richtung

und zwar rückwärts. Man hat ja wohl auch kaum etwas anderes erwarten dürfen.
Häufig habe ich hier gelesen, dass die Scharia - was ich vorher nicht wusste - nirgendwo niedergeschrieben und reine Auslegungssache sei. Die Formulierung "Unterricht nach den Regeln der Scharia" flößt mir grade deshalb eher Furcht ein. Ich rechne jedenfalls nicht damit, dass deren Auslegung ausgerechnet bei den Taliban besonders liberal ist. Im Artikel wird das ja durch die Berichte einer Frau auch schon angedeutet.
Wir erleben hier wohl die "Entwicklung" eines Gebäudes zur Ruine oder eines lebenden Körpers zur Leiche. Hat irgendjemand eine Idee, was wir hier für die Frauen, oder überhaupt für den Teil der Bevölkerung, der sich nach Freiheit sehnt, noch tun können?
Sehr beklemmend, das alles.

Frauenverachtende Gewaltherrschaft

Der Islam ist in seiner Frauenfeindlichkeit nicht zu überbieten, das ist aber Wesensmerkmal jeder patriarchalen Religion! Frauen wird etwas "zugebilligt", aber nur so weit, wie es den Taliban und Paschas passt. Gleichberechtigung und gleiche Menschenwürde und eben Bildung für jeden Menschen ungeachtet dessen Geschlecht Fehlanzeige.
Steht so eben nicht in Bibel oder Koran. Das lässt ja zweierlei Konsequenzen zu: religiöser Fundamentalismus und Fanatismus. Oder sich endlich von solchen Machwerken zu verabschieden und Bevormundung wie Unterdrückung dieser Gewaltherrschaften überwinden!
Als Frau kann man solche Diktaturen nur verlassen, sie aus sicherer Entfernung aktiv bekämpfen oder eben notgedrungen zu überwintern versuchen. Es gibt aber kein richtiges Leben im Falschen.
Mir fehlt da jedenfalls der Aufschrei von Frauen aus aller Welt!

@nie wieder spd, 14:47

Es fällt mir schwer, Ihren Beitrag ernst zu nehmen. Oder ist es gar Ihre Absicht, sich über die Entwicklung noch lustig zu machen?

Und?

Was geht uns das an?
Verstehen Sie mich nicht falsch, aber wir haben unsere eigenen Probleme...

14:50 von AlterSimpel --- Wir haben uns gar nichts ausgesucht

"Ich fürchte, zum "Demokratisieren" und "Befreien" haben wir uns ausgerechnet eines der rückständigsten Länder der islamischen Welt ausgesucht."

Wir haben uns nichts "ausgesucht." Afghanistan war die Rückzugsbasis für Al-Qaida, die Bin Laden & Co zur Planung und Steuerung der Anschläge im Westen benutzt hat, mit den Twin Towers als prominenteste Beispiele. Ein kriegerischer Akt, der nicht stehen bleiben konnte.

Als im Gegenschlag auch die Taliban von der Macht vetrieben wurden, war es naheliegend, dem Land die Möglichkeit zur Demokratisierung zu öffenen. Gemessen an den Wahlbeteiligungen der ersten Wahlen war das ein Angebot, das die Afghanen gerne annahmen.

Gescheitert ist das an den korrupten Führungsschichten, nicht am Willen der Afghanen selbst.
Sie alle dafür in "Kollektivhaftung" zu nehmen ist genauso westliche Ignoranz wie die unzureichende Analyse der Situation vor Ort eine Fehlleistung war.

14:47 von nie wieder spd

"Auch in demokratischen Staaten wurde ja schon vor längerer Zeit festgestellt, dass Mädchen besser lernen können, wenn auf die Anwesenheit von Jungs verzichtet wird."

,.

Vor wie viel längerer Zeit denn?
Also so ca. 1957 war das durchaus noch üblich.

Dass es dann aber später aufgegeben wurde, haben Sie offenbar nicht mitbekommen.

xx

"Koedukation ist also nicht zwingend die bessere Wahl."

,.

Das schließen Sie jetzt woraus?
Daraus, dass es aufgegeben wurde?

xx

"Insofern ist die talibanische Regelung ein echter und ungeahnter Fortschritt, wenn das für sämtliche Fachrichtungen gilt."

,.,

Daher weht der Wind. Die Taliban sollen verteidigt werden.
Und darum flunkern Sie, was in Deutschland passiert?

x

"Ob männliche Schüler und Studenten dadurch benachteiligt sind, ist mir allerdings nicht bekannt. Zumindest werden männliche Pubertierende und ähnlich hormonell Eingeschränkte nicht abgelenkt."

,.

Sie brechen ja eine Revolution vom Zaun. Mädchen sind geiler als Jungs. :-(

@14:50 von AlterSimpel

>> Ich fürchte, zum "Demokratisieren" und
>> "Befreien" haben wir uns ausgerechnet
>> eines der rückständigsten Länder der
>> islamischen Welt ausgesucht.

"Wenn wir, wo's lohnt, intervenieren,
Nennt man das demokratisieren.
Das heißt ein bisschen bombardieren
Und was noch steht, privatisieren"
((c) by Marc-Uwe Kling)

14:50, AlterSimpel

>>Ich fürchte, zum "Demokratisieren" und "Befreien" haben wir uns ausgerechnet eines der rückständigsten Länder der islamischen Welt ausgesucht.<<

Erstens ging es weder um demokratisieren noch um befreien, und zweitens habe ich mir überhaupt nichts in dieser Richtung ausgesucht.

Ich empfehle, sich mit den Gründen für den Afghanistanfeldzug vertraut zu machen.

>>Wenn sich fast die Hälfte der Bevölkerung nicht selbsttätig ernähren kann und über 50% weder Lesen noch Schreiben können, dann sind Mädchenschulden und Brunnen zwar nicht ganz verkehrt, aber wohl nicht die drängendsten Probleme.<<

Über 50% der Menschen sind Analphabeten, aber die Beschulungsrate von Mädchen (ich nehme an, das meinen Sie mit "Mädchenschulden") ist kein dringendes Problem?

Und Sie glauben nicht, daß die mangelnde Fähigkeit, sich selbst zu ernähren, eventuell auch mit mangelndem Wasser für den Ackerbau zu tun haben könnte?

Wird doch in

westlichen Demokratien zum Teil auch so gehandhabt.

Das System

ist doch recht praktisch für die Männer, sie trinken Tee und das andere Geschlecht muss arbeiten, und steht zur Verfügung wenn es dem Herrn passt.
Kann mir gut vorstellen, das die meisten Herren das nicht so schlecht finden, also eher für eine Änderung nicht primär zu haben sind.
Das sollte in all den Jahren niemand aufgefallen sein, Paschas und Machos gibt es ja in der Männerwelt einige, wenn auch nicht so wie von diesem System unterstützt.
Deshalb sollten wir auch nur Frauen und Kinder aufnehmen, das wäre besser, aus erwachsenen Männern, ist das schwer herauszubekommen.
Aber auf Bildern sieht das oft ganz anders aus, leider.

15:07, Ramo567

>>Und?
Was geht uns das an?
Verstehen Sie mich nicht falsch, aber wir haben unsere eigenen Probleme...<<

Was gehen mich Ihre Probleme an? Ich hab doch meine eigenen...

Merken Sie was?

15:16, Augustus Cäsar

>>Wird doch in
westlichen Demokratien zum Teil auch so gehandhabt.<<

Zumindest gibt es in "westlichen Demokratien" relativ starke Fraktionen, die es gern genau so handhaben würden. Aber ebenso gern von "unseren Werten" reden.

So ist das eben ...

Zitat: "Ob die Taliban-Regierung in Afghanistan Frauen weiterhin höhere Bildung zubilligt, war zuletzt unklar. Die neuen Machthaber kündigten nun an, dass Frauen Unis besuchen dürfen, aber nur noch von Männern getrennt lernen dürfen."

So ist das eben ...

20 Jahre hat der Westen unzählige Milliarden dafür ausgegeben, um die Afghanen für eine wie auch immer geartete westliche Demokratie zu begeistern.

Eine - zumindest auf dem Papier - 300.000-starke, von der USA und D aufgebaute afghanische Armee hat sich dazu entschieden, den 80.000 Taliban das Land kampflos überlassen.
Nicht unsere Verantwortung.

Wir können nicht durch die Welt gehen und in der Rolle des moralischen Oberlehrers anderen Länder belehren zu wollen, insbesondere wenn im Fall von Afghanistan mehr als 90 % der Menschen die Sharia wollen und wir im konkreten dann sowieso dilettantisch scheitern.

Q:

"https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/studie-mehrheit-der-mu…"

Tausende Jahre bis zur Emanzipation

In unserer Hemisphäre und unsereren modernen Gesellschaften bedurfte es tausender Jahre, bis Frauen sich ihre Anerkennung als gleichwertige und gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft erkämpft hatten.

In Afghanistan muss das nicht auch so lange dauern. Es mag Zeit brauchen, bis das in die Gesellschaft hineinwächst.

Aber: es ist weder das Ermessen der familiären Patriarchen noch der Taliban, das zu reglementieren.
Natürlich haben sie die (physische) Gewalt, das zu erzwingen. Aber das macht es nicht zum Recht.

Deswegen sollte sich jeder hüten, das als unveränderliche Situation zu billigen oder gar noch Gründe für die Rechtfertigung zu suchen.

@frosthorn

"Am 12. September 2021 um 15:01 von frosthorn
da geht's nur in eine Richtung

und zwar rückwärts. Man hat ja wohl auch kaum etwas anderes erwarten dürfen.
Häufig habe ich hier gelesen, dass die Scharia - was ich vorher nicht wusste - nirgendwo niedergeschrieben und reine Auslegungssache sei. Die Formulierung "Unterricht nach den Regeln der Scharia" flößt mir grade deshalb eher Furcht ein.[...]"

Ich war schon mal erfreut darüber, daß im Artikel die Sharia (Weg/Pfad) nicht mit dem islamischen Recht gleichgesetzt wurde, das heißt Fiqh. Sharia ist das, was man am ehesten mit dem christlichen Katechismus gleichsetzen könnte, das hinkt aber, da die Sharia viel weiter geht. Und Sie haben richtig gelesen, die Sharia ist nicht niedergeschrieben, sondern speist sich aus mehreren Quellen: dem Koran (wird dort explizit nur einmal erwähnt Sure 45 Vers 18), den Hadithen, der Sunna und anderen.

Die Taliban gehören einer Richtung an, die die Sharia besonders streng auslegen, den Deobanden.

@ frosthorn - 15.01 Uhr

"Hat irgendjemand eine Idee, was wir hier für die Frauen, oder überhaupt für den Teil der Bevölkerung, der sich nach Freiheit sehnt, noch tun können?
Sehr beklemmend, das alles."

Die Super-Idee habe ich auch nicht, leider! Aber wir alle könnten damit anfangen, weltoffen zu sein und die Frauen in Afghanistan wissen lassen, dass sie bei uns in Deutschland herzlich willkommen sind und sich hier frei entfalten können, ganz ohne Sharia oder Kleiderzwang.

Man half ev. weniger als wir glauben möchten

Nach den Berichten zu urteilen, hab ich den Eindruck, dass wir viel weniger im Zivilen getan haben, als wir glauben möchten:

1. USA hat sowieso von Anfang an nur militärische Ziele gehabt hat (kein nation-building) .(*)
2. Wir haben unsere Rolle als Retter (Krankenhäuser, Schulen aufbauen ec) in den letzten Jahren anscheinend aufgegeben (nur noch verschanzt..) (**)(***)

Q:
* TS, 31.8.2021 : „Es ging nie um Afghanistan“
**, ***: ARD, 10.11.20021: 9/11 , Zeitzeugen u.a.: eine Afghanin vom Kulturzentrum Berlin (**) und eine deutsche Soldatin (***)

@von wenigfahrer 15:16

"Deshalb sollten wir auch nur Frauen und Kinder aufnehmen, ...... ."

Als Grünwählerin plädiere ich für eine Frauenquote.

@ 15:03 von waldkauz <|> Wir melden uns

"Mir fehlt da jedenfalls der Aufschrei von Frauen aus aller Welt! "

Frauen können mehr als nur "aufschreien"! ;-)
Wir melden uns mit stichhaltigen Argumente und unterstützen Menschen- und Bürgerrechte.

Im Zweifel schon dadurch, dass wir Blogs oder Essays von afghanischen Frauen lesen oder einen Event mit Lesungen/Debatten afghanischer Autorinnen besuchen.

Aber um das klar zu sagen: ich stimme Ihnen zu, es bedarf der Solidarität von Frauen und Männern, um auf die Situation von Frauen in und außerhalb Afghanistans aufmerksam zu machen

@15:25 von Alexa d'Auteuil

>> In unserer Hemisphäre und unsereren
>> modernen Gesellschaften bedurfte es
>> tausender Jahre, bis Frauen sich ihre
>> Anerkennung als gleichwertige und
>> gleichberechtigte Mitglieder der
>> Gesellschaft erkämpft hatten.

Wenn das Ganze (Gleichberechtigung) ein Marathon wäre, dann wäre auch "unsere Hemisphäre und unserere moderne Gesellschaft" noch kilometerweit(!) von der Zielgeraden entfernt. -.-

@MehrheitsBürger, 15:10

"Als im Gegenschlag auch die Taliban von der Macht vetrieben wurden, war es naheliegend, dem Land die Möglichkeit zur Demokratisierung zu öffenen."

Genau, manche haben geglaubt, es liege nahe. Und das hat man sich dann ausgesucht. Andere haben das nicht geglaubt und gesagt, wir sollen das bitte lassen. Unsere Politik hat sich dazu frei entschieden.
Es ist ja nicht so, dass in den Nato-Ländern dazu eine Volksbefragung abgehalten wurde.
Und nun stellt sich heraus, dass unsere politischen Führer schlicht keine Ahnung hatten, worauf sie sich da eingelassen haben.
Und als das Volk das zu bemerken schien, hat man ihm was von Mädchenschulen und Brunnen erzählt.
Und 20 Jahre später will's wieder keiner gewesen sein ...

15:01 von frosthorn

«Wir erleben hier wohl die "Entwicklung" eines Gebäudes zur Ruine oder eines lebenden Körpers zur Leiche. Hat irgendjemand eine Idee, was wir hier für die Frauen, oder überhaupt für den Teil der Bevölkerung, der sich nach Freiheit sehnt, noch tun können?
Sehr beklemmend, das alles.»

Ein fürchterliches Desaster.

Nicht nur mit Schulen und Universitäten.
Ohne Männerbegleitung dürfen die Frauen kaum noch aus dem Haus.
Reicht aber, wenn der 6-jährige Sohn mit dabei ist.

Sport treiben dürfen Frauen auch nicht mehr.
Nicht joggen, nicht Fahrrad fahren, nicht Fußball spielen.
Alles mädchen- und frauen-untauglich.

Mehr tun können als das Taliban-Desaster auch weiter nicht wieder schnell aus den Augen verlieren kann man wohl nicht. Exil-Afghanen haben wohl noch die besten Möglichkeiten, Kontakt zu halten, und einigen die Ausreise aus dem Land der Taliban-Finsternis zu ermöglichen.

Den ca. 80% der besonders benachteiligten Landbevölkerung wird aber auch das nicht helfen können.

@ 15:07 von Ramo567

Zitat: „ Und?
Was geht uns das an?
Verstehen Sie mich nicht falsch, aber wir haben unsere eigenen Probleme...“

Auf der ganzen Welt gibt es Staaten, in denen Frauen nicht studieren dürfen und in denen großes Elend herrscht. Darüber wird aber nicht berichtet! Über Afghanistan wird diesbezüglich berichtet, weil man es mit Armeen, auch der Deutschen, nicht geschafft hat einen Scharia-Staat in eine Demokratie nach westlichem Vorbild und westlichen Moralvorstellungen zu verwandeln. Da hat man offenbar jetzt moralische Gewissensbisse - und wenn es um Moral geht sind wir Deutschen unangefochtene Weltmeister!

@ 15:34 von saschamaus75 <|> In mancher Hinsicht schon

"Wenn das Ganze (Gleichberechtigung) ein Marathon wäre, dann wäre auch "unsere Hemisphäre und unserere moderne Gesellschaft" noch kilometerweit(!) von der Zielgeraden entfernt. -.- "

In mancher Hinsicht schon.

Aber im Vergleich zu der Situation in Afghanistan oder Saudi-Arabien sind wir schon deutlich besser dran. Ich habe niemanden fragen müssen, ob ich einen Führerschein machen oder Autofahren darf.

PS: OK, ich musste meinen Dad fragen, ob ich seine kostbare Edelkutsche auf dem Fahrübungsplatz zum Trainieren benutzen darf. Aber das war im Vergleich mit den genannten Frauen wohl ein echtes "Luxusproblem" ;-)

@15:03 von waldkauz

"Als Frau kann man solche Diktaturen nur verlassen, sie aus sicherer Entfernung aktiv bekämpfen oder eben notgedrungen zu überwintern versuchen. Es gibt aber kein richtiges Leben im Falschen.
Mir fehlt da jedenfalls der Aufschrei von Frauen aus aller Welt!"

Was soll denn dieser Aufschrei bringen? Wer hätte überhaupt gedacht, dass die Taliban Hochschulbildung und Berufstätigkeit für Frauen zulassen werden.
Was genau ist Ihre Forderung? ...den Krieg noch einmal neu entfachen bis dort auch LGBTQ zwangsweise akzeptiert wird, weil eben Niemand auf dieser Welt in der gesellschaftlichen Entwicklung hinterherhinken darf? Sowas sollte man sich nicht einmal wünschen, weil es dann auch für uns gefährlich werden kann wenn wir partiell mal nicht zur Avantgarde gehören sollten und uns so eine Intervention einhandeln.

@AfD-Presseabteilung

"Am 12. September 2021 um 15:24 von Blitzgescheit
So ist das eben ...
[...] Wir können nicht durch die Welt gehen und in der Rolle des moralischen Oberlehrers anderen Länder belehren zu wollen, insbesondere wenn im Fall von Afghanistan mehr als 90 % der Menschen die Sharia wollen und wir im konkreten dann sowieso dilettantisch scheitern.

Q:

"https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/studie-mehrheit-der-mu…"

Selbstverständlich sind 90 % für die Sharia, so wie sicherlich auch 90 % der Christen für den Katechismus sind. Ihre falsche Gleichsetzung von Sharia und Fiqh (das islamische Strafrecht) wird auch durch die gefühlt 100. Wiederholung nicht richtiger.

Sharia gibt es auch im Christentum (Jakobiten) und im Judentum. Und im übrigen sollten Sie Ihre Quelle nicht nur zitieren, sondern auch lesen. Dieser Bericht macht nämlich die Unterscheidung und ist wesentlich differenzierter als Sie den Mitforisten hier weis machen wollen.

Eines der rückständigsten Länder

Eigentlich wunder ich mich nur, dass es in Afghanistan genug Männer gibt die studieren.
Die Frauen sicher, nur bei den Männern kommt die Religion doch ganz weit vor der Bildung.

Es ist der "Glaube"!

Nach der Messlatte eines fanatischen Gläubigen, egal welcher Anschauung und oder Religion, hier der Taliman - Islam - , wird sicherlich von vielen oder wenigen Menschen in diesem Staat, diese Taliman-Messlatte für richtig gehalten. Daß wir hier im Westen darüber nur den Kopf schütteln, ist unsere Sache! Auch wir hier im Westen haben ähnliche Zeiten durchmachen müssen, indem Frauen als Hexen lebendig verbrannt wurden,
und nicht selten! Summa Sum......: Jede Zeit fordert seine Opfer, es ist der Schmerz, der uns lehrt unseren Verstand zu schulen und zu bereichern! In 100 Jahren ist Afghanistan ein völlig andere Staat!

@fathaland slim, 15:15h

"Erstens ging es weder um demokratisieren noch um befreien, und zweitens habe ich mir überhaupt nichts in dieser Richtung ausgesucht"

Natürlich haben Sie sich nichts ausgesucht, wir wurden ja auch nicht gefragt. Es wurde ein Nato-Bündnisfall beschlossen.
Aber nachdem Al Kaida und die Taliban vertrieben wurden und Osama entwischt war, kam der Moment, als sich sie Nato aktiv entschied, nicht wieder abzuziehen.
Die Rechtfertigung für die Bevölkerungen daheim war Demokratie und Freiheit (auch unsere Freiheit, die ja bizarrerweise am Hindukusch verteidigt werden musste).
Natürlich war es auch verlockend, Militärbasen im Hinterhof zwischen Russland und China zu betreiben.

Klar ist für uns hier die Beschulung von Mädchen wünschenswert, aber man hat offenbar vergessen, die Männer dort davon zu überzeugen.

Und freilich sind Brunnen wichtig, aber auch da haben wir kläglich versagt, wenn 20 Jahre später knapp die Hälfte der Bevölkerung auf ausländische Nahrungsmittel angewiesen ist.

In Saudi Arabien

nicht anders, und das ist ein wichtiger Partner in der Region.

@15:44 von Alexa d'Auteuil

>> Aber im Vergleich zu der Situation in
>> Afghanistan oder Saudi-Arabien sind wir
>> schon deutlich besser dran.

Jepp, mit einem minimalen(!) Vorsprung von:
* ca. 100 Jahre Frauenwahlrecht
* ca. 50 Jahre eigene Berufsverträge und Konten
* ca. 30 Jahre Abtreibung und Homosexualität
DAS ist jetzt auf die Menschheitsgeschichte betrachtet zeitlich gesehen KEIN wirklich großer Vorsprung, den der Westen da hat. -.-

@Am 12. September 2021 um 15:46 von Anderes1961

Zitat: ""https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/studie-mehrheit-der-mu…"

Selbstverständlich sind 90 % für die Sharia, so wie sicherlich auch 90 % der Christen für den Katechismus sind. Ihre falsche Gleichsetzung von Sharia und Fiqh (das islamische Strafrecht) wird auch durch die gefühlt 100. Wiederholung nicht richtiger."

Das, was ich schreibe, muss ja auch nicht "richtiger" werden. Es ist und bleibt richtig, egal, wie oft diese Studie genannt wird. Deswegen müssen Sie doch nicht Ihre Haare ausraufen.

Sharia und Katechismus unterscheiden sich alleine dadurch - nur um anzufangen - dass Christen eine weltliche Gesetzgebung akzeptieren. Für Muslime, die die Sharia wollen, steht das islamische Recht an erster Stelle.

Da fängt es ja schon einmal an.

In Saudi Arabien ...

... studieren sehr viele Frauen. In keinem anderen muslimischen Land gibt es so viele Ingenieurinnen wie in Saudi-Arabien. Ich bin selbst Ingenieurin und wir kooperieren mit Firmen und staatlichen Institutionen in Saudi-Arabien.

Aber die Situation in Afghanistan ist eine komplett andere und die Taliban haben keinen Bezug zu Wissenschaft.

15:45 von Olivia59

"Was soll denn dieser Aufschrei bringen? Wer hätte überhaupt gedacht, dass die Taliban Hochschulbildung und Berufstätigkeit für Frauen zulassen werden."

.-.-.

Da ist viel Wahres dran.

Es ist besser, auf das Positive in der Entwicklung zu achten, als gleich auf eine Komplettänderung zu bestehen.

Allerdings ist es auch notwendig, sorgfältig die Entwicklung zu beobachten.

@Aber im Vergleich zu der Situation in Afghanistan 15:44 Alexa..

"oder Saudi-Arabien sind wir schon deutlich besser dran."

Aber noch lange nicht soweit, wie in vergleichbaren Regionen von Afghanistan.
Frag mal im Kurdengebiet, ob die Frauen da 'stillhalten'.
Die kämpfen mit ihren Männern.

Leider geht es es bei elementaren Dingen wohl nicht ohne Bewaffnung.
Vor dem homo faber kommt halt immer noch
der homo neanderthalensis sowie der homo hierarchicus

@ 15:53 von AlterSimpel <|> Nur wünschenswert ?

"Klar ist für uns hier die Beschulung von Mädchen wünschenswert, aber man hat offenbar vergessen, die Männer dort davon zu überzeugen. "

Ich vermute, diese Äußerung ist einfach nur einem Moment kompletter Gedankenlosigkeit und nicht dem wörtlichen Zutreffen von "Alter [..]" geschuldet.

Die Beschulung von Mädchen ist nur wünschenswert ?

Es handelt sich hier um ein Menschenrecht, das nicht zur Disposition von Zurückgebliebenen steht. Um die handelt es sich, weil Tausende Mädchen im Land Schulen mit Zustimmung ihrer Eltern besucht haben, aber eben nicht jeder Nachbar oder entfernte Verwandte dabei "mitgenommen" wurde. Letzteres konnte auch nicht die Voraussetzung für die Beschulung sein.

Entrechtete Frauen bekommen mehr Kinder

Afghanistan leidet an einer stark wachsenden Bevölkerung, die ohnehin für das karge Land viel zu groß ist. Vernünftige Herrscher würden zu diesem Zeitpunkt eine ein-Kind-Politik und eine Wirtschaftswachstumsorientierte Politik umsetzen.
Nicht die Taliban.
Was auf den ersten Blick unsinnig erscheint hat dennoch innere Logik. Dir Überbevölkerung kommt mittels Migration in nicht muslimische Gebiete, um dort schleichend die islamisierung voranzubringen.

15:43 von Hinterdiefichte

"und wenn es um Moral geht sind wir Deutschen unangefochtene Weltmeister"

,.,.,

Ja, sicherlich. Der eine betet diese Lüge vor, und andere beten sie gläubig nach.

An dieser Nachbeterei - tut mir Leid, Hinterdiefichte - kann man den unreifen Geist erkennen.

@fathaland slim 15:15

"Und Sie glauben nicht, daß die mangelnde Fähigkeit, sich selbst zu ernähren, eventuell auch mit mangelndem Wasser für den Ackerbau zu tun haben könnte?"

Ihre Frage suggeriert die Antwort von eventuellem Wassermangel für den Ackerbau.

Könnte auch sein, dass das Land für die stetig gewachsene Bevölkerung zu wenig Fläche für den Ackerbau aufweist.

Könnte auch sein, dass das Land seine Ackerbauflächen für den Devisen bringenden Mohnanbau freihält.

Das Land ist gebirgig und seine hohen Berge gehören zu den Ausläufern des Himalayas. Wassermangel ist dort nicht gerade wahrscheinlich.

Post-Scriptum-Antwort zu einer Ihrer Standardfragen aus einer Ihrer vorherigen Antworten an meine Person:

Ja, ich kenne einige Personen aus Afghanistan und bin davon auch mit der einen oder anderen befreundet. Nur unterhalten tue ich mich mit Ihnen auf deutsch, weil das afghanische Farsi dem schwer verständlichen "Switzerdeutsch" entspricht.

Re : AlterSimpel !

Der erste Satz könnte man auch so überschreiben, die alten Säcke von Männern, die doch tatsächlich glauben, sie seien das Wahre, legen sich alles so zurecht, wie sie es wollen. Und dies bedeutet eben, die Frauen sind nur Möbelstücke, die zufällig noch Kinder zur Welt bringen, auf dem Feld, im Haushalt oder am Haus arbeiten, die Kinder nach den Regeln des Mannes erziehen, und dann noch immer für den Sex bereit sein müssen.
Solche Männer sind nutzlos, und eine Schande für jeden Gott, falls es einen gibt !

@ wieder spd

Fast schon wegweisend

Wie haben die Taliban so schnell Fürsprecher im Forum rekrutiert? Ok, Spaß beiseite.


Auch in demokratischen Staaten wurde ja schon vor längerer Zeit festgestellt, dass Mädchen besser lernen können, wenn auf die Anwesenheit von Jungs verzichtet wird.

Klingt erst mal gut. Was Sie übersehen (übersehen wollen?) ist, dass bei den Taliban dann aber der Lehrer nur bei den Jungs ist und nicht bei den Mädchen.

15:56 von saschamaus75 <|> Hat das Einfluss auf die Bewertung ?

"Jepp, mit einem minimalen(!) Vorsprung von:
* ca. 100 Jahre Frauenwahlrecht
* ca. 50 Jahre eigene Berufsverträge und Konten
* ca. 30 Jahre Abtreibung und Homosexualität
DAS ist jetzt auf die Menschheitsgeschichte betrachtet zeitlich gesehen KEIN wirklich großer Vorsprung, den der Westen da hat. -.- "

Eine beeindruckende Aufzählung von emanzipatorischen Errungenschaften von Frauen. We did it !

Für diese für eine U30 Frau selbstverständlichen Rechte sind die zeitlichen Zuordnungen dann doch bemerkenswert.

Verstehe nur nicht, was das in dem Zusammenhang mit den afghanischen Frauen sagen soll ? Das sie mal "halblang" machen sollen mit ihren Ansprüchen ?

15:24 von Blitzgescheit

«Q:
"https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/studie-mehrheit-der-mu…

Sie müssen Ihre Quellen erst mal selbst lesen.
Dann wären Ihre Quellenverweise auch nicht ständig Rohrkrepierer für das, was Sie belegen wollen würden.

Genau wie mit der: "PEW-Review" Studie zur Scharia. Es reicht nie aus, Quelle-Hyperventilieren, nur weil da das Wort: "Scharia" drin steht. Man selbst aber gar nicht weiß (gar nicht wissen will), dass es in der Scharia die Unterscheidung in Zivilrecht und in Strafrecht gibt.

Beim Scharia-Strafrecht ist die große Mehrheit der Muslime weltweit gegen dessen Anwendung. Und im Zivilrecht geht es um Finanzielles, um Erbrecht, um Landrecht … und so was ähnliches.

Zu Schulen und Unis für Mädchen und Frauen verbietet die Scharia gar nichts. Man muss die gar nicht im Detail kennen. Wissen um Grundprinzipien reicht aus … und alles mehr ist auch viel zu sehr langweilig.

Mittelalter

Solche Zustände hatten wir hier ja nicht einmal im Mittelalter….
Na ja- Islam halt, aber verhandelt ruhig mit denen werte Bundesregierung

@ Blitzgescheit

Selbstverständlich sind 90 % für die Sharia

Ja selbstverständlich, was sonst?
Aber unter uns: Wenn da vorne jemand mit grimmigem Gesicht und Kalaschnikow steht, sind wir beide vermutlich auch im Zweifel für die Scharia.

"Und Sie glauben nicht, daß

"Und Sie glauben nicht, daß die mangelnde Fähigkeit, sich selbst zu ernähren, eventuell auch mit mangelndem Wasser für den Ackerbau zu tun haben könnte?"

Da laut UNODC der Opiumanbau in Afghanistan 2020 im Vergleich zu 2019 um 37% angestiegen ist, sage ich jetzt einfach mal nein...

Darstellung: