Ihre Meinung zu: Corona-Pandemie: Warum das Impfen in Spanien läuft

4. September 2021 - 18:29 Uhr

Während in Deutschland die Impfquote nur langsam steigt, geht es in Spanien deutlich schneller voran. Gut 70 Prozent der Menschen sind vollständig gegen Covid-19 geimpft. Das liegt auch an der Impfkultur im Land. Von Oliver Neuroth.

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Kommentare

Warum ist Spanien besser?

Weniger Querköppe.

Nicht so viele Covidioten

"Ein weiterer Faktor ist die Impfkultur in Spanien. Ende der 1970er-Jahre hat das Land eine Polio-Epidemie dank Impfungen besiegt, sagt Lobera. Es war die Zeit, als in anderen europäischen Ländern impfskeptische Bewegungen aufkamen. In Spanien konnten sie nicht Fuß fassen. Stattdessen erlangte das staatliche Gesundheitssystem ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Spanische Kinderärzte berichten, dass so gut wie keine Eltern die Schutzimpfungen für Kleinkinder infrage stellten."

Leider gibt es in Deutschland zu viel Covidioten. Ach nein die nennen sich ja Querdenker und treten sogar mit eigener Partei zu Bundestagswahl an.

Wenn diese Partei einen Sitz bekommt, muss diese/n Abgeordnete/n unbedingt jemand nach den Belegen für die 5000 Impftoten pro Tag in Deutschland fragen.
Angeblich besitzt die Partei diese streng geheimen Regierungsunterlagen.

Familie

Während des dortigen relativ harten Lockdowns haben die Menschen in den Familien zusammen gehockt. Da weiß man dann, dass man mit Impfung hauptsächlich die eigene Familie schützt.

Ja, hört sich nach vielen mit

Ja, hört sich nach vielen mit gesundem Menschenverstand an.

Allerdings kann ich mich auch bei uns nur an Eltern erinnern, die die Anfänge der Polio-Impfungen für Kinder vor Jahrzehnten dankbar aufgenommen haben, dito die Impfprogramme für Säuglinge und Kinder.

Warum sollte man also heute Leuten zureden müssen, wie einem lahmen Gaul, damit sie sich bei einer akuten und massiven Gefährdung impfen lassen?

Erfolgreiche Beispiele aus der Praxis sollten zum Nachmachen

animieren:

„Die Termine wurden zentral vergeben - per Anruf oder SMS mit knappem Vorlauf von ein oder zwei Tagen. Niemand musste sich selbstständig um die Corona-Impfung bemühen.
>> Das sei eine gute Strategie der Regierung gewesen, sagt der Madrider Soziologe Josep Lobera, der gerade eine Studie zum Fortschritt der Impfkampagne in Spanien erarbeitet hat. "Die Menschen haben einfach den Erfolg dieses vergleichsweise strengen Verfahrens miterlebt - in ihrer Altersgruppe: Gleichaltrige Freunde oder Nachbarn bekamen etwa zur gleichen Zeit einen Termin, ließen sich impfen, da wollte kaum jemand außen vorbleiben", erklärt Lobera. "Viele fühlten auch eine gesellschaftliche Verantwortung."

Warum macht man das dann also nicht einfach auch hier so?

Besser organisiert ...

... Statt Impfzentren auf der grünen Wiese j.w.d. hätten viel mehr und früher mobile Teams bürgernah organisiert weren müssen. Ebenso viel früher hätten Arztpraxen eingebunden weren müssen.
In Deutschland klappt vor allem ausufernde Bürokratie, dafür schwache Logistik - die kann nämlich das BMG nicht.

Solidarität kein Fremdwort

Der zentrale Satz stammt von dem Soziologen, der die Motivlage der Spanier erklärt:

"Viele fühlten auch eine gesellschaftliche Verantwortung."

Sowas nennt man wohl auch Solidarität, Rücksichtnahme, Mitdenken.

Welche gesellschaftlichen Kräfte für diese positiv besetzten Werte stehen, konnten wir heute auch in Berlin bei der 'Unteilbar'-Demo von einem bunten Querschnitt der demokratischen Zivilgesellschaft bei uns sehen.

In Spanien haben sich auch lange keine Rechtspopulisten breitmachen können (die ja unter 'Leerdenkern' immer vorn dabei sind).

Leider haben die nun den 'Genuss' der Vox-Partei und auch 6 % Impfgegner wie der Bericht sagt.

Das Netz mit seinen Verschwörungsmythen , seinen Aufwieglern, wissenschaftsfeindlichen Scharlatanen "wirkt" leider auch dort auf destruktive Weise.

Bleibt der aufrechte Gang der großen Mehrheit verantwortungsbewusster Demokraten und stolzen Spanierinnen und Spanier.

¡Salud! ¡Jesús!

Vielleicht sind Spanier

auch nicht so anfällig für Verschwörungstheorien und glauben nicht, so wie meine Nachbarin, dass sie Chips eingepflanzt bekommen, mit denen sie dann von Bill Gates ferngesteuert werden.

Warum ist Spanien besser?

Querdenker sind genau so lange Querdenker, bis ein Familienmitglied oder jemand aus dem engsten Bekanntenkreis an Covid19 stirbt. Danach ist der Spuk vorbei.
Und weil Deutschland "nur" ca. 1100 Tote pro Million Einwohner zu beklagen hatte, gibt es bei uns eben mehr Leute, die sich lächerlich machen, als in Spanien, wo die Quote bei 1800 liegt, also sehr viel mehr Angehörige und Bekannte getroffen worden sind.
_

60 oder 70 Prozent...

...das sind Werte, die sich nicht relevant unterscheiden.

Angefangen vom Beginn der Impfungen über die vorhandene Infrastruktur bis hin zu möglichen Wetterkapriolen gibt es so viele Gründe, warum die Quote schnell mal ein paar Prozentpunkte höher oder niedriger liegen kann. Statistische Unschärfe halt.

Auf jeden Fall kann man anhand dieser beiden Zahlen nicht sagen, dass Spanien besser und Deutschland schlechter impft.

Warum es dort besser läuft?

Nun vermutlich, weil wir im Gegensatz zu anderen Kulturkreisen hier in Deutschland in einer egozentrischen „Ich“-Gesellschaft leben. Familie und Gemeinschaftssinn hat einen geringeren Stellenwert. Es ist halt „En Vogue“ sich nur um sich selbst zu kümmern und sich selbst als den Mittelpunkt der Welt zu betrachten. Auf diesem Level dürften sich die Leugner und Quer-Spinner in etwa bewegen. Diese „Ich-über-alles“-Mentalität wird uns u.a. durch die Mainstream-Medien ja auch gerne mal als Erfolgsrezept verkauft. Also, wen wunderts?

Spanien vs. Deutschland

Und wie erklärt man dann, dass in Spanien die Inzidenz mit 270,49 doppelt so hoch ist wie in Deutschland mit 137,03?
Und die Zahl der COVID-Toten ist in Spanien mit aktuell 32,77 pro Million Einwohner sogar zehnmal so hoch wie in Deutschland mit 3,23.

Quelle: European Centre for Disease Prevention and Control (ecdc)

https://www.ecdc.europa.eu/en/cases-2019-ncov-eueea

Die Deutschen schauen etwas genauer hin

Vollständig geimpft gibt es bei einem Corona-Virus eigentlich nicht da die bekanntlich mutieren.Es gibt grundimmunisiert oder zweifach geimpft.Danach brauchen Risikogruppen jährlich eine "angepasste" Auffrischimpfung genau wie bei der Influenza.
Ist die Auffrischung nicht an die aktuellen Mutationen angepasst kommt es verstärkt zu Impfdurchbrüchen.Selbes Impfrisiko aber schlechtere Wirkung.Ich bin sicher sobald ein angepasster Impfstoff zur Verfügung steht werden die Leute in Deutschland auch wieder verstärkt zum Impfen gehen.Dabei kommt alles auf die Risikogruppen an.Die anderen kann man grundimmunisieren und dann ist erstmal gut.

Impfungen an Schulen

Warum machen wir nicht mehr Impfungen an Schulen? Zum Beispiel mit dem Impfbus. Kinder ab 14 können sich ja auch gegen den Willen der Eltern impfen lassen.

Die Realität in Spanien sieht vermutlich wieder anders aus

Was Spanien angeht: So hat man uns hier erzählt, dass es dort wegen Widerspruchslösung so viele Organspenden gibt.

Ja, gibt es. Nur interessiert das dort keinen, es wird immer persönlich mit den Angehörigen gesprochen und alles beredet.

Was Corona angeht: Spanien war trotz der vielen Impfungen bis vor paar Tagen ein Hochrisikogebiet. Wahrscheinlich hat das zu Impfbereitschaft beigetragen, und nicht irgendwelche Sanktionen und Maßnahmen.
Auch aktuell ist die Inzidenz dort höher,als in Deutschland - trotz der vielen Ungeimpften hier.

@ Nachfragerin

Die meisten Infektionen haben keine oder nur schwache Symptome. Das kostet die Versicherer gar nichts.

Irgendwo habe ich gelesen, dass man die Kosten pro Infektion auf durchschnittlich über 1.000 Euro schätzt. Eine Impfdosis kostet glaube ich 12,50 Euro.

@GeMe

"Nicht so viele Covidioten" Am 04. September 2021 um 20:00 von GeMe

*

Womöglich sind echte - ich zitiere Sie - Covidioten diejenigen, die denken, dass viel impfen viel hilft.
Siehe bitte heutigen Inzidenzwerte:

Deutschland 80,7
Spanien 98,3

@ Nachfragerin, um 21:25

re @ Koeln 2020, um 18:58

Das ist natürlich richtig, aber ich denke, Sie haben schon richtig verstanden, was gemeint war.
3 Wochen Intensivstation sind zwar rel. selten, sind jedoch ausgesprochen kostenintensiv - abgesehen von allem anderen.

@20:07 von Kokolores2017

//Allerdings kann ich mich auch bei uns nur an Eltern erinnern, die die Anfänge der Polio-Impfungen für Kinder vor Jahrzehnten dankbar aufgenommen haben, dito die Impfprogramme für Säuglinge und Kinder.

Warum sollte man also heute Leuten zureden müssen, wie einem lahmen Gaul, damit sie sich bei einer akuten und massiven Gefährdung impfen lassen?//

Vielleicht hängt das damit zusammen, dass man früher nicht mit so vielen Verschwörungstheorien konfrontiert war. Auch das Für- und Wider wurde nicht so ausführlich durchgekaut. Vielleicht war auch die "German Angst" noch nicht so ausgeprägt. Vielleicht auch alles zusammen? Ich weiß es nicht.

Datenbasis und Motive für Impfskeptiker

60% Geimpfte in Deutschland sind ca. 50 Mio Menschen. Hinzu kommen ca. 3,5 Mio statistisch erfasste Genesene. Zu diesen zählen eigentlich noch asymptomatisch Genesene, die nicht bekannt sind, deren Dunkelziffer aber lt. Prof. Streeck mit dem Faktor 5 einzuschätzen wäre, also ca. 16,5 Mio. Das sind in der Summe ca. 70 Mio von 83 Mio Einwohner = 84%. Hinzu kommen weiterhin ca. 10 Mio Kinder, für die es keine Impfempfehlung gibt. Mir ist schon klar, dass es unter den asymptomatisch Genesenen auch viele gibt, die trotzdem geimpft wurden, so dass die Addition etwas unkorrekt ist.
Die Impflücke ist allerdings kleiner als die suggerierte.

Hinsichtlich des Impfmotivationsunterschieds zwischen Spanien und Deutschland könnte dieser darin bestehen, dass, wie wir in Deutschland oft in der Vergangenheit gezeigt haben, multilateral veranlagt sind und zugunsten notleidender Staaten gern auf unsere Dosen verzichten.

@Anton2, 22:02

„Ich bin sicher sobald ein angepasster Impfstoff zur Verfügung steht werden die Leute in Deutschland auch wieder verstärkt zum Impfen gehen“

Sie übersehen beim „genauen Hinschauen“ das Entscheidende: Die Leute (überall, nicht nur in Deutschland) müssen JETZT zur Impfung gehen, um dem Virus die „Gelegenheit“ zu immer neuen Mutationen zu nehmen. Und damit den Leuten die Notwendigkeit zu immer weiteren auf die „angepassten“ Auffrischimpfungen zu ersparen. Die durch sofortiges Impfen(-lassen) vermeidbar sind bzw. wären.

Neue Normalität

Es sollte jedem klar sein, dass völlig egal, wieviel wir impfen, dass wir mit dem Virus werden leben müssen. Die Motivation, dass man ein Leben wie vor Corona zurückbekommt und unbeschwert Party machen kann bleibt wohl eine Illusion; beim Anblick vom Zustand im fast vollständig durchgeimpften Israel kann man das derzeit sehr gut sehen.

@ Am 04. September 2021 um 22:02 von Anton2

> Ich bin sicher sobald ein angepasster Impfstoff zur Verfügung steht werden die Leute in Deutschland auch wieder verstärkt zum Impfen gehen.

Es werden sicher auch einige zum Impfen gehen, wenn endlich die nach dem klassischen Totimpfstoff-Prinzip hergestellten Präparate z. B. von Novovax auf dem Markt sind, weil den in blitzartiger Zeit entwickelten neuartigen mRNA- und Vektorimpfstoffen misstraut wird. (was auch ein gutes Recht ist, nur wird man dann ja direkt in die Querdenker-Ecke geschoben)

22:28 von Tada | Natürlich hilft Impfen

Die wissenschaftlichen Daten belegen,
dass Geimpfte deutlich seltener, und wenn schon, dann weniger schwer am Virus erkranken.

Die Inzidenzen sind en gros betrachtet eine Erscheinung unter Ungeimpften.

Insofern sagen die von Ihnen angeführten Inzidenzwerte nicht das, was sie vermutlich suggerieren möchten.

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Geimpfte können sich anstecken und stecken andere an.

@23:04 von MRomTRom
Und wissenschaftliche Studien belegen keineswegs die häufig kolportierte Meinung.
Lauterbach beruft sich am 14.8. per Twitter auf neue Studien: „Wahrscheinlich schützt Impfung nur noch 50% vor Ansteckung. Und 20% der Angesteckten nach Impfung bekommen LongCovid.“

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