Ihre Meinung zu: 30 Jahre Augustputsch: Als die Sowjetunion unterging

19. August 2021 - 7:12 Uhr

Vor 30 Jahren wollten kommunistische Hardliner den Reformen Gorbatschows ein Ende bereiten. Ein Putsch sollte den Zerfall der Sowjetunion aufhalten - und bewirkte doch ihren endgültigen Untergang. Von M. Wilczynski.

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Kommentare

Der Untergang ...

... der Sowjetunion hat Osteuropa die Freiheit geschenkt.

Wirklich schade

Das war der Zeitpunkt, an dem man sich gedacht hat, jetzt oder nie", sagt der Historiker und damalige Student Alexej Merkisch. "Jetzt werde ich frei, jetzt bekomme ich meine Rechte, jetzt werde ich nicht mehr regiert, werde ich nicht verwaltet, sondern kann auch selbst etwas entscheiden."

So ist es leider nicht gekommen.
Es war nur der Weg von einem totalitären System un ein anderes.
Nichts desto trotz wünsche ich den Bürgern Russlands dass der Wandel gelingen möge,für eine bessere Zukunft.
Ach ja,der größte politische Schaden ist,
das verkrustete geopolitische Denken von Putin.

Totengräber der Sowjetunion

>>> Noch heute gilt Gorbatschow in den Augen vieler Ex-Sowjetbürger als ihr Totengräber. <<<
.
Warum wird das negativ dargestellt?
Der Totengräber ist in diesem Fall doch was positives.
Zumal Gorbatschow die UDSSR nicht auflösen wollte. Jelzin, der die Abspaltung der Teilrepublik Russland forcierte, brachte die UDSSR zum Einsturz. Gorbatschow und Jelzin waren sozusagen Gegner.
Vielleicht wird er auch deshalb in Russland nicht als der große Befreier gefeiert.

Michail Gorbatschow ...

... ist das berührende Beispiel dafür, dass aus dem Schoß der Diktatur heraus doch auch die Freiheit entstehen kann. Viele Russen hoffen heute auf einen zweiten Michail Gorbatschow, der die Trägheit und Korruption überwindet.

Erst 30 Jahre sind vorbei?

30 Jahre erst sind seitdem vergangen?
Mir scheint, es waren 50 Jahre..
Ich war damals mit einer Freundin in Hamburg. Kurzurlaub, Museen, Restaurants, Bars, Hafenrundfahrt...
Trotzdem war es schwer, das Hotelzimmer zu verlassen, denn dort stand der Fernseher und es war extrem spannend, die Entwicklungen in der UdSSR zu verfolgen. Internet und Handys gab es ja noch nicht.
Wir haben uns dann gesagt, der Kommunismus geht auch ohne uns unter (oder weiter) und haben in den völlig überfüllten Alsterarkaden erstmal was getrunken.

geopolitische Katastrophe

"Wladimir Putin bezeichnete den Zusammenbruch gar als schlimmste geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts."

Womit er Recht hat.
Millionen von Menschen waren keine "Russen" mehr.
Alle sich abspaltenden Republiken wussten damals nicht wie sie sich finanzieren sollten. Ging früher ja alles von Moskau aus. Der Handel und die Versorgung der Bevölkerung war nicht mehr gesichert.
Tausende Soldaten und millitärisches Gerät, auch Atomwaffen mussten so schnell es ging nach Russland zurück. In vielen Teilen Ex-Russlands war die Versorgungslage prikär.

In der DDR hatte man mehr Glück.
Da wurde die Verfassung extra umgeschrieben damit eine Wiedervereinigung stattfinden konnte.
Diese Zeit hatten die Russen nicht.

@ 09:03 Der Nachfrager- Zeit…

„ Alle sich abspaltenden Republiken wussten damals nicht wie sie sich finanzieren sollten. Ging früher ja alles von Moskau aus. Der Handel und die Versorgung der Bevölkerung war nicht mehr gesichert.
Tausende Soldaten und millitärisches Gerät, auch Atomwaffen mussten so schnell es ging nach Russland zurück. In vielen Teilen Ex-Russlands war die Versorgungslage prikär.“

Das Baltikum z. B. konnte sich erst 1992 befreien. Es war also keinesfalls so, dass bereits alles in 1991 zu Ende ging…

Die meisten Menschen im Baltikum sahen es als ihre Befreiung vom russischen Joch an.

Kaum jemand trauert den Russen nach. Und als Katastrophe des Jahrhunderts würde man es ansehen, wenn die Russen zurück kämen…

Geboren: 2. März 1931 (Alter 90 Jahre)

Michail Sergejewitsch Gorbatschow
Allem zum Trotz,hat Gorbatschow einn hohes Alter erreicht.
Hier ist ihm weiter gute Gesundheit zu wünschen und dass Er noch lange erhalten bleibt.
Er war und ist kein Gutmensch,sondern ein guter Mensch.
Auch wenn ihm nicht alles gelungen ist und er sich wie jeder Mensch das eine und andere mal geirrt hat.
Ich sehe heute noch Jelzin,wie er ihn mit seinem Zeigefinger demütigte,mehr möchte ich zur Person Jelzin nicht schreiben.
Am Ende führte es zu Putin und in ein autoritäres System.

@09:03 von Der Nachfrager

>> Da wurde die Verfassung extra
>> umgeschrieben damit eine
>> Wiedervereinigung stattfinden konnte.

Wo wurde die Verfassung denn umgeschrieben? oO

Das Einzige, was mir bekannt wäre, ist, daß im Jahre 1993 nach Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen dieser Art. 16a GG kam. -.-

30 Jahre Augustputsch: Als die Sowjetunion unter....

Wie sich die Welt verändert. Nach 1991 die ursprüngliche Akkumulation, die Koupon-Privatisierung, die Zerstörung des Landes und der Industrie, Enteignung der Bevölkerung durch die Hyperinflation, die Entstehung der Oligarchen. Die Lebenserwartung um 8 Jahre herunter (wer sehnt sich heute in Russland dahin zurück?). Dann Michael Gorbatschow 1996 bei den Präsidentschaftswahlen mit einem halben Prozent der Stimmen (wie kommt´s nur). Beliebt nur außerhalb des Landes. Inzwischen aber auch nicht mehr so, wegen seiner Mahnungen zu Abrüstungsvereinbarungen.

Jetzt eine sich verändernde Welt: Ein Vietnam der Nato in Afghanistan. In Zukunft der Bedeutungsverlust bisheriger Mächte und hin zu einer mehr multipolaren Welt.

mittelasiatische Kulturen

@Der Nachfrager, 9:03 Uhr

Die meisten Menschen in den sich abspaltenden Republiken wollten diese Freiheit aber, wollten ihre eigene Kultur mit Traditionen wieder leben dürfen, in den Schulen ihre eigene Sprache sprechen dürfen u.s.w. Sie haben dafür protestiert.

Viele Regionen waren ländlich geprägt und konnten sich gut versorgen.
Geld ist nicht alles - besonders wenn es nur in Verwaltugen u.ä. fließt.

Was mich immer

wieder wundert.
Es wird bei diversen Gegebenheiten, z.B. dem Einmarsch in Afghanistan, von einschlägiger Seite immer sehr viel Wert auf die Unterscheidung Sowjetunion-Russland gelegt.
Die SU war ja nichts anderes als Russland, umgeben von einem Gürtel annektierter und unterdrückter Staaten.

@ Nachfrager

"Wladimir Putin bezeichnete den Zusammenbruch gar als schlimmste geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts."
Womit er Recht hat.

Schlimmer als der Zweite Weltkrieg?
Putin ist historisch gesehen verhältnismäßig unbeleckt.

Boris Jelzin

Jelzins mutiger Aufruf an das russische Volk zum Generalstreik, der im Artikel ja auch erklärt wird, hat geholfen, den konservativen Putsch endgültig als sinnlos darzustellen.

08:39 von Günter Schollatur

Der Untergang... der Sowjetunion hat Osteuropa die Freiheit geschenkt.
#
Das ist schlicht und einfach auf den Punkt gebracht!

@ 09:38 von in Zukunft

Eine funktionierende und nach Regeln arbeitende Verwaltung ist erst einmal kein Hindernis sondern ein Garant dafür, dass Menschen gleich und fair behandelt werden, und ist in diesem Sinne ein Schutz gegen Willkür.

Zusammenbruch der Sowjetunion

Putin übertreibt mit Absicht. In Wirklichkeit war der Zusammenbruch der Sowjetunion keine Jahrhundertkatastrophe, sondern eine Chance für einen Neuanfang. In Russland wurde diese Chance vertan, weil sich die Oligarchen und ihre politischen Handlanger des Landes bemächtigten.

...ttestEineMeinung: Ein Hoffnungsschimmer für alle...

... die unter der Sowjetdiktatur gelitten haben, die sich nach Freiheit und Mitbestimmung sehnten.

Länder die bisher von Russland dominiert wurden konnten sich emanzipieren.
Es folgte eine Zeit von Meinungsfreiheit, beginnender Demokratie und zumindest geschichtswissenschaftlicher Aufarbeitung der Verbrechen gegen die Bevölkerung in Russland während der Diktatur.
Die Menschen erhielten Anteilsscheine am bisherigen "Volkseigentum".

Leider wurde der Aufbruch gekapert von mafiösen Strukturen - massgeblich aus dem Geheimdiensapparat der UDSSR.

"Oligarchen" nutzten die Not von Menschen aus und rafften das "Volkseigentum" für ein Almosen an sich - teils unter Ausnutzung der Not der Menschen, teils durch Betrug oder mit Gewalt.

Mich wundert nicht, dass so viele Menschen in Russland heute nur noch hoffen, dass ein "starker Mann" ihnen wenn schon nicht die Not, dann wenigstens die Unsicherheit nimmt.

Doch es gibt noch andere, die für Russland eine bessere Zukunft erhoffen und fordern!

Jelzin - Totengräber der Demokratie.

@08:52 von Mischpoke West
Jelzin hätte echte demokratische Wahlen 1996 nicht gewonnen. Der kommunistische Kandidat Gennadi Sjuganow lag uneinholbar vorn. Dank der katastrophalen Ergebnisse von Jelzins Politik gewann 1995 die Kommunistische Partei Russlands die Parlamentswahlen.

Die USA unterstützten Jelzin mit Millionen. Sie schickten "Berater".
Versammlungen von Jelzins Gegner wurden gestört, Hotels abbestellt.
Die Kampagne, die einen im 1stelligen Umfragetief dümpelnden Kandidaten zum angeblichen Wahlsieger machte, wurde auch von investigativen Journalisten bei uns beschrieben.

30 Jahre Augustputsch heißt,

30 Jahre Augustputsch heißt, dass wir fast 30 Jahre mit den bekannten Geschehnissen erleben müssen, wie Russland versucht, diesen als Niederlage empfundenen Tiefpunkt wieder zurück in alte “Stärke“ zu drehen. Die Amis haben sich damals zu früh über die Sache gefreut, dass nun der ewige Wiedersacher um die Vormachtstellung in der Welt untergegangen wäre. Putin hat dann bald dafür gesorgt, dass aus allem nichts anderes als ein Pyrrussieg wurde und versucht Russland als in alter Stärke zurückgekehrt, mit immer gefährlicheren Paradestückchen zu beweisen. Mittlerweile sind aber zu der gefährlichen Rückkehr Russlands auch noch andere mindestens genauso gefährliche Staaten im Spiel um Vorherrschaft dazu gekommen und amerikanische Präsidenten haben selber die Amerikas Macht teils durch ihre eigenen Teils psychopathischen Persönlichkeitsstrukturen oder aber durch Unfähigkeit und Unwille sich in die als notwendigen zu erachtenden Verhältnismäßigkeiten der jeweiligen Lage einzudenken, zerstört.

Gorbatschow, Russland heute

Er gilt als Symbolfigur für Freiheiten, Perestrojka und Glasnost. Und hat im Prinzip erfüllt, was seine Vorgänger bereits auf den Weg brachten. Die Zeit war Gorbatschow ein absolut positiver Politiker nach den Jahren der Sowjetherrschaft. Leider scheinen Wegbegleiter und Mitträger dieser neuen Freiheiten verschwunden zu sein-und im Selbstverständnis mancher Russen überwiegen eher die negativen Eindrücke. Putin heute hat im Vergleich zu Gorbatschow ein stark-negatives Image im Westen. Die Gründe kennen wir. Kritik oder Verweis auf Sowjetzeiten waren Anno 1991 verpönt wie heute der Versuch, etwas Positives an Putins Politik zu sehen. Das zeigt auch, wie sich Meinungstrend und medialer Umgang umkehren können. Russland geht seinen Weg als politisches System. Es dauert, bis man sich dort zurechtgeruckelt hat.Das war von Anfang an Kennern des Systems klar. Es braucht Generationen, Staatsapparat, Parteienherrschaft und deren Strukturen zu überwinden. Der Eiserne Vorhang ist weg- das zählt.

@ Bernd Kevesligeti

Jetzt eine sich verändernde Welt: Ein Vietnam der Nato in Afghanistan.

Nicht nur die NATO verlässt mit gesenktem Haupt Kabul. Auch die Sowjetunion musste 1989 diese Lektion schlucken.

...ttestEineMeinung @

"@ Nachfrager

"Wladimir Putin bezeichnete den Zusammenbruch gar als schlimmste geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts."
Womit er Recht hat.

Schlimmer als der Zweite Weltkrieg?
Putin ist historisch gesehen verhältnismäßig unbeleckt." [sic!]

Ich bin sicher er meinte damit die grösste geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts für ihn persönlich.

Aber wie war das mit dem chinesischen "Krise", das sich aus den Schriftzeichen für "Konflikt" und "Chance" zusammensetzt?

Er hat seine Chance in der Krise gesehen, die mafiösen Strukturen unter seine Kontrolle gebracht und die grösste Kleptokratie der Welt errichtet.

Mit den Billionen die er und seine Clique im neuen Jahrhundert dem russischen Volk gestohlen haben, dürfte sich die persönliche "Katastrophe" inzwischen relativiert haben...

Ein Glücksfall für die Menscheit

Die Auflösung der Sowjetunion war ein Glücksfall für die Menschheit. Der Kommunismus war politisch, wirtschaftlich und moralisch schon lange vorher am Ende. Gorbatschow musste letztlich die Erfahrung machen, dass sich ein totalitäres System nicht reformieren lässt.

Die schon unter dem Zarenreich und weiter unter der SU einverleibten Völker bekamen ihre Unabhängigkeit und Freiheit, die als Vasallen gehaltenen Europäer vom Baltikum über Polen nach Ungarn und die Donau entlang ihre Selbstbestimmung und im Inneren musste der GULAG-Staat den Menschen zunächst mal ihre Freiheit geben. Heute ist die schon wieder bedroht.

"die schlimmste geopolitische Katastrophe"???

Diese Meinung scheinen die Länder, die die Sowjetunion verlassen haben, nicht zu teilen. Wenn diese Länder genauso denken würden - wie in der Überschriftenzeile formuliert - hätten diese Länder ja schon längst einen Antrag stellen können, in den russischen Staatenverband wieder eingegliedert zu werden. Das haben sie meines Wissens nicht getan. Ein guter Anlass darüber nachzudenken, wieso die ehemaligen Länder der Sowjetunion sich der Meinung, dass der Zerfall der Sowjetunion die schlimmste geopolitische Katastrophe sei, nicht anschließen wollen.

...ttestEineMeinung @19. August 2021 um 09:41 von DerVaihinger

"Was mich immer

wieder wundert.
Es wird bei diversen Gegebenheiten, z.B. dem Einmarsch in Afghanistan, von einschlägiger Seite immer sehr viel Wert auf die Unterscheidung Sowjetunion-Russland gelegt.
Die SU war ja nichts anderes als Russland, umgeben von einem Gürtel annektierter und unterdrückter Staaten." [sic!]

Da haben sie recht.
Die Sowjetunion war immer eine Mehrklassengesellschaft, dominiert von Russland - genau das hat die UDSSR ja am Ende auch zerrissen.

Und Russland ist deshalb auch der Nachfolger der Sowjetunion - rechtlich und moralisch.

Vladimir Putin macht ja auch mit Worten und Taten immer wieder deutlich, dass er die Zeit zurückdrehen und "Russland wieder gross machen" will.

Da er sich dabei offenbar nicht entscheiden kann oder will, ob er in der Nachfolge Stalins oder des Zaren steht, besetzt er gleich beide Rollen.

@Günther Schollatour - Freiheit

„ Der Untergang ...
... der Sowjetunion hat Osteuropa die Freiheit geschenkt.“

Das erinnert mich an Marius Müller-Westernhagen: „Freiheit“…

… ist die einzige die fehlt…

Damals wie heute voll zutreffend..

09:41, DerVaihinger

>>Was mich immer
wieder wundert.
Es wird bei diversen Gegebenheiten, z.B. dem Einmarsch in Afghanistan, von einschlägiger Seite immer sehr viel Wert auf die Unterscheidung Sowjetunion-Russland gelegt.
Die SU war ja nichts anderes als Russland, umgeben von einem Gürtel annektierter und unterdrückter Staaten.<<

Es wird nicht verstanden, daß die UdSSR ein Kolonialreich war. In ihr hat das Zarenreich mit seinen Kolonien überlebt. Im Gegensatz zu den anderen Kolonialmächten hatte Russland seine Kolonien aber nicht in fernen Ländern, sondern trug sie als Gürtel um den Leib. Als dann die UdSSR unterging, zerfiel dieses Kolonialreich. Der Tschetschenienkrieg war ein klassischer kolonialer Zerfallskrieg, vergleichbar mit dem französischen Algerienkrieg. Auch der mehr oder weniger eingefrorene Ukrainekonflikt ist unter diesem Aspekt zu verstehen.

Putin spielt in dieser Gemengelage die Rolle des klassischen Reaktionärs. Die Restauration alter Herrlichkeit. Aber so funktioniert Geschichte nicht.

Marta Wilczynski - sehr jung

Ich wundere mich immer wieder, dass in den ÖRR keine altgedienten und erfahrenen Journalisten mehr tätig sind, die den Wechsel damals noch selbst erlebt haben.

Statt dessen schreibt jemand den Artikel, der das ganze quasi nur aus Geschichtsbüchern kennt.

So ist er dann auch ausgefallen…

@ DerVaihinger

>>> ... Einmarsch in Afghanistan, von einschlägiger Seite immer sehr viel Wert auf die Unterscheidung Sowjetunion-Russland gelegt. <<<
.
Naja, die UDSSR berief sich damals auf die Breschnew-Doktrin. Wie auch bei der Ausweitung ihres Einflussbereiches Richtung Westen. Breschnew war Ukrainer, kein Russe. Stalin z.B. war Georgier.
Dass also die UDSSR nur ein von den Russen unterdrückter Haufen war, stimmt so nicht ganz.

Jelzin war der eigentliche Held der Demokratisierung

Dass die Demokratisierung Russlands in den 90ern zunächst mal gelungen ist, war eindeutig das Verdienst Jelzins.

Unter ihm gab es demokratische Wahlen, Meinungs- und Pressefreiheit, die unter Putin systematisch zurückgebaut und bald ganz abgeschafft sein wird.

Die Einwendungen der Putin-Fraktion, es habe unter Jelzin Wildwest-Kapitialismus geherrscht, geht an der Wahrheit vorbei. Die wirtschaftlichen Verwerfungen Russlands waren ein Erbe des 70 Jahre herrschenden kommunistischen Systems, das die Wirtschaft, die Eigeninitiative und Effizienz komplett zugrunde gerichtet hatte.

Jede Wirtschaft, die unter solchen Bedingungen auf eine freie Marktwirtschaft umgestellt wird, musste auf Verwerfungen treffen. Das war nicht die Schuld von Investoren, welche Russland dringend brauchte, sondern der Seilschaften, die das Parteibuch der KPdSU gegen ein selbstgefülltes Konto gewechselt haben.

von fathaland slim 10:28

Ja, aber warum kriegen klassische Reaktionäre hier (Springer, DuMont), sowie entsprechende Politiker, Schnappatmung bei dem Namen Putin ?
Und wie Geschichte funktioniert, daß kann man doch in letzter Zeit sehen. Weg vom Unilateralismus der 1990er Jahre hin zum Multilateralen....

Stalin war Georgier, Chruschtschow war Ukrainer.

@10:39 von Mischpoke West
Richtig! Kaum Russen als Führer der UdSSR.
Es wird auch immer gern übersehen, dass es bei der Auflösung demokratische Abstimmungen in den Teilrepubliken gab. Nur 6 der 15 Sowjetrepubliken verweigerten die Abstimmung, darunter die balitschen Staaten.
„In der Ukraine stimmten 80 Prozent der Menschen für den Erhalt Sowjetunion, also mehr als in Russland, wo 77 Prozent für die Sowjetunion stimmten. In Mittelasien stimmten 93 bis 97 Prozent dafür. Die geringste Zahl derjenigen, die für die Sowjetunion stimmten gab es in Moskau, weil Jelzin in Moskau sehr populär war.“ (Platoschkin).

@ krittkritt

Jelzin - Totengräber der Demokratie.

Jelzins Ziehsohn hat die Demokratie dann entgültig in ein autoritäres Einparteiensystem gewandelt.

@ covid-strategie

Ich wundere mich immer wieder, dass in den ÖRR keine altgedienten und erfahrenen Journalisten mehr tätig sind, die den Wechsel damals noch selbst erlebt haben.

Das wissen Sie doch gar nicht. Außerdem ist das Alter der Journalisten nicht relevant, es kommen sehr wohl Zeitzeugen im Artikel zu Wort.
Wer soll Ihrer Meinung nach heute etwas über die Entstehung der RAF schreiben? Oder über den Volksaufstand in der DDR? Greise?

@ Bernd Kevesligeti

Ja, aber warum kriegen klassische Reaktionäre hier (Springer, DuMont), sowie entsprechende Politiker, Schnappatmung bei dem Namen Putin ?

Was meinen Sie mit Schnappatmung? Einige reaktionäre Politiker in Deutschland oder Frankreich unterhalten doch sehr freundschaftliche Kontakte zu Putin.

10:27 von Postquestioner

"Die meisten Russen, wollen ein starkes und eigenständiges Vaterland, ohne Bevormundung und Besserwisserei."

Die meisten Russen scheinen einfach der staatlich gesteuerten Propaganda aufzusitzen, dies scheint mutmaßlich auch bei Ihnen der Fall zu sein.

Fakt ist, das Russland ein wirtschaftliches Leichtgewicht ist welches sich auf dauer mit seiner Rolle als Regionalmacht abfinden muss.
Die nächsten Jahrzehnte werden sicherlich von China als Weltmacht dominiert ob die USA und der Westen hier mithalten kann muss sich noch herausstellen.
Russland wir sich auf eine dieser Seiten stellen müssen um nicht zerrieben zu werden.

Den Russen wünsche ich Freiheit und Menschrechte welche sie unter Putin nachweislich nicht geniessen.

Ein neuer Aufbruch

Gorbatschow ist in Russland immer noch sehr respektiert. Heute wünschen sich viele Bürger Russlands einen neuen Gorbatschow, eine neue Perestroika, mehr Demokratie und Partizipation, ein Russland ohne Putin und seine Oligarchen.

Länder können auch zum

Länder können auch zum eigenen Nachteil zu groß und unbeweglich werden, ihre Eliten nur auf Machterhalt bedacht und keine Meinungsvielfalt zulassend, zu viele Völker und Probleme unter ihrem Dach.

12:06, Bernd Kevesligeti

>>von fathaland slim 10:28
Ja, aber warum kriegen klassische Reaktionäre hier (Springer, DuMont), sowie entsprechende Politiker, Schnappatmung bei dem Namen Putin ?<<

Die AfD ist für Sie nicht eine klassisch reaktionäre Partei?

Von denen kriegt jedenfalls niemand Schnappatmung, wenn der Name Putin fällt. Putin erfreut sich bei wirklich harten Reaktionären allergrößter Beliebtheit.

>>Und wie Geschichte funktioniert, daß kann man doch in letzter Zeit sehen. Weg vom Unilateralismus der 1990er Jahre hin zum Multilateralen....<<

Daß die unipolare Welt, die die US-Neokonservativen herbeiträumten, ein großer Irrtum war, das war eigentlich von Anfang an klar. Und selbst Francis Fukuyama hat ja seine These vom Ende der Geschichte mittlerweile revidiert.

von lenin stalin putin 12:41

Das klingt in den meisten Medien aber nicht "freundschaftlich". Auch nicht in den oben genannten Medien. Und was Schnappatmung heißt, sollte doch klar sein....

Ein schwarzer Tag

für die meisten Sowjetbürger. Vor 30 Jahren haben wir unsere Heimat verloren, nur weil es eine kleine Gruppe von Egoisten so wollte. Gorbatschow hat es angeleitet und ewig besoffene Jelzin zu ende gebracht. Was danach folgte war keine versprochene Demokratie, sondern Anarchie, Hungersnot, Gesetzlosigkeit, dramatische Bevölkerungsreduzierung,blutige ethnische Konflikte und vielen anderen Katastrophen. Überhaupt keine schöne Erinnerungen für mich.

@saschamaus75 - 09:28

"Wo wurde die Verfassung denn umgeschrieben? oO"
Die der DDR selbstverständlich. Hätte @Der Nachfrager das bundesdeutsche Pendant gemeint, hätte er "Grundgesetz" geschrieben.
Nur als kleiner Hinweis an politisch Uninteressierte/-wissende.

Geopolitisch und vom

Geopolitisch und vom Kräfteverhältnis her war der Untergang der Sowjetunion eine Katastrophe. Gorbatschow, im Westen gefeiert für seine Glasnost und Perestroika, betrieb den Ausverkauf der Sowjetunion. Die einfachen Menschen verloren über Nacht ihre gesamten Ersparnisse, der Rubel wurde entwertet. Kleptokratische Oligarchen häuften über Nacht Milliarden Dollar an Vermögen an. Diese Politiker wurden später vom Westen hofiert und gegen Putin in Stellung gebracht für demokratische Reformen. Das Kräfteverhältnis der Blöcke wurde zugunsten der USA entschieden. Sinnlose Militäreinsätze, Millionen Tote und zerstörte Staatengemeinschaften sich seitdem die Folge dieser hegemonialen Politik der USA. Mit der Sowjetunion hätten es die USA niemals gewagt, sich so weit aus dem Fenster zu lehnen. Auch wenn zwischen Russland und China keine Allianz herrscht, bleibt zu hoffen, dass sie die Garanten bilden für einen umfassenden Weltfrieden. Das gleiche gilt jetzt für Afghanistan ohne den Einfluss der US

@Einige reaktionäre Politiker 12:41 lenin stalin putin

"unterhalten doch sehr freundschaftliche Kontakte zu Putin."
zu @@Bernd Kevesligeti

In der Tat und nicht nur die.
Der 'Bernd' hat allerdings immer noch nicht mitbekommen,
dass Putin schon lange kein Linker mehr ist.

Wenn er es denn je gewesen sein sollte,
hat sich das mit dem 'Untergang der UdSSR' bei ihm erledigt.
Als 'neugeborener' Macchiavellist hat er sich schnell mit der Kirche arrangiert,
und selbst mit Rechtsaussen'-Typen wie Schirinowski.

Die dürfen dafür weiterhin als Feigenblättchen in der Duma herhalten.

Am 19. August 2021 um 12:06 von Bernd Kevesligeti

Zitat: Ja, aber warum kriegen klassische Reaktionäre hier (Springer, DuMont), sowie entsprechende Politiker, Schnappatmung bei dem Namen Putin ?

Das Problem ist m.E., nicht die Schnappatmung der klassischen Konservativen, sondern, dass die neue Rechte (und ihre linken Pendants) Sternchen in die Augen bekommt.

positive Veränderungen in letzten 20 Jahren.

Wer der Zerfall des UdSSR selbst nicht miterlebt hat, kann gar nicht verstehen was das für einfachen Menschen bedeutet hat und warum so viele Russen Putin als Präsident befürworten.
Jelzin und Gorbatschow gelten in Russland als Versager. Putin hat Krieg in Tschetschenien beendet, Wirtschaft hat sich stabilisiert. Meisten Menschen geht es wirtschaftlich heute deutlich besser als vor 30 Jahren. Die Geburtsrate steigt. Ganz viele Familien haben jetzt 3-4 Kinder. Junge Familien können sich eine Hypothek leisten. Meiner Meinung nach ist Gesundheitssystem in Russland qualitativ deutlich besser als in Deutschland. Die Krankenhäuser sind eventuell nicht so hübsch, aber die Ärzte sind richtig gut. Ja klar gibt es Leute die nicht zufrieden sind, gibt’s leider viele Oligarchen die das Geld nicht besteuern und ins Ausland (z.B. nach England) bringen. Es gibt viel zu tun und das ist normal. Wo gibt‘ es schon ein Land wo alles perfekt läuft und keine Probleme hat?

30 Jahre Augustputsch: Als die Sowjetunion unter....

Aber es ist schon ein Anachronismus: Die Personen, die dort unbeliebt sind, sind hier überaus beliebt. Deutlich wird hier die Unzufriedenheit damit, daß das Land nicht da steht, wo es vor 30 Jahren stand. Unten, ausverkauft an in-und ausländische Akteure. Und auf der internationalen Bühne kein Gegenpol. Da ist sich die hiesige Beletage doch einig.
Das erinnert ein bisschen an Brecht´s "Anachronistischen Zug".

von falso demonstratio 13:06

Schnappatmung der Beletage.
Und Rechte gibt es viele: Vox in Spanien, den Rechten Sektor. Aber auch im Baltikum.....

@saschamaus

Wenn sie sich ein wenig belesen würden, dann wüssten Sie dass die Verfassung der DDR umgeschrieben werden musste.
Es sind auch zahlreiche Bücher darüber geschrieben worden.
Die Gesetze der DDR mussten mit denen der BRD übereinstimmen. Andernfalls hätte es eine Volksabstimmung geben müssen.

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